Hypothek vor der Pensionierung abzahlen?

Hypotheken: Kürzere Fristen für die Amortisation. Foto: Bruno Schlatter

Hypotheken: Kürzere Fristen für die Amortisation. Foto: Bruno Schlatter

Ich bin 67 und habe seit Jahren eine Hypothek von 300’000 Franken. Bei der Gebäudeversicherung ist die Liegenschaft für 800’000 Franken versichert. Doch jetzt hat mir die Bank die Hypothek gekündigt. Was soll ich tun? L.S.

Mit Ihrem Problem sind Sie nicht alleine: Viele Banken haben die Hypothekenverträge mit Rentnerinnen und Rentnern überprüft und verfolgen eine im Vergleich zu früher weit restriktivere Praxis, wenn es darum geht, eine bestehende Finanzierung zu erneuern. Nicht selten verlangen die Institute von den Pensionierten eine Teilamortisation des Kredites. In einigen Fällen, wie bei Ihnen, kommt es gar zur Kündigung.

Hintergrund der strengeren Vergabepraxis für Hypotheken an ältere Menschen sind die verschärften Tragbarkeitsregeln. Die von der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht (Finma) genehmigten Regeln der Schweizerischen Bankiervereinigung beinhalten kürzere Fristen für die Amortisation, ein Niederstwertprinzip, bei dem der tiefere Wert von Marktwert und Kaufpreis entscheidend ist, und strengere Standards bei der Einkommensanrechnung.

Problem bei der Einkommensrechnung

Gemäss den von Banken angewandten Regeln ist eine Hypothek tragbar, sofern die gesamten Kosten für das Haus und Wohnen nicht mehr als ein Drittel des Einkommens ausmachen. Ausserdem muss man wenigstens ein Fünftel Eigenkapital in die Hypothek einbringen. Letzteres ist bei Ihnen gegeben.

Ein Problem dürfte aber die Einkommensanrechnung beinhalten. Sie schreiben mir, dass Sie den aktuellen Hypozins problemlos zahlen können. Bei der Berechnung der Tragbarkeit ziehen die Banken aber nicht die momentan sehr tiefen Hypozinsen bei, sondern setzen weit höhere Sätze ein. Konkret wird in der Regel ein theoretischer Hypozins von fünf Prozent pro Jahr eingesetzt. Dazu kommen ein Prozent für die Nebenkosten und Renovationen sowie die Rückstellung für Amortisationen.

Ihre bestehende Hypothek kostet gemäss dem theoretischen Zins von sechs Prozent somit weit mehr, als Sie bis jetzt tatsächlich zahlen. Falls Sie, wie ich annehmen muss, nur eine geringe Rente haben, dürfte die Bank die Tragbarkeit infrage stellen. Wenn die Bank zum Schluss kommt, dass die Tragbarkeit nicht mehr gegeben ist, darf sie selbst eine erste Hypothek kündigen. Sie muss sich lediglich an die vertraglich vereinbarten Kündigungsfristen halten.

Störende Bankenpraxis

Natürlich rate ich Ihnen, mit Konkurrenzbanken zu sprechen und auszuloten, ob diese die bestehende Hypothek erneuern. Offenbar haben Sie dies bereits getan, aber von mehreren Seiten Absagen bekommen. Dies bestärkt mich in der Vermutung, dass Sie die Tragbarkeitsregeln der Bankiervereinigung nicht mehr erfüllen.

Persönlich finde ich es sehr störend, wenn Banken Kunden, von denen sie während Jahren Zinsen einkassierten, die Hypothek künden, sobald diese im Pensionsalter sind. Faktisch heisst dies, dass man langjährige Kunden plötzlich im Regen stehen lässt, obwohl diese die Zinsen immer brav bezahlt hatten. Genau darum rate ich älteren Menschen in Hinblick auf die Pensionierung, ihre Hypotheken möglichst zu amortisieren.

