Givaudan verbreitet ­verführerischen Duft

Givaudan: Der Aroma- und Riechstoffhersteller ist klarer Marktführer. Foto: Getty Images

Die Aktien des Aroma- und Riechstoffherstellers Givaudan kann ich im Prinzip kaufen und vergessen. Die Branche ist attraktiv – defensiv, margenstark, langfristig wachsend. Ihre Vertreter zeigen in der Regel gute Qualität, keiner aber bessere als Givaudan. Obwohl sie ein Viertel des Marktes beherrschen und klarer Marktführer sind, sind die Genfer weder satt noch träge. Im Gegenteil, kein Wettbewerber investiert mehr in Forschung und Entwicklung als sie. Und keiner arbeitet profitabler. Andere Aktien mögen reicher an Potenzial oder günstiger sein – Givaudan sind kein Sonderangebot, mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis 2018 von 23 aber massvoll bewertet. Doch zum Liegenlassen will ich vor allem erwiesene Leistungsfähigkeit und solide Aussichten. Givaudan bietet mir das – zusammen mit einer attraktiven Dividende. Dosiert kaufen

Komplexe Verlagerungen

Vor drei Wochen habe ich Ihnen Arbonia schmackhaft gemacht. Nun gab es einen Dämpfer für den Hersteller von Fenstern, Türen, Heiztechnik und Duschkabinen. Das erste Halbjahr lief etwas harzig, die Integration übernommener Einheiten kostet Kraft, und all die zahlreichen Produktionsver­lagerungen sind komplexer als vielleicht gedacht. Trotz der sehr gut laufenden Absatzmärkte in Deutschland und einigen osteuropäischen Ländern hat das Türengeschäft weniger umgesetzt als im Vorjahr. Dann kommen noch höhere Materialkosten dazu, vor ­allem Stahl- und PVC-Preise sind gestiegen. Alles schlechte Nachrichten. Doch Alex­ander von Witzleben, der von Investor Michael Pieper eingesetzte Chef, stellt trotz aller Unbill die Weichen richtig. Ich gehe davon aus, dass es im zweiten Halbjahr besser aussieht. Kapazitäten werden besser ausgelastet, die Effizienz gesteigert und höhere Materialkosten auf die Kunden überwälzt. Aber auch dann ist Geduld gefragt. Auf ­lange Sicht bekräftige ich meine Einschätzung: Es lohnt sich, Arbonia-Aktien zu besitzen. Dosiert kaufen

Teure Forschung

Vielleicht schreibt ja das Biopharmaunternehmen Basilea doch noch mal schwarze Zahlen. Seit der Ausgründung aus dem Roche-Konzern im Jahr 2000 und dem Börsengang 2004 war das erst einmal der Fall – vor sieben Jahren. Auch jetzt dürften noch rund zwei Jahre vergehen, bis Basilea auf einen grünen Zweig kommt. Damit rechnet jedenfalls das Management des Unternehmens. Und die Erfolgschancen stehen gar nicht so schlecht. Basilea hat sich auf Antiinfektions- und Krebsbehandlungsmittel spezialisiert. Im Juni schlossen die Basler für ihr Medikament Cresemba eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Konzern Pfizer. Dieser wird das Mittel zur Behandlung von lebensbedroh­lichen Schimmelpilzinfektionen herstellen und in Europa, Russland, der Türkei und Israel vertreiben. Damit könnte Cresemba im zweiten Halbjahr bereits fast ein Drittel zum erwarteten Umsatz beitragen – Tendenz steigend. Basilea machte voriges Jahr noch fast 90 Prozent des Umsatzes mit Vertragserlösen, etwa mit einem älteren Medikament, dessen exklusive Rechte bereits 2012 abgetreten wurden. Noch immer belasten Kosten für Forschung und klinische Studien das Ergebnis. Erfreulich stimmt aber, dass das Management für dieses Jahr einen Rückgang des Betriebsverlusts von 44 auf 24 Millionen Franken erwartet. Die Ausstattung mit flüssigen Mitteln ist mit gut 250 Millionen Franken noch reichlich – für Anleger, die Risiken eingehen wollen, eine Empfehlung. Zumal Basilea auch als attraktiver Kandidat für eine Übernahme durch einen Pharmariesen gilt. Kaufen

Starkes Wachstum in Asien

Wer sich im Luxusgüterbereich nach Schnäppchen umschaut, kommt nicht um Pandora herum. Die dänische Schmuckkette ist bekannt für Qualitätsschmuck im unteren Preissegment, aber auch ihre Aktien sind derzeit sehr günstig. Die Bewertung ist gerade noch halb so hoch im Vergleich mit LVMH, Richemont und Swatch Group. Dabei waren die Titel während Jahren eine der Kursraketen an der Kopenhagener Börse. Belastet haben vor allem die Sorgen um das US-Geschäft und der gestiegene Silberpreis. Shoppingcenter sind wegen der Onlinekonkurrenz stark unter Druck geraten. Silber ist das wichtigste Rohmaterial für Pandora, wobei das Unternehmen Preisänderungen nicht unmittelbar an die Kunden weitergeben kann. Beide Sorgen werden ­allerdings überbewertet. Denn gleichzeitig wächst Pandora in Asien immer noch zweistellig pro Jahr. Das bietet auch in Zukunft Potenzial für höheren Umsatz und Gewinn. Investoren, die auf Substanztitel setzen, haben in den vergangenen Wochen die Titel gekauft. Noch ist es nicht zu spät einzusteigen. Kaufen

Gelungener Turnaround

Was so manchen Industriekon­zernen Sorgen macht, bereitet Schmolz + Bickenbach Freude: höhere Stahlpreise. Endlich hat der Hersteller von Speziallangstahl es geschafft, die Preise zu erhöhen, im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 13 Prozent. Das ist der gesunden Nachfrage vieler Abnehmer zu verdanken, etwa aus der Autoindustrie. Aber auch einem besseren Produktemix, weil es sich S+B angesichts hoher Auslastung leisten kann, wenig erkleckliche Aufträge nicht anzunehmen. Gleichzeitig wirken sich die seit Jahren laufenden Massnahmen zur Effizienzsteigerung positiv aus. Das Management hat nun die Ergebnisprognose für das Gesamtjahr erhöht. Dumm nur, dass der Markt noch etwas mehr erwartet hat. Ich bleibe dabei, der Turnaround ist strategisch, operativ und finanziell so gut wie gelungen, die Aktien sind aber schon zu gut gelaufen. Abwarten

1 Kommentar zu «Givaudan verbreitet ­verführerischen Duft»

  • erich schweizer sagt:

    Givaudan würde ich bei 1’850.– kaufen.
    Basilea bei 80.–, Schmolz & Bickenbach ist nach meiner Meinung durchaus ein kauf beim momentanen Kurs.
    Viele Schweizer Aktien sind auf längere Sicht kein Risiko, im Gegensatz zu amerikanischen Aktien die viel zu hoch stehen.
    Wer glaubt dass Trump bald nicht mehr Präsident ist, sollte sowieso noch ein wenig abwarten, denn seine Steuerversprechungen haben die Börsen getrieben.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.