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Die dreckigsten Orte der Schweiz

Von DB, 5. Juli 2015 72 Kommentare »
Tonnenweise krebserregende Stoffe im Wohnquartier: Eine von der Öffentlichkeit bislang nicht beachtete Datenbank entlarvt Betriebe, die gefährliche Schadstoffe in die Umwelt leiten.

Von Martin Stoll, «SonntagsZeitung»

Das Swiss Pollutant Release and Transfer Register (kurz: SwissPRTR) hat ein edles Ziel: Es will Transparenz über Schadstoff-Emittenten herstellen und die «Ökoeffizienz» bei den Betrieben fördern. Seit 2007 sind diese verpflichtet, den Ausstoss von 86 Problemsubstanzen zu melden. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) stellt diese Daten ins Netz. Zu dieser aktiven Information über Umweltdaten ist das Amt auch gemäss der Aarhus-Konvention verpflichtet, welche die Schweiz 2014 ratifiziert hat.

Das Schadstoffregister blieb von der Öffentlichkeit bis heute unbeachtet – obwohl sich darin auch die Emittenten von hochgiftigen und krebserregenden Substanzen finden lassen.

Erstmals wertet «SonntagsZeitung»/Datenblog nun die 10’120 Angaben zum Schadstoffausstoss aus, welche Firmen, Kehrichtverbrennungen oder Kläranlagen den kantonalen Umweltschutzämtern gemeldet haben. Die Dreck-Hotspots befinden sich in den bekannten Industriestandorten, aber auch in Wohnquartieren und der Provinz.

Schweizerhalle gehört zu den Orten mit der landesweit höchsten Schadstoffbelastung und zu den dreckigsten Flecken der Schweiz. Über 100’000 Tonnen Substanzen, die den Menschen oder die Umwelt schädigen, leiteten Industriebetriebe hier zwischen 2007 und 2013 ins Wasser und in die Luft. Schweizweit belasteten Industriebetriebe die Umwelt in dieser Zeit mit 636’842 Tonnen Schadstoffen – Industrieabfall und Treibhausgas nicht mitgerechnet.

Schmutzigste Orte CH Schmutzigste Orte CH

Gewiss ist die Schweiz heute nicht mehr so schmutzig wie in den 1970er-Jahren, als Giftmüll in Steinbrüchen und über Grundwassergebiet verbuddelt wurde, als die Fabrikschlote schwarzen Rauch ausstiessen. Doch die Dreckschleudern, die überdurchschnittlich viel Schadstoff ausstossen, gibt es noch immer.

Zu den grössten industriellen Schadstoffemittenten im Land gehört die Zementindustrie. Allein Holcim pumpte mit seinen Werken in der Deutsch- und Westschweiz zwischen 2007 und 2013 total 11,4 Millionen Tonnen Treibhausgase in die Luft. Die grössten Klimaschädiger sind laut der Bafu-Datenbank die Holcim-Werke in Würenlingen AG und im ehemaligen Bauerndorf Untervaz GR. «Wir haben in den letzten zwanzig Jahren über 150 Millionen in die Optimierung unserer Werke gesteckt», sagt Georges Spicher, Direktor von Cemsuisse, dem Verband der Zementindustrie. Ohne diese Anstrengungen , wehrt er sich, hätte die Schweiz die Vorgaben des Kyoto-Klimaabkommens nie einhalten können.

Doch die Fabriken stossen nicht nur Klimagift aus, sondern auch krebserregende Stoffe – oft tonnenweise. Zum Beispiel die Chemiefabrik Axalta Polymer Powders in Bulle FR. Die Firma, eingequetscht zwischen Wohnquartieren, gab zwischen 2007 und 2013 gesamthaft 130 Tonnen Trichlor­ethen in die Luft ab. Das Lösungsmittel ist gefährlich: Es wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in die höchste Gruppe der krebserregend Stoffe eingeteilt. In der EU soll Trichlorethen durch andere Produkte ersetzt werden.

App zur Schadstoffdatenbank

Studierende der Universität Bern haben im Rahmen der Open-Data-Vorlesung aus Behördendaten zahlreiche Applikationen entwickelt. Die App zur Schadstoffdatenbank von Martin Vogel und Janik Endtner ist von einer Fachjury zum Sieger erklärt worden. Auf der App werden die einzelnen Schadstoffgruppen und die ausgestossenen Schadstoffmengen auf einer Schweizer Karte dargestellt. In einem Diagramm ist der Ausstoss der einzelnen Firmen über die Jahre wiedergegeben. So lässt sich bewerten, ob sich eine Firma seit 2007 verbessert oder verschlechtert hat. Eine Weiterentwicklung dieser Applikation wird in die Bafu-Seite eingebaut werden. In ihrer vorläufigen Anwendung stellen die Studenten auch die Rohdaten im Excel-Format zur Verfügung.

Auch in der Schweiz sind die Behörden verpflichtet, den Ausstoss krebserregender Stoffe möglichst tief zu halten. In Freiburg beschäftigt sich das Amt für Umwelt denn auch seit 1988 mit dem Problembetrieb. Zuerst verlangte es eine Abluftreinigung, damit die Grenzwerte eingehalten werden – und stellte später fest, dass der schädliche Stoff über andere Wege noch immer in die Umwelt gelangt. Bis heute gelang es nicht, die Verschmutzung aus der Welt zu schaffen. «Leider konnte bisher keine befriedigende Alternative zum bisherigen Herstellungsverfahren gefunden werden», schreibt das kantonale Umweltamt.

