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Die Eroberungen der Separatisten in fünf Bildern

Von DB, 13. Februar 2015 21 Kommentare »
Im Sommer schienen sie am Ende. Jetzt kontrollieren die Separatisten ein Gebiet, in dem Millionen Menschen leben. Die Grafik zur Lage in der Ostukraine.
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Ruhig ist es in der Ostukraine auch knapp 24 Stunden nach der Unterzeichnung der Vereinbarung von Minsk nicht. Seither seien mindestens elf Menschen getötet worden, teilten die ukrainische Armee und die Rebellen am Freitagmorgen mit. Ukrainische Medien berichten, dass die Separatisten den Versuch, den wichtigen Verkehrsknotenpunkt Debalzewe zu erobern, noch nicht aufgegeben haben. Ihre beiden Hochburgen Donezk und Luhansk sollen von ukrainischer Seite beschossen worden sein. Doch im Vergleich zu den Tagen vor Minsk scheinen die Kämpfe abgenommen zu haben.

Ab Sonntag um 0.00 Uhr sollen die Waffen tatsächlich ruhen. Ein Blick auf die Entwicklung des von den Separatisten kontrollierten Gebiets zeigt, weshalb sie ein Interesse daran haben könnten. Noch im August 2014 standen die Separatisten vor dem Aus. Am 11. Februar 2015, dem Tag vor der Einigung von Minsk, kontrollierten sie ein geschlossenes Gebiet, das von Luhansk im Norden bis fast nach Mariupol im Süden reichte.

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Die Separatisten waren zuletzt im nördlichen Teil ihres Territoriums in der Offensive und im südlichen Teil eher in der Defensive. Den Verkehrsknotenpunkt Debalzewe in der Mitte zwischen Donezk und Luhansk versuchen sie seit Wochen zu erobern. Gelungen ist ihnen das bislang nicht.

Separatisten wie auch die ukrainischen Truppen scheinen derzeit nicht in der Lage, dem Konflikt militärisch die entscheidende Wende zu geben. Für beide Seiten macht ein Waffenstillstand zum jetzigen Zeitpunkt Sinn.

Erklärung zur Grafik
Die animierte Grafik basiert auf den Karten zur Situation in der Ostukraine, die der ukrainische Sicherheitsrat täglich veröffentlicht. Die Situation wird in diesen Karten aus der Optik der ukrainischen Seite dargestellt. Es ist möglich, dass die reale Situation an einzelnen Tagen davon abweicht oder von anderen Quellen anders dargestellt wird.

21 Kommentare zu “Die Eroberungen der Separatisten in fünf Bildern”

  1. Renato sagt:

    Wenn sich eine Region von einem Land abspalten möchte, sollte das mit allen diplomatischen Mitteln verhindert werden. Ansonsten wird die Integrität des Landes in Frage gestellt. Jeder macht was er will.

    Sobald jedoch Waffengewalt zugezogen wird, sollte das Volk abstimmen, ob es sich für Krieg und somit für unendliches Leid entscheidet, oder ob sie die Region gehen lassen.

    Sollte sich das Volk für einen Krieg aussprechen, würde eine Abstimmung zu einen späteren Zeitpunkt zu Frieden führen. Denn wenn erst die Kinder, Eltern, Freunde leiden und sterben, ist ein Krieg nicht mehr Mehrheitsfähig.

    Spätestens dann gibt der Klügere nach.

    Ich sehe keinen akzeptablen Grund (wenn es das überhaupt gibt) für einen Krieg in der Ukraine, Israel etc…

  2. Stadelman Reto sagt:

    Die Kommentatoren die hier immer noch eindeutig “DEN Schuldigen” erkennen können beneide ich um ihre Fähigkeit, diesen komplexen Konflikt vollständig zu durchschauen. Sie sollten sich bei Gelegenheit bei der CIA oder wahlweise auch dem KGB melden und sich als Analysten zur Verfügung stellen. Ihre Chancen da angenommen zu werden stehen wohl gar nicht schlecht, Objektivität ist nämlich in beiden Lagern sehr gefragt…
    Spass bei Seite: Ich glaube dass das so enden wird wie mit Nord- und Südkorea. Eine entmilitarisierte Zone, zwei Staaten. Der eine unter Einfluss des Westens, der andere unter dem von Russland. Darauf steuert die ganze Sache wohl zu.
    Ist wohl besser als fortlaufender Krieg. Aber ob das langfristig gesehen wirklich eine gute Lösung ist?

