Dividendenjäger scharf auf die UBS

A UBS logo sits in the window of a UBS AG bank branch in Zurich, Switzerland, on Wednesday, April 16, 2014. Swiss and international regulators probably will ask banks to hold more capital in relation to total assets after the U.S. raised leverage-ratio requirements for the biggest lenders, UBS Chairman Axel Weber said. Photographer: Gianluca Colla/Bloomberg via Getty Images

Renditeaktien: Die UBS ist im Fokus der Grossanleger. Foto: Getty

Die UBS-Aktien erhalten neue Unterstützung durch institutionelle Grossanleger. Auf der Suche nach Rendite haben sie begonnen, die sichersten Dividendenzahler unter den grössten Banken zu kaufen. In der Schweiz rückte damit die UBS in den Fokus. Nachdem die reorganisierte und restrukturierte Grossbank nun felsenfest von ihrer Fähigkeit überzeugt ist, die aktuelle ordentliche Dividende von 60 Rappen je Aktie in den kommenden Jahren ausschütten zu können, wird der Titel vermehrt als Renditeaktie eingeschätzt. Für Dividendenjäger, die sich durch anstehende teure Vergangenheitsbewältigungen nicht aus der Ruhe bringen lassen, sind die UBS-Aktien ein Investment wert. Kaufen

Aktie lebt von der Erwartung

Sunrise überzeugte in den vergangenen Tagen an Investoren- und Bankenpräsentationen. Dass das Unternehmen versucht, Kosten zu senken und eine defensive Wachstumsstrategie zu fahren, stiess auf Gegenliebe. Die Investmentbank RBC Capital reagierte euphorisch und empfahl den Titel mit dem Rating «Outperform» zum Kauf. Das Sunrise-Management verneinte an den Präsentationen, dass es eine Fusion mit dem Konkurrenten Salt anstrebt. Ich bin etwas weniger euphorisch als die Grossanleger. Weil Sunrise ihre Geschäftspolitik auf Topkunden, die von der Konkurrenz zuwandern, und ein beschauliches Nebeneinander mit Swisscom und Salt eingestellt hat, scheint ihr der Biss verlorengegangen zu sein. Die Aktie lebt in erster Linie von der Erwartung, dass das Unternehmen nächstes Jahr die Dividende kräftig anhebt. Fragen dazu wurde jedoch an den Präsentationen ausgewichen. Dies stimmt mich vorsichtig. Ich würde mit weiteren Käufen der Aktie abwarten. Halten

Dividende gilt als sicher und unantastbar 

Swisscom hinterliess an den Investorenanlässen der Woche einen guten Eindruck. Das Unternehmen schultert Jahr für Jahr ein beträchtliches Investitionsprogramm und versucht, in neue Geschäftsfelder zu expandieren. Beides gefiel den Grossanlegern. Zuversichtliche Institutionelle schätzen die Swisscom-Aktie wie eine Obligation ein. Sie betrachten die Dividende von 22 Franken als sehr sicher und praktisch unantastbar. Genau damit haben skeptische Institutionelle ein Problem. Sie fordern eine Erhöhung der Dividende um mindestens 1 Franken. Ich würde die Titel wegen ihrer anständigen Dividendenrendite von 4,6 Prozent und dem geringen Risiko, dass der Aktienkurs fällt, in diesen renditearmen Zeiten auf keinen Fall verkaufen. Halten

Lieber ein Ende mit Schrecken

Die Aktien von Charles Vögele quittierten die magere Übernahmeofferte von 6.38 Franken je Aktie aus Italien mit einer ebenso mageren Kursavance. Trader hatten seit dem Frühling auf ein Übernahmeangebot in der Gegend von 10 Franken gewettet. Weil die Chance gering ist, dass der italienische Modekonzern OVS seine Offerte anheben wird, rate ich
zur Annahme seines Übernahmeangebots beziehungsweise zum Verkauf der Titel bei 6.38 Franken an der Börse. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Verkaufen

Gewinn von Marktanteilen in den USA

Sonova stahl in der letzten Woche an mehreren Handelstagen anderen Medizinaltechniktiteln die Show. Positive Nachrichten an einer Unternehmenspräsentation beflügelten ihre Aktie. Die Übernahme der Hörakustik-Kette Audionova hat laut dem Management, nicht wie von Anlegern befürchtet, dazu geführt, dass andere Händler die Produkte von Sonova nicht mehr vertreiben wollen. Zudem bestätigte das Unternehmen, dass es in den USA wieder Marktanteile gewinne. Für mich bleiben die Titel weiter kaufenswert. Kaufen

Bis zu 10 Prozent unterbewertet

Nach dem Managementwechsel bei Zurich wurde befürchtet, dass der Versicherungskonzern seine Dividende auf 15 Franken senken wird. Doch jetzt sendet das neue Management Signale aus, dass es im nächsten Jahr eine unverändert hohe Dividende von 17 Franken je Titel auszahlen wird. Die britische Grossbank Barclays rechnet damit, dass Zurich keine wesentlichen weiteren Rückstellungen vornehmen muss. Sie hob das Zurich-Kursziel um 1 auf 279 Franken an und bestätigte das «Übergewichten»-Rating. Ich halte an meiner zuversichtlichen Haltung zu Zurich fest, weil die Titel weiterhin in der Grössenordnung von 5 bis 10 Prozent unterbewertet sind. Halten

Rückkauf für eine Milliarde Franken

Bedeutende Investmentbanken erwarten, dass Swiss Re im vierten Quartal ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von einer Milliarde Franken durchführen wird. Gleichzeitig sind die Aussichten gestiegen, dass der Rückversicherer im Frühling 2017 seine Dividende anhebt. Dies, weil in diesem Jahr grosse Naturkatastrophen bisher ausgeblieben sind. Deshalb sind die Titel gefragter als auch schon. Sie könnten eine starke Performance realisieren. Halten

Langfristige Gewinnaussichten

Für die Ascom-Aktie bestehen für dieses Geschäftsjahr unveränderte Gewinnaussichten. Im kommenden Jahr sollte der Gewinn aber steigen, weil die Restrukturierungskosten wegfallen. Darum bietet sich der Titel langfristig als Trendwende-Investment an. Erzielt Ascom ab 2017 das geplante kontinuierliche Wachstum über mehrere Jahre, kann sie sogar zu einem Übernahmeobjekt für internationale Grosskonzerne wie Philips oder Siemens heranreifen. Gegenwärtig werden die Aktien von Vermögensverwaltern jedoch als «eher teuer» eingeschätzt. Ich erwarte, dass sie sich vorerst nur seitwärts bewegen. Halten