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Was Messi gelingt und Federer nicht

Von DB, 4. August 2015 11 Kommentare »
Sie halten sich schon lange oben: Emma und Noah waren 2014 die häufigsten Babynamen der Schweiz. Vornamen sind aber auch anfällig für kurzfristige Trends, wie Beispiele zeigen.
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Seit der Jahrtausendwende sind sie ganz vorne dabei: Luca und Noah. Es sind die beliebtesten Babynamen für Knaben im 21. Jahrhundert. Seit 2000 gewann Luca elfmal die Hitparade der beliebtesten Schweizer Vornamen des Bundesamt für Statistiks (BFS). Viermal wurde er von Noah auf den zweiten Rang verwiesen. So auch in diesem Jahr. Auf dem dritten Rang landet Gabriel, der erst seit einigen Jahren in die Top 5 vorgedrungen ist.

Wie schon in der Stadt Zürich gewinnt Emma die Hitparade bei den Mädchennamen. Seit 2008 ist Emma in den Top 5 und hält sich dort. Die grossen Konkurrentinnen sind Mia, Lara und Laura.

 

 

Der Name David ist besonders in der Deutschschweiz beliebt. Seit 2000 schaffte er es nur zweimal nicht in die Top 5, während er in anderen Regionen weniger populär ist. Ähnliches gilt für Nathan in der Romandie. Elfmal schaffte es dort Nathan in die Top 5. In den anderen Regionen hingegen nie.

 

 

Bei den Mädchen sticht in der Romandie der Name Chloé heraus. Zwölfmal erreicht sie dort die Top 5, in der deutschsprachigen und der italienischen Schweiz hingegen nie.

 

 

Obwohl sich die beliebtesten Vornamen 2014 schon länger in den Top-Regionen halten, sind Vornamen auch anfällig für kurzfristige Trends. Ein erfolgreicher Zeichentrickfilm kann bereits einen Vornamen-Boom auslösen, wie das Beispiel Elsa in Amerika zeigt. Elsa war ein äusserst unbeliebter Name. Seit 1917 lag er stets ausserhalb der Top 500. 2014 änderte sich das mit dem Kinoerfolg des Films «Frozen». Eine der Hauptfiguren heisst Elsa, was Eltern anscheinend dazu veranlasste, ihren Kindern diesen Namen zu geben. Elsa konnte auf den 268. Rang vorstossen und die Anzahl von 564 auf 1131 innerhalb eines Jahres fast verdoppeln.

Lionels Aufstieg

Ein ähnliches Phänomen ist in der Schweiz beobachtbar. Der Name Lionel hat seit einigen Jahren stark an Popularität gewonnen. Mit Jahrgang 2004 gibt es 39 Lionels, gemäss dem interaktiven Vornamen-Tool vom BFS. 2010, auf dem bisherigen Höhepunkt, waren es 209 – laut Hitparade war das Rang 23. Eine Erklärung für diesen Anstieg könnte die Erfolgsgeschichte des Fussball-Superstars Lionel Messi sein.

Der enorme Aufstieg begann im Jahr 2006, in dem Jahr, als Messi sein erstes Triple mit dem FC Barcelona feiern konnte. Er gewann die spanische Meisterschaft, den Cup und die Champions League. Danach reihten sich Auszeichnungen und Titel aneinander, und mit ihnen stieg die Popularität des Vornamens in der Schweiz.

Sportlicher Erfolg löst aber keinesfalls automatisch einen Namens-Trend aus. Exemplarisch dafür steht der Name Roger. Obwohl Roger Federer 2003 in Wimbledon seinen ersten von insgesamt 17 Grand-Slam-Titeln holen konnte, vermochten seine Erfolge und seine weltweite Berühmtheit die Popularität des Vornamens nicht zu steigern. 1967 wurde in der Schweiz noch 774 Knaben der Name Roger gegeben, 2013 nur noch 7.

Kevin ist im freien Fall

Eine ganz spezielle Geschichte hat der Name Kevin. Der «Spiegel» titelte vor einigen Jahren: «Kevin ist kein Name, sondern eine Diagnose.» Das Zitat stammt von einem Lehrer, der an einer Studie teilnahm, welche die Vorurteile von Grundschullehrern gegenüber Namen untersuchte. Kevin ist laut dieser Studie der unbeliebteste Name. Kinder mit diesem Namen gelten als verhaltensauffällig und leistungsschwach. Doch der Name war einst äusserst beliebt.

Ab 1985 wurde Kevin zum Modenamen. Den Höhepunkt feierte Kevin in der Schweiz 1991, ein Jahr, nachdem der Film «Kevin – Allein zu Haus» im Kino startete. Über 1000 Knaben bekamen 1991 den Namen, und er führte in diesem Jahr und 1992 die Rangliste der Knabennamen an. Seither ist er aber im freien Fall.

Der einstige Modename befindet sich derzeit auf einem Tiefpunkt. «Alpha-Kevin», was so viel bedeutet wie der Dümmste von allen, war Anwärter auf das Jugendwort 2015. Der Langenscheidt-Verlag hat den Begriff nun aber von der Liste gestrichen, weil er nicht will, dass sich konkrete Personen diskriminiert fühlen.

