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Diese Animationen zeigen eindrücklich, wie stark sich die Luftqualität verbessert hat

Von Patrice Siegrist, 18. Juli 2015 38 Kommentare »
Die Stadt Zürich liefert neu stündlich aktuelle Luftqualitäts-Daten. Betrachtet man den Verlauf der letzten 25 Jahre, zeigt sich ein deutlicher Trend, wie drei Animationen zeigen.

Sie dringen tief in die Lunge ein, reizen die Atemwege und können uns krank machen: Luftschadstoffe wie Feinstaub, Ozon oder Stickstoffdioxid. Täglich atmen wir sie ein. Wie hoch die Belastung der Luft derzeit ist, zeigen neue Daten der Stadt Zürich. Das Zürcher Open-Data-Portal stellt stündlich die aktuellsten Werte online zur Verfügung.

Open Data Zürich weist die Schadstoffe Ozon (rot), Stickstoffdioxid (grün) und Feinstaub PM10 (violett) aus. Die Grenzwerte der schweizerischen Luftreinhalte-Verordnung (LRV) liegen bei 120 Mikrogramm pro Kubikmeter im stündlichen Mittel beim Ozon (rot), bei 80 Mikrogramm im Tagesmittelwert beim Stickstoffdioxid (grün) und bei 50 Mikrogramm pro Kubikmeter beim Feinstaub (violett), ebenfalls im Tagesmittel. Alle Grenzwerte dürfen gemäss LRV nur einmal pro Jahr überschritten werden.

Die Daten von Open Data Zürich zeigen beispielsweise, dass am Wochenende vom 11. und 12. Juli die Grenzwerte beim Feinstaub und Stickstoffdioxid eingehalten wurden. Einzig die Ozonbelastung überschritt am Samstag 11- und am Sonntag 9-mal den Grenzwert. Die Daten beziehen sich auf die Messstation Stampfenbachstrasse, die laut Stadt Zürich eine typische, städtische Belastung für Zürich repräsentiert.

Das beschriebene Wochenende ist kein Sonderfall. Die Schadstoffbelastung in der Stadt Zürich ist in den vergangenen 25 Jahren deutlich zurückgegangen. Zürich konnte letztes Jahr 14 der 18 in der LRV festgehaltenen Grenzwerte einhalten. Auf dem Höhepunkt des Schadstoffausstosses Mitte der 80er-Jahre war dies noch bei keinem der Fall.

Die folgenden animierten Grafiken der Stadt Zürich zeigen die Verbesserung der Luftqualität eindrücklich. Sie visualisieren die Schadstoffbelastung in der Stadt für Stickstoffdioxid, Feinstaub PM10 und die Anzahl Grenzüberschreitungen beim Ozon zwischen 1990 und 2013. Es sind die Schadstoffe, die trotz Fortschritten weiterhin Grenzwerte überschreiten, wie die gelben und roten Bereiche zeigen.

 

Stickstoffdioxid

Jahresmittelwerte der Stickstoffdioxid-Belastung in Zürich. Der LRV-Immissionsgrenzwert für das Jahresmittel liegt bei 30 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bild: Stadt Zürich / Umwelt- und Gesundheitsschutz

  • Aktuelle Lage: Seit 1990 konnte der Ausstoss von Stickstoffdioxid in der Stadt Zürich halbiert werden. Vor allem an stark befahrenen Strassen und Verkehrsknotenpunkten wird der Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter im Jahresmittel noch überschritten. Dies ist anhand der gelb bis rot eingefärbten Bereiche in der Grafik ersichtlich. Der Grund: Autos, Motorräder und Lastwagen tragen in der Stadt Zürich am meisten zur Stickstoffdioxid-Belastung bei.
  • Gesundheit: Stickstoffdioxid begünstigt Atemwegserkrankungen und greift die Schleimhäute der Atemwege an. Zudem spielt es eine zentrale Rolle bei der Bildung von Ozon und erhöht die Feinstaubbelastung.
  • Ausblick: Die Stadt Zürich rechnet damit, dass die Emissionen weiter sinken. Allerdings nicht mehr mit der Geschwindigkeit wie während der 1990er-Jahre. Die steigende Anzahl an Dieselwagen verlangsamt die Entwicklung. Dieselmotoren stossen deutlich mehr Stickstoffdioxid aus als Benzinmotoren.

