Actelion-Übernahme könnte schon nächste Woche stehen

Labor am Actelion-Hauptsitz in Allschwil BL: Der Biotechkonzern ist für eine Überraschung gut. Foto: G. Bally/Keystone

Es ist ruhig um Actelion. Seit der Bestätigung des Allschwiler Biotechkonzerns vom 21. Dezember, er stehe in exklusiven Übernahmeverhandlungen mit Johnson & Johnson, gab es keine offizielle Mitteilung mehr. Zwar kursierten über die Agenturen Bloomberg und Reuters Gerüchte, aber substanziell Neues war nicht dabei. Der Aktienkurs von Actelion schwankt zwischen 225 und 230 Franken, immer noch markant unter dem kolportierten Übernahmepreis von 260 Franken je Aktie. Mein Bauch sagt mir, dass in dieser Sache bald etwas geschieht. Die Weihnachtspause ist vorbei. Nötige Rechtsgutachten dürften erstellt sein, die wichtigsten Verhandlungspunkte geklärt. Exklusivität in Übernahmeverhandlungen währt nicht ewig; normalerweise sind es etwa vier Wochen. Die sind am 21. Januar vorbei. Ich wäre daher nicht überrascht, wenn wir kommende Woche eine Übernahmeankündigung sehen werden. Auf diese Perspektive kann ich als Investor setzen. Aber Achtung: Actelion-Chef Jean-Paul Clozel ist immer für eine Überraschung gut; in trockenen Tüchern ist der Deal nicht. Kaufen

Potenzial im Internet der Dinge

Wenn die Rede auf das Internet der Dinge kommt, wird oft das Thalwiler Unternehmen U-Blox genannt. Die Hoffnungen für den Bereich sind enorm: Autos sollen miteinander kommunizieren, Maschinen in der Fabrik oder Geräte im smarten Heim. Funk- und Positionierungschips von U-Blox machen das möglich. Nun hat der Chipentwickler am Donnerstag vor einem enttäuschenden Ergebnis gewarnt – zum zweiten Mal in kurzer Folge. Kunden in den USA sollen zurückhaltend agieren. Zudem fällt die Prognose für 2017 schlechter aus als erwartet. Die Aktien büssten mehr als 10 Prozent ein. Es ist nicht schlimm, wenn die Aktien zurück zu einer realistischeren Bewertung finden. Seit Anfang 2013 hat sich ihr Preis mehr als vervierfacht. Die grundsätzlichen Argumente, die für U-Blox sprechen, bleiben aber intakt: ein solides, aber zu etwas viel Optimismus neigendes Management und das Marktpotenzial im Internet der Dinge. Wenn es in nächster Zeit auch harzt, langfristig bleibt U-Blox spannend. In Schwächen kaufen

Gute News rechtzeitig zum Genfer Uhrensalon

Für ein verspätetes Weihnachtsgeschenk sorgte Richemont. Nach überraschend guten Zahlen sprang der Kurs des Luxusgüterherstellers am Donnerstag in die Höhe. Tatsächlich deutet der Quartalsausweis darauf hin, dass die mehrmonatige Absatzkrise der Schweizer Uhrenindustrie ein Ende finden könnte. Die Uhrenmarken von Richemont (u. a. IWC, Piaget) wiesen zwar noch immer ein Minus aus, allerdings hat sich dieses zwischen Oktober und Dezember drastisch reduziert. Ich gehe davon aus, dass die Schweizer Uhrenindustrie 2017 wieder zu leichtem Wachstum zurückfindet. Treiber bei Richemont war hauptsächlich die Schmucksparte mit Marken wie Cartier, die für 55 Prozent des Umsatzes verantwortlich sind. Hier ist Richemont ideal aufgestellt. Die guten News kommen rechtzeitig zum Genfer Uhrensalon, der am Montag eröffnet wird. Ich bin gespannt, ob die Zuversicht auch unter den Händlern gestiegen ist. Gelingt es Richemont, die wiedergewonnene Dynamik aufrechtzuerhalten, liegen mittelfristig höhere Kurse drin. Dosiert kaufen

Daueroptimist Hayek

Für einmal zeigte sich die Swatch Group als Trittbrettfahrerin. Im Sog von Richemont verteuerten sich auch die Aktien des weltgrössten Uhrenherstellers, zu dem Marken wie Omega, Tissot und natürlich Swatch gehören. Die entscheidende Frage für Anleger lautet: Findet die Branche nun wieder zu Wachstum zurück? Daueroptimist und Swatch-Group-Chef Nick Hayek beantwortet diese Frage seit Monaten mit einem Ja. Sollte sich der Uhrenmarkt erholen, würde die Swatch Group überdurchschnittlich stark profitieren. Immerhin machen Uhren gegen 90 Prozent des Konzernumsatzes aus. Anleger, die das Risiko nicht scheuen und nervenstark sind, steigen in schwächeren Tagen ein. Die anderen warten die Jahreszahlen der Swatch Group ab, die Anfang Feb­ruar erwartet werden – mit dem Risiko, einen höheren Preis für die Aktie zahlen zu müssen. Übrigens gilt sowohl für Richemont als auch für die Swatch Group: Beide Aktienkurse reagieren empfindlich auf schlechte Konjunkturzahlen aus China. Dieses Risikos müssen sich Anleger bewusst sein. Dosiert kaufen

Update zu Stevia-Projekt

Evolva hat mich vergangene Woche enttäuscht. Sie erinnern sich: Ich habe die Aktien des Herstellers von Nahrungsmittelzusatzstoffen vor zwei Wochen für hoch risikofreudige Investoren empfohlen. Nun hat Evolva am Dienstag ein Update zu ihrem Stevia-Projekt Ever-Sweet gegeben. Der biologisch erzeugte Süssstoff soll 2018 auf den Markt kommen. Das ist später als erwartet. Der Aktienkurs büsste gut 20 Prozent ein. Verunsichert hat mich jedoch nicht die Verspätung an sich, sondern eine kryptische Randnotiz. Evolva schreibt darin von Verhandlungen mit dem US-Partner Cargill über eine Produktionsanlage in den USA. Sollten diese Gespräche nicht in einem Abkommen enden, das für die Aktionäre von Evolva Mehrwert schafft, werde man sich zur «Sicherung des grösstmög­lichen Aktionärswerts» auf die bereits am Markt eingeführten Produkte Nootkaton und Resveratrol konzentrieren, schreibt Evolva. Deren Umsatzpotenzial ist jedoch weit geringer als das von Ever-Sweet. Steht das Stevia-Projekt, auf dem die grösste Fantasie für Evolva liegt, auf der Kippe? Ich weiss es nicht, aber die Kommunikation von Evolva war alles andere als glücklich. Mit etwas Spielgeld kann man als Investor dabeibleiben. Mehr aber nicht. Halten

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