Pensionskasse: Versicherte werden benachteiligt

Kapitalbezug: Versicherte fühlen sich in der Wahlfreiheit eingeschränkt. Foto: Getty

Kapitalbezug: Versicherte fühlen sich in der Wahlfreiheit eingeschränkt. Foto: Getty

Ich bin 61 und habe erfahren, dass Bestrebungen im Gange sind, den Kapitalbezug 2. Säule einzuschränken. Ich finde es stossend, dass wegen einiger rücksichtsloser Pensionsbezüger, die ihre Pension verprassen und dann von den EL leben, gleich alle in ihrer Entscheidungsfreiheit beschnitten werden. Wie weit sind die Entscheide gediehen? Ich würde mir eine vorzeitige Pensionierung überlegen, um das Kapital doch noch beziehen zu können. J.E.

Die von Ihnen angesprochene Beschränkung des Kapitalbezugs aus der Pensionskasse erfolgt im Rahmen der im Parlament diskutierten Revision der Ergänzungsleistungsbestimmungen. Als Erstrat hat bereits der Ständerat darüber beraten. Dabei ist die kleine Kammer zu einem grossen Teil dem Kurs von SP-Bundesrat Alain Berset gefolgt. Dieser will den Bezug des Alterskapitals aus der zweiten Säule im obligatorischen Teil, also für Löhne bis 84’600 Franken, verbieten. Weiter möglich wäre ein Bezug des Geldes, das über den obligatorischen Teil hinausgeht.

Ein Kapitalbezugsverbot plant Bundesrat Berset auch für die Finanzierung der beruflichen Selbstständigkeit, wie dies gemäss heutigem Recht möglich ist. Doch da ist der Ständerat einen anderen Weg gegangen und hat sich als Erstrat gegen ein Verbot des Vorbezugs für die Finanzierung der Selbstständigkeit ausgesprochen. Die kleine Kammer möchte den Kapitalbezug aber auf den Betrag, auf den die Versicherten im 50. Altersjahr Anspruch gehabt hätten, beschränken. Nach dem Ständerat muss die Ergänzungsleistungs-Revision und damit auch die mögliche Einschränkung des Kapitalbezugs aus der Pensionskasse vom Nationalrat diskutiert werden.

Aufgrund der bürgerlichen Mehrheit in der grossen Kammer gehe ich davon aus, dass der Nationalrat die Vorschläge von Bundesrat Berset ablehnen wird. Anschliessend käme es im Rahmen der Differenzbereinigung zu einem Seilziehen zwischen National- und Ständerat. Selbst wenn schliesslich eine Einigung erzielt würde, ist zu erwarten, dass die Vorlage vors Volk kommt.

Dies zeigt Ihnen, dass die umstrittene Revision kaum schnell umgesetzt werden kann. Da ein Kapitalbezugsverbot ein krasser Eingriff in die Selbstbestimmungsmöglichkeit der Versicherten in der zweiten Säule darstellt, müsste aus meiner Sicht zwingend das Volk darüber abstimmen können. Immerhin geht es um Erspartes, welches den einzelnen Versicherten gehört und auf das der Staat nun plötzlich seine Hand drauflegen will.

Ebenso könnte der Staat mit ähnlichen Argumenten festlegen, dass man über einen Teil seines Spargeldes auf der Bank irgendwann nicht mehr frei verfügen darf, weil der Staat befürchtet, dass man das Spargeld verjubeln könnte und später im Alter zu wenig Geld hat.

Für das Pensionskassengeld haben die Versicherten durch ihre Lohnabzüge über Jahre hinweg hart gespart. Da halte ich es für unfair, wenn man den Versicherten plötzlich die Freiheit nimmt, selbst darüber zu bestimmen, ob man dieses Geld bei der Pensionierung als Kapital oder als Rente beziehen will. Offenbar traut es der Staat seinen Bürgerinnen und Bürgern nicht zu, dass diese ihr Altersgeld selbst anlegen und einteilen können.

Die massive Einschränkung der Wahlfreiheit stufe ich als völlig unverhältnismässig ein. Bis heute hat der Bundesrat nicht bewiesen, dass der Anstieg der Ergänzungsleistungen tatsächlich mit dem Kapitalbezug zusammenhängt.