Leider kann ich Ihnen nur empfehlen, mit weiteren Banken und Versicherungen Kontakt aufzunehmen und ein Institut zu suchen, welches vielleicht doch bereit ist, eine Finanzierung zu übernehmen. Da die meisten Banken gemäss den Standards der Bankiervereinigung handeln, bin ich in Ihrem Fall ehrlicherweise eher skeptisch, ob es klappt. Falls Sie die Liegenschaft nicht verkaufen möchten, müssten Sie versuchen, über alternative Wege eine Finanzierung zu suchen – zum Beispiel über einen Kredit aus Ihrem Verwandten- oder Freundeskreis oder über Crowdfunding bzw. Crowdlending. Auch dies ist nicht einfach, aber eine Möglichkeit, um unabhängig von Banken vielleicht doch noch eine Finanzierung zu ermöglichen.

132 Kommentare zu «Hypothek vor der Pensionierung abzahlen?»

  • Max Bernard sagt:

    Offenbar brauchen die Banken das als Hypothekarkredit vergebene Geld für spekulative Geschäfte, die ihnen mehr einbringen. Denn die hier für die Tragbarkeitsberechnung angenommenen 5% Zinsen haben mit der Realität der aktuellen Zinsen nicht das Geringste zu tun. D. h. man kündigt Kredite aufgrund von Zinsen, die überhaupt nicht gegeben, sondern reine Fantasiezinsen sind. Ein Geschäftsmodell, abgesegnet von Finma und Bundesrat auf Kosten von Rentnern.

    • Gerhard Engler sagt:

      Wenn das der Grund wäre, dann hätten nicht nur Rentner solche Probleme, sondern alle Hypothekarkredit-Nehmer.

      • JoeCH sagt:

        Haben sie auch. Dass ist aber insofern (noch) nicht so schlimm, da es sich dabei meist um Leute handelt die noch Mieter sind und dann einfach in Miete bleiben müssen weil Eigentum nicht finanziert werden kann. Dann ändert sich nichts drastisches.
        Wenn dann aber plötzlich eine ganze Generation in die Rente kommt und sich die Fälle häufen, könnten einige Notverkäufe notwendig werden, was wiederum die Preise und damit den Schätzwert der Liegenschaften heruntersetzt. Dadurch muss mehr amortisiert werden was wiederum weitere Eigenheimbesitzer unter Zugzwang bringt, von denen wieder einige verkaufen müssen und somit weitere Objekte auf den Markt kommen…… Und plötzlich implodiert die Situation mit unseren überteuerten Immobilien.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Sie widersprechen sich: wenn Hypothek und Vermögen verrechnet werden, bleibt kein Geld für „spekulative“ Geschäfte übrig. Die Spekulationen der Banken wurden über die höheren Eigenkapital-Vorschriften schon lange eingedämmt. Es ist auch nicht so, dass Finma und Bundesrat einem „Geschäftsmodell“ zugestimmt haben. Nein. Bundesrat und Finma haben diese Berechnung der Zinslast-Tragung auf Basis der 6% eingeführt und gegen den Willen der Banken beschlossen.
      Sie sehen immer noch bloss die Banken als die Bösen an. Dabei ist es die Politik, die uns verrät. Sie brummt uns die Kosten des nächsten Finanz-Crashs bereits heute auf! Das ist das Perfide: die Banken sind immer noch die Bösen, also sind alle neuen Regeln gut. Dieser Schwachsinn wird uns von der Politik seit Jahren verkauft.

    • Roland Kull sagt:

      Nicht ganz richtig, Hypotheken kosten für die Banken relativ viel Geld, denn es müssen Eigenmittel unterlegt werden. Dies umgeht man dieser Tage, indem man „Qualitätsbündel“ schnürt diese verbrieft und dann an institutionelle Anleger zwecks Anlagealternativen, zu den derzeit tiefen Zinsen, offeriert. Bedeutet, das versucht man natürlich mities mit dem gesamten Portfolio zu machen, damit die Eigenmittelunterlegung weg fällt – daher wird die Qualität der Schuldner genauer geprüft. Wir kennen das Ganze ja bereits siehe USA -> Immocrash. Es bleibt zu hoffen, dass wir hier nicht dieselben Fehler wie die USA machen. Die Erfahrung wird es zeigen – leider auch das, dass der Mensch nie aus aus Fehlern lernt. Ihnen bleibt nichts anderes , als eine Bank zu suchen, die dies (noch) nicht macht.

