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Wo es in der Schweiz noch Platz hat

Von DB, 21. April 2015 115 Kommentare »
Die einen klagen über Dichtestress, die andern fordern mehr Verdichtung. Doch wo hat es in der Schweiz überhaupt noch Platz für mehr Menschen? Der Verdichtungsradar zeigt es.

Von Franziska Kohler und Marc Fehr (Grafik)

Wie viele Einwohner verträgt die Schweiz? Diese Frage hat schon viel Streit provoziert. Die einen klagen über Dichtestress, die andern fordern mehr Verdichtung. Fernab der politischen Kontroversen hat die Immobilienberatung Wüest & Partner ein Modell entwickelt, das zeigt, wie viele Menschen in der Schweiz überhaupt Platz hätten: den Verdichtungsradar.

2,85 Millionen Bewohner könnte das Land demnach noch aufnehmen, also 37 Prozent mehr, als es heute sind. Und zwar mit den gängigen, ortstypischen Ausnützungsziffern*. Am meisten Potenzial hat der Kanton Zürich: Er könnte 512‘000 zusätzliche Einwohner beherbergen. Auf Platz zwei folgt der Kanton Waadt mit 313‘000. Im Kanton Bern hätten noch 294‘000 Menschen Platz, im Aargau 202‘000. In Obwalden sollten sich nur noch rund 2000 Menschen ansiedeln, in den beiden Appenzell immerhin noch 11‘800.

Unterschieden wird zwischen innerer Verdichtung durch bereits bestehende Gebäude sowie Infrastruktur und äusserer Verdichtung durch neue Überbauungen. Allein durch Erstere könnte in der gesamten Schweiz Platz für rund 1,5 Millionen Menschen geschaffen werden, durch Letztere für weitere 1,3 Millionen.

Zudem unterscheidet der Radar nicht nur zwischen Kantonen sondern auch zwischen Arbeitsmarktregionen. Das ist relevant, weil er das Verdichtungspotenzial von ständigen Einwohnern und Arbeitskräften getrennt betrachtet. «Die Grundstücke unterscheiden sich in ihrer Eignung für Wohn- oder Arbeitsflächen», erklärt Mitautor David Belart. «Je nach Zonen- und Gemeindetyp ist das optimale Verhältnis zwischen Einwohnern und Beschäftigten ein anderes.»


Der Kreisdurchmesser ist proportional zur Summe aus Einwohnern und Beschäftigten (= Raumnutzer). MS-Regionen ab 200‘000 Raumnutzer sind gleich gross dargestellt. Quelle: ARE, BFS, Wüest & Partner

Wie der Verdichtungsradar entstand

Entstanden ist der Radar, indem die Studienautoren die aktuelle Zahl der Einwohner und Beschäftigten einem Soll-Wert gegenüber stellten. Dieser Soll-Wert besteht aus mehreren Faktoren, unter anderem der Qualität des öffentlichen Verkehrs, der Hangneigung oder der bisherigen Ausnützung eines Gebiets. Je besser zum Beispiel der öffentliche Verkehr, desto besser ist ein Gebiet für die Verdichtung geeignet. Und je weniger ein solches Gebiet bisher ausgenützt wird, desto grösser ist das zukünftige Potenzial.

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Gerade in Zürich, wo oft und leidenschaftlich über volle S-Bahnen und zu wenige Wohnungen geklagt wird, gibt es anscheinend noch viel Platz: Rund 220‘000 weitere Einwohner könnte die Stadt laut der Studie aufnehmen. Bei den Beschäftigten ist das Potenzial mit rund 30‘000 wesentlich geringer. Das liegt laut Belart daran, dass in Zürich vor allem dienstleistungsorientierte Unternehmen angesiedelt sind, bei denen der Platzverbrauch pro Angestelltem viel kleiner ist als beispielsweise bei einem Industrieunternehmen. Dementsprechend hoch ist die Zahl der Beschäftigten schon jetzt. Pro Hektar sind es durchschnittlich 84. Zum Vergleich: In der Region St. Gallen sind es 23, gesamtschweizerisch 16.

Rekorddichte in der Romandie

Noch grösser ist das Verdichtungspotenzial in den Regionen Yverdon (50 Prozent) und in der Region Genf (38 Prozent). Dies, obwohl in der Stadt Genf bereits heute die mit Abstand höchste Wohndichte in der Schweiz herrscht. Das liegt laut Belart an den umliegenden Gemeinden. Sie sind verkehrstechnisch gut erschlossen, aber noch nicht sehr stark besiedelt. In der Romandie ist der Verdichtungsprozess ohnehin schon weiter fortgeschritten als im Rest des Landes: 12 der 20 am dichtesten besiedelten Gemeinden liegen laut dem Radar in der Westschweiz. Denn der Verstädterungsprozess und das damit verbundene Dichtewachstum setzten dort deutlich früher ein als andernorts.

«Wir machen keine Bevölkerungsprognose. Wir zeigen lediglich auf, wie viel Platz es in der Schweiz hat.» David Belart, Wüest & Partner

Würde die gesamte eingezonte Fläche optimal genutzt, gäbe es in der Schweiz laut dem Radar Platz für 11 Millionen Menschen. Dieses Resultat erinnert an eine Studie, die das Bundesamt für Statistik vor einem Jahr präsentiert hat. Es entwirft darin Prognosen für das zukünftige Bevölkerungswachstum. Das Szenario «mittel» rechnet mit 9 Millionen Einwohnern bis 2050, das Szenario «hoch» mit fast 11 Millionen. Mit dieser Studie könne man den Verdichtungsradar allerdings nicht vergleichen, betont Belart. «Wir machen keine Bevölkerungsprognose. Wir zeigen lediglich auf, wie viel Platz es in der Schweiz hat.»

Die Ausnützungsziffer beschreibt den Anteil eines Grundstücks, der bebaut werden darf. Der Verdichtungsradar orientiert sich laut Wüest & Partner nicht an den Ausnützungsziffern, welche in den Bauordnungen der jeweiligen Gemeinden festgeschrieben sind, sondern unter anderem an den harmonisierten Bauzonen des Bundesamtes für Raumentwicklung und anderen Daten wie der Erschliessung durch den öffentlichen Verkehr. Es könne deshalb sein, dass Ausnützungsziffern erhöht werden müssten, weil die lokale Bauordnung zu konservativ sei und aufgrund der Lagequalität (zum Beispiel dank einer S-Bahn-Haltestelle) eine höhere Dichte sinnvoll wäre.

115 Kommentare zu “Wo es in der Schweiz noch Platz hat”

  1. ra koch sagt:

    Anstelle die Fläche des Sarganserlandes nur gewässerschädigend zuzudüngen, lägen im Dreieck Mels, Trübbach und Vilters genügend Nutzflächen brach. Gut erschlossen [zudem]; von der Allmacht Bauern profitvermehrend geschützt.
    Kunstwiesen, Kunstdünger und Grossverteilergemüse herrschen vor. Die gleiche Qualität kann billiger aus der EU eingeführt werden!
    Alleine nur da wäre Platz für bis zu 100’000 Menschen (gesundes Wasser in Hülle und Fülle [noch!] nachfliessend).
    Und ist die Schweiz Mitglied, schafft dies viele günstige Arbeitsplätze [siehe Elesta mit Noname-Aufträgen].
    Weil aber der Wert objektiv ins Unermessliche steigt, wird sie verlanden (sich entvölkern).

  2. Max Wartenberg sagt:

    Wüest & Partner als Immobilienberater richten die Studie einseitig aufs Wohnen aus. Das ist jedoch lediglich ein Teil des Dichteproblems, denn u.a. mit der zunehmenden Teilzeitarbeit verfügt man über mehr Freizeit und damit nehmen die Forderungen nach Raum für Outdoor-Sports überproportional zum Bevölkerungswachstum zu. Immer mehr Leute benötigen Raum fürs Biken, Wandern, Fussballspielen, etc. In einigen Gebieten sind wir schon jetzt am Limit. Versuchen sie mal an einem schönen Sonntag auf die Rigi hoch zu kommen, die Warteschlange an den Bahnen ist immens und selbst auf Wanderwegen herrscht Gedränge. Es braucht nicht nur ein Konzept fürs Wohnen, sondern auch eines für die Freizeit.

  3. Stefan Weise sagt:

    Alle Kommentatoren empfehle ich eine Reise nach Hongkong … danach koennen wir ueber Dichte reden!

    • Gerry Meyer sagt:

      Gerade so wie in Honkong möchte bei uns eben niemand leben! Und weil man mit einer Lungenentzündung eher überlebt als mit einem agressiven Tumor, heisst das noch lange nicht, dass wir uns alle eine Lungenentzündung wünschen!

      • Karl Drais sagt:

        Hmmm, Hongkong war wohl als Referenz nicht so weise gewählt…

        Nehmen wir doch mal Paris, das hat auch schon die fünffache Bevölkerungsdichte von Zürich: Herr Meyer, würden Sie Paris mit einer Lungenentzündung vergleichen?