  3. Hansjürg sagt:

    Die Rebellen rekrutierten sich zu tausenden aus russischstämmigen Truppen, die ihre Bewaffnung behalten haben. Stellen Sie sich das in etwa so vor, wie wenn das Tessin zu Italien möchte und die Tessiner Soldaten übernehmen das gesamte Material, das südlich des Gotthards in den Depots steht.
    Nur würden die Tessiner so etwas nie machen, weil wir ja in der Schweiz nicht die italienische Sprache verbieten und auch andere Schikanen gegenüber unseren Tessiner Freunden unterlassen…

    • John J Feller, SCV sagt:

      Warum eigentlich will der “Westen” derart krampfhaft der Ukraine helfen, mit Geld und Waffen?
      Was ist der Unterschied zwischen westlichen Waffen und Geld in der Restukraine und russischen Waffen (und Geld?) im oestlichen Teil.
      Die verschrienen “Separaisten” scheinen mir mehr motiviert als die abhauenden Uklrainer die auf EUros aus Bruessel warten. Die Wirtschaftsmisere in der Ukraine sind selbstverschuldet.

    • J. Trachsel sagt:

      Dann kommt jetzt noch die Matheaufgabe dazu. Selbst wenn alle Dienstpflichtigen im Tessin mit allem Kriegsmaterial das da gehortet wird gegen den Rest der Schweizer Armee antreten würde, wären sie wohl chancenlos. Wenn “italienischen Seperatisten” jedoch trotzdem territoriale Gewinne verbuchen könnten, müsste man davon ausgehen dass sie von den Italienern unterstützt werden… Was wiederum verständlich ist da sie ja nicht von den ehemaligen Landsleuten massakriert werden wollen. Die Italiener hätten sicherlich nichts gegen eine Erwiterung ihrer Landesgrenzen und würden selbstverständlich die neuen Verbündeten mit Rat, Tat und Material unterstützen.

  4. Nagel mit Kopf sagt:

    Die Grafik ist eindrucksvoll, die Schlussfolgerung aber falsch. Gemäss Abkommen gelten nämlich die Grenzverläufe vom 11. Sept. 2014, nicht diejenigen vom 11. Febr. 2015 als Waffenstillstandslinie. Vergleiche!

  5. Thomas Hunkeler sagt:

    Solange der Westen nicht vor hat zu zugeben dass er in Venezuela die Putschisten unterstützte, und auch in der Ukraine die erfolgreichen Putschisten unterstützte, wie auch dass er bis Heute Jihadisten aufrüstet obwohl diese Leute zu unseren Todfeinden gehören solange hat er Russland nichts zu sagen.

    • Kein Troll sagt:

      Jaja, und die Raketenwerfer und Kampfpfanzer sowie die schwere Artillerie wachsen in Lugansk und Donzek an den Bäumen oder fallen wie Mann vom Himmel. Es ist unbestritten, dass russischstämmige Ukrainer auf Rebellenseite kämpfen. Ebenso klar ist, dass massive Truppenunterstützung aus Russland in die Ukraine geflutet ist. Ansonsten wären die Rebellen nicht nur vor dem Aus gestanden sondern in Tat und Wahrheit wirklich weg. Sie hatten keine Reserven mehr, schon gar keine schweren Waffen und Munition. Man kann leugnen, solange man will, Russland ist keinen Deut besser als der Weltpolizist USA. Auf beiden Seiten nur Kriegsverbrechen, Lügen und Mord. Mir tut dort nur die Zivilbevölkerung leid, sonst niemand!
      Ein neutraler Beobachter

      • Frank Gerber sagt:

        Kein Troll, moderne Satellitentechnik kann feststellen, mit welchem Knoten sie ihre Schuhe gebunden haben. Finden Sie es vor diesem Hintergrund nicht auch etwas eigenartig, dass von diesen massiven Truppenunterstützungen und den ständigen Invasionen russischer Truppen, von denen in unseren Medien stänidg zu lesen und zu hören ist, kein einziger Beweis vorgelegt werden kann? Finden sie es nicht auch komisch, dass selbst der ukrainische Verteidigungsminister klar aussagt, seinen Truppen stünden keine regulären russischen Truppen gegenüber? Dass Poroschenko medienwirksam russische Pässe als “Beweis” vorlegt, und dabei vergisst, dass die Russen beim Militärdienst-Eintritt die Pässe abgeben und sich nur mit der “Hundemarke” (wie übrigens auch in der Schweiz) kennzeichnen? Es gibt da schon einige Punkte, die es sich zu hinterfragen lohnen würde.

