Mit mehreren 3.-Säule-Konten sparen Sie Steuern

Splitten der 3. Säule wegen Steuern: Bei zu vielen Konten dürften die Behörden Fragen nach dem Sinn stellen. Foto: Getty Images

Splitten der 3. Säule wegen Steuern: Bei zu vielen Konten dürften die Behörden Fragen nach dem Sinn stellen. Foto: Getty Images

Ich habe schon zwei 3.-Säule-Konten. Nun will ich weiter einzahlen. Soll ich auf die bestehenden einzahlen oder ein drittes Konto eröffnen wegen der Steuern? Z. V.

Aus steuerlicher Sicht ist es sinnvoll, wenn Sie mehrere 3.-Säule-Konten unterhalten. Denn dann sind Sie später in der Lage, im Rahmen Ihrer Pensionierung die einzelnen Konten gestaffelt zu beziehen. So können Sie Steuern sparen. Allerdings muss ich Sie darauf hinweisen, dass die Regelungen und Steuerpraxis bei gestaffeltem Bezug nicht in allen Kantonen gleich sind. Je nach Kanton kann es sein, dass der gestaffelte Bezug gar nichts bringt.

Ich rate Ihnen, sich daher auch bei Ihren lokalen Steuerbehörden nach der Praxis zu erkundigen. Wenig sinnvoll erachte ich es, wenn man fünf oder mehr 3.-Säule-Konten führt. Zwar gibt es im Gesetz keine Bestimmung, welche das untersagt. Sie gehen aber das Risiko ein, dass Ihnen Ihr Steueramt unterstellt, dass Sie das nur gemacht haben, um Steuern zu umgehen.

Kein Problem sehe ich, wenn Sie drei 3.-Säule-Konten führen. Denn Sie können zu Recht argumentieren, dass Sie das aus Sicherheitsgründen gemacht haben: Bei Banken sind nämlich nur maximal 100’000 Franken auf dem 3.-Säule-Konto bei einem Bankenzusammenbruch privilegiert. So argumentieren können Sie aber nur, wenn Sie die drei Konten bei drei verschiedenen Banken eingerichtet haben. Dazu rate ich Ihnen auch aus Sicherheitsüberlegungen. Diese Diversifikation kostet Sie nichts, bringt aber punkto Sicherheit einiges.

Ihre 3.-Säule-Konten dürfen Sie als Mann ab dem 60. Altersjahr beziehen. Frauen ab 59 Jahren. Alle Konten bezogen haben müssen Sie dann spätestens mit der ordentlichen Pensionierung mit 65 Jahren. Frauen mit 64 Jahren. Weiterführen dürfen Sie die 3.-Säule-Konten nur, wenn Sie weiterhin arbeiten und ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erwirtschaften. Dann dürfen Sie die 3.-Säule-Konten bis maximal 70 Jahre aufrechterhalten. Frauen bis 69 Jahre. Da in der Zeit bis zur ordentlichen Pensionierung von 65 in der Regel auch das Pensionskassengeld bezogen wird, macht es wenig Sinn, zu viele Konten zu haben. Ansonsten ist eine empfohlene Staffelung des Bezugs nur noch schwer möglich.

4 Kommentare zu «Mit mehreren 3.-Säule-Konten sparen Sie Steuern»

  • Daniel Fässler sagt:

    Diese Kantönligeist ist einfach nur noch peinlich für einen angeblichen modernen Staat. Sogar Rentner müssen einen Kantonswechel machen, um Steuern zu optimieren.

  • Carlos Hugas sagt:

    Ich habe eine unermessliche Verachtung für das verregulierte staatliche Vorsorgesystem in der Schweiz. Die Vorschriften für Pensionskassen und Säule 3a bewirken, dass sämtliche Vorsorgevermögen auf mehr oder weniger die gleiche Art von den erwiesenermassen unfähigen Grossbanken verwaltet werden. Es herrscht eine Monokultur. Eine Debatte über Anlagephilosophien gibt es nicht. Ein Warren Buffett hätte keine Chance, in der Schweiz eine Berkshire Hathaway zu gründen und mit dieser Vorsorgevermögen zu verwalten. Grossbanken, Heimatschützer, Lobbyisten und Klavierspielerinnen haben dafür gesorgt, dass Alterskapital primär in Nestle, UBS und Novartis investiert wird.

  • Jakob Baumann sagt:

    Klavierspielerinnen!!!! Sehr gut!

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