        • Gerry Meyer sagt:

          Paris wäre analog nur noch eine Kinderkrankheit wie Masern. Die Intention der Studie von Wüest & Partner bessere gesetzliche Rahmenbedingungen zur Profitmaximierung zu bekommen ist zu offensichtlich. Als wissenschaftlich würde ich eine Studie erst nennen, wenn sie alle relevanten Aspekte, die mit einem solchen Wachstum verbunden sind, beleuchtet. Wir als Bevölkerung müssten uns aber zuerst einmal einigen wohin wir wollen. Wie viel Wachstum brauchen wir überhaupt und wie viel wollen wir, wenn wir die Konsequenzen berücksichtigen. Erst dann wäre zu diskutieren wie eine Verdichtung am besten umgesetzt werden sollte. Einfach überall ein paar Stockwerke drauf zu pappen und den Flächenbedarf pro Person einzuschränken, ist höchstwahrscheinlich nicht die intelligenteste Weise.
          Dann vielleicht noch lieber einen schönen 800m grossen Wolkenkratzer der Wohnen, Arbeitsplätze, medizinische Versorgung, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten kombiniert (eine Stadt in der Stadt) mit viel grünem Erholungsraum in der Peripherie. Vorteile wären, eine tolle Panoramasicht und mehr Wohnraum für jeden, stark reduzierte Pendlerströme, eine höhere Energieeffizienz und eine geringere Umweltbelastung pro Person. Dies wären wünschenswerte Nebeneffekte wenn eine 2000 Watt Gesellschaft angestrebt werden soll. Alles andere was zwischen bestehenden Einfamilienhäusern/Reihenhäusern und einem Stadtturm liegt, scheint mir bei ungebremstem Wachstum immer weniger lebenswert.

          • Karl Drais sagt:

            Niemand hat behauptet, die Studie sei wissenschaftlich! Allerdings hat Wüest & Partner nicht den schlechtesten Ruf, was Immobilien-Analysen angeht, schliesslich verdienen sie genau damit ihr Geld und sind auf das Vertrauen auch seriöser Kunden angewiesen.

            Ja, als Demokratie müssen wir uns auf einen Weg einigen und sollten “die Konsequenzen berücksichtigen” – es scheint jedoch bereits bei letzterem zu scheitern, da die Vorstellungen von den Konsequenzen verschiedener Szenarien diametral auseinandergehen.

            “Einfach überall ein paar Stockwerke drauf zu pappen und den Flächenbedarf pro Person einzuschränken” hat hier übrigens auch niemand vorgeschlagen.

            Und mit Verlaub, über ihre Wolkenkratzer-Vision kann ich als Fachmann nur schmunzeln. Aber das meinen Sie hoffentlich selber nicht ernst…?

  4. franz sagt:

    Die Kowloon Walled City hatte 1,3 Mio Einwohner je km2. Wenn nur die Hälfte der CH so bebaut würde könnten 26 Mrd (!) Schweizer dort leben! Also ist in der CH noch genug Platz.
    😉

  5. Gerry Meyer sagt:

    Leider werden viel zu wenig Informationen zur Verfügung gestellt um zu beurteilen, ob diese angeblich wissenschaftliche Studie ernst zu nehmen ist oder ob sie nur schlicht Werbung für Wüest & Partner machen soll. Entgegen der Aussage macht die Studie ja mehr Aussagen als nur, wie viel Platz es in der Schweiz hat.
    Aber wie sieht es denn aus, wenn diese zusätzlichen Menschen auch Auto fahren möchten, auch in der Stadt parken wollen, auch Energie verbrauchen, auch das Gesundheitssystem beanspruchen wollen, auch die Umwelt verschmutzen möchten, auch Kindergärten und Schulen nutzen, auch bei einer erhöhten Lebenserwartung alt werden, auch das Sozialsystem und die AHV belasten und ihre Freizeit nicht nur vor dem Fernseher verbringen möchten? Können wir benötigte Infrastruktur rechtzeitig zur Verfügung stellen? Können wir diese auch finanzieren und auf Dauer unterhalten? Ich würde ja gerne sehen, ob diese Studie diese Fragen zufriedenstellend beantworten kann! Wo kann diese Studie heruntergeladen werden?

    • Philipp Meyer sagt:

      Meyer: tja viele Fragen werfen Sie da in die Luft. Ich habe eine Gegenfrage: wieso könnte dies ausgerechnet bei und nicht funktionieren wo es doch für 90% der Bewohner aller wohlstandsmässig vergleichbaren Ländern klappt, welche in teils viel dichteren Grossräumen wohnen?

      • Gerry Meyer sagt:

        Weil es beispielsweise in Zürich fast nicht möglich ist, neue kühne Gebäude, Wolkenkratzer und neue breite Strassen zu errichten. Nicht einmal winzige Velowege sind ja scheinbar möglich. Da ist vieles so kleinräumig. Platz machen ist praktisch nicht möglich, da sogar hässlichste Billigbetonbauten aus den 60er Jahren denkmalgeschützt sind. All der alte Ramsch ist ja so erhaltenswert! Zum Glück gab es in der Steinzeit noch keine Denkmalschützer ansonsten stünden überall noch erhaltenswerte Lehmhütten und Ställe. Und wer möchte in Zürich neue vierspurige Strassen bauen, die den Mehrverkehr bewältigen könnten. Die zukünftige Bevölkerung wird dank dem medizinischen Fortschritt sehr sehr alt werden und nicht jeder möchte dann mit dem Velo oder dem überfüllten Tram unterwegs sein. Und woher wollen wir den Strom nehmen, wenn wir die Atomkraftwerke endlich los sind. Klar wäre es theoretisch möglich viel mehr Leute zusammenzupferchen. Aber nur wenn sehr hohe Gebäude erlaubt wären, in denen man lebt, einkauft und arbeitet. Aber ob unsere Bevölkerung bereit ist den Preis dafür zu zahlen bezweifle ich. Um Zürich zu einem New York zu wandeln hätten die Weichen schon früher ganz anders gestellt werden müssen. Deshalb sind all diese Vergleiche mit andern Städten auf dieser Welt müssig. Im Grunde möchten viele Schweizer Bürger „Dorfbewohner“ bleiben und nicht zum Grossstädter mutieren.

  6. Grohe sagt:

    Dichtestress? Wer hats erfunden – die Schweizer. Hab ich im Ausland noch nicht gehört. Dabei hätten doch Städte wie Hamburg, Frankfurt, München oder Paris und Rom allen Grund darüber zu reden.

  7. peter sagt:

    1. Diese Verdichtungshysterie ist blanker Unsinn, mir gefallen die Streusiedlungen im Voralpenraum wie im Appenzellerland
    2. Lebensqualität kann auch in Dörfern und Agglomerationen mit einer Wiese und einem Garten ums Haus bestehen
    3. Ich wünsche mir keine weiter verdichteten Städte und keine Käfighaltung von Menschen nach DDR- Ideologien
    4. Bei der Haltung von Tieren und Befreiung von Gewässern wird genau entgegengesetzt argumentiert

  8. Alex Schneider sagt:

    Mehr Zuwanderer = mehr verdichtetes Wohnen = weniger Chancen für Wohnen im Grünen auf dem Land wegen Kulturlandschutz. Kein Dichtestress? Warum ziehen denn so viele Familien noch so gerne weg aus den Agglomerationskernen ins Grüne, an den Agglomerationsrand?

    Verdichtung ist gut, um den Kulturlandverbrauch, die Energie- und Pendlerkosten pro Kopf zu senken. Aber alle übrigen Umweltprobleme, welche mit einer hohen Bevölkerungszahl zusammenhängen, lassen sich dadurch nicht vermeiden. Mehr Menschen steigern den Ressourcenverbrauch (Wasser, Energie, Baumaterialien).

    Die übermässige Zuwanderung erfordert den gleichzeitigen Ausbau der bereits stark ausgelasteten Verkehrs- und übrigen Infrastrukturanlagen. Damit kommen die öffentlichen Haushalte unter Druck.

    • Karl Drais sagt:

      Eigentlich ist so ziemlich alles genau umgekehrt:

      “Kein Dichtestress” hat niemand behauptet – es steht sogar schon im Untertitel des Artikels “Die einen klagen über Dichtestress …”.

      “Mehr Menschen steigern den Ressourcenverbrauch”: Im Grundsatz ja, doch bei einer gegebenen Anzahl Menschen sind dichte Siedlungen weitaus ressourcenschonender: Man braucht per Definition weniger Platz, durch kompakteres Bauvolumen weniger Heizenergie und durch die kürzeren Wege weniger Verkehrsinfrastruktur pro Kopf.

      Vielleicht müsste man eben die Infrastruktur gar nicht gross ausbauen, wenn man an den richtigen Orten sinnvoll verdichtet. Genau so habe ich diesen Artikel verstanden.

    • Josef Baumgartner sagt:

      “Warum ziehen denn so viele Familien noch so gerne weg aus den Agglomerationskernen ins Grüne, an den Agglomerationsrand?Dies passierte schon seit immer so. Städte sind mehr für Singles. Übrigens hat die Bevölkerung der Städte ziemlich stark zugenommen, Bps. Zürich ist von 330’000 auf 400’000 rauf innerhalb von 15-20 Jahren. Dass weniger Menschen in Städten wohnen möchten, wäre somit widerlegt.

  9. Ulrich Haug sagt:

    Man muss wählen zwischen dem Zustand, welcher im schlimmsten Fall gerade noch knapp tragbar ist, und dem was eigentlich langfristig erstrebenswert ist. Was ist der Lebensqualität förderlicher? Ich lebe seit einigen Jahren in riesigen Grossstädten in Asien, und weiss selbst sehr gut was Dichtestress bedeutet. In der Schweiz ist der Dichtestress zurzeit bestimmt noch verhältnismässig gut tragbar, doch warum will und muss man um jeden Preis auf eine Verschlechterung hin drängen ? Meines Wissens ist in Westeuropa nur Holland (von den grösseren Ländern) dichter besiedelt als die CH.