  6. Schmid sagt:

    Wie war das in Libyen, da wurden die Separatisten von der Nato unterstützt.
    Cui bono, die verbrecherische Politik der Nato ?

    • Roger Nufer sagt:

      In Libyen gab es keine Separatisten. Es war ein Aufstand gegen den Diktator Gaddhafi. Das ist ein nicht unwesentlicher Unterschied. Aber eben: wenn es den eigenen obskuren Verschwörungstheorien nützt, ist jedes Mittel recht um Stimmung zu machen.

      • Claude Huber sagt:

        Soso, ein Aufstand gegen einen Diktator. Sie sollten nicht alles glauben das in der Zeitung steht. Fakt ist, das Ghaddafi sein Öl nicht mehr in Petrodollars verkaufen wollte, das bedeutet in der Regel, dass das transatlantische Bündnis die Höchststrafe ausspricht. Bei diesem westlichen Angriff auf Libyen wurden Vereinbarungen mit Russland (Zustimmung Luftschirm) für alle sichtbar gebrochen.

  7. Werner sagt:

    Woher haben wohl die Separatisten Ihre Panzer, wenn Putin schon sagt, Russland würde keine Waffen liefern? Da scheint mir doch einiges sehr schleierhaft. Ob dieser Krieg noch friedlich endet darf wohl bezweifelt werden.

    • Roger Walser sagt:

      @Werner: In den gebieten gab es sicherlich Kasernen und Militärstützpunkte wie im Resten der Ukraine, die haben sie einfach übernommen. Würde sich die Westschweiz von der Deutschschweiz abkoppeln hätten die auch Panzer ohne das die Franzosen liefern würden.

      • Martin Roner sagt:

        Genau, und es wachsen immer neue Panzer und Kanonen, wie bei uns die Äpfel auf den Bäumen!

        • Kein Troll sagt:

          Genau. Wenn man zudem weiss, dass die ukrainische Armee mangels Unterhalt und Geld nurmehr in Schrott herumfährt, frage ich mich schon, woher all die modernen Waffen der “Rebellen” kommen sollen. Mit Sicherheit nicht aus den zerbombten Stüztpunkten (Stichwort: Flugabwehrraketen). Die Gebrüder Grimm sind schon lange tot, ich glaube nicht an Märchen. Schon gar nich an welche, die ich nicht selber erfinde. Russland, oder einer seiner Vasallen, liefert Waffen und Menschen. Anders gehts gar nicht. Es sei jedem intelligenten Betrachter überlassen, was er davon halten will.

      • Peter sagt:

        @R.W. und selbstverständlich stellen im Welschen mehr und vor allem die neueren Panzer als in der Deutschschweiz.

      • Peter Schuppli sagt:

        Diese Begründung ist wenig stichhaltig. Die Rebellen verfügen über modernste Waffensysteme russischer Bauart, von denen die ukrainische Armee nur träumen konnte. Aber natürlich sind auch alle Berichte über die Versorgung der Rebellen durch die russische Regierung nur eine Erffindung der westlichen Medien, aller Evidenz zum Trotz …

      • Mario Monaro sagt:

        Ist sicher richtig, aber es wurde z.B. eine Russische Buk (Raketensystem) auf Ukrainischem Gebiet mehrfach fotografiert – mutmasslich genau das, welches die MH-17 abgeschossen hat. Da kann man sich nur schwer vorstellen, dass das eine Ausnahme war. Die OSZE darf nur zwei Grenzübergänge kontrollieren – warum die anderen nicht? Was läuft da, was die OSZE nicht sehen darf?

        • Frank Gerber sagt:

          Monaro, es ist eine unbestrittene Tatsache, dass die Ukrainischen Kräfte über BUK’s verfügen. Interessant, dass sie von einer fotografierten russischen BUK auf ukrainischem Gebiet sprechen, können sie mir diese Fotos zeigen? Meines Wissens wurden von russischer Seite Fotos vorgelegt, welche am Tag vor dem Abschuss eine ukrainische BUK im Raum der Absturzes mit Vollbestückung zeigten; am Tag nach dem Abschuss mit einer fehlenden Rakete.

          • Mario Monaro sagt:

            Diese spezielle Buk wurde zuvor bei einer russischen Parade fotografiert und dann wieder in der Ukraine. Suchen Sie mal die Website des Spiegel ab, da werden Sie fündig.