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Hohe Bussen treiben Schweizer Soldaten an den Schiessstand

Von Luca De Carli, 21. August 2014 46 Kommentare »
Am Samstag in einer Woche läuft die Frist ab. Bis dann müssen alle Soldaten der Schweizer Armee ihre alljährliche Schiesspflicht erfüllt haben. Tausende schwänzen lieber. Doch die Bussen beginnen zu wirken, wie die Zahlen zeigen.

SCHIESSPFLICHT, DIENSTWAFFE, SCHUSSWAFFE, MILITAERDIENST,

Nur jeder 400. Schütze fällt beim Obligatorischen durch: Ein Soldat steht vor einem Schützenhaus an. (Bild: Keystone)

Wenn jeweils im Frühjahr das Aufgebot der Armee zur Erfüllung der alljährlichen Schiesspflicht eintrifft, ist das letzte Augustwochenende noch weit. Der Brief landet wohl bei den meisten Soldaten auf irgendeinem Pendenzenberg.

Der Sommer beginnt, und die ersten Schiessvereine bieten Termine zur Absolvierung des sogenannten Obligatorischen Programms an. Vornehmlich an Samstagvormittagen, aber auch am frühen Abend unter der Woche. Die Lust, einen dieser Termine wahrzunehmen, dürfte sich bei vielen Dienstpflichtigen in Grenzen halten. Und auch in diesem Jahr werden Tausende schliesslich ganz auf den Gang zum Schiessstand verzichten.

11'020

Das Schwänzen des Obligatorischen ist ein Massenphänomen. Im vergangenen Jahr haben 11’020 Soldaten auf das Schiessen verzichtet, wie aus den Statistiken der Armee hervorgeht, die dem Datenblog exklusiv vorliegen. Bei total rund 142’000 Armeeangehörigen entspricht dies jedem 13. Soldaten. 2971 Soldaten waren 2013 offiziell dispensiert, 128’024 haben geschossen.

Allerdings ist die Zahl der Schwänzer rückläufig. Im Jahr 2008 hatten noch 16’451 das Gewehr im Schrank stehen lassen:

Zu dieser Entwicklung beigetragen hat sicher auch die stetige Verkleinerung der Armee. 2008 hatte sie noch fast 167’000 Angehörige. 2013 waren es 25’000 Soldaten weniger. Das entspricht einem Rückgang um 15 Prozent. Die Zahl der säumigen Schützen sank im gleichen Zeitraum jedoch um 33 Prozent.

«Eine Pflicht und kein Jekami»

Die Armee hat in den letzten Jahren die Zügel angezogen. 2011 empörte sich Verteidigungsminister Ueli Maurer öffentlich, als die damaligen Zahlen bekannt wurden. «Wir müssen in Erinnerung rufen, dass es eine Pflicht ist und kein Jekami», so Maurer. Und kündete im Schweizer Fernsehen an: «Nächstes Jahr wird wieder geschossen!»

Die Bussen, die säumigen Schützen drohen, sind hoch. Zwar ahndet jede kantonale Militärbehörde das Versäumnis in eigener Kompetenz. Und Daniel Bosshard vom Zürcher Amt für Militär und Zivilschutz betont, dass «die Bussen eine Ermessenssache» seien und «jeder Fall einzeln angeschaut» werde. Im Grundsatz richten sich die Kantone aber nach den Vorgaben der Konferenz der Militärbehörden:

Die Armee sagt auf Anfrage, dass die Rückmeldungen aus den Kantonen eine «klar erzieherische Wirkung» der Bussen belegten. Eine Verdoppelung einer Busse führe erfahrungsgemäss zu einer Halbierung der Anzahl Gebüssten.

Zu einem militärgerichtlichen Verfahren kommt es nur in Ausnahmefällen. 2013 waren es 340.

Da die Bussen kantonal eingefordert werden, gibt es keine offizielle Zahl zu den schweizweiten Einnahmen. Die Verantwortlichen aus dem Kanton Zürich geben an, dass hier rund 2500 Soldaten pro Jahr gebüsst und damit rund 600’000 Franken pro Jahr eingenommen würden. Die durchschnittliche Busse beträgt demnach 240 Franken. Hochgerechnet auf die gesamte Schweiz, dürfte die Bussensumme demnach zwischen zwei und drei Millionen Franken pro Jahr liegen.