 

Feinstaub PM10

Jahresmittelwerte der Feinstaubbelastung in Zürich. Der LRV-Immissionsgrenzwert für das Jahresmittel: 20 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bild: Stadt Zürich / Umwelt- und Gesundheitsschutz

  • Aktuelle Lage: Seit 1997 konnte die Belastung durch Feinstaub PM10 etwa halbiert werdenDie höchsten Werte werden an stark befahrenen Strassen gemessen.
  • Gesundheit: Feinstaub-PM10-Partikel sind Teilchen in der Luft, die kleiner als ein Hundertstel Millimeter sind. Sie entstehen durch den Abrieb von Pneus und Strassenbelag oder Russteilchen bei Verbrennungsvorgängen sowie durch die Partikelbildung anderer Schadstoffe wie Stickstoffdioxid. Die kleinen Teilchen können grossen Schaden anrichten. Sie können bis in die Lungenbläschen vordringen und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Atemwegserkrankungen wie Asthma oder Bronchitis, von Krebs oder von Herz-Kreislauf-Problemen.
  • Ausblick: Obwohl die Feinstaubbelastung in den letzten 20 Jahren rückläufig ist, gibt es Entwicklungen, die den Trend ausbremsen können. Laut der Stadt Zürich gefährdet das allgemeine Verkehrswachstum die Verbesserungen im Bereich Schadstoffausstoss bei den einzelnen Fahrzeugen.

Ozon

Die Anzahl Überschreitungen des LRV-Immissionsgrenzwertes (Stundenmittel) von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. Bild: Stadt Zürich / Umwelt- und Gesundheitsschutz

  • Aktuelle Lage: Auch die Ozonbelastung ist in den letzten Jahren zurückgegangen. Bei den Spitzenwerten herrscht ein deutlicher Abwärtstrend. In den Sommermonaten werden aber weiterhin die Grenzwerte überschritten. Anders als beim Feinstaub und dem Stickstoffdioxid, findet man die höchste Ozonkonzentrationen an Stadträndern und nicht etwa an Hauptverkehrsachsen. In der Grafik ist das aufgrund der knallgelben Strassen ersichtlich. Der Motorfahrzeugverkehr ist zwar Hauptverursacher für das Ozon in tieferen Luftschichten, andere Schadstoffe im Strassenbereich bauen das Ozon aber vorübergehend ab. 2015 wurde der Stundengrenzwert an der Messstation Stampfenbachstrasse bereits über 130-mal überschritten – 2014 nur 63-mal. «Das heisse Wetter der letzten Wochen hat zu einer höheren Anzahl an Ozonüberschreitungen geführt», schreibt Nicole Disler, Sprecherin des Gesundheits- und Umweltdepartements. Die Ozonbelastung ist stark von der Witterung abhängig. Im Hitzesommer wurde der Grenzwert 475-mal überschritten.
  • Gesundheit: Bei empfindlichen Personen führt die hohe Ozonbelastung zu tränenden Augen, Reizhusten und Atemlosigkeit.
  • Ausblick: Der lokale Einfluss auf die Ozonbelastung ist nur begrenzt. «Ozon ist in der freien Atmosphäre sehr langlebig und kann über grössere Distanzen verfrachtet werden.» Der lokale Anteil der Ozonbelastung in Zürich betrage rund 10 bis 20 Prozent. «National und international importierte Anteile hätten einen wesentlichen Einfluss», so Disler.

Begrenzter lokaler Einfluss

Die Verbesserung der Luftqualität in den letzten 25 Jahren ist gemäss der Stadt Zürich die Konsequenz der LRV, die laufend im Bereich Industrie und Gewerbe verschärft und angepasst wurde. Einen Beitrag hätte auch der Wandel im Verkehr geleistet: Vorschriften für den Schadstoffausstoss von Fahrzeugen sowie die «Erfolgsgeschichte» des Zürcher Verkehrsverbunds hätten zur Verbesserung beigetragen, heisst es auf der Website des Gesundheits- und Umweltdepartements der Stadt Zürich. Wie sich die Luftqualität in Zukunft entwickeln werde, ist laut Disler aber nur schwer vorauszusagen. Vor allem auch in Bezug auf das Ozon, wo der lokale Einfluss nur begrenzt sei.

