Logo

Wer bei einem Ja zur Erbschaftssteuer zahlen müsste

Von DB, 22. Mai 2015 349 Kommentare »
Am Beispiel des Kantons Bern zeigen wir mit exklusiven Steuerdaten, wie viel vererbt wurde, wer von einer nationalen Erbschaftssteuer betroffen wäre und welche Steuersummen generiert würden.

Von Oliver Hümbelin (Berner Fachhochschule) und Rudolf Farys (Universität Bern)

Befürworter der Erbschaftssteuerinitiative argumentieren, dass Vererbung die Ungleichverteilung von Vermögen festigt oder gar erhöht. Gegner der Initiative kritisieren den staatlichen Eingriff in Angelegenheiten der Familie und empfinden die mehrfache Besteuerung materieller Ressourcen als unverhältnismässig.

Das Problem: Es liegen wenig gesicherte Informationen und Daten vor, anhand derer die Auswirkung der Steuer beurteilt werden könnte. Mit exklusiven Steuerdaten aus dem Kanton Bern will dieser Artikel Folgendes aufzeigen:

  • wie der Wohlstand verteilt ist
  • wer von der Erbschaftssteuer betroffen wäre
  • welche Summen in den letzten 10 Jahren verschenkt und vererbt wurden
  • welche Steuersummen anhand einer Erbschaftssteuer generiert würden

Für das vom Schweizerischen Nationalfond finanzierte Projekt Ungleichheit der Einkommen und Vermögen der Schweiz stellte die Berner Fachhochschule von der Berner Steuerverwaltung Steuerdaten der Jahre 2002 bis 2012 zur Verfügung. Diese umfassen detaillierte Informationen zur Vermögenssituation von Steuersubjekten. Es lassen sich folgende Hauptvermögensarten unterscheiden: Finanzkapital, Liegenschaften, Betriebsvermögen, übriges Vermögen. Das Reinvermögen bildet sich aus der Summe aller Vermögensarten abzüglich der Schulden.

Anhand der Berner Steuerdaten ist es möglich, verschiedene Auswertungen entlang der geplanten Erbschaftssteuerreform vorzunehmen. Jedoch mit einigen Restriktionen, die die Aussagekraft von Vermögensanalysen mindern. Dazu gehören:

  • Gesparte Vorsorgegelder werden nicht deklariert.
  • Liegenschaften sind unterbewertet, weil sie zum amtlichen und nicht zum Marktwert versteuert werden.
  • Steuerhinterziehung und Steueroptimierung: Mit zunehmendem Vermögen steigt der Anreiz, Vermögenswerte vor dem Fiskus zu verbergen.
  • Steuerdaten führen fiskalische und nicht reale Haushalte.

Im Jahr 2012 wurden im Kanton Bern Vermögen im Wert von 216 Milliarden Franken deklariert. Der Kanton Bern ist damit fast so reich wie Griechenland (241 Milliarden Dollar BIP).

Wie sind diese Reichtümer verteilt? Zur Beurteilung der Vermögenskonzentration lässt sich der Gini-Koeffizient berechnen. Mit einem Wert von 0,78 liegt Bern schweizweit im Mittelfeld. In anderen Kantonen ist das Vermögen sehr viel stärker konzentriert (beispielsweise Basel-Stadt und Genf) und in anderen weniger (beispielsweise Uri).

Wir zeigen die Verteilung des Wohlstandes in Bern mit einer alternativen Darstellungsform zum Gini-Koeffizienten. Dafür werden die Steuersubjekte zunächst dem Reinvermögen nach aufsteigend angeordnet und anschliessend in fünf gleich grosse Gruppen eingeteilt. Es entstehen fünf Populationsquintile. Q1 umfasst die 20 Prozent mit den geringsten Vermögen, Q2 die nächst reicheren 20 Prozent. Q5 ist schliesslich die Gruppe der reichsten 20 Prozent.

Nun kann berechnet werden, wie viel die jeweiligen Gruppen besitzen. Wir zeigen dies aufgeschlüsselt für das Finanzkapital, die Liegenschaften (abzüglich Schulden), das Betriebsvermögen und das Reinvermögen. Die Grafik zeigt, dass sich die Vermögen erheblich in der reichsten Gruppe konzentrieren. Die reichsten 20 Prozent besitzen zusammen jeweils an die 90 Prozent der jeweiligen Vermögenswerte, während die mittleren Gruppen verhältnismässig wenig besitzen und die ärmste Gruppe sogar beträchtliche Schulden aufweist. Vermögen liegt dabei meist in Form von Finanzkapital oder Liegenschaften vor.

Steuerpflichtige-Grafik-1

Für die Erbschaftssteuerreform bedeutsam sind folgende Zahlen:

  • Nur 1,5 Prozent der Steuersubjekte verfügen über ein Reinvermögen von mehr als 2 Millionen Franken und wären bei einem Ja am 14. Juni von der Steuer tangiert. Diese Gruppe besitzt 39 Prozent des gesamten Reinvermögens.
  • Betriebsvermögen von über 2 Millionen Franken liegen in 776 Fällen vor. Das maximale Betriebsvermögen liegt bei 43,3 Millionen Franken. Kein Betrieb käme demnach über der Grenze von 50 Millionen zu liegen, welche die Initiative für die Besteuerung vorsieht.

Allerdings kann Betriebsvermögen auch Teil des privaten Finanzkapitals sein, wenn es in Form von Beteiligungen (Aktien, Anteile an GmbHs) vorliegt.

Wie viel Geld wurde nun konkret im Kanton Bern weitergegeben? In den letzten zehn Jahren wurden laut Daten der Steuerbehörden jährlich im Mittel an die 1,5 Milliarden Franken vererbt und etwas weniger verschenkt (1,0 Milliarden Franken, ohne 2011). Auffällig sind die Schenkungen im Jahr 2011. In diesem Jahr wurde beinahe viermal so viel verschenkt, nämlich 4,8 Milliarden Franken. Diese Abweichung ist wohl direkt auf die Erbschaftsinitiative zurückzuführen. Die Initiative ist zwar erst 2013 zustande gekommen, bereits im Vorfeld wurde jedoch bekannt, dass sie rückwirkend auf 2012 in Kraft treten soll. Dies gab offenbar Anlass, vorbeugend Vermögen zu verschenken.

Steuerpflichtige-Grafik-1

Anhand der deklarierten Erbschaften und Schenkungen lässt sich ungefähr abschätzen, welches Steuervolumen damit hätte generiert werden können. Dazu müssen wir einige Annahmen machen, weil sich die Steuer laut Initiativtext am Erbvolumen orientiert und nicht am erhaltenen Betrag und wir aus den Steuerdaten lediglich die erhaltenen Beträge kennen. Ebenso unbekannt bleibt der Verwandtschaftsgrad, der für die Bestimmung der Steuerpflicht ausschlaggebend ist.

Weil im Erbfall in der Regel mehr als eine Person erbt, setzten wir die Grenze der zu besteuernden Erbbeträge daher bei 1 Million an. Dies entspricht der Annahme, dass immer genau zwei steuerpflichtige Personen erben. Erbteile, die über 1 Million Franken hinausgehen, besteuern wir mit 20 Prozent. Je Jahr variiert so die berechnete Steuer erheblich. Das Minimum beträgt 29,7 Millionen, das Maximum 157 Millionen, und der Median des Steuerbetrages sind 56 Millionen.

Auch Schenkungen können wir berücksichtigen. Dafür errechnen wir eine Steuer von 20 Prozent auf den Teil von ausgerichteten Schenkungen, der 20’000 Franken überschreitet. Weil Schenkungen bei einer Erblassung an den Freibetrag von 2’000’000 angerechnet werden können, berechnen wir die Schenkungssteuer lediglich für Steuersubjekte mit einem Reinvermögen über 2 Millionen. Im Mittel kommen so je Jahr nochmals 48 Millionen hinzu (ohne 2011), also ähnlich viel wie aus der direkten Besteuerung der Erbschaften. 2011 wären allein aufgrund der Schenkungen 770,2 Millionen angefallen. Dies kommt einem (hypothetischen) Steuerausfall von ungefähr 7 Jahren gleich.

Man kann sich nun die Frage stellen, welche Bedeutung diese Beträge für das Staatsbudget haben. Im Schnitt wären mit der Erbschaftssteuer (inkl. Schenkungen) Einnahmen von 104 Millionen je Jahr generiert worden. Dies entspricht immerhin drei Prozent des im Jahr 2012 über Einkommens- und Vermögenssteuer durch natürliche Personen generierten Steuervolumens im Kanton Bern. Anders ausgedrückt: Die Steuer würde das auf 2018 budgetierte Defizit von 72 Millionen des Berner Finanzplanes locker kompensieren.

Fazit – Die Auswertung der Berner Steuerdaten zeigt dreierlei:

  • Die Vermögen sind sehr ungleich verteilt. Obwohl die Steuerdaten die finanzielle Situation der gesamten Berner Bevölkerung detailliert abbilden, bleiben doch blinde Flecken. Nicht berücksichtigt werden können gesparte Vorsorgevermögen. Zwar ist davon auszugehen, dass die Ungleichverteilung mit den Vorsorgevermögen geringer ausfällt, es ist jedoch unbekannt, wie stark die Vorsorgevermögen in Relation zu den bestehenden Vermögenswerten ins Gewicht fallen. Gleichzeitig sind Vorsorgegelder zweckgebunden, und es ist fraglich, ob sie frei verfügbaren Mitteln gleichgesetzt werden können. Ferner unberücksichtigt bleiben aber auch undeklarierte Vermögenswerte. Diese würden die Konzentration der Vermögen bei den Wohlhabendsten zweifelsfrei zusätzlich pointieren.
  • Entsprechend der Ungleichverteilung der Vermögen wären von der Erbschaftssteuerinitiative verhältnismässig wenige Personen betroffen. 2012 verfügten 1,5 Prozent aller Steuerpflichtigen in Bern über ein Reinvermögen von mehr als 2 Millionen Franken und wären von der Steuer tangiert. Unten stehende Tabelle zeigt die Situation für die gesamte Schweiz im Jahr 2011 anhand der aktuellsten Vermögensstatistiken der Eidgenössischen Steuerverwaltung. Die Rangliste wird angeführt von Kantonen mit attraktiven Einkommens- und Vermögenssteuern für Wohlhabende (Schwyz, Zug, Nidwalden). Kein Muster ist zu erkennen, wenn auf Kantone fokussiert wird, die bereits jetzt eine Erbschaftssteuer direkter Nachkommen kennen (Appenzell Innerrhoden, Waadt und Neuenburg). Gesamtschweizerisch wären von der Erbschaftssteuer gut 100’000 Steuerpflichtige betroffen.
  • Ferner zeigen die Berner Steuerdaten, dass jährlich im Schnitt 1,5 Milliarden geerbt und 1 Milliarde verschenkt wird. Damit lässt sich abschätzen, welche Steuersummen sich mit einer Erbschaftssteuer ergeben. In Bern würden im Schnitt jährlich an die 105 Millionen in die Staatskassen gespült. Setzt man die Berner Vermögen ins Verhältnis zum gesamtschweizerischen Vermögen, ergibt sich ein stolzes Sümmchen von 1,07 Milliarden Franken.

Der Umverteilungssimulator

Weil die Erbschaftssteuer lediglich Vermögen über 2 Millionen besteuert, hätte sie eine umverteilende Wirkung. Wenn wir einige (mutige) Annahmen treffen, können wir simulieren, wie stark die Erbschaftssteuer Vermögen von den Reichen zur Allgemeinheit umverteilt und damit der ungleichen Verteilung der Vermögen entgegenwirkt, wie es das Ziel der Erbschaftssteuerreform ist. Unter anderem nehmen wir dabei vereinfachend an, dass ein durch die Steuer generierter Franken zu gleichen Teilen auf die gesamte Bevölkerung (um)verteilt wird. Durch die Steuer werden also Reiche ärmer und Arme reicher.

Ausgehend von der Vermögensverteilung 2012 zeigt der Umverteilungssimulator, wie stark und in welchen Zeiträumen die Erbschaftssteuer die bestehende Vermögensverteilung tangiert. Aus der Grafik lässt sich erkennen, dass die betroffenen Vermögen etwa ein Viertel der gesamten Vermögen ausmachen (bei einem Freibetrag von 2 Millionen Franken). Bis diese mit einem Steuersatz von 20 Prozent verteilt sind, vergeht eine sehr lange Zeit. Nach 30 Jahren ist die bestehende Vermögensverteilung kaum verändert. Nach 350 Jahren sind zumindest die Schulden der ärmsten 20 Prozent getilgt. Generell würden mit der Erbschaftssteuer die Vermögen nur sehr langsam umverteilt.

Finden Sie selber heraus, wie schnell sich die Vermögensverteilung ändert, wenn etwa die amerikanische Version der Erbschaftssteuer Anwendung findet (maximaler Steuersatz von 55 Prozent). Zum Umverteilungssimulator

349 Kommentare zu “Wer bei einem Ja zur Erbschaftssteuer zahlen müsste”

  1. Bischoff Werner sagt:

    Es wird viel diskutiert über die ganz Reichen,welche sich dann doch absetzen können, aber viele Härtefälle wird es geben gerade um die 2 Millionen Grenz. Es heisst ja bei den Liegenschaften gilt der Verkehrswert. Aber wer legt diesen fest. Gerade bei Handwerkerbetrieben kann es beträchtliche Unterschiede geben. Uebernimmt ein anderer Handwerker den Betrieb, der die Räumlichkeiten nützen kann, so ist es möglich einen höheren Preis zu erzielen. Es kann auch sein dass ein ehemaliges Haus Platz bietet für zwei Familien und durch die Grösse zwei Millionen überschritten wird, die Kinder haben aber ganz normale Berufe, der Lohn reicht gerade für ein normales Leben, aber übrig bleibt da nicht viel. Kommt es nun zur Erbfolge müssten die Kinder 400 000.- oder mehr Franken aufbringen, um die Erbschaftsteuer bezahlen zu können. Das heisst, sie müssen das Haus verkaufen,für welches vielleicht die Grosseltern und die Eltern auf vieles verzichtet haben. Früher war es oft so, dass der Grossvater 600,800 oder 1000 qm Land kauften, in der Mitte ein Haus darauf stellten, also ohne die Möglichkeit einen Teil zu verkaufen. Bei einem Preis von 2000.-Fr pro qm sind die 2 Millionen schnell erreicht. Es ist also noch sehr entscheidet wo dein Haus steht. Ich kenne auch jemand dessen Uhrgrossvater einen jungen Maler gratis wohnen liess und zum Dank schenkte dieser ihm ein Bild. Dieser ist heute etwas berühmt und das Bild einiges wert, aber eben nur wenn man es verkauft. Käme nun die Erbschaftssteuer müsste er verkaufen, denn die Steuer bezahlen kann er nicht. Ein Bild, das seit vielen Jahren im Wohnzimmer hängt. Was heisst schon gerecht. Eine Steuer ist nie gerecht. Wenn die Sikaerben zahlen müssen, welche noch nie etwas für die Firma getan haben ist es eben etwas anderes, als ein Unternehmer, welcher mit vielen Entbehrungen und einer Wochenarbeitszeit von sechzig, siebzig,achtzig oder noch mehr Stunden etwas erarbeitet hat.

  2. Monique Schweizer sagt:

    Was die meisten nicht begriffen haben, diese Steuer ist EINE MASSIVE ENTLASTUNG FUER DEN MITTELSTAND UND DIE AERMEREN, weil die ganzen Erbschaftssteuern auch bei Vermögen bis 2 Mio für Nichten, Cousinen, gute Freunde, nicht eingetragen Lebenspartner usw usw WEGFALLEN!
    In den meisten Kantonen zahlen die jetzt um die 30% und NACHHER NICHTS MEHR!
    .
    Bin ja gespannt ob die Eidgenossen einmal mehr dem Grosskapital auf den Leim gehen oder mal sehen, dass diese Initiative für einen Grossteil der Bevölkerung ein Vorteil ist.
    Haben wir uns endlich von Gessler befreit oder grüssen wir heute einfach den Gesslerhut des Grosskapitals?

  3. Matthias sagt:

    Unberücksichtigt bleibt der Einfluss der Erbschaftssteuer auf die Ausländer und insbesondere die Pauschalierten in der Schweiz! Diese werden nämlich bei einer Annahme nicht mehr in die Schweiz kommen und die jetzt Anwesenden werden die Schweiz verlassen, genau gleich wie die Superreichen Schweizer. Unter dem Strich würden auch im Kanton Bern bei Berücksichtigung dieser Effekte nur noch wenig, wenn überhaupt zusätzliches Steuersubstrat bleiben. Die publizierte Studie ist daher falsch, weil nur einen, STATISCHEN Teil zeigend.

    • Karl Lammers sagt:

      Haben Sie statistische Werte oder Untersuchungen, die diese Annahme bestätigen?

    • Christoph Gut sagt:

      Die Superreichen verlassen schon heute die Schweiz, wenns ans Sterben geht (e.g. IKEA-Besitzer).

  4. Benjamin Carisch sagt:

    Die Erbschaftssteuer entzieht den Kantonen vermutlich Gelder… Die Idee ist gut gemeint, aber wird vermutlich zum Rohrkrepierer (siehe unten).

    Man kann betr. der Erbschaftssteuer geteilter Meinung sein. Ich selber bin auch noch nicht ganz sicher. Aufgrund dieses Blogs habe ich mal die Steuern der anderen Kantone hochgerechnet. Es sind sehr wage Zahlen, da bei der Hochrechnung nur die Anzahl betroffener, nicht das Vermögen berücksichtigt werden konnte. Zudem musste ich bei den Arten der Erbschaften (Kinder/Enkel, Eltern, Geschwistern, Andere) eine Annahme machen. Habe da 85% Kind/Enkel, 5% Eltern, 8% Geschwister, 2% Andere genommen.
    Nicht eingerechnet ist dabei, dass die Untergrenzen heute wesentlich tiefer sind und so mehr Einnahmen auch durch Besteuerung des (oberen) Mittelstandes und kleinerer Freigrenzen von Reichen generiert
    werden.

    Folgende dreiPunkte kamen heraus:
    1. Ja, mit der neuen Erbschaftssteuer würde mehr Geld (ca. +90-100%) in die Staatskasse fliessen – also fast das doppelte
    2. Da aber 2/3 an die AHV gebunden wäre (und das Geld, wenn ich es richtig verstanden habe, bisher ganz an die Kantone ging) würde den Kantonen Mindereinnahmen von Total ca. 35% an der bisherigen Erbschaftssteuer flöten gehen. Nicht alle Kantone, aber viele würden weniger erhalten, als bisher.
    3. Profitieren würden vor allem nicht nahe Verwandte. (eher Enkeluntauglich)

    Fazit: Den Kantonen fehlt heute schon Geld. Wenn hier noch mehr Mindereinnahmen (z.B. Kanton Bern: vermutlich 10 Mio (35%), Genf -83%) generiert werden, werden diese gewiss nicht auf die Reichen abgewälzt, sondern wohl auf den Mittelstand. Auch wenn der Mittelstand durch die hohe Freigrenze profitiert, wird er das wohl auf anderem Weg wieder zu spüren bekommen.
    Die Idee ist gut gemeint, aber wird vermutlich zum Rohrkrepierer…
    Ich muss wohl bei meinem Nein bleiben.

    • Christoph Gut sagt:

      Wenn die auf dem Tisch liegenden Argumente gegen die Erbschaftssteuer nicht mehr ziehen, dann werden mit undurchsichtigen Privatstudien neue Argumente aus dem Ärmel geschüttelt. Herr Carisch, es ist nicht nachvollziehbar, wie Sie auf Ihre Zahlen kommen. Trotzdem will ich mir Mühe geben, sie zu verstehen:
      .
      1. Zur Kasse gebeten würde der Mittelstand bei einem Nein sowieso und dann happiger! Denn die dann fehlende AHV-Finanzierung würde entweder über eine Erhöhung der Lohnabzüge oder eine Erhöhung der Mehrwertsteuer sichergestellt. Beides würde den Mittelstand mehr als die Erbschaftssteuer belasten. Oder anders ausgedrückt: Der Mittelstand wird sowieso stärker belastet werden. Mit der Erbschaftssteuer würde er wenigstens nicht alles alleine tragen.
      .
      2. Es ist erstaunlich, wie Sie auf die Prognose kommen, es würden nur 90-100% mehr Steuern generiert. Wenn man bedenkt, dass in den allermeisten Kantonen direkte Nachkommen nicht und nur mit einem sehr kleinen Steuersatz besteuert werden, ist doch zu erwarten, dass bei den Reichen, die den Freibetrag locker überbieten, doch einiges mehr generiert würde. Es zahlen mit der Erbschaftsteuer neu ja alle Steuern, wie Sie selber schreiben.
      .
      3. Wahrscheinlich haben Sie die Verhältnisse im Kanton Bern im Dreisatzverfahren auf alle anderen Kantone umgerechnet. Der Kanton Bern ist aber bezüglich aktueller Erbschaftsteuer überhaupt nicht repräsentativ. Er ist eher eine “Steuerhölle”. Dort, wo die von der eidg. Erbschaftssteuer betroffenen Reichen vornehmlich wohnen, gibt es nur sehr geringe oder gar keine Erbschaftssteuern. Im Kanton Schwyz, wo es gar keine Erbschaftssteuer gibt, würden die Steuern um unendlich% ansteigen. Der derzeit finanziell arg gebeutelte Kanton würde auf jeden Fall profitieren.
      .
      4. Ihre Rechnung ist letztlich in sich und mit der obigen Studie nicht stimmig. Sie schreiben, der Kanton Bern würde 35% weniger Einnahmen, also 10 Mio generieren. Dann gehen Sie davon aus, dass heute 29 Mio pro Jahr an Erbschaftssteuer anfällt. Wenn nun aber mit der eidg. Erbschaftssteuer im Kanton Bern gemäss Studie 104 Mio. generieren würden, dann würde der Kanton 35 Mio einnehmen (= 1/3 von 104 Mio), was einem Gewinn entspräche! Mit Ihren Zahlen kann also etwas grundsätzlich nicht stimmen.
      .
      5. Die Gegner der Erbschaftssteuer verweisen gerne auf Ungenauigkeiten der obigen Studie. Man muss hier einfach festhalten, dass die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist, dass Ihre Privatrechnung, Herr Carisch, die, so scheint es, mit Daten aus dem Internet rasch zusammengestellt wurde, doch um einiges ungenauer ist als die bemängelte Studie.

      • Christoph Gut sagt:

        @Carisch: Ein Nachtrag:

        6. Angenommen, Ihre Zahlen stimmten, was man ohne weitere Angaben zu Ihrer Rechnungsmethode nicht einschätzen kann, dann müssten die Relationen zum Gesamtertrag eines Kantons betrachtet werden. Angenommen also, beim Kanton Bern würden 35% der Erträge wegfallen, was 10 Mio. entsprechen soll, dann entspräche dies bei einem Gesamtsteuerertrag von über 10’000 Mio weniger als einem Promill. Ähnliches gilt für den Kanton Genf, der -83% weniger Ertrag aus der Erbschaftssteuer erhalten soll.
        .
        7. Die Gesamtrechnung über alle Kantone ist zudem eher zweifelhaft. Geht man von einem Gesamtertrag von 2,7 Mia. aus, dann verlieren die Kantone in der Summe nichts. Jüngste Verlautbarungen aus Bankenkreisen lassen vermuten, dass entsprechende Annahmen über vorhandene Vermögen deutlich unterschätzt wurden. Wenn dann der automatische Informationsaustausch auch im Inland umgesetzt sein wird, werden wahrscheinlich alle Kantone zu Gewinnern.

    • Bruno Fässler sagt:

      76 Milliarden werden gemäss der Studie von Brüllhart (Uni Lausanne) in diesem Jahr vererbt. 2017 werden es über 80Mrd. sein. Selbst bei einer Entlastung von 50% (KMU Freibetrag von 50 Mio, allgemeiner Freibetrag von 2 Mio.) werden so 40 Mrd. zur Besteuerung kommen. Bei 20% Satz wird dies rund 8 Mrd. Ertrag bringen. Davon sind über 2 Mrd. für die Kantone. Das ist doppelt so viel wie heute. Hinzu kommen die über 5 Mrd. für die AHV. Das ist mehr als 20% der heutigen Beiträge. Wenn die Erträge nicht aus der Erbschaftssteuer kommen, werden die heutigen 20 Jährigen entweder höhere Beiträge zahlen oder die heute 50 Jährigen werden weniger Rente bekommen (allenfalls länger arbeiten).

  5. rolf zeller sagt:

    Ist erst einmal eine Steuer eingeführt, bestimmt die allg. Haushaltslage wie viel der Ertrag daraus sein muss. Wir leben in einer Zeit wo aus bekannten Gründen immer mehr Mittel von den Kommunen gebraucht werden. Auf jeden Fall würde auch hier die Unter-Grenze der Steuer sich langsam aber sicher in die Gefilde des Mittelstandes senken. Da könnte die Neidmotivation schnell mal zum Schuss ins eigene Knie verkommen

    • Benjamin Carisch sagt:

      sehe ich ähnlich. Auch denke ich, dass den Kantonen sofort schon Gelder fehlen werden (2/3 geht ja an die AHV) und es somit recht schnell den Mittelstand auf anderem Wege treffen wird. Ich vermute hier auch einen Rohrkrepierer…

    • Christoph Gut sagt:

      In den vergangen 20 Jahren ist mehrheitlich das Gegenteil passiert: Steuersätze wurden reduziert (Staats- und Gemeindesteuern infolge Steuerwettbewerb, Unternehmensbesteuerung) und Steuern wurden abgeschafft (Stempelsteuer, Erbschaftssteuern, Dividendenbesteuerung …).
      .
      Herr Zeller: Ihre persönliche Angst ist wenig begründet. Und die Angstmache ein Hinweis mehr, dass den Gegnern der Erbschaftssteuer die sachlichen Argumente ausgehen.

    • Schumacher Peter sagt:

      Wenigstens Einer, der das System begriffen hat, darum gibt es nur ein Nein.
      Die öffentliche Hand wird immer gieriger, da der echte Sparwille fehlt.
      Beispiele gibt es genügend, z.B. Tabaksteuer oder Benzinsteuer.