Ob man bei der Pensionierung die Rente oder das Kapital wählt, hängt von vielen individuellen Aspekten ab. Erbrechtliche Überlegungen können beispielsweise für den Kapitalbezug sprechen. Auch steuerlich fährt man bei einem Kapitalbezug besser, wenn man sich sein Alter statt über die Rente über einen Vermögensverzehr finanziert.

Finanziell besser Gestellte träfe ein Verbot weniger: Da das Kapitalbezugsverbot nur den obligatorischen Teil betrifft, kann man auch künftig freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse leisten. Solche freiwilligen Einzahlungen, welche man bei den Steuern abziehen darf, werden nicht dem obligatorischen, sondern dem überobligatorischen Teil des PK-Guthabens gutgeschrieben, welches man selbst bei einer Annahme der Revision von Bundesrat Berset weiter beziehen kann.

Dennoch sorgt das mögliche Verbot eines Kapitalbezugs für den obligatorischen Teil für viel Verunsicherung bei Versicherten. Viele sind mit freiwilligen Einzahlungen zurückhaltend, solange politisch unklar ist, wie es mit dem Kapitalbezug aus der zweiten Säule weitergeht.

Dies kann ich gut nachvollziehen: Denn wer gibt den Versicherten eine Garantie, dass nach einem ersten Verbot des Kapitalbezugs für den obligatorischen Teil später nicht plötzlich mit ähnlichen Argumenten auch ein Kapitalbezugsverbot für den überobligatorischen Teil angeordnet wird?

Die Wahlfreiheit der Versicherten sollte aus meiner Sicht weder für den obligatorischen noch für den überobligatorischen Teil eingeschränkt werden. Das in der Pensionskasse mittels Lohnabzug angesparte Geld gehört den Versicherten. Sie alleine sollen entscheiden können, was damit passiert, und sich nicht durch den Staat bevormunden lassen müssen.

 

50 Kommentare zu «Pensionskasse: Versicherte werden benachteiligt»

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    danke, herr spieler. ich sehe das genau so. überall und immer wird (zurecht) an die eigenverantwortlichkeit appelliert. zudem sind pk-leistungen vom versicherungsnehmer über jahre und jahrzehnte angespart worden. es ist nur logisch, dass dieser frei darüber verfügen kann/soll/muss. zumal der umwandlungssatz eh ja schon je länger je mickriger wird. die staatsgläubigkeit der linken zeitigt hier faule früchte.

    • Michael sagt:

      Es ist logisch, dass er selber darüber verfügen kann, wenn ihm danach keine EL zusteht. Wer das Guthaben bezieht und es dann ausgeht, der soll mit Nothilfe leben und das muss dann reichen, nichts mit Lebensstandard beibehalten. Unter den Voraussetzungen bin ich voll und ganz bei ihnen.

      Und der mickrige Umwandlungssatz, nennen sie mit 3 Anlagemöglichkeit wo ich risikofrei eine solche Rendite erzielen kann.
      In meinen Augen ist der noch immer viel zu hoch bzw. die Beiträge zu klein wenn man die Lebenserwartung von heute (und morgen) berücksichtigt.
      Dazu kommt noch, dass die PK’s ihren Job nicht wirklich beherrschen, warum es jetzt schon dazu kommt, dass Beiträge von Aktiven für Renten verwendet werden müssen.

  • Ingo Hoffmann sagt:

    Die katastrophalste Auswirkung beim Verbot des Kapitalbezuges ist übrigens der bei den derzeit (staatlich administrierten) Negativzinsen tiefe Umwandlungssatz, aus dem man sich heute durch Kapitalbezug befreien kann. Ein Bezugsverbot wirkt ähnlich wie ein Zwang, Aktien bei tiefen Kursen verkaufen zu müssen. Eine PK wird bei später wieder höheren Zinsen nie die Rente anpassen, sondern sich sanieren. Frei angelegtes Kapital kann dann schon höher verzinst sein oder (steuerfreie) Kapitalgewinne für den Eigner einfahren.