38 Kommentare zu “Diese Animationen zeigen eindrücklich, wie stark sich die Luftqualität verbessert hat”

  1. Peter Vogel sagt:

    Ein Seetunnel muss her. Schadstoffe könnten dann gefiltert werden, die Route durch die Stadt würde massiv entlastet und wenn man gleich noch ein Gleis verlegen würde könnte man auch den HB massiv entlasten und würde einen Beitrag leisten, den ÖV endlich mal ein wenig effizienter zu gestalten. Auch Nord und Westring würden entlastet. Nachaltiger gehts nicht mehr.

  2. Tömu sagt:

    Bei Feinstaub interessiert nicht die Masse (hier angegeben in μg/m^3), sondern die Klasse, also vor allem sehr kleine Partikel, die entsprechend leicht sind und in der Statistik untergehen. Interessant sind nicht die Teilchen um knapp 10 μm Durchmesser, die den PM10-Wert hauptsächlich ausmachen, sondern ultrafeine Partikel mit weniger als 100 nm Durchmesser. Interessant ist auch da weniger die Masse, als die Anzahl Teilchen. Die ultrafeinen Partikel haben meines Wissens deutlich zugenommen, seit Nanotechnologie verbreitet eingesetzt wird. Da schlummert viel mehr Risiko als in Rauch beispielsweise von einer Holzheizung. In 20 Jahren werden wir schlauer sein.

  3. René Weiersmüller sagt:

    Verbunden mit grossen Kosten ist die Luft In den letzten 30 Jahren deutlich sauberer geworden. Praktisch proportional dazu stiegen die OzonMITTELwerte. Genau so wie die Luft am Wochenende infolge fehlenden Berufsverkehrs und dem Lkw-Fahrverbot im Mittel nochmals sauberer ist, steigen(!) am Wochenende die Ozonmittelwerte weiter. Sorry, aber ich kann nichts dafür, das sind die wahren Fakten, die anhand der im Internet verfügbaren Daten von jedem selbst überprüfbar sind. Wie auch die Tatsache, dass die Zahl der Grenzwertüberschreitungen zwar vom Messort, kaum aber vom Ausmass der Luftverschmutzung abhängig ist. Oder anders gesagt, mit dem Schweizerischen Ozongrenzwert sind allenfalls politische und ideelle Ziele via Desinformation zu erreichen bzw. zu erschleichen, mehr nicht.

    • Leo Arnold sagt:

      @ Rene Weiersmüller – Das ist Unsinn. Natürlich ist die Zahl unf Höhe der Grenzwertüberschreitungen von Messort (Verkehrsdichte, Tageszeit, Fahrzeugen sowie von den Wetterverhältnissen abhängig). Das bestreitet niemand. Aber sie sind, im Gegensatz zu Ihren Behautungen besonders auch vom Grad der Emissionen, sprich Luftverschmutzung abhängig. Von wo den sonst? Die bodennahen Ozonwerte sind eine Folge der Höhe der Nox-Emissionen, vorwiegend aus dem Verkehr, der Sonneneinstrahlung bzw. der Tageszeit und der Verkehsdichte und – last but not least – auch den Oel- und Gasheizungen. Die Grenzwerte wurden in der Luftreihalteverordnung schon in den Achzigerjahren (1986) festgelegt und waren dringenst erforderlich. Sie sind nicht einfach aus politischen Gründen aus der Luft gegriffen.

    • René Weiersmüller sagt:

      @Leo Arnold: Ohne entsprechende Eigenleistungen vertreten Sie offensichtlich lediglich die offizielle Version, die laut der “Ozonwissenschaft” und ihren Mitläufern auf Modellrechnungen und Laborversuchen fusst. Was diese taugen, ersehen Sie anhand deren früheren Verlautbarungen und der Realität. Sie machen es sich folglich etwas zu bequem, die einfach nachvollziehbaren Diskrepanzen zwischen der Theorie und der Praxis als Unsinn abzutun, zumal Sie entweder meine konkreten und simpel überprüfbaren Fakten nicht verstanden oder dann nicht zur Kenntnis nehmen wollen.