Die Bussensumme entspricht damit beinahe den gesamten direkten Kosten, die dem Bund durch das Obligatorische entstehen. Diese lagen laut der Armee 2013 bei rund 3,17 Millionen Franken. Diese Summe umfasst die Entschädigung für die 2800 Vereine. Sie erhalten pro Schützen 19 Franken sowie einen Jahresgrundbeitrag von 160 Franken.

Fast niemand fällt durch

Eine allzu grosse Hürde für Soldaten ist das Obligatorische nicht. Mit 20 Schüssen auf die 300 Meter entfernte Zielscheibe müssen 42 Punkte bei nicht mehr als 3 Fehlversuchen erreicht werden. Wer dies im ersten Anlauf nicht schafft, kann die Übungen zweimal wiederholen. Reichen die Punkte auch dann noch nicht, wird der Schütze zu einem Nachschiesskurs aufgeboten, der pro Kanton einmal jährlich im Herbst stattfindet. Hier können übrigens auch reumütige Schwänzer das Schiessen nachholen und so einer Busse vorbeugen.

327

2013 waren nur 327 Schützen bei ihren Versuchen in den Vereinen zu schlecht. Es fällt also nur etwa jeder 400. Schiesspflichtige beim Obligatorischen durch.

Die Armee gibt an, die Ergebnisse der Schützen nicht im Detail auszuwerten. Die durchschnittliche Punktzahl sei nicht bekannt. Auch die Ergebnisse aus den einzelnen Kantonen würden nicht verglichen. Gemäss Franz Walker, Schiessoffizier aus dem Kanton Zürich, liegt das Standardresultat im Bereich zwischen 50 und 60 Punkten.

Hier finden Sie die letzten Schiesstermine in Ihrer Region.

46 Kommentare zu “Hohe Bussen treiben Schweizer Soldaten an den Schiessstand”

  1. Peter sagt:

    Delegiert. Das Obligatorische hat mein Lehrling geschossen (mehrfach verjährt). Ich musste ihn bitten keine Ehrenmeldung zu holen. Der Militärbetrieb hat mir damals nichts mehr gebracht. Das langweilige Verschlauftraining, stand im krassen Gegensatz zu den Überstunden im produktiven Zivilleben. Heute, wo dem Wehrmann, die Waffenaufbewahrung nicht mehr zugetraut werden kann, ist dieser Indianerbetrieb sowiso ein ökologischer Frevel. Falls es jemals zu einem Waffengang kommt, hat die Ausrüstung gewechselt, untalentierte überleben die ersten drei Tage sowiso nicht und die die Politiker verraten uns, bevor das Magazin leer ist.

  2. Pat Widmer sagt:

    Das Obligatorische ist ein weiteres Teil zur Diskriminierung der CH Männer. Ein Zopf aus dem vorletzten Jh., der den Schützenvereinen zu Gute kommt und ihnen eine künstliche Existenz garantiert. Derart wird das Hobby von ein paar wenigen durch Zwangsmassnahemen an vielen unterstützt. Diese absurde Pflicht ist längst nicht mehr zeitgemäss und erfüllt keinerlei pädagogischen Nutzen. Und wie oft haben wir, männliche Schweizer, unsere schwachsinnigen WKs absolvieren müssen, ohne einen einzigen Schuss abzugeben. Dann aber, ausserhalb des WKs, mussten die angeblich so wichtigen Übungen im Schiessstand durchgeführt werden, alles unter Zwang und Androhung von Bussen und weiteren Schikanen. Der Effekt ist nochmaliges Auspacken des ganzen Militärgrümpels und nochmalige Unterwerfung unter dieses unseelige Regime. Verachtenswert, dieses Regime! Erstaunlich ist aber, dass sich die Betroffenen nicht schon lange wehren. Ich kann über das CH Volk nur den Kopf schütteln und bin nun froh, diesem Schwachsinn entwachsen zu sein. Das Ganze kann nur fortgeführt werden, weil nur die Hälfte der Bevölkerung, die diskriminierte Hälfte, sich diesem Scheiss unterziehen muss.

