Best of: Wer sein Auto least, zahlt drauf

Unsere Bloggerinnen und Blogger geniessen derzeit die Feiertage. Wir publizieren deshalb heute diesen Beitrag vom 8. August 2017, der besonders viel zu reden gab.

Autoleasing verteuert den Autokauf: Barzahlung ist am besten. Foto: Keystone

Autoleasing verteuert den Autokauf: Barzahlung ist am besten. Foto: Keystone

Ich plane, mein erstes Auto zu kaufen. Ich habe einiges gespart, erwäge aber ein Leasing, da ich nicht alles Ersparte aufbrauchen will fürs Auto und das Geld lieber investiere. Fahre ich wegen der tiefen Zinsen mit dem Leasing sogar besser, als wenn ich bar zahle? O. P.

Nein. Wenn Sie Ihr erstes Auto leasen, müssen Sie einerseits die im Vertrag festgelegten Leasingkosten bezahlen. Anderseits kommen aber beträchtliche Zusatzkosten dazu, welche bei der Berechnung oft zu wenig berücksichtigt werden. So wird beim Leasing in der Regel ein Abschluss einer Vollkaskoversicherung verlangt. Das ist gerade auch für junge Fahrer besonders teuer. Weiter sind Sie zu regelmässigen Serviceleistungen am Auto verpflichtet, und falls Sie mehr als die vertraglich abgemachten Kilometer pro Jahr fahren, müssen Sie draufzahlen.

Auch nach Ablauf des Vertrages – zum Beispiel nach 48 Monaten – gehört der Wagen noch nicht Ihnen. Falls Sie ihn übernehmen möchten, müssen Sie einen Restwert begleichen. Wenn Sie indes den Wagen abgeben, wird genau geprüft, ob Schäden vorhanden sind, für die Sie allenfalls haftbar gemacht werden. Je nach Umständen kommt noch eine Ratenausfallversicherung dazu.

Obwohl Sie faktisch auf dem Leasingkapital auch einen Zins bezahlen, können Sie als Unselbstständiger die Leasingkosten nicht in der Steuererklärung bei den Schuldzinsen abziehen. Anders wäre es, wenn Sie einen normalen Kredit für die Zahlung des Autos aufnehmen würden. In diesem Fall könnten Sie die Schuldzinsen in der Steuererklärung geltend machen. Der ausgewiesene Zins ist dann höher als derjenige beim Leasing. Beim Kredit besitzen Sie den Wagen aber, nachdem Sie alle Kreditraten abgezahlt haben. Zudem sind Sie nicht zu einer Vollkaskopolice verpflichtet, tragen dann aber ein höheres Risiko im Schadenfall.

Wenn Sie das Leasing einem Privatkredit für Ihr Auto mit allen Zusatzkosten gegenüberstellen und genau vergleichen, stellen Sie rasch fest, dass beide Varianten teuer sind. Günstiger wegkommen würden Sie, wenn Sie statt der Fremdfinanzierung Ihren Sparbatzen für den Autoerwerb einsetzen würden, auf dem Sie auf dem Bankkonto ohnehin praktisch keinen Zins mehr bekommen.

Nun schreiben Sie, dass Sie das Ersparte lieber investieren würden und deshalb ein Leasing erwägen. Es stimmt, dass Sie im positiven Fall mit dem Geld an der Börse einen Gewinn erzielen könnten – etwa mit Aktien. Genauso gut ist es aber möglich, dass Sie mit dem Kapital einen Verlust einfahren. Darum würde ich das Auto nicht fremdfinanzieren, sondern bar zahlen. So gehört es Ihnen tatsächlich, und es kostet Sie am wenigsten, ohne dass Sie noch lang anhaltende Verpflichtungen eingehen. Sie bleiben frei und zahlen weniger.

