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Zwei Jahrzehnte Dauerprämienschock

Von Luca De Carli, 18. September 2014 104 Kommentare »
Die Krankenkassenprämien haben sich seit der Einführung des Versicherungsobligatoriums mehr als verdoppelt. Einige Zahlen und Statistiken kurz vor der Abstimmung über die Einheitskrankenkasse.
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173.10 Franken pro Monat: Diesen Betrag bezahlte der Schweizer 1996 für die Grundversicherung. Damals war das neue Krankenversicherungsgesetz (KVG) in Kraft getreten, das trotz diverser Reformen im Wesentlichen bis heute gilt. 2014, im Jahr, in dem das Stimmvolk über eine Abkehr von diesem System zu entscheiden hat, liegt der durchschnittliche Monatsbeitrag bei 396.10 Franken. Die beiden Zahlen stammen vom Bundesamt für Gesundheit (BAG). Es sind sogenannte Standardprämien für einen Erwachsenen mit 300 Franken Franchise inklusive Unfalldeckung. Je nach Versicherung, Modell, Wohnort oder Höhe der Franchise bezahlen die Versicherten individuell ganz unterschiedliche Prämien. Die Standardprämie erlaubt es aber, die grundsätzliche Entwicklung der Kosten für die Grundversicherung zu messen. Die Bilanz nach 19 Jahren KVG: eine Preissteigerung um 128,8 Prozent. Und für das kommende Jahr wird bereits wieder ein kräftiger Anstieg im Bereich um 5 Prozent erwartet.

Mehr als doppelt so hohe Prämien innert zwei Jahrzehnten – für eine Einordnung bietet sich ein Vergleich mit anderen Wirtschaftskennzahlen an. Im gleichen Zeitraum hat zum Beispiel die Teuerung in der Schweiz nur 11,51 Prozent betragen, wie folgende Grafik zeigt:

Im Landesindex der Konsumentenpreise (LIK), mit dem in der Schweiz die Teuerung gemessen wird, sind die Preise für Waren und Dienstleistungen enthalten. Transferausgaben wie Steuern, Sozialversicherungsbeiträge oder Krankenkassenprämien werden nicht erfasst. Der Vergleich von LIK und Prämienanstieg zeigt deshalb die aussergewöhnliche Dimension der Kostensteigerung bei der Krankenversicherung sehr gut.

Löhne halten nicht mit

Wie stark die Haushalte in der Schweiz diesen Prämienanstieg spüren, veranschaulicht ein Vergleich mit der Entwicklung des Durchschnittslohns:

Die Nominallöhne sind zwischen 1996 und 2013 um 22,67 Prozent gestiegen. Beinahe sechsmal weniger stark als die Krankenkassenprämien. Mit der Prämienverbilligung versucht der Staat, diese Mehrausgaben abzufedern. 1996 gab die öffentliche Hand dafür noch rund 1,5 Milliarden Franken aus. 2012 sind es fast 4 Milliarden.

Der Kreis der Begünstigten ist in dieser Zeit allerdings nicht derart gewachsen, wie es die Ausgaben vermuten lassen. 2012 bezogen 29 Prozent aller Versicherten eine Prämienverbilligung, 1996 waren es 22,9 Prozent. Ein Grossteil der Haushalte finanziert sich die Krankenversicherung also immer noch ohne staatliche Hilfe. Dafür sind die durchschnittlichen Beiträge an die Bezüger einer Prämienverbilligung massiv gestiegen: von 902 Franken 1996 auf 1719 Franken im Jahr 2012.

Private Haushalte zahlen

Allgemein ist in der Schweiz der Anteil der Finanzierung des Gesundheitswesens durch die privaten Haushalte sehr hoch. Sie bezahlen 42 von total 68 Milliarden Franken, die das Gesundheitswesen pro Jahr kostet. Die neusten Zahlen stammen auch hier aus dem Jahr 2012. Diese 42 Milliarden beinhalten Ausgaben für die obligatorische Grundversicherung und die privaten Zusatzversicherungen sowie Gesundheitskosten, die direkt aus dem eigenen Sack bezahlt werden. Inzwischen sind das über 13 Milliarden Franken pro Jahr. Der Anstieg der Standardprämie ist zudem deutlich stärker als der Kostenanstieg im Gesundheitswesen insgesamt. Wie folgende Grafik zeigt:

Zum Glück für die Schweiz ist ihre Wirtschaft in den letzten beiden Jahrzehnten deutlich gewachsen. So konnte der Kostenanstieg zumindest teilweise aufgefangen werden:

Inzwischen machen die Gesundheitskosten über 11 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) aus. 1996 waren es knapp 10 Prozent. Im internationalen Vergleich liegen damit nicht mehr nur die USA, sondern auch mehrere westeuropäische Staaten vor oder im Bereich der Schweiz.

Nachtrag

Die zweitletzte Grafik «Prämienanstieg gegen Wachstum der Gesundheitskosten» dieses Beitrags hat für etwas Verwirrung gesorgt – sowohl bei den Lesern als auch bei Vertretern der Versicherungsbranche. Deshalb wird hiermit ausdrücklich darauf hingewiesen, dass in der Grafik das Wachstum der Standardprämie mit dem Wachstum der Gesundheitskosten verglichen wird. Die Standardprämie ist seit 1996 stärker angestiegen als die Gesundheitskosten. Das bedeutet aber nicht, dass die Einnahmen der Krankenkassen stärker gestiegen sind als deren Ausgaben. Diese Grafik aus der Taschenstatistik zur Krankenversicherung des BAG zeigt, dass die durchschnittlichen Ausgaben und Einnahmen der Krankenkassen pro Versicherten pro Jahr sich im Gleichschritt entwickelt haben:

Bildschirmfoto 2014-09-19 um 00.49.11

 Verteilung des Wachstums

In den Kommentaren wurde mehrfach nach der Verteilung des Wachstums der Gesundheitskosten gefragt. Die Entwicklung zwischen 1995 und 2010 zeigt diese Grafik aus dem neusten Gesundheitsbericht des BAG:

Bildschirmfoto 2014-09-19 um 00.45.12

Was ist ein Index?

In diesem Blog wurden die meisten Kennzahlen indexiert, um die zeitliche Entwicklung verschiedener Werte wie zum Beispiel die Entwicklung der Prämien und der Löhne miteinander vergleichen zu können. Als Ausganspunkt diente jeweils das Jahr 1996. In diesem Jahr trat das neuen Krankenversicherungsgesetz in Kraft. Dem damaligen Stand der jeweiligen Kennzahl wurde der Wert 100 zugeordnet. Subtrahiert man vom Wert eines späteren Jahres den Wert 100, erhält man den prozentualen Antieg in diesem Zeitraum. So beträgt zum Beispiel der indexierte Wert der Standardkrankenkassenprämie im Jahr 2014 228,8. Das bedeutet, das die Prämie seit 1996 um 128,8 Prozent teurer geworden ist.

104 Kommentare zu “Zwei Jahrzehnte Dauerprämienschock”

  1. Roger Züger sagt:

    Schöne Zahlen, haben aber m.M. keine wirkliche Aussagekraft, da die Steigerung der Kosten nicht ins Verhältnis mit der grösse des Leistungskataloges korreliert bzw. den Eindruck erweckt wird, dass die Krankenkassen sich im Gesundheitswesen bereichern (Gewinn machen).

    In der Zeit der Erhöhung der Prämien hat es aber auch Veränderungen im Leistungskatalog gegeben. Zudem wäre das Verhätlnis Prämiensteigerung vs. Steigerung des Kosten des schweizer “Durchschnittspitals” bzw. einer “Durchschnittsarztpraxis” für den Vergleich Krankenkasse privat/Einheitskasse relevant.

