Feriengeld: Nutzen Sie unterschiedliche Zahlungsmittel

Unbeschwert Ferien machen: Wenn das Geld auf dem Trockenen ist. Foto: Getty

Unbeschwert Ferien machen: Wenn das Geld auf dem Trockenen ist. Foto: Getty

Wir fliegen in den Sommerferien nach Spanien und machen uns Gedanken wegen des Geldes und der Sicherheit. Welche Mischung empfehlen Sie uns fürs Feriengeld? E. S.

Die wichtigste Empfehlung ist bereits in Ihrer Frage enthalten: Ich rate Ihnen, nicht nur auf ein einzelnes Zahlungsmittel zu setzen, sondern einen Mix der unterschiedlichen Zahlungsmöglichkeiten zu nutzen. Konkret würde ich rund ein Drittel Ihres Ferienbudgets als Bargeld in Euro bereits mitnehmen. Dieses Geld würde ich schon hier in der Schweiz direkt kostengünstig, meist gebührenfrei, am Geldautomaten Ihrer Hausbank beziehen. Mag sein, dass Sie irgendwo in Spanien für Ihre Franken vielleicht einen besseren Wechselkurs bekommen. In der Regel werden Ihnen vor Ort aber zusätzliche Wechsel- und Bearbeitungsgebühren der lokalen Wechselstube oder Bank belastet. Auch ist der Wechsel noch hier in der Schweiz sicherer.

Ohnehin brauchen Sie für die Zeit gleich nach der Ankunft Bargeld. Da ist es umständlich, wenn Sie zuerst noch wechseln müssen. Ein hoher Cash-Betrag in Euro, den Sie mitnehmen und auf sich tragen, hat allerdings den Nachteil, dass Sie umso beliebter für Taschendiebe werden, welche gerade in den Sommerferien überall Hochkonjunktur haben. Oft ist man auf der Reise in die Ferien auf Flughäfen oder Bahnhöfen oder auch kurz nach der Ankunft vor Ort angesichts der vielen Eindrücke schnell abgelenkt. Da braucht es wenig, dass einem professionelle Trickdiebe das Portemonnaie oder die Tasche stehlen. Darum würde ich nicht das ganze Feriengeld in Cash mitnehmen.

Vielmehr können Sie, sobald Sie Ihr Bargeld aufgebraucht haben, vor Ort mit Ihrer Debitkarte, Maestrokarte usw. direkt am Bankautomaten für das zweite Drittel Ihres Ferienbudgets zusätzliche Euro beziehen. Da fallen zwar auch Gebühren an. Dafür senken Sie Ihr Klumpenrisiko: Sie sind weniger anfällig für Diebe. Kein Problem ist innerhalb der EU das Geoblocking, welches den Geldbezug in bestimmten Ländern blockiert. Auf keinen Fall sollten Sie das Bargeld im Ausland über Ihre Kreditkarte beziehen. Denn dann zahlen Sie deutlich höhere Gebühren, die von Ihrem Feriengeld abgehen.

Für das letzte Drittel können Sie je nach Art Ihrer Reise auch Ihre Kreditkarte nutzen – etwa für die Bezahlung von Rechnungen im Hotel und in Restaurants oder in Geschäften. Hier ist es allerdings wichtig, dass Sie sich den Betrag in Lokalwährung belasten lassen und nicht etwa in Schweizer Franken. Ansonsten werden Ihnen wiederum höhere Gebühren verrechnet, als wenn Sie mit der Kreditkarte in Lokalwährung zahlen. Die Kreditkarte hat den Vorteil, dass Sie deutlich weniger Bargeld auf sich tragen müssen und das Risiko, bestohlen zu werden, senken. Anders als beim Bargeld werden Ihnen die Karten bei einem Verlust des Portemonnaies ersetzt. Hotelrechnungen usw. können Sie in der Regel ebenfalls mit der Maestrokarte begleichen. Da macht es keinen Sinn, zuerst Bargeld zu beziehen und dann Cash zu zahlen.