  • Daniel Maier sagt:

    Man könnte das ja auch für die Wirtschaft so argumentieren. Oder für die Politik. Die geben auch aus und haben dann plötzlich nichts mehr in der Kasse. Man erinnere sich auch an die Bankengeschichten. Was die Politik mit uns anstellt ist, gelinde gesagt, kriminell.

  • Urs Forster sagt:

    Ich finde es korrekt, dass der Kapitalbezug im obligatorischen Teil nicht mehr möglich sein soll. Denn der Sinn der obligatorischen Pensionskasse gemäss BVG ist, dass zusätzlich zur AHV der gewohnte Lebensstandard mit dieser Rente gewahrt sein soll. Es sollte einzig die Möglichkeit bestehen, dass mit dem Geld des obligatorischen Teils die Hypothek amortisiert werden kann. Gleichzeitig sollte jedoch auch der Vorbezug für den Erwerb von Wohneigentum auf den überobligatorischen Teil beschränkt werden, den es wird in naher Zukunft viele Eigenheimbesitzer geben, welche aufgrund des Vorbezugs von Pensionskassenguthaben eine zu geringe Rente erhalten und somit ein zu tiefes Einkommen haben werden um die Hypothekarvorschriften einhalten zu können.

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      aus ihnen, herr forster, spricht leider die neidkultur der linken. die schweiz hat ihre prosperität der eigenverantwortung der bürger zu verdanken. der sozialismus-gedanke macht alle gleich arm. wer hart arbeitet, soll auch privilegien haben. und dazu gehört ganz klar über das eigene geld auch frei verfügen zu können. und ps. innerhalb der privatwirtschaft muss man sich die rentenleistungen verdienen-, ohne staatliche vorzugs-konditionen!

      • Peter Oester sagt:

        Herr Rittermann, Sie übersehen, dass der Teil der Bevölkerung, der für das Alter vorsorgen kann (will) keine 2. Säule brauchen würde. Das BVG wurde für sozial Schwache geschaffen und gilt leider für alle. Somit werden mit einem Rückzugsverbot des obligatorischen Teils diejenigen geschützt, für welche das Gesetz geschaffen wurde.
        Alternative: BVG, EL und Sozialhilfe abschaffen und diejenigen, die für ihr Alter nicht vorsorgen, dem Schicksal überlassen. Dies will ja wohl niemand…..

      • Urs Forster sagt:

        Nein Herr Rittermann, hier spricht jemand der die Materie des BVG sehr gut aus der Sicht des Wirtschaftsprüfers kennt. Ich spreche nur vom obligatorischen Teil der Rente.
        Da die Banken die Vergabe von Hypotheken verschärft haben, werden viele, die ihr Haus oder Wohnung mit Pensionskassengelder gekauft haben bei der Pensionierung ein grosses Problem haben, da die Banken gezwungen sind die Hypothekarschulden zu verkleinern, was zu Zwangsverkäufen führen wird in den nächsten 10-15 Jahren.
        Gleichzeitig spreche ich ganz klar vielen die Fähigkeit ab, dass sie das bezogene Geld entsprechend anlegen können um die versprochene Rente steigern zu können, die besonders jetzt mit den geringen Zinsen und Renditen.

      • Markus Ackermann sagt:

        … dann wären Sie ein sehr inkompetenter Wirtschaftsprüfer.
        Wenn ich mir Ihre weiteren postings zur Altersreform 2020 ansehe, dann können Sie keine solche Prüfung bestanden haben.

      • Markus Ackermann sagt:

        Herr Forster, ich kann nicht wissen, ob Sie je Examen zum Wirtschaftsprüfer bestanden haben. Da bin ich zu weit gegangen und möchte für diese Aussage um Entschuldigung bitten.

      • Urs Forster sagt:

        Sehr geehrter Herr Ackermann, ich habe wirklich das Diplom als Wirtschaftsprüfer seit 16 Jahren. Die grossen Probleme der WEF kommen erst auf uns zu. Dies ist aber kein Problem der Pensionskassen, sondern der Banken, welche die Berechnung der Hypotheken an das Einkommen der Haushalte knüpfen muss. Somit ist es für mich notwendig, dass bei einem Bezug des Kapitals dies in die Amortisation der Hypothek fliessen soll. Aber aus volkswirtschaftlicher Sicht macht es klar Sinn, den Bezug des Kapitals im obligatorischen Bereich ansonsten einzuschränken, da kaum einer weiss, wie lange er noch lebt und wie sich die Anlagemärkte verhalten werden. Ansonsten müssen diejenigen, welche die Auszahlung wollen, unwiderruflich auf zukünftige staatliche Ersatzleistungen verzichten.

