So legen Junge ihr Geld clever an

Schlaue Altersvorsorge: Mit der 3. Säule sind junge Sparerinnen auf der sicheren Seite. Foto: Getty Images

Unsere Tochter (25) hat ihren Master in Psychologie abgeschlossen und arbeitet in einer Praxis. Nebenbei macht sie eine vierjährige Zusatzausbildung, die wir als Eltern mitfinanzieren. Wie kann sie die geerbten 80’000 Franken am besten anlegen? Sie hat momentan genügend Einkommen und muss das Geld nicht antasten. H.H.

Sie schreiben mir, dass Ihre Tochter das geerbte Geld vorderhand nicht braucht. Sie ist somit in der Lage, das Kapital langfristig zu investieren, was ihr einen weit grösseren Spielraum gibt, als wenn sie nur einen kurzen Anlagehorizont hätte.

In erster Linie empfehle ich gerade auch jungen Menschen, möglichst frühzeitig in die Altersvorsorge zu investieren. Das klingt auf den ersten Blick nicht gerade aufregend und liegt gerade vielen Jungen noch fern. Die gewaltigen Herausforderungen in der Altersvorsorge machen es aus meiner Sicht aber zwingend, dass man über die AHV und die Pensionskasse hinaus freiwillig einen weiteren Kapitalstock fürs Alter bildet. Der Grund: Die erste und zweite Säule werden künftig kaum mehr reichen, um später einmal den bisherigen Lebensstandard auch nur annähernd zu halten.

Angesichts der steigenden Lebenserwartung und der Probleme in der gesetzlichen Altersvorsorge gewinnt die freiwillige 3. Säule zunehmend an Bedeutung. Daher würde ich Ihrer Tochter raten, wenigstens einen Teil des Geldes für die Altersvorsorge auf die Seite zu legen und  jeweils pro Jahr den Maximalbetrag von 6768 Franken in die 3. Säule einzuzahlen. Diesen Betrag kann sie dann in der Steuererklärung in Abzug bringen und spart so auch noch Steuern.

Zusätzlich würde ich dieses 3.-Säule-Geld in Vorsorgefonds mit einem hohen Aktienanteil anlegen. Angesichts des jungen Alters bleibt dieses Geld sehr lange liegen. Kursschwankungen spielen dann kaum eine Rolle. Die Renditechancen sind aber deutlich höher, als das Geld einfach auf dem Konto liegen zu lassen, wo es kaum mehr Zins abwirft. Wichtig ist, dass sie bei der Fondswahl auf die Gebühren schaut und zum Beispiel einen kostengünstigen Vorsorgefonds mit passiver Strategie nutzt. Allein der Gebührenunterschied macht über die Jahre einiges aus.

Zu prüfen wäre weiter, ob Ihre Tochter allenfalls einen weiteren Teil des Geldes soweit möglich in ihre Pensionskasse einzahlt. Auch so würde sie die Altersvorsorge stärken und könnte den Betrag ebenfalls von den Steuern abziehen.

Einen weiteren Teil des Geldes möchte Ihre Tochter vielleicht für spätere Lebenspläne reservieren – etwa für eine mögliche Familienplanung oder den späteren Erwerb von Wohneigentum. Auch da würde ich allerdings das Geld nicht einfach auf einem Konto parkieren, welches keinen Zins abwirft, sondern ebenfalls die Renditemöglichkeiten an den Finanzmärkten nutzen. Einfach möglich ist dies etwa durch kostengünstige Exchange Traded Funds, welche an einen Aktienindex gekoppelt sind, oder ebenfalls mittels passiv geführten und damit kostengünstigen Aktienfonds.

Bei Aktienfonds trägt Ihre Tochter ein erhöhtes Schwankungsrisiko. Da sie jung ist und auch da einen langen Anlagehorizont hat, relativiert sich das Schwankungsrisiko deutlich. Dafür hat sie bessere Renditechancen. Letztlich muss sich Ihre Tochter bei der gewählten Strategie aber wohlfühlen. Als ausgebildete Psychologin weiss sie über die Wirkung von Risiken auf das Wohlbefinden Bescheid. Wenn sie mit den Schwankungsgefahren problemlos leben kann, macht ein hoher oder erhöhter Aktienanteil für einen jungen Menschen Sinn.

Falls Sie aber eher schlecht schlafen würde, wenn es an den Märkten mal runter geht, würde ich ihr eine konservativere Strategie empfehlen. Die beste Anlage ist aus meiner Sicht ohnehin jene in die Altersvorsorge. Sie bringt über die reine Rendite hinaus steuerliche Vorteile und schafft zusätzliche Sicherheit fürs Alter. Auch wenn dieses für Ihre Tochter noch in weiter Ferne ist, halte ich es für ratsam, bereits in jungen Jahren für den dritten Lebensabschnitt vorzusorgen, zumal es in späteren Lebensphasen, etwa mit einer Familie, oft schwieriger ist, regelmässig freiwillig im Rahmen der 3. Säule zu sparen.