      Also etwa so: Als Galileo Galilei die Kirchenfürsten bat, sich durch einen Blick durchs Fernrohr von der Existenz der Jupitermonde zu überzeugen, weigerten die Herren sich. Weil nicht sein konnte, was nicht sein durfte.

      Nur so nebenbei, der Einfluss von Öl- und Gasheizungen auf die Ozonbelastung ist praktisch vernachlässigbar, da die Heizungen im Winter in Betrieb sind, die Ozonproblematik jedoch im Hochsommer aktuell ist.

      • Leo Arnold sagt:

        Werter Herr Weiersmüller. Es geht hier nicht mehr um Modellrechnungen und Laborversuche, sondern um in der Realität gemessene und nachgewiesene Abläufe in den seinerzeitigen verheerenden Ozonbelastungen. Bei den Öl und Gasheizungen spreche ich nicht mehr von den heutigen Belastungen, obwohl in den Zentren und Agglos die meisten davon auch sommers betrieben werden. Der Grund ist, dass die LowNox Technologien, die mit der Luftreinhalte-Verordnung ab 1986 mit hohem offiziellem Druck eingesetzt wurden, ihre Wirkung zeigten. So auch mit der Einführung der Kat‘s. in den PW’s, die jedoch auf Grund der Wagenpark-Zunahme und vor allem auch der Zunahme der Diesel-Fahrzeuge, wie sich heute Zeigt, nicht der erhoffte Erfolg zeitigte. Diesels haben wohl (nicht alle, leider) Partikelfilter, jedoch keine Katalysatoren.
        Zwischen den Theorien und Praxen bestanden im Gegensatz zu ihren Behauptungen keine nennenswerten Diskrepanzen. Sie deckten sich schlicht und ergriffen. Ich gehe gerne mit Ihnen auf weiter fachlich und sachlich fundierte Diskussionen ein. Doch reicht hier der Platz dafür wohl kaum aus.

        • René Weiersmüller sagt:

          @Leo Arnold: Mit Verlaub, aber was Sie hier verbreiten, ist Desinformation. Siehe dazu beispielsweise Tagesanzeiger vom 27.04.2011: Laut EKL hat sich die Belastung durch das Ozon trotz etwa halbierten Stickoxidemissionen nicht wesentlich verringert. Es wurde sogar ein Anstieg der mittleren Ozonwerte und eine erhöhte Belastung an hochalpinen Stationen, etwa auf dem Jungfraujoch, festgestellt. «Warum die Ozonwerte nicht stärker zurückgegangen sind, verstehen wir nicht ganz», sagt Urs Baltensperger, Leiter des Labors für Atmosphärenchemie am Paul-Scherrer-Institut. Die Forscher haben sich vom Rückgang der Emissionen mehr erwartet. «Das ist schon ein Frust», sagt ETH-Professor Stähelin.

          Es kommt noch besser: Am Wochenende sind die angeblich ozonbildenden Stickoxidemissionen als Folge fehlenden Berufsverkehrs und des LKW-Fahrverbotes EUROPAWEIT etwa halb so gross wie an den übrigen Wochentagen. Wer nun am Wochenende (im 20-Jahredurchschnitt) tiefere Ozonwerte erwartet, liegt falsch. Die Ozongrenzwertüberschreitungen sind gleichmässig über die Wochentage verteilt – die Mittelwerte je nach Stickoxidbelastung am Wochenende gar höher. Eine Verzögerung zwischen Ursache und Auswirkung kann ausgeschlossen werde, und der geschilderte Zusammenhang ist auch im Winterhalbjahr vorhanden.

          Nochmals, das sind die Fakten und keine offensichtlich realitätsfremde Computermodell oder Laborexperimente. Bitte entschuldigen Sie daher, dass ich an einer weiteren «sachlich fundierten» Diskussion keinerlei Interesse habe.

