Lonza will hoch hinaus

Lonza in Visp VS: Idealer Partner für Biotech-Firmen ohne eigene Produktion. Foto: Dominic Steinmann/Keystone

Lonza in Visp VS: Idealer Partner für Biotechfirmen ohne eigene Produktion. Foto: Dominic Steinmann/Keystone

Lonza ist derzeit en vogue, der Aktienkurs steigt und steigt. Auch ich schätze das Potenzial des Pharmazulieferers und Spezialchemie-Herstellers als gross ein. Bei den Pharmakonzernen wird heute zwecks Risikominimierung offener darüber diskutiert, ob gewisse Produktionsaufträge nicht extern vergeben werden sollten. Gleichzeitig bringt das günstige Investitionsumfeld immer mehr kleine Biotech-Gesellschaften hervor, die sich mangels Grösse keine eigene Produktionsstätte leisten können. Lonza mit ihrem führenden Know-how bei chemischen und biopharmazeutischen Produkten, ist der ideale Partner für solche Fälle. Zusätzlich attraktiv erscheinen lässt die Basler zudem der Kauf von Capsugel. Mit ihm kann Lonza sowohl chemische Wirkstoffe als auch deren Verpackung anbieten. Lonza ist auch für Hersteller von Nahrungsergänzungsmitteln interessant. All das ist meiner Einschätzung nach bereits im Kurs enthalten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2018 beträgt hohe 26. Für 2019 liegt es immer noch bei 22. Das Risiko von Kursrückschlägen bei Enttäuschungen nimmt also zu. Abwarten

Giorgio Pradelli wird neuer Chef

Ende Juni habe ich Ihnen an dieser Stelle die Valoren der Privatbank EFG International ans Herz gelegt. Damals notierten sie nahe 6 Franken, aktuell kosten sie um die 8.80 Franken. Ein Anstieg von 46 Prozent innerhalb von drei Monaten. Wer jetzt Gewinne mitnimmt, macht nichts falsch. Dennoch war die Ausgangslage Mitte Jahr eine andere. Es ging darum, die Vermögensabflüsse bei der übernommenen BSI aufgrund des Korruptionsskandals um den malaysischen Staatsfonds zu verlangsamen und das Anlegervertrauen zurückzugewinnen. Das ist geschehen, so weit, so gut. Nun erhält die Privatbank einen neuen Chef. Joachim Strähle, der die Übernahme der Tessiner Bank BSI iniziiert und vorangetrieben hat, tritt zurück. Der bisherige Finanzchef und Zahlenmensch Giorgio Pradelli übernimmt das Ruder. Der Wechsel wird offiziell mit dem Abschluss der Integration begründet. Es sollen aber auch persönliche, genauer gesagt gesundheitliche, Gründe eine Rolle spielen. Ungeachtet dessen: Jetzt beginnt der zweite Teil der BSI-Integration. Der neue Chef muss Synergien freisetzen. Als Zahlenmensch kennt er die Details des Unternehmens und ist deshalb die richtige Person dafür. Wenn nun die Früchte aus der Übernahme geerntet werden, dürfte das der Aktie weiter Schub geben. Kaufen

Gesündeste Bilanz unter den Minenmultis

Dieser Tage teilte Rio Tinto mit, einen führerlosen Eisenerzzug erfolgreich getestet zu haben. Das zeigt: Der Bergbaukonzern dreht jeden Penny um, um Kosten zu sparen. Diese Bemühungen zur Effizienzsteigerung liessen zusammen mit höheren Rohstoffpreisen den Gewinn im ersten Semester gegenüber dem Vorjahr 152 Prozent auf 3,9 Milliarden Dollar ansteigen. Die Aktionäre profitieren von diesem Geldsegen: Sie erhalten als Zwischendividende 2 Milliarden Dollar oder 1.10 Dollar pro Aktie ausgeschüttet – so viel wie nie zuvor. Analysten erwarten, dass die Dividende für das Gesamtjahr den bisherigen Höchstwert von 2.15 Dollar je Titel überschreiten wird, wenn die Rohstoffpreise das höhere Niveau bis Ende 2017 halten. Nicht genug damit: Rio Tinto hat auch noch ein Aktienrückkaufprogramm über 4 Milliarden Dollar laufen. Diese Aktionärsfreundlichkeit ist das Resultat eines geänderten Fokus: Geläutert von den Investitionsexzessen der Vergangenheit, legen die Bergbaukonzerne jetzt Wert auf die Steigerung des Shareholder-Value. Rio Tinto glänzt darüber hinaus mit der gesündesten Bilanz unter den Minenmultis. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis für 2018 von 13 sind die Aktien im Branchenvergleich moderat bewertet. Die Titel rentieren geschätzte 5,6 Prozent. Kaufen

Ägyptens Tourismus erholt sich

Ägyptens Tourismusbranche erholt sich. Davon profitieren seit Jahresbeginn auch die Titel von Orascom Development. Die in Altdorf domizilierte Immobiliengesellschaft, die zu 73 Prozent einer Gruppe um den ägyptischen Unternehmer Samih Sawiris gehört, betreibt zehn Feriendestinationen in fünf Ländern, wobei der Grossteil der Einnahmen aus Ägypten stammt. Entsprechend hart wurde Orascom von der Krise des Tourismus in Ägypten in Mitleidenschaft gezogen. Doch es geht wieder aufwärts, Ägyptens Tourismuswirtschaft hat die Einnahmen im Quartal per Ende Juni gegenüber der Vorjahresperiode verdreifacht – auch wenn das Niveau auf Jahresbasis gesehen nicht mal halb so hoch ist wie vor dem Arabischen Frühling. Im Sog davon hat der Kurs von ­Orascom Development, die mit 49 Prozent am Projekt Andermatt Swiss Alps beteiligt ist und vier weitere Destinationen in Entwicklung hat, seit Jahresbeginn rund 90 Prozent erholt. Wenn der ägyptische Tourismus nicht wieder einbricht, werden die Aktien weiter an Boden gewinnen. Die Titel sind aber wenig liquide und nur etwas für Anleger, die im Fall der Fälle Kursverluste verkraften können. Spekulativ kaufen

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