  3. Hans Müller sagt:

    Die Schiesspflicht ist absoluter Unsinn und gehört endlich abgeschafft. Gleiches gilt für die WKs. Könnte der Datenblog nicht einmal ermitteln, wie hoch der volkswirtschaftliche Schaden der ganzen Übung ist? Wie viel EO jährlich an unmotivierte Soldaten ausbezahlt werden muss, damit sie drei Wochen bei der Arbeit fehlen können?

    • Hitz sagt:

      Schussdistanz 300 meter ist fern von jeglicher Kriegsrealität.
      Schon mein Vater hat mit seinem Karabiner die selbe Schussscheibe auf 300 meter beschossen.
      Ein unnützes Überbleibsel aus der Nachkriegszeit

  4. Pascal sagt:

    Ich wurde schon gebüsst obwohl ich das Obligatorische im WK 2x selbst geschossen habe! Aber ohne dieses alte Ritual würden wohl 80% der Schiessstände dicht machen….darum geht es ja schlussendlich und um nichts Anderes.

  5. schwab sagt:

    Ich bin nicht einverstanden, dass man einerseits sagt, das Gewehr sei zu gefährlich und andererseits Sicherheitsregeln, Pflege und Disziplin im Umgang damit nicht üben wollt.

    Es wäre glaub aus sozialem Grund auch an einem Stätter etwas geraten, die Vereine nicht ganz zu verachten. Joga, Spinning oder Schwingen tut ihr nämlich auch – wenn’s grad in Mode ist.

    • Jean sagt:

      Wann wurden Sie das letze Mal unter Androhung einer Busse zum Joga, Spinning oder dergleichen gezwungen?
      Die “Stätter” hätten vielleicht auch Freude und fänden es sozial, wenn wir vom Land uns mehr an deren (vermeintlich häufigen) Freizeitbeschäftigungen beteiligen würden.
      Nur: es geht auch freiwillig. Ohne Zwang. Die “Stätter”-Clubs, wo es Yoga und CO. gibt, sind übrigens auch nicht vom Steuerzahler finanziert. Man kann seine Hobbies auch selber finanzieren, nur ist es dann nicht so günstig.

    • MaWe sagt:

      Schiessen lernt man am “Obligatorischen” nun wirklich nicht. Leider kann auch von “üben” keine Rede sein, da Schiessen im 300m-Stand mit der heutigen Realität des Waffeneinsatzes nicht wirklich viel mehr gemein hat. Diese Aufgabe muss in den Wiederholungskursen stattfinden und zwar durch qualifiziertes Personal (was leider auch nicht immer Tatsache ist); eine Möglichkeit, den WK wenigstens mit EINEM mittelmässig sinnvollen Inhalt zu füllen. Die jetzige Situation, wie hier mehrheitlich zu lesen, ist schlicht und einfach ein Versuch, die lokalen Schützenvereine zu subventionieren; dies ist heute nicht allen Ernstes noch vertretbar (analog der persönlichen Waffe im Schrank).
      Oblt a.D.

      • Anton sagt:

        Bei uns im Schützenverein , wird jeder der will und sich vorher meldet, vom ersten Probeschuss bis zum Entladen voll betreut. Oft gibt es Leute die noch nie geschossen haben (z. B. Küchengehilfe) oder sehr wenig (von längerem Auslands- Aufenthalt). Ich habe sogar den Eindruck, dass im WK zu wenig PRÄZISE geschossen wird. Die Meisten noch nie etwas vom einem Druckpunkt gehört und dass man mit der ganzen Hand pressen muss und nicht nur mit dem Zeigefinger abreissen darf. Übrigens wissen Sie wie lange durchschnittlich die beiden Amerikaner (Schütze und Richter) in Afghanistan haben um einen einzigen Schuss etwa auf 1500 Meter abzufeuern? –> 1,5 Tage!! (denn wenn Sie nicht treffen, dann…. )

  6. Cybot sagt:

    War der Autor auch mal im Militär? Das Aufgebot fürs Obligatorische bekommt man doch nicht per Brief, das steht nur am entsprechenden Anschlagbrett und man muss selber nachschauen. Oder hat sich das in den letzten 10 Jahren etwa geändert?

    • Schiessadministrator sagt:

      Ja, schon seit über 10 Jahren gibt es für jeden Schiesspflichtigen auch ein individuelles Schreiben.