  4. Christian Weber sagt:

    Immer wieder faszinierend, dass sich kaum ein Leser über die wenigen guten Nachrichten freuen kann.
    Luft besser, Kriminalität rückläufig, weniger Gewalt? Entweder glaubt man es nicht, oder man sieht ein Problem darin.
    Immerhin: Bis jetzt ist Links-Grün nicht daran schuld…

    • Tom sagt:

      Ich finde diese Visualisierungen bzw. die damit veranschaulichten Etnwicklungen höchst beeindruckend. Es wäre auch interessant zu sehen, wie sich der Lärm über die Jahre entwickelt hat. Die Abnahme von Rot zu Grün bei den Stickstoffen impliziert aber schon einen Zusammenhang mit der Politik, finden Sie nicht? 😉

  5. Sacha Meier sagt:

    Die gute Nachricht ist, mit dem Umbau unserer hochwertschöpfenden innovativ-produktiven KMU-Landschaft in eine moderne Konsum-, Dienstleistungs- und Staatswirtschaft haben wir neben den MINT-Arbeitsplätzen natürlich auch den Löwenanteil unserer eigenen Luftverschmutzung nach China, Bangladesh und Indien exportiert. Die werden wir also nie wieder sehen. Die schlechte Nachricht ist, trotz heroischer Anstrengungen um schadstoffarme Fahrzeuge zu importieren, macht uns das Landesgeschäftsmodell des zuwandernden Konsums in unsere unantastbare Hochpreisinsel, einen Strirch durch die Rechnung. Je stärker der motorisierte Verkehr absolut wächst, umso mehr werden die erreichten Schadstoffsenkungen wieder zunichte gemacht. Dummerweise sind Elektromobile da sogar die grössten PM10-Sünder: Weil die Elektronik solche Gefährte mit hoher Radlast (Batterie) nahezu ruckfrei beschleunigt und verzögert, ist der Reifenabrieb besonders feinkörnig. Sehr feine Gummipartikel im Nanometerbereich werden aber durch Sonnenlicht photolysiert (chemisch zerlegt), was aus den Produkten wiederum die Bildung von Ozon, Stickoxyd- und Schwefelverbindungen begünstigt. Fazit: In rund 100 Jahren, wenn wir bei einem durchschnittlischen Bevölkerungswachstum von 2.3% p.a. (Stand März 2015, Quelle BFS) 96 Mio. sind, werden wir uns halt mit Gasmasken durch die Städte bewgen müssen und Atemluft-Aufbereitungsgeräte auf dem Rücken werden ständige Begleiter von Radfahrern, Bauarbeitern und Wanderern sein.

    • Leuthold sagt:

      Was fabulieren Sie denn da in den Tag hinein?
      Die grösste Belastung kommt von den Dieselfahrzeugen. Diese Belastung entfällt bei elektrischen Fahrzeugen weitgehend. Speziell in der Schweiz wo der Strom zur Hauptsache aus Wasserkraft und AKW kommt.
      Zum Abrieb bei den Penus: Die erste Generation an elektrischen Fahrzeugen war tatsächlich schwerer. Neue E-Autos (siehe BMW i3) sind doch deutlich leichter! Natürlich wiegt die Batterie mehr – dafür enffällt der schwere Motor! Die Beschleunigung der E-Fahrzeuge ist tatsächlich besser. Die Annahme, dass nun alle E-Fahrzeugfahrer nur noch sportliche Starts hinlegen ist doch etwas aus der Luft gegriffen. E-Auto Fahrer kommen in der Regel nicht aus der Bleifuss und Holzkopf Liga…. .

      • Sacha Meier sagt:

