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Die Schweiz ist Abfall-Europameister

Von DB, 18. Juli 2014 24 Kommentare »
Durchschnittlich 694 Kilogramm Abfall fielen 2012 auf jeden Einwohner in der Schweiz an - mehr als in jedem EU-Land.
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694 Kilogramm Abfall häuft pro Jahr ein Schweizer im Durchschnitt an. Ähnlich hohe Mengen an Abfällen pro Person produzierten nur Dänemark, Zypern und Luxemburg, wie aus Daten der europäischen Statistikbehörde hervorgeht. Mitgerechnet sind Haushaltsabfälle sowie vergleichbare Abfälle aus Industrie und Gewerbe.

Das durchschnittliche Abfallaufkommen lag 2012 in der EU bei 492 Kilogramm je Einwohner. Die niedrigsten Mengen pro Person wurden in den östlichen EU-Staaten verzeichnet, so in Polen, Tschechien und Lettland mit Werten um 300 Kilogramm.

Europaweit wurden nach den Zahlen von Eurostat im Jahr 2012 gut 40 Prozent der behandelten Abfälle wiederverwertet oder kompostiert. In der Schweiz waren es wie in den Niederlanden 50 Prozent. Noch höhere Anteile an verwerteten Siedlungsabfällen gab es nur in Deutschland (64 Prozent), Österreich (59 Prozent) und Belgien (57 Prozent).

Analog zum wachsenden Konsum hat sich in der Schweiz die Abfallmenge von 1980 bis 2008 auf 5,7 Millionen Tonnen verdoppelt. Seither bleibt sie auf hohem Niveau stabil. Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) spricht angesichts des weltweiten Verbrauchs von Rohstoffen und Ressourcen von einer «bedenklichen» Entwicklung.

(bru/sda)

 

24 Kommentare zu “Die Schweiz ist Abfall-Europameister”

  1. David Arjuna sagt:

    Was mich in der Schweiz beim täglichen Einkauf extrem stört ist diese Verpackungswut. Alles wird in nichtwiedererneuerbaren Kunststoff geschweißt, verpackt, umhüllt. Der Abfall den ich produziere besteht vor allem aus unnötigem Verpackungsmüll der mir täglich aufgezwungen wird. Was diese Statistik auch beweist ist, dass sich die Kehrrichtsackgebühr überhaupt nicht auf das Abfallverhalten ausgewirkt hat und einfach eine der vielen Gebühren darstellt, deren Einführung es lange Zeit erlaubten die Steuern für Reiche zu senken und damit die Umverteilung von Steuern mit Progression, auf Gebühren, welche Reiche bevorzugt, unterstützt.

  2. Dieter Neth sagt:

    Jaja, aber wir alle geben uns gerne grün, sind nachhaltig und mögen Bio. Wir sorgen uns ums Weltklima und zeigen gerne mit Fingern auf amerikanische Umweltsünder und chinesische Luftverschmutzer. An dieser Statistik lässt sich nur eines ablesen: Die Umwelt ist uns allen total egal. Sonst gäbe es Gesetze, welche diese Verpackungssucht bei den Grossverteilern verbieten würden, oder zumindest derart stark besteuern, dass es sich nicht mehr lohnt, Fleisch in Plastik einzuschweissen. Aber Sackgebühr und CO2 Abgabe bringen viel mehr – Geld in die Taschen unserer nutzlosen Eliten, deren Nachwuchs sich u. A. mit der Fabrikation von Verpackungsmaterial abgibt. Unsere Detailhändler geben sich gerne nachhaltig, aber bei uns ist der meiste Müll solche sperrigen Plastikverpackungen, obschon unser Fleischkonsum sehr gering ist. Trotzdem reicht ein Gebührensack für 5 Personen 1 Woche, wäre ja noch schöner. Aber dieser Plastikmüll setzt enorme CO2 Mengen frei, das ist nichts anderes als Oel.

  3. Heinz Vogler sagt:

    Sind da die X-Tonnen ausländischen Mülls die Zürich täglich zukauft, um ihre KV auszulasten, auch mit dabei? Und sind die Mengen, die in anderen Staaten in Flüssen und Wäldern entsorgt oder illegal verbrannt werden, ebenfalls mit dabei? Die genannten Zahlen sagen somit absolut rein gar nichts aus!

    • Eschweiler sagt:

      @Herr Vogler, vor der eigenen Haustür kehren ist schwieriger als mit dem Finger auf andere zeigen, da gebe ich Ihnen recht!

  4. Claudio Hammer sagt:

    694kg Das entspricht doch in etwa der gleichen Menge was ein Durchschnittsschweizer an Urin, Schweiss und Exkrementen im Jahr von uns absondert — ob diese Haushaltsabfallmenge jetzt als Einklang mit Natur zu deuten sei, das steht auf einem anderen Blatt geschrieben – vermutlich wäre ein Ausstoss wie Estland mit 279 kg pro EW/J noch zu hoch – die Abfallberge wachsen unaufhörlich weiter – aber immerhin ist die CH beim Recycling an der Weltspitze mit dabei – wenn die Haushaltabfallmenge jetzt pro Schweizer auf unter 1 kg Tag gedrückt werden könnte, wären noch wir noch einen Schritt weiter!