  10. Hans Peters sagt:

    Es wird hier allerseits gesagt, dass eine weitere Verdichtung unerwünscht und mehr Natur erwünscht sei. Die grosse Frage ist jedoch die, ob wir überhaupt eine Wahl haben. Mehr Freiflächen können zunächst einmal dadurch entstehen, dass sich die bereits existierenden Einwohner etwas bescheidener verhalten. Genau das ist aber nicht der Fall. Der Platzverbrauch nimmt ständig zu und den Leuten reicht es auch nicht, ein grosses Haus zu haben, sondern sie möchten es auch noch in die Mitte einer grünen Wiese stellen (und die ach so wichtige Natur damit ironischerweise zerstören). Deshalb kann ich die meisten Verdichtungsgegner auch nicht ernst nehmen. Letztlich sind sie riesige Heuchler, weil sie glauben, alle sollten sich einschränken, nur sie selber nicht. Der andere Faktor ist die Zuwanderung. Auch hier haben wir nur sehr wenig Spielraum. Die Schweiz hat schon heute die strengsten Zuwanderungsgesetze Europas. Ausserdem sind die Ausländer, über die am meisten geschimpft wird (z.B die Asylbewerber) eine winzige Minderheit. Auch Dritt-Staat-Ausländer gibt es viel weniger, als die Leute glauben. Persönlich hätte ich gerne mehr Dritt-Staat-Ausländer und etwas weniger EU-Bürger in der Schweiz, da dies den kulturellen Mix viel spannender machen würde. Die mit Abstand meisten Ausländer sind also Deutsche, Italiener, Engländer etc. Sie sind hier, weil man ihnen Jobs anbietet und weil die Schweiz insgesamt sehr attraktiv ist. Was die Ecopöppler nicht begreifen, ist, dass man nicht gleichzeitig attraktiv sein und wenig Ausländer haben kann. Das geht einfach nicht! Salopp gesagt: Es hat schon seine Gründe, weshalb die Russische Tundra so unbewohnt und Manhattan so dicht bevölkert ist. Wenn wir weniger Ausländer wollen, müssten wir unser Land unattraktiv machen. Aber das möchte ja auch wieder niemand. Die Leute wissen einfach nicht, was sie überhaupt wollen.

    • Philipp Meyer sagt:

      Sehr treffender Kommentar Herr Peters! Ich bin mit Ihnen absolut einverstanden.

    • weisse Ratte sagt:

      Die Leute wissen sehr wohl, was sie wollen, und alle wollen etwas anderes und diejenigen, die das gleiche wollen, haben dazu wiederum verschiedene Lösungsansätze, mit denen auch nicht alle einverstanden sind. Die meisten haben auch weder Häuschen noch Garten – allerdings ist das der Traum von vielen, und dieser Traum wird auch noch in Jahrzehnten erfüllbar sein. Es ist auch der Traum derjenigen, die hierherkommen. Allerdings wird dieser umso schwerer erfüllbar, je mehr Menschen an diesem Kuchen teilhaben wollen. Es ist insofern logisch, dass kaum jemand, der von welcher Verdichtung auch immer betroffen sein wird, ein Loblied auf diese anstimmt. Daran ist nichts paradox und es hat nichts mit Heuchelei zu tun – alle wollen Milliardär sein und es ist allen klar, dass niemand wie ein Milliardär leben kann, wenn wir alle Milliardäre wären. Es gibt auch nicht nur die alternativen Tundra oder Manhattan – es geht einfach darum, die beste Balance zu finden und sich nicht alle Aussichten auf künftige Vergrösserungen des eigenen Wohnraumes zu ‘verbauen’. Das scheint ziemlich schwer verständlich zu sein…
      Eine gerechte Lösung zu diesem Problem gäbe es ohnehin nur eine: Teilung des gesamten verfügbaren Wohnraumes durch Einwohner und Zuweisung des jeweiligen Gutes per Los.

  11. Karli sagt:

    Ich empfehle jedem Dichtegestressten wärmstens einen Aufenthalt in Taiwan: Knapp gleich gross wie die Schweiz, bei einer ähnlichen Geografie mit grossem Anteil nicht oder dünn besiedelter Berge… Aber: 24 Mio. Einwohner! Das ergibt eine rund dreieinhalbmal so grosse Bevölkerungsdichte wie in der Schweiz (639 vs. 199 EW/km2; Wikipedia). Natürlich wird in Taiwan systematisch in die Höhe gebaut und es gibt nicht jedem sein Gärtchen, ist ja logo. Aber was einem sofort auffällt: Die Leute sind relaxt, benehmen sich sehr zivilisiert und rücksichtsvoll. Wer mal eine saubere und sichere Millionenstadt sehen will, soll nach Taipei reisen!

    • Dani Kobler sagt:

      Lieber Karli, wieso nehmen sie als Bsp Taiwan? Wieso nicht Australien, Kanada oder Schweden?
      Was ist der Vorteil wenn die Leute in einem Hochhaus wohnen statt in einem Mix aus Mehr und Einfamilienhäusern?
      Ich könnte problemlos in einer kleineren Wohnung leben, sie wahrscheinlich auch, auch ein paar hundert Fr Lohn weniger oder 4 statt 5 Wochen Ferien würden mein Leben nicht grundsätzlich ändern.
      Bloss, warum sollte ich?
      Was ist der Vorteil (für sie, für mich, für die Wirtschaft, für die CH im allgemeinen) wenn die CH 10, 12 oder 14 Mio Einwohner hat?

      • Silvia Müller sagt:

        Ich will nicht eine Taiwan Schweiz und auch keine Singapur Schweiz. Früher war es hier schöner. Heute wird nur noch alles überbaut. Jeder mögliche Flecken wird zubetoniert und ein neues teures Haus, neue teure Siedlungen, Hühnerställe werden gebaut, dass es einem schlecht wird.

        • Marcel Schmid sagt:

          @müller.. vermutlich war die Natur früher tatsächlich schöner, aber die Einwohner auch massiv ärmer!.. letztendlich ist es halt eine Entscheidung zwischen Wohlstand und Natur!.. und 100% von beidem kann und wird nicht funktionieren!.. zumal sich die CH bezüglich Wohlstand im europäischen Vergleich bereits auf + 120% befindet und die klare Mehrheit ihre Lebensqualität fast ausschliesslich über ihren Wohlstand definiert und die Natur nur als reines Pseudoargument vorschiebt!.. denn auch wenn ich die Freizeitaktivitäten in meinem Umfeld betrachte, sind die Meisten mit Konsum sowie Materiellem beschäftigt, der angebliche Genuss der Natur findet nicht statt.

        • Hans Peters sagt:

          Frau Müller: Auch ich habe in einer Metropole in Ostasien gelebt und kann Ihnen versichern: Wenn man nur ein wenig tolerant und flexibel ist, ist das gar nicht so ein Problem, wie sich es viele Schweizer vorstellen. In den ersten 2-3 Monaten fühlte es sich seltsam an, aber bald darauf hatte ich mich daran gewöhnt. Man kann auch in einer dicht besiedelten Region ein schönes Leben führen! Und es gibt ja durchaus auch positive Aspekte, in dicht besiedelten Städten zu leben. Zum Beispiel gibts von vielen Dingen einfach mehr: Mehr Kinos, mehr Restaurants, mehr Cafés und Bars, mehr Nachtclubs, mehr kulturelle Diversität, mehr Arbeitsmöglichkeiten, mehr interessante Läden, mehr potentielle Freunde oder Liebespartner/innen etc. Ausserdem verweise ich auf meinen Kommentar weiter oben. Wie auch Herr Schmid sagt, waren die Menschen früher wesentlich ärmer PLUS sie beanspruchten weniger Platz pro Kopf. Man kann als Land nicht reich und unattraktiv sein, das geht einfach nicht! Wenn ein bestimmtes Fleckchen schön ist oder viele Möglichkeiten bietet, wollen viele Leute dorthin. Im Prinzip haben wir also 3 Optionen: 1. Wir machen die Schweiz extra unattraktiv, indem wir sie z.B. wirtschaftlich zerstören. Das kann nicht wirklich in unserem Interesse sein. 2. Wir bauen uns eine riesige Mauer um die ganze Schweiz. Abgesehen davon, dass das sehr teuer und aussenpolitisch schwierig durchzusetzen wäre… wer will schon in einem Gefängnis leben? Und 3. Wir hören auf zu jammern und an eine idealisierte Vergangenheit zu denken, die es so sowieso nur in unserer Vorstellung gibt und geben uns stattdessen einen Ruck indem wir uns miteinander arrangieren und versuchen, das ganze ein bisschen locker zu nehmen und das beste daraus zu machen. So schwierig kann das doch nicht sein?

    • Josef Baumgartner sagt:

      Kobler: irgendwie finde ich solche Fragen immer wieder amüsant. “Was ist der Vorteil wenn…?” Wie als ob man absolute freie Wahl hätte. Oder wie wenn ich Ihnen fragen würde: was ist denn der Vorteil, dass wir nicht alle Milliardären sind? Oder was ist der Vorteil, dass Sie im Grünen wohnen und in die Stadt arbeiten gehen? Diese Fragerei ist ein bisschen absurd, nicht wahr? Aber das ist der Unterschied zwischen Menschen, welche nie zufrieden sind und sich immer eine Traumwelt in ihrer Fantasie aufbauen und die anderen Realisten, welche es pragmatisch nehmen und genau wissen, wie die Welt tickt und dass sich diese halt entwickelt und es zu Menschenbewegungen kommt. Und vor allem auch, dass es ganz einfach nicht möglich ist, ein perfekt wohlhabendes Land zu haben, bei dem es im Gegensatz absolut keine Probleme gibt. Die Realisten unter uns sind hier klar im Vorteil. Ich werde auch in einer 14 Millionen Schweiz glücklich leben, davon bin ich überzeugt Herr Kobler.