        Werter Herr oder Frau Leuthold, Ihren einleitenden – ziemlich unhöflich abgefassten – ad hominem Angriff überlese ich einmal geflissentlich, weil er nichts zu einer objektiven Diskussion beiträgt. Beim materiellen Teil Ihres Posts liegen Sie leider falsch. Dieselmotoren (auch alte) müssen seit 1.4.2013 mit einem Partikelfilter ausgerüstet sein. Und ich kann Sie beruhigen. Sie sind es auch. Unser Strom kommt längst nicht mehr aus «Wasserkraft und AKW». Die Schweiz ist Teil des europäischen Verbundnetzes. Und Wasserkraft ist mit rund 11Rp./kWh Produktionskosten ohnehin viel zu teuer für den Alltagsgebrauch – bei typisch 3.5¢/kWh Kosten für Eurostrom. Also wird der teuere Wasserstrom fast nur noch für den Regelbetrieb und die Bahn eingesetzt. So werden Sie damit leben müssen, dass Ihre Waschmaschine gelegentlich mit deutschem Braunkohlestrom betrieben wird und Ihr Toaster mittels rumänischem Billigschweröl-Strom. Heute sind die grössten Feinststaubproduzenten übrigens moderne, direkteinspritzende Benzin-Automotoren mit Katalysator. Bloss merkt das keiner, weil unter PM10 die Emissionen gar nicht erfasst werden (sollen) – frei nach dem Motto, was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss. Die Ablösung der Verbrennungsmotoren mittels Elektrofahrzeugen wird noch rund 30…40 Jahre dauern; und zwar, bis alle wirtschaftlich abbaubaren Erdölvorkommen ausgebeutet sind und die Erdölbranche kein Geld mehr verdient. Dann wird das Problem kommen, dass sehr viele Elektromobile auf unseren Strassen verkehren werden und der Nanopartikel-Reifenabrieb, der wegen der Traktions-Art und -Kontrolle dieser Fahrzeugart sehr ausgeprägt ist, ein Problem darstellen wird. Die gute Nachricht ist, dass wir bis dann höchstwahrscheinlich schon im Schuldensumpf unserer modernen staatsschuldenfinanzierten Konsumwirtschaft versunken sein werden und sich nur noch ganz wenige Reiche Automobile leisten können. Das Fussvolk wird sich dann wieder auf den guten alten Drahtesel und den Ochsenkarren besinnen.

    • butch gaudy sagt:

      lesen sie mal das buch: 1913 von florian illies, ein hervorragender abriss der vergangenen 100 jahre zur relativierung der prognosen und entwicklung der kultur im lebenstaum.

      • Ike Conix sagt:

        Entschuldigung, Herr Gaudy: Das Buch “1913” beschränkt sich, wie es der Name schon sagt, einzig und allein auf das Jahr 1913.

    • adam gretener sagt:

      Solche Pamphlete hat man schon vor 20 oder 30 gehört, sie erwiesen sich allesamt alls falsch. Gerade in der höchstmotorisierten Schweiz ist ihr Exkurs zum Schlupf geradezu lächerlich. Die Belastung bezüglich des Abriebs ist zwar richtig, aber da sind die Reifen noch das kleinste Problem. Es sind die Bremsen. Gerade bei Elektromobilen betätigt man die Bremsen bis zu 60 Prozent weniger, die Motorenbremse setzt bei Elektromobilen sofort ein, ohne den Motor hochdrehen zu lassen. Darüber hinaus wird dadurch Energie zurück gewonnen.

      Die Elektronik verhindert zudem den Schlupf, regelt ihn. Es gibt ja keine Kupplung wie beim Kraftstoffler.

      Sie negieren hier wieder mal jegliche wissenschaftliche Erkenntnis und Datenerhebung, ohne diese zu widerlegen.

      Und am Schluss kommt dann ihr Clou. Egal welches Thema, Sie biegen die Tatsachen immer auf die Zuwanderung zurecht.

  6. Astrid Meier sagt:

    Von Verbesserung zu berichten wenn der Ozonwert seit Wochen täglich und flächendeckend um bis zu 150% überschritten wird braucht schon ziemlich viel Verdrängung der Tatsachen. Eigentlich sollte vor Problemen bei Kindern und älteren Menschen gewarnt werden. Denn nein, wenn Ihr Kind abends hustet und keucht ist es nicht erkältet, es hat nur zuviel Reizgas eingeatmet.

    • Vincent Machacek sagt:

      Sie sind auch ein der Verschreckten, die Aufschreien wenn man “Buh!” Ruft.
      Der Ozonwert wird überschritten. Interessant aber normal. Sie meinen wohl den Grenzwert. Was aber heisst dieser Grenzwert? Gar nichts, denn diesen kann man legen wo wan will, und wie stark man jemanden erschrecken will.
      Sie wissen aber auch, dass es im Wald am meisten Ozon hat, aus rein natürlichem Abbau von altem Holz, Laub, Moos etc. Und da sagt man, dass ein Waldspaziergang gesund ist.
      Probleme sind es, wenn man sie sich macht.