    • Marcel Schmid sagt:

      @forster… falls ihre Ideen eine Mehrheit finden sollten (was ich bezweifle) ziehe ich mein gesamtes PK Kapital sofort ab! Denn es kann nicht sein.. dass man eine obligatorische sowie in meinem Fall auch eine über obligatorische 2te Säule zwangsweise und staatlich verordnet als persönliches Kapital ansparen muss.. über dieses Kapital aber nach der Pensionierung nicht frei verfügen kann! Und sorry.. die von Ihnen dargelegten Gründe unterliegen der Eigenverantwortung eines jeden Bürgers.. und es kann nicht sein, dass man Mieter ggü. Wohneigentümern faktisch enteignet. Denn die einen haben das Geld und können es auch vererben, die andern kriegen nur eine Rente und haben wenn sie früh sterben einfach Pech gehabt!

  • Anh Toàn sagt:

    Solange der Umwandlungssatz aus politischen Gründen deutlich höher ist, als versicherungstechnisch berechtigt, ist die Wahlmöglichkeit für die meisten (Ausnahme: geringe weitere Lebenserwartung wegen bestehenden Krankheiten.) ohnehin nur die Wahl, die Rente zu beziehen oder sich selber ins Knie schiessen. Das Kapital beziehen ist bei den aktuellen Umwandlungssätzen im obligatorischen Teil, Geld verschenken.

  • Glaset sagt:

    Er ist und bleibt einen Frechheit, schon nur daran zu denken, dass mein Erspartes weiter vom Staat beäugt wird und ich in meiner Freiheit ein erneutes Mal eingeschränkt werden soll!
    Der Staat will hier eingreifen und das kommt nie gut, egal ob es um Krankenkassenprämien geht oder eben um meine ersparten Gelder!

    Zudem hat der Staat nur die Rente im Sinn, da diese dann der Einkommenssteuer unterliegt und dadurch mehr Geld nach Bern und in die Kantone fliesst.
    Darum liebe Politiker: Hände weg von meinem Geld!

  • Franz St sagt:

    Ich mag die Diskussionen zum Umwandlungssatz schon nicht mehr hören – insbesondere dass der aktuelle Satz von 6.8%für den oblig.Teil viel zu hoch ist. Schauen Sie mal wieviel die Versicherer Jahr für Jahr in den letzten Jahren mit unseren Pens.Kassen Gelder verdienten?! Zudem sind bei den meisten Versicherer auf einem künstlich tiefen Umwandlungssatz des überoblig. Teils der Umwandlungssatz (oblig +überobl.) bei z.t unter 6%!!! Denken Sie nun nicht wir können ja den überoblig. Teil als Kapital beziehen und haben dann die 6.8%!! Falsch – die Versicherer haben da schon vorgesorgt dass dies nicht mehr geht!!
    Fazit: Wann endlich schaut der Bund was all die Versicherer mit unseren Milliarden Vorsorgegelder machen und stoppen die „Abzocke“ – das ist der Skandal!!

  • Heinz Oberholzer sagt:

    Dass Bundesrat Berset und seine Links/Grüne Gefolgschaft den CH-Bürger/Innen
    alles vorschreiben und sogar verwehren wollen ist doch selbstverständlich und dadurch wird versucht die Kommunistische Zeit zurück zu holen! Ich nenne das Kapitalraub gegen FREIE BÜRGER/INNEN die ihr Geld gespart haben fürs Alter!

