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Die Rüschliker versteuern durchschnittlich 3,5 Millionen Franken

Von Iwan Städler, 25. August 2014 2 Kommentare »
Die Gemeinde an der Pfnüselküste ist die mit Abstand vermögendste im Kanton Zürich. Verantwortlich dafür ist ein einziger Mann.
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Das statistische Amt des Kantons Zürich hat kürzlich die Steuerdaten für 2013 ins Internet gestellt. Wir haben sie für Sie ausgewertet: In welchen Gemeinden verdient man am meisten? Und wo sind die Vermögen am höchsten? Den Artikel über die Verteilung des Einkommens finden Sie hier.

Und wie sieht es beim Vermögen aus? Die Rangfolge der Gemeinden unterscheidet sich zum Teil markant. So belegt etwa das einkommensstärkste Uiti­kon beim Vermögen lediglich den siebten Platz. Stattdessen dominiert dort Rüsch­likon, das beim Einkommen den achten Rang einnimmt.

Hier gehts zur vollständigen Rangliste: Sie können zwischen dem Einkommen und dem Vermögen hin- und herwechseln

3,5 Millionen Franken Vermögen versteuern die Rüschliker im Schnitt, wobei dies vor allem auf einen Mann zurückzuführen ist: Glencore-Chef Ivan Glasenberg. Das zweitplatzierte Zumikon kommt auf rund eine Million weniger – gefolgt von Küsnacht, das 2013 einen markanten Einbruch verzeichnen musste. Dort sank das durchschnittliche Vermögen aufgrund von Wegzügen und Todesfällen von 2,5 auf 2,2 Millionen.

Chart-Vermögen

 

Auch in Rüschlikon ist das steuerbare Vermögen abgesackt – seit 2011 um über 10 Prozent. Dies dürfte vor allem dem Glencore-Aktienkurs geschuldet sein. Er sank nach dem Börsengang markant – mit entsprechenden Folgen fürs Vermögen von Glasenberg. Darben muss der gebürtige Südafrikaner aber nicht. Er hat in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» vor einem Jahr bestätigt, dass er ein Vermögen von rund sechs Milliarden Franken besitzt.

Von einem solch reichen Einwohner kann Oberglatt nur träumen. Dort versteuern alle Ansässigen zusammen einen Bruchteil, nämlich 431 Millionen. Pro Steuerpflichtigen macht dies 125 000 Franken – weniger als in jeder anderen Zürcher Gemeinde. Leicht darüber liegen Schlieren, Dietikon, Höri und Opfikon, die aber ebenfalls ein Durchschnittsvermögen von weniger als 200 000 Franken ausweisen.

Armes Unterland

Vergleicht man die Rangfolge mit jener beim Einkommen, stellt man auch ganz unten markante Unterschiede fest. Dies widerspiegelt sich in der regionalen Verteilung: So weisen beim Vermögen vor allem die Bezirke Dielsdorf und Bülach tiefe Werte aus. Ländliche Regionen wie der Bezirk Andelfingen schneiden dagegen deutlich besser ab als beim Einkommen. Der Grund dafür liegt wohl im hohen Anteil an Wohneigentum. Wer ein Haus besitzt, versteuert in der Regel ein entsprechendes Vermögen. Dafür kann er die Hypozinsen und Unterhaltskosten abziehen, was das Einkommen senkt.

Ganz oben scheint dies eine weniger grosse Rolle zu spielen. Dort dominiert sowohl beim Einkommen als auch beim Vermögen der Bezirk Meilen. Dieser kommt auf ein durchschnittliches Vermögen von 1,2 Millionen Franken. Der zweitplatzierte Bezirk Horgen muss sich mit der Hälfte zufrieden geben, der letztplatzierte Bezirk Dielsdorf gar mit einem Fünftel. Auch in der Stadt Winterthur ist das durchschnittliche Vermögen mit 245 000 Franken eher tief. Zürich kommt auf immerhin 318 000 Franken. Doch im Vergleich zu Rüschlikon erscheint auch dies als eher mickrig.

2 Kommentare zu “Die Rüschliker versteuern durchschnittlich 3,5 Millionen Franken”

  1. Anton Keller sagt:

    Der Medianwert wäre aussagekräftiger.

    • Iwan Städler sagt:

      Die Medianwerte liegen erst in einigen Jahren vor. Diese Thematik ist im Haupttext (zum Einkommen) erläutert.