      • Bruno Fässler sagt:

        Das Geld soll ja in den AHV Ausgleichsfond gehen. Dies wird unsere AHV gerade noch rechtzeitig stärken, denn in den nächsten Jahren kommte eine grosse Welle von Rentern…

  6. Christoph Ackeret sagt:

    In der Schweiz haben wir die Vermögenssteuer. Diese frisst oft alle Erträge weg. Wer soll denn Eigentümer von Unternehmen sein? Auch die Schweiz lebt von Unternehmergeist. Das Vermögen ist in den Unternehmen investiert. Diese erarbeiten den Wohlstand, von dem wir alle leben. Arme Unternehmer können nichts bewirken. Mit Umverteilung ist da gar nichts gewonnen. Die geplante eidgenössische Erbschaftssteuer würde ein zusätzliches eidgenössisches Bürokratiemonstrum schaffen. Denn niemand kann Vermögen gerecht bewerten. Es wären aber alle betroffen, denn nach wenigen Jahren würden die heute genannten Grenzwerte opportunistisch, konfiskatorisch und willkürlich angepast, um den Fiskalstaat nach Lust und Laune auszubauen. Ohne Revision des Steuerrechts, z.B. Einführung der Flat Tax, sind aud Bundesebene neue Steuern ohnehin unakzeptabel. Was sind wir für eine Demokratie, in welcher ca. 80% der Stimmbürger fast keine Bundessteuern bezahlen? Irgendwo gibt es eine Grenze, wo der Staat die Hühner, welche die fiskalischen Eier legen, nicht weiter schröpfen sollte.

    • Christoph Gut sagt:

      Alle Ihre Behauptungen werden eigentlich durch die Ergebnisse der Studien wiederlegt. Man müsste einfach die Studie lesen.

      • Antelma Giger sagt:

        Jede Studie sagt was anderes aus, je nachdem, wer diese in Auftrag gibt. Hier könnte man zum Beispiel anfangen zu sparen. Die Studien, die vom Staat finanziert werden auf einen Drittel reduzieren und das gesparte Geld in die AHV fliessen lassen!

        • Christoph Gut sagt:

          Sehr geehrte Frau Giger,
          .
          ich gehe davon aus, dass Sie eine Befürworterin der direkten Demokratie sind. Also nicht Profis entscheiden, sondern Laien sollen das machen. Dafür alle. Wie soll eine solche Demokratie funktionieren und sinnvolle Entscheidungen generieren, wenn es keine Studien geben darf, die dem Volk Anhaltspunkte lieferten, was für Konsequenzen dessen Entscheidungen haben könnten?
          .
          Ich gehe mit Ihnen einig, dass man Studien hinterfragen soll. Nur: Das undifferenzierte Totschlagargument, jede Studie behaupte sowieso nur das, was die Auftraggeber hören wollen, bedeutet in letzter Konsequenz, dass das Volk in Bezug auf seine politischen Entscheidungen keinen Lernprozess machen kann. Die Meinungen sind gemacht, bevor man überhaupt über die Sache nachdenkt und debattiert. Dabei sollte das Volk doch aufgrund sachlicher Argumente und nicht aufgrund von Vorurteilen politische Entscheide treffen. Darum: Wenn man Studien kritisieren will, dann bitte sachlich. Alles andere wertet unsere direkte Demokratie ab.

          Mit freundlichen Grüssen
          Christoph Gut

  7. Schnuppe sagt:

    Die Erbaschaftssteuer hat einen erheblichen Makel und sollte nicht weiter diskutiert werden.
    Folgende Frage müsste mir mal jemand beantworten.
    Warum will der Staat, dass hohe Gewinne nicht versteuert werden, zB Kapitalgewinne, und dann im Nachinein etwas herauslösen? Normal ist es doch Einkünfte direkt zu besteuern wo und wann diese anfallen.
    Die Erbschaftsteuer ist ein Konstrukt, das umgangen werden kann. Dies ist im direkten Besteuerungfall nicht so. Holt doch endlich das Geld wann es gemacht wird und wo es gemacht wird.
    Aus diesem Blickwinkel ist die Erbschaftssteuer ein Geschenk an die enorm Reichen, da sie umgangen werden kann. Der betroffene Mittelstand bleibt auf der Strecke.
    Also bleibt nur die Möglichkeit dies abzulehnen!

    • Christoph Gut sagt:

      Jede Steuer kann umgangen werden. Glaubt man Herrn Portmann, Banker und FDP-Nationalrat, dann sind die Schweizer Meister im Hinterziehen von Steuern. Das ist aber doch kein Grund gegen eine Steuer.
      .
      Fragen Sie die Bürgerlichen, warum Kapitalgewinne nicht versteuert werden sollen. Aus Sicht der Befürworter der ES sind Einkommen, Gewinne aus Kapital, Schenkungen, Lottogewinne und Erbschaften alle ähnlich zu behandeln.

  8. Manuel sagt:

    Zum Vergleich Vermögen Kanton Bern und BIP Griechenland: ein Anfängerfehler, denn beim BIP handelt es sich um Einkommen/Gewinn und nicht um Vermögen. Das ist genausofalsch wie zu behaupten Apple sei soviel Wert wie das BIP von Australien.

  9. Marcel Senn sagt:

    Ich werde mit grosser Wahrscheinlichkeit in einigen wenigen Jahren mal zusammen mit meinen Brüdern mehr als 2 Mio erben und habe JA gestimmt!
    .
    Ganz einfach, weil ich eine gesunde AHV für ein der Stützen unserer Gesellschaft finde und für was brauche ich Millionen, es gibt viel besseres auf diesem Planeten als den schnöden Mammon, zumal ich dieses Geld dereinst mal ziemlich leistungsfrei bekommen werde und einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul!
    .
    Darum JA(HV) am 14.6. 2015!

    • Bruno sagt:

      Mögen Ihre Brüder und Sie Ihre Eltern noch lange geniessen können; sie haben Ihnen offenbar das Wesentliche beigebracht.

  10. Hans Moser sagt:

    Umverteilung würde wahrscheinlich tatsächlich stattfinden, allerdings nicht wie gedacht von oben nach unten. Sondern eher von der Schweiz weg ins Ausland. Und das wäre die denkbare schlechteste Variante für die Schweiz. …..

    • Felicitas Beck sagt:

      Ich finde es beschämend, dass man den von einer möglichen Erbschaftssteuer Betroffenen grundsätzlich unterstellt, dass sie ihre Energie darauf verwenden würden, diese zu umgehen. Wer Solches behauptet, gehört offensichtlich nicht zu den Betroffenen.

    • Bruno Fässler sagt:

      Die Studie von Prof. Brüllhart (Uni Lausanne) zeigt das Gegenteil . Wieso wohnen den nicht alle schon immer im Kanton Schwyz, dort hat es nie eine Erbschaftssteuer gegeben.

  11. Hans Moser sagt:

    Diese Erbschaftssteuer ist die unfairste Steuer überhaupt. Es soll hier ganz gezielt eine Minderheit der Schweizer Bevölkerung mit einer Erbschaftsstrafe belegt werden. Das wäre anders, wenn sie alle betreffen würde. Nur wäre dann niemand bereit, hier zuzustimmen.
    Desweitern soll sie rückwirkend eingeführt werden. Dies ist absolut unethisch und unmoralisch. Sozusagen wird ein Fussballspiel gespielt und am Schluss vom Spiel werden die Regeln verändert und die Tore neu verteilt. Oder anders, man kann heute nicht nach Gesetzen leben, welche erst in der Zukunft geschrieben werden.
    Und der Zinssatz von 20% ist absolut massiv. Dies übertrifft sogar die Wuchergrenze für legale Kreditzinsen.

    • Bruno sagt:

      Hier wird nichts rückwirkend eingeführt; es werden lediglich Schenkungen seit dem 1.1.2012 zum Nachlass hinzu gezählt. Dies auch nur dann, wenn der Erblasser nach dem Inkrafttreten der neuen Bestimmungen verstirbt. Das dies allen klar war, zeigt nur die immense Anzahl von Schenkungen vor diesem Datum. Für alle, welche vor dem Inkrafttreten geerbt haben, ändert sich überhaupt nichts.
      Zu bedenken ist, dass viele Kinderlose in der Schweiz mit bedeutend höheren Erbschaftssteuern konfrontiert sind. Für all jene ist die Reform nur fair.
      Ein Häuschen in der Agglo ist wohl in den wenigsten Fällen netto (nach Abzug der Hypotheken) 2 Mio. wert. Zudem können bei Ehepaaren 4 Millionen steuerfrei übertragen werden.

      • Hans Moser sagt:

        Und genau das ist ja rückwirkend. Man weiss heute nicht, ob diese Initiative angenommen wird oder nicht. Deshalb weiss man heute (2015) nicht ob Steuer für 2012, 2013, 2014 und 2015 oder noch mehr fällig wird oder nicht. Man lebt also bereits mehrere Jahre nach aktuellem Gesetz, welches sich offenbar plötzlich ändern könnte. Eben rückwirkend. Und genau das ist moralisch und ethisch verwerflich.

        • Bruno Fässler sagt:

          Solange keine Person stirbt, welche Ihnen über Fr. 20’000 geschenkt hat und solange die Summe der Geschenke und dem dann noch bestehenden Nachlass nicht über 2 Mio. beträgt, geschieht nichts.
          Wenn die Inititative angenommen wird, und jemand nach dem 1.1.2017 verstirbt, werden die Schenkungen seinem Nachlass zugerechnet. Allenfalls gibt es dann eine (höhere) Erbschaftssteuer.

    • Christoph Gut sagt:

      Man kann es den Gegnern der Initiative nie recht machen: Einerseits wird verbissen versucht zu beweisen, dass es gar nicht wenige trifft, wie die Studie besagt. Andererseits wird darauf beharrt, dass es wenige betrifft und daher unfair sei.
      .
      @Moser:
      .
      1. 20% ist der Grenzsteuersatz, vergleichbar mit den durchschnittlich 35-40% Grenzsteuersätze bei den Staatssteuern auf Erwerbseinkommen. 20% erscheint in diesem Zusammenhang als moderat.
      .
      2. Wegen des Freibetrages ist die Erbschaftssteuer progressiv gestaltet. Für die allermeisten, die von der Steuer betroffen sein könnten, würde der Grenzsteuersatz auch nicht annähernd .
      .
      3. Wieso ist Steuer auf Erwerbseinkommen fair, wenn Steuer auf Erbe ohne persönliche Leistung unfair sein soll?

      • Hans Moser sagt:

        Grundsätzlich ist diese Steuer unfair, einfach weil sie nicht alle betrifft. Schlussendlich egal, wen sie betrifft oder nicht. Wieso, wenn man eine angeblich so faire Steuer machen wollte, gibt es den überhaupt diese Grenze von 2 Millionen? Das zielt ganz bewusst nur auf einen Teil der Bevölkerung. Und nimmt an, dass jeder der denkt, ihn beträffe das nicht, zustimmen würde. Was eben auch absolut unmoralisch und unethisch ist.

        • Christoph Gut sagt:

          Der Freibtrag macht die ES progressiv. Man muss bedenken, dass ohne Freibetrag die ES eine Flat rate Taxi wäre. Ein hoher Freibetrag führt zu einer flachen Progressionskurve. Besteuert wird ja nur das, was über die 2 Mio hinausgeht.

    • Marianne Juon sagt:

      @ Moser: Leider ist es EXAKT umgekehrt. Heute wird nur das Erbe einer Minderheit, und erst noch nicht unbedingt einer reichen, nämlich der Kinderlosen, mit ES belegt. Und à propos Wuchergrenze: bis zu 50%, ohne Freibetrag. Ja, Sie haben richtig gelesen.

      • Hans Moser sagt:

        Wieso wird heute nur das Erbe einer Minderheit mit ES belegt? Ich verstehe Ihre Annahmen leider nicht ganz. Aber ja, 50 prozent ist absolut zuviel.

        • Bruno Fässler sagt:

          Weil heute immer noch mehr Leute Kinder haben als es Kinderlose gibt. Das Erbe der Kinderlosen wird massiv besteuert., das der mit Kindern ist steuerfrei.

        • Marianne Juon sagt:

          @ Moser: Weil nur eine Minderheit keine Kinder hat.

    • Monique Schweizer sagt:

      Moser: Und heute zahlt der überlebende Lebenspartner (sofern nicht eingetragen) je nach Kanton 30% oder noch mehr, dito auch für gute Freunde, Nichten usw und das auch für Vermögen unter 2 Mio!
      .
      Darum ist diese Initative ein Vorteil für grosse Teile der Bevölkerung!!!

    • Christoph Gut sagt:

      @Moser: Ihre Argumentation beisst sich in den Schwanz: Denn man könnte den Freibetrag auch senken, es wäre trotzdem immer noch nur eine kleiner Minderheit von der ES betroffen. Die meisten Betroffenen sind sowieso nicht stark betroffen. Die ES ist ja progressiv ausgestaltet. Dies gerade wegen dem Freibetrag.
      .
      Nun aber zu Ihrem argumentativen “Schwanzbiss”:
      .
      Wenn also die Vermögensverteilung in der Schweiz gerechter, sprich ausgeglichener, wäre, dann wäre gemäss Ihrer Argumentation die Einführung einer Erbschaftssteuer prinzipiell fair, weil sie eine Mehrheit betrifft. Weil nun aber die Vermögensverteilung derart unfair, extrem einseitig, ist, ist eine Erbschaftssteuer per se unfair.
      .
      Machen wir mit dieser Logik ein anderes Beispiel:
      .
      Wenn die Einkommen sehr ungleich verteilt sind, sprich sehr wenige verdienen sehr viel vom ganzen Kuchen, dann ist die Einkommenssteuer prinzipiell unfair und ist abzuschaffen.
      .
      Wenn nun also in einer extrem unfairen Gesellschaft alle Geldwerte unfair verteilt sind, dann können diese nicht besteuert werden. D.h. es kann nur noch der Konsum und Arbeit besteuert werden. Also Mehrwertsteuer, Kopfprämien (Krankenkasse). So sieht dann also eine faire Gesellschaft aus?

  12. Monique Schweizer sagt:

    Gerade gelesen: Ein Deutscher der 35 Jahre in der Gemeinde Russikon gewohnt hat, hat diese jetzt zum Alleinerben gemacht und ihr 4 Mio Franken plus eine 4.5 Zi-Wohnung vererbt!
    .
    Zum Glück gibt es noch solche Reiche mit einem Sinn fürs Gemeinwohl, da könnte sich noch mancher der nimmersatten Kommentarschreiberlinge eine Scheibe davon abschneiden!

    • Marianne Juon sagt:

      @ Schweizer: Obwohl anzunehmen ist, dass die Person alleinstehend und ohne Kinder war und deswegen eh einen grossen Teil ihres Erbes dem Staat hätte überlassen müssen…
      Nein, natürlich stirbt die Hoffnung zuletzt, dass es auch in der Schweiz wie in guten alten Zeiten sehr Vermögende gibt, die ein soziales Gewissen haben, das sie gut schlafen lässt, und sich nicht wegen ein paar Steuerfranken wie aufgescheuchte Hühner von einer Ecke der Weltkugel an die nächste hetzen lassen, womöglich mit Rollator, heimatlos. Gerade wer sehr viel Geld hat, wird die Annehmlichkeiten eines RUHEstands zu schätzen wissen und sich gelassen dem ergeben, was da kommt, und sei es die Annahme der EStI. Wie gesagt, die Hoffnung stirbt zuletzt.

  13. Bruno Haas sagt:

    Meine Kritik an dieser Studie: Bern ist eine der Steuerhöllen der Schweiz. Kein vernünftig denkender Mensch mit einem hohen Einkommen verlegt seinen Steuersitz freiwillig nach Bern. Ergo sind grosse Vermögen in Bern vermutlich auch seltener als sonstwo und Bern deshalb mässig repräsentativ.
    Grundsätzlich interessiert es mich nicht wieviel meine Kinder dem Staat abliefern: Da ich tot bin, kann es mir egal sein. Ein paar Punkte finde ich in Bezug auf diese Initative dennoch nicht akzeptabel:
    1. Gesetze rückwirkend einzuführen ist juristisch mehr als fragwürdig und schon Grund genug die Initiative abzulehnen. Wenn rückwirkend Gesetze geändert werden können, ist die Rechtssicherheit nicht mehr gegeben. Ich glaube, dass dieser Teil deshalb auch vor Bundesgericht anfechtbar wäre.
    2. Ich habe beim Tod meines Vaters zugunsten meine Mutter auf das Erbe verzichtet (das Erbe wäre damals ja steuerfrei gewesen), wenn nun meine Mutter stirbt, zahle ich Erbschaftsteuer. Also bin ich nun der Depp, weil ich verzichtet habe?
    3. Einmal mehr wird es den Mittelstand treffen. Davon, bei dieser Steuer die kalte Progression auszugleichen, steht im Initiativtext rein gar Nichts. Und wenn dann das Häuschen im Grünen in 20, 30, 40, 50 Jahren plötzlich das 10-fache des heutigen Wertes hat, zahlen deutlich mehr als 2%. Schon heute brauche ich für einen Immobilienwert von 2 Mio keinen Palast. Da reicht das Häuschen in der Zücher Agglo.
    4. Die wirklich grossen Vermögen werden nicht tangiert. Da verlegt einer seinen Steuersitz auch nach Monaco oder auf die Caymans. Und “schwupp” wird sich das obere Prozent noch weiter vom Rest absetzen und die Ungleichheit noch grösser. Die oben an 50 oder 100 Mio wird diese Steuer nicht kratzen.
    5. Die Leute die hier zur Kasse gebeten werden, sind die Gleichen, die schon jetzt schon 95+% des Steueraufkommens verantwortlich sind.
    6. Das Umlagesystem der AHV ist aufgrund der demographischen Veränderung seit 1948 schon seit Jahrzehnten klinisch tot. Immer wieder neue Geldquellen anzuzapfen um diesen Komapatienten künstlich am sterben zu hindern ist bekloppt. Wie wäre es mal ein neues – den demographischen Veränderungen der letzten 67 Jahre angepasstest – System zu entwerfen?
    7. Leute mit hohen Einkommen zahlen schon heute die AHV.
    8. Es kann im Ernst keiner so naiv sein denken, dass hier “taking from the rich and giving to the poor” gemacht wird?!? Einige meinen, dass der AHV-Satz oder MWST gesenkt wird, wenn das eingeführt wird: Ich bitte um EIN EINZIGES BEISPIEL, wann in der Geschichte eine dieser Steuern gesenkt wurde oder eine “provisorische Erhöhung” rückgängig gemacht wurde.

    • Thomas Marti sagt:

      Der AHV Satz oder die MWST werden nicht gesenkt aber, sie müssen dadurch weniger erhöht weren.

      • Bruno Haas sagt:

        Und gibt es dafür, dass wenn eine neue Geldquelle gefunden wurde die bereits bestehende Steuer nicht weiter ausgebaut wurde ein Beispiel?
        Gegenbeispiele habe ich zur Genüge.

        • Thomas Marti sagt:

          Ich schreibe das durch die Erbschaftsteuer der AHV Satz und die MWST weniger erhöht werden müssen.
          Irgendwie wird die AHV saniert werden müssen und dazu würde dann die Erbschaftsteuer Ihren Beitrag leisten.

      • Richard Engler sagt:

        … und in der AHV wird das über Jahre angesparte Vermögen innerhalb Tagen verbrannt.
        Es gibt keine Umverteilung, wenn das Geld sofort ausgegeben wir – nur eine Vernichtung von Vermögen.
        Die Armen sind arm, weil sie kein Geld zusammen halten können – warum auch immer.

        • Manuel sagt:

          @Engler: 50% der Bevölkerung verdienen schlicht zuwenig, um nennenswert zu sparen…hat auch mit Glück oder Pech zu tun, nicht nur Leistung.

        • Stefan Lehmann sagt:

          Auch schon mal überlegt, dass auch Geld ausgegeben werden muss, damit ein Wirtschaftskreislauf nicht zum erliegen kommt?

        • Marianne Juon sagt:

          @ Engler: Ihr letzter Satz in Gottes Ohr – selbstgerechter gehts wirklich nicht mehr. Es bleibt einem der Atem stehen. Einfach noch zu Ihrer Information: Und doch presst der Staat, wenn diese Armen auch noch kinderlos sind, von ihren paar Fränkli Vermögen ES von bis zu 50% ab. Uebrigens ist Singlesein und eine nicht so gute Ausbildung haben – nicht alle können so intelligent sein wie Sie – überhaupt das höchste Armutsrisiko. Singles müssen noch auf das Existenzminimum Steuern zahlen (BS Steuersatz 22.25%, wie übrigens für Paare bis zu 400 000 Einkommen auch, so viel zum Thema Progression in einer SP-Stadt…) und bekommen trotzdem keine ganze AHV, wenn sie nicht mind. ca. 85 000 Franken im Durchschnitt verdient haben. So sieht die Realität aus. Also packen Sie den Satz wieder ein.

    • Bruno sagt:

      1. Das Bundesgericht ist kein Verfassungsgericht

      2. Die Kalte Progression wird ausgeglichen: Abs. 4 Der Bundesrat passt die Beträge periodisch der Teuerung an

      3. Der Erbe ist nichts anderes als ein erfolgreiches Spermium (gemäss Warren Buffet, immerhin einer der Reichsten der Welt)

      4. Die Erträge von rund 4Mrd werden unsere AHV nachhaltig stärken.

      5. Die Betroffenen reagieren gemäss der neuesten Studie der Uni Lausanne nicht auf eine Änderung in der Erbschaftsbesteuerung.

      • Richard Engler sagt:

        Punkt 5: völliger Blödsinn

        • Bruno sagt:

          Den Blödsinn können Sie gerne mit Prof. Brüllhart von der Uni Lausanne ausdiskutieren.
          Aber im Alter verändern sich doch bei vielen die Prioritäten. Daheim zu leben und zu sterben ist vielleicht wichtiger als das Geld, von dem man ja eh mehr als genug hat.

        • Christoph Gut sagt:

          Wenn wegen der Erbschaftssteuer viele Pauschalbesteuerte die Schweiz verlassen, werden wir nicht viel verlieren:
          .
          1. Arbeitsplätze keine, weil Pauschalbesteuerte per definitionem in der Schweiz nicht unternehmerisch, sondern nur als Konsument tätig sein dürfen.
          .
          2. Der Preisdruck auf Eigentum wird eher abnehmen.
          .
          3. Eine Ungerectigkeit ist aus der Welt geschafft.

      • Bruno Haas sagt:

        1. Ich bin kein Jurist, aber ziemlich sicher, dass man einen Grundsatz-Verfassungsartikel findet, der der Rückwirkung wiederspricht. Ergo wird so ein Wiederspruch sehr wohl gerichtliche Konsequenzen haben.

        2. Ja klar. Genau so wie das ja jährlich in der ganzen Schweiz immer brav gemacht wird. Wers glaubt, wird seelig.

        3. Sie haben offenbar nie im Betrieb des Vaters gebeitet. Das ist ein sehr hart arbeitendes und schlecht bezahltes Spermium.

        4. Genau. Ein Fass ohne Boden wird nachhaltig mit Wasser versorgt. Super Idee. Jeder Unternehmer weiss, dass man schlechtem Geld nicht gutes Geld hinterherwirft. Die AHV ist eine Fehlkonstruktion, welche die demografische Entwicklung ausblendet.

        5. Ich kenne von den 300 Reichsten gemäss Bilanz 5. Von denen hat jeder mehrere Wohnsitze. Wo er seine Schriften morgen deponiert, kann er innert einem Tag umentscheiden. Und wird es auch tun. Das Steuern keinen Einfluss auf unternehmerische Entscheidungen haben, glauben Sie ja selber nicht.

    • Christoph Gut sagt:

      @Haas:
      1. Die Rückwirkung betrifft nur einen Zeitraum, während dem die Möglichkeit einer Schenkungssteuer (nur Schenkungen sind betroffen) bekannt war. Wer wollte war informiert.
      2. Das Leben ist nicht immer gerecht. Viele der heute arbeitenden Generation werden, obwohl besser qualifiziert als ihre Eltern, weniger Rente kriegen.
      3. Es wird höchsten den oberen Mittelstand und wen, dann auch nur gering treffen. Die Erbschaftssteuer ist progressiv gestaltet. 205 ist der Grenzsteuersatz. Die in der Studie zitierten Modellrechnungen belegen dies.
      4. Darum ist es wichtig, dass über die OECD und WTO, Steuerparadiese ausgemerzt werden. Zudem: Börsennotierte Firmen betrifft die Erbschaftssteuer nicht, nur Familienunternehmer. Und diese KMU wandern nicht nach den Bahamas aus!
      5. Das spielt doch keine Rolle. Dass 3% 95% der Steuern bezahlen, ist ja nur der Beweis, wie ungerecht, der gemeinsam erarbeitet Wohlstand in der Schweiz verteilt ist.
      6. Wollen Sie damit tatsächlich andeuten, man soll die AHV abschaffen? Alle Alten zur Sozialhilfe?
      7. wirr
      8. In den letzen 20 Jahren wurden vor allem Steuern gesenkt (kantonale Steuersätze, Unetrnehmensteuern) und abgeschafft (Stempelsteuer etc.).

      • Bruno Haas sagt:

        3. Progression in sehr groben Stufen ist keine saubere/gerechte Progression.

        4. Da kenne ich – M natürlich, weniger K – einige Gegenbeispiele.

        5. Wenn diese 3, 5 oder auch wieviele Prozent immer diese Steuern nicht bezahlen, woher kommen denn die Staatseinahmen? Von den paar tausend, die der Otto Normalverbraucher zahlt?

        6. Nicht abschaffen. Ersetzen mit einem den demografischen Realitäten entsprechenden System. Inkl. der Solidaritätsbeiträge der Reicheren und allem. Aber langfristig kein Umlageverfahren mehr und nicht ein

        7. Was ist daran wirr oder unverständlich, dass die AHV von denen finanziert wird, die viel verdienen? Die Rente ist plafoniert, die Beiträge nicht. Gutverdiener zahlen, ausgeschüttet wird mit der Giesskanne. Das kann in the long run nicht gut gehen.

