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Aus diesen Ländern reisen die IS-Kämpfer an

Von DB, 3. September 2014 23 Kommentare »
Mindestens 12'000 ausländische Jihadisten kämpfen derzeit für die Terrorgruppe IS in Syrien und dem Irak – darunter auch Schweizer. Eine Übersicht.
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Von Raphael Rehmann

Was treibt sie an? Mindestens 2500 Personen aus westlichen Ländern kämpfen für den IS in Syrien und dem Irak. Das geht aus einem Bericht der New Yorker Soufan Group hervor – eine Organisation, die sich auf Datenerhebungen zur globalen Sicherheit spezialisiert hat. Die Zahlen stammen von Ende Mai. Inzwischen dürften sich also noch viele weitere europäische Jihadisten dem IS angeschlossen haben. Seit die Terrorgruppe am 29. Juni das Kalifat ausgerufen hat, intensivierte sie die Rekrutierungsmassnahmen.

Die überwiegende Mehrheit der Kämpfer, die für den IS im Einsatz ist, stammt zwar aus dem arabischen Raum – insbesondere aus den Nachbarländern Libanon und Jordanien und dem nahe gelegenen Saudi-Arabien. Doch ein beachtlicher Teil hat sich auch aus westlichen Ländern der Terrormiliz angeschlossen.

Auffällig ist etwa die hohe Zahl der IS-Kämpfer aus Frankreich –  700 waren es im Juni insgesamt. Das britische Magazin «The Economist» beschäftigte sich vertiefter mit Zahlen und Motiven der angereisten Europäer. Die vielen französischen Jihadisten lassen sich wohl mit dem hohen Anteil der Muslime in der Bevölkerung erklären. Auch für die vergleichsweise zahlreichen britischen Kämpfer gibt es eine Begründung: Der IS richtet seine Botschaften hauptsächlich an Amerika, da ist die Sprache Englisch sehr willkommen. Schwieriger nachzuvollziehen ist der – gemessen an der Gesamtbevölkerung – hohe Anteil IS-Unterstützer aus Belgien oder Dänemark.

Religiosität ist kaum ein Motiv

Gemäss Expertenaussagen im «Economist» besteht kaum ein Zusammenhang zwischen geringem Wohlstand und dem Engagement für den Jihad in Syrien und dem Irak. So stammten viele Europäer, die sich dem IS anschliessen würden, aus der Mittelschicht. Ein Waliser habe gar von vier Universitäten Angebote für ein Medizinstudium erhalten. Auch Religiosität – das am ehesten zu erwartende Motiv – erklärt gemäss dem Magazin nicht ausreichend, warum Europäer in den Jihad ziehen: Zwei britische Männer hätten vor ihrer Reise nach Syrien die Bücher «Islam für Dummies» und «Der Koran für Dummies» gekauft.

Was treibt die jungen Menschen also in den Terrorkrieg? Langeweile? Identitätssuche? Auffällig sei etwa, dass viele der IS-Kämpfer aus Belgien aus den verschlafensten Städten stammen würden. In solchen Städten würden Islamisten besonders hartnäckig neue Kämpfer rekrutieren.

Wie mit Rückkehrern umgehen?

Auch aus der Schweiz haben sich Islamisten dem IS angeschlossen. Der Nachrichtendienst des Bundes (NDB) spricht von 15 Schweizer Jihad-Kämpfern in Syrien, kann über die Motive allerdings nichts sagen.

Eines der grössten Probleme für die Herkunftsländer sei die Rückkehr der Jihadisten, schreibt der «Economist». Es sei schwierig, zwischen langen Gefängnisstrafen und Rehabilitierung die Balance zu finden.

Im Gefängnis bestehe die Gefahr, dass das islamistische Gedankengut unter den Insassen verbreitet werde. Werden Rückkehrer jedoch zu sanft angefasst, könne das die Gefahr von Attentaten im Land erhöhen.

23 Kommentare zu “Aus diesen Ländern reisen die IS-Kämpfer an”

  1. Koch Walter sagt:

    Es sollte mit Hochdruck daran gearbeitet werden, dass diese Heimkehrer in der Schweiz und im übrigen Europa, nicht zum unkontrollierbaren Selbstzünder werden. Herr Bundesrat Ueli Maurer weiss vielleicht Rat.

