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Der andere Olympia-Medaillenspiegel

Von Joachim Laukenmann, 25. Februar 2014 31 Kommentare »
Russland führt zwar den Medaillenspiegel von Sotschi an. Die Nation stellte aber nicht die effizientesten Sportler. Eine alternative Länder-Rangliste.
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Sechs Goldmedaillen und Rang sieben im Medaillenspiegel – die Schweiz ist stolz auf ihre Olympioniken. Doch was sagt die Länderwertung wirklich aus über die Leistung der Athleten? Sind die russischen Sportler, die 13 Goldmedaillen und damit auch Rang eins im Medaillenspiegel ergattert haben, wirklich besser als die der anderen Nationen?

Es sollte nicht verwundern, dass Weissrussland weniger Medaillen mit nach Hause brachte. Schliesslich nahmen nur 25 weissrussische Athleten an den Olympischen Winterspielen in Sotschi teil, gegenüber 232 russischen. Um zu beurteilen, wie erfolgreich die Olympioniken einer Nation wirklich waren – von Heimvorteil und möglichem Doping einmal abgesehen –, sollte man die Anzahl Medaillen durch die Anzahl teilnehmender Athleten dividieren. Da Goldmedaillen natürlich wertvoller sind als Silber und Bronze, ist bei der Berechnung dieses «Medaillenfaktors» Gold mit 3, Silber mit 2 und Bronze mit dem Faktor 1 gewichtet.

Hier zunächst nochmals der klassische Medaillenspiegel mit Angabe der Anzahl Athleten jeder Nation und der Zahl gewichteter Medaillen:

Der Medaillenfaktor ist nun einfach die Anzahl gewichteter Medaillen dividiert durch die Anzahl Olympiateilnehmer pro Land und präsentiert sich so:

Nun nehmen nicht Russland oder Kanada die obersten Ränge ein, nein, die Niederlande haben pro Sportler die meisten Medaillen eingeheimst. Man könnte also vermuten: Die Niederländer stellen die beste Olympiamannschaft. Und die Schweizer? Nun ja, die liegen bei dieser Sichtweise nur im unteren Mittelfeld.

Verzerrt wird diese Rangliste dadurch, dass einige Nationen bei Mannschaftssportarten wie Eishockey oder Curling dabei sind, andere nicht. Für die Schweiz kämpfen 46 der 163 Athletinnen und Athleten nur um zwei Medaillen: Männer- und Frauen-Eishockey. Würden 46 Olympiateilnehmer einer Nation in 46 verschiedenen Solo-Disziplinen mitmischen, könnten sie nicht nur zwei, sondern 46 Goldmedaillen erringen.

Eine bessere Rangliste für die Leistung der Sportler erhält man daher, wenn man statt der Anzahl Sportler die Zahl der Wettkampfteilnahmen berücksichtigt. Ein Eishockeyteam zählt dann jeweils nur «eins», schliesslich kann das Team auch nur eine Medaille gewinnen, während Dominique Gisin wegen der Teilnahme an vier Wettkämpfen (Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Kombination) mit einem Faktor vier in die Summe eingeht. Für die Schweiz erhält man so 151 Wettkampfteilnahmen.

Dividiert man nun die gewichtete Anzahl Medaillen durch die Anzahl Wettkampfteilnahmen (siehe Tabelle oben), erhält man die «Medailleneffizienz» der jeweiligen Nation:

Die Medailleneffizienz gibt die «Qualität» der Olympioniken einer Nation besser wieder als der reguläre Medaillenspiegel. Schliesslich ist bei der Medailleneffizienz berücksichtigt, wie viele der 98 Medaillen die Nation überhaupt hätte gewinnen können und wie viele Sportler sie bei jedem Wettstreit in die Waagschale geworfen hat. Auch hier erringen die Niederlande Rang eins, gefolgt von Norwegen. Russland rutscht trotz 13 Goldmedaillen auf Rang drei ab.

Und die Schweiz? Mit Rang 12 schneiden unsere Olympioniken immerhin besser ab als beim obigen Medaillenfaktor. Aber Rang 7 wie beim Medaillenspiegel verfehlen sie bei weitem. Beachtlich ist, mit welch komfortablem Abstand die Niederlande auf Rang eins liegen. Deren Medailleneffizienz ist mehr als viermal so hoch als die der Schweizer Olympioniken. Sollte uns das zu denken geben?

