Logo

Wo es die meisten fremdsprachigen Schüler gibt

Von Michèle Widmer, 26. Mai 2015 30 Kommentare »
In der Debatte um das Frühfranzösisch geht gern vergessen, dass dies für viele Schüler bereits die zweite oder dritte Fremdsprache ist. Der Datenblog zur Serie #Schulewohin zeigt, wie verbreitet welche Sprachen in den Schweizer Schulen sind.
Stichworte:,

Die Schweiz streitet über das Frühfranzösisch: Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die zweite Landessprache an Deutschschweizer Schulen einzuführen? Eine für alle zufriedenstellende Antwort auf diese Frage gibt es bislang nicht – Gegner wollen das Französisch in die Oberstufe verbannen, Befürworter erinnern an den nationalen Zusammenhalt und plädieren für eine möglichst frühe Einführung.

Vor lauter Französisch geht in dieser Diskussion gerne vergessen, wie vielsprachig die Schweizer Schulen sind – immer mehr verschiedene Kulturen und Nationen treffen in den Klassenzimmern zusammen. Für viele Kinder ist Französisch bereits die zweite oder dritte Fremdsprache, die sie erlernen. In der obligatorischen Schule (Vorschule bis Sekundarstufe I) lag der Anteil ausländischer Kinder laut dem Bundesamt für Statistik (BFS) im Schuljahr 2012/2013 bei 24,4 Prozent. Die Zahl der Schüler ohne Schweizer Pass nimmt stetig zu, zehn Jahre zuvor waren es noch 21,7 Prozent.

Ein Blick auf die Schweizer Karte zeigt, in welchen Kantonen es am meisten ausländische Schüler gab. Im Kantonsvergleich befinden sich zwei Westschweizer Kantone in den vorderen Rängen. In Genf besitzen knapp 40 Prozent der Schüler keinen Schweizer Pass, in der Waadt sind es rund 34 Prozent. In der Deutschschweiz schwingt besonders der Kanton Basel-Stadt obenaus. Hier liegt der Ausländeranteil an Schulen bei über 37 Prozent.

Am wenigsten ausländische Kinder hat es in den Schulen im Kanton Appenzell Innerrhoden. Bloss 8,5 Prozent der Schüler sind dort keine Schweizer. Auch im Kanton Uri liegt der Anteil nicht schweizerischer Schüler unter zehn Prozent.

Die Zahlen des BFS zeigen auf, mit welchen Nationalitäten Schweizer Schüler das Klassenzimmer am häufigsten teilen. Mit einem Anteil von 23,1 Prozent sind dies Kinder aus dem früheren Jugoslawien. Ebenfalls hoch ist der Anteil der Portugiesen (16,8 Prozent) und Italiener (11 Prozent). Verschwindend klein ist dagegen der Anteil der Kinder aus Griechenland (0,2 Prozent) und Liechtenstein (0,1 Prozent).

30 Kommentare zu “Wo es die meisten fremdsprachigen Schüler gibt”

  1. teku03 sagt:

    Der Ausländeranteil nimmt natürlich stetig zu, ohne dieser könnte die Schweizer Wirtschaft womöglich auch nicht überleben. Aber dort wo Ausländer kommen, kommen auch Kinder. Für jede Privatschule Zürich und Sekundarschule Zürich benötigt es daher eine Integrative Förderung für Menschen mit Migrationshintergrund. Die Privatschule Zürich Nord bietet sogar spezielle Kurse zur Prüfungsvorbereitung Gymnasium Zürich an. Während des Unterrichts wird motiviertes Lernen gefördert, sodass auch Migranten die besten Chancen haben. Für Schüler mit berufstätigen Eltern wird auch die Ganztagesschule für Kinder Zürich und die Ganztagesschule für Jugendliche Zürich von der Primarschule Zürich angeboten.