Höchste Sicherheit auf Reisen bieten ferner Zahlungsmittel wie die Travel Cash Card. Dabei lädt man einen Betrag vorgängig auf die Karte und kann das Geld dann später in den Ferien vor Ort in Landeswährung über Geldautomaten beziehen. Aufgrund der anfallenden Gebühren ist dies allerdings nicht ein günstiges Zahlungsmittel, aber ein sicheres. Sollte Ihnen die Karte gestohlen werden, wird nicht nur die Karte ersetzt, sondern auch das restliche Guthaben ist gesichert.

Apropos Sicherheit: Nach der Rückkehr aus den Ferien sollten Sie unbedingt Ihre Kreditkartenrechnung und Ihren Bankauszug kontrollieren. Falls darauf Buchungen enthalten sind, die für Sie nicht nachvollziehbar sind, müssen Sie dies umgehend beim Kartenherausgeber bzw. Ihrer Bank beanstanden. Wichtig ist, dass Sie auch alle Zahlungsbelege von Transaktionen mit den Karten in den Ferien verlangen und aufbewahren. Diese können Sie bei allfälligen Fehlbuchungen gegenüber Ihrer Bank vorweisen und so für Sie das bei Karten immer verbleibende Missbrauchs-Restrisiko vermindern.

19 Kommentare zu «Feriengeld: Nutzen Sie unterschiedliche Zahlungsmittel»

  • Ruedi Meier sagt:

    Es heisst bei uns Bancomat, nicht Geldautomat und auch nicht Bankautomat. Da ich oft in Spanien bin rate ich eher dazu, Euro bei der Ankunft am Flughafen zu beziehen und nicht viel Bargeld herumzutragen. Der Kurs ist besser als an hiesigen Bancomaten. An allen Flughäfen in Spanien gibt es mehrere Geräte. Auch hier ist es allerdings wichtig, dass Sie sich den Betrag in Lokalwährung belasten lassen und nicht in Schweizer Franken. Das Menü stellt die Frage. Andere Gebühren gibt es nicht ausser diejenigen Ihrer Hausbank von meist 5.– Fr. pro Bezug. Der bessere Kurs wiegt das aber auf. Manchmal gibt es eine Limite von 300€ pro Bezug (nicht pro Tag). Hotelrechnungen würde ich mit Kreditkarten bezahlen und nicht mit maestro, da auch da Kosten entstehen. Bargeldbezug mit Kreditkarte als Notfall.

  • Ruedi Meier sagt:

    Schweizer Bancomaten geben in der Regel nur 50€-Noten aus, in Spanien gibt es einen Mix. Bancomaten findet man dort überall. Die Geräte können auch mehere Sprachen, also keine Angst wenn man kein Spanisch versteht. Nimmt man CH-Bargeld mit sollte man es am besten am Flughafen wechseln. Es ist sonst nicht so einfach, Wechselmöglichkeiten zu finden und auch der Kurs ist in der Regel schlecht.

    • Nick sagt:

      „Bancomaten findet man dort überall.“ Das Wort „dort“ bezieht sich auf Spanien. Gemäss Ihrer vorigen Kritik an der angeblich nicht Landes-konformen Wortwahl „..Bancomat, nicht Geldautomat ..“ für CH hätte ich es angemessen gefunden, wenn Sie hier die korrekte spanische Bezeichnung (gern auch katalanisch und baskisch) verwenden wollten. Einen herzlichen Gruss an alle Sprachschützer, Puristen und Fanatiker.

      • Ruedi Meier sagt:

        Wenn Sie sich gerne durch die Medien manipulieren lassen…..bitte. Wir erleben hierzulande eine „Deutschlandisierung“ unseres Sprachgebrauchs, gesteuert durch die Massenmedien. Stichwort Abschaffung von „Helvetismen“, welche allerdings auch ein Teil unserer Identität sind.