Die Anzahl Athleten kann je nach Quelle leicht variieren. Hier wurden die in der englischen Wikipedia für jede Nation angegebenen Zahlen verwendet. Bei der mühsamen Bestimmung der Anzahl Wettkampfteilnahmen könnte sich vielleicht hie und da ein kleiner Zählfehler eingeschlichen haben. Aber die Rangfolge bei der Medailleneffizienz dürfte das kaum beeinflussen.

Nachtrag: Auch die amerikanische Zeitschrift «The Atlantic» hat auf ihrer Website alternative Wege aufgezeigt, wie man die Medaillen bewerten könnte. So haben die Kollegen auch die Medaillen pro 10 Millionen Einwohner ausgerechnet. Dies wurde auch von einigen Lesern in den Kommentarspalten angeregt. Hier geht es zum Artikel: Did Russia Really Win the Sochi Medal Count?

31 Kommentare zu “Der andere Olympia-Medaillenspiegel”

  1. B. Tertre sagt:

    Die Meinungen hier über die Niederländischen Erfolge find ich ein bisschen irritierend.. Es ist noch nicht lange her, dass Norwegen und Deutschland tolle Athleten in dieser Disziplin stellten. Jetzt sind es die Holländer, die sich diese Erfolge verdienen, aufgrund von Investitionen, super Strukturen und herausragenden Einzelleistungen. Wenn der Schweizer Skiverband so vorbildlich arbeiten würde, dann hätten wir auch ein paar Medaillen mehr, als die zwei überraschenden, wenn nicht sogar zufälligen Goldmedaillen von Gisin und Viletta (womit ich Ihre Leistung nicht schmälern will).

  2. enrico henrici sagt:

    Das sieht dann in 8 Jahren wieder ganz anders aus. Es wird dann wohl Vierer-Rodeln für Mannen und Frauen sowie auch für gemischte Teams geben. Fällig ist doch auch das Rodeln durch die Halfpipe. Dreierbob (wie früher) ist auch angesagt. Beim Langlauf kommen 40 und 60 Kilometer dazu, sowie 10 Kilometer rückwärts laufen. Shorttrack mit Hindernissen ist auch eine Möglichkeit der ‘Bereicherung’. Usw.

  3. Christian Weiss sagt:

    Ist ja schön und gut, wenn die Niederländer da ihr Im-Kreis-rum-Schlittschuhlaufen und die Deutschen ihr Schlitteln veranstalten. Inzwischen ist aber das ganze olympische Programm überladen. Wenn im Eisschnelllauf über 500m, 1000m und 1500m Medaillen verteilt werden, wo dann die Abschnittszeiten sich zwischen den Disziplinen nur minim unterscheiden, wird es irgendwann zur Farce. Was die Team-Staffel im Rodeln sollte, ausser dass noch ein Medaillensatz mehr vergeben wird, konnte mir auch niemand erklären. In beiden Skeleton-Wettkämpfen waren zusammen nicht mal 50 Athletinnen und Athleten am Start. Warum gibt es zwei Nordisch-Kombination-Wettkämpfe, obwohl bei beiden 10 km Freistil gelaufen werden und der Unterschied nur darin besteht, dass das eine Mal von der grossen und das andere Mal von der kleinen Schanze gehüpft wird?

    • Harm Voordenhout sagt:

      Hmm, da haben wohl die Schweizer das Eisschnelllaufen nicht verstanden. Macht nichts, ich erkläre es euch gerne. 🙂
      Zuerst hat bei dieser Spielen über keine einzige Distanz, sowohl bei die Damen als bei den Herren, einer Kandidat auf mehrere Distanzen Gold geholt. Es ist bei Eisschnelllaufen genau so schwierig über alle Distanzen gut zu sein als bei Leichtathletik. Deswegen werden beim Leichtathletik auch 100m, 200m, 400m, 800m, 1500m, 5000m, 10000m und 42000m gelaufen, oder sollte dass auch alles auf ein Distanz gesetzt werden?
      Jetzt soll mir doch bitte mal ein Schweizer erklären was es so auf sich hat mit das auf diesem Latten den Berg runter zu schlittern. Wieso braucht es da 4 Disziplinen und noch eine Kombination, wobei nur die Kurven etwas anders gelegt sind??? 🙂