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Ähnlich vertrackt ist die Situation im Wallis. Das Chemiewerk der Lonza in Visp steht wegen Quecksilberablagerungen in der Kritik von Umweltorganisationen – Altlasten, die sich bis 1973 in einem Industriekanal anhäuften. Die Datenbank des Bundes enthüllt aber auch, dass Lonza noch heute tonnenweise Stoffe in ihre Abluft leitet, die im Verdacht stehen, Krebs zu verursachen. Das Walliser Chemiewerk hat zwischen 2007 und 2013 rund 134 Tonnen Dichlormethan in die Umwelt abgegeben. «Bei Unterhaltsarbeiten oder Störungen müssen die Zufuhrleitungen entspannt werden, was zu Emissionen führt», schreibt Lonza. Weil die Walliser Umweltbehörden an mehreren Anlagen Mängel feststellten, muss Lonza diese bis 2017 sanieren.

Auch hier wird sich der Aus­stoss der Problemstoffe bestenfalls verringern lassen. Ausschalten lässt er sich nicht – oder nur wenn der Stecker gezogen wird.

Diese Radikalmassnahme haben in der Schweiz ansässige Konzerne in den letzten Jahren wiederholt ergriffen. Unter anderen hat Clariant seine «umweltintensive» Textilfarbstoffproduktion von Schweizerhalle nach Asien verlegt. Die Auslagerung von Problemproduktionen in Länder mit einer schwachen Umweltregulierung ist für Nino Künzli, den Präsidenten der Eidgenössischen Kommission für Luft­hygiene, kein gangbarer Weg. In der Schweiz konsumierte Güter müssten auch nach den strengen Schweizer Umweltregeln produziert werden: «Alles andere», sagt er, «ist ein moralischer Skandal.»

72 Kommentare zu “Die dreckigsten Orte der Schweiz”

  1. Jay Leuthold sagt:

    Was soll das? Diesel-Feinstaub ist doch viel krebserregender. Allein in Deutschland sterben jährlich 70000 Menschen an Feinstaub (Feinstaub stammt vornehmlich aus Dieselmotoren, Kohlekraftwerken, Penuabrieb und noch ein paar anderen Emittenten). Aus der Schweiz kennen man die Zahlen nicht. Hier fallen wenigstens die Kohlekraftwerke weg. Aber die Dieslfahrzeuge gibt es auch in der Schweiz. Die Zahl der Feinstaubtoten dürfte also alles übersteigen und davon spricht niemand.

    • Bernadette sagt:

      Natürlich ist Diesel-Feinstaub krebserregend, darum haben ja alle neuen Fahrzeuge Diesel-Partikelfilter. Zudem ist hier gar nicht die Rede vom Diesel, sondern von anderen krebserregenden Stoffen der Industrie! Man sollte nicht nur auf einzelne Elemente schauen, alles ist wichtig und in diesem Beitrag geht es halt um die Industrie.

      • Dann nicht den Staub von Baustellen vergessen, Staub von Bremsbelägen, Reifenabrieb, Cheminees…. Dazu den Smog, der gerade jetzt gut sichtbar ist. Wer die Schweiz für aussergewöhnlich sauber hält, muss tüchtig verblendet sein. Aber das passiert auch wegen dem Ozon…
        Interessant sind auch die Studien (man findet sie kaum, da unterdrückt), dass Benzindämpfe agressiv machen. Erklärt auch so manches…

  2. Mauro sagt:

    Wenn man ein wenig recherchiert, stellt man fest, dass die Gift-Emissionen (also nicht CO2) durch den motorisierten Verkehr bei manchen Stoffen die Emissionen aus der Industrie tonnenmässig in den Schatten stellen. Aber ja, diejenigen, die hier Kommentare abgeben fahren alle ÖV oder Elektroautos, werden nie Medikamente konsumieren, leben in einem Zelt und haben keinen Computer. Haupsache wie immer, die Anderen sind schuld.

  3. Also, AXALTA gibt 130 MILLIONEN Gramm krebserregendes Trichloräthilen mitten in einem Wohngebiet an die Atemluft von Menschen ab und wird dies ungestraft WEITER tun, während die Schweizer Kriminalpolizei bei einer Routinekontrolle von mir, weil ich lange Haare habe, 3 (drei) Gramm Cannabis findet, das ich als Selbstverarztung gegen meine Appetitlosigkeit im Sack hatte und gibt mir 100 Franken Busse.
    Mal im Ernst gefragt: Erwartet die Schweiz, dass sich unter solch absurde unausgewogenen Gesetzen eine gesetzesachtende, disziplinierte, optimistisch in die Zukunft blickende Jugend formieren wird? Wo sind die Mutigen, die die Kamine hochklettern und dem Spuk ein Ende bereiten? Ich bin 59 und habe meine Sporen abverdient an der erfolgreichen Besetzung des geplanten AKWs Kaiseraugst. Möge bitte die jetzige Generation junger Schweizer auch ihren Mut beweisen! Man muss irgendwann einfach sagen: GENUG!

    • Terence Paul sagt:

      Die jetzige Generation beweist in ihren Augen ihren Mut indem sie sagt: für mich ist NIE GENUG!!!
      Das ist vor allem das Problem.

      • @Terrence Paul: Ich vermute, dass die Jugend im Grossen und Ganzen NOCH mehr “brainwashed” ist, als die Jugend in z.Bsp. den 80ern. Nicht verwunderlich, wenn man in der Schule nicht mal in groben Umrissen die Funktionen unserer parlamentarischen Demokratie lernen muss, dafür aber mathematische Feinheiten, die jeder Taschenrechner besser lösen kann.
        Eine Jugend, die sich ihre Zukunft vergiften lässt, ohne sich dagegen zu wehren, scheint aus kaum mehr, als dürftigen Schulen kommen. DAS ist das Hauptproblem. Schulen, die zwar Chemie lehren, aber nicht den Funken an Verständnis für die konkreten Auswirkungen chemischer Prozesse auf die Umwelt. Funktionale Förderung primär für die Wirtschaft, Unterdrückung von tieferen Fragen. Nur so ist es möglich, dass Firmen so lange ungehindert die Umwelt vergiften!

