Warum Sie in die 3. Säule früh einzahlen sollten

Säule-3a-Konto: Wer sein Erspartes schon früh im Jahr in Vorsorgefonds investiert, macht mehr aus seinem Geld.

Ich habe eine 3. Säule und zahle jeweils immer vor Jahresende einen Betrag ein. Spielt es eine Rolle, ob ich erst gegen Ende des Jahres wie bis anhin einzahle oder schon jetzt zum Jahresanfang? D.U.

Ich empfehle Ihnen, Ihren Einzahl-Rhythmus bei der steuerbegünstigen 3. Säule zu ändern und jeweils gleich nach dem Jahresbeginn Geld in Ihre 3. Säule zu überweisen.

Erstens sind Sie so sicher, dass die Einzahlung nicht vergessen geht oder das Geld für den Konsum aufgebraucht ist. Und zweitens, und das scheint mir das wichtigste Argument, können Sie bereits während des ganzen Jahres von den höheren Renditemöglichkeiten in der 3. Säule profitieren. Immerhin sind die Zinsen auf dem 3.-Säule-Konto bei den meisten Banken noch leicht höher als bei den üblichen Sparkonten.

Einen echten Renditeunterschied sehen Sie aber vor allem dann, wenn Sie Ihr 3.-Säule-Geld jeweils gleich nach der Einzahlung Anfang Jahr in Vorsorgefonds investieren. Diese beinhalten je nach Art der Fonds weit höhere Renditemöglichkeiten als das 3.-Säule-Konto. Vor allem jüngeren Menschen mit einem langen Anlagehorizont rate ich, das 3.-Säule-Geld zu einem grossen Teil in Vorsorgefonds mit einem hohen Aktienanteil zu investieren. Zwar müssen Sie bei diesem mit deutlich stärkeren Kursschwankungen rechnen und in schlechten Börsenjahren sogar Buchverluste in Kauf nehmen. Über viele Jahre hinweg verlieren die stärkeren Kursschwankungen indes einiges von ihrem Schrecken, dafür können Sie erwarten, dass Sie auf lange Sicht deutlich mehr aus Ihrem Vorsorgegeld machen können.

Gerade die 3. Säule – und übrigens auch die Pensionskasse, doch da hat man keine Wahlmöglichkeit der Kasse – eignet sich aus meiner Sicht optimal für das sehr langfristige Aktiensparen. Offensichtlich war dies im vergangenen Jahr, als allein der Swiss Market Index rund 15 Prozent zugelegt hat, und die US-Börsen Rekordstände erreicht haben. Wenn Sie da bereits im Januar Vorsorgefonds mit hohem Aktienanteil gekauft hätten, wäre Ihr Vorsorgevermögen während des ganzen Jahres gestiegen.

Da Sie erst im Dezember in die 3. Säule eingezahlt haben, konnten Sie von der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten während des Jahres nicht profitieren. Dies spricht für mich für eine Einzahlung schon zu Beginn des Jahres. Achten Sie allerdings beim Kauf von Vorsorgefonds unbedingt auch auf die Gebühren. Hier gibt es je nach Anbieter enorme Unterschiede.

Vorteilhaft sind aus meiner Sicht passiv geführte Vorsorgefonds, welche im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds deutlich günstiger sind, was Ihre Rendite nur schon durch den Gebührenunterschied auf lange Sicht deutlich verbessert.

15 Kommentare zu «Warum Sie in die 3. Säule früh einzahlen sollten»

  • Dieter Meier sagt:

    Das sehe ich komplett anderes. Ende Jahr einzahlen! Mit praktisch jeder Anlage lässt sich eine bessere Rendite erzielen als mit dem Mini-Mini-Zins auf dem 3.-Säule-Konto, und man hat das Geld noch zur Verfügung, wenn man es braucht. Wie erwähnt wurde, haben auch viele Anlagefonds eine ganz schlechte Rendite, wenn man die Gebühren mitrechnet. Der einige Vorteil von der 3. Säule ist die Steueroptimierung, die Rendite ist katastrophal!

  • H. Menzi sagt:

    Nichts gegen Kommunikation und Infoabfragen auch unterwegs. Aber braucht es tatsächlich permanent die Verfügbarkeit von unlimitierter Bandbreite? Müssen wir auch unterwegs jeden verfügbaren Film von Youtube herunterladen oder hätte dies nicht auch Zeit bis wir zuhause das Festnetz im Zugriff haben? Die Kehrseiten der Medaille sind nämlich a) Riesige Investitionen (die letztendlich der Kunde zu zahlen hat), b) Höhere Bandbreite heisst auch mehr Strahlungsbelastung und / oder mehr Antennen. Ist dies erstrebenswert? Und übrigens, die Dichte öffentlich verfügbarer WLAN nimmt weiter zu und hier sind sowohl Strahlenbelastung als auch Investitionskosten deutlich kleiner.

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    „Und sie geben das Geld nicht anderweitig aus“. Ein wahrer Satz. Deshalb rate ich zu Daueraufträgen, automatisch jeden Monat etwas zurücklegen. Dann wird es nicht verplempert und wenn ein Gerät plötzlich versagt, ist Reserve für den Neukauf vorhanden. Jede Wohnungseigentümergesellschaft bildet Rücklagen, das ist vernünftig.

