Straumann ist gut für kurzfristige Wette

Zahnimplantat: Straumann will für 150 Millionen Dollar das US-Unternehmen Clear Correct kaufen. Foto: PD

Das Wachstum von Straumann hat mich schon in den vergangenen zehn Jahren beeindruckt, und es scheint im gleichen Stil weiter­zugehen. Der Basler Zahnimplantathersteller feiert Erfolge mit fast allem, was er anbietet. Vor rund einem Jahr erwog er neue Expansionsmöglichkeiten, die dem Implantatgeschäft naheliegen. ­Fündig wurde er im stark wachsenden Geschäft mit durchsich­tigen, herausnehmbaren Zahnspangen. Für rund 150 Millionen Dollar will er deshalb das darauf spezialisierte US-Unternehmen Clear Correct kaufen. Anleger applaudieren. Mehr als ein erster Schritt in diesem Markt ist das jedoch nicht. Der Marktanteil von Clear Correct erreicht gerade mal rund zwei Prozent. Das ­Synergiepotenzial ist ­jedoch vorhanden, weshalb ich an Marktanteilsgewinne glaube. Die Bewertung der Straumann-Aktien nimmt mir aktuell zu viel Fantasie in weiteres Wachstum vorweg. Für kurzfristige Wetten lassen sie sich aber weiterhin nutzen.
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Lohnendes Geschäft in Italien

Telecom-Aktien mögen nicht zu den spannendsten Titeln des Universums zählen, dafür erwarte ich aber auch selten unlieb­same Überraschungen. Die Swisscom hat im ­ersten Halbjahr sogar mit einem Gewinnsprung positiv überrascht. Kleiner Wermutstropfen: Es ist nicht das Schweizer Geschäft, das durch die Decke geht. Dort stehen die Zeichen nicht auf Wachstum, sondern auf Konsolidierung und Effizienzsteigerung. Dafür hat sich das Engagement in Italien bei Fastweb gleich doppelt gelohnt. Zum einen gab es fast 100 Millionen Euro Entschädigungszahlungen in Rechtsfragen, zum anderen hat sich Fastweb operativ deutlich verbessert. Investoren sollen für das laufende Jahr weiterhin 22 Franken je Aktie Dividende erhalten, was einer Rendite von 4,7 Prozent entspricht. Das ist im Tief- und Negativzinsumfeld ansehnlich. Vom Aktienkurs erwarte ich indes vorerst keine grossen Sprünge. Dass nicht mehr Dividende herausspringt, begründet das Unternehmen mit dem hohen Bedarf an Investitionen in die Netze. Als Dividendentitel überzeugen Swisscom-Aktien trotzdem. Dosiert kaufen

Gold wird wieder glänzen

Goldminenaktien werden derzeit wenig beachtet. Zu Unrecht, ­sagte Fred Hickey, Verfasser des renommierten Investmentbulletins «The High-Tech Strategist», kürzlich im Interview mit der «Finanz und Wirtschaft». Denn seit die Zentral­banken mit immer extremeren Massnahmen experimentierten, führe kein Weg mehr am gelben Metall vorbei. «Wenn der Goldpreis ausbricht, werden alle Valoren der Branche anziehen, genauso wie sämtliche Aktien aus dem IT-Sektor beim nächsten Crash ins Taumeln geraten», ist Hickey überzeugt. Anders als die Herde setzt er nicht auf die FAANG-Aktien im Tech-Sektor (Facebook, Amazon, Apple, Netflix, Google), sondern auf die FANG der Goldbranche: Franco Nevada, Agnico Eagle ­Mines, New Gold und Goldcorp. Agnico Eagle Mines aus Toronto gilt als Best in Class. Es hat die letzte Rohstoffpreisbaisse vergleichsweise gut überstanden, verfügt über ein nüchtern handelndes Topmanagement, ist bekannt dafür, bei Projekten Zeit und Kosten einzuhalten, und besitzt Minen in politisch sicheren Ländern wie Kanada, Mexiko und Finnland. Trotz seitwärts tendierendem Goldpreis haben die Agnico-Aktien seit Jahresbeginn knapp 6 Prozent zugelegt. Kaufen

Vom Visionär zum Fantasten

Wer in Kudelski investiert, setzt darauf, dass die komplexen Vorstellungen von Patron André Kudelski Wirklichkeit werden. Einst genoss der Chef und Hauptaktionär des Sicherheits- und Verschlüsselungsspezialisten den Ruf eines Visionärs, heute gilt er manchem als Fantast. Im Halbjahresbericht zeigte sich ein bekanntes Muster: Es wird in die Zukunft investiert. Darunter leidet das aktuelle Ergebnis. Für die erste Jahreshälfte weist das Unternehmen einen Verlust aus. Das traditionelle Digital-TV-Geschäft schrumpft. André Kudelski setzt auf neue Geschäftsfelder wie Cybersecurity. Der Verlust weitete sich nach kräftigen ­Investitionen aus. Der Firmen­patron glaubt, dass das Cyber­security-Geschäft im Jahr 2020 die Gewinnschwelle übertreffen werde. Der Anleger wird auf das neue Jahrzehnt vertröstet, während der Aktienkurs sinkt, am Tag des Zwischenberichts um 11 Prozent. Meiden

Über Bluetooth verbunden

Darauf haben Anleger schon lange gewartet. Diese Woche lancierte der Hörgerätehersteller Sonova endlich wieder einmal eine Technologie, die ihn von allen anderen Konkurrenten absetzt. Das Unternehmen hat einen Chip entwickelt, mit dem sich Hörgeräte über Bluetooth mit allen Arten von Mobilfunkgeräten (und sogar Fern­sehern) direkt verbinden lassen. Bislang mussten die Kunden dafür ein Zwischengerät nutzen, eine ­direkte Verbindung war nur mit dem iPhone möglich. Die ersten Geräte der Sonova-Marke Phonak mit diesem Chip sind bereits in den USA erhältlich – bald auch in Europa. Die anderen Marken folgen. Die Geräte können freihändig zum Telefonieren genutzt werden, nachdem sie sich mit dem Handy verbunden haben – hier ist Sonova ebenfalls Technologieführer. Das Management geht davon aus, dass sie mit dem Chip einen Vorsprung von drei bis vier Jahren zur Konkurrenz haben. Jetzt müssen nur noch die Kunden mitziehen. Die Aktien des unbestrittenen Marktführers sind im Vergleich zu den kleineren Konkurrenten allerdings bereits sehr teuer. Durch den Technologievorsprung kommt jetzt aber wieder etwas Kursfantasie ­herein. Für Anleger, die Rück­schläge verkraften können, ist ­Sonova interessant. Kaufen

1 Kommentar zu «Straumann ist gut für kurzfristige Wette»

  • erich schweizer sagt:

    Das schöne an Gold und Silberminenaktien ist dass ihre Kurse sehr volatil sind.
    Steigt der Goldpreis um ein Prozent, kann die Aktie durchaus 4 Prozent steigen und umgekehrt. In den letzten Jahren konnte man hier gut verdienen mit schnellem Hin und Herhandeln.
    Aber auch wer auf längere Sicht investieren möchte Gold und Silberaktien werden in naher Zukunft wohl explodieren sobald das Vertrauen in die grossen Währungen noch mehr abnimmt und die Schulden der grossen Nationen weiter zunehmen.

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