  4. niklas tillmann sagt:

    Wäre schön wenn man eine entsprechende Karte für Krebsfälle anlegen würden. Vielleicht wäre ein Zusammenhang ersichtlich und es könnten Menschen entschädigt werden, welche darunter leiden. Danke.

  5. Jorge Stein sagt:

    Gut, dass diese Skandale thematisiert werden und es ist zu hoffen, dass es nicht bei einem journalistischen Strohfeuer bleibt, so zwischendurch als Lückenfüller während Ferienzeit und Hundstagshitze. Solches gab es seinerzeit bei der ersten Thematisierung des Asbest Problems.

    Seit Jahren weiss man auch, dass von der Antibaby Pille stammende Chemikalien, besonders Hormone, mit dem Urin ausgeschieden werden und in die Abwässer gelangen.

    In Kläranlagen sind sie nicht abbaubar und gelangen so in Flüsse und Weltmeere. Nachdem ein sehr hoher Anteil der Frauen ab dem 15 Lebensjahr bis in die Wechseljahre solche Medikamente konsumieren – deren langfristige Sekundärerscheinungen man übrigens wenig kennt – kann man sich mit etwas Fantasie vorstellen, wie sich dies auf Süßwasser- und Meeres Faunen im Laufe der Zeit auswirken dürfte.

    In der Nähe von Flussmündungen werden immer häufiger schwer degenerierte Meerestiere festgestellt. Ein direkter Zusammenhang mit der AB Pille und anderen Medikamenten ist nicht schlüssig nachweisbar. Die Pharma-Lobby verhindert eine umfassende Aufklärung des breiten Publikums. Es geht um ein Milliarden-Geschäft! Selbst grüne Organisationen fürchten böse Reaktionen von Frauenverbänden, die hinter jeder wissenschaftlichen Beweissuche ant-feministische oder klerikale Beweggründe wittern. Man wolle den Frauen ihre sexuelle Freiheit wieder nehmen, heisst es.
    .
    Übrigens deutet die massive Häufung von Krebserkrankungen bei Frauen ebenfalls auf die selben Verursacher hin. Auch hier ist die Beweislage schwierig. Vielleicht ist zu viel Wissen bei den Massen gar nicht erwünscht ?

    • Stephan Baumann sagt:

      Was wäre den die Alternative? Klar hat die Pille Nebenwirkung. Ihre Wirkung ist aber sehr segensreich.

    • Schweizer F. sagt:

      Das “Klimagift” CO2 (bitte denken vorm Formulieren) ist lebensnotwendig und wenn es einen optimalen Gehalt desselben in der Luft gibt, dann ist der sicher noch nicht (wieder) erreicht.
      Das Verteilen künstlicher Hormone in der ganzen Welt ist dagegen wahrlich bösartig und schädlich. Leider sind die lautesten Schreier so von ihren Lieblings-Weltuntergangsagenten fasziniert, dass sie diese Realität nicht mehr wahrnehmen.

      • Peter Friedli sagt:

        Hab nachgedacht. Wiekommen Sie auf die Aussage, dass der “optimale Level” von der Co2 Konzentration noch nicht erreicht sei? Er ist jetzt bei 400ppm. So hoch war er vermutlich 8 Millionen Jahre zuvor mal. Da war die Schweiz eine tropische Sumpflandschaft. Der Meeresspiegel war zwischen 10 bis 20 Meter höher. Ich weiss nicht, ob Sie das als “optimal” empfinden, ich jedenfalls nicht. Die Frage ist halt immer: für wen optimal?

  6. bossert sagt:

    Sicher wird schon morgen wieder ein Bericht in der Zeitung stehen, dass wir dank bester Gesundheit viel zu alt würden und das nun dringend die Renten gekürzt werden müssten weil sonst die hochpotenten Nachkommen nichts mehr im Kässeli hätten !

    • Und wie oft wurde diese Aussage konkret von Medien “abgesondert”, Herr/Frau Bossert, wenn sie morgen schon WIEDER gebracht wird? Und WAS hat das mit der hier geführten Debatte genau zu tun?

      • bossert sagt:

        Eigentlich sollte man auf Ansinnen von Leuten nicht antworten, welche solche Begriffe wie “abgesondert ” verwenden! Ich versuche es aber trotzdem. Als alter Mensch ist es mir in den Letzten Monaten besonders aufgefallen, wie bei jeder sich bietenden Gelegenheit, in der Presse ganz allgemein! Immer wieder erwähnt wurde, dass es ZUNEHMEND ein Problem werde, dass dank guter Gesundheit immer älter werden und deshalb auch länger arbeiten können und müssen!

  7. gabi Bossert sagt:

    Und das sind jetzt unsere grossen Industriegewinnbringer, für Die jetzt die UStR 3 aktiviert wird. Generationen werden also im hinterlassenen Dreck kaputt gehen, ihre Eltern haben auch unterschrieben diese Steuervergünstigungen zu unterstützen, da ja die Arbeitsplätze gesichert werden müssen. Die Firmen müssen investieren können. Aber sie investieren in ihre eigenen Taschen und nicht an der Vorsorge einer gesunden Lebensqualität. Sie zerstören, sie produzieren günstig und hinterlassen ein Kölliken hoch 6 und mehr auf unsere Nachkommenschaft. Da sind wir jetzt doch stolz darauf, dass die Schweiz eine so hohe Geburtenrate verzeichnen kann. Aber unser Souverän hätte ja die Möglichkeit diese verheerende Entwicklung zu stoppen. Sie tut es nicht. Im Gegenteil, sie hilft täglich mit unseren Unrat als Wohlstandsbeweis zu vergrössern, sie demonstriert ihre Freiheit und ihr Unbewusstsein was sie täglich hinterlässt und mit hilft krank zu machen.