  2. trudy müller sagt:

    Und alle Eltern die es sich leisten können schicken ihre Kinder in die Institute, Privatschulen, Internationale Schulen, u.s.w., dort ist in der Regel alles Englisch, einige gibt es mit ausnahmslos russisch sprechenden Schülern

    • alice schärer-Gurini sagt:

      ja in Zug gibt es viele Institute aber das heisst noch lange nicht dass die von der Farma nicht schwyzerdüsch lernen ?die Kinderhorts die jeden Morgen bei uns im Park sich aufhalten weil es Schattig ist da Lachen wir manchmal weil ein richtiges Chuderwelsch rauskommt!und die hier Wohnenden Kinder lernen es Spielend am Abend auf dem Spielplatz!wer nicht nachmag sind die Mütter?leider Sprechen die untereinander die Heimatsprache das ist sehr schade anstatt von den Kits zu lernen!!alice

  3. Heiner Hug sagt:

    Seltsame Studie, in unserem Städtchen liegt der Anteil Schüler mit fremdsprachigem Elternhaus bei ca. 50% – offizielle Zahlen der Schulverwaltung!
    Nach dieser Karte müssten es weniger als 24% sein.

    Aber ja, es ist völlig richtig. Diese Kinder sind noch mehr überfordert. Wir hatten mal Nachbarn, da sprach die Mutter mazedonisch, der Stiefvater türkisch, die Kinder lernten auf dem Spielplatz schweizerdeutsch, dann müssen sie in der Schule noch deutsch lernen – und dann auch noch englisch und französisch. Kommt noch dazu, dass sie bildungsferne Eltern haben. Das macht nicht viel Sinn.

    • peter sagt:

      klar doch, die andere Hälfte mit “Migrationshintergrund” hat “noch” keinen Schweizer Pass – und die Illegalen fallen durch die Statistik

    • Ruf sagt:

      Leider ist es so, dass das Niveau in den Klassen gedrückt wird durch die Ausländer. Es sind unsere Kinder, die zahlen für die verfehlte Einwanderungsstrategie.

  4. Rahel Storz sagt:

    Wir haben vier Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch und Rumantsch. Wenn nun jedoch mehr Leute Portugiesisch, Serbisch, Türkisch und Tamil reden, als Italienisch und Rumantsch müsste man sich überlegen, ob dies noch die Realität abbildet. Kleinbasel könnte als Zweitsprache Türkisch bekommen, Teile von Biel Portugiesisch, Teile in den reichen Expat-Gemeinden von Genf und Baselland, wo nur noch englischsprachige Leute wohnen, Englisch als Zweitsprache. Das wäre nur konsequent.

  5. Rahel Storz sagt:

    In so mancher Schulklasse in Basel wird mehrheitlich türkisch geredet. Die Kinder die nicht Türkisch sprechen haben einen Nachteil und werden in der Klasse als Kaffire ausgegrenzt und vor allem die Mädchen auch von den Jungs offen bedroht. Dies weiss ich von deutschsprachigen Kindern, die in einem Multikulti-Quartier in die Schule gingen, bis die Eltern den Versuch abbrachen und aufs Land zogen. Deren Schulkameraden schauen auf dem Pausenplatz Jihad Videos und geben an, dass sie im Türkei-Urlaub mit dem Vater Katzen geschossen haben als Übung für den Kampf gegen die Ungläubigen. Kaum sind sie 18 verreisen sie dann in die Türkei und gehen von dort zum Abenteuerurlaub nach Syrien. Die Lehrerschaft schaut weg und schickt die eigenen Kinder in die Minerva oder ins Baselland in die Schule weil das ja nicht sein darf und die kritiklos zu schluckende multikulti Utopie in Frage stellen könnte.

    • Leroy Jenken sagt:

      Selten so den Kopf geschüttelt. Ich lebe im besagten, vielfach verschworenen Basler MultiKulti Quartier, das einen spürbar hohen Anteil türkischer Einwanderer aufweist.

      Ganz offensichtlich haben Sie hier nie gelebt. Sonst wüssten Sie, dass das Zusammenleben allerlei Immigrantengruppen und Schweizern wunderbar funktioniert, auch auf dem Pausenplatz. Und wenn Sie mindestens einen Türken oder eine Türkin kennen würden, wüssten Sie auch, dass die Türken ein rationales, säkulares und assimilationswilliges Volk sind, die für Islamisten nichts übrig haben. Des weiteren wüssten Sie, dass insbesondere Türken, aber auch Muslime allgemein, niemals auf Katzen schiessen würden, da diese Tiere einen sehr hohen Stellenwert in ihrer Kultur einnehmen.

