Steuerfreie Rente und Rendite erzielen

Entnahmeplan: Sie können sich Ihr Alter versüssen. Foto: Imagebroker

Entnahmeplan: Sie können sich Ihr Alter versüssen. Foto: Imagebroker

Ich will bei meiner Pensionierung einen Kapitalbezug von 150’000 Franken vornehmen und davon monatlich regelmässig 500 Franken als zusätzliche Rente beziehen. Wie kann ich diesen Betrag anlegen? B. S.

Sie können dies einfach durch einen Vermögensentnahmeplan realisieren. Umsetzbar ist dies praktisch bei jeder Bank. Auch Versicherungen bieten entsprechende Möglichkeiten. Der Vorteil eines solchen Bezugsplans liegt einerseits darin, dass Sie so Ihr Einkommen im Alter neben Pensionskassenrente und AHV aufbessern, anderseits können Sie Steuern sparen. Denn wenn Sie sich regelmässig von Ihrem Vermögen einen Betrag auszahlen lassen, müssen Sie diesen Zustupf nicht versteuern. Das Geld wurde früher ja bereits als Einkommen versteuert. Lediglich das verbleibende Vermögen sowie Zins- und Dividendeneinnahmen sind zu versteuern.

Zum Vergleich: Die Renten aus der Pensionskasse und der AHV sind zu hundert Prozent steuerbar. Selbst eine Leibrente muss zu 40 Prozent versteuert werden. Der eigentliche Vermögensverzehr hingegen ist steuerfrei. Sie tragen gleichzeitig aber das Langlebigkeitsrisiko. Falls Sie jeden Monat 500 Franken beziehen, wie geplant, ist das eingesetzte Vermögen von 150’000 Franken nach 25 Jahren vollständig aufgebraucht. Verbessern können Sie die Situation, indem Sie das Kapital nicht einfach auf dem Konto liegen lassen, sondern investieren.

Sinnvoll ist eine Anlage über klassische Anlagefonds oder Exchange Traded Funds (ETFs). Je höher die Rendite, die Sie erwirtschaften, ausfällt, desto länger können Sie sich mit dem Bezugsplan einen Zustupf auszahlen lassen. Die höchste Rendite versprechen Aktienanlagen, gleichzeitig sind damit aber auch erhöhte Risiken verbunden. Mit sehr sicheren Obligationen alleine erreichen Sie angesichts der nach wie vor sehr tiefen Zinsen keine vernünftige Rendite, die deutlich über den Gebühren liegt.

Deshalb empfehle ich Ihnen eine diversifizierte Strategie mit den wichtigsten Anlagegruppen wie Aktien, Obligationen, Immobilien und Cash. Abdecken können Sie dies mittels Strategiefonds oder verschiedenen ETFs. Der Vorteil bei Letzteren liegt darin, dass Sie weniger Gebühren zahlen. Ich rate Ihnen, sich von mehreren Banken einen konkreten Vermögensentnahmeplan mit Anlagen in Fonds und ETFs ausarbeiten zu lassen.

Schwieriger ist die Frage, wie viel Risiken Sie eingehen möchten. Falls Ihre Strategie nicht aufgeht und Sie durch die Anlage hohe Verluste einfahren, fehlt Ihnen das Geld für Ihren Bezugsplan. Darum sind eine breite Diversifikation des Kapitals und eine Risikobalance sehr wichtig. Da das Kapital länger liegen bleibt, würde ich eine ausgewogene Strategie wählen, damit Sie einerseits etwas gegen starke Kursrückschläge abgesichert sind, anderseits wenigstens teilweise an den höheren Renditechancen von Aktien partizipieren können.

5 Kommentare zu «Steuerfreie Rente und Rendite erzielen»

  • Josef Marti sagt:

    Schneller Vermögensverzehr ist auf jeden Fall zu empfehlen sonst kriegt am Schluss noch alles das Pflegheim, insbes. wenn man der latenten Gefahr ausgesetzt ist, dass man zu lange lebt. Dann nämlich werden all die löblichen Bemühungen, die akkumulierten Vermögenswerte in die nächste Generation hinüberzuretten kläglich scheitern.

  • Schwab sagt:

    Wird der Kapitalbezug nicht einmal versteuert?

  • B.Vetter sagt:

    Geben Sie Ihr Geld keiner Bank und keiner Versicherung. Diese geben Ihnen dafür nur ein Papierversprechen. Im „Ernstfall“ kann alles weg sein.
    Kaufen Sie jetzt Edelmetalle, Lagerung in einem Zollfreilager: Vorteil Sie sind immer Eigentümer, Sie können sich jederzeit monatlich durch Dauerauftrag einen Betrag in einer Währung entnehmen, die Ihnen zusagt. Kurssteigerungen sind nach einem Jahr immer komplett Steuerfrei. Dazu könnten Sie zusätzlich noch einen Teil in verschiedene Industriemetalle einlagern lassen. Auch hier wiederum das gleiche.
    Nochmals: Fallen Sie nicht auf die Papierversprechungen von Banken, Versicherungen und deren „Handlager“ herein. An den Kosten werden diese sich gütlich tun und Sie dürfen „glauben“, dass Sie die Auszahlungen immer erhalten!

  • Manfred Zwygart sagt:

    B. Vetter…Ihre Aussagen werden wahrscheinlich schon diesen Sommer/Herbst massiv an Bedeutung gewinnen.

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