  12. Da sagt:

    Ich will keine Schweiz mit 11 oder 12 Mio Einwohner, 8 Mio sind überaus genug! Es gibt leider immer noch Leute, die ignorieren die wachsende Kritik an der überbordenden Einwanderung. Und genau die Parteien die bei jeder Gelegenheit von Umweltschutz reden befürworten dieses verantwortungslose Bevölkerungswachstum, sie sind für mich nicht mehr wählbar!

    • Philipp Meyer sagt:

      “Ich will keine Schweiz mit 11 oder 12 Mio Einwohner”. Sie haben da leider wenig zu wollen Herr Da. Dies passiert von alleine uns ist beinahe unaufhaltbar, getrieben durch den Bedarf unserer Wirtschaft und Siedlungsentwicklung.

  13. Markus Sennheiser sagt:

    Im Mitteland eine 2 Mio Stadt von Grund aus dem Boden stampfen (alla Dubai), gut erschlossen, nach neusten ökologischen Technlogien, wo die Menschen dort arbeiten, studieren UND wohnen. Der Rest der CH inkl. Natur wird entlastet und die bestehenden Städte und dessen Flair, (Geschichte) versinken nicht in Beton und Glas.

    Es braucht Mut und vorallem eine grössere Vision, dass von unsere jetzige Polinstaffel leider man nicht erwarten kann !

    • Karl Drais sagt:

      Derartige Ideen gab es im 20. Jahrhundert zuhauf, und einige davon wurden sogar umgesetzt. Erfolg und breite Akzeptanz in der Bevölerkung hatten jedoch nur die allerwenigsten dieser Projekte. Das Grundproblem daran ist, dass eine lebendige Stadt nichts Abgeschlossenes ist, dass man einfach so auf einmal “fertig” bauen kann. Raumplanung und Städtebau bedeuten, dass man vergangene und gegenwärtige räumliche Prozesse zu untersuchen, verstehen und in eine gewünschte Richtung zu lenken versucht. Dazu gehört auch, dass man Analysen und Projekte laufend den aktuellen Gegebenheiten anpassen muss. Das ist überhaupt nicht so einfach, wie sich das der Laie vorstellt.

      Beton und Glas überfluten nicht die Geschichte der Städte, sondern sie sind selber Teil davon, so wie es vor 200 Jahren Stein und Holz waren.

      • Margot sagt:

        Herr Drais, Sie legen sich ganz schön ins Zeug für eine dicht verbaute Schweiz. Sie scheinen zu vergessen, dass die Verbauung wegen der Zuwanderung erfolgt. D.h. fremde Kulturen mit oftmals sehr schlechter Ausbildung. Die Frage ist doch, ob die Einheimischen das wollen, resp. warum wurde die MEI angenommen?! Deswegen bin ich für eine sofortige Änderung der Sozialgesetze um die Armutszuwanderung zu reduzieren. Ich bin dabei nicht die einzige wie sämtliche Umfragewerte es zeigen, bei allen ist die aktuelle Zuwanderung das Problem Nr.1.

        • Karl Drais sagt:

          Also bei mir nicht, denn ich bin nicht so ein Rassist.

        • Hans Peters sagt:

          Liebe Margot, leider ist das eine sehr undifferenzierte Haltung. Zuerst einmal macht der Faktor der Schweizer mehr aus als derjenige der Ausländer. Nicht nur gibt es heute mehr Schweizer in der Schweiz als 1960, sondern jeder Schweizer und jede Schweizerin verbraucht auch viel mehr Platz pro Kopf. Im Vergleich zu 1970 ist es etwa ein Drittel mehr – das ist extrem viel! Das ist die unangenehme Wahrheit, die Leute wie Sie gerne unter den Teppich kehren. Schliesslich ist es immer einfacher, über die Ausländer zu schimpfen, anstatt sich einzugestehen, dass man selbst Teil des Problems ist. Und das ist übrigens nicht irgendein “linker Seich”. Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben den ständig steigenden Platzanspruch der Schweizer bewiesen, selbst die neoliberale Denkfabrik AvenirSuisse, von der ich persönlich überhaupt gar nichts halte ist dieser Meinung. Zweitens ist Ihr Kommentar aber auch deshalb sehr ironisch, weil gerade diese sozial schwachen Ausländer wegen Rechtsbürgerlich gesinnten Leuten wie Ihnen hier sind! Weshalb haben wir in der Schweiz so viele Italiener, Spanier, Portugiesen, Griechen und Türken?? Weil die SVP und ihre politischen Vorgänger seit den 1910er-Jahren konsequent in ärmeren Ländern billige Arbeitskräfte rekrutieren! All die Ausländer, die zum Beispiel in den 1970er und 1980er Jahren zu uns kamen wurden von rechtsnationalen Politikern und Unternehmern in ihren Heimatländern angeworben, weil man nicht willens war, Schweizer anzustellen und sie anständig zu entlöhnen. Deshalb war die SP bis vor ca. 25 Jahren auch strikt gegen diese Migrationspolitik, weil sie sich um die Existenz der Schweizer Arbeitnehmer sorgte. Und heute jammern und poltern exakt genau diejenigen Leute über die schlecht ausgebildeten Ausländer, die diese Ausländer vor 40 Jahren hierhergebracht und von wirtschaftlicher Effizienz und Aufschwung geschwafelt haben. Und der Gipfel ist, dass diese Leute es noch wagen, die Linken und insbesondere die SP zu beschuldigen für Probleme, die sie selbst angerichtet haben. Das nenne ich mal Geschichtsverfälschung!

  14. Max sagt:

    Furchtbare theoretiker mit null praxisbezug, realität und praxisbezug. Wo bleibt da noch lebensqualität?

    • Karl Drais sagt:

      Worin besteht die Lebensqualität bei einem Einfamilienhaus, das inmitten hunderter anderer steht und deshalb rundherum Sichtschutzhecken braucht? Und der dazu gehörigen zwei Autos, mit denen man dann jeden Tag inmitten tausender Gleichgesinnter den Stau verursacht, den man den Einwanderern zuschreibt? Autos, die anderen den Platz, den Schlaf und die Luft zum atmen rauben und einen monatlich fast soviel kosten wie eine schöne Wohnung in der Stadt, von der aus man zu Fuss in 10 Minuten am Arbeitsplatz wäre? Auf Strassen, die dann mehr Fläche zupflastern, als die Streusiedlungen, die sie erschliessen?

  15. Dani Kobler sagt:

    In meiner Gemeine heissen solche unüberbauten Wiesen Baulücken.
    Wenn es kein Bauland mehr hat wird neues Land eingezont.

  16. Martin Bär sagt:

    Ein etwas einseitiger Artikel!
    Schon klar, dass die Immo-Leute dafür sind, sie profitieren ja auch davon.
    Generell aber gilt:
    Verdichtetes Bauen = Mehr Miete, weniger Lebensqualität
    Verdichtetes Bauen = Mehr Leute auf weniger Raum
    Verdichtetes Bauen = Überlastete Infrastruktur (ÖV, Strassen, Schulen, Grünflächen)
    Verdichtetes Bauen = Moderne Ghettoisierung
    Warum muss alles grenzenlos ausgepresst werden?!?
    Ein wenig weiterblicken und nicht alles dem Mammon opfern wäre sehr empfehlenswert!

    • Tömu sagt:

      Wenn man gescheit verdichtet stimmt das mit überlasteter Infrastruktur (ÖV; Strassen) nicht, weil man da arbeiten/einkaufen/Freizeit gestalten kann, wo man wohnt. Der Rest ist Ansichtssache. Ich hätte kein Problem mit 100 Meter Türmen, wenn man dann dafür in Zürich eine bezahlbare Wohnung finden würde.

      • bossert sagt:

        Diese Bewohner bleiben immer zu Hause wenn es nach Tömu -Theorie geht ! ?

        • Karl Drais sagt:

          Nein, aber sie brauchen einfach nicht immer gleich ein Auto oder die S-Bahn, wenn sie was “erleben” wollen…

          Also ich lebe sehr angenehm und unternehmungslustig, besitze kein Auto und gebe vielleicht je 500 Franken pro Jahr für Velo und ÖV aus und nochmal 100 für Transporte mit Mobility-Autos. Fernreisen ausgenommen.

    • Karl Drais sagt:

      Tömu sagt’s. Ausserdem:
      Infrastruktur muss natürlich zweckmässig mitgeplant werden. Technisch gibt es da überhaupt keine Probleme, da wären noch viel grössere Dichten möglich, siehe beispielsweise NYC. Hierzulande ist es einzig eine Frage der Politik und damit letztlich auch Ihres (Um-)Denkens.
      Mieten sind in der Stadt nur deshalb so hoch, weil die Nachfrage so gross ist. Das bedeutet eigentlich, dass die Leute eben die Lebensqualität in den Städten sehr schätzen und es auch wirtschaftlich gesehen mehr städtischen Siedlungsraum bräuchte.
      Eine Ghettoisierungsgefahr gibt es in allen Siedlungsarten. Der aufgeschlossene zeitgenössische Städtebau erzeugt nutzungsdurchmischte Quartiere, damit keine Ghettos entstehen. Gerade auch mit nachträglicher Verdichtung bestehender Siedlungen lässt sich diese Gefahr elegant bannen.

  17. danny sagt:

    Bereits der Grossraum Paris hat über 12 Mio. Einwohner und die Schweiz ist im Durchschnitt weniger dicht besiedelt als Deutschland.

    • Ivo Steinmann sagt:

      Ziehen sie die Flächen ab, die in der Schweiz nicht besiedelbar sind, dann sieht es sofort anders aus.

      • Philipp Meyer sagt:

        Steinmann: was für eine grossartige Idee! Man ziehe doch alle nicht besiedelbaren und als tolle Naherholungszonen bekannten Gebiete (Seen, Berge usw.) doch einfach ab, na klar! Dann hat man wohl das dümmste bewiesen: die Schweiz ist sehr dicht. Aber nur wenn man nicht berücksichtigt, dass man von überall her in 5 Min in der Natur ist. Klar doch. Super Herr Steinmann. Sie haben einen Pokal verdient.