      Ich muss nun annehmen, dass Sie keine Ahnung haben, wovon Sie überhaupt reden und hier einfach nur Ihren Unmut kund tun wollen. Naja..

  6. Daniel Hofstetter sagt:

    Und wenn der Ausländeranteil 80% wäre, würde mich das als schweizer Vater grundsätzlich nicht stören. Relevant ist für mich, was für Ausländer an der Schule sind. Wenn ich in Basel die Klassen anschaue, habe ich bedenken meine Tochter einst dahin zu schicken. Der grosse Anteil an Türken und vom Balkan in 2. oder gar 3. Generation die sich nicht eingliedern können oder wollen sind mir ein graus. Hinzu kommen immer mehr Afrikaner mit nochmals anderen Kulturen.

    Natürlich gibt es auch den Ali und den Igor die sich wunderbar anpassen konnten, doch bleiben sie leider in der Minderheit. Man kann 20% Ausländer einfach viel besser integrieren als 50 oder 60 %. Die 37.5% sind ja nur ein Schnitt. Deshalb werde ich genau achten, wo meine Kinder einst in die Schule gehen.

  7. Flo sagt:

    Wieder einmal eine Statistik die viel sagt, aber nichts konkretes aussagt.
    Ich denke doch dass das Bildungsniveau z.B. im Kanton Genf der Fremdsprachiges um einiges anders ist als z.B. im Kanton Zürich – und das schafft doch eine ungleich andere Situation

  8. Johnny Bravo sagt:

    Die Frage sollte heissen: Wie viele Schüler be­herr­schen die deutsche Sprache nicht oder nur teilweise.
    Ob mit oder ohne Schweizerpass ist unwesentlich und kann durch Migrationshintergrund ja oder nein ersetzt werden.
    Das Bild das sich dann ergibt, ist realistisch. Was Sie hier aufzeigen ist schönfärberisch.

    • Lieselotte sagt:

      Das wäre zwar die wirklich wichtige Frage, aber sie lässt sich statistisch nicht beantworten – oder allerhöchstens durch die Lehrkräfte in den Schulen. Denn es gibt eine Menge Kinder mit Migrationshintergrund, die sehr gut Deutsch sprechen, so wie es auch Schweizer Kinder gibt, deren Deutsch sehr unvollständig ist. Es gibt eben in jeder Bevölkerunsgruppe Eltern, denen sehr an der Bildung ihrer Kinder liegt und solche, denen das egal ist. Wie aber soll man das statistisch erheben bevor die Kinder in der Schule/im Kindergarten sind? Und wer erhebt das dann und ab wann gelten Sprachkenntnisse als “gut”?

    • felix fischer sagt:

      Die Frage sollte wohl heissen, wie viele Schweizer beherrschen das Hochdeutsch – wenn ich an Verkäuferinnen und Verkäufer denke ! Schweizerdeutsch ist keine deutsche Sprache, sondern bestenfalls ein Dialekt.

      • HomeImprovementQueen sagt:

        Die Schweizer beherrschen von allen Deutschsprechenden das Hochdeutsch am besten. Schweizerdeutsch ist eine althochdeutsche Sprache. Was wir schreiben und als offizielle Sprache der Schweiz sprechen ist Schriftdeutsch. Herr Martin Luther lässt grüssen. Aber Schweizer Bashing ist in, da kann man von sich geben, was man will.

  9. regula hess sagt:

    es wäre interessant zu wissen, wie viele von den Kindern mit Schweizer Pass Elter haben die beide im Ausland geboren sind. dies ohne Schlussfolgerungen zu ziehen, sondern um ein Bild zu haben das der Realität entspricht, und darauf aufbauen zu können.

  10. Wesendrup sagt:

    Zumindest für BS und ZH bezweifle ich, dass die Gleichung “kein Schweizer Pass” = “fremdsprachig” aufgeht. Gibt es keine kantonalen Zahlen für die Herkunft der Schulkinder?