        8. Alles zusammengerechnet? Abgaben, Lohnnebenkosten, Sozialbeiträge und und und? Es sind mehr kleinere Beiträge und gesplittete Abgaben geworden. In der Summe wage ich das anzuzweifeln.

        • Christoph Gut sagt:

          @Haas:
          .
          3. Die Progression bei der Erbschaftsteuer ist nicht stufenförmig, sondern kontinuierlich. Gegenüber der Einkommensteuer weist sie nur einen Ableitungsunstetigkeit (Übergang beim Freibetrag) auf, ist daher sogar “sauberer”. Zudem gibt es keine perfekte Steuer.
          .
          4. Die Studie belegt für den Kanton Bern gerade das Gegenteil für Familienunternehmungen im Sinne einer KMU, die 50Mio Wert haben sollen.
          .
          5. Präzisierung: Eine Steuer ist nicht daher ungerecht, nur weil bei anderen Steuern wenige viel zahlen. Gerade, weil es gewisse Steuern wie Kaptialgewinnsteuern nicht gibt, entsteht die Situation, das 3% 95% (oder ähnlich zahlen). Entscheidend ist die Frage der Leistungsfähigkeit. Und die scheint gemäss publizierter Vermögensverteilung beantwortet zu sein.
          .
          7. Ihre Aussage ist jetzt verständlicher. Dennoch: Sie müsste lauten, wer viel Einkommen mit Erwerbsarbeit generiert, zahlt anteilsmässig mehr an die AHV (Ich lasse jetzt mal die Arbeitgeberbeiträge weg, weil diese, wie beim 13. Monatslohn mittels tieferen Grundlöhnen von den Arbeitgebern auf die Arbeitnehmer überwälzt werden). Dann muss man aber auch bedenken, dass auf andere Einkommen (Kapitalgewinne, Erbschaften, Schenkungen), keine AHV bezahlt wird. Und diejenigen, die von der Erbschaftssteuer betroffen sind, wurden vor allem über diese Einkommen reich, auf die eben gerade keine AHV gezahlt werden.
          .
          8. Wenn Sie zum Mittelstand gehören, dann haben Sie wahrscheinlich nicht unrecht, wenn Sie die steuerliche Entlastung wegen mehr Abgaben nicht spüren. Hier gilt wesentlich die Krankenkassenprämien zu nennen, die ja nicht progressiv, sondern als Kopfprämie gestaltet ist. Wenn Sie zu denen gehören, die als Erblasser wesentlich von einer Erbschaftssteuer betroffen sein könnten, dann wurden Sie in den letzten 20 Jahren deutlich entlastet. Das gilt auch für juristische Persen

  14. Peter E. M. Schudel sagt:

    Eigentlich gehört Erben komplett abgeschafft. Die Vermögenswerte fallen an den Staat zurück. Schenkungen werden verboten. Dies wäre eine gerechte Lösung, alles andere ist doch nur Makulatur…

    • Domenico sagt:

      Genau, umgesetzt wird das mit dem KGB und Gulags. Gleichzeitig vernichten Sie sämtliche Anreize, weswegen es auch keine Vermögenstwerte mehr gibt, welche der Staat an sich reissen könnte.

    • Hans Moser sagt:

      Unglaublich, was hier zum Teil geschrieben wird. Vermögenswerte an den Staat ZURÜCK? Vermögenswerte werden nicht durch den Staat geschaffen. Sondern durch die Wirtschaft. Und der Staat lebt davon. Ein gutes Beispiel, wo mal das Gegenteil versucht wurde, hiess Sowjetunion, oder UDSSR oder CCCP. Je nachdem, was noch bekannt ist. Aber dieser Staat ist leider vor etwas mehr als 20 Jahren untergegangen. Und Russland leidet heute noch unter den Spätfolgen. Und der Westen hat heute Angst vor dem Nachfolger der Sowjetunion. Anderes Beispiel, welches noch existiert, heisst Nordkorea. Aber ich denke nicht, dass Nordkorea wirklich ein Vorbild wäre.

      • Christoph Gut sagt:

        Wenn Leute emotional getroffen werden, blenden sie rasch die Realitäten aus.
        .
        @Moser: Wussten Sie, dass dasjenige Land auf der Welt, dass in den letzten 20 Jahren prozentual am meisten Wohlstand und Wachstum generierte, kein privates Grundeigentum kennt? Es liegt zwischen Russland und Nordkorea.
        .
        Aber lassen wir die Fakten: Selbstverständlich will niemand in der Schweiz Reiche enteignen oder deren Söhne enterben. Wenn aber schon Einkommen auf Lohnarbeit besteuert wird, dann sollen auch alle anderen Einkommen, z.B. Erbschaften, besteuert werden. Das ist nicht mehr als gerecht.

        • Hans Moser sagt:

          Wieso wird eine Erbschaft immer als Einkommen dargestellt. Das ist nicht korrekt. Wenn Sie zum Beispiel eine Uhr oder ein Schmuckstück erben, dann ist das ein Familienstück, welches eventuell schon gewisse Familientradition mit sich bringt. Wenn Sie Anteile einer Familienunternehmung erben, dann ist das eine Familienverantwortung, welche Sie übernehmen und weiterzuführen haben. In diesem Falle sind die Nachkommen jeweils auch auf die Unternehmensübernahme ein Leben lang mit Ausbildung und Kultur darauf vorbereitet worden. Auch das ist definitiv kein Einkommen. Insofern ist es auch falsch, wenn immer gesagt wird, der Erbe hätte nichts dafür getan. Selbst wenn Sie Geld oder ein Haus erben, so wurde dieses durch Ihren Erblasser generiert und verwaltet, oder eventuell auch schon von früheren Generationen übergeben. Selbst dann ist es kein Einkommen. Sondern auch mit einer Verantwortung behaftet, welche weiterzuführen ist. Einkommen ist es was Wiederkehrendes. Nicht etwas Einmaliges. Also Erbe ist definitv kein Einkommen. Das Erbe an sich wurde aber jedes Jahr schon laufend besteuert. Nämlich mit der Vermögenssteuer. Und ebenso mit einer Progression. Und selbst ein Erbgang verhindert nicht, dass das Erbe an sich auch weiterhin besteuert wird. Und das ist an sich ja auch in Ordnung. Es braucht keine neue Erbschaftssteuer.

          • Bruno Fässler sagt:

            Sagen Sie das einmal Carl Hirschmann oder aktuell den Sika-Erben. Musterbeispiele, was so in der zweiten und dritten Generation ablaufen kann (steuerfrei natürlich).

          • Christoph Gut sagt:

            @Moser: Selbst verständlich ist das Erbe ein Einkommen. So wie alle Zuwendungen. Darum wird ein Lottogewinn als Einkommen versteuert und Schenkungen werden ebenfalls besteuert. Die allermeisten Länder, inkl. die neoliberalen USA (Grenzsteuersatz für Erbe = 55%), sehen das genau so.
            .
            Dass Geld, das durch verschiedene Hände geht, auch mehrfach besteuert wird, ist die Grundlage aller Steuern! Das Erbe wurde zwar als Vermögen bereits besteuert. Vermögens- und Erbschaftssteuer bezahlen jedoch zwei verschiedene Rechtspersonen!
            .
            Wenn man nun tatsächlich argumentieren will, dass finanzielle Belastungen, die eine natürliche Rechtsperson betreffen, anderen natürlichen Rechtspersonen per Erbe angerechnet werden können, dann gilt das natürlich für alle finanziellen Verpflichtungen. So wäre es dann aber auch unverständlich, dass die Übernahme von Schulden von Erben abgelehnt werden können.
            .

  15. Stalder sagt:

    Soll mir mal jemand erklären, warum ein Lottogewinn von 10Mio mit 35% versteuert werden muss und ein Erbe von 10Mio nicht???

    • Tobias Meili sagt:

      Die 35% ist die Verrechnungssteuer. Die Verrechnungssteuer dient zur Absicherung der Einkommenssteuer. Sie wird zurückerstattet, wenn die Einkünfte korrekt deklariert werden. Die Verrechnungssteuer ist somit NICHT kumulativ zur Einkommenssteuer, eine Erbschaftssteuer wäre es. Mehr dazu:

      http://www.estv.admin.ch/verrechnungssteuer/themen/00166/index.html?lang=de

    • bald64 sagt:

      Weil ein Lottogewinn ein “Geschenk” ist und ein Erbe nicht, das wurde von den Eltern z.B. erarbeitet. Wenn ich mein Vermögen einem Hundeheim vermache, dann finde ich es in Ordnung, dass Erbschaftssteuer abgezogen wird. Vermache ich es meinen eigenen Kindern, dann will ich nicht, dass diese Erbschaftssteuer zahlen müssen. Sie werden weiterhin Vermögenssteuer bezahlen und das muss genügen!

      • Stephan sagt:

        Inwiefern ist ein Erbe kein “Geschenk?” Für einen Lottogewinn muss ich zumindest Lotto spielen. Für ein Erbe muss ich überhaupt gar nichts tun, als den Tod meiner Eltern abwarten.

      • Christoph Gut sagt:

        1. Geschenke werden aber versteuert, auch heute.
        .
        2. Nein: Es ist sogar noch schlimmer. Ein Lottogewinn wird zum Einkommen durch Lohnarbeit dazugeschlagen und davon dann mit voller Progression Staats- und Bundessteuer bezahlt. So die Steuersätze sind dann sogar noch höher.
        .
        3. Um klar zu bleiben: Auch ein Hundeheim muss Vermögenssteuer zahlen, nicht nur Kinder.

        • Antelma Giger sagt:

          “Von der Steuer befreit sind Ehepartner (bzw. registrierte Partner) sowie steuerbefreite juristische Personen (etwa gemeinnützige Organisationen).” Ist mit steuerbefreite juristische Person etwa die FIFA gemeint? oder allenfalls Pro Juventute oder Caritas. Auch wenn’s kein Hundeheim ist, die Ungerechtigkeit bleibt gleich gross.

          • Christoph Gut sagt:

            Ja, auch die FIFA würde keine Erbschaftssteuer bezahlen.
            .
            Nur: Das macht Sie bereits heute nicht, obwohl im Kanton Zürich für Dritte Erbschaftssteuern fällig wären! Die Befreiung betrifft sogar die Vermögenssteuer.
            .
            Und: Versuche, der FIFA den Vereinsstatus abzusprechen (auf Initiative von Frau Badran!), sind bisher auf wenig Unterstützung aus anderen politischen Lagern gestossen.

    • Domenico sagt:

      Vielleicht sollten Sie sich ein wenig besser mit der Materie auseinandersetzen, bevor Sie sich eine Meinung bilden. .

  16. Marianne Juon sagt:

    Ja – es werden im Moment sehr wohl Erbschaftssteuern (ES) bezahlt – aber von den Falschen. Von den Strategen der Gegnerschaft wird das immer verschwiegen. Es ist ein schamloses Spiel mit gezinkten Karten unseres Geldadels, wenn behauptet wird, die ES sei abgeschafft. Während sich die wirklich reichen Familiendynastien mit ihren Millionen und Milliarden davor drücken wollen, ES zu zahlen und damit mehr zum Gemeinwohl beisteuern (!) zu müssen, werden auch Arme, aber eben Kinderlose, ausgepresst wie Zitronen. Wer keine direkten Nachkommen, aber sehr wohl auch Geschwister, Nichten, Göttikinder und Freunde hat, auf dessen Erbe werden oft schon ab dem ersten sauer verdienten Franken Vermögen ES fällig – je nach Kanton bis 50%! Nur in der direkten Familienlinie gibts in den meisten Kantonen keine ES mehr – aber auch noch nicht so lange. Wenn also die Gegner so tun, wie wenn die Welt unterginge, wenn diese Steuer wiedereingeführt würde, ist das lächerlich. DIESE ES ist deshalb gerecht, weil sie erst jene belastet, die eben gerade nicht belastet wären, wenn sie etwas mehr an den Staat zurückgeben müssten. Dazu dient sie der Sicherung der AHV, ein wesentlicher Punkt.
    Im Moment ist es so, dass auch Superreiche auf Kosten von ES auch der Armen leben – das ist ein unhaltbarer Zustand, geradezu die zynischste Perversion einer solchen Steuer.
    Wer also dafür sorgen möchte, dass sich dies ändert und gerechtere Zustände für alle gelten, stimmt JA.

    • M. Grossmann sagt:

      @Juon: Auch Sie profitieren von diesen “Superreichen”; diese zahlen den Grossteil der Steuern in der Schweiz. Wollen Sie sie vertreiben?

      • Marianne Juon sagt:

        @Grossmann: Gehen Sie bitte auf die von mir beschriebene Unrechtssituation ein, statt mir etwas zu unterstellen, was nicht stimmt. Es gibt sehr Reiche, von denen bekannt ist, wie viel Steuern sie bezahlen – weniger als ich. Von den ES gar nicht zu reden. Nur aus Angst einen Unrechtsstaat zu unterstützen, ist vielleicht Ihre, nicht meine Devise.

    • Tobias Meili sagt:

      Liebe Frau Juon: Der “Geldadel”, den sie gerne schröpfen möchten, wird sich schlicht nicht schröpfen lassen wollen. Glauben Sie wirlich, der “Geldadel” würde im Falle der Annahme einer eidg. Erbschaftssteuer keine Steuerplanung betreiben. Es gibt auch andere schöne Orte auf dieser Welt, und ganz viele davon kennen keine Erbschaftssteuer! Nochmals zum Mitschreiben: In Deutschland, wo’s die Erbschaftssteuer schon gibt, wird diese als “Dummensteuer” bezeichnet, weil diese von den Superreichen, welche sich gute Steuerplanung leisten können, einfach umschifft wird!

      • Marianne Juon sagt:

        @ Meili: Auch Sie gehen nicht auf das von mir Beschriebene ein; das hat bis jetzt noch kein Einziger der Gegner geschafft. Ist es so peinlich? Dafür skizzieren Sie hier eine Bankrotterklärung von rechtsstaatlichen Zuständen in einer Demokratie, die wir eigentlich verteidigen müssten. Wissen Sie, ich war gerade in Deutschland, als wir in der CH über die 6-Wochen-Ferien-Initiative abstimmten und natürlich auch jene haushoch verworfen haben (ich weiss sehr wohl, dass die EStI nicht durchkommt, und Sie können sich beruhigt zurücklehnen). Auch zum Mitschreiben: In D lachte man über unser Volk, dass sich selbst sogar zu wenig Ferien verschreibt, weil es sich ständig mit der Angst um den Arbeitsplatz gängeln lässt, deshalb immer gegen seine eigenen Interessen stimmt und zum Dank dann doch den Arbeitsplatz verliert, weil es dank PFZ billigere Arbeitnehmer gibt. So wird’s auch diesmal sein. Sie können ruhig schlafen.

      • Christoph Gut sagt:

        Es ist nicht so einfach, Vermögenswerte beim Erben vor dem Fiskus zu verstecken, vor allem, wenn sie von den Erben nachher genutzt werden wollen. Immobilien gehen sowieso nicht. Und es gibt auch nicht so viele attraktive Wohnorte auf der Welt, wo man gerne sterben möchte, nur damit die Kinder nicht Steuern bezahlen müssen. Mit dem automatischen Informationsaustausch, der dank USA und OECD bald weltweit Standard ist, werden versteckte Vermögenswert schon vor dem Vererben aufgedeckt. Ich denke, wenn diejenigen Superreichen, die das machen würden, sind derart egoistisch, dass sie das für Ihre Nachkommen eben gerade nicht machen würden.

    • Rolf Rothacher sagt:

      Ich verleg meinen Steuerstandort für 1 Jahr nach Monaco und verteil mein Geld unter meinen Kindern bis zur Grenze von 2 Millionen. Danach kehr ich “steuerrechtlich” wieder in die Schweiz zurück. So einfach lässt sich die Erbschafts-/Schenkungssteuer der SP umgehen, die auch hier zeigt, dass sie keine Ahnung von der Welt der normalen Menschen hat.

      • Thomas Marti sagt:

        Also Sie vermachen ihren Kindern knapp 2 Mio und ziehen dafür nach Monaco und kommen dann wieder zurück.
        Was denken Sie haben Sie dabei gewonnen, nichts rein gar nichts wenn Sie nämlich dann in der Schweiz sterben werden diese 2 Mio Schenkung zu Ihrem noch vorhandenen Erbe dazu gerechnet. Also ausser Spesen nix gewesen

      • Marianne Juon sagt:

        @ Rothacher: Danke für den Tipp – hoffentlich funktionierts. Weiss aber nicht, ob das alle normale Menschen so machen. Weshalb bleiben Sie nicht gleich in Monaco?

        • Manuel sagt:

          Vermutlich weil jeder weiss, dass die Lebenshaltungskosten in Monaco sehr hoch sind 😉 das frisst alles auf.

        • Christoph Gut sagt:

          Sind Sie sicher. Herr Rotacher, dass Monaco sie will und reinlässt?
          .
          Zudem, was für eine kindische Diskussion. Was für eine Relevanz hat diese theoretische Möglichkeit für die Frage der Notwendigkeit und Adäquatheit einer für die Altersvorsorge benötigte Steuer?

  17. Philipp Otter sagt:

    Ich möchte wissen wer diese hyperkomplizierte Berechnung noch durchschaut.
    Man könnte ebensogut einen Muotataler Wetterfrosch befragen! Und letztendlich würden sich die zu vererbenden Vermögen sowiso absetzen.
    Diese Ahnnahme ist einzig gesichert!

    • M. Grossmann sagt:

      @Otter: Ja, diese Berechnungen basieren auch auf vielen Fehlannahmen; teilweise erwähnt, um wohl den Anschein zu erwecken, dass sie berücksichtigt sind – aber weiter unten dann trotzdem nicht berücksichtigt. Hier wird wirklich unter dem Deckmantel der Wissenschaftlichkeit massiv Wahlkampf betrieben.

      • Christoph Gut sagt:

        Die Pointe an der Story ist, dass diese Frage gar keine Rolle spielt. Offensichtlich sind sich alle einig, dass Einkommens- und Mehrwertsteuer, die fast alle betreffen, in Ordnung sind. Wieso wollen uns dann die Gegner der ES beweisen, dass es ein paar Prozente mehr sind, als die Studie berechnet hat?

  18. Schumacher Peter sagt:

    Vielleicht kommen die ca. 60% Stimmabstinenzler langsam auf die Idee, dass sich ein wenig um Politik zu kümmern auf Zeit lohnen könnte.
    Wenn sich die Befürworter mal bei ihrem Spengler oder Zimmermann usw. schlau machen würden, was da an Geld in den Betrieben und Gebäuden steckt, würden sie sich wundern.

    • M. Grossmann sagt:

      @Schumacher: Ja, Sie haben Recht. Auch viele derjenigen Jüngeren, welche heute noch nicht die 2 Mio Vermögen aufweisen, aber bereit sind, sich einzusetzen und aus ihrem Leben etwas zu machen, werden sich wohl überlegen, ob sie im Alter, wo sie potentiell dann vielleicht deutlich mehr Vermögen haben werden, diese Steuer ihren Erben vorenthalten wollen.

      • Messier sagt:

        Vielleicht sind sie weniger gierig und haben mehr Gemeinsinn und wissen das Geld nicht alles ist.

  19. Nik sagt:

    Die wirklich Reichen werden es verstehen, ihr Vermögen und ihre Erbschaften ohne schweizerischen Fiskus zu regeln! Die Gesetzesgrundlagen dazu könnten jederzeit verändert werden. Damit könnte es effektiv auch mal das Vermögen des kleinen Mannes tangieren. Schlieeslich braucht der Staat immer mehr Geld!
    Die Annahme dieser wäre ein Eigengoal für den Mittelstand!

  20. Bernie sagt:

    Kleine Überschlagsrechnung: auf CHF 100 werden Einkommensteuern von 40 % erhoben, ergebend netto CHF 60. Ohne AHV Abzug. Die Vermögenssteuer während 50 Jahren zu 1% jährlich ergibt 50% Besteuerung, verbleiben netto CHF 30. Negativer Zinseszinseffekt durch den Abfluss des besteuerten Betrages circa 50 % Abzug, ergebend netto circa CHF 15. Erbschaftssteuer 20 %, ergebend netto CHF 12 von CHF 100 nach Steuern. Wäre Kommunismus pur in einer lebendig begrabenen Schweiz.
    KLARES NEIN ZU DIESER ERBSCHAFTSTEUER!

    • Mark sagt:

      Sience FictionRechnen? Wenn das Volch so rechnet muss ja der Geldadel beruhigt sein.

    • Bruno sagt:

      100 Franken 4% Ertrag 30 Jahre gibt 220 Franken (ohne Zinseszins). Wieso haben wohl in der Schweiz die 300 Reichsten letztes Jahr 25’000 Millionen zugelegt? Kapitalgewinne werden in der Schweiz nicht besteuert.

    • Christoph Gut sagt:

      Kein Argument zu billig oder zu falsch, um hier gegen die Erbschaftssteuer vorgebracht zu werden:
      .
      Herr Bernie, in Ihrer Rechnung übergehen Sie einige wesentliche Prämissen:
      .
      1. Nicht jede 100er-Note, die mit Erwerbsarbeit verdient wird, wird mit dem Grenzsteuersatz von 40% versteuert. Der Grenzsteuersatz ist sowieso in jedem Kanton verschieden und mehrheitlich unter 40%. Die durchschnittliche 100er-Note wird prozentual viel weniger stark besteuert.
      .
      2. Die allermeisten 100er-Noten werden nicht durch Erwerbsarbeit erarbeitet, sondern durch Kapitalgewinne und Erbschaften “verdient”. Diese werden in der Schweiz gering oder gar nicht besteuert.
      .
      3. Auch Sozialabzüge betreffen nur das durch Lohnarbeit erarbeitete Einkommen.
      .
      4. Gerade die von der Erbschaftssteuer betroffenen Reichen sind nur selten mit Lohnarbeit reich geworden, sondern vor allem durch Kapitalgewinne oder Erbschaften, die ja fast nicht besteuert werden.
      .
      5. Bei der Vermögenssteuer gibt eis einen Freibetrag, d.h. sie ist progressiv. Nicht jede 100er-Note wird gleich besteuert.
      .
      Zum Schluss: Es wird sicher einige Reiche geben, die mehrere 100 Mio besitzen, unter denen 100er-Noten sind, die derart stark besteuert werden, wie Sie das vorrechnen. Nur: Wenn man schon soviel hat, was ist dann derart schlimm?
      .

      • Marianne Juon sagt:

        Hallo Herr Gut – es muss einmal gesagt sein: Ich bewundere Sie sehr für Ihre Geduld, Gründlichkeit, Ausdauer, Sachlichkeit, Intelligenz, Fleiss, Argumentationsfähigkeit und Unaufgeregtheit. Alles Eigenschaften, die ich einmal für sehr schweizerisch hielt und bei der Gegnerschaft so sehr vermisse.

  21. Alex Schtalheim sagt:

    Der Beitrag legt der Analyse das geschätzte gegenwärtige Vermögen der Steuersubjekte zugrunde.
    Was aber zählt sind die Vermögen zum Zeitpunkt des Erbfalls.
    Das wirtschaftliche Umfeld in de Schweiz erlaubt den meisten Bürgern das Vermögen im Verlaufe des Berufslebens um ein Vielfaches zu vermehren.
    Auch der Anteil der Betroffenen wird daher um ein Vielfaches höher ausfallen als im Artikel behauptet.
    Problematischer noch als der falsche Schätzungsansatz ist aber die versuchte Rechtfertigung eines unfairen und wirtschaftlich nicht durchdachten Vorschlags, mit dem Argument, dass nur wenige davon betroffen wären.

    • Thomas Marti sagt:

      Was denken Sie wieviele Haushalte sind in der Lage jährlich 44444 CHF zu Sparen. Genau soviel müssen nämlich Sparen um in 45 Jahren ein Vermögen von 2 Mio zu Erwirtschaften. Denken Sie wirklich es gibt soviele privilegierte die dieses Glück haben.
      Der Durchschnittslohn in der Schweiz ist knapp 6000 CHF/Monat macht 78000/ Jahr wie wolllen Sie damit 44444 CHF auf die Seite legen?

    • M. Grossmann sagt:

      Bin voll mit Ihnen einverstanden, unglaublich, wie die ideologische Brille der Autoren die Aussagen offensichtlich färbt. Die unter dem wissenschaftlichen Deckmäntelchen auftretenden Autoren müssen sich über die von Ihnen beschriebene Tatsache bewusst sein, und erwähnen sie trotzdem mit keinem Wort…

    • Christoph Gut sagt:

      @Schtalheim:
      .
      1. Kein Befürworter der eidg. Erbschaftssteuer hat je behauptet, die Erbschaftssteuer sei gut, weil sie nur wenige betrifft. Es ist aber eine Schande für die Schweiz, dass sie nur wenige betrifft.
      .
      2. Die Erbschaftssteuer ist die ökonomisch sinnvollste Steuer, weil sie Erwerbsarbeit, also persönliche Leistung, am wenigsten sanktioniert.
      .
      3. Wenn Sie unter den Betroffenen die Erblasser verstehen, dann müssen Sie berücksichtigen, dass die meisten betroffenen Erblasser nicht durch Erwerbsarbeit zu Betroffenen wurden, sondern durch Erbschaft selbst. Wenn nun zu einem bestimmten Zeitpunkt nur sehr wenige gleichzeitig betroffene Erblasser wären, dann sind es zu diesem Zeitpunkt auch nicht viel mehr betroffene Erben. Man muss bedenken, dass Ehe- und Lebenspartner nicht besteuert werden! Somit sind es später auch nicht nicht viel mehr Betroffene wieder im Sinne von Erblassern, weil diese ja bereits geerbt haben.
      .
      @Grossmann:
      Es wäre toll, wenn die Gegner der Erbschaftssteuer sich einmal einigen würden, was ein Betroffener ist. Sind das nun die Erblasser oder die Erben.

