Letzte Chance auf gutes Geld mit Syngenta

Abschied von Syngenta: Die letzte Verlängerung der Angebotsfrist endet am 4. Mai 2017. Foto: Syngenta/Keystone

Vor vier Wochen habe ich geraten, auf das Gelingen der Übernahme von Syngenta durch Chemchina zu spekulieren. Diese Rechnung ist wohl aufgegangen, das Rest­risiko eines Scheiterns ist minim. Wer die Aktien besitzt, sollte nicht verkaufen, sondern andienen. Denn es gilt nicht nur, die rest­lichen knapp 10 Franken je Aktie zum Übernahmepreis von 465 Dollar einzuheimsen. Es geht auch um die 5 Franken Sonderdividende. Anrecht auf diesen Zustupf ­haben nur jene Anleger, die ihre Titel rechtzeitig andienen. Die letzte Verlängerung der Angebotsfrist endet am 4. Mai um 16 Uhr. Wer den Termin verpasst, riskiert nicht nur, dass nach der Übernahme die Titel wenig liquide sind, er verpasst auch die Sonderdividende. Ob in der zweiten oder dritten Linie andienen, ist mittlerweile eher zweitrangig. Wer sich die Option auf weitere Handelbarkeit offenhalten will, nimmt die zweite Linie. Wem eher wichtig ist, den Gegenwert in Franken statt in Dollar zu erhalten, wählt die dritte ­Linie. Auf jeden Fall aber: Andienen

Abwärtsspirale ist vorbei

Glücklich darf sich schätzen, wer über Ostern in London war. Denn ganz so günstig dürfte eine Reise nach Grossbritannien so schnell nicht mehr werden. Vergangene Woche hat sich das Pfund zum Franken weiter verteuert. Die britische Währung reagierte positiv auf die Ankündigung von Premierministerin Theresa May, am 8. Juni Neuwahlen abzuhalten. Weshalb dies positiv für das Pfund ist? Ganz einfach: Der Markt geht davon aus, dass die Tories ihre Mehrheit im Parlament ausbauen werden. Gelingt dies, hätte May einen stärkeren Rückhalt bei den EU-Austrittsverhandlungen. Der Markt geht nun vom besten aller Fälle aus, während er zuvor rund um den Brexit ein pessimistisches Szenario eingepreist hatte. Das machte das Pfund zum gefundenen Fressen für Leerverkäufer – jene Spekulanten, die auf fallende Kurse setzen. Diese Abwärtsspirale ist aber vorerst vorbei. Sollte bis Anfang Juni nichts Unvorhergese­henes dazwischenkommen, dürfte das Pfund leicht steigen und sich bei 1.30 Franken einpendeln. ­Danach könnte es aber wieder zu Schwächephasen kommen, weshalb sich ein Kauf der britischen Währung bis auf weiteres nicht aufdrängt. Abwarten

Die USA im Visier

Nach einem überraschend positiven Geschäftsjahr 2016 entwickelt sich Temenos weiterhin stark. Dem Bankensoftwarehersteller gelingt es immer besser, grössere Kunden zu gewinnen. Der Trend ist auf der Seite von Temenos, denn die meisten Banken sitzen immer noch auf veralteter IT, die es ihnen nicht ­erlaubt, die volle Bandbreite des digitalen Bankings anzubieten. ­Temenos ist ein internationaler Player, der Abhilfe schafft. Das ­Geschäft ist eine Cashmaschine, die Taschen der Genfer sind voll von trockenem Pulver. Damit nimmt das Unternehmen nun den grössten Markt, die USA, ins Visier. Die Titel sind zwar historisch gesehen teuer. Mit Gewinnmitnahmen muss gerechnet werden. Doch die Wachstumsaussichten sind intakt. Zu organischem Wachstum wird in Zukunft auch akquisitorisches hinzukommen, was sich im Kurs noch nicht widerspiegelt. Kaufen

Bis April mehr Gäste als je zuvor

Die Gruppe Jungfraubahn hat im vergangenen Jahr weniger um­gesetzt als im Vorjahr. Doch das klingt schlechter, als die Lage ­tatsächlich ist, denn der Umsatz entspricht immer noch dem ­zweithöchsten je erreichten Wert, ebenso der Gewinn. 916 000 Besucher brachte die Gesellschaft 2016 auf das Jungfraujoch. Das ist unglaublich und mag jemanden vielleicht davon abhalten, persönlich dort oben wieder einmal vorbeizuschauen, nicht aber davon, zu investieren. Denn der Tourismus auf dem Jungfraujoch ist gut ins neue Jahr gestartet. Bis Mitte April wurden 25 Prozent mehr Gäste als je zuvor gezählt, und auch erste Reservationen bis Juli stimmen positiv. Die Chinesen kommen wieder, und auch der ­Zustrom aus anderen asiatischen Märkten zeigt aufwärts. Wie es mit dem Ausbauprojekt V-Bahn weitergeht, ist zwar immer noch ­offen, aber um die Abhängigkeit vom Verkehrsertrag zu verringern, sucht Bahnchef Urs Kessler neue Wege und testet neue Geschäftsfelder, ablesbar am Testladen im Hotel Metropol in Interlaken oder am Buffet auf der Kleinen Scheidegg. Später sollen die Restaurants auf dem Jungfraujoch in Eigen­regie geführt werden. Auf lange Sicht bin ich optimistisch. Dosiert kaufen

Showdown bei Wahl in den Verwaltungsrat

Beim Assetmanager GAM müssen die Aktionäre am Donnerstag zwischen Pech und Schwefel wählen. Hedgefondsmanager Rudolf Bohli fordert die Zuwahl von drei eigenen Kandidaten in den Verwaltungsrat – und sich selbst als VR-Präsidenten. Er will ein Drittel der Belegschaft entlassen, inklusive Firmenchef Alexander Friedman, und den Gewinn verdoppeln. Das ist unrealistisch und zu kurzfristig orientiert. Friedman werkelt andererseits seit über zwei Jahren mit mässigem Erfolg am Turnaround. Dass Friedman der Richtige ist, ist zu bezweifeln, Bohlis Radikalplan wiederum droht GAM zu de­stabilisieren. Der Rebell kann auf Unterstützung einflussreicher Stimmrechtsberater zählen. Sie vermögen üblicherweise gut ein Fünftel der Stimmen zu bewegen. Sie wollen neue Leute im Aufsichtsgremium – nicht jedoch die Umsetzung von Bohlis Strategie. Fast genauso viel Gewicht bringt der Grossaktionär Silchester auf die Waage. Der will sich für die ­offiziellen GAM-Kandidaten aussprechen. Für Spannung ist damit gesorgt. Doch wie es mit dem ­Assetmanager und den Aktien ­danach weitergeht, bleibt vorerst völlig schleierhaft. Abwarten