  2. Da muss irgend etwas dahinter stecken ! Wieso reisen so viele Europäer, auch Schweizer, in die Konfliktregion und kämpfen auf der Seite der Aufständischen ? Sind das etwa Freiheitskämpfer ? Sind das Solche, die denken, die USA entweihen heiligen Boden durch ihre militärische Präsenz im nahen Osten ? Wollen wir sie nicht am Besten befragen, um ihre Motive kennen zu lernen ? Eine Aufgabe, welche die BAZ wahrnehmen könnte. Schweizer Kämpfer in der Truppe der IS interviewen !

  3. Jerry Lee sagt:

    Ich plädiere für einen unbedingten Entzug der Staatbürgerschaft. Derjenige der die Hölle wählt, soll doch bitte schön dort bleiben.

  4. Lack Ronald sagt:

    Es sollten alle Staaten mal zusammenstehen und allen Kämpfern bei der IS und sonstigen Terrororganisationen ihren Pass entziehen und die Rückreise in ihre Länder verweigern. Kommt einer dennoch zurück gehört er lebenslang verwahrt dies ohne wenn und aber.

  5. Kaegi sagt:

    Rückkehrer müssen zur Rechenschaft gezogen werden und wenn bewiesen ist, dass sie an Tötungen beteiligt waren, muss dringend eine Anklage wegen Mord erfolgen.

  6. Meier Thomas sagt:

    Die Lösung ist vergleichsweise einfach. Es darf keine “Rückkehrer” solcher Verbrecher und Wahnsinniger geben. Entzug der Staatsbürgerschaft und Einreiseverbot. Kriegt das der Westen nicht hin, importiert er den Jihad und wird verbluten. Das ist die Aufgabe. Also bitte, lösen.

    • kurt mäschli sagt:

      Ich sehe das genau so, aber leider ist unser Staat hilflos gegenüber solchen Situationen. Es ist eine Schande solche Aussagen von Politikern und hohen Chefbeamten in den Zeitungen zu lesen! Da gibt es nur eines: Selbstjustiz gegenüber Rückkehrer aus dem Jihad!!

  7. Martin Cesna sagt:

    Wenn man die Grösse der europäischen Länder im Kopf sich dazu denkt, sind die Zahlen aus Frnkreich plötzlich gar nicht mehr so hoch, sondern die Kleinstaaten dürften da ein Problem zu lösen haben, besonders DK und NL. Auch in der CH ist es dann relevanter, als im Artikel beschrieben.
    …früher gingen die Abenteuerlustigen nach Amerika, wo noch grosse Träume möglich waren…

  8. Peter Camilleri sagt:

    Man sollte diese “Kämpfer” auf keinen Fall wieder einreisen dürfen, auch wenn sie die Nationalität besitzen. Sie sind schliesslich gegangen, um Menschen anderen Glaubens zum sunnitischen Islam zu konvertieren, oder zu vertreiben, oder einfach umzubringen! Bitte, wachen Sie alle auf!

  9. Karl sagt:

    Es gibt eine ganz einfache, aber sehr wirkungsvolle Lösung dieses Problems: 1. Personen bei denen der begründete Verdacht auf Jihadismus besteht, muss der Schweizer Pass und die Identitätskarte abgenommen werden! 2. Diesen Personen muss die Schweizer Staatsbürgerschaft aberkannt werden! 3. Diese Personen dürfen nicht mehr in die Schweiz einreisen. Unter Androhung harter Strafen bei Zuwiderhandlung!

  10. Peter Meier sagt:

    Tausende die unter dem IS morden, rauben, vergewaltigen, foltern, köpfen etc., die dann vermutlich irgendwann wieder zu uns zurück kommen – wollen wir das ?

  11. Urs Gautschi sagt:

    Die Lösung dieses Problems (Rückkehr) ist eigentlich so pragmatisch wie einfach. Wir müssen dafür sorgen, dass es keine Rückkehrer mehr gibt. Das heisst, diese Organisation vor Ort vernichten.

  12. strnad sagt:

    Diese Schwachsinn muss aufhören ! Sie dürfen nicht mehr zurück ! Man lasse doch Mörder nicht na hause kommen !
    Man weis schon lange, das EU ist stupid, aber die grenze maximale Stupidität dürfen diese halb Hirn Politiker nicht überschreiten !

