Gelegenheitsjobs sind immer zu versteuern

Stundenweise Aushelfen im Dorfladen: Generell ist jeder Franken Lohn steuerpflichtig. Foto: Keystone

Beim Ausfüllen der Steuererklärung bin ich etwas unsicher. Meine Frau arbeitet manchmal als Aushilfe im Dorfladen. Da hat sie aber keinen Lohnausweis. Gehe ich richtig in der Annahme, dass ich den Verdienst darum nicht angeben muss? Auch den Lottogewinn von 1550 Franken habe ich nicht eingesetzt, weil der doch steuerfrei ist. Und wie steht es eigentlich um die Zulagen für unsere drei Kinder? F. P.

Auch wenn Ihre Frau keinen Lohnausweis bekommt, sind die Einnahmen aus ihrem Gelegenheitsjob zu versteuern. Die Tatsache, dass jemand keinen Lohnausweis bekommt, bedeutet nicht, dass man von der Einkommenssteuer befreit ist. Generell sind alle Einkünfte, die Sie und Ihre Frau mit Ihrer Arbeit erzielen, steuerbar.

Wenn Sie das Einkommen Ihrer Frau aus der Arbeit im Dorfladen in der Steuererklärung aufführen, kann sie wenigstens Berufsauslagen geltend machen. Zusätzlich dürfen Sie einen Sonderabzug bei Erwerbstätigkeit beider Ehegatten in Abzug bringen.

Dieser Sonderabzug und ebenso die von Ihnen geltend gemachten Berufsauslagen dürfen allerdings nicht höher sein als das aufgrund des Gelegenheitsjobs erzielte und in der Steuererklärung aufgeführte Einkommen.

Irritierend finde ich, dass Ihre Ehefrau keinen Lohnausweis bekommt. Da stellt sich für mich die Frage, ob die Sozialversicherungsbeiträge bezahlt sind. Werden allenfalls keine AHV-Beiträge geleitstet? Und wie steht es um die Prämien für Unfall und Erwerbslosigkeit?

Ich rate Ihrer Frau, bei ihrem Arbeitgeber nachzufragen und darauf zu bestehen, dass alle Sozialversicherungsbeiträge korrekt bezahlt und abgerechnet werden und sie auch einen Lohnausweis erhält. Als Arbeitgeber, der Mitarbeitende beschäftigt, ist man verpflichtet, einen Lohnausweis zu erstellen und Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen.

Versteuern müssen Sie auch die Kinderzulagen, welche Sie für Ihre drei Kinder bekommen. Die Steuerbehörden stufen dies als Einkommen ein, das voll angerechnet wird. Das hat den Nachteil, dass Sie möglicherweise in eine höhere Steuerprogression kommen, da sich das steuerbare Einkommen deswegen um einige Tausend Franken erhöht. Die Kinder- und Ausbildungszulagen sind dennoch zwingend zu versteuern.

Beim von Ihnen erwähnten Lottogewinn ist es so, dass nur Beträge bis 1000 Franken steuerfrei sind. Die 550 Franken darüber sind von Ihrem Lottogewinn hingegen zu versteuern.