    • Pierre Scheidegger sagt:

      Unschwer zu erkennen, dass Herr Züger von der PR einer Krankenkasse ist.
      Tatsache ist, dass es die Kassen geschafft haben, sich der Wettbewerbskommission WEKO und dem Preisübwacher zu entziehen. Die Krankenkassen haben ausserdem nicht nur 100te von Millionen an der Börse verzockt, sie schafften mit Hilfe des BAG’s auch dies:
      Der Kanton (der Steuerzahler) übernimmt:
      – die Hälfte der Spitalkosten
      – Chemotherapien und teure Eingriffe
      – die Prämienverbilligungen
      Der Patient zahlt nach einem Spitalaufenhalt:
      – einen Selbstbehalt von 10%
      – eine ganze Reihe von Leistungen, Hilfsmitteln und Medikamenten (“nicht kassenpflichtig”)
      STOPP der Abzockerei durch die Krankenkassen!

  2. Hermann Scheuber sagt:

    Wenn schon einmal eine Gelegenheit zum Ausprobieren vorhanden ist, muss diese doch eindeutig genutzt werden – bevor alle verarmen, wenn nämlich die Prämien höher liegen als die Steuern !
    Falls dann alle vom Regen in die Traufe kommen, kann man dann ja reumütig eine neue Initiative starten. Vielleicht gilt es dannnoch mehr CEO zu unterhalten.

  3. Silvia Schütz sagt:

    BR Berset sagte auf eine entsprechende Anfrage im Nationalrat am 15. September 2014, dass die nun auch in diesem Blog verbreiteten Grafiken Sachen vergleichen, die nicht vergleichbar sind. Auch das BAG hat sich davon distanziert. Schade, dass erst am Schluss dieses Blogs die relevanten Grafiken gezeigt werden. Die Prämien bilden die Kosten in der obligatorischen Grundversicherung ab. Die Prämien müssen von Gesetzes wegen ebendiese Kosten decken.Sie werden durch die Aufsichtsbehörde, das Bundesamt für Gesundheit (BAG), kontrolliert und bewilligt. Die Kosten in der Grundversicherung entstehen durch die Rechnungen von Ärzten, Spitälern, Apothekern etc. – sprich: durch die Leistungen, die im Gesundheitswesen erbracht werden für die Patienten. Deshalb ist es blanker Unsinn, die Prämien mit der Teuerung, dem BIP etc. zu vergleichen. Der Blog vergleicht nicht mal Äpfel mit Birnen, sondern Äpfel mit Salat.

  4. Romy sagt:

    Brandschwarz und bewusst wurden wir damals von der Genossin Dreifuss angelogen, die uns mit Annahme des KVG niedrigere Prämien versprach. Warum sollen wir heute wieder auf einen Genossen-Trick vn wegen Einheitskasse reinfallen, da diese ja dafür bekannt sind, den Mittelstand systematisch zu ruinieren. Auch mit einer Einheitskassse werden die Prämien nicht sinken. Die Genossen plädieren sogar dafür, dass die Krankenkassen Abtreibungen bezahlen, falls das Geschlecht nicht genehm ist. Verwerflicher geht es wohl nicht mehr.

  5. Ike Conix sagt:

    Diese Grafiken sind – gelinde gesagt – ein Volksverdummungsversuch. Es wird nicht erwähnt, dass die Kosten des Gesundheitswesens (Arzttarife, Medikamente usw.) sehr wohl im Landesindex der Konsumentenpreise enthalten sind. Nämlich mit 14,992% gleich an zweiter Stelle nach den Kosten für Wohnen und Energie (24,955%). Das Problem ist, dass immer mehr davon konsumiert wird. Wenn ich bisher 1 Kotelett täglich gegessen habe und nun auf 2 umstelle, kann ich ja auch nicht dem Metzger vorwerfen, dass ich plötzlich doppelt so viel für das Fleisch bezahlen muss. Und an diesem Problem – der Mengenausweitung – ändert auch die Einheitskasse nichts.

    • Roland Hügi sagt:

      Super Vergleich! Danke. So sollten auch die begriffstutzigsten Menschen merken, dass wer mehr konsumiert, halt auch mehr bezahlen muss. Aber im Gesundheitswesen herrscht eben noch immer die Meinung, man können immer mehr Leistungen beziehen, ohne dafür mehr Prämien bezahlen zu müssen.

  6. Cornelis Bockemühl sagt:

    Diese überproportionale Steigerung der Prämien ist doch gewollte Politik in der Schweiz: Die Gesundheitskosten sollen so wenig wie möglich nach Einkommen gestaffelt (z.B. via Steuern) und so viel wie möglich pro Kopf bezahlt werden! Das ist wie eine Zitrone, die man quetscht und quetscht um noch immer mehr und mehr heraus zu pressen. Und mir scheint, die Bevölkerung geht zu einem guten Teil mit diesem Prinzip sogar einig.

    Allerdings ist es ja zugleich auch so dass immer mehr Leute ihre Prämie schlicht nicht mehr zahlen können! Z.B. für grosse Familien knapp über dem Limit für Zuschüsse ist es schon ziemlich hart.

    Irgendwie möglich ist es ja auch nur darum weil die Schweiz im Schnitt halt doch ein ziemlich reiches Land ist! In allen anderen Ländern die ich kenne ist die Finanzierung des Gesundheitswesens sehr viel stärker an die Einkommen gebunden, und auch Familien werden nicht derart heftig zur Kasse gebeten. Ohne dass ich’s wirklich wüsste vermute ich mal dass die Schweiz da wohl einsame Spitze ist weltweit!

    • Enzo Coloni sagt:

      und es wäre fairer, wenn die Prämien nach Einkommen bezahlt werden? wieso das denn?
      koste ich den Arzt mehr Zeit, wenn ich mehr verdiene?
      sind die Medikamentenpreise etwa nach Einkommen gestaffelt?
      tragen die gut verdienenden (ich meine explizit nicht die Reichen, die zahlen eh keine Steuern) nicht schon genug zum Staatssäckel bei? wie sehr wollen Sie die Zitrone Mittelstand noch ausquetschen?

  7. Meinrad Inglin sagt:

    Je regulierter die Krankenkassen, desto teurer die Prämien. Politiker haben bis heute noch jedes Sozialprojekt in den Sand gesetzt: weder die AHV noch die PKs noch die KK-Prämien sind selbstfinanzierend und müssen jährlich mit Milliarden von Steuerfranken subventioniert werden. Eine Einheitskasse resultiert in noch höheren Prämien, denn Kostentreiber sind die luxuriös ausgestalteten Grundversicherungsangebote und die Tatsache, dass über 35% aller Prämien subventioniert werden. Ein grosser Teil der Bürger kann also konsumieren ohne dafür zu bezahlen; oder neue Leistungen beschliessen ohne einen Rappen mehr dafür aufzubringen. Die andern müssens ja bezahlen. Das ist Sozialismus. So ist SP Schweiz.

  8. Micha Weber sagt:

    Die Prämienerhöhungen wurden genau nur durch etwas verursacht: nämlich durch den höheren Konsum von medizinischen Dienstleistungen. Der Grund dafür ist der viel zu überladene Grundversicherungskatalog. Aus meiner Sicht könnte man sogar über die Aufhebung der Krankenkassenpflicht diskutieren; statt in einem solchen System “drinzuhängen” würde ich lieber zuhause auf mein eigenes Risiko mein eigenes Krankheitsfall-Sparsäuli füllen.

  9. Vivienne Tran sagt:

    Der Anstieg kann nicht schlimmer werden und es ist Zeit “genug ist genug” zu sagen.
    Ich lege mit gutem Gewissen ein Ja für dir EK in die Urne.
    Diejenigen die wegen dem obligatorium Jammern: in den USA war VOR dem Obligatorium eine KK kaum bezahlbar. Die, die wegen Ärtzelöhnen jammern: 24h pikettdienst, Nachtdienst und Versntwortung über Leben und Tod und doch liegen die Löhne unter Bankendurchschnitt… Die Ärzteschaft schwimmt nicht im Geld und muss es sich beinhart verdienen.

    • Enzo Coloni sagt:

      und wie sieht es beim Medianlohn zwischen Ärzten und Bänkern aus? ich kenne keinen Arzt, der weniger verdient als ich, aber viele, viele Bänker, die einen gewaltigen Zapfen haben. ja, im Durchschnitt verdienen die Bänker sicher mehr – aber nicht alle.