  • Peter Meister sagt:

    Machen Sie die Hypo bei einer richtigen Bank, dann passiert das nicht. Die Billiganbieter haben da keinen Skrupel.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Es passiert bei jeder Bank, welche die Vorgaben von Bundesrat und Finma erfüllt. Das ist ja das Idiotische: in Zukunft werden Schweizer vermehrt ihre Hypotheken im Ausland aufnehmen müssen, weil ihnen die Politik im Inland dies verunmöglicht. Die Vollgeld-Initiative würde dem dann noch die Krone aufsetzen und die Ausland-Schulden der Schweizer in die Höhe treiben.
      Statt dass wir die Folgen von Finanzmarkt-Crashes auf die grossen Einkommen abwälzen (Stichwort Direkte Bundessteuer sollte dafür bezahlen!), verändert man die Kreditsprechung, worauf vor allem der Durchschnitts-Bürger ein Problem bekommt. Heute bezahlen wir für die Spekulanten und Kapitalgeber. Die Politik hat uns mit ihren Finanz-Regeln über den Tisch gezogen und wir haben dabei auch noch applaudiert, wir Idioten.

      • Manuel sagt:

        hahaha.. dann nehmen Sie doch eine Hypothek in Frankreich, Italien oder Deutschland auf – diese MÜSSEN sie laut den dortigen gesetzten jedoch innerhalb von 20 Jahren VOLLSTÄNDIG Amortisiert haben. Der Schuss würde ganz gewaltig nach hinten losgehen.. aber sie kennen das System angeblich ja…

      • Gerhard Fenner sagt:

        Das Selbe gilt auch für den automatischen Informationsaustausch bei den Steuern. Die kleinen Leute mit einem Häuschenihrer Grosseltern aus den 60er Jahren in Italien oder Spanien werden nun vom schweizerischen Fiskus zur Kasse gebeten, wärend die Steueroptimierung bzw. Steuerhinterziehung von Konzernen und Celebrity’s (Paradise Papers) fröhlich weiter geht.

    • Karin sagt:

      Leider ist das gerade bei „richtigen“, sprich Grossbanken die gängige Praxis.

  • Martin Mayer sagt:

    Immerhin sind die Immobilienpreise noch auf Höchststand. Da kommt der Rentner noch einmal mit einen blauen Auge davon. Selbst schuld wenn man die Schulden in all den Jahren nicht abbaut. Mit 65 hat die Hypothek auf 0 zu sein.
    Aber Dank stehenlassen der Hypo hat er sicher Unsummen an Steuern gespart.

  • Nick sagt:

    Die Banken sind gewiss nicht traurig wenn auf diese Weise ein paar zusätzliche Transaktionen am Markt generiert werden. Vom halten der Vermögenswerte profitieren die viel weniger.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Das ist Unsinn. Die Vermögensverwaltung ist der grosse Ertragsbringer der Banken. Die Zinsdifferenz auf der Hypothek ein weiterer. Mit der Verrechnung von Vermögen und Hypothek verdienen die Banken hinterher weit weniger als vorher. Sie machen es ja auch nicht freiwillig, sondern aufgrun der Vorgaben von Bundesrat und Finma.

  • Adrian Eichenberger sagt:

    Ich verstehe das Sysem nicht. Warum ist es nicht möglich eine 10-järige Hypothek abzuschliessen, mit der Verpflichtung das Haus am Ende der Laufzeit zu verkaufen? Damit wär doch allen gedient.

  • Ueli sagt:

    Die Finma hat hier eine Mitverantwortung.

    Die Banken sollen mit ihrem Namen für derartigen Verhalten an den Pranger gestellt werden, und konsumentenschutzorganisationen sollten sich mehr mit den Banken auseinandersetzen.

  • Germi sagt:

    An alle Bankenbasher hier. Lest den Artikel nochmal, und dann noch ein mal. Die FINMA macht die Vorgaben für die Tragbarkeitsregeln. NICHT die Banken. Die Banken setzen die Regeln um, welche von der POLITIK der FINMA augezwungen werden.

  • Schadegger sagt:

    Bei mir war es grad umgekehrt: d. Bank hat zwecks Renov.arbeiten d. Hypothek problemlos erhöht, obschon ich pensioniert bin.

  • Stefan W. sagt:

    Ist es nicht ein wenig irrational von der Finanzmarktaufsicht, vom Hausbesitzer zu verlangen, dass die Wohnkosten nicht mehr als ein Drittel des Einkommens ausmachen, und ihn dadurch in eine Mietwohnung zu zu zwingen, die ihn zwei Drittel seines Einkommens kostet?