    • bossert sagt:

      Frau Bossert, alles durcheinander bringen hilft letztlich nur denen, welche auch ich nicht so mag; den wenigen, egoistischen Profiteuren! Wenn wir zwischen unsere Hände schauen, was sehen wir da? Eine Tastatur aus purer Chemie, also denken!

  8. Geert sagt:

    In ganze zwanzig Jahren läppische 150 Milliönli in die Optimierung der Werke gesteckt? Ich fasse es nicht…

  9. Synn sagt:

    Man lese “GIER” von Arne Dahl. Natürlich fiktiv aber näher an der Wirklichkeit als uns lieb sein kann.

  10. Stefan Rebr sagt:

    Wir wollen immer nur Gott spielen und der Schöpfung ins Handwerk pfuschen und dabei arbeiten wir gegen Gottes plan.

    • Glatt Markus sagt:

      Ich habe noch nie gesagt dass ich einen Plan habe. Also kann mir die Menschheit nirgends reinpfuschen. Ein wenig Selbstbestimmung hat noch selten geschadet und wurde von mir nie kritisiert. Das Ziel ist es, eine Gattung zu schaffen, welche sich selbständig verwirklichen kann.

  11. Fredi Kriftner sagt:

    Die Produktionsmenge z.B. von Zement etc. wird vom Markt gesteuert. Mehr Bewohner- mehr Bauten, mehr Medikamente, mehr Treibstoffe etc. Anderes Beispiel: Würde die öffentliche Hand vorausschauender planen und bauen, könnte extrem viel Material gespart werden, weil nicht alles ständig erweitert, angepasst, überarbeitet oder neu gebaut werden muss. Beispiel: Strassenbau, Kreisel die nicht befahren werden können weil zu klein. Einfach geführte Tunnelröhren, die gleich mit erneutem grossen Aufwand erweitert werden müssen. Das gleiche gilt für Strassen, Brücken, andere Bauten. Lösung: Mehr hirnen und die Folgen der “gewollten!?” Entwicklung im Auge behalten.

  12. Thomas Jobs sagt:

    Was in diesem Artikel leider fehlt ist die Tatsache, dass es nur noch ein Bruchteil der Menge ist, welche noch vor 20 Jahren in die Allmend gelassen wurde!
    In der Chemie gingen die Abgase der Reaktoren via Abluftrohre einfach über Dach. Heute werden sie, hydraulisch separiert, zentral gesammelt und im Kesselhaus verbrannt!
    Dichlormethan ist heute der Ersatz für weitaus schlimmere CKW, hat aber den Nachteil leicht flüchtig zu sein.
    Früher wurden die Lösungsmittel in einem offenen Feuer auf Hochsee verbrannt; ungefiltert versteht sich und heute zum grossen Teil recycliert, der Rest im Kesselhaus verbrannt; mit Filter und deNOX, versteht sich.
    Achtung: damit will ich das Ganze überhaupt nicht verharmlosen, aber ein wenig relativieren! Wir alle sind von Medis abhängig und ohne Lösungsmittel geht es eben nicht.

    • Roman Meier sagt:

      @ Jobs: Selbstverständlich geht es ohne Lösungsmittel. Schliesslich ist die Menschheit 1 Mio. Jahre ohnen diesen Sch… ausgekommen. Es wird uns nur ständig von irgendwelchen finanziellen Profiteuren eingeredet, dass es ohne die von ihnen produzierten Gifte nicht gehe.

      • Thomas Jobs sagt:

        @ Roman Meier:
        jaja, Herr Meier der Pharmaexperte! Ich habe in Chemie studiert und kenne mich mir den Prozessen trotz langer Absenz immer noch bestens aus. Deshalb kann ich ihnen versichern: ohne Lösungsmittel geht es nicht! Die Prozesse werden seit Jahrzehnten optimiert und heikle Lösungsmittel gegen besser “verträgliche” ersetzt und das Gros der Ablüfte geht in die Verbrennung.
        Was sagen sie zu den Patienten, welche man nicht mit Kräutertee und Wallwurzsalbe behandeln lassen; selber Schuld oder Pech gehabt? Ich kenne Leute, welche eine Krebstherapie hinter sich haben und glauben sie mir: ohen ihre zitierte Sch…Chemie wären die heute tot! Was würden sie ihrer Frau bei einem Krebsbefund denn als Behandlung empfehlen: Chemo oder ein Kräuterbad!
        Wie gesagt: ich will nichts verharmlosen, aber sie maghenes sich viel zu einfach!

  13. Jetzt, wo der Konsument erfahren hat, was die Unternehmen in die Luft und in die Gewässer leitet, liegt es alleine in der Hand des Bürgers solche Machenschaften zu korrigieren. Was geschieht nun, nachdem wir diese Artikel gelesen haben? Nach unseren erzürnten Kommentare? Wohl wieder nichts. Denn wir sind derart im System eingespannt, mit Arbeit und mit Freiheit, das unsere Freiheit für den Widerstand fehlt. Ich wünsche mir, dass der betrogene Bürger endlich seine Rechte in die Hand nimmt.