  • Marcel Boser sagt:

    … und wenn’s das ganze Jahr runter geht, ist man froh, erst im Dezember eingestiegen zu sein…

  • Tim Weser sagt:

    „Da Sie erst im Dezember in die 3. Säule eingezahlt haben, konnten Sie von der positiven Entwicklung an den Finanzmärkten während des Jahres nicht profitieren. Dies spricht für mich für eine Einzahlung schon zu Beginn des Jahres. “

    Seltsames Argument. Nur weil es im vergangenen Jahr so war, muss es nicht im folgenden Jahr genauso laufen. Es könnte genauso gut passieren, dass im Laufe des aktuellen Jahres der Aktienmarkt einbricht und somit ein Einzahlung gegen Ende des Jahres – zu niedrigeren Kursen viel sinnvoller ist.

    Wie gesagt, sehr seltsamer Ratschlag – hat was von Milchmeitlirechnung.

  • Karl-Heinz sagt:

    Meine dritte Säule besteht aus Indexfonds über Werte amerikanischer Großunternehmen. Mit der Rendite bin ich mehr als zufrieden.

  • Reto Müller sagt:

    Immer wieder interessant weshalb die Banken einem zur 3a-Variante mit Fondssparen überzeugen will. Klar, die Geschäfte müssen laufen, für den Sparer selber ist die Sache aber alles andere als lukrativ. Deshalb, besser normales 3a-Konto wählen und einzahlen wenn es für einem finanziell passt. Der Steuervorteil ist gegeben, die Renditenaussicht, auf welcher Variante auch immer, sind in Zeiten der tiefen Zinsen nicht lohnenswert.

  • Balu sagt:

    Unlogischer Tip: zahlt man regelmässig immer gleich ein, spielt es keine Rolle, ob Angang oder Ende Jahr.
    Das Kursrisiko würde man mit monatlichen, immer gleich hohen Einzahlungen besser reduzieren. Aber bei einem langen Betrachtungshorizont ist jährlich auch ok.
    Wer etwas von Mathe versteht, ist im Vorteil …
    Der Schlüssel ist regelmässig über eine längere Zeitdauer einzahlen, kurzfristig auf Kurse zu spekulieren bringt nichts.

  • Rodolfo sagt:

    Regelmässig, Anfang Jahr, Ende Jahr
    Ansichtssache und je nach Blickwinkel.
    1) Regelmässig, Logik OK, langfristiger Fokus
    2) Anfang Jahr, wenn es das Budget erlaubt + nicht mehr dran denken
    3) Ende Jahr, wenn es das Budget dann erlaubt
    oder noch ein paar Variante 😉

    Musste einige Jahre Pt 3 wählen, meistens nicht den ganzen Betrag… will halt… Budget
    Jetzt in der Lage Anfang Jahr den ganzen Betrag, aber eher im Modus „getan ist getan, nicht mehr dran denken“

  • Christoph M. Meyer sagt:

    Natürlich den Betrag zu Beginn des Jahres einzahlen, dann ist das Thema erledigt (wie auch die Steuern wenn möglich). Grundsätzlich macht es Sinn, vor allem für Jüngere, in einen Fonds mit einem hohen Aktienanteil (75% und mehr) zu investieren. Allerdings nicht ausgerechnet jetzt, wo die dominierenden US-Aktienmärkte schon dermassen überbewertet sind. (zum Beispiel anhand des Shiller-KGV) Da nehme ich in Kauf, für höchstens zwei, drei Jahre mit mickrigen Zinsen zu leben. Wenn die Märkte dann massiv sinken, werde ich schrittweise (zum Beispiel alle zwei bis drei Monate) wieder investieren. Man soll kaufen, wenn die Kanonen donnern und verkaufen, wenn die Violinen spielen.

  • Roman Nomar sagt:

    Warum Sie in die 3. Säule früh einzahlen sollten: ANTWORT, damit die Banken weiter auf Kosten der Gutgläubigen spekulieren können. Für das brauchen wir keine Banken. Deshalb ist auch die 2. Säule verzockt.

  • Suter Chr. sagt:

    Lieber Martin Spieler, da muss ich Ihnen für einmal widersprechen, was sonst kaum je vorkommt. Das einzige Argument für ‚Früheinzahlung‘ ist, dass das Geld dann nicht anderweitig ausgegeben wird. Der Einstiegszeitpunkt in die Börse – und somit auch in die Vorsorgefonds – ist ein Roulet. Niemand weiss so genau, wie sich die Kurse entwickeln. Vielleicht kommt morgen der lange erwartete Börsen-Crash – dann haben Sie besser noch nicht investiert. Ich zahle regelmässig per Dauerauftrag und lasse auch gleich sofort in Fonds umwandeln. Am Ende des Jahres runde ich dann jeweils noch auf – je nachdem was das Konto und die Vorschriften noch erlauben. Aber Vorsicht – beim Verkauf der Fonds fallen zum Teil unanständig hohe Gebühren an – die Banken bedienen sich, wo sie können!

  • Fredy Gerber sagt:

    Und auf keinen Fall kombinierte Sparversicherungen. Werden häufig von provisionsgierigen unabhängigen Finanzberatern vertrieben. Besonders bedenklich wenn die Zielgruppe junge Leute sind. Mit solchen Verträgen muss über viele Jahre zwangsweise einbezahlt werden. Wer das nicht durchhält verliert zehntausende von Franken.
    Ihr einziger Grund dafür: die extrem überrissenen Courtagen. Ist sogar in einer ausführlichen Studie des Bundes ausgewiesen. Demnach sind die Provisionen in einem 1:1 vergleichbaren Fall von Versicherungsvertrieb in Norwegen um sagenhafte 90 Prozent zurück gegangen. Und trotz dieser Studie lässt man die Betreiber solch mieser Geschäfte ungestört weiter machen.

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