    • MB sagt:

      Man bekommt das Standblatt mit Klebeetiketten und der Aufforderung, seine Schliesspflicht zu erfüllen. Es ist festgehalten, bis wann aber nicht zu welchem Zeitpunkt das Obligatorische zu erfüllen ist.

  7. Pierrino sagt:

    Ich erinnere mich noch an ein Nachschiessen, einer kam zu spät und hatte zudem noch sein Sturmgewehr vergessen, dafür aber die volle Fischerausrüstung dabei 😉

  8. heidi reiff sagt:

    die Bussen werden dann eingesetzt für die neuen Gripen für die beste Armee der Welt laut VPS Boss Ueli Maurer, schätze nach wie vor alle Dienstverweigerer item ich schätze die Rega, das sind Helikopter die nicht für Tötung der Menschen eingesetzt werden.

  9. Logi sagt:

    Ah S’Obiligatorische war immer ein spass.
    Erst kurz in 30min. die Pflicht erfüllen und anschliessend mit den Kumpels zur Kür. 😉

    War eigentlich immer ein sehr netter Anlass.

  10. Marco Wyser sagt:

    Der Nachschiesskurs für jene die versäumt haben ist nicht derselbe, wie für die Durchgefallenen. Ich habe 3x die Busse bezahlt und bin ca. 3x ins Nachschiessen. Einmal war ich auch beim Schiessverein. Da haben dann auch gleich Vereinsmitglieder angeboten, für einen zu schiessen, wenn man nicht mag. Das zeigt: Das Obligatorische dient rein der Subventionierung der Vereine, hat aber keinerlei militärischen Zweck.

  11. Mit dem Obligatorischen werden die Schiessvereine am Leben erhalten. Denn die zwanzig Schuss Munition muss bezahlt werden. Diese Schiessübung hat auch damit zu tun, die Wehrmänner jedes Jahr an ihre Pflicht gegenüber dem Staat zu erinnern oder besser gesagt, sie, die Wehrmänner, zu domestizieren. Denn Sinn macht diese Übung mit Bestimmtheit nicht. Im Weiteren erinnert dieses Relikt an den Landigeist und das Reduit von General Guisan. Etwas fehlt: Auf der Landiwiese können keine Kartoffeln mehr angepflanzt werden.

  12. Robert Herz sagt:

    Wenn schon mit Zahlen jongliert wird, würde mich interessieren, wieviele Schuss scharfer Munition pro Jahr an solchen Schiessen “verschwinden”.

  13. Bebbi Fässler sagt:

    Zum Glück bin ich aus dem Schiess-Alter raus!
    Zum Glück wurde mir seiner Zeit im Militär nie eine Knarre in die Hände gedrückt.
    Zum Glück schiesse ich lieber mit Buchstaben und Worten um mich.
    Zum Glück sind Duelle unter Angehörigen der Armee, vom Leutnant auf aufwärts, nicht mehr üblich.
    Zum Glück gibt es eine Arena, dort können sich höhere duellieren mit mit Worten um sich schiessen, bevor sie sich nach der Veranstaltung in der nächsten Beiz (dem Lieblingsort der meisten Soldaten) treffen und eine Mass Bier stemmen.

  14. Bernhard Piller sagt:

    Das Obligatorische Schiessen ist eine Anachronistisches Relikt ! Schiessen kann von einem Schüler in 30 Minuten gelernt werden und wer schlecht schiesst, lernt es auch nach Jahren nicht. Zudem weiss man aus Erfahrung, dass Soldaten kaum gezielt auf Menschen schiessen, sondern meist auf Objekte. Das Verhältnis von Toten zu Anzahl Schüssen ist bei rund 1 zu 10’000.

    • Riemek sagt:

      Ich sträube mich zwar nicht mit allen Vieren dagegen, aber ich gehe auch nicht besonders gerne meine Schiesspflicht erfüllen. Wäre es keine Pflicht, wäre ich wohl noch nie in Zivil in einem Schiessstand anzutreffen gewesen.