      • Astrid Meier sagt:

        Probleme sind wenn ansonsten gesunde Kinder jeden Abend husten und nicht mehr genügend Luft bekommen, auch wenn sie nicht im Wald waren. Wenn Kinderärzte warnen dass die Kinder bei solchen ozonkonzentrationen (die ohne Hilfe des Privatverkehrs durch Abbau von Biomasse nicht entstünden) am besten drinnen ruhig beschäftigt werden sollten. Probleme sind, wenn gesunde Bürger Atemprobleme bekommen, was auch bei Waldarbeiter früherer Generationen ja nicht wirklich ein Thema war. Die Ozonkonzentration ist im gesundheitsschädlichen Bereich und die Stadt kann nicht wirklich etwas dagegen unternehmen, weil eine Verkehrsbeschränkung nicht akzeptiert würde.

        • Vincent Machacek sagt:

          A) Lesen sie bitte richtig. Im Wald ist die Ozonkonzentration noch höher.
          B) Ihre verweichlichten Stadtkinder können nur mit Allergien weiterleben. Das ist aber das Problem des Lebens in der Stadt. Machen sie für das vermurkste Immunsystem ihrer Kinder nicht andere Verantwortlich.

  7. Theodor Rickli sagt:

    Ich finde diesen Bericht hervorragend. Es zeigt, was die Stadt Zürich für unsere Gesundheit macht. Lebenswichtig und nicht die millionenschwere Ausländer-Hetze der Rechtpopulisten.

    • Patrick Haas sagt:

      Richtigerweise die Autoindustrie!

      • Daniele sagt:

        Glaube nicht dass die Autoindustrie, ohne Politischen Druck, besser ohne die politisch gewollten Rahmenbedingungen, das in dieser Zeit erreicht hätte. Aber wissen tu ich das nicht, könnte mich auch irren.

    • Hutmaier sagt:

      Was die Luftverschmutzung mit Rechspopulisten zu tun hat erschliesst sich mir nicht….

    • Hans sagt:

      Herr Rickli, die Stadt hat damit herzlich wenig zu tun. Das ist das Verdienst von Bund und EU, die der Automobilindustrie in den letzten Jahrzehnten immer strengere Grenzwerte für diese Schadstoffe vorgeschrieben haben.
      Es ist auch ein schönes Beispiel dafür, dass die grossen Fortschritte beim Umweltschutz durch den technischen Fortschritt und nicht durch kleinliches Schikanieren der Bürger erreicht werden.

  8. Walter Angst sagt:

    Welche Verbesserung? Die Luft – insbesondere in der Stadt Zürich – ist nach wie vor sehr schlecht! Jetzt müssen endlich Taten beim Privatverkehr (tiefere Tempolimiten, Fahrverbote etc.) her! Und zwar schweizweit! Der Bund ist gefordert!

    • Müller H-P sagt:

      Sehr geehrter Herr Angst, was muss eigentlich noch geschehen, bis auch Sie irgendwann einsehen, dass wir auf bestem Weg sind. Obwohl es viel mehr Einwohner und Verkehrsteilnehmer als noch vor 20 Jahren gibt, haben sich die Werte deutlichst verbessert. Ihre Reaktion zeigt, dass es Ihnen kaum um die Luftreinheit geht, sondern wohl eher um den Kampf gegen den Privatverkehr. Eines noch, Staus die aufgrund von irgendwelchen “Hindernissen” entstehen, sind wahrscheinlich die grössten Schadstoffbereiter.

      • C. Bütler sagt:

        Sehr geehrter Herr Müller, Ja, es ist erfreulich wie sich die Luftqualität insgesamt verbessert hat. Die Massnahmen greifen und das freut mich. Jedoch nicht überall, und nicht für alle. Ich lebe an der Rosengartenstrasse. Bei grosser Hitze habe ich am Morgen fast zugeschwollene und beissende Augen und kann kaum atmen. Ja, ich lebe an der Hauptschlagader des Verkehrs durch Zürich und ich arrangiere mich damit. Trotzdem sind die gesundheitlichen Nebenwirkungen nicht von der Hand zu weisen. Und so manche von uns leben hier, weil wir hier die Mieten für unseren schmalen Geldbeutel noch halbwegs erschwinglich sind. Dies nur als Perspektivenwechsel aus Sicht einer Anwohnerin.