    • Mario sagt:

      Genau dort fängt der Schwachsinn an der nur in Bern behoben werden kann. Die Politiker sollen bitte Erwachen.

      • Leo Schmidli sagt:

        Ein weiteres Problem: Ein Drittel wovon? Von CHF 60’000 Einkommen? Was ist, wenn ich CHF 200’000 verdiene, meine Wohnkosten aber CHF 100’000 (Zins+Amortisation) betragen? Bin ich dann nicht kreditwürdig?

  • Rolf Rothacher sagt:

    Ich verstehe Martin Spieler nicht. Er schreibt, als wenn die Banken freiwillig die Tragbarkeitsregeln anwenden würden. Dabei war es der Bundesrat, die SNB und die Finma, welche stets strengere Vergaberegeln verlangten und so z.B. auch den Zugang zum Säule II Konto erschwerte.
    Die Banken haben nicht freiwillig die Kreditvergabe-Praxis verschärft, sondern auf Druck der Politik. Erst kürzlich hat sich z.B. die Raiffeisenbank doch darüber beschwert. Doch Bundesrat, SNB und Finma drücken nun einmal die härteren Bestimmungen beim Volk durch, weil sie so glauben, einen Schulden-Kollaps bei der nächsten Rezession verhindern zu können.
    Der „Kleine“ trägt nun das, was man Finanzmarkt-Stabilität nennt (und weiterhin nicht die grossen Vermögen und Einkommen). Eine umgekehrte Welt.

    • Hans Hödli sagt:

      Quatsch. SNB und Finma sind die höchsten Befehlsorgane der Banken, also haben die sich das selbst auferlegt. Sonst empfehle ich den Geschäftsbanken halt für ein Free Banking zu lobbyieren und sich für eine Abschaffung der SNB einzusetzen.

    • Hans Hödli sagt:

      SNB und Finma sind oberste Bankenchefs. Sollen doch die Geschäftsbanken für ein Free Banking lobbyieren und die SNB abschaffen lassen, dann ist das Problem gelöst.

  • Theo sagt:

    Ich finde das Verhalten der Banken und die Vorgaben der Finma haarsträubend. Eine riesen Sauerei ! Jahrelang ist man recht, um Hypozinsen zu zahlen, dann wird man wie Mist behandelt. Wenn man das Haus aufgeben muss fällt in einem Mietobjekt der Mietzins oft höher aus als die Hypo vorher war. Das verfügbare Einkommen ist aber noch dasselbe. Das bedeutet Verzicht oder der Gang zur Sozialbehörde. Kurzfassung: Die Sozialbehörde finanziert die Gier der Banken.

  • Karl-Heinz sagt:

    Ich hatte im Alter von 28 Jahren ein Haus gekauft. Um meine Familie nicht zu gefährden hatte ich eine Riskolebensversicherung abgeschlossen. Daraufhin wurden sämtliche Ausgaben ständig auf Notwendigkeit überprüft und Luxus vermieden. Der Fokus lag auf Tilgung der Hypothek. Im Alter von 50 Jahren war das Haus abbezahlt. Ich kann nur zur Nachahmung raten. Führen sie ein Haushaltsbuch und handeln sie kaufmännisch. Vermeiden sie Luxus, Gadgets und Gimmicks, tilgen sie zügig.

    • Erler sagt:

      Bisher konnte ich wenigstens die Zinsen vom Eigenmietwert absetzen und mein Erspartes anderweitig verwenden. Nach Abzahlung der Hypothek greift der Eigenmietwert voll. Wenn man schon eine Beschränkung für die Banken einführt sollte man auch entsprechend den Eigenmietwert streichen……

    • Renata Rubina Rolischo sagt:

      Richtig – ABZAHLEN, sonst ist das Haus früher oder später zu teuer – und wenn es, wie in diesem Fall, erst bei der Pensionierung ist. So brutal es scheinen mag: es ist auch richtig: Wer sich die letzten Jahre nicht darauf vorbereitet hat, nicht wusste, was ihm blüht, war etwas gar leichtsinnig. Wer nicht abzahlen kann, der kann sich – realistisch – das Haus eben nicht leisten. Ob zu den heute aufgerufenen Preisen nicht, oder zum damals bezahlten – beides nicht.