  • Hans Meier sagt:

    Meine Variante:
    1. Bei der PostFinance habe ich das PrivatKonto Plus. Damit kann ich an allen Bancomaten im In- und Ausland kostenlos (!) Bargeld beziehen. Ich habe ein paar Mal recherchiert für meine Bezüge im Ausland: Der Wechselkurs ist sehr gut. Und: Funktionierte sogar auf SriLanka.
    2. EC vs. Kreditkarte: I.d.R. bezahlt man bei der EC-Karte pro Transakation einen fixen Betrag, z.B. CHF 1.50. Bei der Kreditkarte dagegen nicht, dafür hat man einen Fremdw. Zuschlag von i.d.R. 1.5%. Daraus folgt, dass man also — je nach Währung und Umrechnungskurs–, bis z.B. CHF 90 besser mit der Kreditkarte bezahlt, danach mit der EC-Karte.
    3. Im Ausland immer lokale Währung zum Abrechnen wählen, nie CHF nehmen. Der Kurs ist schlecht, d.h. teurer als FW-Währung und dann FW-Spesen zu bezahlen.

  • Christopher Chandiramani sagt:

    „Nur Bares ist Wahres“ – Computergeld, Checks und Kreditkarten in der Wüste, in den Regenwäldern des Äquators, im Himalaya oder in den Bergdörfern der Anden sind weitgehend unbekannt. US-Dollars und Euros werden weltweit angenommen. Aber Skandinavien, insb. Schweden, und die Grossstädte der USA usw. sind eine andere Welt. Da gibt es Probleme ohne Kreditkarte.

  • Anton Keller sagt:

    Ich habe in Deutschland ein Gratis-Konto bei der DKB mit Gratis-VISA Karte in Euro, so dass ich ohne jegliche Kommission im Laden, Restaurant und Hotel in der EU zahlen kann. Dazu kann ich auch an den jden Bancomaten in der EU gratis Bargeld beziehen, so dass ich nicht zuviel Geld auf mich tragen muss.

  • Jan Kurt sagt:

    Es wird zwar empfohlen bei Zahlung mit KK die lokale Währung zu wählen. Dabei bleibt aber zu beachten, dass die KK Bank dann meist 2% Fremdwährungsgebühr nimmt. Die ha tman nicht wenn man in CHF zahlt. Wie viel der Kurs dann schlechter ist und was das im Total ausmacht ist leider nicht (sofort) transparent.

    • Ruedi Meier sagt:

      Kann Ihnen aus Erfahrung sagen, dass der Kurs wesentlich schlechter ist als die 2% (mehr oder weniger) Fremdwährungsgebühr. Zudem werden Ihnen neuerdings trotzdem CHF 1.50 bis 2.– für Zahlungen im Ausland verrechnet. Gilt auch teilweise für Zahlungen bei Käufen übers Internet. Krass ist es beim Bargeldbezug: bis zu 10 Fr. Unterscheid bei einem Bezug von 300€.

    • Leo Schmidli sagt:

      Nach meiner Erfahrung beträgt der Unterschied bei einer Umrechnung der lokalen Währung rund 10%(!). Also wirklich NIE umrechnen lassen!

  • loulou55 sagt:

    Wir schreiben das Jahr 2017 und jemand stellt eine solche Frage. Oh Gott.
    Naja, so eine Spanienreise ist halt noch ein richtiger Abenteuertrip in eine unbekannte Welt.
    Ich habe schon vor ca. 12 Jahren ein Postfinance €-Konto eröffnet und mit der Kontokarte jeweils gebührenfrei in Italien und Spanien Geld bezogen.
    Wer ein papierloses Online-Konto bei Postfinance hat mit über 25/m Total-Guthaben (alle Konti zählen, auch 3. Säule), zahlt Fr. 0.00 Spesen für Bancomatbezüge. Die Spesen der ausl. Bank, falls verlangt, werden aber belastet.
    Das gilt übrigens weltweit auch beim CHF-Konto. Habe Anfang Monat 3x Geld in Hongkong bezogen, spesenfrei. Der Umrechnungskurs ist bei PF auch i.O.
    1/3 Ferienbudget in Cash? Würde ich eher nicht machen, wenn es mehr als Fr. 300.- sind.