        • C. Zahnd sagt:

          @P. Meyer; Was soll das? Steinmann hat absolut recht! Wollen Sie auf dem See wohnen? Natürlich kann man auch jedes Gewässer noch mit Hausbooten vollstopfen, kein Problem. Natürlich kann man auch auf 4000 M.ü.M noch ein Haus hinstellen, kein Problem. Nur – wie sinnvoll ist das? Die Schweiz ist doch ein sehr kleines Land mit viel Bergen / Gewässern. Ausserdem, woher kommt die Nahrung? Ah ja stimmt, aus dem Supermarkt, genau … bitte denkt etwas, nur etwas weiter.

          • Karl Drais sagt:

            Etwas weiterdenken? Gerne:
            – Hätten Sie aus ihrem Wohnzimmer lieber einen Blick auf A) Hausfassaden oder B) Seen und Berge?
            – Woher kommen Speisefische und Mineralwasser? Von Äckern?
            – Stellen Sie sich sowohl Deutschland als auch die Schweiz vor, wenn alle Ihrer Meinung nach “besiedelbaren Flächen” besiedelt wären. Sinnvoll?

          • Philipp Meyer sagt:

            C. Zahnd. Ihre Argumentation ergibt leider keinen Sinn. Irgendwie argumentieren Sie am Thema vorbei, denn es sind genau diese schnell erreichbaren Grünflächen und die nahe Natur (Berge, Seen) welche wir für unsere Naherholung brauchen und auch wahrnehmen. Ich habe nichts von Wohnen erzählt Herr Zahnd, das haben nur Sie. Sonst ziehen Sie doch noch jede Garten- und Parkplatzfläche ab und erhalten somit eine Ausnützungsquotient von 100%. Und dann machen Sie in den anderen Ländern das gleiche und vergleichen. Sie werden die Absurdität Ihrer Theorie dann selber merken.

    • Adriano Maranta sagt:

      Zahlen kann man so in einen Rahmen setzen, dass sie das abbilden, was man will. Die gleichen Zahlen zeigen auch auf, dass das Schweizer Mittelland das am dichtesten besiedelte Gebiet Europas ist. Wer Ecopop nicht annehmen wollte, muss halt früher oder später fühlen.

      • Philipp Meyer sagt:

        Nein, dass Mittelland ist keineswegs das am dichtesten besiedelte Gebiet Europas Herr Maranta. Solche Zahlen wären ganz klar falsch. Denn man vergleicht dabei ganze Länder mit einer ganz spezifischen Region eines winzigen Landes. Jeder Raumplaner lacht über solche Vergleiche. Das ist ähnlich unsinnig, wie wenn Sie die Dichte vom Mittelland mit derjenigen von ausländischen Städten vergleichen würden und hier würde heraskommen, dass das Mitteland die am wenigste besiedelte Region Europas ist: Es macht ganz einfach keinen Sinn.

      • Karl Drais sagt:

        Hätten Sie zu Ihrer Behauptung vielleicht auch noch eine Herleitung bzw. konkrete Quellenangabe? Würde mich schon interessieren, inwiefern das Schweizer Mittelland dichter als etwa die Grossräume Paris oder London, das Ruhrgebiet oder Hollands Randstadt ist.

    • Paul Jenni sagt:

      Ist in Deutschland auch die Hälfte der Fläche Gebirge?

      • Philipp Meyer sagt:

        Eben! Die Berge und Seen sind genau der Grund, wieso die Schweiz viel angenehmer zum leben ist, da dort nicht gebaut wird und uns diese Naherholungszonen erhalten bleiben.

    • Dani Kobler sagt:

      @ danny: Wohingegen Frankreich weniger dicht besiedelt ist als die CH und das Bundesland Brandenburg ebenfalls.
      Was wollen sie mit ihren Bsp Paris und D zeigen und wieso nehmen sie nicht als Bsp Tokio, HK, London und dann könnte ich mit Bsp Australien Russland und Grönland kontern?

      • Philipp Meyer sagt:

        Nein, Ihre Beispiele wären nicht zulässig, denn Sie würden eine extrem viel grössere Region nehmen und deren Dichte mit einem winigen Land vergleichen. Das macht gerade eben keinen Sinn. Hingegen können Sie schauen, wo 80% der Australier oder Kanadier leben und Sie werden überrascht sein: sie leben in deutlich dichteren Räumen wie wir (Grossräume Toronte, Sydney jeweils über 6 bzw. 4 Mio Einwohnern usw.). Wenn wir die Fläche Russlands an die der CH anhängen würde, wäre die CH-Dichte rein mathematisch winzig. Was ändert dies aber an Ihre Wahrnehmung wenn Sie zwischen Bern und ZH pendeln? Das ist der Beweis, dass Ihr Vergleichsversuch keinen Sinn macht.

        • Philipp Meyer sagt:

          Ich wollte sagen: man würde ein riesiges LAND mit einer sehr kleinen REGION innerhalb eines winzigen Landes vergleichen.

          • Peter Schmid sagt:

            Oh Mann, Sie können es noch so drehen und wenden wie sie wollen Herr Meyer. Die Siedlungsdichte, oder wie “dicht und beengt” man aufeinander-lebt hängt ausschliesslich davon ab wie viele Menschen in den überhaupt überbaubaren Flächen eines Landes wohnen. Nur weil Sie es so toll finden heisst es nicht dass die gesamte CH-Bevölkerung in einer durchgehenden Stadt wohnen will. Und übrigens, die sind die Steilwände der Alpen (=””Natur”) auch nicht unbedingt für die Naherholung geeignet bzw. vielfach nicht zugänglich. Studieren Sie mal die Topographie der CH!

          • Karl Drais sagt:

            Aber Herr Schmid, kein Mensch spricht doch hier von einer “durchgehenden Stadt”!

            Die “Steilwände der Alpen” sind bestens für Naherholung geeignet (z.B. zum Wandern oder Klettern) und je steiler, desto weniger Fläche brauchen sie. 😉

          • Philipp Meyer sagt:

            Schmid: Sie machen einen fatalen Denkfehler. Ich mache Ihnen ein Beispiel: nehmen Sie mal an, dass sich die Schweiz den ganzen Osten inkl. Russland einverleibt. Können Sie sich das bildlich vorstellen? Was würde mit der Dichte der Schweiz passieren? Richtig, sie wäre sehr klein. Sie selber wohnen aber immer noch am gleichen Ort und pendeln die gleiche Strecke. Erklären Sie mir bitte lieber Herr Schmid inwiefern Sie denn plötzlich viel weniger dicht wohnen würden aufgrund dieser Mathematik? Ihr Vergleich ist deshalb absolut nicht ernst zu nehmen. Ausserdem bezieght es sich auf politische Grenzen, welche keineswegs eine unpassierbare Wand darstellen und somit nicht auf die Dichtewahrnehmung mitspielen sollte. Und bezüglich Toppographie: die Alpen (abgesehen von den steilen Wände) offerieren dank den Hängen eine überpoportionale Fläche im Vergleich zu flachen Ländern, um zu wandern und sich erholen.

          • Karl Drais sagt:

            Lieber Philipp Meyer, Sie haben ja so recht, aber eines müssen Herrn Schmid lassen: Für ihn stellen wohl politische Grenzen tatsächlich “eine unpassierbare Wand” dar… bzw. wohlverstanden nicht für ihn selbst, sondern nur für potentielle Zuwanderer. 🙂

          • Philipp Meyer sagt:

            Lieber Karl Dreis, gerne anerkenne ich hiermit, dass Sie absolut recht zu haben scheinen 😉

          • Peter Schmid sagt:

            Ich bin mir nicht sicher was gefährlicher ist: Jemand der nicht realisiert dass er seinen eigenen Lebensstil(?) der gesamten Bevölkerung eines Landes aufzwingen will (wahrscheinlich basierend auf Eigeninteressen), oder jemand der dies sehr wohl weiss, und seine Eigeninteressen aber unter dem Deckmäntelchen der “Offenheit” und “Fortschritt” durchzudrücken versucht. Oder anders gesagt Herren Meyer und Dais, es gibt in diesem Land nebst einer immer grösser werdenden Anzahle von Menschen die durch die Verdichtung leiden, eine einheimische Bevölkerung welche eine Verbundenheit mit ihrer Heimat verspürt welche sie offensichtlich nicht nachvollziehen können. Diese Verbundenheit steht natürlich im Konflikt zu den meist finanziellen und sehr egoistischen Eigeninteressen der Profiteure der derzeitigen Masseneinwanderung. Deswegen sind sie beide aber weder moralisch besser, noch gebildeter, noch fortschrittlicher.

          • Karl Drais sagt:

            Hmmm, also da versteh’ ich nur Bahnhof – offenbar bin ich zu wenig gebildet.

            Aber jedenfalls zähle ich mich auch zu der “einheimischen Bevölkerung welche eine Verbundenheit mit ihrer Heimat verspürt”. Darum versuche ich, dieses Land mitzugestalten und in die Zukunft zu denken, damit wir unsere junge Erfolgsgeschichte weiterschreiben können und nicht in unseren bäuerlichen Denkmustern versumpfen.

            Was mich noch interessieren würde: Wer sind denn Ihrer Meinung nach die “Profiteure der derzeitigen Masseneinwanderung”?