  22. Schaerer sagt:

    Es ist für jedermann ganz einfach, Céderic Werrmuth ist für diese Steuer. Da gibt es sowieso nur ein NEIN! Punt

    • Klaus Bruggisser sagt:

      Ja, in der Tat sehr einfach: Die Milliardärspartei (SVP) ist dagegen, also JA!

    • Pat Geering sagt:

      Nun, das nenn ich mal eine sehr schlaue Haltung. Man ist nicht für oder gegen was wegen etwas weil man vom Inhalt überzeugt oder nicht überzeugt ist, sondern einzig und allein weil eine andere Person dies befürwortet.
      Tja, leider Gottes ist diese Haltung in der Schweiz schon seit längerem zu beobachten. Mit einem politisch mündigen Verhalten hat dies überhaupt nichts zu tun.
      Ich kann mit CW ebenfalls gar nichts anfangen, aber mir geht in dem Fall so was am A… ab was seine Meinung dazu ist. Ich mach mir meine eigene, unabhängig von jedem anderen.

      Wäre echt schön für die Zukunft in unserem Land wenn wir endlich mal zu Realpolitik und sachlichen Entscheidungen wechseln könnten anstatt nur mit Lügen, Emotionen und Trotzreaktionen zu politisieren.

      • Christoph Gut sagt:

        Die Argumentation von Herrn Schaerer zeigt die Unzulänglichkeit der direkten Demokratie auf. Man tut in der Schweiz so, wie wenn Volkes Meinung in allen Fragen immer die weiseste Antwort gibt. Doch man muss, gerade in den Online-Foren feststellen, dass das Volk nicht sachlich denkt und klar argumentiert, sondern sich vor allem von Ressentiments und Einflüsterern leiten lässt.

  23. Oli sagt:

    In unserem Land leidet niemand an Hunger, jeder hat das Recht auf Bildung und viele weitere Grundbedürfnisse werden ebenfalls durch den Staat gedeckt. Darüber zu jammern, dass das Vermögen sehr ungleich verteilt ist, ist angesichts der Solidarität mit den Armen etwas schwach! Es ist so, dass einige teils zu unrecht und teils zu recht (zu) viel besitzen. Umgekehrt besitzt in unserem Land jeder etwas, obwohl einige gar nichts verdient hätten. Wenn wir also anfangen den (zu recht oder unrecht) Zu-Viel-Besitzenden Geld wegzunehmen, müssen wir fairer- und konsequenterweise denjenigen, die nichts verdient haben, auch nichts mehr geben…

    • Tommy sagt:

      Oli, es geht nicht darum jemandem etwas wegzunehmen, sondern zu bestimmen wer die AHV in Zukunft bezahlt. Entweder zahlen nur immer weniger Werktätigen für immer mehr Rentner, oder es helfen auch verstorbene Millionäre mit.

      • Laurent Meier sagt:

        Dieser Artikel zeigt aber vor allem auch eines: diese eine Milliarde, die über die Erbschaftssteuer hereinkommt, entspricht gerade einmal 2.1 % der jährlichen AHV Beiträge (rund 33 Milliarden p.a.), es würden ja nur 2/3 in die AHV einfliessen, aktuell werden den Arbeitnehmern 4.2 % für die AHV vom Lohn abgezogen, würden diese rund 700 Millionen reichen um die AHV nachhaltig zu sanieren, dann würde das einem Lohnabzug 4.289 % entsprechen, lächerlich, oder?

        • Thomas Marti sagt:

          Die 300 reichsten in der Schweiz besitzen knapp 600 Mia. Das wären dann 80 Mia (2/3) Gelder für die AHV und das nur von den reichsten 300.

      • Tobias Meili sagt:

        Die AHV hat ein strukturelles Problem, welches mit den erhofften Einkünften aus der Erbschaftssteuer nicht behoben werden. Kommt dazu, dass die projektierten Einkünfte sich gar nicht werden realisieren lassen, da die von den Initianten als Zielgruppe genannten Superreichen die Steuer gar nicht zahlen werden: Falls die Steuer angenommen würde, würden diese ganz schnell durch Wohnsitzverlegung und andere Steuerplanungen reagieren. Die Erbschaftssteuer ist eine “Dummensteuer”, welche nur denjenigen trifft, welche keine Steuerplanung betreiben können. Übrigens: Die heutige AHV ist sowieso schon eine eigentliche Steuer, da diese (i) auf den gesamten Lohneinkünften zu entrichten ist und (ii) nicht rentenbildend ist (Umlageverfahren).

    • Claudio Hammer sagt:

      NOCH leidet niemand an Hunger — aber wie sieht es 2035 mal aus, wenn wir 800’000 Rentner mehr haben werden als heute, der AHV-Fonds schon längst aufgebraucht ist und die Zahl der Erwerbstätigen rückäufig ist???
      .
      Wenn wir jetzt nicht verdammt aufpassen, dann kann es sehr schnell abwärts gehen mit dem heutigen Wohlstand für grosse Teile der Bevölkerung!
      Und diese Erschaftssteuerinitiative wäre ein Schritt in die richtige Richtung die AHV zu sichern (auch wenn noch einige andere Schritte gemacht werden müssen)

  24. Lia sagt:

    es ist doch egal, ob ein Erbe 1 Franken oder 10 Milionen beträgt: es wurde bereits als Einkommen und als Vermögen versteuert, letzteres teilweise mehrere Jahrzehnte, dass man das noch ein drittes Mal versteuern muss, ist eine Frechheit. Und das sage ich als Person, die nichts erben wird. Man stelle sich vor: da rackern sich die Eltern ab, bauen ein Unternehmen auf, verdienen ein Vermögen, und der Nachwuchs muss dann einen grossen Teil davon dem Fiskus abliefern, obwohl das alles bereits 2fach versteuert wurde.. macht doch keinen Sinn so.

    • Felix Waldmeier sagt:

      Ihre Logik ist nicht korrekt. Der Geldkreislauf in Wirtschaft und Staat funktioniert tatsächlich so dass bei jeder Transaktion eine Steuer belastet wird, und das läuft unbegrenzt. Wenn Sie bereits zweimal versteuertes Geld ausgeben, wird Mehrwertsteuer fällig, und wer das Geld einnimmt zahlt wieder Einkommenssteuer und vielleicht Vermögenssteuer, und wenn er es wieder ausgibt …etc etc. Und übrigens: Kapitalgewinne sind steuerfrei und “verdient” man meist mit vorhandenem Vermögen ohne Rackern. Darauf Steuern zahlen macht sehr viel Sinn, zumal es den wirklich Reichen nicht wehtut.

    • Norbert sagt:

      ich habe das Geschwafel von der 2fach-Besteuerung satt.
      Mein sauer verdienter Lohnfranken wird auch mehrfach besteuert! Als Einkommenssteuer (12%), als AHV-Prämie (5%), wenn ich ihn ausgebe als Mehrwertsteuer (8%) und wenn ich ihn spare als Vermögenssteuer (2%). Was sind da schon bescheidene 20% auf Erbschaften, wo der Erblasser nichts mehr spürt (das letzte Hemd hat bekanntlich keine Säcke) und der Erbende nicht ein Leben lang gearbeitet hat, sondern lediglich die hole Hand machen kann.

  25. Dani sagt:

    Im Prinzip eine sehr interessante Untersuchung. Allerdings finde ich, dass es irreführend ist, den Anteil aller Steuerpflichtiger heranzuziehen, um abzuschätzen, wie viele Personen von der Erbschaftssteuer betroffen sind. Viel relevanter wäre es zu ermitteln, wie hoch der Anteil an Erbschaften ist, welche Erbschaftssteuern nach sich ziehen. Gegeben, dass die Mehrheit der Erblasser im Rentenalter verstirbt und dass die Vermögensverteilung bei den Rentnern (potentiell auch wegen ausbezahlter PK-Gelder) besonders heterogen ist, ist zu vermuten, dass der tatsächliche Anteil von Haushalten, welche von der Erbschaftssteuer betroffen sind, mehr als 1.5% ausmacht.

    • M. Grossmann sagt:

      Gehe voll mit Ihnen einig, unverständlich und bedenklich, dass die “Studie” dies nicht wenigstens anspricht.

      • Christoph Gut sagt:

        @Dani, Grossmann: In diesem Sinne sind als Betroffene also die Erblasser gemeint. Dann fällt das Argument, dass es auch mehrere Erben geben könnte, mal weg. Nicht Erben, sondern Erblasser sollen jetzt mal als Betroffene gezählt werden.
        .
        Wenn wir das machen, dann sollte man noch berücksichtigen, dass nicht jeder Erblasser, der mehr als 2 Mio vererbt, ein Betroffener ist. Denn, wenn das Erbe an einen Lebenspartner geht, fällt ja keine Erbschaftssteuer an.

  26. Irene sagt:

    Mich würde noch interessieren wie sich dann das vererben gestaltet. Für jede Liegenschaft müsste der Verkehrswert geschätzt werden inkl. Liegenschaften im Ausland, PK-Gelder ermittelt werden, Autos, Kunstgegenstände, Sammlungen, Schmuck, Aktien etc. etc. all dies müsste von einer Stelle abgeklärt werden. Bei mehreren Erben müsste sämtliches vererbbares Material “beschlagnehmt” werden da solche Abklärungen einen beträchtlichen Aufwand und eine sehr lange Zeit benötigen. Wer trägt diese imensen Kosten, welches Amt wäre dafür zuständig und wieviele neue “Fachkräfte” bräuchte es….. Das Vermögen der mittleren Oberschicht wäre damit innerhalb einer Generation “umverteilt” und es hätte noch mehr “Arme Schweizer” :-)))

    • J. Kuehni sagt:

      Bis vor wenigen Dekaden hatte in der Schweiz jeder Kanton eine Erbschaftssteuer und konnte diese ohne grössere Probleme umsetzen. Erst mit dem verschärften Steuerwettbewerb unter den Kantonen wurde das plötzlich “unmöglich”…

    • M. Grossmann sagt:

      Ja, die für die zusätzliche Steueradministration benötigten neuen Staatsangestellten würden einen Grossteil der zusätzlichen Einahmen wohl wieder auffressen. Das wäre dann wohl eine weitere als Staatsstelle getarnte Arbeitslosenunterstützung; neue Stellen, welche volkswirtschaftlich keinerlei Wert schöpfen.

    • Domenico sagt:

      Sie haben Recht. Dies ist genau der Grund, wieso diese Steuer in Dt. “Neidsteuer” genannt wird, weil ein signifikanter Ertrag daraus gebrauch wird, um den erforderlichen Beamtenappart zu finanzieren.

    • Bruno sagt:

      Die meisten Werte sind bei den Steuerverwaltungen vorhanden, da die Verstorbenen ja Wohnsitz in der Schweiz hatten.

      • Irene sagt:

        Stimmt so nicht ganz. Die Liegenschaften sind nicht nach Verkehrswert bei der Steuerverwaltung vorhanden. Das müsste durch einen Fachmann bestimmt (geschätzt) werden. Glück für einige die in der Rezession das Häuschen der Eltern erben und grosses Pech für jene die es in der Hochkonjuktur tun. Die Vorlage ist zu wenig durchdacht. Es werden gewaltige Administrative Kosten und Arbeiten geschaffen. Bei der Initiative handelt es sich NICHT um eine Erbschaftssteuer sondern um eine TOTENSTEUER da ja nicht die Erben besteuert werden sondern der Erblasser.

  27. T. Gysin sagt:

    Diese Neidsteuer kann von den Superreichen problemlos umgangen werden. Art. 129a2 sagt folgendes.: «Die Erbschaftssteuer wird auf dem Nachlass von natürlichen Personen erhoben, die ihren Wohnsitz im Zeitpunkt des Todes in der Schweiz hatten oder bei denen der Erbgang in der Schweiz eröffnet worden ist. Die Schenkungssteuer wird beim Schenker oder bei der Schenkerin erhoben.» Wir in Baselland kennen das von der Reichtumssteuer her; damals hatten viele Vermögende den Kanton verlassen. Die Initiative ist nicht durchdacht, von Neid getrieben und verstösst mit der Rückwirkungsklausel gegen Treu und Glauben.

    • J. Kuehni sagt:

      Der dümmlichen “Neidkeule” kann man eigentlich bloss mit der ebensolchen “Gierkeule” begegnen. Weiss nicht, was schlimmer ist.

      In der Zwischenzeit können wir uns vielleicht auf beiderseitig legitime und sachliche Argumente konzentrieren?

    • Bruno sagt:

      Die Studie der Unii Lausanne zeigt deutlich, dass praktisch keine Abwanderung stattfindet (sonst wären ja alle in den Kanton Schwyz gezogen).

  28. David Stoop sagt:

    War klar, dass solche unsinnigen Statistiken kommen, die grosse Steuererträge suggerieren.
    Das Problem ist die Annahme, dass die Erblasser in keinster Weise mobil sind. Bedenkt man aber, dass wir in der Vergangenheit sehr viele vermögende Ausländer in die Schweiz gelockt haben, kann man getrost davon ausgehen, dass diese Ausländer mobil sind und nicht bis zur Erbschaftssteuer hier bleiben.
    Zuerstmal müsste man die vermögenden Ausländer eruieren und deren normalen Steuerertrag abziehen sowie von einer fetten Null an Erbschaftssteuern aus dieser Gruppe ausgehen.
    Das will man natürlich nicht, weil man ja möglichst hohe Gewinne suggerieren will.
    PS. dass man die steuerliche Umverteilung von Kantonen (bisherige Erbschaftssteuern) an den Bund nicht thematisiert, ist auch seltsam. Steruerhöhungen in den betroffenen Kantonen müssten ja zwangsweise folgen, den es fliesst effektives Steuersubstrat ab.

  29. Bernie sagt:

    Leider ist dieser Artikel sehr irreführend. Er listet zwar viele Unsicherheiten auf, suggeriert jedoch ein klares Resultat. Dabei lässt er unerwähnt, dass die reichen Unternehmer den Wohlstand und die Jobs schaffen und das Land teilweise verlassen, wenn ihr Kapital dreifach besteuert werden soll: Einkommensteuer, Vermögenssteuer und Erbschaftsteuer.
    Kapitel ist mobil. Das sehen wir zB in Griechenland, wo die Milliarden abfließen.
    Deshalb ein klares NEIN zu dieser völlig falschen Erbschaftsteuer!

    • Christoph Gut sagt:

      Die Studie belegt ihre Aussagen um einiges gründlicher mit Datenmaterial, als Ihre Behauptungen selbst empirisch belegt werden können.
      1. In Griechenland werden die Reichen gar nicht besteuert. Trotzdem fliessen Milliarden ab!
      2. Jedes Geld wird mehrfach besteuert. Das ist keine Fehlkonstruktion der Erbschaftssteuer. Zudem: Das Einkommen und das Vermögen versteuert der Papi. Die Erbschaft versteuert der Filius im Sinne eines ohne Leistung generierten Einkommens.
      3. Jobs und Wohlstand schaffen auch Nicht-Reiche und sogar auch Nicht-Unternehmer: Einer der derzeit sichersten Arbeitgeber für Schweizer Ü50 ist der Staat!

      • Bernie sagt:

        Krasser Irrtum, Christoph ! Warum werden die Reichen Reeder in Griechenland nicht besteuert?
        Weil sie ansonsten schon längst gegangen wären. Die Kapitalflucht ist sonst schon schlimm genug. Die Reeder schaffen Arbeitsplätze.

        • Christoph Gut sagt:

          Sie unterschlagen, dass die Reichen Ihre Geld nicht wegen einer Erbschaftssteuer aus Griechenland bringen, sondern weil Sie grundsätzlich keine Steuern zahlen wollen. Zudem will jetzt gerade niemand für die Staatsschulden geradestehen.
          .
          Um einen Vergleich mit der Schweiz anzustreben eignet sich Griechenland aber sowieso nicht. Schauen Sie nach Süddeutschland. Die Wirtschaft brummt, die Steuerbelastung ist höher als in der Schweiz.

      • Berner sagt:

        Der letzte Satz ist ein Eigentor!
        … und wie wird der Staat finanziert?
        Durch Steuern von Arbeitnehmern die in Firmen arbeiten und der Unternehmenssteuern.
        Der Staat kann nur Arbeitsplätze schaffen, wenn die Wirtschaft funktioniert.

        • Christoph Gut sagt:

          Sie meinen den Satz “Einer der derzeit sichersten Arbeitgeber für Schweizer Ü50 ist der Staat!”?
          .
          Wenn Sie den zweitletzten meinen, dann bitte ich um Datenmaterial. Sie wollen also wirklich behaupten, nur diejenigen, die von der Erbschaftssteuer betroffen wären (solche sind mit “Reichen” gemeint), generieren Arbeitsplätze und Wohlstand? Zahlen Staatsangestellte keine Steuern? Produzieren Staatsbetriebe keine Wertschöpfung?

        • J. Kuehni sagt:

          …und die Wirtschaft funktioniert nur, wenn der Staat die Infrastruktur, die Rahmenbedingungen und nicht selten auch die grundlegenden Investitionsimpulse liefert (eigentlich immer). Und dazu braucht er eben Steuergelder.

          Das grösste, ökonomische Ereignis unserer Zeit ist der Aufstieg Chinas, ein ausgesprochen staatskapitalistisches Unterfangen. Trotzdem schwafeln wir hier im Westen immer noch von der “unsichtbaren Hand” des göttlichen Marktes, der möglichst frei von staatlicher Einmischung seine Wunder bewirken soll. Wie das so funktioniert, kann man ja in Somalia oder Afghanistan begutachten…

    • Thomas Hartl sagt:

      Entscheidend ist doch nicht wie oft ein Vermögen versteuert wird, sondern was in der Summe anfällt, und da gehört die Schweiz immer noch zu den attraktivsten Standorten, zumal diese Erbschaftssteuer in vielen Kantonen lediglich eine bestehende ersetzt. Wird die Initiative abgelehnt, muss das Defizit in der AHV Kasse gleichwohl beglichen werden. Das läuft dann über die Lohnnebenkosten und die Mehrwertsteuer, welche die Unternehmen mindesten so stark belasten.

    • Beatus sagt:

      Es ist ganz einfach: Der Staat soll das Geld dort holen, wo es vorhanden ist. Die Vermögenden sollen KRÄFTIG zur Kasse gebeten werden. Die ewige Droherei des Grosskapitals habe ich mehr als satt.

      • Tobias Meili sagt:

        Und Sie glauben wirklich, dass das “Grosskapital” einer Erbschaftssteuer tatenlos zusähe und einfach auf das eigene Ableben warten würde? Meine Güte, machen Sie sich doch nichts vor! Die Erbschaftssteuer ist eine “Dummensteuer” (so wird sie in Deutschland genannt), sie wird nur von denjenigen bezahlt, welche nicht reich genug sind, aktive Steuerplanung zu betreiben.

      • J. Kuehni sagt:

        Genau. Eine moderat progressive, einheitliche Besteuerung ALLER Einkommensformen, egal ob aus Arbeit, Kapitalgewinnen oder eben Erbschaften, inkl. Negativsteuer bei niedrigen Einkommen (= Grundeinkommen). Das Niveau der Steuerkurve richtet sich nach den Kosten der demokratisch beschlossenen Investitionen und den Verwaltungsorganen.

        Ich weiss ja, der Teufel liegt im Detail…

  30. Leonhard Loew sagt:

    “Traue nur der Statistik die Du selbst gefälscht hast.”
    BIP ist nicht gleich Vermögen, Buchwert ist nicht gleich Marktwert, Betriebsvermögen ist nicht gleich Firmenwert etc.
    Aus dem im Grunde höchst interessanten, statistischen Zahlenmaterial wird ein tendenziöser Artikel gebastelt, der in populisticher Manier (=politischer Zeitgeist?!) von inkorrekten Vergleichen und Annahmen strotz. Peinlich für Zeitung und Universität.

    • Joli sagt:

      Da Sie ja zu den Reichen gehören und die Infrastrukturen des Staates voll ausnutzen, sollten Sie sich was schämen. So geizig und unsolidarisch darf man nicht sein, wenn man soviel mehr hat als man braucht.
      Das brngt ganz sicher kein Glück, weder finanziell noch menschlich.

    • Christoph Gut sagt:

      Es gab selten eine derart mit Datenmaterial fundierte Initiative wie die vorliegende Erbschaftssteuer. Lesen Sie das Buch von Hans Kissling zum Thema. Wenn ich daran denke, mit was für Prognosen die SVP bei ihrer MEI aufgefahren ist.

    • Daniel Hämmerer sagt:

      Das einzig populistische sind diese NEIN Kommentare! Vor was habt ihr Angst? Das dumme Schweizer Volk stimmt sowieso NEIN auch wenn 99% von der Initiative profitieren würden!
      Apropos Populismus:: der Volksmund sagt doch auch, das 1 % der Bevölkerung 99% des Volksvermögens besitzen, da braucht man keine Statistiken zu fälschen…

  31. mengold sagt:

    als erblasser würde ich zu lebzeiten so richtig auf den putz hauen mit dem argument, dass mir der staat die 20% bezahlt, die ich ausgebe, damit die 2 mio.-grenze eingelhalten werden kann. aber da ist das geizargument…..deshalb spielt das in der praxis kaum eine rolle.

    • Monique Schweizer sagt:

      Da hat ja niemand was dagegen – hauen Sie Ihr Vermögen über 2 Mio ruhig auf den Putz — Zusammen mit der MwSt, der Gewinnsteuer der Ihnen Produkte/Dienstleistungen verkaufenden Unternehmer, der Lohnsteuer der Angestellten desselben und noch ein paar Steuern mehr (Treibstoff, Alkohol etc ect) läppern sich dann unter dem Strich vermutlich noch mehr als 20% Steuerertäge auf Ihrem “Ueberschussvermögen” zusammen.
      .
      Dann viel Spass beim ankurbeln der Wirtschaft – werfen Sie mit Ihrem Geld nur so um sich — die Wirtschaft und der Staat freuen sich jetzt schon drauf!
      .

  32. Philippe Eggenberger sagt:

    Die wirklich Vermögenden leben und sterben in Kantonen ohne Erbschaftssteuer, wie etwa Nidwalden. Diese Leute würden ausser Landes ziehen müssen oder sich mit Familienstiftungen versorgen wenn die Erbschaftssteuer schweizweit eingeführt würde. Der Artikel ist deshalb irreführend denn der Kanton Bern ist ar nicht repräsentativ. Das maximale Betriebsvermögen in Bern ist 43 Mio? Lasse mich nicht lachen, da gibt es viel höhere Privatvermögen, vor allem in steuergünstigeren Kantone. Die Autoren der Studie täuschen bewusst. Sie geben zum Beispiel nicht an wo der Durchschnitt der Betriebsvermögen in Nidwalden liegt. Die Erbschaftssteuerinitiative bleibt ein Neidinstrument der sogenannt “Sozialen”, das sind diejenigen die sich mit dem extra Geld die Posten in den Institutionen des Staates sichern wollen.
    Es ist eine Falschaussage, zu behaupten, diese Erbschaftssteuer käme die Wirtschaft zu Gute. Erbschaftssteuer ist und bleibt einen Raub am Familienvermögen. “Ausnahmen” und “Freibeträge” sind nur dazu da einen Aufstand zu vermeiden, sie ändern das Prinzip dieses “legalisierten” Raubs gar nicht.
    Im Falle das diese durch die Unwissenheit und die Habgier der Bevölkerungsmehrheit durchgesetzt würde, denke ich das die Schweiz sich auf das Nveau der umliegenden EU-Staaten herunterlässt. Staatliche Organisationen sind einmal aus dem Raubrittertum entwachsen (der Raubritter beschützt dich solange du bezahlst) und kehren jetzt wieder zu ihren Ursprungen zurück. Die Bevölkerung sollte sich mal mehr bewusst werden wie viele Leute in unserer Gesellschaft ihr Einkommen schon von irgenwelchen staatlichen oder semi-staatlichen Institutionen erhalten. Alle diese Leute haben ein Interesse daran, das es dem Staat gut geht und sie nicht allzu stressig arbeiten müssen. Die Frage ist wenn die freie Wirtschaft, die sies alles aufbringen muss, das noch tragen kann und will. Dei Griechen machen es schon vor: kein Vertrauen mehr im Staat, was soll ich mich dann noch ausrauben lassen? Die Staatsquoten MÜSSEN zurück, sonst liebe Leute, finden Sie keine Vermögenden mehr, keine klugen Unternehmer, die Wohlstand schaffen. Diese Leute möchten behalten was sie erwirtschaftet haben, für ihre Familien und ihre Kinder und für ihre Mitarbeiter. Die Finger des Staates sollten kurz gehalten werden.

    • willi mosimann sagt:

      @Philippe Eggenberger , sie behaupten die Autoren täuschen die Wähler, vielleicht haben sie sogar recht damit. Weil einmal mehr die Reichen wissen was zu versteuern ist und wo die “Schlupflöcher” sind. Ein JA ist dehalb immer noch besser als alles beim Alten zu belassen.

      • Tobias Meili sagt:

        Falsch gedacht: Ein “Ja” gefährdet KMUs, führt zu einer ungerechtfertigten Mehrfachbesteuerung desselben Substrats, greift in die kantonale Steuerhoheit ein und kann von einfach umgangen werden. Hier gilt nicht der Grundsatz “Nützt’s nüt, so schat’s nüt”…!

  33. C Schneider sagt:

    Danke für die Ausführlichen und überzeugenden Informationen. Leider ist es aber so dass meist emotionell abgestimmt wird und auf billige Stimmungsmache mehr Wert gelegt wird … wie so oft.

    • Beat Vogt sagt:

      Ich finde die Studie wenig überzeugend. Aber ich hinterfrage eben auch. Alleine eine Aussage wie dass nur 1.5% respektive 2% von der Initiative betroffen seien ist schlicht und einfach falsch. 1.5% bis 2% mögen ein Vermögen von über 2 Mio. haben. Betroffen von der Steuer sind aber weit mehr – nämlich alle, die von diesen Personen etwas erben. Bei einem Prozentsatz von 1.5% bis 2% bleibt es nur, wenn all diese Erblasser immer nur eine einzige Person begünstigen. Nur einer einzigen Person den ganzen Nachlass vererben. Aber seien wir doch ehrlich: eine solche Annahme wäre realitätsfern. Jeder vererbt sein Vermögen zumeist an mehrere Personen. Und damit sind eben ein vielfaches an Personen von dieser Erbschaftssteuer betroffen. Und dies gesagt kann ich nur wiederholen. Wer etwas nachdenkt findet diese Studie mitnichten überzeugend.