  • Alex Müller sagt:

    Nochmals, mit dieser Einschränkung beweist der Bundesrat Berset, dass er und seine überbezahlten Chefbeamten keine Ahnung von Sozialversicherungen haben. Da wird einfach mal eine Ideologie erzwängt, welche nichts mit dem normalen Leben zu tun hat. Es geht nicht, dass der Staat über das Vorsorgegeld bestimmen kann. Wenn dem so ist, dann können wir die 1. und 2. Säule abschaffen und eine staatliche Rentenversicherung einführen wie es sie zum Beispiel in Deutschland gibt, wo man nur eine Rente beziehen kann. Beschämend, dass ein Bundesrat so denkt, dass seine Bürger zu dumm sind, ihr Geld selber zu verwalten. Wegen ein paar dutzend unbelehrbaren Bürger, will der BR Berset die Kollektivstrafe einführen, obwohl Fakt ist, dass 99% der Kapitalbezüger alles richtig machen und keine EL brauchen!!

    • Emil Roduner sagt:

      Ihre 99% Kapitalbezüger, die alles richtig machen, sind leider Zahlen von vorgestern. Die Zahl der Leute, welche das Geld verjubeln und anschliessend EL beziehen, steigt rasant an.

    • Urs Forster sagt:

      Herr Alex Müller, es gibt deutlich mehr als 1% derjenigen die den Kapitalbezug gemacht haben, welche am Tropf des Staates hängen. Es geht auch nur um den obligatorischen Teil gemäss BVG, den überobligatorischen Teil soll auch weiterhin bezogen werden können.
      Auch muss man in Betracht ziehen, dass es vor allem heute mit Vermögen unter einer Million CHF sehr schwierig ist eine entsprechende Rendite zu erwirtschaften, um sich selber eine genügend hohe Rendite zu erwirtschaften damit das Kapital mit den Renditen über 20 Jahre ausreicht. Ich bin auch so arrogant und spreche der Mehrheit der Bürger die Fähigkeit ab, ihr Vermögen langfristig anlegen zu können, da das entsprechende Wissen klar fehlt.

  • graf beat sagt:

    nein, finde ich schon ok. Mit bezogenen Geld dann 5-10 Jahre auf dicken Max machen und nachher beim Sozialdienst schlagen stehen, weil sie kein Geld mehr haben. Beispiele gibt es ja genug.

    • Max Gerber sagt:

      Beispiele gibt es ja genug. Das ist eine pauschale, undifferenzierte Behauptung. Hätten Sie die Güte, dies bitte mit konkreten Beispielen zu belegen, Herr Graf.

      • graf beat sagt:

        kommt ja drauf an wo man arbeitet, Herr Gerber.

      • Urs Forster sagt:

        Lieber Herr Gerber, fragen Sie doch bitte in Ihrer Gemeinde beim Sozialamt nach. Diese werden Ihnen sicher bestätigen können, dass es solche Fälle in genüge gibt in der Schweiz. Da das BVG erst vor 32 Jahren obligatorisch wurde, gibt es noch zu wenige die die volle Zeit einbezahlt haben. Mit der Einführung der WEF wurde die Armutsfalle schon eingeläutet.

  • Jack Pot sagt:

    Warum wird ein verprasster Kapitalbezug nicht einfach bei der Berechnung der EL angerechnet wie z.Bsp. bei verschenktem Vermögen ?

    • Roland Boesch sagt:

      Und was ist damit gewonnen? Dann halt keine EL mehr, sondern aufs Sozialamt? Wer sein Geld verprasst hat, bekommt IMMER irgendetwas vom Staat.

  • Valerio Bastianini sagt:

    Wie schon verschiedentlich betont, bilden AHV UND 2. Säule zusammen das schweizerische Sozialversicherungswerk der Altersvorsorge. Dieses sieht zur finanziellen Absicherung im Alter Rentenleistungen vor. Dieses Konstrukt alleine stellt die Sicherheit der angesparten Mittel sicher, d.h. dass damit die Pensionskassen das Investitionsrisiko tragen und sich die Rentenbezüger auf eine monatlich sicher eingehende Rente verlassen können. Sonst sind die Risiken viel zu gross. Wie viele Geschäftsgründungen sind gescheitert, wie oft sind alte Leute mit dem Geld Anlegen überfordert, in wie vielen Fällen wurde das Geld verprasst? Bleiben wir beim ursprünglichen Zweck unserer gesetzlichen Altersvorsorge (zu der auch das BVG gehört!): die finanz. Sicherung im Alter ohne Risiken!

