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Alle 213’248 Verkehrsunfälle der letzten vier Jahre auf einer Karte

Von DB, 3. Mai 2015 20 Kommentare »
Die «SonntagsZeitung» und der Datenblog veröffentlichen die vierte Generation des inter­aktiven Unfallatlas. So kann jeder das Unfallgeschehen in seiner Nachbarschaft überblicken.
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Die Schweizerische Unfallkarte basiert auf dem Strassenverkehrsunfall-Register des Bundesamtes für Strassen (Astra). Sie enthält sämtliche 213’248 von Polizisten registrierte Unfälle der Jahre 2011 bis 2014, in die mindestens ein Fahrzeug verwickelt ist. Die Daten wurden durch Polizisten vor Ort erhoben und durch das Astra anonymisiert.

In der Übersicht sind nur die Unfallschwerpunkte eingetragen. Vergrössert der Benutzer bis auf Strassenebene, werden die einzelnen Unfallstellen sichtbar. Die Sachschadensumme beruht auf Schätzungen der Polizei und kann von den eigentlichen Kosten abweichen. Aus rechtlichen Gründen sind die Unfallursachen in der Detailansicht nicht genannt.

Die Karte entstand in einer Zusammenarbeit von «SonntagsZeitung», «Tages-Anzeiger»/Datenblog, «Le Matin Dimanche» und der Forschungsstelle Sotomo der Universität Zürich. Die Daten sind durch das Astra lizenziert und dürfen von Dritten ohne Absprache nicht verwendet werden. Heute wurde die vierte Generation von www.unfallkarte.ch veröffentlicht.

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20 Kommentare zu “Alle 213’248 Verkehrsunfälle der letzten vier Jahre auf einer Karte”

  1. S. Müller sagt:

    Was haben wir den da?
    Jeder Schnellfahrer wird in der Schweiz dank Via Sicura zum Kriminellen. In keinem Land in Europa werden derart drastische Strafen ausgesprochen wie in der Schweiz… Wo in der Nachbarländern gerade mal das Blitzlämplein anfängt zu leuchten, hat man in der Schweiz schon eine Vorstrafe und mehrer tausend Franken Busse…
    Aber was zeigt die nette Statisitk: Geschwindigkeitsübetretungen ist ein sehr kleines Risiko. Absolut unwichtig. Vor allem Ausserorts. Aber um Sicherheit ging es ja nie bei der Via Sicura, sondern um Politik…
    Die Missachtung der Regeln: Bauliche Massnahmen, nennt man die Lösung… Ich denke die meisten Unfälle sind einfach Pech, Shit Happens… Von der ewigen Suche nach dem Schuldigen halte ich nichts… Man kann nicht für Ereignisse die sich in ms (millisekunden) abspielen, Reflexartig, ohne Nachdenken Menschen in das Juristische Schema drücken.

    Die meisten Unfälle passieren einfach als Unglück, denke ich… Aber es gibt viele Verkehrssituationen die durch einfach Bauliche Massnahmen deutlich entschärft werden können. Bauliche Massnahmen sind aber leider häufig derart dezent, dass Politiker gar nicht begreifen, dass diese eine Massnahme zur Verkehrssicherheit ist.
    Ich kann überhaupt nicht verstehen, warum sich gerade die EU Sympathisanten im Parlament, gegen den in der ganzen EU verbreiteten Unterfahrschutz für Velo und Motorradfahrer sträuben. (Was in der Praxis den Unterschied zwischen Unverletzt/Leichtverletz und 99% Tot bedeuted)…. Da gibt es endlos viele Beispiele.

    Ein Auto ist als System dafür ausgelegt bei einem Umfall kaputt zu gehen. Die Energie zu absorbieren, damit der Insasse nicht verletzt wird. Die Kosten für Unfälle sind ein Teil dieses Verkehrssystems. (Dem System Auto). Man zahlt genau dafür Versicherungen. Wenn man das nächste mal ein Autowrack in der Zeitung sieht und die Insassen leichtverletzt daneben, dann sollte man das Auto nicht als einen Totalschaden begreifen, sondern das Schutzsystem für die Insassen bedenken. Das Schutzssystem hat funktioniert!
    Die Umfallkosten sind Teil der Systemkosten Auto-Mobilität….