      Übrigens: die Unterhaltskosten und Rückstellungen werden nicht als Prozentsatz der Hypothek berechnet, sondern vom Gebäudewert. Das ist, wenn schon anteilig amortisiert wurde, deutlich mehr als 1% der (Rest-)Hypothek. Macht dann kalkulatorisch nicht 5, nicht 6, sondern mehr Prozentpunkte.

      • Peter Aletsch sagt:

        „Wer nicht abzahlen kann, der kann sich – realistisch – das Haus eben nicht leisten. Wer nicht abzahlen kann, der kann sich – realistisch – das Haus eben nicht leisten. “ Stimmt doch nicht. Der Kredit ist ja meistens übergedeckt durch den realen Wert des Hauses, und denn dann müsste jeder bis zu einer Million sich absparen, worauf er gegen Lebensende auf einer schlecht verflüssigbaren In-Mobilisierbar-Million hockt. Und die Erben lachen. Ein anderer Grund fürs Nichtabzahlen: höhere Profite an Finanzmärkten, als die Hypothek kostet.

      • Alfred M. sagt:

        Richtig; und wer nicht in der Lage ist, in 20-30 Jahren eine kleine Million zu sparen (die heute ein EFH in der Region Zürich schnell mal kostet) der kann ja Mieter bleiben. Und wenn er dann als Rentner mit der AHV nicht mehr auskommt und die CHF 2’500.00 Miete (Region Zch) nicht mehr bezahlen kann, bleibt ja immer noch das Sozialamt…
        Meine Eltern (88 Jahre) können sich mit ihrer Rente die Eigentumswohnung nur leisten, weil sie eine Hypothekarbelastung und NK von nicht mal CHF 1’000.–/Mt. haben. Und sie haben eine tolle Bank, die eine intelligente Lösung offeriert hat, um die Hypothek auch heute noch führen zu können, auch wenn die kalkulatorische Tragbarkeit nicht aufgehen würde.

      • Gerhard Fenner sagt:

        So oder so sind Sie der Dummn. Wenn die Liegenschaft vollständig amortisiert ist, wird sich der Fiskus am Eigenmietwert erfreuen. Der staatstragende Mittelstand wird zur Kasse gebeten. Und wundern Sie sich bitte nicht, wenn Sie mit einer amortisierten Liegenschaft unter dieser Steuerlast plötzlich AHV-Ergänzungsleistungen beantragen sollten? Was dann passiert?

      • Helena sagt:

        Abzahlen, und dann am Eigenmietwert zugrundegehen, weil man keine Schulden mehr von den Steuern abzahlen kann?

      • Helena sagt:

        Natürlich sollte es «abziehen kann» heissen 😉

      • J. Wigger sagt:

        Erstaunlich, wie hartnäckig sich das Märchen hält, es sei günstiger, die Hypothek allein wegen des Steuerabzugs zu halten. Abzahlen – falls man kann – lohnt sich immer! Sie zahlen zwar etwas mehr Steuern, dafür weniger oder keine Hypozinsen mehr. Unter dem Strich fahren Sie mit Abzahlen in jedem Fall besser. Rechnen Sie es mal durch!
        Dazu kommt noch, dass Sie das Geld möglicherweise lieber der Gemeinschaft in Form von Steuern als der Bank nach werfen möchten. Bei mir jedenfalls war dies auch ein Kriterium.

    • Roland Heiner sagt:

      Das ist im Prinzp richtig, aber der Staat bestraft die Rentner mit dem Eigenmietwert. Vor allem, wenn man sein Haus an einer Lage gebaut hatte, die sich durch rege Bautätigkeit aufwertete. Alle 5 oder 10 Jahre wird man reicher und mus mehr Einkommen versteuern, obwohl die Renten nicht gestiegen sind.
      Die Politiker sind gefordert, auch die SP! Der Eigenmietwert muss abgeschafft werden. Eine grosse Yacht kostet zwischen 300’000 und 1’000’000 dafür muss auch kein Eigenmietwert bezahlt werden, genau wie für ein Bild von Hodler oder Picasso!

