Credit Suisse: Bussenschock befürchtet

A the shadow of a man and of the logo of Swiss bank Credit Suisse are thrown on stairs in Zurich February 6, 2012. J REUTERS/Arnd Wiegmann (SWITZERLAND - Tags: BUSINESS) - RTR2XEHT

Credit Suisse: In den USA droht eine weitere Busse wegen Wohnhypotheken. Foto: Arnd Wiegmann/Reuters

Der Wert der Credit-Suisse-Ak­tien schwankte in der vergangenen Handelswoche auffallend stark. In gewissen Phasen kam es zu grossen Verkaufswellen. Sie wurden durch aufkommende Ängste über das Ausmass der bis Ende Monat erwarteten Busse ausgelöst, die der Credit Suisse in den USA im Zusammenhang mit verbrieften Wohnhypotheken droht. Unruhe lösten auch US-Aktionäre der Bank aus, welche die US-Justiz zum Masshalten aufforderten. Sollte diese jedoch ihre Strafexpedition gegen die Credit Suisse fortsetzen, dürfte wieder die Kapitalfrage aktuell werden. In diesem Fall könnte die Bank den Ausweg mit einer mehrere Milliarden schweren Wandelanleihe suchen, die einen Zinscoupon von rund 3 Prozent aufweisen könnte. Eine Anleihe, die einen solch hohen Zins abwirft, dürfte von den bestehenden Aktionären gern gezeichnet werden. Ich empfehle, mit Käufen der Aktie zuzuwarten, bis die Höhe der Busse bekannt ist. Meiden

Expansion in den 3-D-Druckermarkt

Der Technologiekonzern Oerlikon zeigt mit der anlaufenden Expansion in den industriellen 3-D-Drucker-Markt ein gehöriges Mass an Innovationskraft. Am Aktienmarkt wird der Titel indessen weiter nur von einzelnen Banken und Brokern geschätzt. Möglicherweise sorgen die genannten Investitionen für Skepsis, weil diese einen dreistelligen Millionenbetrag kosten können. Ich halte an meiner zuversichtlichen Oerlikon-Erwartung fest. Das schlanke Unternehmen verschafft sich mit der 3-D-Expansion blendende langfristige Wachstumsperspektiven. Kaufen

Der Hillary-Faktor

Novartis und Roche haben wieder mit Mittelabflüssen zu ringen. Weil sich die Chancen für einen Wahlsieg von Hillary Clinton ­erhöht haben, haben Grossanleger damit begonnen, ihre Positionen zu senken. Ich fürchte, dass sich die Titel wenig bewegen, solange der Markt die positiven Wachstumsmöglichkeiten und die guten Forschungspipelines der beiden Pharmakonzerne weiter nicht beachtet. Schreitet Clinton nach ihrer Wahl zu Preiskontrollen für den Gesundheitssektor, ist mit Pharmatiteln kaum Geld zu verdienen. Weil nicht aller Tage Abend ist und die Amerikaner Trump wählen können, würde ich jedoch abwarten. Halten

Grosse Kurserholung

Grossanleger gehen davon aus, dass Technologieaktien auf hö­here Bewertungsniveaus ansteigen werden. Davon profitiert auch der Halbleiterhersteller AMS. Seine Aktien erhalten von der US-Technologiebörse Nasdaq zusehends wieder mehr Unterstützung. Auftrieb verleiht ihnen auch die grosse Zahl der Leerverkäufer, die auf fallende Kurse spekuliert haben. Sie geraten jetzt unter Zugzwang und müssen bei den steigenden Kursen zukaufen, was den Wert der Titel zusätzlich nach oben treibt. Weil die Titel nun ihre Zwischenkonsolidierung hinter sich haben, wird eine weitere prozentual zweistellige Kurserholung erwartet. Ich schätze, dass die AMS-Titel dank Anlage- und Deckungskäufen ein starkes viertes Quartal liefern können. Kaufen

Dividendenfantasien

Swiss Life und UBS realisierten an Handelstagen mit steigenden US-Zinsanhebungsängsten vermehrt auffallende Mittelzuflüsse. Die ­institutionellen Anlagekäufer erwarten vom sinkenden Druck auf die gesamte Zinslandschaft steigende Margen bei Banken und Versicherern. Beide Titel profitieren ebenfalls von der grossen Zuversicht für ihre Jahresergebnisse. Weil in den Swiss-Life-Valoren auch noch Dividendenfantasien gehegt werden, dürfte der Versicherungskonzern weitere internationale Aktionäre begrüssen. Ich rate, an beiden Titeln festzuhalten, weil zinssensitive Dividenden­werte wieder in sind. Halten

Überdurchschnittlich gute Aktiven

Valiant rückte vergangene Woche in den Vordergrund der Banken-Nebenwerte. Der Broker Baader Helvea startete die Research-Abdeckung der Regionalbankengruppe mit einer Kaufen-Empfehlung und dem Kursziel 108 Franken. Die Bank besitze überdurchschnittlich gute Aktiven und erarbeite hohe und steigende Dividendenerträge. Momentan beträgt die ­Dividendenrendite gut 4 Prozent. Deshalb könne die Bankaktie wie eine Anleihe eingeschätzt und gekauft werden, schreibt Baader Helvea. Weil Valiant eine starke Kunden- und Aktivenbasis besitzt, rate ich zum Einstieg. Kaufen

Positionen aufbauen

Die Clariant-Aktien würden in Deutschland und der Schweiz als 15 Prozent unterbewertet eingeschätzt, sagt mir ein Broker. Weil das Chemieunternehmen in seinen Wachstumsfeldern mehr Fortschritte erzielt als erwartet, kann sich das Interesse an den vernachlässigten Aktien wieder schritt­weise beleben. Ich schätze die Titel als preiswert ein und rate zum Aufbau von Positionen. Kaufen

Gewinne mitnehmen

Temenos verbuchte mit einem Auftrag der Bank of Ireland einen neuen, relevanten Erfolg. Die auf ein Allzeithoch gestiegene Aktie erhielt durch die Kurszielanhebung von Goldman Sachs von 60 auf
70 Franken weiteren Rückenwind. Wenig beachtet wurde bisher die Herabstufung der Titel durch ­Julius Bär. Die Bank senkte das ­Rating von «Kaufen» auf «Halten» und hob ihr Kursziel von 52 auf 60 Franken an. Ich teile die Meinung der Bank Bär und rate zu Gewinnmitnahmen. Verkaufen

Abwarten

Aryzta dementierte einen Bericht, wonach sie ihr organisches Wachstum für das laufende Geschäftsjahr überschätzt habe. Die für dieses Jahr prognostizierte Wachstumsrate von 0,5 Prozent sei korrekt, führte das Unternehmen gegenüber Banken aus. Die Titel werden nach dem Managementwechsel wieder geschätzt. Ich rate aber, mit Käufen abzuwarten, bis bessere Zahlen vorliegen. Halten