          • Peter Schmid sagt:

            Profiteure? Mietobjekbesitzer, die grossen Geschäfte (mehr Kundschaft), die Zuwanderer selbst, die Arbeitgeber (stagnierende bis fallende Löhne)…..Kurzum alle die einen rein finanziellen Gewinn mit der Zuwanderung machen, aber gleichzeitig sämtliche negativen Aspekte, welche mit der Zuwanderung verbunden sind, einfach mal negieren und oder sogar ins lächerliche ziehen. Mit “Erhaltung der jungen Erfolgsgeschichte” (schon wieder so ein Versuch seine Eigeninteressen hinter einer moralisch angehauchten Phrase zu verstecken) hat dieses Gebahren wenig zu tun. Als angeblich Einheimischer sollten sie aber schon wissen dass es der Schweiz schon vor der PFZ gut gegangen ist, oder?

          • Karl Drais sagt:

            Ihnen scheinen wohl die sachlichen Argumente ausgegangen zu sein, weshalb Sie mich nun persönlich angreifen. Ah nein, Entschuldigung, sie hatten solche ja gar nie… 😉

            Gemäss Ihrer Definition wäre ich also gar kein Profiteur der Zuwanderung. Warum sollte ich mich dann für offene Grenzen stark machen?

            Ja, der Schweiz ist es vor der Einführung der PFZ auch schon gut gegangen – aber auch schon schlechter. Gerade das Jahrzehnt unmittelbar davor (die 90er-Jahre) war von einer Krise geprägt. Genau wie Sie kann auch ich keinen kausalen Zusammenhang “beweisen”, doch bereits die (falschen) Korrelationen die Sie andeuten unterstützen Sie nicht gerade in Ihrer Argumentation.

            Den Rest Ihres “Gebahrens” verstehe ich leider beim besten Wilen nicht…

  18. Daniel Wigger sagt:

    Der Beitrag zeigt in eindrücklicher Manier, dass es nicht zu wenig Platz gibt, sondern zu wenig Wohnzonen. Das Land wird künstlich verknappt. Wie sonst wäre es möglich, dass die einkommensstärksten Kantone noch die grössten Reserven haben? Natürlich weil sie unter Druck sind und deshalb auch am meisten eingezont haben. Während ländliche Kantone zu wenig einzonen.

    Die Lösung besteht nicht darin, dass wir das Land noch mehr verknappen, im Gegenteil. Vor allem müsste die Infrastruktur mit dem Bevölkerungswachstum Schritt halten. Es ist nicht möglich, dass wir immer noch mit zweispurigen Autobahnen und zwischen Bahnhöfen aus dem 19. Jahrhundert uns fortbewegen können.

    Die Schweiz ist nicht nur strukturell, sondern auch in den Köpfen in den 1960er Jahren steckengeblieben. Natürlich könnten wir versuchen, möglichst viele Schweizer in Dörfern mit grünem Rasen und Gartenzwerg wohnen zu lassen, und alles fremde rausschmeissen. Ob es eine Zukunft hat weiss ich allerdings nicht.

    • jaguarin sagt:

      Da wir hier in den 60er steckengeblieben sind, leben wir auch länger und gesünder, als die anderen Europäer. Das wichtigste für den Menschen ist möglichst viel Natur um sich zu haben, von dem haben wir bereits zu wenig.

      • Daniel Wigger sagt:

        Komplett falsch. Unsere höhere Lebenserwartung verdanken wir u.a. dem hohen Lebensstandard und den Ausgaben für die Gesundheit. Wenn wir das Wachstum nicht mehr haben wie in Italien, Spanien, Griechenland usw können wir uns unsere Gesundheit nicht mehr leisten. Die Gartenzwerge sorgen dafür nicht, im Gegenteil, der Anteil an Düngemittel und Schädlingsbekämpfungsmittel vno Hobbygärtner verringern ihn.
        In Japan werden die Menschen am ältesten, trotzdem leben die allermeisten in Hochhäusern, haben keine Gärten und haben minimal Platz.

        • Karl Drais sagt:

          Herr Wigger, was wollen Sie eigentlich? Zuerst plädieren Sie dafür, dass ländliche Kantone mehr einzonen? Und dann ziehen Sie Japan als Vorbild heran, das mit die grössten und dichtesten Städte baut und seine Natur extrem verschont? Bitte klären Sie Ihre Haltung!

          • Daniel Wigger sagt:

            Ich will beides! Höhere Verdichtung und mehr Einzonung. Das System der Bauzonen war 1968 einzigartig und ist auch heute noch eine Ausnahme. Ich verstehe nicht, wieso jemand nicht ein Haus bauen kann, wenn er Land besitzt. Andererseits sollten wir Städte verdichten, wie es unsere Städte sehr gut machen. Was ich jedoch gesagt habe: Nicht die schöne Natur erhält uns unsere Gesundheit und unser Zukunft, sondern unser Einkommen. Mit der rüchwärtsgerichteten Verhinderungspolitik gewisser traditionellen Kreise gewinnt man keinen Blumentopf!

          • Karl Drais sagt:

            Naja “die schöne Natur” gibt es wohl in der Schweiz eh schon nicht mehr, es ist doch letztlich alles vom Menschen beeinflusst und darum vielleicht eher ‘Kulturlandschaft’. Trotzdem finde ich, dass grosse unbebaute Gebiete in der Nähe sehr wesentlich zu einer guten Lebensqualität und der Gesundheit beitragen. Im Wald joggen tut extrem gut, kostet einen sozusagen nichts und schadet in der Regel auch sonst niemandem. Wenn man aber mit dem Auto ins Gym fährt, muss der arme Jogger die Abgase einatmen und kann dann dort wo das Gym steht auch gar nicht mehr durch. Geschweige denn die Rehe und Hirsche.

  19. Rennie Wyss sagt:

    Möglichst alle Baulücken schließen, und dann müssen wir uns nicht wundern, wenn die Kinder immer früher übergewichtig und auch sonst gestört sind.

    • Karl Drais sagt:

      Sie werden gesünder bleiben, wenn sie dank dichter Besiedlung mit dem Velo ins Büro fahren können, als wenn sie “auf dem Land” wohnen und dann nur noch Auto fahren.

  20. Nünlist sagt:

    Aus der Gesamtfläche der Schweiz, abgeglichen mit den eingezonten Flächen, ohne Berücksichtigung der Flächen, die wegen Bergen u.s.w. überhaupt nicht bewohnbar sind (!!!) eine eingezonte Fläche von 8% zu berechnen, ist völliger Schwachsinn! Es muss zuerst herauskristalisiert werden, wieviel der Fläche der Schweiz aus topographischen Gesichtspunkten überhaupt bewohnbar wäre und aus jener Zahl die prozentual eingezonte Fläche zu berechnen. Das würde völlig andere Zahlen geben und den ‘Dichtestress’ sicher belegen; selbst im Vergleich zu den flachen Niederlanden!

    • Karl Drais sagt:

      Aha, Niederlande also:
      – 1/5 der Fläche ist Wasser
      – 1/3 der Fläche sind Polder, also Gebiete die ohne künstliche Deiche auch überflutet wären
      – 60 Prozent der Bevölkerung lebt auf solchen Poldern
      Quelle: diercke.de

      Und zur Schweiz: Verspüren Sie mehr Dichtestress, wenn Sie aus dem Fenster schauen und Berge sehen?

      • Peter Schmid sagt:

        Wenn man auf diesen “Polder” wohnen kann, dann ist das ja wohl ganz offensichtlich kein unverbaubares Land Herr Dais. Die wenigsten Schweizer sehen übrigens die Berge wenn sie aus dem Fenster sehen. In den während den letzten Jahren aus dem Boden gestampften Hasenställen sehen sie gerade noch mal in die Küche des Nachbarn. Und ja, das ist ganz bestimmt Dichtestress.

        • Karl Drais sagt:

          Eben, aber davor war das ja alles Wasserfläche und wäre deshalb kaum als bewohnbares Land angerechnet worden. Analog dazu sind die Berge genau so bewohnbar – alles eine Frage des Aufwands. Aber jetzt nicht wieder falsch verstehen – ich möchte keinesfalls die Berge überbauen, eher im Gegenteil!

          Wissen Sie, es gibt noch etwas zwischen dem Hüsli auf der grünen Wiese mit Alpenblick und den “Hasenställen”, in denen man “gerade noch mal in die Küche des Nachbarn” sieht. Ich wohne mitten in einem der dichtest besiedelten Quartiere im Zürcher Sihlfeld und habe vor meinem Fenster blühende Kirschbäume, zwitschernde Vögel, sich sonnende Menschen, viele andere Fenster mit buntem Treiben – und das Beste: Samstags muss ich weder Rasenmähen noch Autowaschen…

          Leider sind glaub die verbreiteten Schweizer Denkmuster genau so verknorzt wie die Topographie… und nein, ich bin kein Zuwanderer.

        • Philipp Meyer sagt:

          Herr Schmid: anstatt zu argumentieren hilft oft ein Blick auf google-maps. Surfen Sie doch bitte durch Europa, vom Raum Italien nach Deutschland, Belgien, Holland. Sie werden selber sehen wie lächerlich klein unsere Siedlungsgebiete sind im Vergleich und wie gross unsere Seen- und Bergflächen. In Holland sind 3 Agglomerationen grösser bis deutlich grösser als die Agglo Zürich. Diese 3 Regionen sind ausserdem quasi zusammenhängend. Wie wollen Sie bitte, dass die Dichte dort drinen kleiner sein sollte als auf dem Mittelland? Der einzige richtige Vergleich wäre ausserdem folgender: welcher Anteil der Deutschen, Holländer usw. wohnt in welchen Räumen. Und mit Raum würde ich z.B. 30 oder 45 Minuten mit dem Auto definieren, denn es ist sinnlos jeweils die ganze Landesfläche zu nehmen, wenn man sich 99% der Zeit auf 0.1% deren Fläche bewegt. Verstehen Sie es nun endlich besser?