    • Pjotr Müller sagt:

      Ich finde Ihre Tipps löblich. Hoffen Sie aber darauf, dass Sie nie pflegebedürftig werden, dann dann nützt Ihnen die besonnene Lebensweise wenig – zuerst geht das Spargeld drauf, danach das Haus.
      Von diesem Schicksal sind Sie nur bewahrt, wenn Sie bis zum Tod gesund bleiben, oder es zum mehrfachen Millionär gebracht haben.
      Jetzt wissen Sie auch, warum es in unserem Land noch keine Pflegeversicherung gibt und eine solche auch nicht auf dem Radar unserer von reichen dominierten Politik steht.

  • Kurt Bächtiger sagt:

    Versuchen Haus zu verkaufen und auszuwandern und dieses rentnerfeindliche Land Schweiz zu verlassen. Gehen Sie nach Spanien und geniessen Sie die Sonne, das gesunde Klima und die tieferen Lebenskosten. Sie werden dort viele Schweizerinnen und Schweizer finden denen das gleiche wie Ihnen passiert ist. Die meisten haben dort ein Haus mit Swimmingpool und sind froh und glücklich nicht mehr in der Schweiz leben zu müssen. Falls Sie Kinder und Enkelkinder haben, die kommen gerne in den Ferien nach Spanien. Es gibt besonders in Spanien etliche Schweizer-Clubs um Anschluss zu finden. Suchen Sie im Internet. Vorerst mit Ihrer Krankenkasse abklären ob und wie Sie versichert bleiben können. Viel Glück.

  • Walpuraga Müller-Schmidt sagt:

    Hier zeigt sich wie krank das CH Hypotheken-System ist: ein 67 jähriger glaubt es reicht, wenn er bis an sein Lebensende lediglich die Zinsen als eine Art „niedrige Miete“ an die Bank abführt. Kredite ammortisieren? Warum auch, denn man kann ja Steuern sparen. Durch die steuerliche Subvention von „nicht Abbezahlen“ hat der Staat ein leistungs- und risikoloses Einkommen für die Banken geschaffen und die CH Bürger fallen reihenweise auf dieses Modell herein in dem Sie Jahrzehnte „Steuern sparen“, um dann am Ende das Haus zu verlieren. Würde man sich die Kredite in der CH mal unter dem Gesichtspunkt „vollständige Ammortisation“ ansehen, dann hätten wir sofort eine Hypotheken-Krise. Aber die kommt zum Glück sowieso irgendwann…

  • Peter Hauser sagt:

    Wenn das Haus einen ungefähren Marktwert von 800’000 CHF Wert hat und die Hypothek nur 300’000 CHF beträgt, wo liegt da genau das Problem ? Selbst in einer grossen Immo-Krise dürfte das Haus für 300’000 CHF verkauft werden können, da spielt doch die Tragbarkeit eine untergeordnete Rolle, solange sie noch irgendwie gegeben ist (sprich, die Einkünfte sind höher als die Zinskosten). Offensichtlich ist dieser Herr kein wichtiger Kunde und irgend ein Riskindikator ist dann rot (was wiederum auf irgendeiner Balanced Scorcard unschön aussieht). Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass der Regulator Banken zwingt in solchen Fällen, den Vertrag zu künden. Banken neigen dazu, regulatorisch Vorgaben – die immer Interpretationsspielraum lassen – für unwichtige Kunden sehr strikt auszulegen.

    • Gerhard Fenner sagt:

      Es ist auch ein Problem, dass AHV-Renten nicht Pfändbar sind. Als AHV-Rentner können sie nicht einmal ein Auto leasen. Wenn sie die Hypothek nicht mehr befriedigen können, wird eine Betreibung für die Bank schwierig, wenn sie nur von der AHV-Rente leben. Deshalb künden die Banken die Hypotheken wenn sie 67 Jahre alt sind!!! Aber dieser Fakt wird ja nicht öffentlich behandelt.

