Bauschäden sofort melden

Warten Sie nicht so lange, bis es kracht: Reagieren Sie schnell bei Baumängeln. Foto: Getty

Warten Sie nicht so lange, bis es kracht: Reagieren Sie schnell bei Baumängeln. Foto: Getty

Wir haben unseren Traum vom Einfamilienhaus realisiert, aber sind von der Bauqualität enttäuscht. Es gibt einige Schäden wie Risse und andere Mängel, die nun aufgetreten sind. Wie lange haftet die Baufirma? E.S.

Sicher hatten Sie eine Abnahme des Hauses mit der Baufirma, welche schriftlich festgehalten wurde. Darin haben Sie wahrscheinlich die damals schon sichtbaren Mängel angemeldet. Es kommt aber vor, dass man einige Schäden auch erst später entdeckt. Diese sind dann sofort zu melden. In der Regel gilt bei Bauten in der Schweiz eine Frist für die Verjährung von fünf Jahren ab der Bauabnahme. Auch bei den Mängeln, die Sie erst später bemerkt haben, läuft ab der Anmeldung eine Verjährungsfrist von fünf Jahren.

Ich empfehle Ihnen, zu prüfen, welche Bestimmungen in Ihrem Vertrag mit dem Bauunternehmen festgelegt wurden. Meist sind die SIA-Normen vereinbart. Laut SIA 118 können auch bis zu zwei Jahre nach der offiziellen Abnahme offene und verdeckte Mängel jederzeit angemeldet werden. Nach den zwei Jahren können nur noch später entdeckte, sogenannte verdeckte Mängel während weiteren drei Jahren gerügt werden. Allerdings müssen diese verdeckten Mängel sofort nach der Entdeckung angemeldet werden. Dies bezieht sich auf Bauschäden. Bei Geschirrspülern oder Waschmaschinen usw. gelten die Garantiefristen der Hersteller.

Doch auch wenn die SIA-Norm in Ihrem Vertrag nicht aufgeführt ist, haben Sie das Recht, Ihre Mängel einzubringen. Dann gilt einfach das Obligationenrecht. Auch hier gilt eine Verjährungsfrist von fünf Jahren. Wichtig ist, dass Sie alle Mängel immer schnell und schriftlich anmelden. Falls Ihr Bauunternehmer darauf nicht eingehen will und die Mängel ablehnt, dürfte es sich lohnen, einen Experten beizuziehen, der Ihre Interessen vertritt. Baumängel können später grosse finanzielle Folgen haben. Im Zweifelsfall würde ich einen auf das Baurecht spezialisierten Anwalt beiziehen.

3. Säule: Risikoschutz oder Flexibilität

Ein Bekannter von mir arbeitet bei einer Versicherung. Er bearbeitet mich richtig, damit ich eine 3. Säule bei ihm abschliesse. Ich bin nicht abgeneigt, aber unsicher, ob ich dies nicht bei einer Bank tun soll. Was ist der Unterschied bei der 3. Säule bei der Bank oder Versicherung? C.B.

Der Hauptunterschied liegt im Risikoschutz. Bei der 3.-Säule-Police, welche Ihnen Ihr Bekannter verkaufen möchte, zahlen Sie nicht nur für Ihre Altersvorsorge in die 3. Säule ein, sondern erwerben zusätzlich eine Versicherung. Darin enthalten ist ein Schutz gegen das Todesfallrisiko in Form eines Todesfallkapitals oder, was ebenfalls positiv ist, eine Versicherung, welche Sie von der Zahlung der Prämie befreit, falls Sie nicht mehr erwerbstätig sein könnten. Ihre 3. Säule würde also weiter geäufnet, auch wenn Sie dies gar nicht mehr zahlen könnten, wenn Sie beispielsweise nach einem Unfall nicht mehr erwerbstätig sein könnten.

Bei der Bank hingegen verfügen Sie über keinen Risikoschutz. Sie zahlen lediglich den Betrag auf das 3.-Säule-Konto und erhalten dafür einen Zins, oder Sie investieren den Betrag in spezielle 3.-Säule-Fonds, welche eine höhere Rendite abwerfen. Der Pluspunkt der Bankvariante liegt hauptsächlich in der Flexibilität. Sie können dann in die 3. Säule einzahlen, wenn Sie wirklich das Geld zu Verfügung haben. Wenn es in einem Jahr mal eng wird, sind Sie nicht verpflichtet, auf das Konto einzuzahlen. Bei der Versicherung hingegen verpflichten Sie sich, jedes Jahr in die Police zu zahlen. Dieser Zwang hat für einige den Vorteil, dass sie so wirklich für die Altersvorsorge sparen und das Geld nicht einfach für den Konsum ausgeben. Allerdings zahlen Sie bei der Versicherung auch den zusätzlichen Risikoschutz, denn diesen gibt es nicht kostenlos.

