Roche-Aktien trotz Durststrecke behalten

Roche-Labor: Neue, interessante Produkte sind gefordert. Foto: Getty

Roche-Labor in Basel: Neue, interessante Produkte sind gefordert. Foto: Getty

Ich habe Anfang 2016 Roche-Aktien gekauft. Diese sind 2016 leicht gestiegen. 2017 sind sie im Wert gefallen, und in den letzten Tagen ging es noch stärker bergab. Ich frage mich, warum, denn trotz dem Generikahype hat doch Roche bis heute gute Betriebskennzahlen und einige interessante Produkte in der Pipeline. Wie soll ich mich verhalten: verkaufen, halten oder gar zukaufen? Der Wertverlust der Aktien ist für mich zweitrangig. Ich halte die Roche-Aktien wegen der Dividende. C.S.

Kurzfristig hat Roche zweifellos ein Problem: Aufgrund verschiedener Nachahmerprodukte von Konkurrenten könnte der Umsatz des Basler Pharmariesen weiter unter Druck geraten. Exemplarisch ist die Entwicklung beim wichtigen Roche-Medikament Rituxan/Mabthera in Europa. Hier dürfen Nachahmerprodukte die Verkäufe bremsen. Da die Generikakonkurrenz brutal ist und sogar noch zunimmt, könnten die diesbezüglichen Umsätze weit stärker als bisher angenommen abnehmen. Darum muss Roche nun so rasch wie möglich mit neuen, interessanten Produkten auf den Markt kommen. Nur mittels Neulancierungen und Produktinnovationen dürften die Ausfälle aufgrund der Generika kompensiert werden.

Tatsächlich hat Roche eine attraktive Pipeline. Diese ist aber immer mit grossen Unsicherheiten verbunden. Längst nicht alle Produktekandidaten erweisen sich später als erfolgreich. Diese Ängste der Investoren vor der steigenden Konkurrenz von Generikaprodukten für Roche sind denn auch der Hauptgrund, warum sich die Roche-Genussscheine seit einiger Zeit im Rückwärtsgang bewegen. Dies wirkt auf den ersten Blick irritierend, da Roche mit den operativen Zahlen die Markterwartungen erfüllt und teilweise sogar übertroffen hat. Weil die Börse von der Zukunft lebt und Aktienkurse die künftigen Erwartungen widerspiegeln, sind einige Investoren im Zuge der Befürchtungen, die Generika könnten die Umsätze weiter belasten, auf Distanz gegangen.

Margen dürften unter Druck bleiben

Immerhin macht Roche-CEO Severin Schwan Hoffnung und verspricht, dass die Einbussen durch die Nachahmerprodukte im Jahr 2018 durch weiter ansteigende Verkäufe neuer Medikamente kompensiert werden können. Tendenziell erwarte ich künftig bei Roche nicht nur einen Druck auf den Umsatz, sondern auch auf die Margen. Neue Produkte müssen zuerst mittels aufwendiger Marketingaktionen lanciert werden. Das kostet viel Geld und drückt die Marge.

Ich zweifle daher, dass Roche die sinkenden Umsätze bei margenstarken Produkten aufgrund der Generika auch bei der Marge mittels Neulancierungen ausgleichen kann. Sie müssen somit damit rechnen, dass die Margen bei Roche in nächster Zeit weiter unter Druck bleiben, was für die Kursentwicklung der Roche-Genussscheine nicht gerade förderlich ist.

Persönlich erwarte ich daher nicht eine rasche Erholung der Roche-Titel. Auf lange Sicht ist man meines Erachtens mit Roche aber gut gefahren. Ich würde die Roche-Aktien daher nicht verkaufen, sondern behalten. Roche hat in den Jahren immer wieder Durststrecken gehabt. Im Langzeitverlauf ist man mit Roche aber gut gefahren. Da Sie schreiben, dass Sie mit Kursschwankungen gut leben können und ohnehin nur an der Dividende interessiert sind, gibt es trotz der aktuellen Schwächen keinen Grund, um die Titel abzustossen.

7 Kommentare zu «Roche-Aktien trotz Durststrecke behalten»

  • Jean Gilette sagt:

    Da C.S. die Aktien von Roche primär wegen der Dividende gekauft hat, muss er sich auch mit der Tatsache von fallenden Kursen anfreunden. Ein Engagement in Roche ist eine eher langweilige und träge Aktien-Investition, quasi eine PK-Ergänzung. Eine Diversifikation in innovative Technologieaktien (US/China) wäre eine mögliche Alternative.

  • Bruno sagt:

    ich glaube es gibt keine langweiligere Aktie als die von Roche . Habe 3 x nachgekauft und bin von 1er Entauschung in die andere gelaufen. Ich hoffe dass niemand mehr auf auf diese Aktie setzt ,egal welche Aktie Sie im SMI kaufen,bloss keine Roche. Warte noch die Dividende ab und dann nie wieder ROCHE.

    • Benno Kälin sagt:

      Empfehle Ihnen die Aktie kurz vor dem Ex-Datum zu verkaufen, sonst zahlen sie noch Steuern auf der Dividende. Am ersten Tag des Ex-Datums eröffnet die Aktie um den Betrag der auszuzahlenden Dividende tiefer.

  • Pius Tschirky sagt:

    Vermisse halt den ehrenswerten Konrad Hummler. Der hat vor Jahren halt eben Roche zum Kauf empfohlen, als sie aber noch unter Fr. 150.– notierten. Schade hat es sich seinerzeit mit der Annahme von Schwarzgeldern von USA-Bürgern eben vertan. So einen Bänkler gibt es aber wohl nie mehr, mit dem Format.

    • Ike Conix sagt:

      Das muss kurz vor seinem Untergang im Jahr 2011 gewesen sein. Damals hätte er gerade so gut einen ETF auf den SMI empfehlen können. Wäre einiges günstiger gewesen und man wäre heute sogar noch besser dran. Und Bänkler mit Format? Jemand, der Steuerhinterziehung als Notwehr bezeichnet?

  • Lüscher sagt:

    Die dümmste Kapitalanlage meines Lebens, geht lieber ins Spielkasino als nur 1 Rappen in diese langweiligste Aktie aller Aktien zu Investieren.

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