  2. Gerber Pit sagt:

    Diese Karte ist nicht schlecht gemacht. Nur leider sind nicht alle Angaben notiert. In Burgdorf fehlt zum Beispiel ein Unfall mit einem Auto und einem LKW aus dem Jahr 2014 bei der Abzweigung von Burgdorf richtung Hindelbank nach Oberburg resp. Krauchthal. Damals gab es einen Schwervelretzten welcher mit der Rega versorgt werden musste.

    Schade eigentlich, dass da nicht ganz alles vermerkt wurde, wenn man schon eine solche Karte veröffentlichen will.

    • Martin Weidmann sagt:

      Selbst wenn 1% der Unfälle nicht verzeichnet wären, was 2132 Unfällen entspricht, wäre das trotzdem akzeptabel. Ihr einerer Unfall, den Sie so dringend auf der Karte vermissen, spielt nun wirklich keine Rolle.

    • S. Müller sagt:

      Die Statistik ist definitv nicht vollständig.

      Wenn man die Totalunfälle nimmt z.B. 2014 kommt man auf 243 Tote, Wenn man aber die einzelnen Klassen zusammenzählt, dann kommt man nicht auf die 243 Tote.

      Die Totalen Werte stimmen aber mit den Daten des BFS / BFU überein. (Bei den Verkehrstoten werden je nach Statistik die Touristen nicht mitgezählt…).

  3. Martin sagt:

    Interessanter wäre, wo es die meisten tödlichen Unfälle gibt. Stadtverkehr, Überlandstrasse oder Autobahn? Das es viele Unfälle in den Regionen gibt, wo viele Autos unterwegs sind, das erstaunt nicht wirklich. Erstaunlich, dass es auf den Autobahnen so wenige gibt, wenn ich mir die Punkte so ansehe. Auch beim Gotthard: Kein einziger Unfall!

  4. Jürg Oberli sagt:

    Innovativ ist das leider nicht. Die Unfalldaten sind auf den Servern des Bundes unter map.geo.admin.ch für jedermann zusammen mit weiteren Geodaten und den Landeskarten verfügbar. Ich kenne die kritischen Stellen in meiner Nachbarschaft jedenfalls schon lange.
    Es empfiehlt sich auch mal den Zeitreisemodus zu aktivieren – dann sieht man wie die Schweiz in den letzten 60 Jahren mit Autobahnen und Einfamilienhäusern zugeklotzt wurde.

  5. mada'm reverse sagt:

    Was mich gerade ziemlich schockiert im Zusammenhang mit Alkohol hinter dem Steuer:
    6’635 Leichtverletzte
    1’619 Schwerverletzte
    62 Tote
    CHF 204’496’634.- geschätzter Sachschaden

    • S. Müller sagt:

      Ja, aber was fehlt ist die Quantitative Menge Alkohol. Also die Promillezahl.
      Ich denke, die Zahl passt schon für Sternhagelbetrunkene. Aber ob Leichtbetrunkene statistisch noch Auffällig sind? Ich bezweifle das. Oder wird auch nicht über doppelnennungen geredet: Betrunken, übermütig und Geschwindigkeitsübertretung. Wenn man die “krassen” Raserunfälle, anschaut, war es genau diese Kombination…
      Die politische Antwort behandelt den nüchternen Schnellfahrer nicht korrekt, genauso wie diejenigen (gerade auf dem Land), die noch in der Beiz etwas getrunken haben und langsam nach Hause tuckern (auf der leeren Strasse)…

      Aber zum Thema, viele sind überrascht von den “hohen” Zahlen. Aber eigentlich passiert sehr wenig…
      Weil der öffentlichkeit die Zahlen vorenthalten werden (um Politik zu machen, oder weil man Politiker den Bürger für dumm halten) fehlt oft der Masstab. Es gab z.B. 2014: 169 Tötungsdelikte… Was sollte jetzt Polizeilich die höhere Priorität haben: Todefälle durch direkte Gewalttaten, mit Intention zur Gewalt oder Unfälle (mit Alkohol) ohne Absicht jemanden zu schädigen?