11 Kommentare zu “Was Messi gelingt und Federer nicht”

  1. […] Nun, früher jedenfalls. Heute laufen sie Marathon. Egal. Unser heutiges Thema ist also: Namen. Die beliebtesten Vornamen für Mädchen in der Deutschschweiz lauten ja, wie neulich bekannt wurde: Mia, Lara, Emma. Ja nun. […]

  2. Es wäre vielleicht hilfreich, wenn sich die Eltern wenigstens einmal bildhaft vorstellen würden, dass sich ihr Goof irgendwann einmal mit Anzug und Krawatte seinem künftigen Chef vorstellen muss: “Grüezi, min Name isch Horst-Kevin Müller”.

    Jemand sollte solch originelle Eltern dazu überreden, ihre Tochter “Chlamydia” zu nennen…

  3. Kurt Stauffer sagt:

    Es gibt nun wirklich schönere Name als Emma, Anna,David, Luca,Diese Namen gehöhren zu den Zeiten der Königreiche.Wiso müssen Eltern Namen von Stars kopieren?Oder solche die im Moment in Mode sind? Kommt mir vor wie in der RS wen Meier oder Müller aufgerufen wurden, da rennte die halbe Kompanie nach vorne!!!

  4. Claus sagt:

    Es geht doch nichts über virales Marketing. Ist das nach AGBs überhaupt zulässig?

  5. Eliane sagt:

    Und seit bald 60 Jahren trage ich meinen (schönen) Namen “Eliane”. Auch wenn er ziemlich selten war und immer noch ist, hatte ich das Vergnügen, sowohl in einer Schule als auch später im Berufsleben eine “Eliane” als Kollegin zu haben. …. Im Gegensatz dazu hatten meine Söhne mit Allerweltsnamen (u.a. Simon) bis anhin noch nie Klassenkollegen und Arbeitskollegen mit dem selben Vornamen.

  6. Dario sagt:

    Ich frage mich nach wie vor, wie irgendein Vater oder irgendeine Mutter auch nur auf den Gedanken kommen können, ihr armes Kind auf einen Namen zu taufen, der in der Schweiz nun schon zehntausendfach vertreten ist. Noah und Emma sind ja mittlerweile soooo abgelutscht. Ich habe selbst einen Namen, der eine Zeit lang sehr beliebt war (mittlerweile zum Glück nicht mehr so sehr) und ich kann mich noch gut erinnern, dass es mir in der Primar- oder Sekundarschule echt auf die Nerven ging, dass es noch so viele andere Jungen mit dem gleichen Namen gab. Wir waren in allen drei Schulstufen – Unterstufe, Mittelstufe und Sekundarstufe – jeweils drei Darios (inklusive mir selbst). Und die Darios waren immer wieder andere. Ich ging also mit 6 verschiedenen Darios in die Schule. Erst im Gymi hörte das endlich auf (obschon es da auch noch einen in der Parallelklasse gab). Wir wurden dann von den Klassenkameraden jeweils durchnummeriert, Dario 1, Dario 2, Dario 3… das finden Kinder natürlich wahnsinnig lustig, wenn sie dann plötzlich zur Nummer werden… . Und genau das Gleich droht auch den armen Noahs und Emmas.

  7. Maja sagt:

    Mir gefallen schon ewig die Namen Sophie und Emma für ein Mädchen. Jetzt sind sie leider total mainstream und ich muss mir wenn ich dann wirklich schwanger bin nochmal ganz gut überlegen, ob ich wirklich dabei bleiben will 🙂

    • Glückwunsch zu Ihrer Schwangerschaft! Kinder sind das Schönste, das es gibt. Man sollte in der Tat ein wenig über die Namen nachdenken: Sie blkeiben ihnen ein Leben lang erhalten, das ist wie eine Tätowierung, Natürlich ist viel Geschmacksache dabei, die Klangfarbe eines Namens gefällt oder nicht, da kann man nichts machen, Vor allem sollte man grosszügig sein – wir haben unseren Kindern drei Namen gegeben. Die Erstgeborene, na, da gab es familiäre Rüchsichten (Namen der Mutter und der Grossmütter), aber die Kombi ist gut vertetbar: Katharina Johanna Helene. Vor allem waren zur Zeit der Geburt diese Namen nicht wirklich häufig in Deutschland. Katharina gab es in den Folgejahren dann etwas öfter, Künstlerpech- Bei der zweiten Tochter folgten wir nur unseren Bevorzugungen: Leocadia Lilith Deborah. Sie hat noch nie jmd ihrer Namen getroffe… Man nehme einen Namen, schön und selten… G C Rump

  8. Regina sagt:

    Es geht nichts über die klassischen Namen. Ich bin froh, dass meine Eltern (wie auch meine Geschwister) sich nicht für solche Modenamen entschieden haben. Zeitloser Klassiker !

  9. Greatsheep sagt:

    Interessant ist, dass der Name den wir unserem Buben 2001 gegeben haben keine “Sau” kannte und nur von den Bewohnern des entsprechenden Gebiets vergeben wurde. 2015 und schon ein paar Jahre zuvor gehört er zu den beliebtesten Namen. Immerhin ist der Name der Tochter weiterhin ziemlich unbekannt obwohl manche ihn auch “toll” und “lässig” finden.

  10. Gabriel sagt:

    Freue mich, dass mein Name unter den beliebtesten rangiert. Aus Gabriel konnte ich mein Künstlername kreieren. So begleitet mich nun schon seit 1999 der Name Yogabriel. Der ist für mein Yoga

    Wer ihn kennenlernen möchte, ist herzlich willkommen

    Namaste, Gabriel