  34. Martin Huber sagt:

    Wenn jemand ein Mehrfamilienhaus hat welches 4 Mio Wert hat, dann gründet er einfach eine GmbH, vererbt diese, und basta! Die ‘Kinder’ führen diese “Firma” locker 10 Jahre weiter und es fällt kein Rappen Steuer an . Bezahlen würde nur die Mittelschicht welche ein Einfamilienhaus und eine Ferienwohnung in den Bergen hat, die ‘grossen’ bezahlen ganz sicher GAR NICHTS!

    • Christoph Gut sagt:

      Sehen Sie, also alles gar nicht so schlimm. Dann können Sie ja auch getrost der Erbschaftsinitiative zustimmen.

  35. Claudio Hammer sagt:

    Bei praktisch allen Vermögen über 2 Mio Franken ist ein Anteil derselben aus leistungsfreien Vermögenszuwächsen wie Spekulationsgewinnen, Zinserträgen und Aufwertungen von Immobilien, Kunstgegenständen, Landumzonungen etc etc erzielt worden.
    Es ist daher nichts als gerecht, dass diese leistungsfreien Erträge nicht nochmals leistungsfrei an die Erben verteilt werden!
    Die Gegner argumentieren ja sehr oft mit dem Leistungsprinzip, aber wenn es um die Verteilung von leistungsfreien Vermögen an leistungsfreie Erben geht, dann gilt das Leistungsprinzip plötzlich nichts mehr!
    Einmal mehr diese zutiefst verlogene bürgerliche Doppelmoral, die wir inzwischen überall antreffen!

    • Hugentobler Martin sagt:

      Aha, aber leistungsfrei in die Hände des Staates ist ok?

      • Claudio Hammer sagt:

        Zwei Drittel gehen in die AHV und das ist auch gut so, denn das Kapital resp. die Kapitalgewinne tragen keinen Rappen zur AHV bei!
        Und was soll denn Ihre unsägliche Diffarmierung der Staat würde das leistungsfrei bekommen – damit wird für unsere Sicherheit, Infrastruktur, MEI-Geld-aus-dem-Fenster-schmeiss-raus-Verhandlungen mit Brüssel und im schlimmsten Fall dann auch mal all die planwirtschaftlichen Funktionäre, die diese dumme Initiative hervorrufen wird, das Bildungswesen (unser einziger Rohstoff im Lande) usw usw.
        .
        Sind Sie eigentlich ein Anarchokapitalist, dass Sie meinen den Staat brauche es nicht mehr resp. er brauche keine Mittel mehr und womöglich könne man alle Leistungen bis hin zum Militär privatwirtschaftlich erbringen?

      • Daniel Hämmerer sagt:

        Aber klar ist das OK, denn die Erben erbrachten keine Leistung dafür (ausser ein par wenige Erbschleicher).

  36. M. Grossmann sagt:

    Aus den 1.5% dürfte mit PK 3% werden; mit Berücksichtigung Verkehrswert der Liegenschaften 5%; zu betrachten sind dann n atürlich nur potentielle Erblasser, jüngere Leute, welche erst noch ein Vermögen erarbeiten werden, sind natürlich wegzulassen; also wenn als Basis Ältere als 60 genommen werden, dürften aus den 5% dann 15% werden. Im Durchschnitt wären pro Erblasser drei Erben betroffen, also schon 45%. Weitere Effekte: KMUs gehen ein, Investoren bleiben fern, Reiche verlassen die CH… Dies alles dürfte den Statistikern hier bekannt sein; warum wird es unterschlagen?

    • Christoph Gut sagt:

      1. Pensionskassengelder (PK = 2. Säule) werden nicht vererbt, sondern zu Lebzeiten verrentet.
      .
      2. Der Hinweis auf den Verkehrswert wurde in der Studie gemacht.
      .
      3. Der Trick mit der Einschränkung der Grunddesamtheit auf Ü60 finde ich jetzt mal wirklich statistisch kreativ. Haben Sie gewusst, dass die Erbschaftststeuer bei eingeschränkter betrachtung auf die U20 noch viel weniger Personen anteilsmässig betrifft, als in der Studie berechnet? Dies, weil die Sterblichkeit in diesem Sample kleiner ist!
      .
      4. Besteuert werden eigentlich die “Erbengemeinschaften”, nicht einzelne Erben! Der Freibetrag bezieht sich auf den gesamten Nachlass. Trotzdem: In der Studie wurde, wie dies im Blog sehr genau beschrieben wird, jeweils von 2 Kindern ausgegangen.
      .
      5. KMU gehen nicht ein, weder in der CH vor 20 Jahren, als es noch richtige Erbschaftssteuern gab, noch in anderen Ländern (D), die Erbschaftssteuern kennen, war und ist dies ein Thema.

      • Dieter Jann sagt:

        Das will eben niemand so genau wissen.Laut Grossmann sind 45% der Bevölkerung betroffen. In welcher Welt lebt der?

        • Claudio Hammer sagt:

          Jann: Die üblichen Lügen der Initiativgegner halt — es ist schon unglaublich welche Pseudoängste hier wieder provoziert werden, aber das ist leider so in der direkten Demokratie und ein Grossteil der Bevölkerung hat doch wenig bis keine Ahnung von den wirklichen Verhältnissen – aber wir leben immer noch im Irrglauben der Bürger sei mündig und habe deswegen den Durchblick, was ich längs wie mehr bezweifle — heutzutage gewinnt die Seite die am meisten Emotionen hervorrufen kann — ob das immer die beste aller Entscheidungen zur Folge hat, daran zweifle ich immer mehr!
          Vor allem seit der Pfarrerssohn aus Herrliberg eine wichtige Rolle in der CH-Politik spielt, dürfte sich das Abstimmungsverhalten massiv verändert, der hat schon als Bub von seinem Vater gelernt, wie man den Menschen Aengste einflösst und ihnen falsche Hoffnungen macht — mit seinem geschliffenen aber volksnahen Mundwerk gelingt ihm das leider immer wieder!

      • M. Grossmann sagt:

        1. Wohl klar, dass PK ausbezahlt wird. Hat aber nichts mit der Sache zu tun. Wenn Sie den Artikel richtig lesen, stellen Sie fest, dass Vorsorgegelder nicht berücksichtigt sind.
        2. Ja, die 1.5% sind in der Studie ohne Verkehrswert berechnet; deshalb habe ich ja gerade die Korrektur vorgenommen.
        3. Haben Sie je Statistik gemacht? Das ist kein Trick; dies nicht zu berücksichtigen, ist der Trick der Pro-ES-Autoren. Dass die meisten 21 Jährigen nicht betroffen sind, wenn sie unglücklicherweise in diesem Alter sterben, ist klar. Dass der 21 Jährige aber 50 Jahre später vielleicht trotzdem betroffen wäre, weil er dazu gespart hat, ist warscheinlich. Deshalb muss sich die Basis auf potentielle Erblasser beziehen und nicht auf eine willkürlich definierte Grundmenge.
        4. Nein, lesen Sie doch. Bei der Berechnung der 1.5% (welche hier zur Diskussion stehen) wurde eben gerade nicht berücksichtigt, dass deutlich mehr Erben betroffen sind als Erblasser.
        5. Kennen Sie Unternehmer in DE? Ist eben gerade ein Thema dort; und dies trotz nicht vorhandener Vermögenssteuer in DE.

        • Christoph Gut sagt:

          1. Sie schreiben “PK”, nicht ich. Sie meinen wohl aber die 3. Säule. Diese ist aber zweckgebunden und wurde noch nicht besteuert. Falls der Zweck, weil Vererbung auf Nicht-Lebenspartner, wegfällt, ist eine Steuer sowieso fällig.
          .
          2. Sie unterschlagen in Ihrer abenteuerlichen Rechnung, dass Ehepartner, registrierte Partner und steuerbefreite juristische Personen grundsätzlich keine Erbschaftssteuer zahlen. Wenn Sie also den prozentualen Anteil der Erbenden aufrechnen wollen, müssen dies doch berücksichtigen.
          .
          3. Jetzt zur Grundgesamtheit: Einerseits argumentieren Sie, dass mehr Personen betroffen sind, weil nicht der Erblasser, sondern die Erben gezählt werden müssen. Andererseits schränken Sie die Grundgesamtheit auf die potentiellen Erblasser, sprich die Ü60, ein. Dann multiplizieren Sie die auf unterschiedlichen Grundmengen beruhenden prozentualen Zunahmen der Betroffenen (einmal als Erblasser gezählt und einmal als Erben gezählt) zusammen. Sie müssen sich aber entscheiden, wie Sie argumentieren wollen. Prozentuale Veränderungen dürfen Sie nur dann multiplizieren, wenn sie sich auf die gleiche Grundgesamtheit beziehen.
          .
          4. Tatsächlich zählen Sie jeden Erblasser und jeden Erben als potentiellen Fall zusammen, unbedacht, dass damit jeder Mensch doppelt gezählt wird und dass ein als Erbe betroffener nicht unbedingt auch als Erblasser betroffen sein muss.
          .
          5. In einem haben Sie recht: Die Autoren der Studie verstehen unter Betroffenen Erblasser und nicht Erbende! Sie machen das aber statistisch konsistent.
          .
          6. Ich kennen auch Unternehmen in DE, die kein Problem sehen. Der Wirtschaft und der Bevölkerung in Süddeutschland ging es noch selten derart gut. Die Schweizer Verhältnisse lassen sich sehr gut mit Süddeutschland vergleichen.

          • M. Grossmann sagt:

            @Gut: Zu Ihrem 3. Punkt: Meine Berechnungen sind natürlich nur Schätzungen. Korrekterweise müssten Sie den Prozentsatz aller Nachlässe in den letzten Jahren anschauen, welcher 2 Mio überschreitet (und der dürfte deutlich höher sein als 1.5%, eben weil die Grundgesamtheit jetzt die jüngeren Steuerzahler nicht mehr enthält). Dann müssten sie abschätzen, wieviele Leute prozentual mindestens einmal in ihrem Leben einen Anteil an einer solchen Erbschaft erwarten können – das wären dann die Betroffenen. Sie gehen wohl mit mir einig, dass da ein recht hoher Prozentsatz rauskommen wird (sicherlich aber deutlich mehr als die 1.5% 🙂

          • Christoph Gut sagt:

            @Grossmann: Ich versuche mal einen anderen Ansatz der Abschätzung. Dies im Sinne eines Fermi-Problems:
            .
            1. Die allermeisten, die es betrifft, betrifft es wegen Eigentum, in dem sie wohnen oder Ferien machen. KMU-Besitzer sind nur wenige betroffen, wie die Studie belegt.
            .
            2. Die grosse Mehrheit in der Schweiz ist Mieter und die allermeisten besitzen kein Eigentum.
            .
            3. Von denen, die Eigentum besitzen,werden nur eine Minderheit (<50%) mehr als 2 Mio. Erlös bei einem Verkauf generieren. Sogar Einfamilienhäuschen in Züricher Aussenquartieren bringen nicht 2 Mio ein. Wohnungen nur ganz wenige. Man informiere sich auf homegate.
            .
            4. Sehr viele Liegenschaften sind mit einer Hypothek belastet. Vom Erlös muss die Hypothek abgezogen werden.
            .
            5. In der Summe stellt sich die Frage: Wer bringt bei einem Verkauf der elterlichen Immobilie nach Abzug der Hypothekschuld 2 Mio. zusammen? Ich denke, die Studie liegt nicht weit daneben.
            .
            ABER:
            .
            5. Es spielt doch gar keine Rolle, ob es viele oder wenige betrifft! Offenbar sind sich alle Kommentatoren einig, dass die Mehrwert- und die Einkommensteuer, die fast alle betrifft, o.k. sind. Wieso versucht man also verbissen zu beweise, das viele von der Erbschaftssteuer betroffen sind?
            .
            6. Die Gründe für eine Erbschaftssteuer sind ganz andere:
            – Es ist unfair, Erwerbseinkommen zu besteuern, wenn andere Einkommensarten nicht besteuert werden.
            – Die Erbschaftssteuer ist ökonomisch sinnvoll, weil sie die persönliche Leistung am wenigsten sanktioniert.
            – Der Erlös der Erbschaftssteuer geht mehrheitlich in die AHV, für die sowieso zusätzliche Finanzierung benötigt wird.

      • Hans Weber sagt:

        1. Man kann Pensionskassengelder auch vorbeziehen oder sich als Einmalzahlung auszahlen lassen.
        2. Der Hinweis wurde gemacht, aber nicht einbezogen
        3. Der Hinweis ist nicht “kreativ”, sondern sehr gut. Man kann natürlich schon Babys einbeziehen und dann sagen, nur 2% hätten ein Vermöögen von 2 Mio. Aber relevant sind doch eigentlich nur die, die auch potentiell als Vererber auftreten – oder etwa nicht?
        4. Richtig. Der Freibetrag betrifft den Vererber, den Nachlass! Und genau daher ist es ja so störend, wenn man schreibt nur 2% seien betroffen da nur 2% einen Nachlass von über 2 Mio. hätten. Denn massgebend ist doch vielmehr folgendes: an wieviele Personen wird der Nachlass verteilt! Denn die sind dann nämlich von der durch die Erbschafssteuer reduzierten Erbbetrag betroffen!
        5. Andere Länder, die die Erbschaftssteuer kennen – wie z.B. Deutschland – kennen dafür keine Vermögenssteuer oder Eigenmietwert etc.

        • Christoph Gut sagt:

          1. Meines Erachtens sind vorgezogene Pensionskassengelder in der Studie berücksichtigt, weil diese in den einzelnen Steuerrechnungen erscheinen!
          .
          2. O.k., die Autoren verstehen unter Betroffen die Erblasser. Die Rechnung von Herrn Grossmann ist aber trotzdem statisch unhaltbar (siehe Kommentar oben).
          .
          3. Wenn Sie über Betroffene als Erben statt als Erblasser reden wollen, dann müssen Sie auch bedenken, dass Ehepartner, registrierte Partner und steuerbefreite juristische Personen keine Erbschaftssteuer bezahlen! Zudem sollte man dann auch mal zur Kenntnis nehmen, dass die Belastung wegen des hohen Freibetrags für sehr viele der betroffenen Erben gering ist!
          .
          4. Wie geschrieben: Es kommt drauf an, was man unter Betroffenen versteht (siehe Kommentar oben). Zudem: Der Freibetrag stellt sicher, dass die Erbschaftssteuer progressiv ist. Ohne Freibetrag wäre die Steuer eine Flat rate tax. Ein hoher Freibetrag führt zu einer flachen, ein niedriger Freibetrag zu einer steilen Progression. Im Sinne der Betroffenen wurde von den Initianten eine flache Progression gewählt.
          .
          5. Andere Länder haben vor allem viel höhere Unternehmenssteuern! Das KMU-Argument von Herrn Grossmann zieht daher sehr schlecht. Die Schweiz hat Top-Rahmenbedingungen für Unternehmungen, auch mit Erbschaftssteuer.

  37. Erwin Sutter sagt:

    Diese Studie macht schon im Grundsatz einen Denkfehler wenn man schreibt: “Nur 1,5 Prozent der Steuersubjekte verfügen über ein Reinvermögen von mehr als 2 Millionen Franken und wären bei einem Ja am 14. Juni von der Steuer tangiert.” Das ist schlicht grundfalsch. Denn diese 1.5% vererben Ihren Nachlass nicht nur an Einzelpersonen, sondern oftmals an eine Gruppe von Personen – mehrere Kinder, Freunde, Vereine etc. Und wenn der Nachlass um die Erbschaftssteuer reduziert wurde, kann eben nicht mehr vollumfänglich der Nachlass an die vorgesehenen Erben weitergegeben werden. Jeder Erbe erhält daher einen prozentual reduzierten Erbbetrag. Und damit ist eben ein x-faches von 1.5% betroffen.
    Auch eignen sich die Steuerdaten nicht, um die Höhe von Vermögen zu bestimmen. Ein Beispiel: Liegenschaften werden in der Steuererklärung nicht zum Marktwert aufgeführt und besteuert, sondern zu einem reduzierten amtlichen Wert. Schon aus diesem Grund wird es mehr Nachlässe geben, die die Freigrenze von 2 Mio. übersteigen – erst Recht wenn man die Rentengelder, AHV-Vorbezüge etc. mit einrechnet.
    Letztlich staune ich über Argumente wie “es sind nur wenige betroffen”. Mit solchen Argumenten können wir auch das reichste 1% enteignen. Dann sind auch nur wenige betroffen – und die AHV ist erst noch gesichert. Aber wäre das auch gerecht und rechtstaatlich i.O.? Von Verfassungsbrüchen, Rückwirkungen, Föderalismusbeschneidung und Co. redet man hier ja nicht einmal.

    • Peter Heinz sagt:

      Ich staune über ihre Herleitung aber man kann immer etwas Verwirrung stiften, je mehr die Leute verunsichert sind, desto grösser die Wahrscheinlichkeit, dass sie nein stimmen. Natürlich ist nur ein extrem kleiner Teil der Bevölkerung betroffen und die Berechnungen sind sehr objektiv gemacht. Natürlich muss man teilweise einige Annahmen treffen, die sind aber sehr plausibel.
      Schlussendlich kann ja jeder die Rechnung für seine Familie machen und schauen wieviel mehr als 2 mio pro Person erben … zudem wird der Druck, auf das Arbeitseinkommen künftig weiter zunehmen, eine korrekte Besteuerung des Kapitals wird deshalb umso wichtiger.

      • Erwin Sutter sagt:

        Es ist natürlich immer einfach, dem Gegenüber vorzuwerfen, er stifte Verwirrung sprich, er sage nicht die Wahrheit ohne den Vorwurf zu belegen oder zu begründen.
        Ich finde, Sie stiften Verwirrung z.B. durch den Satz “Schlussendlich kann ja jeder die Rechnung für seine Familie machen und schauen wieviel mehr als 2 Mio pro Person erben”. Die Frage, ob jemand mehr als 2 Mio.pro Person erbt, ist gänzlich irrelevant bezüglich der Initiative. Die 2 Mio. Freigrenze die die Initiative vorsieht betrifft nämlich nicht die Frage, wie viel jemand erben kann ohne unter die Erbschaftssteuer zu falle. Die Freigrenze von 2 Mio. betrifft einzig den Nachlass. Und liegt dieser Nachlass über 2 Mio. dann hat jeder Erbe Erbschaftssteuern zu zahlen, auch wenn er vom Nachlass bloss 10’000 Franken erhält.
        Ich glaube also, dass Sie entweder die Initiative nicht verstanden haben oder dann wollen Sie Verwirrung stiften. Nochmals: JEDE Erbschaft – egal wie hoch – unterliegt der Erbschaftssteuer, sobald der zu verteilende Nachlass über 2 Mio. liegt. Es gibt KEINE Freigrenze für Erbschaften. Und wird ein Nachlass von 3 Mio. an 100 Leute verteilt und jeder kriegt “bloss” 30’000 Franken, dann zahlt jeder dieser Erben Erbschaftssteuer (respektive erhält nicht die 30’000 sondern ein um den Erbschaftssteueranteil reduzierten Betrag).

    • Christoph Gut sagt:

      Die Studie zeigt vor allem, wie ungleich Vermögen verteilt ist! Das sollte einem wirklich zu denken geben!
      .
      Jedoch: Kein Befürworter hat je gesagt, dass die Erbschaftssteuer deshalb gut und anzunehmen ist, weil sie nur wenige betrifft. Viel mehr sind es die Gegner, die ständig behaupten, es treffe sehr viele und zwar derart massiv, dass sie nichts mehr zu Leben hätten. Auch seien derart viele KMU derart betroffen, dass schlicht den Laden dicht machen müssten.
      .
      Die Studie belegt ganz klar, dass diese Angstmacherei mit Zahlen nicht belegt werden kann. Letztlich wissen wir selbst aus Erfahrung aus der Zeit, die noch gar nicht solange her ist, wo wir selber noch eine richtige Erbschaftsststeuer hatten, dass KMU nicht eingehen.
      .
      Die Erbschaftssteuer ist deshalb anzunehmen, weil es ökonomisch die sinnvollste Steuerform ist, da sie persönliche Leistung (Erwerbsarbeit) am wenigsten sanktioniert.

  38. Brönnimann Thomas sagt:

    Danke für diese objektiven Zahlen für den Kanton Bern. Das nenne ich unabhängige Information. Deshalb zahle ich für ein BZ Abo. Und deshalb haben wir unabhängige Hochschulen. MERCI VIEL MAL!

  39. Domenico sagt:

    Eine aussagekräftige Studie müsste alle Parameter beachten, z.B. den Miteinbezug des Vorsorgevermögens; Marktwert der Liegenschaften; signifikante Senkung der Erbschaftssteuern für nicht-Angehörige auf 20% [!!!]; Verlegung des Wohn-/Firmensitzes von “Superreichen” ins Auslang bei einer Annahme; Vermögensvernichtung bei Privaten was dazu führt, dass der Ertrag der Erbschaftssteuer in ein paar Generationen zwingend zurückgehen muss [was dann wieder durch höhere Erbschaftssteuern kompensiert wird]; Folgen des Statements an den Weltmarkt, dass in der CH die Rechtssicherheit keine Bedeutung mehr hat [Stichwort Rückwirkung und damit verbunden eine verminderte Ansiedlung von neuen Unternehmen aus dem Ausland] etc. Kurzum: die Folgen einer Annahme sind nicht absehbar, auch wenn man versucht, dies wissenschaftlich zu belegen.

    • Christoph Gut sagt:

      Miteinbezug von Vorsorgevermögen: Das betrifft höchsten die 3. Säule. Und wenn sie zweckgebunden sind, dann ist der Fall sowieso nicht so klar.

  40. lui casutt sagt:

    hier wird über etwas debatiert, das nie u. nimmer eine chance hat, weil die schweizer stimmleute schon x-mal bewiesen haben, dass sie sich nicht den ast abschneiden wollen, auf dem sie sitzen.

    • Jürg Meier sagt:

      es sollte heissen: …weil das schweizer stimmvolch schon x-mal bewiesen hat, dass es nicht den ast absägen will, auf dem sich andere bequem ausruhen.

      • Domenico sagt:

        Bequem ausruhen? Wer genau lebt hier auf Kosten anderer? Wohl diejeniven, welche genau jene Personen, welche ohnehin schon >90% des Staates finanzieren, noch weiter abzocken wollen?!?

        • Claudio Hammer sagt:

          Domencio: “>90% des Staates finanzieren” — noch so eine selbstbeweihräuchernde Bonzenlüge!
          Wenn man alle Steuereinnahmen der öffentlichen Haushalte berücksichtigt bis hin zur Mwst, Tabaksteuer etc. dürften die mit über >2Mio Fr. Vermögenden vermutlich nicht mal 50% des Staatshaushaltes finanzieren!!

          • Domenico sagt:

            Sie glauben allen Ernstes, dass ihre paar Zigarettli dem Staat signifikante Mittel bescheren würde?
            Belegen Sie doch Ihre Behauptungen; meine Zahlen sind ergooglebar.

          • Claudio Hammer sagt:

            Domenico: Es gibt im ganzen Google keine einzige Studie die ALLE Steuereinnahmen von Bund, Gemeinden, Kantonen den Vermögenden mit über 2 Mio zuordnen kann! Die breite Masse – die 98% kommen sicher für einiges mehr an MwSt, Tabaksteuer, Alkoholsteuer, Mineralölsteuer usw usw auf als die 2% Reichen und auch die 98% bezahlen Steuern – wenn man dies alles zusammenaddiert, dann bleibe ich bei meiner Behauptung!
            .
            Von den gesamten Steuereinnahmen des Sektors Staates (Bund, Kantone, Gemeinden) von 196 Mrd (2012) machen die geamten Einkommenssteuern, Gewinn- und Kapitalsteuern sowie Vermögenssteuern (Natürliche Personen UND juristische Personen, also Firmen) gerade mal 44.7% aus!!! Quelle BfS GFS Modell!
            .
            Bringen Sie mir doch mal Ihren Gegengooglelink! Viel Spass beim Scheitern Ihrer Gegenargumentation!!!

  41. Roberto Gloor sagt:

    “bezahlen müsste” – mal ehrlich, wenn ich 100mio Vermögen hätte und man meint, hier noch 20% abzugreifen, ich würde dann eben meine Papiere an einen andern Ort hinbringen, wo man von dieser Abzocke befreit ist.

    • Beat Koch sagt:

      Es würde Sie also stören, dass Ihre Nachkommen nur noch 80 Millionen bekommen statt 100? Und wären dafür bereit, aus dem Paradies Schweiz wegzuziehen? Geld allein würde Sie also glücklich machen? Ich denke nicht, dass das bei den Personen der Fall ist, die tatsächlich so viel Vermögen haben. Und wenn doch, dann macht es auch nichts, wenn der eine oder andere wegzieht.

  42. Roger Reinhardt sagt:

    Interessant: Es würden also 107 Mio. Franken pro Jahr, die in die Staatskasse “gespült”. – Geld das bereits mehrfach und jahrelang versteuert wurde. – Ich nenne das einfach Betrug am Volk, denn es geht lediglich daruf, Einnahmen zu generieren. – Den Damen und Herren sollte beigebracht werden, dass man nicht mehr ausgeben kann, als man einnimmt. – Und schon ist das Problem gelöst. – Bloss scheint das niemanden zu interessieren…..

    • leider falsch, das erbe muss nur einmal versteuert werden, genau gleich wie das übrige einkommen.

    • Thomas Hartl sagt:

      Wenn ich statt per Erbschaftsteuer das Geld über die AHV-Abgaben in die AHV-Kasse einzahle, ist das Geld, bevor es bei mir angekommen ist, auch schon mehrfach versteuert: Konsumenten haben MWST für die Produkte meines Arbeitgebers bezahlt, dieser hat seine Gewinne versteuert, und ich zahle zusätzlich zu den AHV-Abgaben noch Einkommenssteuern an den Staat. Warum sollen die Erben den das Geld vom Erblasser unversteuert erhalten?