  14. “Das Schadstoffregister blieb von der Öffentlichkeit bis heute unbeachtet – obwohl sich darin auch die Emittenten von hochgiftigen und krebserregenden Substanzen finden lassen”, schreibt der Autor vorwurfsvoll. Aber es sind nicht wir, die Leser dieses Tagi-Blogs, die sich diesen Vorwurf anhören müssen. Denn es sind die Medien, die Journalisten, von denen das Schadstoffregister bis heute ignoriert wurde. Bravo also, dass ein Blick darauf mit diesem Bericht endlich nachgeholt geholt wird

  15. welschfreundlich sagt:

    Was man “zu Hause” nicht produzieren wollte, da Umwelt gefährdend, siedelte man im Kanton Wallis an. Die Politiker dieses Kantons waren froh, dass die Industrie ansiedelte und fragten nicht viel. Die Quittung steht nun an diesen Standorten ins Haus. Denkt man in der übrigen Schweiz an den Kanton Wallis, sieht man saubere Luft, Wasserfälle, Schnee- und Gletscherberge, schöne Wandergebiete auf den Alpen und in den Rebberggebieten und nicht die Umweltsünden.

  16. Reine Ideologie!!!

    Zitat:

    ” In der Schweiz konsumierte Güter müssten auch nach den strengen Schweizer Umweltregeln produziert werden: «Alles andere», sagt er, «ist ein moralischer Skandal.»””

    Da lachen die Hühner. Damit wir überhaupt nach Schweizer Umweltregeln produzieren können, müssen wir Zubehör, Anlagen, etc. aus Ostasien bei Lieferanten einkaufen, die dort keine einzige unserer Regeln einhalten. Solarpanels, iPhones, computerisierte Anlagensteuerungen wären Beispiele.

    Der einzige Weg, ist der Konsumverzicht, überall wo möglich im Alltag.

    • Beat Bannier sagt:

      Diese Einsicht hatte der aufgeklärte schweizer Bürger schon in den 70ern, und hat begonnen, weniger Konsumenten auf die Welt zu stellen. Viele befreundete Ehepaare meiner Eltern zeugten desshalb keine oder nur ein Kind. Wirtschaft und Politik reagierten mit der PFZ. Meine Hoffnung auf eine nachhaltige/menschenfreundliche Politik lag bei den Frauen, den Grünen und den Sozialen, genau die Kreise, welche heute am Meisten Nutzen aus der Uebervölkerung ziehen.

  17. Gerd Fehlbaum sagt:

    “moralischer Skandal…” Hört der geneigte Leser diese ganz neuen Töne…? Eben erst der Pabst, der unserer Umweltproblematik die moralische Keule “leiht”, nun gar ein Präsident einer eidgenössischen Kommision. Man spürt einen neuen Unterton, dass gewisse Auswüchse unserer Wirtschaft nicht bloss falsch sind (unrichtig), sondern in moralische Worte verpackt, BÖSE sind!
    Konkret ist diese Auflistung, wo wieviel Gift freigestzt wird, ein Armutszeugnis für die Schweiz, die Schattenseite ihres Reichtums. Mir persönlich wäre etwas weniger Reichtum zum “Preis” von mehr Sauberkeit lieber. Wir scheinen aber viel zu “grosszügig” zu sein, wenn es um solcherart DRECK geht, ereifern uns jedoch gerne wegen Graffiti. Gegen Frechheiten packen wir gerne Gummigeschosse aus, FRECH geht aber überhaupt nicht! Gegen das “neue Böse” sind wir nur milde verärgert und gehen schnell zur Tagesordnung über. Eine neu aufgelegte Moraldiskussion, die weiter geht, als intellektuelle Ethik, scheint mir zu entstehen. Ein neuer “Fundamentalrespekt” vor der Schöpfung, der auch ohne konkrete Gottheiten begründbar ist, ist gerade dabei, sich auszuformen. Spannende Zeiten, insbesondere für das materiell verschwenderische Land Schweiz! Wie war das wieder, mit unserer SAUBERKEIT?

    • bossert sagt:

      Ja Herr Fehlbaum und auch Sie merken den Fehler nicht in der Konstruktion! Graffitis brauen erstens einschlägig erzogene Kinder, viel chemische Farbe mit Treibmittel, eine Unterlage meistens aus Beton voller Chemie wie Sie oben lesen können und natürlich auch Geld das irgendwo erwirtschaftet wurde ! So beisst sich die Katze in den eigenen Schwanz. Um von dem Gift wegkommen zu können sind wir viel zu viele….Aber wir könnten ja in Bangeladesh produzieren lassen…

      • Peter Frick sagt:

        Herr Fehlbaum sagt ja nicht Graffitis seien kein Problem sondern nur, dass man gegen diese viel strenger vorgehe als gegen viel mengenmässig bedeutendere. Ich glaube Sie haben hier eine Konstruktion nicht verstanden.

      • @bossert: Ok, war vielleicht nicht das sinnvollste Beispiel, das ich hier gab… Nur, was sind ein paar Spraydosen Farbe gegen die VERBRECHEN von Lonza, Roche, Monsanto und wie sie alle heissen? Eben! Mir ging es mehr darum, die Frage.nach der MORAL dieser erschreckenden Auswüchse der “freien Wirtschaft” weiter in der Diskussion zu halten. Hier geht es nicht mehr um Ethik, weil diese allseits verhandelbar scheint und derjenige sie zur Seite hat, der die Ethiker am besten bezahlt. Hier geht es letztlich um Moral, die nicht nur einfach falsch ist, sondern im absoluten Sinn BÖSE! Gott mag tot sein, der Teufel aber eventuell noch lange nicht…
        Wahrscheinlich ist alles aber noch viel schlimmer…., denn wo und wie genau verschwinden unsere Millionen Tonnen Abfall jedes Jahr? Ach ja, durch Kehrichtverbrennungsanlagen. Und dort kommt dann Weihrauch aus den Kaminen. Und die Asche wird “fachgerecht entsorgt” – in Afrika, oder so…
        Alles klar! Dann ist nur Monsanto böse und Lonza, aber keinesfalls wir staatstragenden Konsumenten.

        Es ist wohl nicht weit bis zu dem Moment, wo wir uns wortwörtlich die Augen reiben und unsere Kinder uns fragen: “Wusstet ihr es denn nicht?”