  10. Stefan H. sagt:

    Von einem “Datenblog” duerfte man erwarten, dass komplexe Sachverhalte objektiviert werden. Ihr dagegen betreibt Politik und zwar mit irrefuehrenden Inhalten. Fakt ist, die Praemien sind ein Spiegel der Gesundheitskosten; die Praemien sind NICHT staerker angestiegen als die Gesundheitskosten; die Verwaltungskosten betragen 5% der Praemien und sind seit Jahren am sinken. DAS sind die Fakten aber fuer Euch anscheinend zu wenig “interessant”. Ihr macht lieber Stimmung.

  11. beat lauper sagt:

    Wir sind tatsächlich nicht “kranker” als zu Beginn des Systems, das System ist aber von krank zu kranker gegangen! Warum nicht die Gelder des Asylwesens bei uns Schweizern investieren, dann bleiben die Sozialabgaben dieselben aber dafür mit den richtigen Prioritäten.

  12. Matthias Schenker sagt:

    Es ist einfach irreführend, wenn man die Entwicklung der Gesamtgesundheitskosten mit der Entwicklung der Prämien vergleicht. Die Prämien decken die Kosten in der obligatorischen Krankenversicherung (OKP), welche wiederum nur einen Bestandteil der Gesamtgesundheitskosten bilden. Allerdings ist es korrekt, dass die Kosten in der OKP in den letzten Jahren rascher gewachsen sind als die Gesamtkosten. Dies, weil im Verhältnis immer mehr Leistungen durch die Grundversicherung abgedeckt werden. Im entferntesten anzunehmen, dass die Einheitskasse daran etwas ändert, ist ein Trugschluss. Im Gegenteil, mit einer Einheitskasse wird der Druck auf die Leistungskosten abnehmen, der Druck für zusätzlichen Leistungsausbau jedoch zunehmen. Dies nicht zuletzt deswegen, weil die Leistungserbringer (Ärzte, Spitäler) in der Leitung der Einheitskasse Einsitz nehmen und natürlich ein Interesse an dieser Entwicklung haben.

  13. M. Sold sagt:

    Der Artikel verschweigt die Wahrheit, die von dem Kommentator Merten aufgegriffen wurde. Nicht die Krankenkassen, sondern das Obligatorium liess die Prämien und die Verschwendungssucht der entsprechenden Versicherten in die Höhe treiben. Dies war ganz klar absehbar. Es wurde uns damals genauso suggeriert wie heute die PFZ und andere Dinge, die dann ganz ganz anders kamen, weil wir liebevoll und naiv und geblendet zustimmten. Und es ist eine Mär von verklärten Personen, die glauben, dass die Einheitskasse günstiger wird. Im Gegenteil, der Zugang zu besserer Medizin wird dann nur noch über die Zusatzversicherungen gewährleistet.

  14. Alejandro Galan sagt:

    Schade, dass die Gewinne der Krankenkassen in den letzten 20 Jahren nicht dargestellt werden. Weil sicher ist, dass die Krankenkassen Gewinne machen, sonst würde sich niemand in einer Krankenkassen weder zu investieren noch als Manager zu arbeiten interessieren. Ausnahme, dass alle diese Leute aus Menschenliebe dort investieren. Oder?

  15. Paul Rhyn sagt:

    Selbstdeklararion: Ich arbeite für die Krankenversicherung.
    Nun zum Artikel: Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Die Leser werden leider in die Irre geführt. Der Autor verliert kein Wort darüber, dass der Anteil der via Prämien finanzierten Leistungen seit 1996 markant gestiegen ist. Seit Jahren wachsen die ambulanten Leistungen viel stärker als die stationären (teure Behandlungen wie MRI, CT, Krebsbehandlungen, Laproskopien, usw.). Der Clou: diese ambulanten Ausgaben werden zu 100 Prozent über Prämien bezahlt, bei stationären Behandlungen werden ca. Die Hälfte der Kosten werden über Steuern bezahlt. Das ist, was hinter den Grafiken abgeht: Prämien bilden die Kosten ab.
    Wer sich etwas mit den Statistiken beschäftigt, stellt fest, dass die Mengen enorm gewachsen sind. Wir alle beanspruchen unser Gesundheitswesen viel stärker als früher. Das Angebot zieht die Nachfrage nach sich. Dort wo die Facharztdichte am höchsten ist, sind – welch ein Zufall – auch die Prämien, bzw. Kosten am höchsten. Wo soll da die Einheitskasse ein Rezept zur Kostendämpfung sein, wenn die Ärzte und Spitäler selber in deren Leitung sitzen?

    • Bischof sagt:

      Sehr informativ. Danke.

    • Enzo Coloni sagt:

      haben Sie auch Zahlen dazu, wie das Bevölkerungswachstum und das Wachstum der Nachfrage korrelieren?
      maW: hätten die Schweizer von 2007 heute günstigere Prämien ohne Masseneinwanderung (a.k.a. Massen-Nachfrage) ?

  16. Einzig der Diagramm “Prämienanstieg gegen Wachstum der Gesundheitskosten” ist relevant für die Abstimmung. Ich kann mir keinen anderen Grund ausmalen, warum die Prämien prozentual mehr zunehmen als die Gesundheistkosten, als die mangelnde Effizienz des “freien Markts” mit seinen 60+ KK.

  17. A. Huber sagt:

    Wer dies als Votum für eine Einheitskasse interpretiert, verkennt die wahren Gründe für diese enorme Kostensteigerung. Da sind nicht die 61 Kassen schuld, sondern unsere Anspruchshaltung und die Überversorgung mit Spitalbetten. All die teuren Geräte in den Arztpraxen und in den Spitälern müssen amortisiert werden. U.a. deswegen werden viele ’Patienten’ auf Herz und Nieren geprüft, obwohl vielfach ein gutes Gespräch genügt hätte. Schuld ist das KVG, welches all dies abdeckt, und zwar mit oder ohne Einheitskasse.

  18. Andreas Breitsamer sagt:

    Bitte liebe Mitbürger lasst mich austreten und das Geld selber sparen. Zwingt mich vielleicht zum sparen, aber zwingt mich nicht in eine Versicherung (allenfalls höchstens in eine mit Selbstbehalt in der Höhe meines Ersparten).

  19. loulou55 sagt:

    Ich habe 1 1/2 Jahre in einem kleinen Unternehmen der Medizinaltechnikbranche gearbeitet. Da sind mir die Augen aufgegangen, wo ein nicht unwesentlicher Teil des Geldes versickert. Import/Handel/Zwischenhandel mit Geräten, Zubehör, Verbrauchsmaterial im medizinischen Bereich…. eine Goldgrube…! Da werden noch Margen “garniert” von den andere Branchen nicht einmal träumen.
    Es wundert mich, dass das noch nie irgendwo thematisiert wurde. Nicht nur die Pharmamultis kassieren ab….!

  20. Joli sagt:

    Es gibt tatsächlich noch immer Leute, die meinen 61 Krankenkassenverwaltungen samt CEO-Gagen seien billiger als die Einheitskasse…
    £Da sieht man wieder mal, was Propaganda alles fertig bringt…

    • Tom Dooley sagt:

      Und es gibt tatsächlich immer noch Leute die meinen der Bund könne ein Informatikprojekt (und die Einheitskrankenkasse wär wohl eines der grössten) durchziehen ohne hunderte von Millionen Franken zu verlochen ohne Resultat. Mit Verlaub: Das aktuelle System ist mit Sicherheit günstiger.

    • Habegger Daniel sagt:

      So ein Zahlenblödsinn, dieser Blog und das Argument Einheitskasse! Es geht um Patienten und medizinischen Fortschritt. Den wollen wir unseren kranken Menschen gönnen, aber das hat seinen Preis: Die Prämien folgen über die Jahre ganz genau den Kosten der sozialen Krankenversicherung, wie auch BR Berset immer wieder betont.