      • Gürtler Adam sagt:

        Sie versteuern bereits heute vieles doppelt. Ihr Einkommen und was davon übrig bleibt als Vermögen. Danach jeden Konsum, den Sie sich in der Regel aus dem Einkommen leisten, welchen Sie ja versteuern müssen, ebenso mittels MWST. Wieso stört Sie das nicht?

    • Hugentobler Martin sagt:

      Interessant ist auch das im Artikel nicht erwähnt wird, dass der Kt. BE bereits heute ca. 60 Mio. als Erbschaftssteuern einnimmt. Also sind nicht die ganzen 107 Mio. Mehreinnahmen.

      • Daniel Wirz sagt:

        Leider falsch: Die Kantone erheben heute auf entferntere Nachkommen und Begünstigte (Neffen, Tanten, gemeinnützige Institutionen, Kirchen usw.) umso höhere Erbschaftssteuern als 0-20%. Im Kanton BS zum Beispiel 49%! Die Initiative reduziert dies für alle die überhaupt betroffen wären auf 20% und sogar auf 0% bei Begünstigung von nicht steuerpflichtige Institutionen. Wie kann man das einfach ignorieren? Kennen Sie die Initiative überhaupt?
        Und an alle anderen: 20% Erbschaftssteuern auf über 2 mio. sollen ungerecht sein aber über 20% Einkommenssteuer etwa schon? Es wäre schön, wenn man mit dem Einkommen etwas ansparen könnte und nicht nur auf ein Erbe hoffen muss. Wenn die AHV nicht mehr finanziert ist, bezahlen übrigens KMU und Lohnempfänger zusammen noch mehr als heute. Gelderben kann das natürlich egal sein. Mir nicht.

    • Bruno sagt:

      76’000 Millionen werden in diesem Jahr in der Schweiz vererbt. Das wären mindestens 4 Mrd. für unsere AHV. Wer bezahlt die sonst?

      • Roberto Gloor sagt:

        Einsparen bei der Asyl- und Sozialindustrie. Da verlochen wir jedes Jahr 6mia Franken, 2/3 wären sicher zu sparen. Die Erbschaftssteuer wird im übrigen nie 4mia bringen, den die, die sehr viel zahlen mussten werden das zu umgehen wissen – mit Recht.

    • wang sagt:

      der Grossteil der Summe geht ja in die AHV.
      Natürlich muss so oder so endlich mal diskutiert
      werden, das SPAREN beim Bund,Kanton,Gemeinde
      angesagt ist. Es geht einfach nicht mehr, dass z.B.
      der Bund Millionen verlochen kann in nicht ausgereifte
      Projekte. Dies geschieht auch beim Kanton und in jeder
      Gemeinde.Wir müssen den Vergabefilz durch eine starke
      Kontrolle und mehr Transparenz durch den Bürger
      gewährleisten in Zukunft.

  43. Matthias Engel sagt:

    50 Millionen? Die EVP spricht auf ihrer Homepage auch heute noch von 8 Millionen.

    • Christoph Gut sagt:

      Spielt derzeit sowieso keine Rolle, weil darüber das Parlament befinden wird.

      • Stefan sagt:

        Nur wenn die Initiative angenommen wird, wird das Parlament darüber befinden…

  44. Stefan Zoller sagt:

    Sehr interessant. Was leider hier und praktisch überall fehlt, ist der Einfluss der Erbschaftssteuer auf andere Steuern. Welche Steuern werden dann gesenkt, das ganze soll ja Steuerneutral sein. Die Einkommenssteuer, das würde wiederum die Reichsten bevorzugen. Die Mehrwertsteuer – das würde wohl die Ärmsten glücklich machen. Oder wird die AHV Rate gesenkt – das könnte die ärmeren und den Mittelstand mit Lohnjob freuen.

    • romeo sagt:

      Sie glauben nicht im Ernst, dass sich unsere PolititkerInnen sich mit gleich viel zufriedengeben..?!

      • Mark Keller sagt:

        Wir sind es, die dem Staat, Kanton und der Gemeinde die auszuführenden Aufgaben übertrgagen. Diese Aufgaben kosten etwas. Dazu braucht es Einnahmen.

        Bei der Erbschaftssteuer muss man sich einfach fragen, wieviel vererbten Geldadel man in einem Land haben will. Wollen wir die aktuelle Verteilung der Vermögen weiterhin erhalten, und sogar noch vertärken, durch die Umverteilung von unten nach oben?

        • Philip Uster sagt:

          Jetzt wollen sie also sogenannt reiche aus dem Land vertreiben? Mal ehrlich, was aus dem Mittelstands-Land Schweiz geworden ist, wo das Geld anderer früher nie ein Thema war und heute nur noch Neid vorherrscht, ist erschreckend und auch traurig. Ich frage mich, ob wir alle glücklicher sein werden, wenn unsere Nachkommen einst wieder in die USA auswandern müssen, weil wir hier nicht mehr genug zu fressen haben.

    • Ike Conix sagt:

      Von “steuerneutral” sagen die Initianten jetzt aber wirklich nichts.

    • Martin sagt:

      Die Steuer würde zu zwei Dritteln der AHV zugute kommen. Da geplant ist, die AHV Finanzierung durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer zu sichern, würde dies entsprechend zu einer geringeren Mehrwertsteuer führen. Ein Drittel geht zu den Kantonen. Bei einigen Kantonen ist dies Ersatz für noch bestehende Erbschaftssteuern, die anderen müssten dann entscheiden, wie sie mit dem zusätzlichen Geld umgehen.

    • Hans Weber sagt:

      Von Steuerneutral hat nie jemand gesprochen. Die Steuer soll ja u.a. für die AHV verwendet werden, weil diese Defizite schreibt. Da wird man den Teufel tun und andere Steuern entsprechend reduzieren. Dann hätte man die Probleme ja nur an einem anderen Ort. Nein, die vorgesehene Erbschaftssteuer auf Bundesebene ist eine zusätzliche Steuer. Und wie jede Steuer wird sie im laufe der Jahre erhöht und ausgeweitet. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

      • Daniel Wirz sagt:

        Was denken Sie wie die Kantone mit Defiziten ihre heutigen Löcher stopfen? Mit Steuersenkungen? Beim kantonalen Ausgleich wird man in Zukunft auch noch über die Bücher. Wenn es keine Erbschaftsteuer gibt, wird das AHV-Loch und die anderen Löcher mit anderen Abgaben und Gebühren gestopft und zwar für alle, lebenslänglich, monatlich, bei jedem Einkauf. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.

    • Philippe Eggenberger sagt:

      Steuerneutral und inzwischen X mehr Beamte um dies auszuführen? Bachab mit der Idee!

    • Bruno sagt:

      Unsere AHV bekommt in den nächsten Jahren ein Problem (Babyboomer). Bei 30Mrd. Beiträgen pro Jahr währen 4Mrd. aus der Erbschaftssteuer wohl willkommen. Sonst bezahlen das Gewerbe, die Arbeiter, die Selbständigen, einfach alle mehr oder wir arbeiten länger.

  45. Manfred Schenk sagt:

    Ein wesentlicher Aspekt wird viel zu wenig diskutiert. Nur der Ehepartner und die Kinder profitieren heute von der Steuerbefreiung, alle anderen bezahlen heute mit den geringen Freibeträgen enorme Steuern. Im neuen Gesetz würden nur die Kinder wieder den übrigen Personen gleichgestellt. Ich bin unverheiratet mit Partnerin, ohne Kinder und habe ein Vermögen von 3 Mio. Ich bin kein Einzelfall und solche Situationen gibt es auch, wenn ein Elternteil das Kind überlebt. Vermache ich mein Vermögen meiner Partnerin und meinem Göttikind, beträgt die Erbschaftssteuer in Zürich über 1 Mio. In Basel Stadt wären es sogar 1.5 Mio. Im neuen Gesetz wären es nur 200’000 und es wäre nicht mehr kantonal unterschiedlich geregelt. Eigentlich müsste man gleichzeitig mit der Einführung die Vermögenssteuer abschaffen, das ist das einzig negative. Die 20% über 2 Mio sind locker verkraftbar.

    • Andreas Wittner sagt:

      Sehr geehrter Herr Schenk
      Sie müssen mit ihrem (beweglichen) Vermögen in den Kanton Schwyz ziehen. Dort wird überhaupt KEINE Erbschaftssteuer/Schenkungssteuer erhoben.
      Ein Grund mehr die kantonale Steuerhoheit dem Bund zu übergeben. Unbedingt ein JA zur Erbschaftssteuer!

    • Roberto Gloor sagt:

      Das ist ok, denn im Gegensatz zu Kindern und Ehepartner sind Dritte auch nicht unterhaltspflichtig, wenn der Schenker verarmt.

  46. Mike sagt:

    “…Im Schnitt wären mit der Erbschaftssteuer (inkl. Schenkungen) Einnahmen von 104 Millionen je Jahr generiert worden. Dies entspricht immerhin drei Prozent des im Jahr 2012 über Einkommens- und Vermögenssteuer durch natürliche Personen generierten Steuervolumens im Kanton Bern. Anders ausgedrückt: Die Steuer würde das auf 2018 budgetierte Defizit von 72 Millionen des Berner Finanzplanes locker kompensieren.”

    Nur interessant, dass im Jahr 2014 im Kanton Bern Erbschafts- und Schenkungssteuern über CHF 75 Mio. eingenommen wurden, welche mit der Aufhebung der kantonalen Erbschaftssteuer wegfallen dürften. Die antizpierten Mehreinnahmen dürften somit deutlich weniger ins Gewicht fallen.

    • Hans Eichenberger sagt:

      Danke, war für mich auch der erste Gedanke: Wie viel Erbschaftssteuern werden mit der bereits heute geltenden kantonalen Erbschaftssteuern eingenommen?
      Die Differenz ist eben dann nicht mehr sehr gross. Nur dass dann bei der nationalen Erbschaftssteuern der Kanton nur 1/3 davon sieht und 2/3 an die AHV fliessen. Ergo fehlt dann auf Kanonaler Ebene das Geld und muss dort irgendwie reingeholt oder gespart werden.

      • Hugentobler Martin sagt:

        Das hiesse ja, dass der Kt. BE mit der Annahme der Initiative sogar weniger in die Staatskasse erhält, als heute? 1/3 von 104 Mio. sind nur noch knapp 35 Mio., also gut 40 Mio. weniger.

  47. bossert sagt:

    Wer bei einem Ja bezahlen müsste… das steht in den Sternen! Die Varianten haben sich seit der ersten Verlautbarung durch die SP x- mal geändert, je nach Wind und der wechselt oft! Also kann man nichts glauben.

    • Henri Ferrier sagt:

      Wem können wir glauben. Wie wäre es mit Moses und dem 10. Gebot:
      “Du sollst nicht nach dem Haus deines Nächsten Verlangen. Du sollst nicht nach der Frau, seinem Sklaven, seinem Rind oder Esel oder nach irgendetwas, das deinem nächsten gehört”.
      Vermögen ist, was bleibt, wenn alle Steuern bezahlt worden sind. Das ist dann das Erbe und wir haben es nicht zu begehren. So einfach ist das.

      • Fritz Auf der Mauer sagt:

        Etwas fehlt bei Ihrer Antwort: Steuern auf Kapitalgewinne und Wertsteigerung von Liegenschaft: diese beiden “Einnahmen” werden heute nicht versteuert im Sinne von Lohnsteuern. Natürlich wird Vermögenssteuer darauf bezahlt, aber die ist im Vergleich zur Lohnsteuer sehr klein. Ein Aktien- oder Liegenschafts-Besitzer kann sehr reich werden, ohne dass er einen Finger rührt, und das steuerfrei. Viele Länder, welche die Erbschafts- und Vermögenssteuer nicht kennen, haben dafür eine Kapitalgewinnsteuer. Nur wir in der Schweiz haben das nicht. bzw. nur eine sehr geringe Vermögenssteuer. Was wollen Sie lieber: Erbschaftssteuer (trifft nur die sehr reichen Personen, einmalig) oder die Kapitalgewinnsteuer (trifft potenziell sehr viele, und zwar jährlich)? Und ja: aus sicht vom Erben ist ein Erbe wie ein Lottogewinn: ohne Aufwand reich werden. Die Argumentation der Doppelbesteuerung ist zudem ein Witz: Ich erhalte Lohn und zahle Steuern darauf. Dann gehe ich in den Laden und kaufe ein Fernseher: schon bezahle ich mit dem bereits versteuerten Lohn nochmals Steuer, nämlich 8% MWSt.

      • Christoph Gut sagt:

        Herr Ferrier, den Gegnern scheinen die sachlichen Argumente auszugehen.
        .
        Trotzdem: Wenn Sie nun schon Moses und das (falsch verstandene) 10. Gebot aus der Bibel bemühen (Bei den 10 Geboten geht es juristisch um das Verhältnis zwischen natürlichen Rechtspersonen, nicht um das Verhältnis von Staat und Individuum), dann empfehle ich Ihnen auch die Lektüre der hinteren Kapitel des Buches. Interessant wäre zu erfahren, wie Jesus auf die grafisch dargestellte Vermögensverteilung reagiert hätte. Zwei um ein Erbe Streitenden soll er zu bedenken gegeben haben: “Hütet Euch vor der Habgier, denn niemand lebt davon, dass er viele Güter hat.“ (Lukas 13,15).

  48. Heinz sagt:

    Sozialismus und somit Gleichmacherei hat noch nie zum Ziel geführt.
    Statt Arbeitsplätze zu schaffen ist Umverteilen natürlich viel bequemer.
    Auch wenn vielleicht nicht jeder abwandert, kommen sicher keine
    neuen potentiellen Investoren oder Spitzenkräfte welche wir immer brauchen
    in die Schweiz

    • Nucky sagt:

      Kommt drauf an, was das Ziel ist. Die absolute Weltherrschaft einiger weniger ist damit sicher nicht zu erreichen.

    • Michel sagt:

      @heinz… fragt sich welches ziel sie verfolgen. meinem ziel, die schweiz endlich ein wenig gerechter und sozialer zu machen, wiederspricht die initiative nicht im geringsten.

    • Mark Keller sagt:

      Heinz, in der Schweiz wurden in den vergangenen paar Jahren hundertausende von Arbeitsplätzen geschaffen..!

    • Gregor sagt:

      Die Alternative ist eine weitere Konzentration des Vermögens für wenige. Auch in der adligen Zeit wurden Titel und Güter “oberschichtig” weitervererbt – doch waren damals “Scharmüzel” an der Tagesordnung.

      Wenn Sie an einer wirklichen Demokratie interessiert sind und keine Plutokratie wollen, erkennen Sie, dass kein Weg an der Umverteilung vorbei geht.

      Zudem ist es nicht von “Gott” gegeben, dass der Umverteilungsmechanismus von unten nach oben Gottes Gesetz ist (hohe Vermögen = hoher Zinsanteil, kein Vermögen arbeiten für Zinsen, zudem je höher desto mehr… und umgekehrt)

      Ich glaube an Chancengleichheit und an (gekaufte) Demokratie, deshalb werde ich JA stimmen.

    • Christoph Gut sagt:

      @Heinz:
      1. Foristen sollten sich mit ganzen Namen zu erkennen geben.
      .
      2. Die vielen reichen Leute und die tolle Privatwirtschaft, die wir heute in der Schweiz haben, haben es offensichtlich nicht geschafft, viele Schweizer Ü50 vor der Arbeitslosigkeit zu retten.
      .
      3. Es gibt vor allem ein Arbeitgeber, der Ü50 nicht auf die Strassen stellt und durch junge billigere Arbeitskräfte ersetzt: Der Staat!
      .
      4. Darum ist es wichtig, dass der Staat mit sinnvollen Steuern Einnahmen generiert, um zum Wohl aller, das Zusammenleben und zu organisieren und die Vorsorge zu sichern.

    • Daniel Wirz sagt:

      Aber Gerechtigkeit führt zum Ziel. Und welche Spitzenkräfte interessieren sich wohl für Erbschaftssteuern? Die interessieren sich für tiefe Einkommenssteuern, tiefe MwSt. und tiefe Kapitalgewinnsteuern. Warum wollen sie nicht auch noch die weltweiten Lottogewinner in die Schweiz holen mit einer Reduktion der Lottogewinnsteuer? Wer so viel Glück hat sollte doch in die Schweiz kommen dürfen.

  49. Hans Wegmann sagt:

    Nun es wäre ein Wunder würde diese Initiative angenommen.Der gemeine Schweizer braucht die Knechtschaft der Oberschicht und bildet sich ein er wäre Teil von ihr. Eine linke Initiative lähmt die Hirne der meisten Bürgerlichen scheinbar noch mehr als die übliche Volchs Propaganda dies tut.

  50. Walter sagt:

    Die Auswertung ist zwar interessant, aber leider in einigen Punkten fehlerhaft.
    Der Kanton Bern nimmt bereits heute ca. 50 – 80 Mio. CHF/a an Erbschafts- und Schenkungssteuern ein, und diese würden danach wegfallen, weil die Initiative die kantonalen Steuern explizit aufhebt.
    Zweitens würde BE nur einen Drittel der Einnahmen erhalten, da die übrigen zwei Drittel an die AHV gehen.
    Drittens sind die Ehepartner und die steuerfreien Vereine befreit, d.h. die Freigrenze liegt bei Ehepaaren faktisch bei 4 Mio. CHF.
    Viertens würde bei den Liegenschaften der Verkehrswert, und nicht der amtliche Wert berücksichtigt, der in den Steuerdaten enthalten ist.
    Und schliesslich: Das BIP des Kantons Bern beträgt 68 Mrd. CHF, dasjenige von Griechenland 241 Mrd. USD. Der Artikel vergleicht Vermögen der Privaten mit dem BIP….
    Trotzdem interessante Daten!

    • Thomas A. sagt:

      Danke Walter. Ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass ich die Arbeit zurückweisen würde. Trotz interessanter Daten ist dieses Werk nicht druckreif. Der Fehler mit dem BIP ist einer ökonomischen Arbeit unwürdig, um nicht zu sagen dilettantisch.

      • Christoph Gut sagt:

        Wie auch immer: Die Einwände von Walter X bestätigen nur noch mehr, dass viele Argumente der Gegner sachlich vollkommen daneben liegen.

    • Bruno sagt:

      Die Arbeit unterschätzt den Ertrag aus der Erbschaftssteuer gewaltig; im Kanton Bern werden die direkten Nachkommen bei der Besteuerung nicht erfasst. Bei 216 Mrd. Vermögen ist pro Jahr mit ca. 8 -10 Mrd. Erbmasse zu rechnen (bei einer “Umwälzung” pro Generation). Damit wäre nach Abzug der Freibeträge ein Ertrag von rund 1 Mrd. für den Kanton Bern realistisch. Davon blieben dem Kanton rund 350 Mio.

  51. Chr. Neukom sagt:

    Negative Nebenwirkung bei Annahme:
    Die beachtliche Vermögenssubstanz nimmt bei jedem Erbgang ab.
    Schade, sie gibt uns doch allen, auch den ohne Vermögen, eine angenehme Steuer Kontinuität.

    • Holenweg sagt:

      lieber herr Neukomm wieso soll das negative nebenwirkung geben ,bei einer annahme hat der staat mehr einnahmen und was soll dabei schlecht sein ,da kann mann dem geld die krankenkassen der kleinen einkommen senken,sollte eigentlich klar sein.

    • Anna Meier sagt:

      Die Vermögenssubstanz nimmt nur ab, wenn die Erben faul rumsitzen. Vermehren sie das Geld, dann nimmt die Vermögenssubstanz nicht ab….

  52. Tom Meier sagt:

    Irgendwie verstehe ich nicht, warum so viele Leute gegen diese Steuer sind. Ein sehr kleine Anzah Leute (obs nun wirklich 2.5%, oder sagen wir 5%, ist egal) muss zahlen – d.h. kaum jemand. Gleichzeitig wird verhindert, dass die Reichen durch grenzenlosen Reichtum die Weltherrschaft übernehmen. Und man könnte argumentieren, dass die Reichen zumindest teilweise auch auf Kosten anderer reich geworden sind – andere haben hart für sie gearbeitet. Den betroffenen Personen wiederum kann es eigentlich auch egal sein – sie sind zum eintreffenden Zeitpunkt tot. Die einzigen die das betrifft sind die verhätschlten und verwöhnten “Sohn und Tochter von Beruf”-Leute. Betriebe würde es nur sehr wenige betreffen, im Kt. Bern keinen Einzigen (Aktien werden anders gehandhabt). Hier sehe ich ein klare Angstmache der Gegner. Und dagegen dass die Leute abwandern: Wir machen es wie die Amis: Schweizer Bürger bezahlen diese Steuer, egal in welchem Land sie leben. Wenn es in diesem Land eine solche Steuer gibt, dann bezahlen sie die Differenz.
    Ganz ehrlich Leute: Eine Gesellschaft kann nur existieren, wenn die Arm – Reich Schere nicht allzu gross ist.

  53. Thomas Hartl sagt:

    Wirklich schockierend finde ich die Statistik im Beitrag, aus der hervorgeht, dass in den Kantonen Schwyz und Zug über 5% der Bevölkerung mehr als 2 Mio Vermögen besitzt, während es im Jura 10 mal weniger sind. Das sind Verhältnisse, wie man sie in einem Dritt-Welt-Staat erwartet, und zeigt, dass die kantonal organisierten Steuersysteme beginnen, die Schweiz zu zerreissen. Statt nun aber den Finanzausgleich ins Absurde zu treiben, ist es sinnvoller, wenn gewisse Steuern schweizweit vereinheitlicht werden, bevor aus den Steuerhöllen Gettos für Sozialempfänger werden. Die Erbschaftssteuer auf Bundesebene ist ein sinnvoller Schritt dorthin.

    • Daniel Wirz sagt:

      Das sehe ich leider auch so. Nur für reiche Städte und Steuerparadiese funktioniert das heutige System. Die bürgerlich regierten Landkantone haben entweder Defizite (Bsp. BL) oder sind Finanzausgleichsempfänger in Mio. Höhe (Bsp. praktisch alle anderen Kantone, allen voran BE). Aus Wettbewerbsgründen oder weil ihre Bürgergemeinden dies diktieren senken sie ihre Steuern trotzdem und machen sich noch abhängiger von ihren reichen Erb-Bürgern. Das ist eine Entwicklung in die falsche Richtung.

  54. Willi Schreck sagt:

    98 % der Stimmbürger sollen die restlichen 2 % enteignen?
    Das wäre eine sonderbare Demokratie.

    • Willi sagt:

      20% Steuern = Enteignung. Ich glaub das ist was der obige Artikel mit verlogenen Argumenten meint.

    • Martin Weidmann sagt:

      Sonderbar ist nur wenn 2% der Stimmbürger beinahe das gesammte Vermögen aller Bürger besitzen. Hingegen ist es sehr Demokratisch wenn diese 2% von 98% überstimmt werden.
      Das eigentlich kritische an der Sache ist eher, dass die Gelder der 2% Reichsten nicht nur aus der Schweiz sondern Weltweit erwirtschaftet wurden. Damit ständen diese Steuereinnahmen eigentlich nicht nur dem Schweizer Staat zu.

    • Emil Welten sagt:

      Komisches Argument, steht doch im Artikel folgendes:
      Nach 30 Jahren ist die bestehende Vermögensverteilung kaum verändert. Nach 350 Jahren sind zumindest die Schulden der ärmsten 20 Prozent getilgt.

      Somit ist es pure Angstmacherei von Enteignung zu Reden. Werden die oberen 2% wirklich enteignet, dann gehören sie ja automatisch zu den 98% bzw. sobald sie ein Teil ihres Vermögen als Steuer abgeben mussten, fallen sie unter die Grenze und gehören nicht mehr dazu.

    • Thomas Flückiger sagt:

      20% von etwas das einem einfach so in den Schoss fällt. Ich sehe hier die Enteignung nicht.

      • Daniel Wirz sagt:

        Ja genau, eine komplette Enteignung im Vergleich zu den 20% und mehr Einkommenssteuern. Kommunismus!!!

  55. Thomas Marti sagt:

    Wann ist der richtige Zeitpunkt. Wissen Sie wenn Sie Sterben. Es können auch junge Reiche einfach so Sterben ohne vorher noch den Wohnsitz zu verlegen.

  56. radovan Lorkovic sagt:

    Beerben schmälert die Motivation der Nachkommen eigene Iniziativen wahrzunehmen und esselt sie an Vorstellungen der Vorfahren. Demnach ist Erben kontraproduktiv für die Vitalität aller Bewohner der Erde. Neben Zins und Spekulationsrenditen und Profiten aller Art ist Erbschaft die Quelle von gesellschaftlichen Wohlgefühl für alle und mit der Zeit gefährlich werdender Spannungen.wer seine Kinder liebt, lässt sie los.

  57. Stef sagt:

    “Im Jahr 2012 wurden im Kanton Bern Vermögen im Wert von 216 Milliarden Franken deklariert. Der Kanton Bern ist damit fast so reich wie Griechenland (241 Milliarden Dollar BIP).”

    Hä? Was bitte hat das Volksvermögen mit dem BIP zu tun?

    • Stadelman Reto sagt:

      Sie haben recht, das ist mir gar nicht aufgefallen. Das macht tatsächlich wenig Sinn. Äpfel und Birnen…

  58. Tiberius Kirk sagt:

    Oh ja, wir wollen eine Gesellschaft, in der sich Leistung lohnt. Erklären Sie mir dann bitte mal, wie die Erbschaftssteuer dazu beitragen soll? Umverteilung ist keine Leistung. Als Allgemeinheit von einer höheren Besteuerung der Reichen zu profitieren, ist auch keine Leistung. Und ein weiteres Beschneiden der Investitionsfähigkeit Privater, indem mehr Geld in den Mühlen des Staates verschwindet, trägt auch nicht zu einer Leistungsförderung bei. Da schlägt diese Initiative in genau die gleiche falsche Kerbe, wie diese Idee des bedingungslosen Grundeinkommens. Einfach auf dem Sofa liegen und kiffen, und dabei ein Einkommen vom Staat beziehen – wo ist da der Leistungsgedanke?