    • Hugo H. sagt:

      Genau so ist es! Postfinance bietet mit ABSTAND die günstigsten Bezahlmöglichkeiten: Konto Plus, darin ein Euro-Konto mit sep. Gratis-Karte in Euro. Geld vom CHF-Konto auf Euro verschieben, und dann gratis im Ausland mit der Euro-Konto-Karte Geld abheben. Funktioniert seit Jahren bei uns problemlos, in Europa und auch in der Karibik (Bancomaen mit dem blauen PLUS Zeichen). Damit reicht es, etwas Bargeld mitzunehmen und vor Ort Geld ab den „Geldeseln“ zu beziehen, immer schon in Tranchen, damit man nie zuviel Bargeld bei sich hat (Diebstahlrisiko mindern). Betr. Kreditkarten: sind immer noch viel teurer als Bargeldbezug wie oben beschrieben … Dies insbes. bei den sog. „Gratis-Kreditkarten“ (2% Auslandgebühren).

  • Christoph Bögli sagt:

    Etwas komische Budgetrechnung. Hotel, Restaurants, etc., die man richtigerweise mit Kreditkarte zahlen kann, machen also nur einen Drittel des Reisebudgets aus? Welche anderen relevanten Ausgaben gibt es denn in den Ferien ausser Unterkunft und Verpflegung? Ausser E.S. ist ein Sauf- oder Sextourist, der effektiv einen Grossteil seines Budgets in Barzahlungsbetrieben verjubelt, kann man locker 2/3 der Ausgaben für die Kreditkarte veranschlagen. Mindestens. Die paar Euro, die man hier und da in der Tapas- oder Strandbar liegen lässt, kann man problemlos je nach Bedarf vor Ort beziehen. Weshalb ich letztlich maximal 100-200 Euro aus der Schweiz als Notgroschen mitschleppen würde, alles andere ist unverantwortliches Risiko.

    • Karl von Bruck sagt:

      Nur Bares ist Wahres. In E, der Rest-EU und dem Balkan Teuros, und im „Rest“ der Welt US-Dollars. Schon ein paar km abseits des Tourismusmainstreams, geschweige denn in der Weite der Pampa sind Karten und andere Waehrungen schlicht unbrauchbar. Die Empfehlungen im Artikel sind durchaus angemessen, wobei es Beratenen durchaus freisteht, diese ihrer besonders vorsichtigen oder abenteuerlichen Ferienfreizeitgestaltung anzupassen.

      Von besonderem Vorteil ist, dass die Kommentare zu diesen Artikeln nicht oder kaum zensuriert werden, was dem interessierten Leser freistellt, sich auch an der Kritik zu orientieren. Derweil nicht nur in der Presse der Verleger und ihrer Grossinserenten, sondern gar des (noch) von den Kommentatoren zwangsfinazierten SRF sonst Kritik vorwegzensuriert wird….

  • Karl von Bruck sagt:

    Eine interessante Ergaenzung Punkto Sicherheit ist die Postfinance Travel Card. Es kann nie mehr abgezockt oder nachbelastet werden als noch Guthaben auf der Karte ist. Horrend sind allerdings die Gebuehren. 1,5 Prozent sind schon beim Laden faellig. 5 Franken beim Bargeldbezug, 1 Franken bei jeder anderen Transaktion. In manchen Laendern zocken die Betreiber der Bancomaten eine weitere Gebuehr ab, die auch vom Kunden zu blechen ist. Waren das noch schoene Zeiten, als die gute alte PTT noch Reisechecks fuer ein Prozent ausgab. Die manuelle Einloesung am Postschalter bei gewissen Destinationen war manchmal etwas langwierig, wenn der Postbeamte zuerst das Handbuch studieren musste, bevor er das Geld – damals noch zum Mittel- statt Abzockkurs – herausrueckte…..

Kommentar

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