    • grufti sagt:

      .. Es gibt tatsächlich noch immer Leute die meinen, ein Staatsbetrieb arbeite billiger als die Privatwirtschaft…. Aufgrund der obigen Statistiken und Ihrem Kommentar müsste die EK mit wenig Verwaltungen und ohne CEO-Gagen nur noch die Hälfte kosten!! Träumen Sie weiter

    • Zogg Reto sagt:

      @Joili: Es gibt tatsächlich noch immer Leute, die meinen, mit einer Einheitskrankenkasse könne der Prämienanstieg gebremst oder gestoppt werden. Wer so denkt, verkennt, dass der Gesundheitsmarkt eine riesen Industrie bedient. Mit der Einheitskasse wird die Grundversicherung zum sozialistisch gesteuerten Einheitsbrei: Es gibt absolut keine Wahlfreiheit mehr und der Preisanstieg wird kontinuierlich weitergehen, ein Nebeneffekt übrigens, der bereits mit dem Krankenkassenobligatorium eingetreten ist.. Zudem werden in der Verwaltung erste Modelle entwickelt, die Krankenkassenbeiträge (obligatorischer Teil) wie bei der AHV als prozentualen Abzug vom Lohn einzuziehen. Kinder und Sozialhilfebezüger wären dann befreit.,

    • Laila sagt:

      Genau – und die Reserven, welche jede bildet. Hinzu kommen die Werbung auf allen Kanälen und störende Anrufe. Das Lobbying in Bern hält alle am Leben. Wie wir lesen konnten, zählen rund 450’000 keine Prämien, aber die Gemeinden/ Kantone springen ja ein. Wir zählen auch für diese Ausfälle mit. Nicht zu vergessen sind Asylsuchende, welche nicht nur gesunden wollen, sondern sich auch noch das ganze Gebiss revidieren lassen. Das bietet nur die Schweiz….

  21. toni tonozzi sagt:

    Die Prämien der KK werden nicht durch diese verursacht, sondern durch die Leistungsbezüger und Leistungserbringer! Dieser Artikel ist sehr tendenziös und suggeriert, dass die KK für den Prämienanstieg verantwortlich sind. Dazu kommt noch, dass die Einheitskasse keine Prämieneinsparungen bringen werden. Denn bei Annahme der Initiative werden die Leistungsvergütungen von den Kantonen mit sich selbst verhandelt: Auch suggeriert die Bezeichnung Einheitskasse Einheitlichkeit. Das stimmt aber nicht. Denn es werden kantonale Kassen. Somit greift auch das Argument, dass in Zukunft alle Fälle gleich behandelt werden nicht! Die Vorlage verspricht mehr als sie halten kann. Vokalem ist zu bedenken, dass alle die eine Zusatzversicherung haben, bei Annahme der Initiative dem Streit der beiden Versicherungen ausgeliefert ist, welche denn nun für die Vergütung einer Leistung zuständig sei. Viel Spass. Ich habe dagegen gestimmt!

    • Friedli Peter sagt:

      Da haben Sie eventuell etwas vorschnell abgestimmt. Die Kosten werden, wie Sie wohl richtig schreiben, durch die Leistungsbezüger und die Leistungsbringer verursacht, Keine Frage, woher denn sonst. Aber, wer sind denn die Leistungsbringer? Zum einen natürlich die Ärzte. Das sind nun mal keine Beamten, also trifft Ihre Annahme, dass “dann die Kantone mit sich selbst verhandelt” schon mal hier nicht zu. Spitäler? Ja ok, auch die Kosten. Sind wir aber nicht gerade dabei, Spitäler zu privatisieren? Also ist Ihre Annahme bzgl “Kantone mit sich selbst” auch wieder falsch. Dann noch die Medikamente, die sind bekannterweise auch nicht in der Hand der Kantone. Hmm, also vor was genau haben Sie Angst? Und dann kritiesieren Sie noch, dass es keine “Gleichbehandlung” geben wird, da es ja auch mit der EK regionale Unterschiede gibt. Also.. ehm, wie ists denn heute? Da gibts ja nicht nur regionale Unterschiede, sondern sogar von Kasse zu Kasse was die Prämien betrifft. Oh, und Sie fürchten sich, im Streit zwischen den Versicherungen dann aufgerieben zu werden? Aha, aha, ich dachte immer, die Leistungen zwischen Grundversicherung und privaer Zusatzversicherung sei genau geregelt. Was da die EK verschlimmern soll, leuchtet mir nicht ein.

      • Paul Rhyn sagt:

        Sie liegen auf der ganzen Linie falsch. Die öffentlichen Sptäöer sind alle, auch die in AGs überführten, immer noch zu 100% im Eigentum der Kantone. Und die Initiative verlangt klar, dass in der Leitung der Einheitskasse die Ärzte vertreten sein werden. Und da die Spitäler und Ärzte mit der Medikamentenabgabe noch verdienen, ist auch hier der Anreiz zu höheren Umsätzen da. Da sitzen sich dann plötzlich alles Leute genüber, die sich sicher nicht weh tun wollen. Und die Initiave suggeriert Gleichheit, die so nicht kommen wird. Das System heute ist nicht perfekt, aber zu meinen, die Einheitskasse sei “gerechter” ist ziemlich unbedarft. Heute können Sie die Kasse wechseln, wenn Ihnen die Prämie zu hoch ist. in der Einheitskasse müssen Sie schon in einen anderen Kanton zügeln.

  22. Carsten Albrecht sagt:

    War ja wieder klar, dass mein Kommentar, der die Zusammenstellung dieser Statistiken grundlegender Kritik wegen ihrer einseitigen und irreführenden Darstellung unterzieht, von eurer Zensur gefressen wird.

    Da merkt man schon sehr deutlich, wes’ geistig Kind ihr seid, liebe Redaktion!

  23. Simon sagt:

    Für mich gibt es unter dem Motto “schlimmer kann’s nicht werden” ein JA in die Urne.

  24. Rolf Rothacher sagt:

    Der grösste Fehler in der Krankenversicherung? Sie sollte sozial abgefedert sein, was bedeutet, dass der Selbstbehalt nach Steuereinkommen bemessen wird. 4% des steuerbaren Einkommens sollten Herr/Frau Schweizer in Zukunft für Arztbesuche und Medikamente selber ausgeben müssen. Das würde 30% der heutigen Prämien überflüssig machen.
    Wenn wir zudem die Ärztetarife den Krankenkassen überlassen und nicht dem Bund, und auch unbeschränkt Ärzte zulassen würden, dann könnten sich nicht einzelne Interessenverbände am Gesundheitssystem bereichern, sondern müssten um Patienten und um ihren Verdienst kämpfen.
    Mit der heute schon vollzogenen Verstaatlichen der Leistungen, der Leistungserbringer, der Tarife und der Prämien verkam der frühere Gesundheitsmarkt zu einem Selbstbedienungsladen von Patienten, Ärzten, Pharmariesen und nicht zuletzt Politikern.

  25. Stefan sagt:

    Steigende Preise infolge eines Obligatoriums ist keine Überraschung. Der staatliche Zwang der Bürger zur Versicherung, was im Grunde nicht schlecht ist, sollte durch einen Zwang an die Versicherer erweitert werden. Die Prämien staatlich vorgeben mit sinkender Tendenz für die nächsten Jahre, damit die Versicherer zum wirtschaften gezwungen werden. Ebenso darf sich ein Versicherer die “Kunden” auch bei den Zusatzversicherungen nicht aussuchen. Die Wettbewerbssituation würde dadurch angeheizt. Unverhältnismässige Lohnerhöhung dürften der Vergangenheit angehören. Auch die überdurchschnittlichen hohen Löhne der Angestellten müssten sich relativieren. DEr Kostendruck auf das Gesundheitswesen würde stark anwachsen und mit dem nötigen Willen könnte die Wende gelingen.

  26. Gaechter Reto sagt:

    Ein schön aufbereiteter (manipulierter?) Statistik-Artikel, der beim schnellen Hinschauen vermittelt, als ob die bösen Krankenkassen Schuld am Prämienanstieg sind. Dies ist aber definitiv nicht so, wie der zweitletze Graph zeigt (Wie kommt der Autor auf die Interpretation “deutlich stärker”?).
    Interessant wäre auch zu wissen, wie sich der obligatorische Leistungskatalog der Grundversicherung VERGRÖSSERT hat. Das Motto, alle wollen immer das neuste und beste aber bitte zum alten Preis, geht einfach nicht auf. Daran ändert auch die Einheitskasse nichts. Im Gegenteil, dann diktieren die Leistungserbringer sogar noch, was von der Kasse (ergo von denjenigen, welche die Prämien noch selbst berappen) bezahlt werden soll.
    Ich dachte, der Datenblog wäre mal etwas “sachliches”. Aber Herr Carli schafft es auch hier, tendenziöse Titel und Interpretationen schön manipulativ zu verpacken. Schade eigentlich.

