Kostenlose Kontoführung und volle Staatsgarantie

Ratsweibel: Beim Bundespersonal werden die vollen Einlagen garantiert. Foto: Keystone

Ratsweibel: Beim Bundespersonal werden die vollen Einlagen garantiert. Foto: Keystone

Schon mehrmals haben Sie über die Sicherheit und den Einlegerschutz von Banken berichtet. Wie sieht dies eigentlich bei der Sparkasse des Bundespersonals aus? H. N.

Bei den meisten Banken in der Schweiz ist der Einlegerschutz begrenzt. Sollte eine Bank hierzulande Konkurs gehen, sind lediglich Einlagen von maximal 100’000 Franken pro Kunde gesetzlich geschützt. Der Maximalschutz von 100’000 Franken pro Kunde gilt auch, wenn man mehrere Konten bei der gleichen Bank hat. Zudem ist die garantierte Maximalsumme für alle Banken in der Schweiz auf gesamthaft sechs Milliarden Franken begrenzt. Mehr Schutz bieten indes jene Kantonalbanken, welche eine Staatsgarantie besitzen. Bei ihnen sind sämtliche Einlagen durch den Kanton garantiert.

Den wohl höchsten Einlagenschutz hierzulande bietet seit dem Wegfall der vollen Staatsgarantie bei der Postfinance, die lediglich noch die gleiche Garantie von maximal 100’000 Franken pro Kunden wie die meisten Banken gewährt, die Sparkasse Bundespersonal (SKB). Bei ihr werden die vollen Einlagen garantiert. Und zwar durch den Bund. Unter Punkt 20 der Allgemeinen Geschäftsbedingungen heisst es nämlich: «Der Bund haftet für die Verbindlichkeiten der SKB.»

Über diese komfortable Staatsgarantie hinaus bietet die Sparkasse des Bundespersonals auf die Einlagen einen Zins von aktuell 0,05 Prozent. Das ist zwar auf den ersten Blick mickrig. Wenn man diesen aber mit der Rendite von Bundesobligationen vergleicht, welche ebenfalls in den Genuss der Staatsgarantie der Eidgenossenschaft kommen, ist der Zins gar nicht so übel, zumal auf dem Konto keinerlei Rückzugsbedingungen bestehen. Es kann jederzeit über das gesamte Kapital ohne Kündigung verfügt werden.

Dazu kommt, dass die Kontoführung kostenlos ist, obwohl die grundlegenden Dienstleistungen abgedeckt werden. Faktisch bedeutet dies, dass man wegen der Staatsgarantie praktisch kein Verlustrisiko eingeht, keine Gebühren zahlt und trotzdem einen geringen Zins bekommt. Davon können die meisten Bankkundinnen und -kunden nur träumen, zumal sie für die Kontoführung mehr oder weniger stark zur Kasse gebeten werden.

Der einzige Haken an der Sache ist, dass nur Mitarbeitende von Bundesbetrieben und ehemalige Mitarbeitende des Bundes und deren Hinterbliebene berechtigt sind, ein Konto bei der Betriebssparkasse des Bundes zu führen. Es handelt sich somit um ein Privileg für das Bundespersonal, das aufgrund der vollen Staatsgarantie der Einlagen wertvoller ist, als es auf den ersten Blick erscheint.