      Allerdings muss ich überzeugt behaupten, dass ich mich durch die Schiessübungen ausserhalb von WKs deutlich sicherer in der Waffenhandhabung fühle und nicht Gefahr laufe, aus lauter Nervosität grobe Fehler zu mache. Für mich ist das der Hauptgrund, warum es die Schiesspflicht gibt.

    • Ernst Gabathuler sagt:

      Bei 20 Patronen pro Schütze gäbe es pro 500 Teilnehmern einen Toten.
      Habe ich da etwas missverstanden?

  15. Simon Merki sagt:

    Argh, ich muss auch noch. Danke für die Erinnerung.

  16. Mathis H.R. sagt:

    Ist diese Schiesspflicht wirklich nötig ?
    Wenn ich bedenke das Theater, das verånstaltet worden ist wegen Schiesswaffen zuhause.
    Was jedtzt ???

    • M. Streit sagt:

      Ja das Schiessen ist wirklich notwendig – aber nur für Männer. Frauen dürfen, wenn sie denn Lust haben.
      Wann folgt endlich Gleichberechtigung für Mann und Frau? Dass der Staat offiziell geschlechterdiskriminierung betreibt ist einfach grässlich.

  17. Hans Müller sagt:

    Das Obligatorische ist lediglich dazu da, die Schützenvereine zu alimentieren und rechtfertigen. Die 20 Schuss kann man auch im WK schiessen. Der alte Zopf gehört endlich abgeschafft und das Gewehr ins Zeughaus. Ich muss mein Hobby auch selber finanzieren.

  18. Dominik Grimm sagt:

    Tatsächlich lässt sich mit der Androhung einer Strafe eine Handlung wie die Teilnahme am Obligatorischen erzwingen. Jedoch hat man noch nichts unternommen um die Motivation der Truppe zu erhöhen. Zehntausende Soldaten müssen zu beginn jedes WKs den Verschluss ihres Gewehres über die Dauer des WKs in Verwahrung geben. Die Waffe wird somit funktionsunfähig gemacht, trotzdem müssen die Soldaten das Gewehr jederzeit mitführen. Selbst während des Wachdienstes bei dem das Leib und Leben der Kameraden geschützt werden soll wird auf Schusswaffen verzichtet, gnädiger weise erhält man allenthalben noch einen Pfefferspray. Die Soldaten dürfen während Übung und Einsatz das Gewehr nicht benutzen da Verletzungsgefahr für Angreifer besteht. Somit stellt sich schon die Frage wie nützlich ein Schiesstraining ist wenn diese Fähigkeit nie benutzt werden kann.

  19. Markus Schneider sagt:

    Als ich noch die Schiesspflicht hatte, ging ich immer an eine der ersten Übungen. Erstens hat es weniger Leute und zweitens musste ich nicht mehr daran denken.

  20. Gisèle sagt:

    Das Foto zeigts klar: Sie haben den “Schiss i dä Hose”

  21. alex werker sagt:

    Die Wehr- und Schiesspflicht sind glasklar Verfassungs- und Völkerrechtswidrig da sie ausschliesslich an das Geschlecht der Betroffenen anknüpfen. Wesshalb nimmt sich niemand die Mühe damit ans Bundesgericht oder den EGMR zu gelangen?

    • M. Streit sagt:

      Ja da haben Sie absolut recht. Verstehe ich nicht, dass Bundesrat Maurer ganz offen gegen den Gleichstellungsartikel verstossen kann.

  22. Carl Dal Pund sagt:

    Waehrend die Pflege der Kinder, Invaliden und Alten grosszuegig professionalisiert und durchtarifiert ist, muessen nur die Maenner die Wehrpflicht zum mickrigen Trinkgeldtarif und unter harten Strafandrohungen bei Verweigerung schultern. Ein in den besten Armeen der Welt ausgebildeter und aus der Wehrpflciht entlassener Soeldner kann statt einem Fuenfliber fuer nur ein Bier nicht nur fuer den Fronteinsatz, sondern auch fuer die Bandenbekaempfung mit einem Tagessold von 1000 Doller, sondern auch umfassender Betreuung rechnen….

    • Karl Mrak sagt:

      Ihr Vergleich hinkt @Dal. Diejenigen in der Armee die Sie meinen haben nur Krankenkasse und Betreuung solange man auch im Dienst ist. Nachversorgungen bzw. -behandlungen gibt es keine.