  18. Rolf Raess sagt:

    Und wir Schweizer kritisieren die Chinesen… Wenn ich an die Sondermüll-Deponie Kölliken (AG) und den kriminellen Machenschaften dort denke, so wundert es mich nicht, dass wir Steuerzahler via die Kantone AG, ZH, BS bis jetzt gegen eine Milliarde (!) Franken bezahlen mussten. Es wird aber ein Deckel des Schweigens – auch durch unsere Journalisten (geschmiert?) – darüber gehalten und dem Volk ein U für ein X vorgemacht.

  19. Aka Keller sagt:

    Herr Stoll macht es sich einfach, wenn es um die Zementproduktion geht, welche für ca 6 % des weltweiten CO2 Ausstosses verantwortlich ist. Um Zement herzustellen muss von Kalk = CaCO3 CaCO abgespalten werden. Dabei entsteht zwangsweise CO2. Das Kalkgemisch muss zur Herstellung von Klinker auf mindestens 1450 Grad erhitzt werden; unter diesen Temperaturen läuft der Prozess nicht. Mit dem heutigen „trockenen“ Prozess (precalzination) konnte der Energieverbrauch gegenüber dem „nassen“ Prozess fast halbiert werden. Die Verwendung von alternativen Brennstoffen wie Altöl, Reifen, Lösungsmiitel führt zu einer gewissen Umweltbelastung (Benzole) welche aber minimiert werden. Der CO2 Ausstoss der CH wurde seit 1990 mehr als halbiert. Pro Kopf werden über 500 kg Zement pro Jahr konsumiert. Die Alternativen zu Zement sind Zelte, Holzhäuser und –brücken, Höhlen, etc.

    • Aka Keller

      Sie haben recht: Holz als Baustoff ist eine sehr gute Alternative zu Beton im Hochbau. In Zürich gibt es erste Prototypen von Häusern, die in der Stadt und höher als zwei Stockwerke aus Holz gebaut werden können.

    • Rolf Raess sagt:

      Ja, Herr Keller wieso keine Holzhäuser wie meist in den USA für die Wohnungen? Wieso wird hier sogar jedes EFH mit bunkerähnlichen Betonwänden gebaut?
      Welcher Zementbaron hat das mit den Höhlen und Zelten Ihnen eingeflüstert?

      • Brigitta Beggs sagt:

        Ja, Rolf Raess, wie sie und wir alle wissen, kommt das Holz von Bäumen, die in den USA und weltweit in rasanter Schnelligkeit abgeholzt werden: verminderte O2 Produktion, verminderter Klimaausgleich – und wieviel CO2 Produktion für der Verarbeitung des Holzes?

        Wie sagt man doch: den Teufel mit dem Beelzebub austauschen…

        • @Brigitta Beggs

          Ich gebe Ihnen jetzt einen ökologischen Mini-Kräschkurs, damit Sie in Zukunft den Überblick haben, bevor Sie in Umweltpolemik machen.

          a) Jeder Baum, der im Wald abstirbt, setzt beim Verfaulen genau soviel CO2 wieder frei, wie er während seines Wachstums gespeichert hat.

          b) Jeder Baum, der abholtzt und für den Hausbau verwendet wird, fault nicht und setzt kein CO2 frei.

          c) Für jede Lücke, die ein abgeholzter Baum hinterlässt, wachsen sofort neue Bäume nach, die ebenfalls CO2 fixieren.

          d) Betonherstellung setzt nur CO2 frei, sonst nichts.

          e) Die CO2 Fixierung hört erst auf, wo immer wir die Landnutzung ändern und Wald in Betonwüsten verwandeln.

          Abgesehen davon, trotz aktueller Hitzewelle: Die Erde hat sich seit 15 Jahren nicht mehr erwärmt.

          • Rolf Raess sagt:

            Vielen Dank Herr Brechtbühl – es scheint mir, es hat zuviele von gewissen Lobbies gesponserte Leute, denn so dumm können gar nicht alle sein.
            Das gleiche gilt für die PV-Solar-Panels. Der Freistaat Bayern (D) sonst als hinterwäldisch verschrien hat mit Solar Energie ein mittelgrosses Atomkraftwerk (wie Gösgen z.B.) schon ersetzt. Aber auch da zahlen die Schweizer Atömler lieber jedes Jahr 13 Milliarden CHF für Energieimporte ans Ausland. (z.B. aus dem Arabischen Raum etc.)

      • Aka Keller sagt:

        Isolationsmässig sind die meisten US Häuser nur Schwund. Das hat einen grossen Einfluss auf den hohen CO2 Ausstoss der (USA 16.50 t/Person , Schweiz 5.06t/Person).
        Im Weiteren fliegen diese Häuser beim geringsten Sturm durch die Gegend.
        Ein bedeutender Teil des Zements wird für Infrastruktur gebraucht (Brücken, Strassen, Unterführungen, Tunnels, Mauern, etc).
        Beim Hinschauen ist alles nicht so einfach

    • Gruiber sagt:

      Die Herstellung von Zement ist archaisch primitiv. 1450° kann man elegant mit Sonnenenergie erzeugen. Alles was die Zementproduzenten machten und machen ist die Produktionsmengen zu steigern und sich die energetische Nutzung von Abfällen noch subventionieren zu lassen. Zementwerke sind Dreckschleudern ersten Ranges, weshalb diese noch eine Ausnahmebewilligung für die ausgestossenen Stickoxyde erkaufen mussten.

      • Aka Keller sagt:

        Mit Sonnenenergie 1450 Grad in der Notwendigen Menge für ide Zementproduktion bereistellen. Rechen sie einmal, dann bringen sie eine technische Lösung und Ihnen ist eine Nobelreis auf sicher.
        Wir warten!

