Eine hohe Hypothek ist ein grosses Risiko im Krankheitsfall

Todesfall oder Invalidität: Wer eine Hypothek besitzt, muss die Familie absichern. Foto: Keystone

Todesfall oder Invalidität: Wer eine Hypothek besitzt, muss die Familie absichern. Foto: Keystone

Als Familie mit drei Kindern und einem kleinen Haus machen wir uns Gedanken über mögliche Gefahren: Was ist, wenn ich oder meine Frau krank werden und unsere hohe Hypothek nicht mehr zahlen können? Müssten wir dann ausziehen? I. P.

Grundsätzlich ist es richtig, dass Sie sich als Familienvater Gedanken über Ihre finanziellen Risiken machen. Sollten Sie oder Ihre Frau verunfallen oder krank werden, sind Sie durch die Unfallversicherung und die Krankenkasse versichert. Sofern Sie angestellt sind, ist auch Ihr Lohn versichert. Falls Sie selbstständig sind, müssten Sie unbedingt eine Erwerbsausfallversicherung abschliessen.

Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass der eingesetzte Lohn nicht zu tief angesetzt wird, da Ihnen im Risikofall sonst nur wenig Geld zur Verfügung steht. Über den Lohn- und Erwerbsausfall hinaus würde ich mir in Ihrem Fall auch Gedanken über eine Todesfallrisikoversicherung machen, welche auch das Invaliditätsrisiko miteinschliesst. Denn Sie müssen sich fragen: Wie können Sie die Kosten für Ihr Haus und die Hypothek bezahlen, wenn Sie oder Ihre Frau sterben würden oder einer von beiden invalid würde? Solche Risiken berücksichtigen gerade Familien oft zu wenig.

Ein Schicksalsschlag kann schnell dazu führen, dass das verbleibende Einkommen oder mögliche Renten nicht mehr genügen, um die Hauskosten zu bezahlen, erst recht, wenn eine hohe Hypothek besteht und allenfalls noch Amortisationen geleistet werden. Aus der Ferne kann ich Ihre effektiven Risiken nicht beurteilen.

Ich empfehle Ihnen, Ihre finanzielle Situation offen mit Ihrer Hausbank zu diskutieren. Auch könnte es sich für Sie lohnen, Ihre Lage von einer oder mehreren Versicherungen prüfen zu lassen. Ich würde bewusst mit mehreren Anbietern sprechen und sich allfällige Lücken in Ihrer Finanz- und Risikovorsorge aufzeigen und Vorschläge ausarbeiten zu lassen, wie Sie diese überbrücken könnten. Anhand der verschiedenen Vorschläge können Sie sich ein realistisches Bild über Ihre möglichen Gefahren machen und abschätzen, welche Risiken Sie bewusst tragen möchten und können und welche Sie mittels Reserven oder Versicherungen möglichst ausschliessen möchten. Wenn Sie übrigens Ihre Risiken verringern, sind Banken und Versicherer zum Teil bereit, Ihnen auch tiefere Konditionen bei der Hypothek anzubieten. Und Sie können ruhiger schlafen.

4 Kommentare zu «Eine hohe Hypothek ist ein grosses Risiko im Krankheitsfall»

  • Eugen Motz sagt:

    Was ist eine „hohe“ Hypothek? Wenn Sie diese Situation nicht in einer Kalkulation VOR einem Kauf berücksichtigen, haben sie etwas falsch gemacht. Denn in der heutigen Zeit muss man damit rechnen, seinen Job zu verlieren und nur noch 1 Einkommen zu haben. Und wenn die Finanzierung auf Basis von 2 Löhnen aufgebaut ist, haben Sie etwas falsch gemacht.

    • Karl von Bruck sagt:

      Die Zeiten, wo ein Ernaehrerlohn noch – wenn auch eusserst knapp bei Kohl und Brot mit Servela nur am Sonntag – gar reichte, die Hypotheken auf einem Einfamilienheuschen zu verzinsen und mit den Jahrzehnten abzustottern sind vorbei. Der Anteil der Loehne an der Wertschoepfung war noch weit hoeher, die Abzocke fuer Sozialversicherungspraemien und Steuern (kalte Progression) viel kleiner. Und vor der KESBerliheateraera kostete ein „normales“ Kind weniger als 200 statt mehr als 2000 Franken pro Monat….

  • Rolf Rothacher sagt:

    Vor allem muss jeder, der die Stelle wechselt, ganz genau hinschauen, wie er beim neuen Arbeitgeber gegen Invalidität/Tod versichert ist, ganz besonders während der Probezeit. Ja nach Reglement wird bei einem Schadenseintritt während der Probezeit auf dem überobligatorischen Teil keine Rente ausgerichtet, sondern bloss eine einmalige Kapitalabfindung ausbezahlt. Das kann die Familie dauerhaft zu armen Leuten machen.

  • Karl von Bruck sagt:

    Es waere an der Zeit, das Versicherungsunwesen grundsaetzlich zu ueberdenken, zumal der Schweizer Weltmeister gar im prozentualen Zahlen von Versicherungspraemien ist. Bezeichnend ist, dass Baenkster ihre minimen Immorestrisiken (Brand, usw. pp) gerne beim unbeschraenkt haftenden Staat versichert haben. Das Kundenrisiko koennen sie vergessen, wenn sie erste Hypos auf 50% des Wertes beschraenken und auf den weiteren happige Risikopraemien einsacken. Faellt der Hypozins wegen Kundenruins aus, wird einfach die Immobilie versteigert. Der Baenkster hat seine Kohle und der Kunde liegt ruiniert in der Gosse. Privatversicherungen sollten verpflichtet werden, die Deckungen und Selbstbehalte nach Wunsch des Kunden akzeptieren zu muessen. Die Deckung waere nicht nur billiger, sondern besser….

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