  5. Thomas Jobs sagt:

    Also ich war zuerst auch überrascht über die Zahlen! Aber de Statistik definiert nur die nakten Zahlen, nicht aber die genaue Sammlung der Abfälle. Als Beispiel: von viele KMU wir der Abfall mit dem Hauskericht mitgenommen. Wie sieht das in den anderen Ländern aus? Viel sind auch ob der Menge erschreckt, überlesen aber, dass der Müll der KMU eben auch mitgezählt wurde! Wenn man in einer Gemeinde sieht, was KMU an Säcken bereitstellen, dann relativiert sich die effektive Menge des Privathauses sehr schnell!
    Die Schweiz könnte aber sehr einfach mehr für das Recycling tun! Verpackungskunststoffe welche sich nahezu sortenrein sammeln und recyclieren lassen, wandern in der Verbrennung; ein riesen Unding!
    Din grosses Plus: es wird kein Kommunalmüll mehr in den Boden vergraben!

  6. C. Leupi sagt:

    Da kann man froh sein, dass man den geistigen Müll vieler Kommentarschreiber nicht wiegen kann. Da wäre dann die Schweiz sogar interplanetarischer Meister.

  7. Maria Weiss sagt:

    Ich könnte mir vorstellen, dass in Ländern mit sehr wenig Abfall einiger auch illegal entsorgt wird.

  8. heinz sagt:

    Eine ganze Aluminiumkapsel zu verschleudern für eine Tasse Kaffee ist schon geisteskrank…Ich nehme an die Schweizer sind auch Kaffeekapselweltmeister.

  9. Hansli sagt:

    Erbärmlich.

  10. 694 kg Abfälle: Ist hier nur der nicht recycelte Müll gemeint oder das Total mit all den PET- und Glasflaschen, den Metalldosen und dem Papier?

  11. Küsel sagt:

    Ist da die reziklierbare Menge des Abfalls miteingerechnet? Ich hoffe schon, sonst wäre es noch bedenklicher. Schockierend! Aber das kommt davon, wenn alles einzeln verpackt ist. Früher hatten wir pro Familie einen Abfallsack pro Woche, heute zu zweit zwei. Die Papiersammlung muss alle zwei Wochen abgeholt werden, damals hatten wir noch in der Pfadi zwei Mal pro Jahr eine Sammelaktion (Stichwort “Sexheftli raussuchen” – wer mag sich noch erinnern?).

  12. markus karrer sagt:

    Falls kompostierbare Abfälle in dieser Statistik mit eingerechnet sind, ist das ziemlich irreführend. Man kann ja nicht ernsthaft ländlich geprägte Gebiete in Osteuropa, die selber kompostieren, mit unseren Agglomerationen vergleichen. Oder soll jeder Wohnblock etwa einen Komposthaufen unterhalten statt die Grünabfuhr zu benützen? Die Kilos würden garantiert purzeln, nur ist dies nicht sachgerecht.
    Die Recycling Quote soll in der Schweiz bei lediglich 50% liegen – dies ist auch nicht nachvollziehbar und sicher massiv zu tief. Ich frage mich, was da einberechnet wurde – etwa Openairs?

  13. Herr Döpfel sagt:

    Kunststück: wenn die meisten Verpackungen nur zur Hälfte gefüllt sind entsteht auch mehr Abfall. Wenn wunderts?

  14. Hans Meier sagt:

    Wieder so eine nichtssagende Studie…
    In der Schweiz wird alles legal entsorgt. In anderen Ländern ein Bruchteil. Ausserdem sind in anderen Ländern die Grundstücke sehr viel grösser, da wird einfach alles gelagert…

  15. Fuchs Jos sagt:

    Ja das ist eigentlich ganz klar, du kannst gar nichts machen. Alles ist steriel verpackt. alles muss schnell unter die Kunden und Käufer. Auspacken im Geschäft geht grade gar nicht, und schon wirst Du angepöbelt. An die Hersteller, probiert es mal mit weniger Verpackung! Beispiel wieso braucht eine Batterie eine so starre Verpackung? Für die Entsorgung des grossen Abfallberges jeden Tag, könnte man viele Leute beschäftigen und Arbeit geben. Das braucht weniger Geld. Der Grosse muss voran gehen und die ganze Katastrofe wäre schon bald viel weniger. Lasst Euch mehr Bedienerinnen und Bediener einstellen,für diese Arbeit braucht es keine hochgelernte Angestellte. Offene Ware anbieten und erst begegnet man freunlichen Mensche noch dazu. Vor Fünfzig Jahren war es doch auch so einfach.

  16. Flo sagt:

    694 kg. Abfall!
    Jetzt weiss ich auch weshalb ich ständig Abfallsäcke auf meiner Einkaufsliste stehen habe. Nein Spass beiseite,, es ist schier unglaublich, aber wenn ich nach dem Einkauf den Berg der völlig überflüssigen Verpackung die sich bei mir auf dem Tisch ansammelt betrachte, dann glaube ich ausnahmsweise einer Statistik.
    Mir hat sich noch nicht ganz erschlossen weshalb wir, mit Abstand, an erster Stelle stehen. Ist es weil wir nicht genügend trennen, oder welche Gründe ergeben solch ein Ergebnis

  17. Anken sagt:

    Solange die Verpackungsindustrie so lukrativ ist und der Inhalt manchmal sogar billigier un minderwertig ist als die Verpackung, solange wird weiterhin alles Verpackt was verpackt werden kann. Vieles ist einfach nur Einwegkaufhausaufreisswegwerfmüll.

  18. Markus Schneider sagt:

    Hier ist wohl die Rede von fachgerecht entsorgtem Abfall, oder?

  19. Susanne Reich sagt:

    Lassen Sie mich raten: hauptsächlich Open-Air-Zelte? 😉 Finde es schlimm, dass wir solche Abfall-Produzenten sind. Ich habe immer mehr das Gefühl, wir seien allzu verwöhnt. Einige scheinen sich des Wertes des Geldes, der Lebensmittel etc. nicht mehr bewusst zu sein. Für alles muss man üblicherweise arbeiten und ein bisschen das Budget zusammenhalten. