Kräuter anpflanzen: So gehts

Eingestiegen ins Gärtnern bin ich wie die meisten: mit Kräutern auf dem Fenstersims. Frühling für Frühling bin ich grandios daran gescheitert. Oft bekamen die Pflanzen zu wenig Licht, da unser Küchenfenster gegen Norden ausgerichtet ist und wir im Parterre wohnen, behauptete ich jeweils. In Wahrheit habe ich die Pflanzen wahlweise regelrecht ertränkt oder kläglich verdorren lassen.

Und auch heute, drei Gartensaisons in der Matte später, bekomme ich die hohe Kunst der Kräuterzucht immer noch nicht hin. Optisch lässt sich dieses Jahr unsere Kräutersammlung allerdings sehen. Wir haben ein ehemaliges Schuhregal in ein Kräuterregal umgewandelt. Und ich finde, es sieht fantastisch aus. Wär da nicht das eine oder andere Kraut, das ums Überleben kämpft. Ganz anders das Basilikum. Er gedeiht in diesem Jahr auf wundersame Weise prächtig. Wir machen nämlich nichts anders als die letzten Jahre. Das heisst, meine bessere Hälfte berieselt zuverlässig Abend für Abend all unsere Pflanzen mit einem Extrasprühaufsatz für den Gartenschlauch.

Letzthin war ich bei meiner Schwägerin im Garten und bewunderte neidisch ihre prächtige Petersilie. Als ich sie darauf ansprach, winkte sie ab. Die hätten sie am Morgen frisch gepflanzt. Auch sie schaffe es nie, das leckere Kraut richtig zu hätscheln. Wir sind also nicht die Einzigen mit dem Problem, und drum habe ich mich mal schlaugemacht. Hier ein paar simple Tricks für die gängigsten Kräuter, um den Einstieg ins Urban Gardening mit Kräutern zu erleichtern, oder für alle jene, die schon seit je an der Kräuterzucht herumdoktern:

Basilikum: viel Sonne, nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser (Erde immer feucht, jedoch Staunässe* verhindern)

Petersilie: Halbschatten, viel Wasser

Schnittlauch: Halbschatten, nicht zu viel Wasser (erst giessen, wenn die Erde trocken ist)

Liebstöckel (Maggikraut): Halbschatten oder Sonne, nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser (giessen, wenn die oberste Erdschicht trocken wird), alleine in einem Topf anpflanzen

Oregno: viel bis sehr viel Sonne, nicht zu viel Wasser (keine feuchte Erde über längere Zeit, erst giessen, wenn die Erde trocken ist)

Minze: Schatten, viel Wasser (Erde darf nicht zu trocken werden), alleine in einem Topf anpflanzen

Rosmarin: viel Sonne, nicht zu viel Wasser (erst giessen, wenn die Erde trocken ist)

Thymian: viel Sonne, nicht zu viel Wasser (Staunässe verhindern, erst giessen, wenn die Erde trocken ist)

Estragon: viel Sonne, regelmässig giessen (Staunässe verhindern), alleine in einem Topf anpflanzen

Salbei: Sonne, regelmässig giessen (Staunässe verhindern)

Zitronenmelisse: Halbschatten (trotzdem hell genug), nicht zu viel Wasser (erst giessen, wenn die Erde trocken ist)

* gegen Staunässe empfiehlt sich ein Blumentopf mit Bodenloch, damit das überschüssige Wasser abfliessen kann

Die Faustregel für die Kombination der Kräuter: Alles, was zusammen gegessen wird, kann zusammen angepflanzt werden, so der Tipp eines Händlers vom Märit auf dem Bundesplatz.

1 Kommentar zu «Kräuter anpflanzen: So gehts»

  • gartenhecke sagt:

    Wenn Sie es sich einfach machen wollen, nehmen Sie ein Topf oder Balkonkiste mit Wasserreservoir dieses verhindert Staunässe und Sie können auch mal ohne Giessvertretung zwei, drei Tage weg.
    Bitte auch den Dünger nicht vergessen, denn Pflanzen brauchen Nahrung.

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