Der Industriezulieferer SFS ­investiert kräftig

SFS-Produktionsanlage in Heerbrugg SG: Wachstumsfelder sind Medizintechnik, Automobil und elektronische Geräte. Foto: Christian Beutler/Keystone

Ich mag Erfolgsstorys. Eine davon schreibt SFS. Der Industriezulieferer investiert. Im Geschäftsjahr 2017 waren es 57 Prozent oder fast 50 Millionen Franken mehr als im Vorjahr. Das hat die operative Verdienstmarge etwas gedrückt, was kurzfristig orientierten Finanzanalysten missfiel. Eine solche Offensive fördert aber das Wachstum aus eigener Kraft, wenn nicht 2018, dann spätestens in zwei bis drei Jahren. Schon im vergangenen Jahr erreichte das organische Wachstum mit 7,8 Prozent einen ausserordentlich hohen Wert. Das stimmt zuversichtlich, weil diese Art Wachstum in der Regel nachhal­tiger ist als zugekaufter Umsatz. Die Wachstumsfelder des Unternehmens sind Medizintechnik, Automobil und elektronische Geräte. Ein grosser Kunde in der Division Electronics ist Apple. Hierzu darf SFS nichts sagen, nicht mal den Namen erwähnen. Für die iPhones liefert das Unternehmen über eine Tochtergesellschaft in Asien kleine Schrauben und andere Befestigungselemente, die das Smartphone zusammenhalten. Bislang erfolglos waren die Bemühungen, ein Zulieferer für Samsung-Smartphones zu werden. Aber auch so denke ich, dass SFS gedeihen wird und die Aktien an Wert gewinnen. Kaufen

Hervorragend geführt

Das Bild vom verschmähten hässlichen Entlein, das sich zum schönen Schwan mausert, gefällt mir. Auf kaum ein kotiertes Schweizer Unternehmen trifft das mehr zu als auf Autoneum. Der hervorragend geführte Automobilzulieferer beeindruckt seit Jahren mit kräftigem Wachstum und hat ein überdurchschnittliches Profitabilitätsniveau erreicht. Mit seinen Aktien konnten Anleger richtig viel Geld verdienen. Nun hat sich das Wachstumstempo aber verlangsamt. 2017 waren es organisch noch 2,4 Prozent. Für das laufende Jahr wird mit rund 3 Prozent gerechnet, bei ungefähr gehaltener Marge. Der Grund liegt in der schwachen Automobilproduktion in Nordamerika, dem wichtigsten Markt von Autoneum. Das begrenzt die Kursfantasie – trotz Aussicht auf einen weiteren Gewinnanstieg, der allerdings verhalten ausfallen könnte. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 für 2018 sind die Aktien zwar nicht teuer. Dass einem Automobilzulieferer in einer späten Phase des Zyklus an der Börse mehr zugestanden wird, wage ich aber zu bezweifeln: Halten

Gutes Nischengeschäft in Nordamerika

Der grösste Schweizer Milchproduzent Emmi schlägt sich derweil in einem schwierigen Umfeld gut. Im Jahr 2017 hat er den Umsatz trotz hohen Wettbewerbsdrucks im Detailhandel erneut leicht gesteigert. Da das Schweizer Geschäft seit einigen Jahren rückläufig ist, setzt der Hersteller von Caffè Latte und Kaltbach-Käse auf das Ausland. Insbesondere das Nischengeschäft mit Ziegenmilch- oder Bio-Produkten in Nordamerika verspricht Wachstum und bessere Margen. Nach schwierigen Jahren in Frankreich sollte sich auch die Situation in Europa nächstes Jahr wieder aufhellen. Der Milchverarbeiter erwartet insgesamt für 2018 ein organisches Umsatzwachstum nahe dem mittelfristigen Ziel. Die Dividende soll deutlich von 5.90 Franken auf 7 Franken je Aktie steigen. Zudem sollen die Aktionäre mit einer Sonderausschüttung in der Höhe von 3 Franken vom Gewinn aus dem Verkauf des US-Joghurtherstellers Siggi’s profitieren. Das hat die Papiere zuletzt beflügelt. Mit einem Kurs von rund 800 Franken haben die Titel ihr Potenzial aber ausgereizt. Ich halte die Augen offen, bis eine Einstiegsgelegenheit kommt. Abwarten

Günstig eingekaufter Kakao

Im Konsumsektor läuft es nicht für alle überragend. Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli wird durch das US-Geschäft gebremst. Das war 2017 so und wird auch 2018 so sein. Obwohl sich eine Besserung abzeichnet, wird das Unternehmen nochmals unter dem langfristigen Wachstumsziel abschneiden. Prognostiziert wird ein Plus von 4 bis 5 Prozent, das Potenzial wird weiterhin bei 6 bis 8 Prozent mehr Umsatz pro Jahr gesehen. Ein Kurstreiber aus dem operativen Geschäft ist somit nicht in Sicht. Auch das neue, bis längstens Juli 2019 laufende Aktienrückkaufprogramm brachte die Valoren bisher nicht so richtig in Fahrt. Immerhin wird Lindt 2018 nochmals von dem im Vorjahr günstig eingekauften Kakao profitieren, sodass eine Margenausweitung gelingen sollte. Auf kurzfristig substanzielle Kursfortschritte können Anleger nicht setzen. Ins langfristige Mittel passt das Bewertungsniveau. Ob das in einer Zeit volatiler Märkte als Stimulans ausreicht? Auszuschliessen ist es nicht. Dosiert kaufen

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