Tierische Gäste

Eigentlich wollte ich Ihnen an dieser Stelle den Nachwuchs unserer Laufenten vorstellen, Ihnen mit herzigen Bildern ein „Jöh“ entlocken. Daraus wird leider nichts. Die Altvögel schützen ihre Kinder geschickt vor allzu neugierigen Menschen und deren Kameras. Wie eine Wand stellen sie sich vor die sechs Klein-Enten, sobald man ihnen zu nahe kommt. Das ist gut so, schliesslich folgen sie damit ihrem natürlichen Trieb. Lassen wir die Vögel also in Ruhe, und wenden wir uns anderen tierischen Gästen im Garten zu.

Schmetterlinge, Raupen und Spinnen kommen bei uns in recht grosser Zahl vor. Freude herrscht immer wieder, wenn ein Schwalbenschwanz seine Runden dreht. Extra für dessen Raupe lassen wir jeden Sommer eine stattliche Anzahl Dillpflanzen stehen. Die werden denn auch gerne in Beschlag genommen, und so ist der schöne Gelbe seit Jahren ein Dauergast. Ebenso gerne gesehen sind alle anderen Schmetterlinge – ausser vielleicht der Kohlweissling, der im Raupenstadium schon so manchen Kohlkopf angeknabbert und dadurch die Gemüsegärtnerin geärgert hat. Auch den Buchsbaumzünsler zählen wir nicht gerade zu unseren liebsten Besuchern, obwohl er durchaus hübsch anzusehen ist. Was seine Raupen anrichten, ist hinlänglich bekannt.

Zurück zu erfreulichen Begegnungen: Bereits angekommen sind das Taubenschwänzchen und der Zitronenfalter. Er ist neu bei uns, bis jetzt habe ich ihn jedenfalls noch nie gesehen. Nun denn: Herzlich willkommen. Seit längerer Zeit immer wieder zu Gast sind der Bläuling, der Braune Waldvogel und der Distelfalter. Zumindest in meinen Augen etwas weniger schön, dafür faszinierend, ist die Wespenspinne: Früher oder später im Jahr webt sie irgendwo im grossen Blumenbeet ihr spezielles Nest. Dann heisst es aufpassen, damit das filigrane Kunstwerk nicht durch ungeschicktes Herumtrampeln oder Mit-der-Hacke-Hantieren zerstört wird.

So viel zu den Sommergästen im Garten. Die Bilder der jungen Laufenten liefere ich nach, sobald es deren Eltern zulassen.

2 Kommentare zu «Tierische Gäste»

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Ich habe eine Lästernachbarin, diejenige, die mit dem Spezialgiesskännchen den Gänseblümchen im Räseli nachrennt, diese mit roundup killt.
    Dafür bin ich der einzige, der hier Schmetterlinge hat, jede Woche wieder andere. Dabei muss ich allerdings zugeben, dass ich nur den Schwalbenschwanz kenne. Mein Garten ist auch der einzige, wo ich Frühling ein halbes Dutzend verschiedene Singvögel zähle.
    Ich bin eine Zoologie-Banause. Dafür jäte ich selektiv und kann von jedem Kraut, das ich ausjäte und von jedem, das ich stehen lasse den deutschen und den lateinischen Namen. Ich schliesse daraus, dass die Futtergrundlage genügend vielfältig ist.

  • Therese Frey sagt:

    Blumenfee von Bümpliz
    Ach, wie lieblich und aufmerksam beobachtet und umschrieben, was ein natürlicher Garten doch für Kostbarkeiten der Natur in sich trägt und leben lässt. In meinem Garten erfreue ich mich tagtäglich auch darüber und finde den Sinn genau darin, Wildpflanzen, Kräuter und lebenserhaltende Pflanzen unseren Insekten ( Naturschönheiten) dar zu bieten. Danke für diesen wunderbaren Beitrag der Natur pur!
    Liebe Grüsse
    von hinter der Staumauer

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