    • Franz Vontobel sagt:

      “Umverteilung ist keine Leistung.”

      Aber erben schon..? Mmmh….

      • R. sagt:

        Erben kann dies durchaus sein; Kinder welche Ihren Beitrag mit Zeit, Entbehrungen und anderem durchaus schon geleistet haben. Insbesondere bei Familienunternehmen oder bei Eltern welche grosse Zeitinvestitionen in dir Arbeit leisten müssen – und bitte keine Kommentare, das kann man einfach reduzieren … das ist reine Theorie!

        • Marcos sagt:

          Also bitte Herr R.

          Erben ist per Definition leistungslos. Man erbt weil man in die richtige Familie hineingeboren wurde (wobei man in einer reichen Familie bereits diverse andere Startvorteile hat. Wenn die Kinder im Betrieb mitgearbeitet haben, dann hätten sie bereits einen Lohn erhalten sollen. In jedem Fall haben aber die Mitarbeiter des Familienunternehmens ihren Beitrag geleistet und diese erben nichts.

    • Thomas Hartl sagt:

      Die Einnahmen der Erbschaftsteuer sind zum grossen Teil für die AHV vorgesehen. Wenn also unsere Rentner auf dem Sofa liegen und kiffen, sollten Sie ihnen das gönnen. Entscheidend zum Leistungsgedanken trägt aber bei, dass dank einer Erbschaftssteuer die Lohnnebenkosten nicht immer weiter steigen. Es lohnt sich als wieder zu arbeiten, weil nicht der grösste Teil des Ertrags an den Staat abgeführt werden muss. Auch KMU profitieren davon, denn mit der Erbschaftsteuer kann der Gesetzgeber ihnen reduzierte Ansätze zuteilen, währen sie bei den Lohnnebenkosten voll bluten.

    • Tom Meier sagt:

      Ihre Argumentation hat einen Denkfehler: Die Leute die erben haben NICHTS geleistet. Sie erben die Leistung anderer. Ich bin einverstanden: Wer durch Leistung reich wird, der soll reich sein und ohne Leistung soll man nicht reich werden können. Und genau deshalb braucht es diese Erbschaftssteuer, damit auch die Erben etwas leisten müssen und nicht einfach reich sind weil ihre Eltern reich waren. Diese Erben können dann nicht mehr einfach auf dem Sofa rumliegen, kiffen und das Vermögen ihrer Eltern durchbringen. Wo wäre denn da der Leistungsgedanke..? 🙂

      • Peter Herrmann sagt:

        Aber wegen 20% Steuer sind doch die Reichen immer noch reich….?

    • Daniel Wirz sagt:

      Was ist da an auf dem Sofa liegen, kiffen und erben besser? Das ist nämlich eher die Realität. Die Arbeitssklaven in der Schweiz haben entweder kein Geld oder keine Zeit zum kiffen.
      Was ist an der heutigen Umverteilung von den Armen auf die Reichen so toll? Die bürgerlichen kommen immer mit dem Umverteilungs-Schreckgespenst. Es geht um Gerechtigkeit.

    • Bruno sagt:

      Ein Erbe ist eigentlich nichts anderes als ein erfolgreiches Spermium (Warren Buffet)

  59. Wie immer bei diesen statistischen Untersuchungen werden die Vorsorgegelder vergessen. Wird das Pensionskassenvermögen als Kapital bezogen, sieht die Rechnung sofort anders aus. Da diese in den Steuererklärungen nicht deklariert werden müssen, bleiben diese stets unberücksichtigt.
    Zudem wäre es aus Sicht der Erben ein grosses Ärgernis, wenn ein Alleinerbe CHF 2 Mio. steuerfrei erben könnte und drei Nachkommen, die je CHF 670’000 erben, die steuerlichen konsequenzen tragen müssten, weil von der Summe des Erblassers ausgegangen wird und nicht von der Höhe der einzelnen Erbschaft.

    • Oreg Meyer sagt:

      Oh ja, die drei Erben müssten auf ihre 2,01 Mio. ja tatsächlich zusammen CHF 2000 Erbschaftssteuer zahlen (2,01 Mio. Erbe – 2 Mio. Freibetrag = CHF 10’000 zu versteuern), also unglaubliche 0,1% der Erbsumme. Das ist wirklich ein grosses Ärgernis…

      • Es geht beim Beispiel nicht um die effektiven Zahlen sondern um das Prinzip, das die Erbsumme massgebend ist und nicht die der Betrag des einzelnen Erben.
        Zudem bin ich grundsätzlich gegen die Initiative, da die Gelder bereits mehrfach besteuert wurden und der Staat, bzw. die Allgemeinheit meines Erachtens keine weiteren legitimen Ansprüche daran stellen können. Hohe Einkommen und Vermögen werden bereits durch eine höhere Steuerprogression zur Kasse gebeten. Die Befürworter scheinen mehr von Neid als von sozialer Gerechtigkeit motiviert zu sein.

        • Oreg Meyer sagt:

          Eine Erbschaft ist für den Erben ein Vermögenszuwachs, den er eben noch nicht versteuert hat. Daher kann von einer Doppelbesteuerung keine Rede sein.

          98,5% der Bevölkerung zahlen auf jeden sauer verdienten Franken Einkommenssteuer und ausgerechnet leistungslose Grosserbschaften sollen steuerfrei sein?

        • J. Kuehni sagt:

          JEDER Franken wird dauernd mehrfach besteuert! Was ich gestern verdient habe, muss ich versteuern. Wenn ich davon morgen etwas kaufe, sind wieder Steuern fällig. Und die Zinsen, die sich (theoretisch) auf dem Konto sammeln werden ebenfalls besteuert. Steuern sind bei Handänderungen fällig. Warum sollen ausgerechnet die Erben von Grossvermögen davon ausgenommen sein?

    • p kraut sagt:

      3×670=2100k. m a w: man müsste auf 10’000 sfr steuern zahlen. das waere ja soooo schlimm, wenn man 670k erbt…. bitte die verhaeltnisse wahren!

    • Ike Conix sagt:

      Die steuerlichen Konsequenzen für diese 3 Nachkommen betragen je 667 Franken. Oder umgekehrt: Sie erhalten noch je CHF 669’333.

      • Besteht das Erbe aus einer abbezahlten (ohne Hypothek) Liegenschaft der Eltern, tut es der Erbengemeinschaft in der Tat weh. Woher nehmen diese die liquiden Mittel für die Ebschaftssteuer?

        • J. Kuehni sagt:

          Wenn die Erben selber nicht (wirtschaftlich) leistungsfähig genug sind, um eine geerbte Liegenschaft zu unterhalten, muss diese eben verkauft werden. Das ist vielleicht emotional bitter, aber der Erlös aus dem Verkauf bedeutet immer noch einen Vermögenszuwachs. Substanzielle Erbschaften sind ein ausdrücklich NICHT durch Eigenleistung verdientes Privileg und es ist nicht einzusehen, warum ausgerechnet die Nutzniesser solcher Erbschaften noch zusätzlich von der Restbevölkerung durch Sonderbehandlung in der Steuerfrage “subventioniert” werden sollen.

        • Ike Conix sagt:

          Also, wie gesagt, diese 2’000 Franken sollten schon noch vorhanden sein (allein der Unterhalt einer solchen Liegenschaft kostet rund 20’000 jährlich).
          Aber was sagen Sie denn dazu, dass heute eine Schwester oder ein Bruder im Kanton Zürich für eine Erbschaft von CHF 2,01 Millionen fast CHF 360’000 Erbschaftssteuern bezahlt?

        • Oreg Meyer sagt:

          Ganz einfach: Sie nehmen eine Kleinst-Hypothek auf.

  60. Hans Meier sagt:

    Die Initianten wollen keine Umverteilung von Vermögen, sondern eine Steuer für Reiche, mit welcher der Konsum der AHV-ler subventioniert werden soll. Nach neueren Theorien soll dieser Konsum die Wirtschaft ankurbeln und auch das Wachstum fördern. Die Linke wollte nie, dass die einkommensschwachen Schichten Vermögen bilden, z.B. durch Aktienerwerb.
    Für die Erbaschaftssteuer müssen die Reichen teilweise produktives Kapital, in Betrieben investiert, liquidieren. Frage: wer kauft die Aktien von Herrn Blocher und Gigi Oeri ausser Scheichen und Oligarchen?

    • Georg Merkl sagt:

      Antwort: Auch Pensionskassen und kleinere Anleger. Eine Möglichkeit ein Unternehmen zu verkaufen ist das Unternehmen an einer Börse zu kotieren und dort können diese dann die Aktien des Unternehmens kaufen. Es ist auch möglich nicht börsenkotierte Unternehmen zu verkaufen (private equity) und auch Pensionskassen legen Ihr Geld in Fonds an, welche in nicht börsenkotierte Unternehmen investieren.

  61. Willi sagt:

    Besonderst lustig an dem Argument der Gegner ist das mit dem 2 mal besteuern. Wenn es keine Erbschaftssteuer gibt wird die MwSt erhöht werden (müssen). Das ist auch eine 2 fach Besteuerung, aber die trifft mehr das gemeine Volch. Ich bin immer wieder erstaunt wie sich die Schweizer Unter- und Mittelschicht um das Wohlergehen der Wohlhabenden kümmert.

    • Adrian Wehrli sagt:

      … wieso muss die Mehrwertsteuer erhoben werden? Wieso müssen wir immer mehr Kohle Staatsverdampfen? Sind Hundeklo, normierte Bananenform und reintegration von ausfälligen Stadtfüchsen wirklich Staatsaufgabe? Wir sollten das mit den Staatsgeldern endlich mal das Moet et Chandon Gut in Frankreich kaufen, was wir da Milliarden für Cüplipolitik sparen könnten …. aber häja, wenn mans selber nicht blechen muss, dann darf man halt schon Jammern.

      • J. Kuehni sagt:

        Der Hundeklo-Erbauer, der Bananen-Grossverteiler und die Stadtfuchs-Experten sind anderer Meinung als Sie, Herr Wehrli. Diese lächerlichen Beispiele haben Sie natürlich nicht zufällig gewählt, trotzdem sollten Sie sich gut überlegen, ob nicht auch ihr eigener Job (oder ihre eigene Firma) von irgend so einer “lächerlichen” Verordnung/Normierung oder gar direkten Subventionierung durch den Staat abhängig ist. Ihre Ausgaben sind immerhin meine Einnahmen und umgekehrt.

        Davon abgesehen: Die Staatsausgaben steigen nicht wegen solcher Kinkerlitzchen (deren Nutzniesser ja auch wieder Steuern bezahlen), sondern weil es aus demographischen Gründen immer mehr Rentner (im Verhältnis zur aktiv arbeitenden Bevölkerung) gibt, weil in unserer hypereffizienten, globalisierten Wirtschaft immer mehr Leute trotz Vollzeit-arbeit kein existenzsicherndes Einkommen mehr erzielen können, und weil dieselben Leute deshalb auch ihre ständig steigenden Krankenkassen-Prämien, Mieten und die überteuerten Lebensmittel nicht mehr ohne Staatsstütze bezahlen können.

        Sie wollen das “Staatsverdampfen” von Steuergeldern substanziell eindämmen? Dann bringen Sie doch bitte Lösungsvorschläge für die obigen, wirklichen Probleme bei, anstatt bloss pauschal über den bösen Staat / die Beamten / die Regulierungen zu jammern. Wir wären Ihnen sehr dankbar!

  62. sandro sagt:

    manche merken’s, manche noch nicht: je sozialer desto unsozialer. sozialsein ist freiwillig, sobald es pflicht wird (und das wird immer mehr von den sozialen angestrebt) wird der sozialhandelnde seine meinung ändern und sich zwangsläufig entsolidarisieren.
    die unheilvolle spirale fäng sich an zu drehen und nun sind wir bereits bei einer sozialistischen erbschaftssteuer angelangt. zwangsenteignung durch den staat aus sozialen gründen. nach dem sp br leuenberg’schen polizeistaat (nur aus sicherheitsgründen…) nun den sozialisierte staat (nur aus gerechtigkeits/gesundheitsgründen…) das unternehmer wie s’meili’s bei diesem verhängnisvollen spiel mitmachen ist nciht nachzuvollziehen. wenn sie zuviel geld haben oder etwas “gutes” tun wollen dann bitte freiwillig und ohne staatlichen zwang. eigenverantwortung statt pflicht!

    • Christoph Gut sagt:

      Die Schweiz wird doch ständig unsozialer: Arbeit wird steuerlich be-, Kapital und Gewinne aus Kapital entlastet.
      Zudem: es wäre wünschenswert, wen man mit vollem Namen für seine Argumente hindrehen würde.

    • Willi sagt:

      “sozialsein ist freiwillig,”
      Ah so, ja dann.

    • J. Kuehni sagt:

      Ihren “Sozialismus”-Quatsch können Sie wieder einpacken.

      Eine adäquate Besteuerung der Grossvermögen der alten Feudalherren gehörte integral zu den bürgerlichen Revolutionen vor 200 Jahren (explizit auch mit Hilfe von Erbschaftssteuern). Chancengleichheit und Leistungsprinzip gehören (angeblich) zum Kernbestand jeder liberalen Wirtschaftsordnung und das verträgt sich eben schlecht mit dem leistungslosen “erben” von Geld, Macht und Position. Wir reden ja hier nicht von sauer ersparten Notgroschen, sondern von Riesenvermögen bis zu mehreren Milliarden. Und wir reden auch nicht von irgendwelchen sozialistischen Experimenten, sondern bloss von der Wiedereinführung einer Steuer, die bis vor einer Dekade auch in der strunzbürgerlichen Schweiz selbstverständlich war.

      Nein, 25 Jahre nach der Implosion des “real existierenden” Sozialismus brauchen sich die irrelevant gewordenen Restsozis nicht mehr zu erklären. Vielmehr müssen uns Leute wie Sie erklären, warum Sie so unbedingt zurück ins Mittelalter wollen, mitsamt Feudalherrschaft, Erbaristokratie und Untertanentum für die grosse Masse.

  63. Peter Müller sagt:

    Erstens eine Richtigstellung: 1,5 % haben eine Vermögen von über 2 Mio.. Das heisst aber nicht, dass 1,5 % betroffen sind. Vererbt der Vermögende im Schnitt an 3 Erben, sind also schon vier betroffen, hochgerechnet sind das 6 %. Hinzu kommt, dass die den Cashabgang einige KMU sparen müssen, Menschen entlassen, gibt noch mehr betroffene, weit über 10 %. Zweitens: Steuern müssen sinken. Einst lieferte man den Zehneten ab. Heute zahlt man Einkommens-, Vermögens-, Stempel-, Mehrwert- etc. -steuern und zig Gebühren. Die Staatsquote steigt städig, sollte dringend wieder auf Stand der ca. 70er Jahre fallen.

    • Thomas Marti sagt:

      Im Text steht geschrieben dass mit zwei Erben gerechnet wurde. Statistik sagt 1.5 Kinder pro Frau. Wieso sind vier Betroffen wenn drei Erben vorhanden sind. Nur die drei betroffenen Erben bekämen eventuell weniger. Wenn zwei Erben gleich zu setzten sind mit 1.5 % der Bevölkerung , was für eine Zauberformel wenden Sie da an aus drei Erben 6% zu generieren.

      • Marcos sagt:

        Natürlich sind 1.5% betroffen, denn auch Personen die nicht vererben können mehr als 1 Kind haben.

    • Oreg Meyer sagt:

      Die Geburtenrate liegt bei 1.51 Kindern pro Frau. Da ist die Annahme des Artikels von durchschnittlich 2 Erben schon grosszügig, ihre 3 hingegen völlig unrealistisch.

      Der Initiativtext sieht für Unternehmen ausdrücklich einen höheren Freibetrag und einen geringeren Steuersatz vor als für die übrigen 99,5% der Bevölkerung, “damit ihr Weiterbestand nicht gefährdet wird und die Arbeitsplätze erhalten bleiben.” Das Initiativkomitee spricht von 50 Mio. Freibetrag und darüber 5% Steuern. Das rechts dominierte Parlament wird sicher nicht weniger grosszügig umsetzen.

      Die 1,5% Betroffene sind also eher eine Obergrenze.

    • J. Kuehni sagt:

      Sie omittieren (wie üblich) ein paar wichtige Details: Steuern und Abgaben steigen bloss für die lohnabhängige Mittelschicht, während sich Konzerne und Kapitaleigner seit einigen Jahrzehnten einer im historischen Vergleich sehr tiefen Besteuerung erfreuen dürfen (und sogar der Restsatz lässt sich ja bekanntlich in LUX oder anderswo wegoptimieren). Gleichzeitig bleiben die Konzerne für ihre Gewinne auf hochentwickelte physische und geistige Infrastrukturen angewiesen, für die aber bloss die “kleinen Leute” bezahlen sollen. Längerfristig geht das nicht auf und die öffentliche Verschuldung lässt sich eben zu einem guten Teil auf entgangene Steuereinnahmen unter dem ideologischen Diktat der “Supply-Side-Vodoo-Ökonomie” der letzten 30 Jahre zurückführen.

  64. Augur88 sagt:

    Die BBC-Dokumentation “The super rich and us” gibt einen guten Eindruck auf das, was auf uns zukommen wird.

  65. Arthur Spieser sagt:

    Die Befürworter argumentieren immer wieder, dass der Erbempfänger Vermögen ohne eigene Leistung erhält. Ja, was macht denn der Staat? Die Leistungen des Staats habe ich über viele Jahre mit progressiven Einkommenssteuern, welche Lohn, Zinsen, Dividenden und Mietzinseinnahmen erfassen, mit Vermögens- und Mehrwertsteuern etc. bereits laufend abgegolten.
    Als Selbständigerwerbender zahle ich über 10 % in die AHV, ohne nur annähernd einen Teil dieser Zahlungen je wieder zu erhalten. Leiste ich ja gerne als Sozialbeitrag. Aber irgendwann ist das Fass voll. Ein weiterer Grund für ein NEIN ist die Rückwirkungsklausel. Die Spielregeln dürfen nie, nie rückwirkend geändert werden.

    • Stadelman Reto sagt:

      Nein Herr Spieser, ich argumentiere nicht damit, dass Erbempfänger keine Leistung erbracht hätten. Wie könnte ich auch? Ich kenne diese Personen ja nicht. Ich argumentiere damit, dass die immer grösser werdende Vermögensscheere eine Gefahr für unsere Gesellschaft darstellt.
      Das hat nichts mit dem Staat zu tun (der das Geld übrigens mehrheitlich gar nicht erhält, sondern die AHV). Es ist schlicht eine logische Konsequenz aus der momentanen Entwicklung. Und die Statistiken die hier präsentiert werden sprechen ebenfalls eine deutliche Sprache.

  66. Oops! Die Nebenwirkungen vergessen... sagt:

    Dieser Beitrag von Fachhochschul- und Universitätsvertretern ist qualitativ beschämend. Drei Hauptaussagen werden in den Raum gestellt:
    1. “Vermögen sind sehr ungleich verteilt”.
    2. “Von der Erbschaftssteuer-Initiative sind nur wenige (100’000) betroffen”
    3. “Die Erbschaftssteuer generiert 1 Mrd zusätzliche Einnahmen”

    Das ist eine rein statische Analyse und berücksichtigt in keinster Weise die dynamischen Prozesse, die in der Realität dadurch ausgelöst werden: Nach Annahme der Erbschaftsteuer würden nämlich einige dieser 100’000 Betroffenen ihren Steuersitz nach Monaco, London oder sonstwohin verlegen. Nicht einmal der Bau einer Mauer könnte dies verhindern. Die Initianten hätten somit erreicht, dass einige der potentesten Steuerzahler keine Steuern mehr in der Schweiz bezahlen. Wird der Netto-Effekt der Erbschaftsteuer damit nicht massiv negativ? In die obige Untersuchung gehört deshalb zwingend auch die Variable “Abwanderungswahrscheinlichkeit der Betroffenen”.
    Die positive Auswirkung der Abwanderung der besten Steuerzahler liegt wohl ironischerweise nur darin, dass danach die verbleibenden Vermögen mit Sicherheit gleicher verteilt sind als zuvor, insgesamt allerdings auf viel tieferem Niveau. Wie kann man nur so bescheuert sein, solche Prozesse in Gang setzen zu wollen?
    Zum Glück hat das Schweizer Volk stets bewiesen, dass es viel weitsichtiger ist und solche Prozesse besser versteht.

    • Georg Merkl sagt:

      Ooops da hat jemand die Möglichkeiten zur Ausgestaltung einer Erbschaftssteuer vergessen. Wenn Sie sich in den Erbschafts- und Nachlasssteuern verschiedener Staaten auskennen würden, dann wüssten Sie, dass manche Staaten das geerbte Vermögen dort besteuern, wo die geerbte Liegenschaft liegt oder wo das geerbte Unternehmen seinen Sitz oder Betriebsstätten hat. Wenn Sie Aktien eines US-Unternehmens besitzen unterliegen diese der US-Erbschaftssteuer, wenn die US-Steuerbehörde erfährt, dass Sie verstorben sind. In so einem Fall hilft es einer Person nicht, welche in der Schweiz befindliche Liegenschaften oder Unternehmen erbt in einen Staat zu ziehen, wo es keine Erbschaftssteuer gibt, weil die Schweiz dann in der Schweiz befindliches Vermögen trotzdem mit einer Erbschaftssteuer besteuern kann. Abgesehen davon, sind manche Staaten clever genug eine sogenannte Wegzugssteuerung einzuführen, sodass man höhere Vermögen schon besteuert, wenn jemand ins Ausland zieht und dann einfach im Steuergesetz den Tod fiktiv auf das Datum des Wegzugs vorzieht.

      • Adrian Wehrli sagt:

        … kein Staat kennt Vermögenssteuer UND Erbschaftssteuer. Zudem können alle Assets liquidert und verschoben werden, dann darf mir der clevere Staat gerne den cleveren Allerwertesten. Das gilt zumindest für die Schweiz, als US Bürger sind sie tatsächlich im Eimer, denn Uncle Sam lässt seine Kinder nie ziehen. NIE.

        • Willi sagt:

          Es gibt auch keinen zweiten Staat der die direkte Demokratie der Schweiz hat. Sollen wir die deshalb jetzt abschaffen?

    • Oreg Meyer sagt:

      Grossbritannien hat schon heute eine Erbschaftssteuer und auch die allgemeine Steuerbelastung ist dort höher als bei uns.

      Die Schweiz hat so viele Standortvorteile gegenüber anderen Ländern, dass die Frage der Erbschaftssteuer kaum zu grosser Abwanderung führen wird.

  67. Gregory Wyss sagt:

    Sehr schön dargestellter und detaillierter Datenblog!
    Leider müssen die Schweizer zuerst einsehen dass es auch den Reichen besser gehen würde wenn die Armen mehr hätten, wie ein weiser Mann namens Mani Matter schon weiterzugeben versuchte. Dazu müsste man jedoch über seine Nasenspitze hinaus sehen können…

  68. yonatan christoph-wyler sagt:

    Sie sollten sich dafür schämen so egoistisch und gierig zu sein mit dem Geld, von dem sie sowieso mehr als genug haben. Ausserdem ist die Allgemeinheit der Schweiz nicht sozialistisch, sondern rechtsgerichtet und konservativ. Wenn ich Menschen so reden höre wie Sie, schäme ich mich für meinen Schweizerpass.

    • Res Raschle sagt:

      Das kann nur als Witz gemeint sein, Herr Christoph-Wyler – oder verstehe ich Sie wirklich falsch? Aber die krasse Verdrehung, wonach die Nichtreichen die Egoisten sind, ist keine lustige Pointe. Um den Leuten die wirklich dramatischen Verhältnisse in den Bereichen Einkommen und Vermögen ins Bewusstsein zu rufen, sollte man sich besser Witze einfallen lassen. Ferner übersehen Sie, wie die meisten, dass es gar nicht nur um eine individuelle Sache geht, sondern die Frage, was die Konzentration von Reichtum für gesellschaftliche Folgen hat (Finanzierung von Abstimmungskampagnen, Kauf von Zeitungen – um nur zwei auf der Hand liegende zu nennen.) Denken, nicht witzeln, Herr Christoph-Wyler

    • seebueb sagt:

      Sie sollten sich schämen, so geizig und egoisisch zu sein.

      Tip:
      Sozialismus ist was völlig anderes. Google hilft.

  69. Peter Frick sagt:

    Danke für diese detaillierten Zahlen des Kantons Bern. Sie zeigen, dass die Gegnerschaft unsachlich operiert.

  70. romeo sagt:

    “Durch die Steuer werden also Reiche ärmer und Arme reicher.”
    Das ich nicht lache.. typisches Sozi-Argument. Es geht den Linken nicht darum, Lücken zwischen arm und reich zu schliessen, sondern dafür zu sorgen, dass am Ende alle wenig haben – und die PolitikerInnen weiterhin vollmundig ihre nicht zu finanzierenden Versprechen machen können – um an der Macht zu bleiben.

  71. Fantic sagt:

    @Hans Peti: na dann hoffen wir alle auf ein Ja, dann schlagen wir zwei Fliegen auf einmal….

  72. Rolf Halt sagt:

    CH = Vermögenssteuer
    D = Erbschaftssteuer
    ——————————————————
    SP = Vermögenssteuer + Erbschaftssteuer

    • Res Raschle sagt:

      Uiiii, Herr Halt, kürzer gehts nimmer, verzerrender auch nicht. Was machen Sie mit all den Liberalen, die das liberale Anliegen einer Erbschaftssteuer unterstützen?

