Vom Konkurrenzkampf der Versicherer profitieren

Sparen bei der Versicherungsdeckung: Das kann mitunter teuer werden. Foto: Fotalia

Sparen bei der Versicherungsdeckung: Das kann mitunter teuer werden. Foto: Fotalia

Ich zahle über 600 Franken für meine Hausratversicherung. Da ich künftig weniger verdiene, ist mir dies zu viel. Wie kann ich diese Prämie senken? T.U.

Eine tiefere Prämie erreichen Sie, indem Sie mehrere Konkurrenzofferten bei anderen Versicherern einholen und auch Onlineangebote berücksichtigen, die oft einen zusätzlichen Rabatt gewähren. Eine Hürde ist aber meist die Kündigungsfrist bei der bestehenden Hausratversicherung. Oft laufen Policen nämlich über fünf oder sogar zehn Jahre und verlängern sich ohne Kündigung automatisch um ein Jahr. Prüfen Sie daher zuerst in Ihrer Police, auf wann Sie die Hausratversicherung überhaupt kündigen können, und wechseln Sie dann zu einem günstigeren Anbieter.

Falls Sie nicht sofort wechseln können, fragen Sie bei Ihrem bestehenden Versicherer nach einem Schadenfreiheitsrabatt. Wenn er zudem merkt, dass Sie sich bei der Konkurrenz umschauen und er Sie halten möchte, liegt durchaus ein Rabatt drin.

Eine tiefere Prämie erreichen Sie im Prinzip auch, indem Sie die Versicherungsdeckung reduzieren. Doch dies sollten Sie nur tun, wenn sich Ihr Hausrat wirklich reduziert hat, was meistens nicht der Fall ist, oder wenn erwachsene Kinder ausgezogen sind und der Versicherungsumfang daher angepasst werden kann. Bei der Versicherungsdeckung zu sparen, finde ich gefährlich. Wenn Sie mit einem gravierenden Schadenfall konfrontiert sind, steht für Sie der Schaden mit der jährlichen Prämienersparnis in einem schlechten Verhältnis.

Lohnenswert ist es indes, jeweils nur Policen mit einem jährlichen Kündigungsrecht abzuschliessen. So können Sie die Police regelmässig überprüfen und problemlos zu einem billigeren Konkurrenten wechseln. Damit profitieren Sie vom intensiven Wettbewerb unter den Versicherungsunternehmen, zumal beim Abschluss von neuen Policen oft und gerne Rabatte verteilt werden.

 

 

Flexibilität behalten beim Immobilienkauf

Wir sparen für Wohneigentum. Wenn wir etwas Passendes finden, würden wir ein Kaufangebot unterbreiten. Der grösste Teil des Geldes liegt auf Sparkonti, ein Teil auf Säule-3a-Konti und ein kleinerer Teil in einem Portfolio mit Aktien-ETFs. Wir überlegen uns, das ETF-Aktien-Portfolio aufzustocken oder in den Mischfonds Nordea 1 Stable Return einzuzahlen. Was würden Sie uns empfehlen? M.S.

Sie müssen sich entscheiden, ob Sie kurzfristig oder langfristig sparen möchten. Indem Sie auf Exchange Traded Funds, die an einen Aktienindex gekoppelt sind, setzen, haben Sie deutlich höhere Renditechancen. Auch der von Ihnen erwähnte Fonds verspricht klar eine bessere Rendite, als wenn Sie das Geld einfach aufs Sparkonto liegen, wo sie nicht mehr viel Zins bekommen.

Dafür gehen Sie bei diesen Anlagen deutlich mehr Risiken ein. Und vor allem sind Sie klar weniger flexibel. Bei ETFs und Fonds müssen Sie immer damit rechnen, dass es zu erheblichen Buchverlusten kommt. Das ist nicht weiter tragisch, wenn Sie einen langfristigen Anlagehorizont und ein Sparziel über Jahre hinaus haben. Falls Sie aber Flexibilität benötigen und kurzfristig auf das Kapital zugreifen möchten, weil Sie vielleicht plötzlich ein passendes Kaufobjekt gefunden haben, kann dies problematisch sein. Dann könnte es sein, dass Sie zwar eine geeignete Immobilie hätten, aber ausgerechnet in diesem Zeitpunkt Ihre Fondskurse in den Keller getaucht sind. In diesem Fall müssten Sie Ihre Fondsanteile unter Umständen zu einem schlechtest möglichen Zeitpunkt verkaufen, damit Sie allenfalls das nötige Eigenkapital für den Hauskauf aufbringen und Ihnen die Bank eine Hypothek gewährt.