  4. Simon Schenker sagt:

    Man sollte auch noch berücksichtigen wieviele Sportler in der jeweiligen Sportart an den Start gehen dürfen. Beim Skifahren sind es ja maximal 4 pro Nation. Das ist glaub ich beim Eisschnelllaufen nicht so tief geregelt und es dürfen mehr Niederländer dort überhaupt teilnehmen. Beim Langlauf gibt es diese tiefe Deckelung auch nicht oder doch? Eben genau sowas sollte man dann wohl auch noch miteinbeziehen. Ein Fall für die ETH oder Universität im Rahmen eines Forschungsobjektes.

    • B. Tertre sagt:

      bei den Kurzdistanzen 500m, 1000m, 1500mm dürfen max. 4 Eisschnellläufer pro Nation starten, bei 3000m, 5000m, 10000m nur noch 3 Läufer pro Nation. Das stellt die Leistung der Niederländer in ein noch besseres Licht. Hut ab vor Oranje!

    • peter moerkerk sagt:

      Auch beim Eisschnelllauf ist der Anzahl Teilnehmer pro Distanz auf max. 4 pro Nation limitiert. Der Neid auf die Leistungen der Niederländer ist schon amüsant. Bei Leichtathletik hat noch nie jemand sich darüber empört, dass es Medaillen über 100, 200, 1500, 3000, 5000, 10000, 42000 Meter, plus noch Steeple und Estafetteläufe, Schnellwandern usw.
      Die Niederländer sind nun mal extrem gut in dieser Sportart. Gratuliere!

  5. Ausgerechnet die Holländer, die sich in einer einzigen, aufgrund deren Verbreitung masslos überbewerteten Randsportart profitieren (23 Medaillen: Eisschnellauf = Schlittschuhe + 1 Shorttrack = Schlittschuhe). Die Schweiz ist fair und gut platziert, da sie in mehreren, auch in hart umkämpften Sportarten erfolgreich war. Gold wird zu recht hervorgehoben und erfordert in aller Regel auch eine herausragende Leitung. Rangliste i.O.

    • B. Tertre sagt:

      Ihre Aussage finde ich ziemlich respektlos der Leistung der Niederländischen Läufer gegenüber. Glauben Sie mir, Ski Alpin, Bob, oder Langlauf ist in den Niederlanden genauso eine Randsportart wie für uns Eisschnelllauf.

  6. Maik sagt:

    Diese Medaillenspiegel erinnern mich immer unangenehm an die Zeiten des kalten Krieges.

  7. Kilchhofer sagt:

    Die Effizienz der holländischen Medaillen-Quotienten könnte sich (Wink ans olympische Komitee) noch deutlich steigern lassen, wenn man z.B. auch den 10 m-Sprint einführen würde, zusätzlich alle Strecken im Huckepackwettbewerb, attraktiv wäre sicher auch die Langdistanz mit nur einem Schlittschuh (zweiter Fuss nackt) etc etc: Auf geht’s!

    • Michael Visser sagt:

      … und im Ski-Alpin neben Super-G, Riesenslalom, Kombination, Super-Kombination vielleicht noch die Super-Super-Kombination und die kleine oder mittlere Kobmination oder die Einzel-Kombination … im Ernst, da scheinen etliche Schweizer ein wenig Mühe damit zu haben, dass wir Niederländer in einer unserer populärsten Sportarten dieses Mal halt recht erfolgreich waren; nur erschliesst es sich mir nicht ganz weshalb … in den NL macht sich ja auch niemand lustig über Schweizer Erfolge im Langlauf, bei dem es ja auch recht viele Variationen gibt.

      • Marco Zollinger sagt:

        Also ich finde das “mit hoher Geschwindigkeit im Kreis laufen” auf zig verschiedene Arten ebenfalls recht lächerlich. Der Vergleich mit Langlauf hinkt, Herr Visser. Dort gibt es lediglich Sprint, Skiathlon, 15km und 50km. Doch recht viel weniger Disziplinen bei einer breiter gefächerten Sportart im Vergleich zu einer, die sich lediglich in NL und Korea grösserer Beliebtheit erfreut.