  13. U.B. sagt:

    Dasselbe Problem hatten wir frueher schon mit der Fremdenlegion, die verboten war.Die meisten von diesen Legionaeren hatten
    Probleme mit den Behoerden ,Schulden,Alimenten usw.Bei der Rueckkehr hatten viele Geld und Rente – IV-Verletzten-Unterstuetzung usw.Vielleicht koennen diese Daten von damals helfen. U B

  14. Margot sagt:

    Woher sind die 15 IS Barbaren? Was für Nationalität und Religion haben diese? Woher kennt man die genaue Anzahl? Fragen über Fragen…

  15. Beat Rohr sagt:

    Seltsame Statistik – basiert sie auf Schätzungen? Und bei den Europäern handelt es sich ja meist um Leute mit arabischem Ursprung und Moslems, die wenigsten sind konvertierte “echte” Europäer. Und die Zahl “247” aus dem Irak ist sehr seltsam. ein grosser Teil des Kalifats besteht ja aus dem irakischen Staatsgebiet – und zig tausend irakische Stammeskämpfer sind ja in der IS? Aber eines sollte sicher schnell gemacht werden – denen die Staatsbürgerschaft sofort entziehen, Pässe sperren, Einreiseverbot – sofern sie die nächsten zunehmenden Kämpfe gegen die Kurden, Schiiten und US-Luftwaffe überleben.

  16. Hans Fretz sagt:

    Der Grund, warum sich diese Leute den IS anschliessen ist ein Racheakt gegen das Establishment.
    Wer mit den IS kämpft ist ein grausamer Terrorist, Söldner und Vaterlandsverräter. Dieses Gesindel soll mit den IS-Kämpfern untergehen. Es muss eine Möglichkeit geschafft werden, ihnen die Staatsbürgerschaft abzuerkennen mit Einreiseverbot in die Schweiz. Falls unser Volk es noch nicht gemerkt hat : Potenzielle Jihadisten gibt es nicht nur im Irak, sondern bereits unter unseren Teppichen, im eigenen Land.

  17. Ernst Bucher sagt:

    Wer derart verblendet ist und sich einem solchen kriminellen abscheulichen System anschliesst sollte niemals mehr zurückkehren dürfen, oder allenfalls auf Lebenszeit verwahrt werden wegen Gefahr für die Oeffentlichkeit.Wozu haben wir für die Ausweisungsinitiative abgestimmt? Solche Jihadisten begehen einen kriminellen Akt durch ihren Anschluss an eine verbrecherische Organisation und erfüllen die Bedingungen für die Ausweisung

  18. ri kauf sagt:

    Ich schätze mal, dass die Motivation eine Mischung aus Verblendung, Abenteuerlust und no future ist. Eigentlich müsste man die nicht mehr zurück lassen, resp. des Landes verweisen. Aber wahrscheinlich geht das nicht und wohin gehen sie dann? Da ist allenfalls guter Rat teuer….

  19. Stefan Meier sagt:

    Wie mit Rückkehrern umgehen? Genauso wie man mit Kinderschändern umgeht. Man verwahrt sie, punkt. Dann können sie ihren Jihad mit sich selber ausfechten.

  20. Marlis sagt:

    Es ist zu hoffen dass sich die ‘Heimatländer’ etwas einfallen lassen dass diese Psychopathen nicht mehr zurückkommen. Zeitbomben unter uns, das ist das letzte das wir brauchen. Solche Fanatiker die einmal mit Lust Totschlag und Mord begangen haben werden sich kaum zufrieden geben als friedliche Bürger . Wer geht hat schon eine Schraube los- diejenigen die zurückkommen sind gemeingefährlich.

  21. .Russland und zentralasiatische Republiken sind kaum gegen Jihadisten aus dem Ausland vorbereitet. Russland hat seit Jahren Probleme mit Islamisten im Inland, im Kaukasus, und kommt kaum mit denen im Inland zurecht.
    Im Prinzip hat Russland das gleiche Problem wie der Nahe und Mittlere Osten und Israel. In wenigen Jahren wird auch Europa dasselbe Problem haben, da die Türkei der ideale Brückenkopf nach Europa für die Islamisten ist.

  22. ramseier sagt:

    Für einmal ein NICHT bedauerliches Schlusslicht und trotzdem tragisch, dass wir auf der Liste überhaupt erscheinen.