    • René sagt:

      Sehr schlechte Luft in Zürich? ich war eben in den USA, in Minneapolis, Bundesstaat Minnesota. Im Vergleich zu Minneapolis leben wir in Zürich und in der übrigen Schweiz in einem Reinluftgebiet.

    • Nationless sagt:

      @Walter Angst
      Bitte nicht so viel Hysterie! Die Luft mag in der Stadt Zürich sich zwar verbessert haben. Die Einwohner und generelle Autodichte hat aber in der Agglo und in der Schweiz zugenommen! Trotz Ausbau des ÖVs wird mehr Auto gefahren wie nie. Die Stadt Zürich kann das Problem nicht so lösen, sondern verschärfte es weil es durch ihre BZO, Aufwertung und Verkehrsberuhigung das Wachstum aufs Umland verdrängte. Auch wenn in Zürich die Strassenausbauprojekte der 60ger und 70ger vollendet wären und keine einzige Spur wie Parkplatz abgebaut wäre, aber man auch die Zersiedelung durch strikte Raumordnung unterbunden hätte, wäre zwar die Luft in Zürich etwas dreckiger aber den gesamten CO2 Ausstoß wäre einiges tiefer. Da ging es nur um die partikularen Interessen der Stadt für ihre Aufwertung.

  9. Martin sagt:

    Und damals haben uns die Rechten und die Bürgerlichen vorgelogen, Massnahmen in der Schweiz nützten nicht, man müsse die Umweltschutzmassnahmen weltweit angehen (was nichts anderes heisst, als das wenig bis nichts unternommen werden soll).
    Gewisse Exponenten haben sich gegen die Einführung der Katalysator-Pflicht gewehrt, die gleichen und andere gegen Feinstaubfilter, bei Lastwaren und Diselfahrzeugen.
    Einmal mehr zeigt ein kurzer Blick in die Vergangenheit, wessen Rezepte nichts taugen.

  10. g.mozzi sagt:

    ein irrsinnig guter Artikel………..gratuliere……..
    für so etwas bezahle ich gerne meine steuern!

  11. Walter Schneider sagt:

    Die wahre Ursache gestiegener Luftqualität: Deindustrialisierung. Alle anderen Massnahmen wie sauberere Autos, öV etc. sind nicht wesentlich für die verbesserte Luftqualität verantwortlich.

    Aber um Luftqualität geht es gar nicht. Es geht um Macht. Regieren über andere. Denen sagen, was man selber nicht tun will. Und Geld. Viel Geld. Letztlich, um Unfreiheit.

    • Martin sagt:

      Wie man auf den Karten gut sehen kann, hat die «Deindustrialisierung» vor allem entlang der Hauptverkehrsadern stattgefunden. Ihnen geht es demnach auch nicht um die Verbesserung der Luftqualität sondern um irgendwelche absurden Ideologien.

  12. W Grämer sagt:

    Ich glaube nicht das sich die Luft verbessert hat in den letzten Jahren eher verschlechtert.Man kann nicht zu tausenden mehr Leuten sein und zu tausenden neuen Motorfahrzeuge unterwegs und die Luft ist besser.Zudem merke ich die hohe Ozonbelastung persönlich an meinem Körper ,darum gehe ich immer am morgen früh auf das Velo.

    • Harrie R. sagt:

      In trotzdem, die lift in the siebziger jähren waren durchaus schlimmer, ich errinere mich gut an Bilder von Grossstädte in die West (vor allem Los Angeles war sehr bekannt), Luft wie heute in Chinesische Grossstädte.

    • Martin sagt:

      Es ist eigentlich klar, dass in diesen Hitzetagen die Belastung höher ist als im Durchschnitt und in einem sonnigen und warmen Jahr höher als in einem kühlen und verregneten Jahr. Aber soll man deswegen keine Messungen mehr durchführen und stattdessen W Grämer nach seinem persönlichen Befinden fragen?

  13. Ph. Dutkiewicz sagt:

    Würde die Stadt nun noch Elektroautos fördern, würden die Emissionen noch viel stärker sinken.

    • Marcel Stierli sagt:

      Und der Strom kommt woher? Und wo werden die Batterien unter welchen Umständen hergestellt? Wenn diese Fragen geklärt sind, machen Elektroautos Sinn.