        • Michael Visser sagt:

          War ja nur als verallgemeinertes Beispiel gemeint; ich dachte da etwa an Langlauf und Biathlon, Sprint, Staffel, verschiedene Distanzen, klassisch vs Skating, nordische Kombination … es gab dort alles in allem auch recht viele Medaillenentscheidungen. Und ich habe den grössten Respekt vor diesen Athleten, zumal ich selbst auch hin und wieder auf die Loipe gehe. Zudem wird Eisschnellaufen auch in den USA, in Kanada, Norwegen, Deuschland und Japan recht erfolgreich ausgeübt.

      • Peter Kalff sagt:

        Ich habs gut: ich bin halb Schweizer halb Hollaender und freue mich fuer beide!
        Aber mal ehrlich: soviel Nationalismus erinnert an schlechte Zeiten. Ich freue mich ueber jede und jeden der gewinnt, weil die Aufopferung fuer den Sport eine grosse Leistung ist. Da spielt es ueberhaupt keine Rolle welcher Nationalitaet der/die GewinnerIn ist.

  8. Richi sagt:

    Na, ja ein Artikel mit dem gleichen Inhalt (einfach ohne Schweizbezug) wurde am 23. Februar schon von Richard Florida in The Atlanitc gepostet – zumindest einen Verweis darauf wäre angebracht gewesen!

  9. Pudi sagt:

    Man könnte den Medaillenspiegel noch in x Arten definieren. So könnte man die Bevölkerungszahl nehmen, das vom Staat in den Sport investierte Geld, genannt Sportförderung, oder Aufgliederung in einzeln Sportarten e.t.c. e.t.c. Dieser Chauvinismus und die unglaublichen Kosten für so einen Anlass, führen dazu den eigentlichen Sinn zu vergessen. Coubertin (Gründer der Olymp. Spielen) sagte mal ” Dabei sein ist alles”. Leider geht diese Maxime immer mehr verloren und der Gigantismus nimmt überhand.

  10. Wilmer sagt:

    Super!! Die Holländer haben es seht gut gemacht!!

  11. Gustav Dietrich sagt:

    23 von 24 Medaillen der Niederlande wurden im Eisschnelllauf erzielt, also eine ziemlich einseitige Angelegenheit. Man könnte somit auch noch gewichten, in wie viel verschiedenen Sportarten diese Medaillen verteilt sind, also die Breite zum Ausdruck bringen.

    • Thomi sagt:

      So was in der Richtung wollte ich auch grade schreiben. Eine Art “Diversifikation” wäre dringend zu berücksichtigen, denn es kann nicht sein, dass Flachholland zur Wintersportnation wird, indem sie über alle erdenklichen Distanzen von gefühlten 50 m bis 50 km im Kreis herum kurven und dabei praktisch die einzigen sind, die dies ernsthaft betreiben …

      • dani sagt:

        Ja vielleicht sollte mal jemand Hockeystöcke und Pucks nach Holland bringen… Habe mir gedacht, dass im Kreis runden laufen auch spannender gemacht werden könnte: Wettkämpfe aus dem Radsport wie Americains usw. übernehmen. Aber so ist Eisschnelllaufen das mit Abstand langweiligste…

      • peter moerkerk sagt:

        Noren, Schweden, Finnen, Russen, Kasachen, Chinezen, Koreaner, Belgier, Französen, Kanadier, Amerikaner, Polen, Tsechen, Deutschen, Österreicher, Hungarn, Weissrussen, usw. haben teilgenommen am Eisschnellauf. Soviele Nationen gab es bei viele anderen Sportarten sicherlich nicht. Neiddiskussionen….

        • Michael Visser sagt:

          … ob mit Schlittschuhen im Kreis herum laufen oder mit Skier im Kreis herumlaufen, wo ist der Unterschied? Ich glaube da haben etliche Leute hier ein Neidproblem. Zumindest machen wir es recht gut. Und vergessen wir nicht: mit dem Sieg von UBS Alinghi wurde die Schweiz ja auch plötzlich zur maritimen Grossmacht …

  12. Messerli Ueli sagt:

    Je nach gewünschtem Resultat lässt sich bekanntlich jede Statistik manipulieren. In den Niederlanden ist Eisschnelllauf Nationalsport, in Brasilien wissen die meisten Leute nicht was das ist. Wird nun eine Sportart olympisch, die nur in wenigen Ländern professionell betrieben wird, so ist die Wahrscheinlichkeit von Medaillen hoch. Darum ist die Nation am „erfolgreichsten“ die in den meisten“Disziplinen“ gewinnt. Oder noch besser, lasst es wie es ist.