  27. Dorothée Meier sagt:

    Den geldgierigen Ärzten müsste auch Einhalt geboten werden. 2 mir persönlich bekannten Fällen: MRI und Darmspiegelung bei einer Verstopfung. 3 Bypässe und Herzschrittmacher bei einem 81 jährigen, der sich wohl fühlte, dies weil er den Führerausweis verlängern wollte. Jetzt kann er auch nicht mehr fahren. Haarsträubend! Überhaupt, müssten die Leistungen/Jahr gedeckelt werden und mehr nur nach Begutachtung eines KK Arztes. Unnötige Arztbesuche sollten nicht mehr bezahlt werden oder Bezahlung nur nach Erfolgsquote. Es gibt inzwischen so viele Leute, die einen Weg suchen um IV zu erhalten und dauernd wegen jedem Zucken oder Hirngespinst hoffen, dass sie was ernstes haben.

  28. Peter Meier sagt:

    Dieses Fehlsystem ist unserer ersten BR zu verdanken. Dazu kommen unnötige notfallbesuche, komatrinker u. ä. Dazu mit steigenden Prämien der Versuch die ihm zuständigen Leistungen rauszuholen.. Das ganze System müsste geändert werden, dazu werden unsere Lobby Politiker aber nicht bereit sein.

  29. Eli sagt:

    Vertragszwang von beiden Seiten: sowohl die Versicherer (KK) müssen jeden in die Geundversicherung aufnehmen wie auch die Versicherten (Privatpersonen in CH) müssen eine Geundversicherung abschließen. Wo spielt hier bitte die freie Marktwirtschaft (Vertragsfreiheit!)? Wo habe ich als mündigen Bürger die Wahlfreiheit? Einzig bei der Wahl der Jahresfranchise. Die IST aber wiederum durch selektive Subventionierung (Individ. Prämienverbilligung!) und Steuerbelastung durch den Staat verzerrt. Eine Einheitskasse macht schon heute Sinn: Krankenkassen spezialisieren sich auf den freien Teil (Zusatzversicherung); wir haben eine große, effizientere Grundkasse (Economy of Scale) und damit tieferen Verwaltungsaufwand. Damit auch die Prämien sinken oder langfristig stabil bleiben, Bedarf es einer Anpassung/ Neuausrichtung bezüglich Leistungskatalog und Anreizschaffungen zur Kosteneinsparung / Kostensinn beim Versicherten.

  30. U. Kleinschmidt sagt:

    Die Statistiken sind grundsätzlich okay. Auch der Hinweis zu den gestiegen Prämien stimmt. Nur. Man sollte dann auch die richtige Ursache nennen. Prämien steigen auf Basis der gestiegen Kosten. Und hier sind im Wesentlichen drei Faktoren ursächlich:
    – Der gestiegene Bedarf an medizinischen Leistungen (z.B. Mehrbedarf Patienten, Leistungsausweitung der Medizin),
    – die Ineffizienz mit der diese zumindest zum Teil durchgeführt werden
    – die Teuerung aufgrund des medizinisch / technischen Fortschritts und anderer Investitionen (u.a. auch Behebung des Investitionsstaus aus vergangenen Jahren, als die Spitäler noch meist staatlich waren)
    Vor allem der Politik, aber auch den hier angeführten Krankenkassen kann man nur den Vorwurf machen, hiergegen nicht entschieden genug vorzugehen, resp. die bereits vorhandenen Optimierungsmöglichkeiten auch zu nutzen. Da die Einheitskasse in den Bereich der Politik gehört, würde diese daher genauso zur weiiteren Teuerung beitragen.

  31. christoph Gut sagt:

    Wenn eine Gesellschaft immer älter wird, steigen natürlicherweise bei gleichem medizinischen Standard die Kosten. Da sich der Standard zusätzlich auch noch “weiterentwickelt” hat, nehmen die Kosten um so mehr zu.

    • Enzo Coloni sagt:

      warum wird dann alles andere günstiger, aber die Gesundheitstechnik standing teurer?
      wo landen die Effizienzgewinne?
      sicher nicht beim Prämienzahler…

  32. Herbert sagt:

    So, und jetzt der Fairness halber bitte noch die Entwicklung der Anzahl Arztbesuche in der gleichen Zeitperiode aufzeigen und die Entwicklung der Kosten pro Arztbesuch. Weiter auch die Anzahl Behandlungen in Notfallabteilungen und ebenso deren Kostenentwicklungen. Und um’s abzurunden die Entwicklung der Anzahl an Krankheitstagen von Arbeitsnehmern. Auch diese dürfte in den letzten Jahren deutlich angestiegen sein. Somit zeigen Sie uns nicht nur DASS wir mehr Prämie zahlen als anno damals, sondern auch WESHALB dies so ist. Besten Dank.

    • Dorothée Meier sagt:

      Dazu noch die Entwicklung der Psychobehandlungen, und die Kosten der Prämienverbilligungen.

    • Thomas sagt:

      Das wäre in der Tat sehr interessant! Erklären würde es aber nur die gestiegenen Gesundheitskosten.
      Nicht aber, weshalb die Pramien deutlich stärker gestiegen sind als die Gesundheitskosten!
      Stichwort Selbstbehalt, Medikamente und Leistungen die nicht über die KK abgerechnet werden – sprich es sollte umgekehrt sein!
      Da ist meiner Ansicht nach etwas faul, resp. es sieht aus, als würde in den KK Geld verschwinden, wer hätte das gedacht.
      Mein Protest-Ja ist sicher!

    • Dennis Briner sagt:

      Sehr richtig Herbert

      Wenn Daten, dann ALLE Daten analysieren. Und wenn man herausgefunden hat WESHALB kann man sich darum kümmern, wie man dagegen vorgeht. Solange man jedoch nur die vielen Kassen oder das Marketing jener als Ursache VERMUTET sollte man sich nicht mit einer Lösung der Problematik befassen.

      Wieviele Lapalienfälle werden heute/früher auf Notfallstationen behandelt?
      Wie oft rennt der Schweizer bei einem Bobo zum Arzt?
      Wieviele “neue” Krankheiten (Depressionen, Magersucht, Übergewicht, Diabetis, Burnouts, ADHS… ) kamen in den letzten 20 Jahren dazu, die früher weniger/nicht behandelt wurden?
      Wieviel neue und massiv teurere Behandlungsmethoden wurden gegen Krebs, etc. eingeführt?
      usw. (da gibt’s bestimmt noch mehr)

      Und wenn man nach der ANALYSE die Ursache gefunden hat DANN sollte man sich um eine Lösung kümmern ANSTATT Krankenkassen, Löhne von Direktoren/Ärzte oder sonst irgendwelche Gründe erfinden.

    • Ben sagt:

      Die Preisesteigerungen der Lieferanten haben Sie vergessen. Sie dürfen wirklich nicht nur an die Patienten denken die wieder Gesund werden wollen sondern auch an die Einkünfte der Lieferanten die ihre profite damit machen, sonst wird das nie was mit dem Analysieren.

    • Ben sagt:

      Die Prämieverbilling fliesst übrigens als eine Subventionsvariante auf direktem Weg an die Aktionäre der Versicherer.

    • Ben sagt:

      Der Anteil der Kosten für unsere Gesundheit relativ zum BNP liegt übrigens seit Jahren bei ca. 10-11%… keine besonders schreckliche Entwicklung wie ich meine.

    • Anton Keller sagt:

      Bitte auch noch die Entwicklung der Verwaltungskosten pro Person aufzeigen und in Relation zu den Gesamtkosten pro Person setzen.