Immerhin können Sie auch bei der Bank einen Dauerauftrag machen, damit sichergestellt ist, dass Sie wirklich jedes Jahr einen bestimmten Betrag in die 3. Säule leisten. In Ihrem Fall müssen Sie sich überlegen, ob Sie einen Risikoschutz mit Todesfallkapital und möglicher Prämienbefreiung brauchen und wünschen, oder ob Sie die Flexibilität vorziehen.

Auf jeden Fall würde ich nicht blind die Offerte Ihres Bekannten annehmen, sondern – falls Sie sich für eine Versicherungslösung entscheiden – auch noch andere Vorschläge von weiteren Versicherungen einholen. Erst dann können Sie vergleichen und sich selbst ein Urteil bilden.

Phishing: Vorsichtig zu sein, zahlt sich aus

Ich habe bei meiner Hausbank ein E-Banking-Konto. Das ist praktisch für die Zahlungen. Aber es ist mir nicht wohl dabei. Vor allem, weil ich von Phishing-E-Mails gelesen haben. Wie gefährlich sind diese? B.B.

Diese sind sehr gefährlich. Denn mit Phishing-E-Mails versuchen Betrüger aus aller Welt, an Ihre Passwörter und sonstige Kontodaten heranzukommen. Kaum haben sie diese herausgefunden, werden von ihrem Konto Gelder abgezogen. Daher rate ich zu grosser Vorsicht bei E-Mails: Immer, wenn Sie nicht ganz sicher sind, wer der Absender einer E-Mail ist, empfehle ich Ihnen, diese im Zweifelsfall nicht zu öffnen. Oft enthalten solche Phishing-E-Mails noch Anhänge. Diese dürfen Sie erst recht nicht öffnen. Denn dahinter versteckt sind oft Trojaner (bezugnehmend auf die legendäre Geschichte vom trojanischen Pferd). Solche Anhänge enthalten eine Spionagesoftware, welche sich in Ihrem Computer einnistet und selbstständig macht. Je nach Art der Software kann sie dann Ihre Passwörter, Transaktionen usw. ausspionieren.

Häufig werden diese Phishing-E-Mails unter einer gefälschten Adresse versandt. Sie geben vor, von Ihrer Bank zu kommen, dabei stehen Betrüger dahinter. Auch enthalten solche E-Mails oft einen Internet-Link. Die Konsumenten werden unter einem Vorwand aufgefordert, den Link zu betätigen und die Passwörter zu bestätigen. Selbstverständlich ist die damit verbundene Homepage gefälscht – mit dem einzigen Ziel, dass die Gauner an Ihre Daten herankommen.

Abgesehen davon, verdächtige E-Mails und Anhänge nie zu öffnen, rate ich Ihnen, die Internetadresse Ihrer Bank jeweils von Hand einzugeben. Dabei sollte in der Adresse das Symbol eines Vorhängeschlosses erscheinen, wie man es früher zum Verschliessen von Kellerabteilen verwendete. Auch sollte die Adresse grün sein. Dies ist ein Zeichen, dass Sie eine sichere Verbindung eingegangen sind.

Sollten Sie einmal den Eindruck haben, dass etwas nicht stimmt, empfehle ich Ihnen, so rasch wie möglich mit Ihrer Bank Kontakt aufzunehmen. Sie kann das Konto präventiv sperren und alles überprüfen, damit kein Schaden entsteht. Kann man nämlich, selbst wenn man Opfer eines Betrugsfalles wird, nachweisen, dass man sehr vorsichtig war und alle Sicherheitsvorkehrungen sorgfältig berücksichtigt hat, besteht eine gute Chance, dass man den Schaden nicht oder zumindest nicht vollständig tragen muss.

Generell stufe ich das Internet-Banking dank der verschiedenen Sicherheitshürden, welche die Banken eingebaut haben, heute als sicher ein. Trotzdem: Auch die Betrüger rüsten auf, und es lohnt sich, vorsichtig zu sein.

 

1 Kommentar zu «Bauschäden sofort melden»

  • Max Muster sagt:

    Bei der Versicherung werden je nach Alter und Police bis zu 3 Jahresprämien als Abschlusspeovision ausbezahlt – Anreiz genug Sie entsprechend zu bearbeiten…

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