      Für die Politik ist es der Verkehrssünder…

  6. Michael Banz sagt:

    Der Begriff: ” Alle Unfälle 2011-2014″ ist falsch. Der Motorradunfall vom 13.7.2014 vor dem Nufenen im Bedretto-Tal welcher 2 Todesopfer forderte ist nicht enthalten, ebensowenig wie 2 weitere, mir bekannte Motorradunfälle aus dieser Periode ( Solothurn und Kappelen /BE) welche je eine schwerverletzte Person zur Folge hatten. Wenn die Autoren die Glaubwürdigkeit dieses an sich nützlichen Instruments nicht gefährden wollen, sollten sie die Zahlen exakter analysieren.

  7. Hannes Müller sagt:

    Daraus kann man ersehen, dass es eher dort knallt, wo es eher Autos hat.

  8. Rita sagt:

    In Basel zB sieht man deutliche grossen Konzentrationen von Unfällen- vielleicht fehlt es hier nicht nur an den Autodahrern sondern an der Verkehrsplanung?

    • urs sagt:

      könnte es sein, dass es in Basel relativ viel Verkehr auf einem Haufen hat? Und wenn Sie dann noch die Statistik nach Kantonen anschauen, dann sehen Sie, dass die Basler Verkehrsplaner es offenbar (fast) am Besten machen. Sicherer als in Basel sind Sie kaume irgendwo. Insofern ein Bravo an Basel

  9. Snezana Vishnjakova sagt:

    Es ist schier unglaublich! Die Unfälle passieren tatsächlich dort, wo viel gefahren wird.

  10. H. Gruening sagt:

    Ich gratuliere zu diesem grossartigen Job! Nun sieht man, wann wo wer in einem Unfall verwickelt war. Auch der Unfall, der im vergangenen Jahr gerade “vor meiner Nase” geschah, ist verzeichnet.
    Super, wie die Teilnehmer verzeichnet sind. Oftmals sieht man da 2 (zwei!) Autos und ein Velo bei uns in Wettingen – das erstaunt mich spontan.
    Ein wenig bedauere ich, dass weder das Datum noch die Verursacher gekennzeichnet sind. Aber vielleicht ist dies beides auch nicht so wichtig.
    Ich denke, diese Karte wird uns im Lokalen eine gute Leitlinie an die Hand geben – kann man darauf doch gerade auch Brennpunke erkennen, die man als vorsichtiger Velofahrer immer schon besonders im Auge hatte.
    Und dass unsere nahe Autobahn derart mit Unfällen “gesegnet” ist – nun ist es mehr als ein Gefühl, das mir sagt, mich davon so weit als möglich fern zu halten.
    Vielen, vielen Dank nochmals für diese grossartige Leistung!

  11. Gerber sagt:

    Und wozu soll das dienen? Primär für die Versicherungen? Oder für die Verkehrssicherheit?

    • aqua sagt:

      Man kann darauf sehen, dass gewisse Radarkästen an Orten stehen, an denen KEINE Unfälle passieren. Was die Theorie stützt, dass es dabei eben doch mehr um Kohle als um Verkehrssicherheit geht.

      • Hans Rudisueli sagt:

        und wenn dort keine unfälle passieren gerade eben weil es die radars hat?

      • terra sagt:

        Oder vielleicht ist es ja genau anders rum. Es gibt keine Unfälle, weil da der Radarkasten steht (und eigentlich sucht sich das jeder Autofahrer ja selbst aus, ob er gerne extra bezahlt).

      • Stefan sagt:

        Ein Radarkasten “misst” Gesetzesübertretungen. Sie sind der Meinung, dass eine Übertretung des Gesetzes situativ, also an “ungefährlichen” Orten legitim sein müsste? Ein gefährlicher Ansatz…
        Wie unterscheiden sie die beiden folgenden Fälle:
        1. Ich fuhr zu schnell und wurde geblitzt
        2. Ich fuhr zu schnell und konnte nicht rechtzeitig bremsen –> Unfall