  • Schilling fritz sagt:

    Im Zusammenhang mit der alterspensionsreform 2020: würden bei einer Annahme der Reform auch diejenigen neurentner 70 fr mehr AHV bekommen, die sich das Guthaben der 2. Säule als Kapital auszahlen lassen? Diese Leute erleiden ja keinen Verlust durch die Senkung des umwandlungssatzes.

  • Motional Gedacht sagt:

    Rechnen wir mal: AHV + pensionkasse decken 80% des letzten Lohnes ab.
    Wie ist das bei den EL- Bezügern, und vermutlich einigen Immigraten über das Mittelmeer. Bei denen bleibt die EL auch nach 65 bestehen.
    Das Problem ist auch die Ueberschreibung der Immobilie auf die Kinder, da kommt der Staat auf die Idee der Erb oder Schenkungsteuer was wir den „sozialen“ Pateien zu verdanken haben. Nur diese Ueberschreibung erlaubt den Pensionierten in Ihrem HAUS zu bleiben und die Kinder in ihren Kindheitserinnerungen. Ich schreibe dies aus eigener Erfahrung.
    Bei einer Mietwohnung erfahren dies alte Leute ebenfalls.

  • I. Bissig sagt:

    Den wichtigsten Grund für den Kapitalbezug haben Sie gar nicht erwähnt: das Geschlecht. Da der Umwandlungssatz für beide Geschlechter identisch ist, die Männer aber eine kürzere Lebenserwartung haben, lohnt sich der Kapitalbezug eher für die Männer. Die Frauen hingegen profitieren tendenziell von der Rente. Denkt man sich das weiter, ist es vorstellbar, dass der massenhafte Kapitalbezug durch Männer zu einer geschlechtlichen Entsolidarisierung der 2. Säule führt….. Dem will der Soz Berset vorbeugen.

  • Blagojevic M. sagt:

    An solche die nichts als PK Guthaben vorzeigen können würde ich es auch nicht auszahlen.Ich würde es von finanziele Situation algemein (3. Säule, Immobilien, gespartes) abhengig machen.Wenn eine schon Geld in 3.Säule hat zeigt das schon ein gewisser Grad von Selbstverantwortung.

    • Karl von Bruck sagt:

      Geld, ueber das bei Erreichen der Altersgrenze nicht frei verfuegt werden kann, gehoert nicht in eine zweite, sondern eine erste Seule. Schon deshalb, weil das Umlageverfahren ohne Kapitalstockbedarf fuer Kapitalauszahlungen nur die halben Praemien kostet, wie die PK-Abzocken. Also obligatorischer Teil nur noch AHV. Ueberobligatorischer Teil nur noch in der 3. Seule, zur freien Speckulation der Eigentuemer des Altersluxussparschweins ohne selektiv superkommunistische Abzocke der zu Fleissigen fuer die Zuwenigbeitrager oder Garnichtbeitragerinnen….

  • tigercat sagt:

    Mit Beiträge in die erste Säule kann per se ein zu wenig grosses Kapital angespart werden. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass dieses Kapital (ausser bei Wegzug ins Ausland) zur Rentensicherung nicht bezogen werden darf. Zu gross ist das Risiko, dass durch Missmanagement – das nicht zwangsläufig vom Bezüger, der Bezügerin verschuldet worden ist (sh CS mit ihren Lehmann Papieren) – es verloren gegangen und der/die Betroffene ein Fall für das Sozialamt werden kann.

    • Allenspach Blanka sagt:

      Dass die Pensionskassen einen Freibrief laut Art. 13, Seite 45, in Erläuterungen des Bundesrates, erhalten, indem sie die Renten bis 5 Jahre später als das heutige AHV- Referenzalter von 65 Jahren verschieben dürfen! Warum spricht niemand davon, dass vielleicht bald ganze Heerscharen zwischen 65 bis 70 Jahren nur von der AHV leben müssten, weil die Pensionskassen ihr Reglement entsprechend geändert haben?