    • Friedli Peter sagt:

      Richtig, und dann bitte auch noch gleich den Einfluss der Kostenabrechnung in Spitälern berücksichtigen. Da wird ja heutzutage auch anders abgerechnet als damals. Statt dass wir Kosten optimieren, werden heute Erträge optimiert. eine Spital-AG muss ja schliesslich rentieren.

    • loulou55 sagt:

      Dann sollte man fairerweise auch untersuchen, WARUM mehr Krankheitstage bei Arbeitnehmern anfallen und ob evtl. ein Zusammenhang mit Leistungs- und Produktivitätssteigerungen im gleichen Zeitraum gegeben ist.

    • Leo Nauber sagt:

      Ihrer Forderung, Herbert, sollte mit allem Nachdruck Druck verliehen werden. Viele tatsächlich Kranke wegen des “modernen Lebens und Arbeitens” – man kann sie auch “unschuldig Kranke” nennen, sowie aber auch viele Mimosen, Simulanten und Betrüger auf allen Ebenen im Angebots- wie im Nachfragebereich treiben unsere Kosten in astronomische Höhen. Niemand will der Erste sein, der dem entgegenwirkt, Selbstverantwortung auch mal übernimmt, wenn es dafür persönlichen Einsatz und/oder Ehrlichkeit fordert.

    • Markus Schwarz sagt:

      Ausgezeichnete Idee. Leider wird Ihnen den Gefallen niemand aus der Politik, der Sante Suisse, der MFH oder den Pharmaverbänden tun. Die Kostentreiber der vielen Milliarden Mehrkosten sind NICHT die paar ambulanten Behandlungen, welche auch beim Hausarzt getätigt werden könnten, statt im Spital. Es sind auch nicht die “Blaumacher”, die werden über die Krankentaggeldversicherung reguliert. Sie wollen Vergleiche? Schauen Sie sich die Materialschlacht in den Spitälern an und die Medikamentenpreise der letzten 20 Jahre! Obwohl wir 130% Prozent mehr bezahlen als 1996, sind wir im gleichen Zeitraum nicht Älter oder Gesünder geworden. Eine gigantische “Gesundheitslobby” entzieht und jährlich einen Gesundheitsablass. Wir wurden von der Politik gehörig über den Tisch gezogen, angeblich alles nur zum Besten der Gesellschaft….

    • Schuler Markus sagt:

      Völlig Korrekt ihr Kommentar. Nicht gerade ein intelligenter Artikel im TA. Wir werden immer älter und die medizinische Entwicklung immer schneller! Was das mit der Einheitskasse und den Prämien zu tun hat hmmmmm…

  33. Alfredo Garcia sagt:

    Vorzüglicher Artikel!
    Auf zwei Dekaden Dauerprämienschock muss ich einen Grappa trinken.

  34. A. Koch sagt:

    Man könnte dies auch Zwangsenteignung der Mittelklasse nennen.

  35. Kuhn Kurt sagt:

    Dass die Prämien ständig gestiegen sind, hat u.a. mit der Verteuerung von immer neuen Medikamenten zu tun, hat aber vor allem damit zu tun, dass wir – sorry – offenbar korrupte Politiker haben, welche die Interessen der immer gleichen Lobbyisten bedienen. Und denen scheint wirklich jedes Mittel recht. Vorschläge, die zumindest einen richtigen Schritt in die richtige Richtung bedeutet hätten, wurden torpediert, die Interessen der Versicherten hinter die von Partei und Wirtschaft gestellt. Und genau das würde sich nicht ändern bei einer Einheitskasse. Wir hätten immer noch die gleichen Politiker, die gleichen Lobbyisten, die gleiche gierige Abzocker-Mentalität. Schön zu sehen auch bei den Generika. Dieser Markt hat seine Gier mittlerweilen auch immer besser befriedigen können, dank steigender Preise in diesem Segment. Würde im Sinne der Versicherten nachhaltig politisiert, wären die Probleme lösbar (mit vertretbaren Einschränkungen).

  36. Markus Schwarz sagt:

    Die Gesellschaft ist NICHT im gleichem Umfang Älter und/oder Kränker geworden, wie der prozentuale Anstieg der Gesundheitskosten. Es ist NICHT die Gesellschaft, die unnötige Krankheitskosten verursacht. Es ist die gierige Allianz der Pharma- und Ärztelobby, mit immer teureren (angeblich neuen) Medikamenten und Gerätschaften. Es sind die korrumpierten Volksvertreter, die von der Parma- und Versicherungsbranche grosszügig mit VR-Mandaten bedacht werden. Es sind unsere Kantonsräte, welche in jedem Kaff ein Unispital wollen. Es ist die Medi-Zulassungsstelle, welche den Import von günstigeren und dennoch gleichwertigen Medikamente aus dem Ausland verbietet. Es ist die Politik, die uns seit Jahren anlügt und es zeitgleich schafft, uns ein schlechtes Gewissen wegen der Kostenexplosion zu vermitteln. Genug, der politischen Perversion! Einheitskasse, jetzt!

    • Karl Knapp sagt:

      Der Einkäufer von medizinischen Leistungen bin ich, der Patient. Ich habe aber von Preisen für Medikamente und Behandlungen keine Ahnung. Wenn der Arzt etwas sagt, nicke ich verständnisvoll und mache, was er sagt. Was denn sonst ? Meine Krankenkasse hat mir in dieser Situation noch nie geholfen, wie sollte sie auch. Und zahlen tue ich, ausser den 10% Selbstbehalt, blind mit der Kreditkarte von Hr. Berset. Wo und wie soll mit diesem System überhaupt jemand sparen, Einheitskasse hin oder her ?

  37. Marc Sigrist sagt:

    Wer jetzt immer noch nicht für die Einheitskasse stimmt, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen. Allen Unkenrufen der Gegner zum trotz, die wohl sehr eigene Interessen vertreten müssen uns nun endlich eingestehen, dass das KVG so nicht funktioniert. Den Gegner sei hier gesagt, dass die SUVA und die Staatliche KK in Österreich z.b. bestens funktionieren!!!

    • Marcus Ballmer sagt:

      Genau umgekehrt, Marc Sigrist: wer jetzt noch für die Einheitskasse stimmt, dem ist wirklich nicht zu helfen. Erst recht, wenn man einen Blick nach Österreich wirft. Die Krankenversicherung wird dort in Lohnprozenten berechnet und beträgt zwischen 4% und 9% des Verdienstes. Das ist aber nur die Grundversicherung. Dazu kommen die Zusatzversicherungen, die ausschliesslich bei privaten Versicherungen abgeschlossen werden müssen. Sprich, in Österreich bezahlen Sie für das Gleiche rund doppelt so viel, wie in der Schweiz. Und das ist genau das, was hier mit einer Einheitskasse auch passieren würde. Wollen Sie das wirklich?

  38. Pius S sagt:

    Leider werden solche Fakten erst paar Tage vor der Abstimmung bekannt. Eigentlich ist es klar: Der “freie Markt” und “Wettebwerb” führt dazu, dass der Mittelstand jedes Jahr mehr % von Einkommen an die Krankenkassen abdrücken. Zur gleichen Zeit steigen die Löhne der Krankenkassen-Bosse. Doch der Stimmbürger schaut lieber zu den Bossen als zu sich selbst, deshalb gibt es wohl ein Nein. Aber ich lege definitiv ein JA in die Urne.

  39. Robert Herz sagt:

    Sehr interessant. Auch interessant wäre, was denn die “Kosten für das Gesundheitswesen” tatsächlich alles beinhaltet. Wenn Leistungen privat bezogen und bezahlt werden ohne dass sie je bei der KK angemeldet würden – ist das enthalten? Der ganze Sektor der “Komplementär-Medizin”?

    Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass natürlich das “Mass des Machbaren” in den letzten 20 Jahren gewachsen ist. Es sind nicht dieselben Leistungen. Mit den Mehrkosten “kaufte” man sich viele Jahre längeres Leben, viele schmerzärmere Behandlungen etc. Der Preis einer Blinddarmentfernung wird sich jedenfalls kaum spezifisch gross erhöht haben?