    • Geert sagt:

      Zelte und Höhlen? Es gibt soviele Alternativen zu Zementbau wie Fische im Wasser, aber die Schweizer stellen nach wie vor möglicht massive Zementklötze in die Landschaft. Nichts gegen den Wekstoff Zement grundsätzlich, aber ein Zehntel würde völlig reichen…

  20. Mike sagt:

    Dies ist in der Tag sehr eindrücklich. Ich frage mich nur wieso man keine Zahlen der KVA Josefstrasse und KVA Hagenholz hat.

    • alice schärer-Gurini sagt:

      ja die Zahlen wissen vor allem die àltere Generation in Basel wurde das schon in den 50iger Jahren rumgegeben!im Stadt Casino waren die Sitzungen aber niemand nahm das ernst oder sehr wenige also das ist gar nichts Neues auch nicht beimZement das weiss man aber man braucht es !also was soll diese Panikmache ? alice

  21. eva wüthrich sagt:

    Erste Reaktion nach dieser anschaulich-schaurigen Lektüre: furchterregend, frustrierend, Katastrophe! Zweiter Gedanke: horrende Kosten für Sanierung! Profit-Einbussen! Auslagerung umweltintensiver (!) Produktionen ins Ausland (Zynismus kennt bekanntlich keine Grenzen).Verlust von Arbeitsplätzen!
    Aber: jeder Versuch zur Verringerung der Schadstoffe in Luft, Boden und Wasser ist eine lohnende Investition in die Zukunft unserer Nachkommen.

  22. Joli sagt:

    Passt zur allgemeinen Flüchtlingsdiskussion: Alles was für uns zu dreckig ist, wird in die 3.Welt verschoben. Und dann wundern wir uns halbtot, dass die Leute von dort zu uns kommen wollen.
    … und wir meinen auch noch, wir seien besonders intelligent….

    • Margot sagt:

      Vor kurzem wurde auf SRF die Doku “Abgefackelt” gesendet, ist auf You Tube. Was da an Gas abgefackelt wird bei der Erdölförderung im Nigerdelta ist unvorstellbar! Die Doku sollte jeder sich ansehen über das Ausmass der Umweltverschmutzung und Folgen für die Menschen. Und wie die Vertreter der Konzerne und Brüssler Politker sich dabei raus reden, widerlich! Und dann von Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung, usw, uns dann ein schlechtes Gewissen einreden und CO2 Steuern abkassieren!

  23. B. Folda sagt:

    Und welche traurige Rolle spielen die Kantone dabei? Frau Pegoraro kümmert das ganz bestimmt nicht. Ihre Direktion ist schliesllich die Baudirektion, das Wort Umwelt ist dabei nur ein unerwünschter Stein am Bein!

  24. Gass sagt:

    Gibt es eine Stelle oder Webseite, wo man Geruchsemissionen melden kann? Im Gebiet Birsfelden Breite stinkt es manchmal zum Himmel (Geruch von frischer Farbe) und es ist nicht die Kläranlage. Weder auf der Gemeinde, noch beim Kanton scheint sich jemand darum zu kümmern.

    • Thomas Jobs sagt:

      Beim kantonalen Amt für Umweltschutz, ganz einfach! Wenn alle denken, dass der Andere anruft, tut es eben keiner.

  25. Tom sagt:

    Tausende Tonnen krebserregender Stoffe noch heute?
    Ich glaube mich verlesen zu haben. Wie können das die betroffenen Exekutiven verantworten? Wird das einfach als in Kauf zu nehmende Kollateralschäden kategorisiert?
    Das erinnert mich an einen aktuellen Fall in unserer Gemeinde, wo sich ein äusserst lärmintensiver Transportbetrieb mit Nachtarbeitsbewilligung bislang einen Deut um die geltenden Lärmwertgrenzen und die Nachtruhe geschert hat. Die Gemeinde hat nichts unternommen bis sich jetzt vor kurzem auf Hilferuf der Anwohner das kantonale Arbeitsinspektorat eingeschaltet hat.
    Auch hier geht es um die Gesundheit der Bevölkerung und es mutet schon einigermassen seltsam an, wenn unsere “Gesundheitspolitiker” in solchen Fällen vornehm schweigen, dann aber gleichzeitig wieder millionenteure Anti-Raucher und -Drogen-Kampagnen lancieren. Es ist das alte Dilemma der Güterabwägung zwischen wirtschaftlichen und humanen Interessen. Wie auch bei der Frage der AKW’s, werden dann Risiken plötzlich als ganz normal und unvermeidliche Tatsache hingestellt, die man trotz eindeutiger Grenzwerte hinzunehmen habe.

    • Bruno sagt:

      “Wie können das die betroffenen Exekutiven verantworten?” Ist doch klar, die glauben den so genannten Fachleuten und zweitens möchte doch niemand ihren mehr oder weniger guten Steuerzahler vergrämen…

  26. Gass sagt:

    Gibt es eine Stelle, wo man Geruchsemissionen melden kann? Im Gebiet Birsfelden Breite stinkt es manchmal zum Himmel (Geruch von frischer Farbe) und es ist nicht die Kläranlage. Weder auf der Gemeinde, noch beim Kanton scheint sich jemand darum zu kümmern.

  27. Seiler Rolf sagt:

    Liebe Leser, wetten das sich in 30 Jahren die Herren Schmidheini elegant aus der Affäre ziehen werden wenn überdurchschnittlich viele Menschen an diesen Stoffen an Krebs erkranken. So wie damals und heute noch beim Asbest oder in der Sondermülldeponie in Kölliken. Welche heute durch den Steuerzahler mit einer Milliarde für das fachgerechte entsorgen bezahlt wird. Demgegenüber die Verantwortlichen mehrere Milliarden Vermögen angehäuft haben. Ich finde das unfassbar!

