Appetit auf Meer

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Auch das Rezept für Pasta alla norma – Pasta mit Auberginen, Tomaten und Ricotta – findet sich im Roman „Der Geschmack von Salz und Honig“.

Die vielen Rezepte im neuen Roman von Hannah Tunnicliffe sind süss wie die Liebe und salzig wie das Meer. Aber warten Sie noch mit Lesen – „Der Geschmack von Salz und Honig“ ist die perfekte Ferienlektüre!

«Der Geschmack von Salz und Honig»? Wohl eher der von Pasta alla norma! Und anderen sizi­lianischen Köstlichkeiten, doch dazu komme ich später. Der neue Roman der Neuseeländerin Hannah Tunnicliffe macht Lust, in den Süden zu verreisen, den Sommer zu geniessen und mit ihm all die intensiven ­Geschmäcker, die die fruchtbare, warme Jahreszeit mit sich bringt. Salz und Honig spielen auch eine Rolle in diesem Roman, der natürlich die perfekte Ferienlektüre ist.

Die Protagonistin Francesca trauert: Ihre grosse Liebe, Alex, ist bei einem Surfunfall gestorben. In einer einsamen Holzhütte am Meer in den Wäldern von Washington will sie Ruhe finden. Dabei helfen ihr die neuen Nachbarn, vor allem schweigsame Jack, der sich in ihr Herz schleicht, und ihre sizilianische Familie. Die kocht, wenn es nötig ist. Also eigentlich immer.

Das Tolle an Hannah Tunnicliffes Büchern sind die Rezepte, die sie jeweils mitliefert. Schon in ihrem Erstling «Der Duft von Tee» über eine Frau, die in Macao ein Café eröffnet, fanden sich Macarons-Rezepte zum Nachbacken. Das Buch wurde zum sinnlichen Erlebnis – mit dem Wohlgeruch von Macarons in der Nase las sich der Roman wunderbar flüssig.
Auch sonst schreibt Tunni­cliffe schöne (Liebes-)Geschichten, in Manier einer Jojo Moyes («Ein ganzes halbes Jahr»), wenn auch nicht ganz so komplex. Dass die Hauptperson Francesca etwas blauäugig durch die Welt geht, ärgert zuweilen ein wenig, doch man wird immer gleich entschädigt mit einem Rezept, das die Autorin dann und wann einschiebt. Das kann etwas Süsses sDer Geschmack von Salz und Honig von Hannah Tunnicliffeein (Pitta ’mpigliata – süsse Brotrosetten mit Früchten und Nüssen), etwas ganz Einfaches für zwischendurch (Affogato al caffè – Espresso und Eis), Klassiker wie Pasta alla norma (siehe Bild) oder etwas Komplizierteres (etwa Polpette al sugo – Fleischbällchen mit Sauce), wobei auch das keine hohe Kochkunst ist. Sondern eher etwas für Geniesser wie Francescas Tanten und Vater Giuseppe. Für die Famiglia, deren sizilianische Lebensweise diesen Roman auf humorvolle Art zu etwas Besonderem macht, sind Liebe und Essen das Wichtigste überhaupt im Leben. Was gibt es dazu noch hinzuzufügen? Nichts. Ausser vielleicht ein herzliches Buon appe­tito!

Hannah Tunni­cliffe: «Der Geschmack von Salz und Honig», 365 S., Verlag ­Diana, ca. Fr. 12.50

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