    • Daniel Keller sagt:

      Achtung, die “Kosten für das Gesundheitswesen” entsprechen nicht einfach den Kosten der über die Grundversicherung abgerechneten Leistungen! In diesem Sinne ist die Grafik irreführend – interessant wäre es nun, einmal aufzuzeigen wieso die Kosten der Grundversicherung so stark gestiegen sind. Und das hat, meine Damen und Herren, nichts damit zu tun, ob wir nun eine Einheitskasse haben oder nicht …

  40. R. Marghitola sagt:

    Und wie die neuesten Umfragen zur Einheitskasse zeigen lassen sich die dummen Schweizer immer noch von
    der Propaganda der Krankenkassen- und Pharmalobby an der Nase herumführen.

  41. Frank oppliger sagt:

    Es sind die,Löhne der Aerzte und die der Direktoren die uns ruinieren.

    • Christoph E. sagt:

      Könnte es nicht daran liegen, dasss eine immer ältere Bevölkerung immer mehr Leistungen bezieht? Oder auch daran, dass wenn irgendwo eine neue Arztpraxis aufgeht, sie in kurzer Zeit einen Umsatz von 0,5 Millionen hat?

    • David sagt:

      Genau. Dass da kein Einhalt geboten wird, ist stossend. Tarife zum Abwinken. Habs mal gerechnet: Wenn ein Anwalt pro Stunde Fr. 600 verlangt, find ich’s schon daneben. Wenn ein Gynäkologe bei der Entbindung umgerechnet Fr. 10’000 pro Stunde Honorar kassiert, dann, ja was will man da noch Anständiges sagen…

      Und diejenigen Patienten, die nach jeder Gesundheitssendung und wegen jedem Bobo zum Doktor rennen, die sollte man auch mal ins Gebet nehmen.

    • Friedli Peter sagt:

      Der Ärzte so allgemein gesagt wohl kaum. Glauben Sie ja nicht, dass ein “run of the mill” Spitalarzt einen überhöhten Lohn zieht. Sie würden staunen, wenn Sie die Zahlen kennen. Bei Chefärzten und Klinikdirektoren sehen die Löhne anders aus, vermutlich so etwa im Rahmen der KK-CEO’s und Verwaltungsräte.

  42. Stefan sagt:

    Nun wäre es interessant zu wissen, was genau zu dieser Prämienerhöhung in den letzten Jahren geführt hat ? Sind es die vielen Krankenkassen ? Oder sind es neue (teure) Behandlungsmethoden und Medikamente ?

    • Friedli Peter sagt:

      Sehr einverstanden Stefan! Genau diese Analyse vermisse ich. Es scheint kein Mensch genau zu wissen, wohin welches Geld warum fliesst. Zu Ihren Möglichkeiten würde ich dann noch die neuen (SPital-) Abrechnungsmethoden zählen, die eigentlich Missbrauch geradezu herausfordern.

    • Laila sagt:

      … Die Personen, welche in der Schweiz kaum bis keine Abgaben leisten, beziehen am meisten Leistungen und sind ständig beim Arzt und Therapeuten…

  43. Rudolf Steiner sagt:

    Wenn man wirklich interessante Statistiken hätte präsentieren wollen, hätte man eine Gegenüberstellung der BIP-% mit der Lebenserwartung gemacht und auch die fortschrittlichsten asiatischen Länder miteinbezogen.

  44. Sascha sagt:

    Vorschlag: Die Krankenkassenprämie sollte an den Lohn angepasst werden. Dies nach oben offen, d.h. einer der 10 Million verdient, bezahlt auch 100x mehr als einer der 100000 pro Jahr verdient.

    • Leimgruber sagt:

      @Sacha : Vor ein paar Jahren hatten wir eine Abstimmung EK nach Einkommen, wurde hoch abgelehnt. Ich verstehe nicht das man einem System festhalten will dass immer jedes Jahr teurer wird. Die hohen Prämien tun dem Schweizer noch zu wenig weh.

      • Friedli Peter sagt:

        Also Autos sind über die Jahre im allgemeinen deutlich besser und billiger geworden. Das mal zu dem Vergleich. Werden die Mehrkosten im Gesundheitssystem wirklich nur für die Verbesserung der Leistungen verwendet? Da müsste man mal hinschauen. Aber klar, wenn es heute möglich ist, dass Spitäler je nach Versicherungsart des Patienten dieselbe OP verschieden deklarieren um den Ertrag zu optimieren, dann deutet das schon mal darauf hin, dass nicht die Leisung in Punkto Gesundheitsversorgung im Vordergrund steht, sondern eben der wirtschaftliche Profit. Und beim heutigen System lässt sich sowas ja ganz offiziell machen. Das Problem ist doch, dass es in der ganzen Organisation zwischen Leistungsbringer, Versicherer, Entscheidungsträger etc, keinerlei Motivation gibt, Kosten zu senken. Im Gegenteil. Wenn die Kosten steigen, fliesst mehr Geld. Das Geld kommt aber eben nur aus des Bürgers Geldbeutel, und der hat keine Lobby.

  45. Christian Tillmanns sagt:

    Wenn sieht, dass die Prämien schneller steigen als die Kosten und wir mit dem Löhnen und dem BIP nicht mithalten können, muss man feststellen, dass das System verbockt ist. Ob da jetzt eine Einheitskasse kommt oder nicht, ist egal.
    Stellen wir fest, es gibt keinen Markt bei den KV, bestenfalls einen Pseudomarkt, der dann auch noch auf Teufel komm raus irgendwie reguliert wird.
    Wir sollten wohl zurück auf Feld eins und noch einmal von Vorne beginnen, auch wenn’s weh tut.
    Diesmal mit den Zielen, Prämien sollten nur mit dem KPI steigen, schlimmstenfalls aber nicht mehr als die Gesundheitskosten.
    Auch wenn das den SVPlern nicht passt, vielleicht wäre es doch gut, mal über den Zaun zu schauen. Vielleicht machen andere das ja tatsächlich besser, zumindest in einigen Bereichen.

  46. Marcel Peyer sagt:

    Kein Wunder dass die Prämien ständig weiter steigen, wenn das eigene Verhalten keinerlei negative Auswirkung auf die Prämie hat. Man kann so ungesund leben, wie man will oder wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt gehen, die Krankenkasse bezahlt. Die Mehrheit der Gesellschaft will das so. Kein Wunder, leben doch über 1 Million Menschen in der Schweiz direkt oder indirekt vom Gesundheitswesen. Krank bleibt es trotzdem.

  47. Bernhard Piller sagt:

    Sind Gesundheitskosten eine lästige Ausgabe ohne Gegenwert oder der Preis für ein wertvolles Gut? Wenn jemand 50’000 CHF für ein schönes Auto ausgibt, redet er auch nicht von einem Auto-Preis-Schock. Er gab viel Geld aus und hatte einen grossen Gegenwert. Bei der Debatte über Gesundheitskosten muss vor allem sichergestellt werden, dass die Mehrkosten NUR für eine Verbesserung der Leistungen verwendet werden.

    • Friedli Peter sagt:

      Also Autos sind über die Jahre im allgemeinen deutlich besser und billiger geworden. Das mal zu dem Vergleich. Werden die Mehrkosten im Gesundheitssystem wirklich nur für die Verbesserung der Leistungen verwendet? Da müsste man mal hinschauen. Aber klar, wenn es heute möglich ist, dass Spitäler je nach Versicherungsart des Patienten dieselbe OP verschieden deklarieren um den Ertrag zu optimieren, dann deutet das schon mal darauf hin, dass nicht die Leisung in Punkto Gesundheitsversorgung im Vordergrund steht, sondern eben der wirtschaftliche Profit. Und beim heutigen System lässt sich sowas ja ganz offiziell machen. Das Problem ist doch, dass es in der ganzen Organisation zwischen Leistungsbringer, Versicherer, Entscheidungsträger etc, keinerlei Motivation gibt, Kosten zu senken. Im Gegenteil. Wenn die Kosten steigen, fliesst mehr Geld. Das Geld kommt aber eben nur aus des Bürgers Geldbeutel, und der hat keine Lobby.

