Das Anlagerisiko tragen die Kunden

Pauschalgebühren + Fremdspesen +Ausgabekommission + Pauschalgebühr Fondsvehikel: Die Vermögensverwaltung der Swiss Life ist teuer. Foto: Christian Merz/Keystone

Pauschalgebühren + Fremdspesen + Ausgabekommission + Pauschalgebühr Fondsvehikel: Die Vermögensverwaltung der Swiss Life ist teuer. Foto: Christian Merz/Keystone

Ich, 66, pensioniert, möchte in ETFs investieren. Swiss Life hat mir nun  «Swiss Life Premium Delegate» offeriert, wobei man beim Aktienanteil zwischen 35 und 100 Prozent wählen kann. Was halten Sie von diesem Produkt? E.Z.

Swiss Life Premium Delegate ist ein Vermögensverwaltungsmandat. Dabei wird Ihr Kapital über die Anlagetochter der Swiss Life, die Swiss Life Asset Management, professionell verwaltet. Je nach Ihrer Risikofähigkeit und der von Ihnen gewählten Strategie wird Ihr Geld breit diversifiziert in Fonds investiert und das Depot überwacht. Ein solches Mandat gibt Ihnen die Chance, mehr Rendite zu erwirtschaften, als wenn Sie das Kapital einfach auf einem Konto brach liegen lassen.

Eine Kapitalgarantie haben Sie aber nicht. Sie tragen das mehr oder weniger grosse Anlagerisiko. Bei Swiss Life Premium Delegate können Sie auch bereits mit Kleinbeträgen ab 1000 Franken von einer professionellen Vermögensverwaltung profitieren. Kostenlos ist das aber nicht. Sie bezahlen eine Pauschalgebühr von 0,8 Prozent pro Jahr auf dem durchschnittlich investierten Kapital. Diese Pauschale beinhaltet die Kontoführungs- und Depotgebühr, die Vermögensverwaltungsgebühr sowie Courtagen.

Nicht inbegriffen sind aber Fremdspesen. Darüber hinaus wird Ihnen auf allen einbezahlten Anlagebeträgen eine Ausgabekommission von 1,1 Prozent erhoben. Wofür genau, ist für mich nicht ersichtlich. Weitere Gebühren fallen direkt bei den genutzten Fondsvehikeln an. Sie müssen sich überlegen, ob Sie Ihr Geld wirklich verwalten lassen möchten und ob sich das für Sie lohnt. Denn genau für diesen Service bezahlen Sie die Pauschalgebühr von 0,8 Prozent. Das ist Geld, welches letztlich von Ihrer Rendite weggeht.

In Zeiten tiefer Zinsen und Renditen kann das erheblich sein, erst recht, wenn jemand sein Geld sehr konservativ investiert. Dann bleibt unter dem Strich unter Umständen nach Gebühren nicht mehr viel übrig. Sie schreiben mir, dass Sie eigentlich in Exchange Traded Funds (ETFs) investieren möchten. Das müssen Sie nicht zwingend über ein Vermögensverwaltungsmandat mit einer Pauschalgebühr machen. Sie können auch selbst bei Ihrer Bank direkt kostengünstige ETFs erwerben. Dann sparen Sie die Pauschalgebühr für die Vermögensverwaltung.

Letztlich müssen Sie sich im Klaren sein, ob Sie die Anlage Ihres Vermögens möglichst delegieren und nicht viel damit zu tun haben möchten oder Sie sich gerne selbst um Ihre Finanzangelegenheiten kümmern. Bevor Sie ein entsprechendes Mandat erteilen, würde ich Gegenofferten von anderen Marktteilnehmern einholen. Auch verschiedene Banken bieten vergleichbare Vermögensverwaltungsmandate für Kleinkunden auf Fondsbasis. Dann können Sie sowohl die offerierten Leistungen, aber auch die verrechneten Gebühren vergleichen und Ihr Kapital so investieren, wie es wirklich Ihren persönlichen Bedürfnissen entspricht.

 

1 Kommentar zu «Das Anlagerisiko tragen die Kunden»

  • Benno Dominik Vogler sagt:

    warten bis März, April, Mai oder gar Juli 2018 > danach investieren.
    Fallen die Kurse, so sinkt der ETF-Einheitsbrei (den Markt repräsentierend) 1:1

Kommentar

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