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Das Transferbarometer der Super League – Update vor dem Saisonstart

Von DB, 24. Juni 2015 4 Kommentare »
Wie entwickeln sich die Teams der Super League in der Transferperiode? Wer kauft Tore ein, wer verjüngt sein Kader? Der Datenblog zeigt die Veränderungen.
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Am Samstag startet die Super League in die neue Saison. Noch sind nicht alle Transfers unter Dach und Fach, doch wer jetzt noch Spieler verpflichtet, muss damit rechnen, dass ihm die Neuen erst im Herbst wirklich helfen können.

Der Datenblog zeigt, wie sich die Teams bislang verändert haben. Wer verliert an Erfahrung, wer muss um seine Offensivproduktion fürchten, wer hat sein Kader am stärksten verjüngt?

Bewegung im Kader

Am meisten Veränderungen gab es bislang bei den Grasshoppers. 11 Abgängen stehen 14 Neuverpflichtungen gegenüber. Bislang wenig Bewegung dagegen gibt es beim FC Sion, was für Präsident Christian Constantin eher atypisch ist. Allerdings haben die Sittener wichtige Transfers bereits im Winter getätigt. Interessant ist, dass der FC Basel, bei dem stets von einem Umbruch die Rede ist, am drittwenigsten Bewegungen im Kader verzeichnet. Allerdings sind bei den Baslern wichtige Spieler in der Achse des Teams betroffen.

Erfahrung

Um die Erfahrung zu messen, werden Neuzugänger und Wegzüger anhand der Anzahl Einsätze in einer höchsten Liga eines Landes sowie ihrer Spiele auf internationaler Ebene verglichen.

Es kann nicht überraschen, dass bei dieser Rechnung die Mehrzahl der Teams an Erfahrung verliert. Die Schweiz ist eine Ausbildungsliga, in der Neuzuzüger tendenziell eher weniger Erfahrung mitbringen, während erfahrenere Spieler ins Ausland wechseln.

Auch in dieser Kategorie sticht GC heraus. Mit dem Rücktritt von Grichting sowie den Transfers von Abrashi, Dingsdag, Lang und Jahic verliert das Team extrem viel Erfahrung. Das kann ein Kim Källström allein nicht wettmachen. Trotz der über 400 Spiele in höchsten Fussballligen, die der Schwede im Rucksack mitbringt, haben die Neuzugänge zusammengerechnet über 1000 Spiele in einer höchsten Liga weniger in ihrem Erfahrungsschatz als jene Spieler, die weggezogen sind.

Ebenfalls frappant ist der Verlust an Erfahrung in Thun. Die Berner holen mit Marco Bürki nur einen Spieler, der auf mehr als einen Einsatz in der Super League zurückblickt (25). Fragt sich, ob sich die Unerfahrenheit der Neuzugänge nicht auf die Resultate auswirken wird.

YB und Sion haben mit Sulejmani (YB) und Cichero (Sion) Spieler verpflichtet, die ein Plus an internationaler Erfahrung bieten. Das Minus bei den Ligaspielen kommt in Bern durch den Abgang von Zarate (320 Spiele in einer höchsten Liga) zustande. Im Wallis rührt es daher, dass mehr Spieler gegangen sind (6) als verpflichtet wurden (3).

Der FCB hat es trotz des Abgangs von drei (Ex-)Nationalspielern geschafft, fast gleichviel Erfahrung zu verpflichten. Einem Plus bei den Ligaspielen steht ein leichtes Minus bei den internationalen Einsätzen gegenüber.

Offensives Potenzial

Um zu sehen, wie sich das offensive Potenzial der Teams verändert, werden die Tore und Assists, die den Neuzugängen in der vergangenen Saison in ihren alten Mannschaften gelungen sind, mit den Zahlen jener Spieler verglichen, die den Club verlassen.

Auf der Verliererseite steht hier ganz krass der FC Lugano, der bislang 40 Skorerpunkte nicht ersetzt hat. Auch St. Gallen (Weggang Karanovic) und GC stehen auf der Verliererseite. Wobei bei den Grasshoppers die Masse der Wegtransfers mehr ins Gewicht fällt, als ein einzelner Spieler.

Im Gegensatz dazu haben Vaduz und der FCZ Spieler verpflichtet, die in der abgelaufenen Spielzeit für eine hohe Zahl an Toren und Assists gesorgt haben. Und auch Thun hat zumindest auf dem Papier den Abgang seines Topskorers Sadik kompensiert.