          • Peter Schmid sagt:

            Ich hole meine Information nicht bei Google-Maps und aus geschätzten Autominuten Herr Meyer sondern von den verschiedenen offiziellen Ämtern für Statistik. Diese Zahlen sind auch für sie zugänglich und mehr brauche ich zu Ihren extrem unwissenschaftlichen Methoden auch nicht mehr zu kommentieren.

          • Karl Drais sagt:

            Nein danke, mehr brauchen Sie wirklich nicht zu kommentieren. Philipp Meyers intelligente Argumentation spricht für sich.

    • Josef Baumgartner sagt:

      Nünlist: rein theoretisch wäre jede Schweizer Fläche bewohnbar, auch Berggebiete. In geologisch schwierigen Verhältnissen halt mit entsprechend mehr Aufwand. Ist aber trotzdem möglich. Waren Sie schon mal im Hotel am Kleinmatterhorn auf 3’800 m, welches in einem Felsen liegt? Dass dies aber nicht geschieht ist genau unser Glück, denn somit profitieren wir Schweizer von viel mehr unbewohnbaren Flächen, welche wir als Naherholungszonen geniessen dürfen.

  21. Roland Kast sagt:

    Und was passiert wenn dann mal die 11 Mio erreicht sind? Das grosse “Oha lätz!” ?

    • Stefan Baumgartner sagt:

      Das habe ich mich auch gefragt. Was dann? In der Technik legt man gewisse Systeme auf 40 Jahre aus. Als ein weiteres Beispiel hat der Bund die Energiestrategie bis in Jahr 2050 geplant. Aber bei der Bevölkerungsentwicklung, die als Grundlage für so ziemlich alle Zukunftsprognosen eminent wichtig ist, läuft man Planlos gegen eine Wand. Gemäss den Angaben in der Studie können noch ca. 2.8 Mio Menschen dazukommen, was ja beim heutigen Wachstum in 20-30 Jahren erreicht ist. Da frage ich mich schon wie seriös all die Prognosen sind wenn man keinen Schimmer hat wie das Bevölkerungswachstum in 30 Jahren sein wird.

    • Karl Drais sagt:

      Ja, wenn man dafür Einfamilienhüsli und Strassen baut, dann sicher!

      • Peter Schmid sagt:

        Ist ja schon klar Herr Dais. 2.3 Mio neue Zuwanderer brauchen auf alle Fälle nicht mehr Strassen, wenn man sie denn nur alle in einen riesigen Hochhauskomplex stecken würde………. und natürlich auch keine Schulen, Krankenhäuser, Freizeitangebote, Arbeitsplätze (welche ihrerseits selbstverständlich auch keine Infrastruktur benötigen)….. ironie aus.

        • Karl Drais sagt:

          Arbeitsplätze gibt es momentan genügend, wenn nicht zuviele – genau darum kommen ja die Zuwanderer. Schulen, Krankenhäuser und Freizeitangebote werden natürlich ausgebaut, das ist in unser aller Interesse.

          Und nun wieder zu den Einfamilienhüsli: Dieses Siedlungskonzept war vielleicht mal toll, aber es funktioniert nun einfach nicht mehr so, wie man sich das wünschen würde. Zuerst braucht man ein Auto, dann steht man im Stau, dann wird die Strasse ausgebaut, dann wird das Pendeln wieder attraktiv, dann wird einem die Aussicht von einem neuen Nachbarn verbaut, der braucht auch ein Auto, dann gibt’s wieder Stau… und wenn keine Zuwanderer kommen, dann wollen die Schweizer alle immer grössere Häuser, dickere Karren mit stärkeren Motoren….

          So oder so geht das nicht weiter. Wir müssen umdenken!

          • Karl Drais sagt:

            p.s.
            – von den gängigen Verkehrsmitteln ist das Auto…
            – von den gängigen Siedlungsformen ist das Einfamilenhaus…
            …weitaus am Flächen- und Energie-in-effizientesten.
            Nur damit Sie verstehen, warum wir umdenken müssen.

        • Peter Schmid sagt:

          Auch ohne Autos braucht es Strassen, oder denken sie etwa dass der Notfall-Arzt per ÖV anreisen soll, und der Bus-Verkehr durch Teleportation ersetzt wird? So sehr ich das Letztere unterstützen würde, leider ist eine demensprechende Entwicklung noch in weiter Ferne. Die Leute pendeln übrigens nicht weil sie dabei Lust und Freude verspüren, sondern weil ihr Arbeitsplatz von ihrem sozialem Umfeld (es soll tatsächlich noch intakte Familien in diesem Land geben) getrennt ist. Und dass die Arbeitsplätze selbst auch Infrastruktur benötigen kehren sie einfach mal unter den Tisch.
          In der Schweiz leben übrigens, ganz im Gegenteil zu den meisten anderen europäsichen Ländern, jetzt schon überdurchschnittlich viele Menschen in Mehrfamilienhäusern. Es würde ihnen gut anstehen zu akzeptieren dass sie absolut kein Recht darauf haben ihren Lebensstil anderen Menschen aufzuzwingen.

          • Karl Drais sagt:

            Ich will niemandem meinen Lebensstil aufzwingen. Manche Leute tun nur so, als seien sie unbedingt auf zwei Tonnen Blech und literweise Erdöl angewiesen, um ihr Hinterteil jeden Tag ins Büro zu schieben, und als sei jede Siedlungsform, welche den Raum etwas effizenter nutzt als ein Einfamilienhaus, gleich ein Hasenstall. Und dann jammern sie, wenn andere auch so leben möchten…

            Wenn ich sehe, wieviele Range Rovers in Zürich sinnlos rumgurken, und es dann nicht mal für brauchbare Velostreifen reicht, dann läuft etwas schief, und dann wird bald MIR ein Lebensstil aufgezwungen, der überhaupt nicht nachhaltig ist.

          • Peter Schmid sagt:

            Doch, da sie hier heftigst für eine Verdichtung in Verbindung mit uneingeschränkter Zuwanderung plädieren Herr Dais, und gegenteilige Meinung jeweils mit Bemerkungen wie “in bäuerlichen Denkmustern versumpfen” ins lächerliche zu ziehen versuchen, mach dies hier sehr wohl den Eindruck das sie ebendies wollen. Wenn sie für eine Verdichtung ohne, oder mit stark geregelter Zuwanderung wären, dann wären sie weit glaubhafter.
            Autos sind hier auch nicht das Thema. Ein Bus und ein Notfallwagen, sowie Lastwagen für den Transport der Güter brauchen sogar noch breitere Strassen (=Infrastruktur, darum geht es hier) als ein Range-Rover. Und letzeres sage ich nicht gerne da ich mich persönlich wohl ebenso stark wie sie über diese Ungetüme in den Städten aufrege.

          • Karl Drais sagt:

            Nein, anstatt zu jammern und vergangene Zeiten zurückzusehnen versuche ich bloss Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man auch ohne uneingeschränkten Ressourcenverbrauch sehr zeitgenössisch und angenehm leben kann. Und da ich mich selber seit einigen Jahren schon darin übe, spreche ich natürlich lieber aus eigener Erfahrung und leite daraus meine politische Haltung ab, als mich direkt in das Leben anderer Leute einzumischen.

            Na, und so wie Sie hier austeilen erlaube ich mir natürlich gerne zwischendurch auch einen Seitenhieb…

            So, und nun wieder zum Thema: Verdichtung.
            Damit im Zusammenhang steht sehr wohl das Auto, denn es wird im Zusammenhang mit “Dichtestress” meistens genannt. Kein Wunder, schliesslich braucht es extrem viel Platz und Energie, heizt das Klima an und schädigt den Menschen mit Lärm und giftigen Abgasen. Für gewisse Zwecke ist dieses Verkehrsmittel sicher super – you name it: Bus, Notfallwagen etc. – aber für diese Zwecke ist unser Strassennetz längst gut genug. Das Problem ist, dass der Schweizer Durchschnittsbürger täglich alleine in einem viel zu grossen Fahrzeug eine viel zu weite Strecke fährt, nur um in einem stinknormalen Büro in einen weltweit vernetzten Computer zu starren. Und weil die Durchschnittsfamilie wohl eh schon zwei Autos besitzt, fährt man am Wochenende, um etwas zu “erleben”, in die Shopping Mall oder “ins Grüne”, welches man damit selber zerstört.

            Zur Zuwanderung, welche Sie ja immer in direkten Zusammenhang mit dem Dichtestress sehen: Gerade wir Schweizer leben heute in einer sehr stark globalisierten Welt (im Gegensatz zu Nordkorea etwa, welches sich abschottet). Nun gibt es aber global gesehen gar keine Zuwanderung, sondern bloss immer vorübergehende und sich wechselnde Migrationsströme. Und ja, natürlich führt dies lokal immer wieder zu Veränderungen und bringt auch einige, meist ebenfalls vorübergehende, Probleme mit sich. Doch die Menschheit hat es damit sehr weit gebracht und trotz weiter steigender Weltbevölkerung ging es noch nie so vielen Menschen so gut wie heute.

  22. Kevin sagt:

    Die Schweiz könnte, muss aber nicht.

    • Toni Müller sagt:

      Ich denke nicht mal von “könnte”, kann die Rede sein. Da ist etwas Supertheoretisch.

    • Mario Monaro sagt:

      Wenn man von Verdichtung spricht um Naturflächen zu erhalten bin ich sehr dafür, aber Verdichtung für Bevölkerungswachstum? Nicht in diesem Massstab jedenfalls.