18 Kommentare zu «Best of: Wer sein Auto least, zahlt drauf»

  • Schmid Ludwig sagt:

    Und kaufen Sie doch ein Occasionsauto, das Ihren Preisvorstellungen entspricht, dann müssen Sie weder das Gesparte aufbrauchen, noch einen Leasingvertrag eingehen. Wenn Sie mit den Neuwagen aus der Garage fahren, verlieren Sie in 1 Minute einen Drittel des Wertes des Fahrzeugs!

  • beat graf sagt:

    Neuwagen ohne Vollkasko? Nie und immer. Wenn dann schon auch mit Parkschadenversicherung. Wieso nicht Leasing mit 0,0% Zinsen? Auch beim Leasing gibt es Rabatt auf dem Listenpreis. Dass Servicearbeiten und die Kosten dafür, fallen auch bei gekauftem Auto an, verlängert das Leben des Autos und verleiht auch Sicherheit im Strassenverkehr. So, und wenn man nun 48 x die Leasingrate plus Restwert zusammenzählt, ergibt sich in der Regel der Kaufpreis. Viele Verkäufer sind froh, wenn der Kunde das Auto nach 48 Monaten übernimmt. Wer kauft in der Schweiz schon gerne alte Autos.
    PS: Allerdings muss die Leasingrate ins Budget passen, also lieber etwas kleineres Auto. Kleinkredite liegen zur Zeit so um 8-12 % Schuldzinsen… Leasing gibt es zur Zeit zu 0,0% ohne Anzahlung.

    • M Kobelt sagt:

      So ein Quatsch. Das geleaste Auto gehört der Leasingfirma und nicht dem Verkäufer. Letzter verkauft dem Kunden lieber ein neues Auto, als dass der Kunde das geleaste Auto von der Leasingfirma übernimmt.

      • beat graf sagt:

        Herr Kobelt, dass das Auto dem Leasinggeber (Eigentümer) gehört weiss ich auch, steht ja auch nichts anderes in meinem Kommentar, aber die Rücknahme erfolgt ja an den „Verkäufer“, sprich Garagisten. Oder geben Sie das Auto jeweils der Bank zurück? Leider liegen ja vielfach zwischen dem Eintauschpreis und dem vertraglich vereinbarten Rücknahmepreis „Restwert“ Welten, Instandstellung etc., so dass es für den Leasingnehmer klüger sein kann, das Auto zum Restwert zu erwerben, so dass er Eigentümer wird. Bei Leasinggeschäften sind ja meisten drei Parteien beteiligt. Leasinggeber, Leasingnehmer, Verkäufer (Garage).

      • Reto Messerli sagt:

        Wenn der Leasingnehmer Pech hat, bezahlt er die Monatsraten, die Versicherungen, den Unterhalt etc. und am Ende der Laufzeit, wenn er das Auto mit dem Restwert abbezahlen will, teilt ihm die Leasingfirma mit, dass er das Auto nicht übernehmen kann. Daher ist es wichtig, dass entweder die Vertragsklausel gestrichen wird oder die Leasingfirma ein separates Schreiben macht, wo sie verzichtet das Recht auf dem Auto auf Ende der Laufzeit zu haben. So dass der Leasingnehmer entscheiden kann, ober er das Auto will !

    • I. Bissig sagt:

      Aber sicher auch Neuwagen ohne Vollkasko. Schweizer versichern eh viel zu viel und unnötig. Und Leasing ist für Privatpersonen mit genug Geld einfach nur dumm.

  • schneider urs sagt:

    ihrem sogenannten experten sollte vielleicht einmal der unterschied zwischen besitz und eigentum erklärt werden. ein durch und durch amateurhafter bericht.

    • beat graf sagt:

      Herr Schneider, vom Besitzer einer Sache vermutet man, dass er auch deren Eigentümer ist. Deshalb gibt es ja bei Autos in der Regel den Code-Eintrag im Fahrzeugausweis durch das Strassenverkehrsamt.

