Sanitärtechniker Geberit weckt Zuversicht

Geberit: 2018 wird mit einem Umsatzwachstum von 4 bis 6 Prozent gerechnet. Foto: Gian Ehrenzeller/Keystone

Die Aktien von Geberit haben zuletzt geschwächelt. Doch nun hat mich der Sanitärtechniker positiv überrascht. Geberit hat das Tempo im vierten Quartal erhöht. Der grösste Markt, Deutschland, wuchs allerdings nur marginal, hier spielt immer noch ein Engpass­faktor, den Geberit nicht beeinflussen kann: Die Installateurkapazitäten in Deutschland sind zu klein; das bremst. Der Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr fällt verhalten positiv aus. Unternehmenschef Christian Buhl zeichnete ein unterschiedliches Bild der absehbaren Entwicklungen der Bauwirtschaft in den relevanten Märkten. Per saldo allerdings dürften sich die Märkte positiv entwickeln. Die Perspektiven sind gut und die Marktpositionen ebenfalls. Überdies ist die Integration von Sanitec im Wesentlichen abgeschlossen, und die devestitionsbedingten ­Einbussen werden wegfallen. So kann erwartet werden, dass sich das Umsatzwachstum 2018 eher beschleunigen wird und im Zielband von 4 bis 6 Prozent liegen dürfte. Die Börse hat am Freitag schon positiv reagiert, die Titel bleiben attraktiv. Dosiert kaufen

Gefragte Lüftungslösungen

Hat die Luftverschmutzung in China etwas Gutes? Eigentlich nicht, es sei denn, man hilft, die nega­tiven Auswirkungen einzugrenzen. So hat die Zehnder Group sich zuletzt besser entwickelt als gedacht. Der Hersteller von Heizköpern sowie Kühl- und Lüftungstechnik hat in China zwar derzeit noch ein kleines Geschäft, und ­jenes mit Heizkörpern läuft nicht gerade gut. ­Dafür aber werden Lüftungslö­sungen nachgefragt. Die teilweise sehr starke Luft­verschmutzung in den chine­sischen Städten und das steigende Gesundheitsbedürfnis der Bevöl­kerung sorgen für Dynamik. Zehnder Group hat schlechte ­Zeiten hinter sich, viele Massnahmen laufen, um den Turnaround zu schaffen. Für die Titel spricht, dass jüngst der Investor Veraison mit gut 3 Prozent eingestiegen ist. Der könnte noch zukaufen. Auf lange Sicht bieten die Aktien Potenzial. Der Markt wartet auf ein Strategieupdate. ­Sobald das kommt, könnte neue Nachfrage nach den Aktien ent­stehen. Dosiert kaufen

Einführung neuer IT-Systeme

Die Panalpina-Aktien fallen mir immer wieder auf. Die vergan­genen Quartalszahlen haben enttäuscht. Als Folge tauchten die ­Titel meistens, aber nur für kurze Zeit – um dann rasch wieder kräftig zuzulegen. Seit drei Monaten ist die Kursbewegung besonders speziell. Das Resultat des dritten Quartals war schlecht, in der Seefracht resultierte gar ein Betriebsverlust. Trotzdem sind die Aktien des Frachtspediteurs seit Mitte ­Oktober rund 20 Prozent gestiegen. Das erstaunt mich, weil die Bewertung schon zuvor überdurchschnittlich hoch gewesen war. Nun sind die Valoren mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 35 für 2018 und 22 für 2019 eingestuft. Investoren müssen also schon mindestens ins über­nächste Jahr blicken, um einen Kauf zu rechtfer­tigen. Und das auch nur, wenn so ziemlich alles rundläuft. Das heisst, nicht nur die Erholung der Konjunktur und die Norma­lisierung der Frachtraten müssen andauern. Vor allem muss die Einführung des neuen IT-Systems klappen. Zwar ist seit Herbst mit Deutschland erstmals ein grosser Markt aufgeschaltet, und in den USA ist der Startschuss im Dezember erfolgt. Doch mit China wartet ein weiterer Prüfstein. Alles in allem sind mir die Risiken auf ­diesem Kursniveau zu hoch. Meiden

Schwung in den Aktien

Aktien von Autobauern haben wir in der Schweiz keine. Dafür einen Motorradwert, auch wenn es sich um einen «adoptierten» handelt. Die österreichische KTM Industries hat die SIX zu ihrer Hauptbörse ernannt. In der Branche zählt KTM zum Besten, was es gibt. 2017 gelang ihr ein Absatzplus von über 17 Prozent, und das ist nicht einmal ein Ausreisser: Seit der Jahrtausendwende resultiert ein Durchschnitt von gut 12 Prozent. Mehr noch: Das Wachstum ist profitabel und soll in den nächsten Jahren in hohem Tempo weitergehen, mit Zuwachsraten um 10 Prozent. Möglich macht das nicht zuletzt die strategische Partnerschaft mit der indischen Bajaj. Die Aussichten wollen freilich bezahlt sein: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 27 für 2018 sind die Aktien hoch bewertet – aber bei Weitem nicht ausgereizt, meint die Bank Vontobel. Sie prüft eine weitere ­ Erhöhung des Zwölfmonatskursziels von 8.70 Franken. Der Schwung in den Aktien spricht für KTM und für dosierte Zukäufe. Grundsätzlich ist jedoch Vorsicht angesagt. Abwarten

Auch der Vegetarier wird satt

Wenn Sie wollen, können Sie ausschliesslich mit den Produkten von Bell eine nahrhafte Mahlzeit zu sich nehmen. Und ich meine jetzt nicht Spiessli, Bratwürste und saftige Steaks an einem Grillabend. Auch ein Vegetarier kann mit Bell-Produkten satt werden. Mit Salaten und Gemüse von Eisberg, Pasta und Fertiggerichten von Hil­cona und neu auch mit Suppen von Hügli. Denn seit Montag gehört der Hersteller von Trockenmischungen für Saucen und Suppen zum Fleischspezialisten. Bell hat das Aktienpaket der Gründerfamilie Stoffel übernommen und ist nun Mehrheitseigentümerin. Hügli-Aktionäre sollten andienen. Für Bell ist die Übernahme strategisch sinnvoll. Der Fleischkonsum sinkt, im Trend sind gesunde und primär vegetarische Lebensmittel. Dieses Segment baut Bell weiter aus. Einziger Wermutstropfen ist die jüngst enttäuschende Geschäftsentwicklung von Hügli. Das Unternehmen hatte auf falsche Distributions­kanäle gesetzt und Produkttrends verschlafen. Dort muss Bell nun aufräumen. Kurzfristig sind darum für die Bell-Aktien keine Impulse zu erwarten. Halten

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