  23. Pesche Kellerhals sagt:

    Eine halbe Million zusätzliche Einwohner alleine im Kanton Zürich: Da sollte man sich auch überlegen, was dies für Strasse, Schiene usw. bedeutet. Die Hauptfrage ist für mich: Wer soll denn so etwas überhaupt wollen?

    • Thomas Roth sagt:

      na zb die Chefs aller Grossisten. Dort wo Umsatzwachstum nur noch durch Zuwanderung möglich ist. Die würden die leute am liebsten stapeln damit der eigene Umsatz > Bonus stimmt.

  24. Bernhard Piller sagt:

    Jede Geschichte hat ja eine Moral. Ist die Moral dieser Geschichte, dass Verdichtungsreserven dazu dienen, möglichst schnell abgebaut zu werden? Wie der Flugplatz Dübendorf: Es kann ja nicht sein, dass wir späteren Generationen ein Stück Grünwiese hinterlassen!

    • jaguarin sagt:

      Ganz schlimm, wenn man noch Grünwiesen hat. Ich fand Zürich vor 20 Jahren schon unbewohnbar, weil zu wenig grün. Ich zog aufs Land, es war alles perfekt, aber jetzt wurde alles grüne überbaut und um mich herum nur noch neue Häuser. Das ist nicht mehr gesund für die Seele, sondern stressig.

      • Karl Drais sagt:

        Da sehen Sie jetzt was passiert wenn sich alle so verhalten wie Sie!

        • Peter Schmid sagt:

          Seit dem Beginn der PFZ ist der Wohnflächenverbrauch pro Person ganz im Gegenteil zu den 80-igern kaum mehr gestiegen. Die Verbetonierung der letzten 10 Jahre ist also erwiesenermassen hauptsächlich auf die Zuwanderung zurückzuführen. Wenn da eine Person aus der Stadt in welcher sowieso schon ein statistisch bewiesener Wohnungsmangel herrscht aufs Land zieht, dann haben Sie ganz bestimmt kein Recht das derjenigen Person vorzuhalten Herr Drais!!

          • Karl Drais sagt:

            Dann raten Sie mal, dank wem dann ausgerechnet “seit dem Beginn der PFZ … der Wohnflächenverbrauch pro Person ganz im Gegenteil zu den 80-igern kaum mehr gestiegen” ist!

            Kleiner Tipp: Es sind wohl die selben, welche den Arbeitskräftemangel hier decken und damit helfen, den Schweizer Wohlstand aufrecht zu erhalten.

          • Josef Baumgartner sagt:

            Es gibt einige Innerschweizer-Kantone in der Schweiz, welche an Bevölkerung verloren haben. Im gleichen Zeitraum hat sich ihre Siedlungsfläche etwa gleichhstark erhöht wie der Schweizer Durchschnitt. Wie bitte soll das denn gehen?

          • Peter Schmid sagt:

            @Joseph Baumgartner. Laut den Daten des Bundesamtes für Statistik gibt es keinen einzigen Kanton der in der Bevölkerungszahl abgenommen hat. Woher haben Sie Ihre Information? Was es gibt sind einzelne Kantone bei denen es zu Verschiebungen innerhalb des Kantones gekommen ist. So kam es zu einem Bevölkerungsrückgang in vereinzelten Berggebieten, aber trotzdem ist die Bevölkerung es Kantones als solches gewachsen.

  25. Löst dieser Artikel nur bei mir Kopfschütteln aus?

    • Rolando sagt:

      Nein, bei mir auch!

      • guido sagt:

        bei mir auch, ziehmlich heftig und ich arbeite auf dem immobiliensektor seit knapp 40 jahren

      • Claudio sagt:

        Und auch be mir.
        Haben wir doch kürzlich mit der MEI gegen ein zügelloses Wachstum abgestummen. Scheint mir aber noch nicht bei allen angekommen zu sein.

        • Georg Kaiser sagt:

          Kopfschütteln, wieso? Wenn man jedem Bürger vorschreibt, wo er wohnt, arbeitet und dass er konsequent über Internet einkauft, dann könnte man sogar noch die Verkehrswege verdichten! Es lebe der immerwährende Kreislauf des Wirtschaftswachstums!

          • Peter Schmid sagt:

            @Georg Kaiser. Geben Sie mir auch nur einen einzigen vernünftigen Grund an weshalb wir Schweizer zugunsten noch mehr Einwanderung unsere Lebensqualität aufopfern sollten. Und Nein, die 0.2% Wachstum “dank” den hochgelobten Bilateralen die uns diese Misere eingebrockt haben, sind ganz bestimmt kein Grund. Ganz heftiges Kopfschütteln von mir.

          • Margot sagt:

            …wenn man jedem Bürger vorschreibt….wie in der DDR? Damit mehr Ausländer Platz haben? Momentan haben wir einen BIP Wachstum der nur auf Zuwanderung basiert. Mit dem Bevölkerungsmix fahren wir voll auf die Betonwand. Das gibt ein ganz böses Erwachen der Wachstumfetischisten.

          • Karl Drais sagt:

            Herr Schmid, als Ihr beliebtester Diskussionspartner ich gebe ich Ihnen den Grund:

            Weil wir zur Zeit nur mit dieser Zuwanderung unsere geliebte Lebensqualität aufrecht erhalten können, während die halbe Welt seit Jahren mit Krisen zu kämpfen hat.

            Und vielleicht auch, weil wir nur ein kleiner Klecks auf der Weltkarte sind und vielleicht auch ein bisschen nett zu den anderen sein sollten, weil sich der Spiess auch mal drehen kann und wir dann erst Recht auf deren Kooperation angewiesen sind.

          • Peter Schmid sagt:

            @Karl Dais. Genau diesen Beweis sind sie und die anderen Befürworter der ungezügelten Einwanderung aber noch schuldig. Die der AHV trotz 10-jähriger Masseneinwanderung das Geld ausgeht (war ja schliesslich eines der Hauptargumente) und da die faktische Lebensqualität (die besteht nämlich nicht nur aus Geld – andererseits stagnieren die Löhne oder sind sogar zurückgegangen) für die meisten Schweizer eben gesunken ist, bin ich wirklich auf ihre Beweise gespannt.

          • Karl Drais sagt:

            Wenn sich in der Politik etwas einfach so “beweisen” liesse, dann wäre sie nicht so kompliziert! Oder können Sie beweisen, dass es uns ohne die ausländischen Fachkräfte heute genau so gut ginge?

            Im Übrigen widersprechen Sie sich: Unten bestreiten Sie die Lebensqualität, die Sie oben beschworen haben.

          • Peter Schmid sagt:

            Also entspricht es der Tatsache dass einerseits die negativen Aspekte der Zuwanderung der letzten Jahre (inklusive die wie Pilze aus dem Boden schiesssenden verdichteten Beton-Hasenställe), höherer Druck auf die Infrastruktur, höhere Lärmbelastung überall, massiv mehr Druck auf den Arbeitsmarkt, sicht- und beweisbar sind und auch von einem Grossteil der Schweizer inzwischen am eigenen Leibe wahrgenommen werden. Auf der anderen Seite wird einfach mal ins blaue behauptet dass eben diese Einwanderung in Kombination mit Verdichtung unsere Lebensqualität erhöht. Wessen Lebensqualität denn?
            Ja, Wohlstand ist ein Teilaspekt der Lebensqualität (kein Widerspruch), aber eben genau dieser Wohlstand kommt ja auch nicht beim Grossteil der Schweizer an. Was bleibt ist der kurzfristige Profit für einige Wenige, während der Grossteil der Schweizer die negativen Konsequenzen “solidarisch” mittragen muss. Da schliesse ich mich doch auch als Akademiker gerne dem “bäuerlichen Denken” an und versuche für meine Kinder und (hoffentlich mal) Enkelkinder eine lebenswerte Schweiz zu erhalten.

          • Karl Drais sagt:

            Ich verstehe ja Ihre Ängste – ja, es gibt auch Probleme. Es gab wohl noch nie in der Geschichte der Menschheit irgendwo eine Blütezeit ohne Reibung und Veränderung, ohne irgendwelche Kollateralschäden.

            Bitte hören Sie auf, mir meine Worte in der Tastatur umzudrehen! Ich habe nie “einfach mal ins blaue behauptet dass eben diese Einwanderung in Kombination mit Verdichtung unsere Lebensqualität erhöht”. Ich meinte, dass es momentan in der Schweiz einen Fachkräftemangel gibt und Zuwanderer, welche diese Vakanzen stopfen dazu beitragen können, unseren Wohlstand aufrecht zu erhalten.

            Ich gebe Ihnen recht, dass dieser Wohlstand zusehends ungerechter verteilt ist, sowohl global als auch lokal betrachtet. Diese Entwicklung ist wohl langfristig für alle schädlich und muss aufgehalten werden. Was Sie aber nicht können, ist die Zeit anzuhalten oder gar zurückdrehen. Es bringt deshalb nicht den gewünschten Effekt, konservativ und/oder wirtschaftsliberal zu wählen, denn die Mächtigen aus genau diesen Kreisen sind die wirklichen gesellschaftlichen Profiteure, wenn nicht Schmarotzer.

            Wenn Sie die Schweiz lebendig und lebenswert erhalten wollen, wählen Sie hoffentlich links-grün!

        • Josef Baumgartner sagt:

          Claudio: kleine Frage, wir sollen mit der MEI gegen zügelloses Wachstum abgestummen haben? Sie verwechseln mit der ECOPO, welche massiv vom Volk verworfen wurde. Die MEI sagt es umgekehrt: Einwanderung so zu steuern wie von der Wirtschaft benötigt, das heisst beinahe unbegrenzt. Das hat das Schweizer Volk so gewollt, wenn auch nur knapp. Kann es sein,d ass Sie die Abstimmungsunterlagen nicht studiert haben?