Sie sollten also genau prüfen, ob Sie mit dem Spargeld auch kurzfristig genügend Eigenkapital auf der Seite haben, um für ein passendes Kaufobjekt ein Angebot machen zu können. Wenn Sie Wert darauf legen, möglichst bald den Traum von den eigenen vier Wänden zu realisieren, und bereits einiges an Eigenkapital auf der Seite haben, würde ich derzeit eher nicht noch zusätzlich Fondsanteile erwerben, sondern die Flexibilität erhöhen, damit Sie wirklich bereit sind, wenn Sie das richtige Objekt gefunden haben.

 

Längst nicht alle Schenkungen sind von der Steuer befreit

2011 habe ich meinem Sohn eine grössere Geldsumme geschenkt. In diesem Sommer zieht er nach Basel-Stadt um, wo eine deutlich höhere Vermögenssteuer zu bezahlen sein wird als im Kanton Zürich. Kann mir mein Sohn die geschenkte Summe sowie eine Liegenschaft im Kanton Thurgau zurückschenken, ohne dass eine Schenkungssteuer anfällt? H.B.

Im Kanton Zürich sind, wie in den meisten anderen Kantonen, Schenkungen an Ehegatten, Nachkommen des Schenkers und die eingetragene Partnerin oder den eingetragenen Partner von der Steuerpflicht befreit. Allerdings gelten je nach Kanton Besonderheiten und Ausnahmen, die beachtet werden müssen. Steuerpflichtig sind im Grundsatz hingegen Schenkungen von Nachkommen an die Eltern. Es ist also nicht so, dass Sie automatisch davon ausgehen können, dass auch Nachkommen ohne Steuerfolgen hohe Geldsummen oder Liegenschaften an ihre Eltern zurückschenken können.

Immerhin werden von den steuerbaren Vermögensübergängen bei der Steuerberechnung 200’000 Franken für den Elternteil des Schenkers abgezogen. Falls somit die Geldsumme, die Ihnen Ihr Sohn allenfalls zurückschenken würde, höher wäre als der Freibetrag, würde nur dieser besteuert. Das Gleiche gilt für Liegenschaften. Das Mehrfamilienhaus im Kanton Thurgau würde nach einer Schenkung von Ihrem Sohn an Sie zum Verkehrswert abzüglich des Freibetrags besteuert. Zur Berechnung herangezogen würde somit nicht der Steuerwert, sondern der Verkehrswert der Liegenschaft, welcher in etwa dem Preis entspricht, der für die Immobilie bei einem Verkauf auf dem Markt erzielt werden könnte.

Zu beachten ist ferner, dass die Steuer auf Schenkungen des beweglichen Vermögens durch denjenigen Kanton erhoben wird, in dem der Schenker zum Zeitpunkt der Schenkung seinen Wohnsitz hatte. Werden hingegen Immobilien oder Grundstücke verschenkt, ist derjenige Kanton zuständig, in dem diese gelegen sind. In Ihrem Fall wäre dies der Kanton Thurgau. Wie hoch die Steuer ausfällt, können Sie anhand der konkreten Werte mittels der kantonalen Steuerrechner im Internet berechnen. Da Sie die Schenkung von Ihrem Sohn erhalten würden, müssten Sie innert drei Monaten nach Vollzug der Schenkung unaufgefordert eine Schenkungssteuererklärung einreichen, ansonsten könnte ein Ausgleichszins erhoben werden.

Ob für Sie und Ihren Sohn die Rechnung aufgeht, bezweifle ich. Ich empfehle Ihnen, den genauen Sachverhalt sowie die steuerlichen Folgen von einem Notar oder einem spezialisierten Anwalt im Detail abklären zu lassen.

3 Kommentare zu «Vom Konkurrenzkampf der Versicherer profitieren»

  • Müller sagt:

    Beim anpassen der Schadenssumme ist zu beachten, dass manche Versicherungen einem eine neue Police (mit je nachdem neuen 5 Jahren Laufzeit) unterjubeln wollen anstatt die aktulle anzupassen.

  • Pius Tschirky sagt:

    Betreffend dieser teuren Hausratsversicherung würde ich mal bei der Mobiliar anfragen. Zahle für eine Hausratsversicherung, welche auch eine Privathaftplichtversicherung enthält für mich und meine Frau zusammen pro Jahr Fr. 284.–. Scheint mir ein sehr seriöses Unternehmen zu sein!

  • Zimmermann sagt:

    Jede versicherung ist und bleibt eine zusätzliche verunsicherung. Die wahrscheinlichkeit dass ein schadenfall 1 x im leben eintritt liegt – auch in der heutigen unsicheren zeit – bei 10 %.
    Die obligatorischen genügen vollkommen.

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