Allerdings sind die Zahlen bei den Zürchern und den Bernern mit Vorsicht zu geniessen. Beide haben zwar Spieler mit vielen Skorerpunkten verpflichtet, diese kommen aber aus der zweithöchsten Spielklasse. Bei Thun sind Buess und Rapp (beide Wohlen) sowie Peyretti (Biel) gemeinsam auf 29 Tore und 20 Assists gekommen. Beim FCZ war der zuletzt an Schaffhausen ausgeliehene Mariani allein für 22 Skorerpunkte gut. Es bleibt die Frage, ob diese Spieler auch in der obersten Liga reüssieren können.

Am meisten in offensives Potenzial investiert hat bislang Vaduz. In Liechtenstein sollen Messaoud und Caballero den schwächelnden Sturm verbessern. Ersterer kommt mit der Empfehlung von 11 Skorerpunkten aus Holland (Willem II). Letzterer hat für Desportivo Aves in 41 Ligaspielen 15 Tore erzielt – allerdings nur in der zweithöchsten Liga Portugals.

Transferwert

Investiert ein Club frisches Geld in neue Spieler, oder verkauft er teuer und verpflichtet dafür Mitarbeiter mit niedrigem Transferwert? Um das zu messen, wird der durchschnittliche Transferwert der Zuzüger mit jenem der Abgänger verglichen. Die Zahlen entstammen der Plattform Transfermarkt.ch.

Am grössten ist die Diskrepanz beim FC Basel, der die hoch eingeschätzten Schär (Hoffenheim) und Frei (Mainz) abgegeben hat und Streller durch seinen Rücktritt verliert. Die Basler hoffen, dass die Neuzugänge Høegh, Akanji, Lang und Bjarnason ihren Transferwert im rot-blauen Trikot steigern – so wie das Schär gemacht hat, nachdem er von Wil zum FCB gestossen war.

Alle anderen Clubs verpflichten Spieler, die auf dem Markt etwa gleich eingeschätzt werden wie ihre Vorgänger. Mit einer Ausnahme: YB. Die Berner Neuverpflichtungen haben im Schnitt einen Marktwert, der über 700’000 Franken höher liegt als jener der Wegzüger. Grund dafür sind Flügel Sulejmani, dessen Wert auf 3,3 Millionen Franken geschätzt wird, und Aussenverteidiger Benito (2,5 Mio.).

Alter

Das durchschnittliche Alter der Zuzüger im Vergleich zum durchschnittlichen Alter der Abgänger zeigt, ob sich ein Club verjüngen will. Und das wollen in der Schweiz offenbar fast alle. Auch das entspricht der Logik der Super League als Ausbildungsliga.

Die heftigsten Verjüngungskuren führen St. Gallen und Thun durch. Die Ostschweizer wollen offensichtlich gegen ihren Ruf angehen, keine Nachwuchsleute in die erste Mannschaft zu bringen. So sind die Neuzugänge im Schnitt über fünf Jahre jünger als jene Spieler, die den Club verlassen. Und beim FC Thun führt die finanzielle Lage regelmässig dazu, dass der Verein auf junge, günstige Spieler setzen muss.

Einziger Club, der bislang älter geworden ist, ist der FC Sion.

Stand der Transfers: 16. Juli 2015

Der internationale Transfer für Schweizer Clubs ist bis zum 31. August offen, das nationale Transferfenster schliesst am 30. September. Der Datenblog wird das Transfer-Barometer in dieser Zeit regelmässig aktualisieren.

4 Kommentare zu “Das Transferbarometer der Super League – Update vor dem Saisonstart”

  1. Samsung sagt:

    Zwar heisst es, dass Updates folgen, leider ist davon nichts zu sehen. Mittlerweile hat es doch schon wieder einige Zu- und Abgänge gegeben, dass eine Aktualisierung erforderlich wäre.

  2. Christian Kronenberg sagt:

    Dieser Transferbarometer ist zwar gut geschrieben aber eine Momentaufnahme! Ich denke besoders der FC Basel wird noch der einte oder andere Neuzugang melden. FCB hatte letzte Saison Spieler auf der Bank die bei jedem andere SL-Team gespielt hätten wie z.B. Gonzales oder Kakitani. Ich denke, dass der FCB das Pulver für eine allfällige Transferbombe noch nicht gezündet haben.

  3. Marcel Senn sagt:

    Cool gemachte Statistik, aber meines Erachtens noch etwas zu früh – mal schauen wie die Balken aussehen, wenn der FCB seine Einkaufsliste abgeschlossen hat.

  4. ROMEGIALLI ERNESTO sagt:

    Der FCB sollte Pirlo fuer einen Jahr holen . Gruss