  13. William sagt:

    um zu sehen wer die erfolgreichste nation dieser olympischen spiele war muss man einfach gucken wer das hockey finale gewonnen hat. ganz einfach. alle anderen knapp 300 Medaillen sind beigemüse.

  14. Ursle Rämsi sagt:

    Ich finde diese Medaillenspiegel ein bisschen pervers. Eine Medaille gehört dem Sportler und nicht dem Land oder einem sozialen oder politischen System. Leute brüsten sich mit der Medaillenanzahl ihrer Landsmänner und stärken so ihr Ego. Dies trägt zum Chauvinismus oder sogar zu Rassismus bei. Die Presse und solche Artikel tragen noch dazu bei. Das ist bedenklich

    • Philipp Hofmann sagt:

      Solange Schweizer Sportler bzw. deren Vereine/Organisationen/etc. staatliche Fördergelder erhalten oder sonstige staatliche Erleichterungen beziehen (subventionierte Trainingscamps. Sportanlage neugebaut, Trainingsareal vergünstigt zur Verfügung gestellt, Piste durch Armee präpariert, Erlass des Armeedienstes, etc.), und die TV-Zuschauer indirekt über ihre Gebühren den Erwerb der TV-Rechte finanzieren, womit auch wieder Gelder teilweise zu Sportverbänden zurückfliessen, solange stehen die Sportler sehr wohl in der Schuld der Allgemeinheit, die somit ihren essentiellen Beitrag an den Erfolg des Sportler geleistet hat. Mit falschem Stolz hat dies also nichts zu tun. Tja, so sieht die Realität aus. Und dass aus Sportskonkurrenz Rassismus erwachsen wäre, ist mir neu. Und Chavinismus gibt es immer überall. Den gilt es in Bahnen zu lenken, wo er wenig Schaden anrichtet. Auf der politischen Ebene kann er zu sehr schädlichen Folgen führen, im Sport hingegen ist er weitgehend harmlos.

    • Matthias Moser sagt:

      Auch wenn in der Schweiz die Sportler vom Staat wesentlich weniger unterstützt werden, als in vielen, resp. fast allen anderen Staaten, so habe sie (vorausgesetzt sie zahlen Steuern) auch dazu beigetragen. Somit stehen die Sportler durchaus in einer gewissen Schuld der Allgemeinheit gegenüber.

      Zudem ist Sport ein Wettkampf, der ja dieses mediale Interesse nur erreicht, weil die sportinteressierten Leute zuschauen. Der Zuschauer lebt ja diesen Wettkampf mit und die Spannung wird nur erreicht, wenn er mitfiebern kann. Würde er das nicht, dann gäbe es ganz einfach keinen Leistungssport mehr.

      Rassismus gibt es überall in der Welt und kommt sicher auch im Sport vor. Aber wenn man den respektvollen Umgang der Sportler aus den verschiedensten Ländern sieht, dann tragen sie, wenn schon, zur Überwindung von Rassenhass bei.

  15. Epp sagt:

    Sehr faire und überzeugende Einschätzung. Nun sollten aber noch die Voraussetzungen und die Einwohnerzahl eines Landes berücksichgit werden und dann wäre ein gänzliches Urteil perfekt.

  16. Susanna sagt:

    Hmmm, alles schön und gut, nur dummerweise zählt beim System Sport nicht die Leistungseffizienz, sondern wer die Medaillen geholt hat – that’s what it is all about. Dieselbe Leier hören wir doch immer, wenn die Schweiz 100 Mal auf ein Goal schiesst, wie gut sie doch war, aber der Gegner mit 1:0 gewinnt. Es geht nicht um die Schüsse, sondern – ich zitiere meinen ehemligen Trainer: “wer trifft, gewinnt”. Es geht nicht um das sich Bemühen, sondern um das Erreichen des Ziels, die Medaille.