  28. Rudolf sagt:

    Gut das endlich mal zu wissen…warum wird die Fischerei und das Baden im Rhein nicht sofort verboten?!…das ist eine Oberschande was hier wieder alles verschwiegen wird…kann mir jemand schlüssig sagen welcher Regierungsrat für diese Misere zuständig ist ?! Besten Dank. Gruss Rudolf

  29. meienberg sagt:

    Dank an die MacherInnen der Sonntagszeitung. Der wirkliche moralische Skandal liegt doch in der beamtenmässig üblichen Ausrede «Leider konnte bisher keine befriedigende Alternative zum bisherigen Herstellungsverfahren gefunden werden» ( schreibt das kantonale Umweltamt.) Ergänzend zum ewig gleichen Blabla der Lufthygiene-, Wasserhygiene- und Bodenhygiene-Beamten braucht es dringend die Psycho-Hygiene jeder einzelnen Person. Die einfachste Vermeidung von Verschmutzung ist der Verzicht. Verzicht auf möglichst viele in jeder Beziehung unhygienischen Materialien und Handlungen. Weil jedoch aus Psycho-hygienischem Handeln weniger Geld abgezockt werden kann, werden Bestrebungen von Behördenseite (durch Lobbyisten manipuliert) verhindert. Einfache Beispiele sind qualitativ hervorragende Textilien und Dämmstoffe aus Leinen, Hanf, Seide, Tierwolle anstelle von chemie-intensiver Baumwolle. Oder lichtechte und waschbeständige Pflanzenfarben anstelle von gift-intensiven Chemiefarben. Oder naturnaher Mischfruchtanbau anstelle von Gift&Gülle-Mono-Frass. Ich ernähre mich übrigens bio-vegan und danke allen naturnahen Gemüse-Frucht-BäuerInnen sehr herzlich. Auch sonst komme ich mit wenig aus. Weniger ist wirklich mehr. Verzicht ist auch ein Gewinn. Einer, der gut tut und uns gesunden lässt. Eine langsame und besonnene Gesundschrumpfung ist besser als eine vernichtende Krisenwalze. Versuchen Sie’s. Packen Sie’s an. Sie werden sehen: es lohnt sich für uns alle, für Menschen, Fauna und Flora und die Wasserwelt.

  30. Ist schon spannend. Da wo es wichtig wäre, ist keiner dieser Polit-Chaschperli zu sehen – weit und breit nicht! Wieso?

  31. Nibbio Reale sagt:

    Die das Sagen beim Bund haben, sind vom Volk gewählt und sind dadurch verpflichtet für die Sicherheit der Bevölkerung zu sorgen, warum lässt sie diese Firmen trotzdem gewähren? Die Presse hat auch eine Verantwortung, warum erfahren wir erst jetzt von diesen ungeheuerlichen Zuständen? Wirtschaftliche Interessen? Und werd zahlt wie immer für die Folgen?

    • Claude sagt:

      Die sind zwar vom Volk gewählt, aber von der Lobby bezahlt.

      • Beat Bannier sagt:

        Nicht ganz, Claude. Von uns gewählt und für ihren Auftrag werden sie von uns bezahlt. Zur Befriedigung ihrer Gier, lassen sie sich zusätzlich von den Lobbys bezahlen.

        • Andy B. sagt:

          Wenn die Behörden den Firmen derart strenge Auflagen macht, dass sie die Produktion ins Ausland verlegen und dadurch in der Schweiz Arbeitsplätze verloren gehen, ist der Aufschrei doch noch grösser. Allen kann es nie recht gemacht werden.

  32. a.stamm sagt:

    Die Schraube anziehen bei diesen Firmen.. in Form von Steuern.. Richtig hohe Steuern.. UNd Verpflichtungen zur Besserung

  33. Hans sagt:

    Einmal mehr wird hier systematisch Volksverdummung betrieben, indem toxische Schadstoffe, die tatsächlich ein Problem darstellen, mit dem unschädlichen, ja lebensnotwendigen CO2 gleichgesetzt werden.
    Bei den in der Atemluft vorhandenen Konzentrationen entfaltet CO2 keinerlei schädliche Wirkung, ist aber für das Wachstum der Pflanzen zwingend notwendig!

    • Fred Niederer sagt:

      Tja, was will man machen, wenn es heutige Journalisten auch nicht besser wissen!

    • Thomas Jobs sagt:

      @ Hans:
      Das “normale” CO2 ist nicht das Problem, sondern das ZUSÄTZLICHE CO2, welches der Mensch seit der Industrialisierung in extrem erhöhten Masse in die Atmosphäre bläst! Dazu kommt noch, dass der Mensch die Lungen der Welt in einem Rekordmass abholzt, welche dann wiederum weniger CO2 umsetzen können!

  34. Peter sagt:

    Ach das ist doch einfach:
    Produktion nach fernost verlegen. Probleme exportieren.
    Und Waren billig importieren.

  35. Roman Meier sagt:

    Behörden sollten nicht verpflichtet sein, den Ausstoss von krebserregenden Stoffen möglichst tief zu halten, sondern zu VERBIETEN. Basta! Und wer sich nicht daran hält, sollte zu massiven Bussen verurteilt und in der Oeffentlichkeit als Umweltverschmutzer an den Pranger gestellt werden.

  36. René Hofstetter sagt:

    Wow! Dass Benzol krebserregend ist, weiss man schon seit Jahrzehnten. Unglaublich, dass man diesen Betrieben erlaubt, derart faul zu sein und ihre Prozesse nicht umzustellen. Ist das Liberalismus? Ein sehr trauriges Zeugnis für diese Betriebe, aber auch für die überwachenden Instanzen.