  • Jacqueline Gafner sagt:

    Vorweg die Feststellung, dass diese mit der FINMA abgesprochene neue Bankenpraxis mehr als nur störend ist, wenn sie langjährige Kunden betrifft, die ihren Hypothekarkredit stets anstandslos bedient haben und weiter bedienen. – Falls es dem Betroffenen vorab darum geht, weiterhin in seinem Haus wohnen bleiben zu können, würde ich ihm raten, sich auch einmal Gedanken zu einem Wohnrecht oder einer Nutzniessung zu machen, speziell, wenn er Nachkommen haben sollte. Als Einstieg ins Thema könnte ein – im Netz auffindbarer – Artikel des „Beobachter“ dienen (Stichworte „Beobachter“, „Wohnrecht“, „Nutzniessung“ in Suchmaschine eingeben). Sich nicht entmutigen lassen, die naheliegendsten Lösungen sind nicht immer die einzig möglichen.

  • Roland Boesch sagt:

    Seeehr stossend die ganze Sache! Vor allem bei Pensionierten, die beispielsweise eine Hypothek im langen Bereich (10 Jahre) aufnehmen. Wo soll hier ein Risiko für die Bank bestehen? Der Zins ist ja gerade im Hinblick auf die Planungssicherheit fixiert und am Einkommen ändert sich ja auch nichts mehr. Also, wo ist das „Risiko“? Das „Marktrisiko“, d.h. das Risiko, dass sich am Immobilienmarkt die Preise nach unten bewegen, ist ja bereits mit dem Belehnungswert abgedeckt. Wenn es nun nur noch um das „Zinsrisiko“ geht, ist diese „Lösung“ (5%+1%) für alle Pensionierten ein absoluter Irrwitz.

    • Beat Müller sagt:

      Das Problem ist die Finma, die dann der Bank auf die Finger haut. Raiffeisen wollte für Ersterwerber genau sowas machen (10 bis 15 Jahre fix, 2% amortisieren in der Zeit, d.h. nach Bindung des Zinses wäre Hypo und Belehnung tief gewesen und Tragbarkeit mit 5% voll gegeben). Und prompt kam die Finma…

  • Benjamin Zibble sagt:

    Eure so beliebten liberalisierten Märkte fliegen euch allen um die Ohren und dank jahrelanger indoktrination fällt kaum mehr auf wie Ethik, Moral, Soziales und Humanes denken und handeln eliminiert wurden. Warum lassen Wir, hw. diese neoliberalen politischen Mehrheiten, zu das einem Unternehmen derart viele Rechte zugestanden werden??? Klar ist das der neoliberale Staat Eigentum und Profite zu schützen hat aber nicht individuelle Existenzen. Eigentum gehört und Eigentümer ist in diesem beschriebenen Fall immer noch der Kreditgeber und der kann von Beginn an alles tun mit seinem staatlich geschützten Eigentum. Eigentum in einem neoliberalen Staat ist beinahe all umfassend und diktiert grosse Bereiche unseres Lebens, doch die wenigsten Menschen sind Eigentümer.

    • Leo Schmidli sagt:

      Legen Sie Sich wieder hin!
      Wenn die Tragbarkeitsberechnung von oben vorgegeben wird und zwingend eingehalten werden muss, ohne auf individuelle Fälle einzugehen, dann hat das wohl kaum etwas mit „liberal“ zu tun!

  • Bruno Weber sagt:

    1. Wer hat die strengeren Regeln des Bundesrates verursacht? Was war der Anlass?
    2. Wenn jemand Probleme mit der Hypothek hat, kann er jederzeit bei der Bank „Sparhafen“ in Zürich eine neue abschliessen. 65% des Liegenschaftenwertes werden so belehnt.
    3. Es ist höchste Zeit diesen dubiosen Eigenmietwert (was das auch immer heissen sollte) abzuschaffen, das gibt im Alter wieder „Luft“.

  • Zufferey Marcel sagt:

    Ich kenne Paare, deren Miete bereits einen Drittel des Haushaltseinkommens beträgt. Bei der Hypovergabe kommt dann noch der Unterhalt hinzu, der 1% des Marktwerts beträgt. Wer seine Wohnung oder sein Haus also schon vor Jahren gekauft hat, kann heute wegen des z. T. erheblichen Mehrwerts und der damit verbundenen Unterhaltkosten (die ja niemals proportional zum Verkehrswert steigen!) Schwierigkeiten bei der Erneuerung seiner Hypothek bekommen. Dieses eine rechnerische Prozent Unterhalt spielt in diesen Fällen dann das Zünglein an der Waage- je nach Haushaltseinkommen hat.

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