Kohldampf auf Salz und Fett

Bitte weiterlesen! Vor allem, wenn Sie nicht mehr hören wollen, dass Kohl gesund sei. Jetzt gibt es ihn mit viel Fett und Salz.

Federkohl

Pikante Grünkohlchips (aus dem Buch „Hemsley Hemsley“, Verlag Edel).

Auf einer Zeitungsredaktion gibt es immer etwas zu essen. Restekuchen, Güezi, abgelaufene Osterhasen. Diese Woche gab es Kale-Chips. «Kale Chips Dill» von Karma, das ist diese vegane (oder vege­tarische?) Eigenmarke von Coop, die hauptsächlich Produkte aus Kichererbsen zu führen scheint (was nicht stimmt, fairerweise sei hier gesagt, dass es über 70 Karma-Produkte gibt). Kale heisst ­übrigens Grünkohl. Oder Federkohl, wie auf der Verpackung steht, das klingt auch ein bisschen wilder.

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Miriam Jäger. Ohne Kohl. (zvg)

Auch die Firma Chirpies aus dem zürcherischen Oberglatt schickte Grünkohlchips namens «Kale-Chips Cool Dill». Dass die Pressemeldung dazu nicht im Papierkorb landete, im virtuellen wie im physischen, hat damit zu tun, dass man erst mal fasziniert Mirjam Jägers Kohlkleid studieren musste. Jäger, Ex-Freestyle-Skierin und Model/Moderatorin/Freundin von, ist neu Botschafterin des Unternehmens und hat sich für die Werbung entblösst. Das ist mehrdeutig zu verstehen.

Viel besser mit Fett und Salz

Böse Zungen behaupten ja, Chris Martin habe Gwyneth Paltrow verlassen, weil er das nach Kohl stinkende Haus nicht mehr ausgehalten habe (oder ihre Fürze, sagen die noch böseren). Dieser kleine Einschub über die Schauspielerin, die mit ihrer gesunden Lebensweise seit Jahren öffentlich herumnervt, und ihren Ex-Mann, den Coldplay-Sänger, war nötig. Weil: Anscheinend ist Chris Martin nicht der Einzige, der einfach keinen Kohldampf mehr hat auf diesen stinkenden Kohl. Denn darüber muss man nicht lange reden, Karfiol, Spargelkohl, Chinakohl, Grünkohl, Palmkohl, Pak Choi, ­Romanesco, Rosenkohl, Rotkohl, Weisskohl und so weiter und so fort stinken ­immer irgendwie – wenn sie gekocht werden. Frittiert oder in Öl gebacken sieht das natürlich anders aus. Beziehungsweise ist Kohl ein ziemlich cooler Snack und stinkt nicht so!

Auch wenn die Kale-Chips von Coop und Chirpies – sie stammen aus der gleichen Produktion – und auch jene von der Migros nicht über alle Zweifel-Chips ­erhaben sind: Diese Kohldinger schmecken wirklich gut. Ganz sicher besser als ein Smoothie mit Grünkohl und, wenn man Glück hat, noch etwas Spinat, an Wasser angerührt. So begegnete einem ja der Federkohl ausschliesslich in den letzten Monaten. Vor allem: Chips kann man immer essen. Am Grillfest. Zum Zmorge, zum Zmittag, zum . . . Sie wissen schon.

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Die Schwestern Hemsley (Nick Hopper/zvg)

Kleines Problemchen noch: Die Saison für Grünkohl ist vorbei. Kann sein, dass Sie clever waren und Vorräte im Tiefkühlfach angelegt haben. In diesem Falle: Machen Sie Ihre Chips selber, es ist ganz einfach. Die Schwestern Hemsley aus London, die über die Smoothie-Phase hinaus sind und trotzdem gesund kochen, liefern in ihrem neusten Buch ein schönes Rezept. Finden Sie keinen Grünkohl mehr, säen Sie welchen. Ab Mitte Mai, also jetzt, wenn kein Frost mehr zu erwarten ist.

 

160211_01_HemsleyHemsley_Bezug_ab.inddSelbstverständlich kennen die Hemsley-Schwestern diverse Rezepte für allerlei Sorten Kohl. Auch eines für pikante Grünkohlchips. Das Rezept für pikante Grünkohlchips: (Die Menge reicht für ein Backblech):

2 TL Kokosöl, 200 g Grünkohl (dicke Stiele entfernt), 1 kleine Prise Chilipulver oder Cayennepfeffer, 1 TL mildes geräuchertes Paprikapulver, 1/2 TL Meersalz

• Backofen auf 150 °C (Umluft) vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Kokosöl draufgeben, im Ofen zerlassen und heiss werden lassen.
• Grünkohl waschen und mit Küchenpapier trocken tupfen. Grünkohlblätter in mundgerechte Stücke zupfen.
• Die Grünkohlstücke mit den restlichen Zutaten auf das heisse Blech geben, vermengen, bis die Grünkohlstücke gleichmässig mit Fett und Gewürzen überzogen sind.
• Grühkohlstücke mit etwas Abstand auf dem Blech verteilen und im heissen Ofen 25 Minuten dörren. Achtung: Grünkohl beobachten: Aus dem Ofen nehmen, wenn sich die Ränder braun verfärben.nk
Das Rezept stammt aus dem Buch «Hemsley Hemsley», 351 S., Verlag Edel, circa 39 Fr.

(Bilder: Nick Hopper/zvg)

1 Kommentar zu «Kohldampf auf Salz und Fett»

  • Severin sagt:

    Ich finde erschreckend dass die Kale Chips vom Coop bei 100g an Chips stolze 46g Fett beinhalten, selbst schnöde Kartoffelchips haben weniger im Vergleich… gern hätt ich sie, darum herzlichen Dank fürs Rezept 🙂

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