      • Jean sagt:

        Tatsächlich haben US-Soldaten, von denen Herr Dal Pund wahrscheinlich spricht, die Krankenkass gar nicht nötig, da Veteranen lebenslang einfach so gratis Krankenversorgung kriegen.
        Übrigens wird Absolventen des US-Militärs auch das Studium bezahlt. Bei uns dagegen haben die Unis als Dank für die Dienstleistung die Regelung eingeführt, dass man wegen einem WK im Semester das selbige gleich wiederholen darf.
        Auch Weiterbildungen sind für WK-Soldaten im Halbjahr der Dienstleistunge de facto verboten, es sei denn, der Kadi gibt ein paar Tage frei. Grund: Unfair gegenüber Kranken und Schwangeren, die nicht ins Militär MÜSSEN. Nur sind die alle nicht jedes Jahr krank oder schwanger…

  23. Michael sagt:

    Das ist doch genau der richtige Ansatz ! Wenn die übung Pflicht ist und man ihr fernbleibt, dann muss die Busse auch richtig weh tun. Am besten bekommt man die Menschen eben über ihr Portemonai – und nicht über Einsicht oder Eigenverantwortung.

    • Alex sagt:

      Nö, seh ich nicht ein warum ich gezwungenermassen etwas tun soll was mir zu wider ist. Es sind nicht alle kleinen Tells die eine Schusswaffe als einziges Argument sehen etwas zu erreichen.

  24. Marcel sagt:

    Ab zum Psychologen für 30min, 250CHF weniger, und dafür eine lebenslange Schiessbefreiung. Kann ich jedem Empfehlen.

  25. Noldi Schwarz sagt:

    Die Schiesspflicht ist ein absoluter Mummpitz. Als ob man damit für den Ernstfall die Treffsicherheit erhöhen könnte. Es ist klar, dass die Schützenvereine dahinter stecken. Wird das Obligatorische abgeschafft, entfallen die grosszügigen Gelder des Bundes, die für die Durchführung ausbezahlt werden. Das würde bald mehr Ruhe für die Eidgenossenschaft bedeuten, denn viele der Vereine könnten dann endgültig die Scheiben demontieren.

  26. C.H. Wolf sagt:

    Ich habe Dienst getan und bin auch für die Armee. Aufgrund von (berufsbedingten) Reisen und anderem habe ich aber mehrfach die Dienstpflicht versäumt und dafür auch mal ein paar Tage “scharfen” Arrests abgesessen (Arbeitsarrest in einem Zeughaus). Die Moral der Geschichte: betrunkene Offiziere (gerne auch schon morgens um 10), Ineffizienz sondergleichen, ein Arbeiten wie im 19. Jahrhundert, Zeughäusler die ihre wenige Arbeit noch an die Arrestleistenden abdettachieren. Eine funktionierende, schlagkräftige Armee ist grossartig, eine Truppe von Teilzeitaktiven (bitte nicht am Wochenende angreifen) und Dilettanten eher nicht.

  27. Fred Steiner sagt:

    Das Obligatorische ist nichts anderes als eine lebenserhaltende Massnahme für hunderte Schiessvereine, die ohne die Einnahmen aus dieser Übung schlicht nicht überleben würden. Es muss mir doch niemand erzählen, diese paar Schüssli würden etwas nützen, falls der (eh abhanden gekommene) BöFei über die Schweiz herfallen sollte!

  28. Gregory Brown sagt:

    Ich finde es barbarisch Menschen zu zwingen das Töten zu üben. Niemand sollte bestraft werden wenn er das Schiessen verweigert.

    • Philipp Ganz sagt:

      Schiessübungen sind genau so wenig eine Übung fürs Töten wie das Holzhacken eine Übung für das Enthaupten ist.

    • Cybot sagt:

      Das hat mit dem Thema herzlich wenig zu tun. Wenn man das Schiessen verweigern will, sollte man das wenn schon machen, bevor man überhaupt ins Militär geht. Und dazu ist heute ja kaum noch jemand wirklich gezwungen. Man kann aber schlecht die obligatorische Schiessübung aus moralischen Gründen verweigern, die muss man ja erst machen, nachdem man schon in der Rekrutenschule war und dort wohl auch geschossen hat.