Bei Fondswechsel die Gebühren vergleichen

Aktiv gemanagte Fonds der UBS: Die Gebühren fressen die Rendite weg. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Aktiv gemanagte Fonds der UBS: Die Gebühren fressen die Rendite weg. Foto: Gaetan Bally/Keystone

Wir haben einen grösseren Betrag im Fonds UBS Equity Fund Switzerland (CHF). Wie hoch ist das Risiko? Unser Bankberater empfiehlt uns jetzt, diesen Fonds mit dem UBS Global Income Equity Fund (CHF hedged) auszutauschen. Was raten Sie mir? B. P.

Zunächst zum Risiko: Bei beiden Fonds gehen Sie ein erhebliches Risiko ein, denn es sind beides Aktienfonds, die naturgemäss stärkeren Schwankungen ausgesetzt sind. Eine Diversifikation auf verschiedene Anlageklassen wie Obligationen, Rohstoffe oder Immobilien, welche das Gesamtrisiko abfedern könnten, wie man es von Strategiefonds kennt, fehlt. Sie setzen mit diesen Vehikeln somit voll auf Aktien. Das ist renditemässig attraktiv, beinhaltet aber höhere Risiken, als wenn Sie etwa auf einen Anleihenfonds setzen.

Im positiven Börsenumfeld fahren Sie mit reinen Aktienfonds gut. Wenn es an den Aktienmärkten aber runter geht, schlägt das voll auf Ihre Fonds durch. Der erste Fonds, der UBS Equity Fund Switzerland (CHF) fokussiert sich, wie es der Name sagt, breit diversifiziert auf Schweizer Aktien. Es ist ein aktiv geführter Fonds, bei dem die Fondsmanager versuchen, besser als der Markt abzuschneiden. Zu den grössten Positionen des Fonds zählen die bekannten Schweizer Blue Chips Novartis, Nestlé und Roche, aber auch grosskapitalisierte Titel wie UBS, Zürich, Richemont, Swiss Life, Geberit, Adecco und Lonza. Der Fonds bildet zwar den SMI nicht wie ein passiver Fonds ab, dennoch führt die starke Gewichtung der grosskapitalisierten Fonds dazu, dass Sie ebenfalls mit Rückschlägen konfrontiert sind, wenn der SMI deutlich nachgibt.

Im laufenden Jahr weist der Fonds eine erfreuliche Entwicklung aus, im letzten Jahr indes war sie negativ. Über die letzten fünf Jahre betrug die Performance durchschnittlich über zehn Prozent. Zusätzlich profitieren Sie von einer Ausschüttung von zuletzt 8.43 Franken.

Der zweite Fonds, der UBS Global Income Equity (CHF hedged) setzt ebenfalls praktisch voll auf Aktien und investiert international breit diversifiziert in Papiere von grosskapitalisierten Gesellschaften in entwickelten Märkten und Schwellenländern weltweit. Auch dieser Fonds ist aktiv verwaltet und die Fondsmanager streben einen überdurchschnittlichen Aktienertrag an, was in erster Linie über Aktien mit hoher Dividende möglich ist.

Das Währungsrisiko ist gegenüber dem Schweizer Franken abgesichert, was es allerdings nicht gratis gibt. Im letzten Jahr entwickelte sich dieser Fonds besser als Ihr Schweizer Aktienfonds, in diesem Jahr indes schlechter, aber dennoch im Plus. Deutliche Unterschiede gibt es indes bei den Kosten: Mit einer Kostenkennziffer TER von 1,87 Prozent ist der weltweit diversifizierte Aktienfonds, der Ihnen Ihr Bankberater neu empfiehlt, fast doppelt so teuer wie der Schweizer Aktienfonds. Sie zahlen somit mehr Gebühren, was bei Ihrer Rendite weggeht.

Ein Wechsel aus dem Schweizer Aktienfonds zum international diversifizierten Aktienfonds ist für Sie nicht zwingend von Vorteil. Zwar haben Sie weltweit eine breitere Diversifikation, gleichzeitig aber höhere Gebühren. Daher macht für mich dieser Schritt wenig Sinn, zumal keine höhere Rendite garantiert ist. Vom Wechsel profitiert in erster Linie die Bank.

Allerdings muss ein Wechsel im Rahmen einer ganzheitlichen Anlagestrategie beurteilt werden. Wenn Sie Ihr übriges Geld sehr konservativ angelegt haben, sieht die Risikobeurteilung anders aus, als wenn Sie alles Geld nur in diesen Fonds investiert hätten. Der Fonds muss in die Strategie eingebettet sein. Sie müssen sich genau überlegen, welche Risiken Sie mit Ihrem Geld eingehen möchten und können. Mit beiden Fonds sind die Risiken keineswegs gering. Sie haben höhere Renditemöglichkeiten als mit klassischen Strategie- oder Anleihenfonds.

Dafür aber müssen Sie bereit sein, das Kapital wenigstens fünf Jahre liegen zu lassen und stärkere Kursschwankungen auszuhalten. Eine mögliche Alternative sind Exchange Traded Funds (ETFs), passiv geführte Fonds, welche an einen Aktienindex wie den SMI gebunden sind. Damit würden Sie wohl eine ähnliche Performance erreichen, aber deutlich weniger Kosten zahlen. Die Risiken bleiben aber ebenfalls hoch.

3 Kommentare zu «Bei Fondswechsel die Gebühren vergleichen»

  • Karl-Heinz sagt:

    Ich benutze einschlägige „Fondsfilter“. Durch eingabe der entsprechenden Parameter wie Langzeitentwicklung, Währung, Fondskosten, Volatilität usw. kann ich mir nach meinem Profil die entsprechenden Papiere heraussuchen.
    Gerade bei so manchen gross beworbenen Titeln reicht ein kurzer Blick um weiterzublättern.

  • R. Wenger sagt:

    Langfristig setze ich voll auf Aktien. Keine Fonds, weil ich den Ertrag nicht mit den Fonds-Manager teilen will. Die Börse ist wie ein Paternoster. Durch den Keller fahren ist nicht gefährlich, man darf nur keine Angst haben. Wichtig ist, ein Klumpenrisiko zu vermeiden. Der aktuelle Kurs interessiert mich nur beim Kauf/Verkauf eines Valors. Wichtiger sind mir regelmässige Dividenden-Erträge.

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