  • Franz Gödl sagt:

    Bravo Herr Spieler und daskonnte ich in letzter Zeit nicht häufig schreiben. MIr gefällt, wie Sie Position beziehen und eine Lanze für die Mündigkeit der Bürger brechen. Nur weiter so!

  • Jürg Brandenberger sagt:

    Wenn ein 60+ seine Arbeit verliert kriegt er, falls er angestellt war, 2 Jahre ALV. Wovon lebt er danach? Zürich verweigert Sozialhilfe in diesem Alter und zwingt Betroffene von der Altersvorsorge zu leben! SVP sei Dank!
    1. BVG wurde erst 1984 eingeführt. Das heisst 60+ hat eine ganze Anzahl Jahre ohne BVG gearbeitet.
    2. Bis nach 1995 blieben die Arbeitgeberbeiträge in der Kasse des Arbeitgebers. Resultat, oft nur kleine angesparte Vermögen.
    3. Während der Arbeitslosigkeit und gezwungenem Vorbezug der Altersvorsorge schmilzt Letztere!
    Für 60+ bedeutet dies sehr schnell 0 Franken 2. Säule mit 65, auch bei bescheidenster Lebensweise. Dies ganz besonders wenn noch ein Studium für Kinder finanziert wird! AHV + E.L. ermöglicht keinen normalen Lebensabend! Ist das rechtens?

  • David Webb sagt:

    Ich bin mit Herrn Spieler (gute Name für den Verfasser dieses Beitrags…) nicht einverstanden. Die BVG wurde geschaffen um den Versicherten eine RENTE im Alter sicherzustellen. Das Alterskapital gehört zwar nominell dem Versicherten aber allein dazu beigetragen hat er oder sie nicht. Die anderen Teile werden von dem jeweiligen Arbeitgeber und von dem Staat (weil die beiden Beiträge und die Zinsen auf dem Alterskapital nicht besteuert wurden) beigesteuert. In meinen Augen reicht es dass, wie der Author schreibt die Versicherten auf das überobligatorischen Alterskapital zugreifen dürfen. Die obligatorische BVG Rente ist auch nicht so luxuriös weil der Versicherten Lohn
    „nur“ 59925 beträgt. Mit diesem Geld sollte ein Versicherten nicht spielen.

    • Ruedi Meier sagt:

      Beim Bezug wird es aber besteuert. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die 2. Säule mitzufinanzieren; eigentlich ist es Lohn. Und wenn ich nun mit 66 das Zeitliche segne dann haben meine Erben nichts mehr von alledem. Beziehe ich es als Kapital, weil es nämlich mir gehört, dann kann ich entscheiden, was beim Ableben damit passiert. Und wenn Herr Berset durchkommen sollte gibts nur eins: auswandern, dann müssen sie einem das Geld geben.

    • Franz Gödl sagt:

      Wieviele Fälle gibt es pro Jahr, welche ihr Altersguthaben „verspielen“ und dann von der EL oder Fürsorge leben? Darüber wird nie gesprochen. Ich glaube nicht, dass jemand sein Geld leichtsinnig verspielt. Um wieviel Geld geht es denn jährlich? Man muss doch die Relationen kennen, bevor man die gesamte Bevölkerung bevormundet wie ein Kind.

    • Karl von Bruck sagt:

      Der Maer vom „Arbeitgeberbeitrag“ haette gar nie entstehen duerfen. Kein Arbeitgeber wirft „seinen“ Beitrag aus dem Gewinngilettaeschli aus, sondern kalkuliert ihn vorab vom Bruttolohn weg. Der Lohnabhaengige wird bei AHV und PK damit um die Kostenwahrheit betrogen. Zudem bilde(te)n sich Arbeitgeber frueher gar ein, „ihr“ Beitrag gehoere ihnen und beklauten den Arbeitnehmer bei einem Stellenwechsel darum. Die Westschweiz leidet besonders unter den Lohndoempern (samt Grenzgaengerschwemme) und den damit gegossten 45+. Kein Wunder, sind die Arbeitgeber dort fuer den AHV/PK-Schwindel, denn sie koennen „ihre“ Mehrbelastung (fast) sofort mit noch niedrigeren Loehnen (mehr als) ausgleichen und auf die Lohn- und Rentenabhaengigen abscheufeln….

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