Bankkonkurs: Wieviel Geld kriegen Kunden zurück?

Kantonalbank: Gesetzlich garantierte Einlagensicherung. Foto: Keystone

Kantonalbank: Gesetzlich garantierte Einlagensicherung. Foto: Keystone

Könnten Sie einmal in Ihrer Kolumne eine Liste der Banken bringen, bei denen die Summe der privilegierten Einlagen höher als 6 Milliarden Franken ist? Denn nur diese Summe ist ja maximal versichert. E.K.

Sie sprechen mit Ihrer Frage einen wichtigen Punkt bei der gesetzlich garantierten Einlagensicherung an: Zwar werden gemäss den Vorgaben des Gesetzgebers bei einem Bankenzusammenbruch Einlagen von höchstens 100’000 Franken je Kunde privilegiert behandelt, womit bei einem einzelnen Bankkonkurs eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass man dieses Geld wieder bekommt.

Zu Recht weisen Sie in Ihrer Frage aber darauf hin, dass die privilegierten Einlagen bei den Banken weit höher sind als die sechs Milliarden Franken, welche von der Schweizer Einlagensicherung Esisuisse als Leistungsobergrenze definiert ist. In der Vereinbarung zwischen der Esisuisse und ihren Mitgliedern wird unter Artikel 7 ausdrücklich eine Systemobergrenze von 6 Milliarden Franken genannt. Würden eine Grossbank oder mehrere mittlere und kleinere Banken gleichzeitig untergehen, würde die Summe von 6 Milliarden Franken überhaupt nicht reichen, um den gesetzlich festgelegten Einlagenschutz sicherzustellen.

Entweder würde dann der Staat – sprich die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler – einspringen und die Differenz übernehmen oder aber die Sparer müssten Abstriche machen. Diese Systemobergrenze ist ein wunder Punkt in der Einlagensicherung und liefert ein Argument, das den Befürwortern der Vollgeldinitiative in die Hand spielt. Wir haben hierzulande zwar eine Einlagensicherung, die Einlagen bis zu maximal 100’000 Franken im Rahmen des Konkursprivilegs garantiert. Weil der gesicherte Gesamtbetrag aber auf 6 Milliarden Franken begrenzt ist, sollte man als  Bankkunde nicht von einer absolut hundertprozentigen Garantie der privilegierten 100’000 Franken ausgehen.

Wenn alle Stricke reissen und mehrere Institute gleichzeitig Pleite gehen, wird es mit dem Schutz schwierig. Selbst eine Staatsgarantie, wie es ein Grossteil der hiesigen Kantonalbanken bietet, ermöglicht auch keine hundertprozentige Garantie. Falls alles schiefgeht, kann selbst ein Kanton finanziell an die Grenzen kommen.

Dass es so weit kommt, müsste wohl das gesamte Finanzsystem zusammenbrechen. Ein solches Szenario, von dem ich nicht ausgehe, basiert auf sehr pessimistischen Annahmen, kann aber nie vollständig ausgeschlossen werden.

Umso wichtiger erscheint mir vor diesem Hintergrund eine breite Diversifikation sowohl nach Anlagegruppen als auch nach Bankinstituten. Selbst dann gibt es keine absolute Sicherheit für das Geld – ein Restrisiko bleibt. Wie hoch man dieses einstuft und wie man damit als Anleger umgehen kann, hängt weitgehend von der eigenen Weltanschauung ab.