  • Ulrich Goetz sagt:

    Kommt dazu, dass die Schweizer Mehrwertsteuer bei Leasing zweimal bezahlt werden muss. Erstens beim Kauf des Autos und zweitens auf jeder Leasing-Rate, weil es sich beim Leasing angeblich um eine „Dienstleistung“ handle. Zumindest war das vor 20 Jahren so…

  • Homo sapiens sagt:

    Wieso nicht einen Gebrauchtwagen als 1. Auto? Bar bezahlen, Teilkasko, keine Vollkasko, wenn Betrag < 10-20k. Etwas Geld für allfällige Reparaturen auf der Seite haben. Wieviel , hängt halt von der Marke und vom Alter ab. 🙂
    Leasing und Ratenausfallversicherung: nur zwei weitere Parteien, die mitverdienen wollen, wenn Leute über ihre Verhältnisse leben und sich verschulden.

  • Pedero Riengger sagt:

    Wäre ein bar bezahltes Auto die Voraussetzung, um am Strassenverkehr teilzunehmen, das Stau- und Parkplatzproblem wäre mehr als gelöst. Für die allermeisten Menschen stellt sich die Frage Leasing oder Barzahlung nicht. Sogar gelast wird über die tatsächlichen Verhältnisse – Hauptsache, Nachbarn und Arbeitskollegen glauben, man könne sich ein teures Auto leisten. Tatsächlich sind die meisten Leute schon bei einem Mietzinsdepot von Fr. 4’000.– finanziell am Anschlag, wollen aber trotzdem unbedingt einen BMW in die Tiefgarage stellen und jeden Sommer erzählen, wie schön es auf den Malediven wieder war …

  • Sal sagt:

    Zahlt man nicht auch zwei mal die Mehrwertsteuer? Auf dem Kaufpreis und dann nochmals auf die Leasingrate?

  • Autonio Neuweg sagt:

    Wuerde auch eine Occasine als Erstauto für Neulenker empfehlen.
    1. kann man ohne grosse Kostenfolge Fehler machen. 2. bleiben die Versicherungsprämien überschaubar.

  • AE sagt:

    Die Argumentationen in diesem Artikel sind derart irreführend und m.M. teils nicht richtig. Dies war der schlechteste Geldblog des Jahres und nun wird er nochmals publiziert.

  • Reto Messerli sagt:

    Und wenn das Auto mit einem Leasingvertrag auf dem Namen einer Unternehmung gekauft wird, kann man wohl die Leasingrate, die Vollkaskoversicherung sowie den Unterhalt etc. durch die Unternehmung abrechnen, aber der Geschäftsführer oder betroffene Mitarbeiter kommt nicht drum herum einen Privatanteil von 9,6% pro Jahr vom Anschaffungswert zu übernehmen. Und dies kann sehr teuer werden. Also wie auch immer wird es nie Gratis !

  • R. Wenger sagt:

    Seit 65 Jahren fahre ich Auto und habe die unterschiedlichsten Wagen besessen. In zwei Belangen waren sie aber alle gleich. Es waren alles Occasionen und wenn ich das erste Mal auf die Strasse fuhr waren sie bezahlt und für mich abgeschrieben. Das Misstrauen gegen Gebrauchtwagen ist übertrieben. Mein vorheriges Fahrzeug hatte bei meinem Kauf 147 000 Km auf dem Tacho und stillgelegt habe ich es mit 500 000.

    • erich schweizer sagt:

      Stimme dem voll zu, nur wer Geld übrig hat soll sich einen Neuwagen leisten.
      Kaufe mir so alle 5-10 jahre eine Occasion für circa 5000 Franken und habe nie Probleme gehabt.

  • P. Suess sagt:

    Wenn das Auto am Ende der Laufzeit ausgekauft wird, ist Leasing nicht teurer, bzw abhängig von der Rate. Bei Seat zB gab es ein 0% Leasing, bei BMW derzeit 0.9%. Es kann also durchaus Sinn machen zu leasen, auch für Privatpersonen. Der Artikel ist irreführend.

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