  73. Müller sagt:

    Herrlich, Herr Namensvetter. Solche Staatsbürger schätzen wir Normalverdiener und -verbraucher..
    Schade, dass Sie von den allen zugute kommenden Vorteilen unseres BÜRGERLICHEN Staates
    x-fach profitieren dürfen. Vieelleicht setzen Sie sich ab nach Griechenland…

  74. Marc Bornand sagt:

    Super, lieber Tagi das ist ein herrlich unaufgeregter Artikel über eine interessante Abstimmungsvorlage. Ein Artikel mit Mehrwert weil sich jemand die Mühe gemacht hat Daten aufzubereiten, diese nicht wertet oder interpretiert und noch dazu genau deklariert wie er das gemacht hat. Es wird informiert und jeder kann sich selber eine Meinung bilden. Dass jeder immer herausposaunen muss was er abstimmt und aus welchem Grund die nächste Abstimmung wieder ein Seich ist wäre nämlich garnicht nötig. Weiter so!

    • Max maurer sagt:

      Ich möchte mich diesem Lob anschliessen!

      Und ja die Analyse hat eine Reihe von Unzulänglichkeiten – aber der Autoren machen sich zumindest die Mühe, diese auch aufzuzeigen.

  75. Gustav sagt:

    Und was ist mit der Schenkungssteuer? Freibetrag 20’000.-? Wie viele Leute wären potentiell davon betroffen?

    • Christoph Gut sagt:

      Sicher nicht mehr als auch beim Verberben betroffen wären. Man kann nicht mehr Verschenken als man Vermögen hat.

    • Thomas Marti sagt:

      Alles was 20000 CHF überschreitet ,wird nicht vergessen sondern wird dann später beim Todesfall noch dazugerechnet.
      Jedoch bedeutet das nicht, dass Sie für einen Betrag über 20000 CHF Steuern bezahlen müssen. Erst wenn dass Erbe 2 Mio wäre dann müssten Sie auf diesen geschenkten Betrag die 20% bezahelen.

      • Gustav sagt:

        Abs. 1 des Initiativtextes:
        Der Bund erhebt eine Erbschafts-und Schenkungssteuer

        Abs. 3:
        Freibetrag für Schenkungen bis 20’000.- pro Jahr.

        Das heisst: jede Schenkung über 20’000.- pro Jahr ist mit 20% zu besteuern.

        Wieso ist davon in der ganzen Diskussion nie die Rede?

        • Thomas Marti sagt:

          Ein Auszug aus dem initiativ Text.
          Welcher jetzt hoffentlich ihre Behauptung widerlegt.
          Der Steuersatz beträgt 20 Prozent. Nicht besteuert werden:

          a. ein einmaliger Freibetrag von 2 Millionen Franken auf der Summe des Nachlasses und aller steuerpflichtigen Schenkungen;

      • Stefan Lehmann sagt:

        Die Schenkungssteuer wird beim Schenker oder bei der Schenkerin erhoben.

  76. Gian sagt:

    BIP ist die Wertschöpfung pro Jahr
    Vermögen ist Besitz => man kann nicht behaupten Griechenland wäre gleich viel wert wie Bern

    Das BIP von Bern ist laut BFS http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/04/02/05.html ca 75 Mia.

  77. Robert Karlen sagt:

    Reiche Menschen sind für eine Wirtschaft wichtig, verfügen sie doch über das Kapital, welches sie in Unternehmen investieren und damit Arbeitsplätze erhalten/schaffen und aufgrund der Steuerprogression hohe Steuerbeträge abliefern, nämlich in der Schweiz zahlen 1% der Steuerzahler 41% und die 10% mit den höchsten Einkommen knapp 80% des Staatshaushalts.

    • Oreg Meyer sagt:

      Für Investitionen ist es völlig unerheblich, ob das nötige Kapital einer Person gehört oder auf 10’000 Personen verteilt ist (z.B. über die Börse oder Bankeinlagen).

    • Daniel Berger sagt:

      Reiche Menschen sind für eine Wirtschaft richtig.
      Sagen Sie diesen Satz auch wenn Sie auf der Strasse leben und ein paar Fränkli Sozialhilfe kriegen, währenddem auf der Strasse pausenlos SUVs vorbeibrauschen.

  78. Andreas Stalder sagt:

    Interessant ist, dass obwohl nur eine verschwindend kleine Minderheit (nicht mal 2%) aller Einwohner von der Initiative direkt betroffen wäre, doch mit einem Nein zu rechnen ist. Dies aus dem einfachen Grund, weil mit dem Verlust von Arbeitsplätzen gedroht wird. Dabei sei an die Sika-Erben erinnert, welche jetzt einen Milliarden-Gewinn machen werden, vollständig steuerfrei und die Arbeitsplätze doch – zumindest zum Teil – verschwinden dürften, wenn auch erst nach 2 Jahren. Weshalb verhilft die “arme” Mehrheit der reichen Minderheit dazu? Wohl damit sie weiterhin zu absoluten Tiefmietpreisen in deren Immobilien wohnen dürfen. Ironie Ende.

    • Bald64 sagt:

      Die immer wieder in der Presse herumgeisternden 2 % sind falsch!
      Die Statistik erfass nicht:
      1. ausbezahlte Altersvorsorge 2.+3. Säule,
      2. Immobilien zum Verkehrswert
      3. Wert der KMUs (der 50 Mio. Freibetrag steht nirgends im Initiativtext)
      Mancheiner wird’ sich bei einer allfälligen Annahme noch wundern, wenn er in die Kategorie der 2% fällt!

      • Stefan sagt:

        Ich werde dereinst wohl in die 2% fallen. Vermögen der Eltern geschätzte 5 Millionen (vorwiegend Liegenschaften). 5 Kinder. 20% von 3 Mio macht 600’000 Franken Steuern. Bleiben 4,4 Mio zum Verteilen.
        Erbe ich 880’000 Stutz statt eine Million, für die ich keinen Finger gerührt habe.
        Ich kann meinen Lebensunterhalt heute gut bestreiten, habe ein sicheres Einkommen, ein Auto, ein Einfamilienhäuschen. Meine Eltern sind über 70, gesund, bis sie sterben gehe ich hofffentlich gegen das AHV-Alter zu.
        Was brauche ich dann noch eine Million zusätzlich? Die Steuer ist fair und verhältnismässig.

        • Brigitte sagt:

          Danke Stefan für dieses Statement! Du argumentierst genau wie ich. Weil ich nie zu den 2% gehören werde, hat es bei mir (leider) weniger Gewicht.

      • Tom Meier sagt:

        Wird er sich nicht – weil er zu diesem Zeitpunkt nämlich tot ist. Höchstens die Erben werden sich dann wundern.

      • Hansfranz sagt:

        Bald64 da fehlt noch mehr:
        Neben Immobilien, auch Bauland, da werden dann noch einige Bauern auf den Boden kommen.
        Dann Wertgegenstände , Sammlungen, von Picasso bis Bugatti, Antike Gegenstände.
        Das gibt dann wieder ein gieriges Geläufe von Siegelungsbeamten wie vor Jahrzehnten.
        Zusammen mit Notariatskosten und ev. Gerichtskosten könnten sich durch diese Zusatzkosten noch rechte Beträge ergeben.
        Wenn Sie noch die Liegenschaften verkaufen müssen fallen dann noch Liegenschaftsgewinnsteuern, und Verkaufskosten an.
        Familien AG’s müssen ev, Aktien verkaufen um die Steuern bezahlen zu können ( Bei Firmen wie Ypsomed bringen da selbst Freigrenzen von 50Mio nicht viel!)
        All das gibt zwar Arbeit und Verdienst, ob das für Firmen alle 20-30J. gut ist, ist eine gaaanz andere Frage!

        Zahlen werden da aber auch einige nicht Arbeitgeber die nicht zu den 2% gehören. Die vor allem Liegenschaften haben und dann plötzlich halt 2-3x mehr eingeschätzt werden. Aber woher die Steuern wenn das Geld in den Liegenschaften steckt. Da werden sich die Mieter wohl daran beteiligen müssen, schliesslich ist ja der Mehrwert amtlich bestimmt worden.
        Da haben sich dann halt einige Neider zu früh gefreut.
        Aber das ist nur Nebengeräusch, Frage ist was die Reichen 2% machen würden, was neben den verschobenen Arbeitsplätzen sonst noch verreist. Ich will es nicht probieren!

  79. Alexander Kressig sagt:

    Das ist sehr interessant und würde man nur die Zahlen berücksichtigen, gäbe es nicht wirklich einen Grund gegen die Erbschaftssteuer zu stimmen. Die Gegner der Initiative haben es aber geschafft, die Diskussion auf eine emotionale Ebene zu verlagern und damit die ganzen staatskritischen Polterer vom Stammtisch abgeholt. Es wird suggeriert, dass der Staat sich wieder schamlos bedienen will, bei jedem, obwohl die Zahlen deutlich zeigen, dass dem nicht so ist. Hinzu kommt noch die wahrscheinlich perfideste Manipulation, den Menschen unterzujubeln, dass sie dann auch zur Kasse gebeten würden, wenn sie denn einmal reich wären. Wir alle wissen, wie gut das funktioniert. Mit dieser Hoffnung, irgendwann auch zu den oberen Zehntausend zu gehören, lässt sich seit Jahrzehnten in den USA und Europa so gut wie alles abschmettern, was immer nur 1 bis 2% der Bevölkerung betroffen und der Mehrheit gedient hätte. Die Hoffnung siegt gegen jede Realität; obwohl es für die meisten Schweizer wahrscheinlich ist vom Blitz getroffen zu werden als Millionär zu werden. Trotzdem zusammen mit etwas Sozialneid, „davon werden doch nur wieder die ganzen faulen Sozialhilfebezüger profitieren“, etc., ist es eine viel effizientere Strategie als jede Statistik oder rationales Argument.

  80. von Ah Carl sagt:

    Was dabei immer ausgeblendet wird, ist, dass die 5% Reichsten 80% des privaten Steueraufkommens generieren und das ca. 30 % (je nach Kanton) der Steuerpflichtigen gar keine Steuer bezahlen.

    • Hirschi Lukas sagt:

      Diese 30% bezahlen alle auch 8% Mehrwertsteuer. Zudem sind sie wahrscheinlich bei den oberen 5% zu nicht existenzsichernden Löhnen angestellt.

    • R. Pondre sagt:

      Carl, das ist ein Argument für garnichts. sollen wir den Reichen wohl noch dankbar sein dass sie überhaupt etwas bezahlen?

      Was dabei immer ausgeblendet wird: Wenn die obersten 5 % bis zu 99% Ihres Reichtums an die übrigen 95% zu gleichen Teilen abgeben, zahlen 100% der Bevölkerung genausoviel Steuern wie immer. Aber es geht 95% der Bevölkerung um über 750 Milliarden Franken besser,

      DAS ist ein Argument für die Enteignung der 5%!

  81. Andreas Tase sagt:

    Die Aussage “Kein Betrieb käme demnach über der Grenze von 50 Millionen zu liegen, welche die Initiative für die Besteuerung vorsieht.” ist eine grobe Irreführung. Die 50 Millionen sind im Initiativtext nirgends erwähnt, sondern sind nachträglich als Vorschlag dazugekommen. Ob das Gesetz entsprechend ausgestaltet wird oder ob die kantonalen Vertreter (Ständerat), der seine finanziellen Felle davonschwimmen sieht, so grosszügig sind oder am Ende nur einen Bruchteil der 50 Millionen als KMU-Freigrenze klassiert, ist völlig offen.

    • Die bürgerliche Mehrheit im Parlament wird mit Bestimmtheit die Freigrenze sehr grosszügig bemessen.
      Betriebsvermögen kann man von mir aus ganz befreien sofern es während einer bestimmt Frist weiter besteht.
      Als Gegenstück zur Erbschaftssteuer sollte man die Vermögenssteuer abschaffen, wie es in fast ganz
      Europa der Fall ist, weil die Vermögen eh nicht voll und gerecht erfasst werden können.
      Wer gibt schon seinen “Hodler”, “Erni” oder “Paul Klee” oder ähnliches als Vermögen an.

  82. Hans-Peter Müller sagt:

    Wenn dieser Mist kommt, bin ich und meine Familie weg. Nichts aber rein gar nichts soll der dann äusserst sozialistische Staat von mir bekommen. Ich bin clever genug, dem Sozis ein Schnippchen zu schlagen. Meine, natürlich aufs Äusserste LEGAL optimierte Steuern, sollen der sozialistischen Allgemeinheit der Schweiz genügen.

    • Sabine Blaser sagt:

      Dann gehen Sie doch weg – irgendwo wo Sie in Frieden Ihr Geld zählen können.

    • Hans Wegmann sagt:

      Lieber Herr Müller,soll mich ihre Drohung nun von meiner Ja-Stimme abhalten? Entweder sind sie genug reich um sich einen Deut um diese Steuer zu scheren oder aber sie sind so naiv zu denken es betreffe sie dereinst selber.

    • Ralf Schrader sagt:

      Vergessen Sie das aber nicht. Versprochen ist versprochen. Solche wie Sie werden nirgends gebraucht.

    • adam gretener sagt:

      Dann viel Spass im Ausland. Aber den Pass gleich mit abgeben bitte. Und viel Spass mit den Doppelbesteuerungsbakommen. Herr Müller zeigt uns sehr aufschlussreich, wie sich 1,9% der Bevölkerung dahin aufmachen, den Rest der Schweiz zu erpressen.

    • Markus Eisenring sagt:

      Abgesehen davon, dass Sie, Herr Müller, auf kein einziges der oben angeführten Argumente oder auf die statistisch belegten Fakten eingehen, kann ich nur hoffen, dass Sie im Ausland, sei es auf den Bahamas oder in Kasachstan, glücklich werden. Dort, in einem Reichenghetto, sind Sie vor Armen und Neidern – und vor allem vor einem räuberischen Staat – bestens geschützt. Ihre Kinder, sofern sie noch in der Familie leben, werden Ihnen sicher ein Leben lang dafür danken, dass sie von Ihnen aus der sozialistischen Schweiz und von all ihren Freunden befreit wurden. Bye Bye and Good luck!

    • Ruedi Stenz sagt:

      Schicken Sie dann aber bitte eine Postkarte!

    • Tinu Kelle sagt:

      Und, wohin wollen Sie gehen? es gibt nur eine Gerechtigkeit: Das letzte Hemd hat keine Taschen und wenn, man kann trotzdem nichts mitnehmen. Viel Vergnügen beim Umzug

    • Olivier Röllinq sagt:

      Nun, falls die Erbschaftssteuer kommt, dann gehen Sie halt. Geben Sie aber konsequenterweise auch Ihren Pass ab. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg, wo immer Sie dann auch abhauen. Und können Sie mir mit wenigen Worten definieren, was Sie unter “sozialistisch” verstehen? Oder benutzen Sie einfach dieses Modewort, mit dem sich alles geisseln lässt, das einem nicht passt.

    • Stefan W. sagt:

      Viel Spass in Aethiopien, oder wohin immer Sie auswandern wollen, kann ich Ihnen und Ihrer Familie da nur wünschen. Mal sehen, ob es Sie dann glücklich macht, in einem Reichenghetto zu leben und für Ihre Sicherheit selber verantwortlich zu sein.
      Ich möchte lieber in einem Staat leben, in dem alle einen fairen Anteil des Wohlstands bekommen, an dessen Erarbeitung sie beteiligt sind, und die sich deshalb nicht nur als “Insassen”, sondern auch als Mitgestalter der Gesellschaft verstehen, in der sie leben. Der soziale Friede ist ein wesentlicher Standortvorteil der Schweiz. Wenn der erst mal weg ist, dann nützen Ihnen Ihre Millionen auch nichts mehr.

    • roland sagt:

      Herr Müller: Ich gehe davon aus, dass sie keine 2 Millionen besitzen, und keine Firma mit einem Wert über 50 Millionen. Somit können Sie sich die Aufregung sparen. Egal ob die Initiative angenommen wird oder nicht.

    • Peter Rübensam sagt:

      Ich hoffe, dass die Initiative angenommen wird, nur rein schon darum, dass solche Subjekte dann die Schweiz (angeblich) verlassen. Wohin sie allerdings gehen werden ist mir nicht ganz klar. In gesamt Westeuropa würden sie nicht mehr so pfleglich behandelt werden wie in gewissen Dumping-Kantonen in der Schweiz.

    • Daniel Berger sagt:

      Klever genug egoistisch zu sein und der Schweiz zu schaden. Was ist Ihnen denn die Schweiz wert, wenn Sie bei einer kleinen Umverteilung bereits weg gehen wollen. Haben Sie nicht das Gefühl, dass Ihnen ihr Geld wichtiger ist als die Schweiz an sich? Haben Sie gemerkt, dass Sie kaum mehr Kontakt mit ihren Nachbarn haben und Sie nur noch der Konsum freudig stimmt? Würde es Ihnen entsprechen, wenn man auch die Sozialhilfe und die AHV abschaffen würden, da dies auch nur der “sozialistischen Allgemeinheit” dient? Lieber Herr Müller, von diesem “Mist” sind lediglich 1.5% der reichsten Bürger im Kanton Bern betroffen. Fühlen Sie sich doch glücklich, dass Sie dazu gehören und motzen Sie nicht nur rum. Und verstehen Sie, wenn die 98.5% anderen dies (leider nur teilweise) anderes sehen…

    • Schneider sagt:

      Lieber Herr Müller
      Wohin wollen Sie dann gehen? Im Ausland dürfen Sie auch Steuern zahlen. Vielleicht dann auch noch auf Kapitalgewinnen und Dividenden aus Kapitalreserven. Ich finde die Erbschaftssteuer wie übrigens auch Bill Gates und Warren Buffet gar nicht so dumm. Wollen wir eine Gesellschaft, bei der sich Leistung lohnt oder wollen wir eine Gesellschaft, die bald nur noch ihre ererbten Vermögen “verwaltet” und “optimiert”.
      Freundliche Grüsse
      Franz Realist

    • Role sagt:

      Und wohin würden Sie dann gehen? Würden Sie dort glücklicher? Wären Ihre Kinder sicher? Für mich zählen diese Faktoren noch mehr. Allerdings werden meine Erben auch nicht steuerpflichtig – es bleiben kaum zwei Millionen netto…

    • Viktor sagt:

      Toll was sie da schreiben “Äusserste LEGAL optimierte Steuern”!
      Gehe mal davon aus, dass sie natürlich, wenn Unternehmer, “Äusserste LEGAL optimierte Arbeitsplätze und Löhne bezahlt haben: Heisst auf Äusserste LEGALE Weise auf den Buckeln von den so von ihnen Genannten SOZIS Reichtum aufgebaut haben, oder?
      Oder verstehen Sie unter Äusserste LEGAL optimierte, wie BR Schneider-Ammann mit Hilfe der Kantonalen Steuerbehörde in Luxemburg?
      Oder wie die Steuerreform II, wo das Volk belogen wurde und das Bundesgericht das Ganze legalisierte, von wessen Richtern?
      Oder Wie Blocher in Chippis und noch weiteren Firmen, wie mit Hilfe von Ebner?

    • Bald64 sagt:

      Sie müssen gar nicht soweit gehen. Waldshut genügt. Da wird keine Vermögenssteuer und keine Erbschaftssteuer eingezogen!

      • adam gretener sagt:

        Da wären Sie also noch überrascht. Deutschland kennt die Erbschafts- und Schenkungssteuern bereits seit 1908.

      • Bald64 sagt:

        Ich will ja auch nicht weg! Ich zahle Vermögenssteuer und stimme bei der Erbschaftssteuer am 14.6.2015 NEIN!

      • bald64 sagt:

        Soviel ich weiss, kennt Deutschland keine Erbschaftssteuer für Ausländer!

      • Antelma Giger sagt:

        Wenn der Erblasser nicht Deutscher ist, so besteht eine so genannte beschränkte Erbschaftsteuerpflicht, die sich ausschließlich auf das in Deutschland vorhandene Vermögen im Nachlass bezieht. d.h. man mietet kurz vor dem Tod eine Wohnung in Waldshut und entgeht somit der Erbschaftssteuer.

        • wang sagt:

          @Giger, ja man mietet sich eine Wohnung in Waldshut, muss aber auch den SFR in Euros umdefinieren und bei der Bank in Waldshut sein Geld anlegen. Denn alles was sich in der Schweiz befindet als Vermögen, würde mit dem CH Steuergesetz abgehlandelt.
          Man gewinnt also nichts dabei. Ich bin für ein dickes JA – bin mir aber bewusst, dass es bereits genügend Wirtschafts-Steuer-Anwälte gibt, die bereits für ihre vermögende Klientel schon die Lücken im neuen Gesetz kennen und auch anwenden werden. Immerhin bleibt noch Zeit bis 2017.
          Ich denke da an Trusts, Familienstiftungen und komplizierte Konstrukte.

    • Nico Remy sagt:

      Die Schweiz sozialistisch? Guter Witz! Nur weil man Falsches immer wieder wiederholt wird es nicht wahrer. Dass Sie und ihresgleichen immer nur von der Infrastruktur und den guten Verhältnissen hier profitieren aber der Allgemeiheit nichts zurückgeben wollen, zeigt ihren egoistischen und geizigen Charakter. Gehen Sie doch woanders hin. Die meisten Maulhelden die mit Wegzug drohen haben sowieso nie den Mut wirklich zu gehen. Das hiesse nähmlich sich der Konsequenzen seines Handelns bewusst zu werden. Z.B. dass Sie dann möglicherweise hinter Stacheldraht und hohen Mauern in sogenannten Gated Communities leben müssen.
      Für mich liesst sich ihre Wegzugsdrohung als grossartiges Argument für die Erbschaftssteuer. So zu sagen 2 Fliegen mit einer Klatsche!

    • J. Wigger sagt:

      Ich bin noch so froh, wenn sie gehen – und mit ihnen alle andern Egoisten und Profiteure. Solche Leute wie Sie haben in der Schweiz mit ihrer traditionell solidarischen Gesellschaft wirklich nichts verloren. Aber bleiben Sie und Ihre Familie dann bitte der Schweiz wirklich dauerhaft fern – und verlagern nicht nur Ihren Briefkasten.

    • Manfred Meister sagt:

      Wo wollen Sie denn hin, lieber Herr Müller? Die Erbschaftssteuer in den Ländern rund um die Schweiz ist oft höher und beginnt meistens schon beim ersten Franken und nicht erst über 2 Millionen. Ausserdem sind die normalen Steuern schon deutlich höher als bei uns, von der Mehrwertsteuer gar nicht zu sprechen.

      Ich bin ja auch alles andere als begeistert und hoffe auf ein starkes Nein an der Urne, aber auswandern werde ich deswegen dann doch nicht.

    • Theresa Mory sagt:

      Das ist doch mal eine Versprechen, Herr Müller (und für mich DAS schlagende Argument, um die Initiative anzunehmen ;-)…). Allerdings weiss ich natürlich, dass nur der kleinste Teil der “Wahlversprechungen” auch wirklich eingehalten werden – leider. Obwohl: am Stammtisch eines Schweizerclubs in Südamerika oder im Fernen Osten könnte ich mir Sie mit ihrer markigen Sprücheklopferei ganz gut vorstellen…

    • Christian Moser sagt:

      Alle schreien “Sozialismus!” Dies ist ein rein emotionaler Kampfbegriff der inhaltlich NICHTS zur Diskussion beiträgt. Als stünden wir an einer Line, und wird sie überschritten, gibt’s Gulag für die einen und unerwarteter Nahschuss für die andern. Das Sozialismus-Totschlagargument ist einer demokratischen Diskussion unwürdig.

      Wir haben heute nicht keine Steuern und nach der Abstimmung werden alle enteignet. Es geht um eine Feinjustierung innerhalb unseres Systems. Ausser dem Kanton Schwyz kennen heute ALLE Kantone eine Erbschaftssteuer. Sind die anderen Kantone deshalb sozialistisch oder waren es bei Einführung der Steuer? Nur vier Kantone kennen eine Erbschaftssteuer für direkte Nachfahren. Aber auch in diesen können sie die politischen Verhältnisse nicht ernsthaft als Sozialismus bezeichnen. Das Beispiel der Waadt zeigt zudem, dass sich auch reiche Ausländer in Kantonen mit Erbschaftssteuer nicht zwingend unwohl fühlen müssen.

      Dass die Erbschaftssteuern in den Kantonen in der letzten Zeit stark eingeschränkt und reduziert wurden, ist nicht, weil die Kantone diese Steuer plötzlich als sozialistisch erkannt hatten. Sondern weil sich Kantone beim interkantonalen Steuerwettbewerb lieber in einem Nullsummenspiel gegenseitig reiche Rentner abjagen, statt attraktive fiskalische Bedingungen für die Entstehung von neuem Wohlstand zu schaffen. Die Erbschaftssteuer auf Bundesebene zu regeln, ermöglicht den Kantonen, ihre Bemühungen auf produktivere Aspekte des Steuerwettbewerbs zu lenken.

      Bedenken Sie: Auch nach einer Annahme der Initiative werden mehrheitlich bürgerliche, gegenüber der Initiative ablehnend eingestellte Parlamente über Bundes- und Kantonsbudgets befinden. Mit dem zusätzlichen Geld könnten diese Parlamente dann entweder andere Steuern senken, die Ausgaben erhöhen oder eine Mischung von beidem wählen. Was werden diese bürgerlichen Parlamente dann wohl in erster Linie tun? Im Vergleich zu vielen anderen Steuern ist eine Erbschaftssteuer nicht nur bezüglich Chancengleichiet sondern auch bezüglich Anreize zu Leistungsbereitschaft eine interessante Option!

    • Stephan Meier sagt:

      Herr H.P. Müller
      Ein Grund mehr, ja zu stimmen.
      Wir wären dann nämlich Leute wie sie los.
      Ich hoffe sehr, dass Sie dann Ihren Vorsatz wahr machen und nicht etwa doch noch zum Schluss kommen, dass die Schweiz für Ihre Erben auch mit etwas weniger Vermögen noch lebenswert sein könnte.

    • Christoph Gut sagt:

      Herr Müller: Ein Tipp:
      Flüchten Sie nach Amerika und stellen Sie einen Antrag für die Geencard. Dort, dem Geburtsort der Tea-Party-Bewegung und 55% Grenzsteuersatz bei Erbschaften, werden Sie und Ihre Familie sich sicher wohler fühlen.

    • Viele Lnder ohne Erbschaftssteuer gibt es nicht – Oesterreich wäre die nächstliegende Wahl.