  11. Stefan Meier sagt:

    Soso, Exjugoslawien führt immer noch die Liste an. Obwohl dort seit 20 Jahren kein Krieg mehr herrscht. Offenbar findet immer noch eine Völkerwanderung von Jugoslawien in die Schweiz statt.

    • Max Bader sagt:

      Richtig. Kosovo und Mazedonien (Albaner) bilden immer noch eine der grössten Herkunftsländer der Einwanderer. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass der Familiennachzug immer noch sehr grosszügig geregelt, während andere europäische oder auch angelsächsische Länder hier längst die Schraube angezogen haben. Für einen grossen Teil der Albaner in der Schweiz kommt nicht mal ein albanischstämmiger Partner aus der Schweiz in Frage, sondern man holt sich jemand aus dem Ursprungsland.
      Das “Ex-Jugoslawien” allerdings an der Spitze steht, hat damit zu tun, dass man beim BfS noch nicht gemerkt hat, dass heute weder ein Land mit dem Namen Jugoslawien noch mit dem Namen Ex-Jugoslawien gibt.

      • Bonjour sagt:

        Es gibt auch kein Land mit dem Namen Deutschschweiz. Ex-Jugoslawien beschreibt ein Gebiet, von dem wir kaum etwas positives erfahren.

    • Leroy Jenkekn sagt:

      Der letzte bewaffnete Konflikt der Region wurde 2001 beigelegt. Wenn man keine Ahnung hat…

    • Hermann Klöti sagt:

      Die “Völkerwanderung findet nicht statt”, aber weil Zugewanderte in der Schweiz über Generationen weg nicht eingebürgert werden, nimmt die Zahl der Kinder formell ausländischer Herkunft nicht ab. Warum nur müssen sich die als Arbeitskräfte erwünschten Zuzüger auch noch wie Menschen benehmen wollen…….

  12. michael thomas sagt:

    Ob in den Basler Schulen, Firmen, oder Staatstellen. Schweizer sind immer mehr in der Minderheit und werden diskriminiert.

  13. buzzi sagt:

    Wenn die Kategorie des Ausländers ständig von verschiedensten
    Institutionen reproduziert wird, gibt es ihn tatsächlich.
    Das andere scheint wirklich wichtig zu sein für ein etwaiges eigenes.
    Derartige Unterscheidung zwischen gesellschaftlichen Subjekten werden nicht zum ersten mal durch wissenschaftliche erklärungen und Studien konstruiert und reproduziert. Aber Traditionen sind wichtig.

  14. Leroy Jenken sagt:

    Soviel zu den Zahlen. Nun gilt es, diese 25% soweit wie möglich zu assimilieren und so gut es nur geht zu Schweizern zu machen.

    • Patrick Leonardi sagt:

      Assimilieren? Unwürdig. Ausländer muss man integrieren. Ihre Eigenarten muss man Ernst nehmen.

  15. Rocko sagt:

    Wenn man jetzt noch all die eingebürgerten der letzten 50 Jahre dazurechnet, kannst du die Schweizer nach Definition ab 1000 v. Chr. suchen gehen. Bravo- Hauptsache liberal und offen.

    • Lieselotte sagt:

      Hat es der Schweiz bis heute geschadet, dass schon immer kräftig über die Grenzen geheiratet wurde? Schon 1939 heiratete jeder 8. Schweizer eine Ausländerin und jede etwa 20. Schweizerin einen Ausländer (wodurch sie damals ihre Schweizer Staatsangehörigkeit verlor). Da sowohl zuvor als auch danach gemischt staatliche Ehen geschlossen wurden und zudem immer ein grösserer oder kleinerer (währedn des 2. WK) Anteil der Bevölkerung aus dem Ausland stammte, dürfte es kaum einen Schweizer/eine Schweizerin geben, in dessen/deren Stammbaum kein/e AusländerIn vorkommt. Und jetzt? Hat es geschadet? Wie wäre die Schweiz denn ohne diese Zuwanderer? Industriell hätte sie wohl Einiges perpasst, kamen doch wichtige Unternehmer wie Brown, Boverin, Maggi, Suchard aus dem Ausland in die Schweiz. Und dann gab’s da noch diesen pietistischen schwäbischen Prediger, dessen Nachfahre heute Anker-Bilder sammelt.