  48. Christoph Kilchenmann sagt:

    Bei der Interpretation dieser Daten wäre zu berücksichtigen, dass 1996 noch zwei Drittel der Versicherten die Standardprämie bezahlt hatten, während es heute bloss noch ein Viertel ist. Das heisst: Die Prämie für das Standardmodell mag sich zwar mehr als verdoppelt haben, aber für die meisten ist diese Prämie nicht mehr relevant, weil sie inzwischen von Rabatten profitieren. Die effektiv bezahlten Prämien sind daher weniger stark gewachsen – insofern lässt sich die Aussage “Die Kosten für die Grundversicherung steigen zudem deutlich stärker als für das Gesundheitswesen insgesamt” nicht aus der vorletzten Graphik ableiten.

  49. Andreas Kreis sagt:

    Wir erinnern uns: Die SP wollte mit dem Obligatorium die Prämien senken. Frau Dreifuss ist mit diesem Argument in den Wahlkampf, Videobeweise sind im SRF Archiv. Bürgerliche haben vor starkem Prämienanstieg gewarnt. Alternative Medizin, Abtreibung, Kosmetische Eingriffe und weitere Behandlungen wurden laufend in die Grundversicherung aufgenommen. Sozusagen ein Menschenrecht gemäss SP. Die Bürgerlichen haben vor Prämienerhöhung gewarnt. Jetzt will die SP zum dritten Mal eine Abstimmung zur Einheitskasse mit der Begründung die Prämien sinken. Sollten wir die Einheitskasse annehmen wette ich hier und jetzt, dass die Prämien weiter steigen werden oder die Einheitskasse in ein paar Jahren pleite ist. Und ich wette auch, dass dann die SP mit einer Lösung kommt: Einkommensabhängige Krankenkassenprämien. Es ist schon ein wenig bedenklich, wenn jene die die Probleme verursachen sich als Lösungsbringer ständig aufspielen.

    • Josef sagt:

      Kleine Korrektur: die KVG-Vorlage erbte Mme Dreyfuss von Kollege Cotti. Und der war sicher nicht SP. Statt auf der SP rumzuhacken sollte man sich eher überlegen, ob staatliche Obligatorien mit privaten Leistungserbringern (Krankenkasse, Pensionskasse) grundsätzlich des Teufels sind. Obligatorien und Monopole sollten staatlich sein & bleiben.

  50. Raoul Schaffner sagt:

    Damit die Zahlen besser interpretiert werden können, wäre eine Auflistung aller zusätzlichen Leistungen der Grundversicherung seit 1996 (falls vorhanden) hilfreich. Oder mit anderen Worten: Ist die Grundversicherung von 1996 in ihren Leistungen deckungsgleich mit derjenigen von 2014?

  51. Peter Balzer sagt:

    Situation 1989 im Kanton Basel (zugegebenermassen 23 Jahre alt):
    HMO Modell, kein Selbstbehalt, keine Franchise, monatliche Prämie: CHF 89, Gesundheitskosten pro Jahr also CHF 1’068

    Situation 2013 im Kanton Baselland (zugegebenermassen NICHT mehr 23 Jahre alt):
    HMO Modell, Selbstbehalt, Franchise CHF 2’500, monatliche Prämie KVG und VVG: CHF 312. Gesundheitskosten pro Jahr, mit eingewichteter Franchise: CHF 6’244

    Früher war vielleicht nicht alles besser, aber vieles günstiger, nicht nur, aber auch im Gesundheitswesen

  52. Peter Krummbuckel sagt:

    Und dennoch wird die Einheitskasse in der Grundversicherung wohl abgelehnt ! Komisch, die Leute müssen genug Geld haben.

  53. Peter M. sagt:

    Interessant wäre nun noch eine Darstellung, wie sich die einzelnen “Kosten des Gesundheitswesens nach Leistungserbringern” resp. “Leistungen” entwickelt haben: Krankenhäuser, Sozialmedizinische Versorger, Ambulante Versorger, Versicherer, Verwaltung, etc.

    Die BFS-Daten sind dazu klar, aussagekräftig und zeigen wo die effektive Kostensteigerungen statt finden.

    Dadurch ist auch klar ersichtlich an welcher Prioritäts-Schraube zuerst gedreht werden sollte. Die Diskussion Einheitskasse, etc. ist ein klassisches Ablenkungsmanöver.

  54. PBraun sagt:

    Die Abkoppelung der Gesundheitskosten vom BIP-Wachstum und der Lohnentwicklung zeigt, dass am System etwas falsch ist. Aus dem näheren Bekannten- und Verwandtenkreis ist zu hören, dass in Spitälern mit spezialisierter Dienstleistung (Herzchirurgie etc.) nicht zwingend notwendige Operationen trotzdem mit Freude durchgeführt werden, weil 1) damit die Anzahl der Operationsstunden des verantwortlichen Arztes erhöht wird und 2) damit ein Zusatzeinkommen generiert werden kann. Weiter liegen die Kosten für verwendete Materialien (z.B. Stents) weit über denjenigen, die im benachbarten Ausland gang und gäbe sind (Faktor 4). Das System, dass ein Arzt, der Rechnungen ausstellt, automatisch eine Versicherung findet, die diese Kosten auch übernimmt, ist ad absurdum geführt worden. Es besteht absolut kein Anreiz dafür, dass nicht notwendige Behandlungen eben auch nicht ausgeführt werden. Dies gilt für sämtliche medizinischen Bereiche.

  55. Merten sagt:

    In Sachen Prämienerhöhungen darf man auch einmal anfragen, wie hoch die Anzahl und Summe der nichtbezahlten Prämien und wie hoch die Prämienzuschüsse für Asylbewerber und Sans-Papiers sind ? Oder ist das schon Rassismus ?

    • Josef sagt:

      Statt auf den Ärmsten rumzuhacken sollte das Grundproblem gelöst werden. Und die Asylanten und Sans-Papiers haben wohl kein Gewicht im hausgemachten Finanzierungsproblem des Gesundheitswesens. Statt Pseudewettbewerb sollte man mutig dem staatlichen KK-Obligatorium eine öffentliche KK zur Seite stellen. Wie bei der AHV/IV.

  56. Margot sagt:

    Jetzt sollte jedem klar sein, das es hier kein Erfolgsmosdell sein kann! Wenn die Kostensteigerung so weiter geht, dann können in 20 Jahren die wenigsten sich die KK noch leisten. Heute schon muss die Hälfte der Bevölkerung mit Prämienvergünstigung via Steuern subventioniert werden.
    Wenn in der Privatwirtschaft Angestelle entlassen werden, dann steigt der Aktienkurs. Wieso soll es bei den 61 KK besser sein, wenn man den Wasserkopf weiterhin mit Prämien finanziert?

  57. Merten sagt:

    Aber dazumal hatte SP-Bundesrätin Dreifuss vor der Abstimmung hoch und heilig versprochen, dass die Prämien mit der Annahme der Initiative keine Erhöhungen der Krankenkassen-Prämien zu befürchten sein. Das Gegenteil ist eingetreten. Jahr für Jahr saftige Erhöhungen. Da sieht man wieder einmal die Wirtschaftskompetenz der Genossen. Auch mit der Einheitskasse wären saftige Prämienerhöhungen und weitere Verschuldungen so sicher wie das Amen in der Kirche ! Von der Bevormundung des Bürgers gar nicht zu reden !

    • Max Mannhart sagt:

      Sorry aber wer dem Geschwätz eines Bundesrates glaubt ist selber schuld. War doch klar, dass mit Einführung der Krankenkassenpflicht gewisse interessierte Kreise eine Steilvorlage erhalten und die Prämien steigen würden. Damit meine ich in erster Linie die Pharmaindustrie und die Ärzteschaft mit Hilfe unseres Lobby-Parlaments in Bern.

    • Josef sagt:

      Wie viele SPler sitzen in den VR und GL von Krankenkassen, Pharmariesen, Spitälern, Ärzteverbunden? Wer hat wohl ein Interesse, dass der Geldfluss nie abreisst und weiter wächst? Welche Parteien und Politiker verdienen dort ihr Geld? Sicher nicht die SP…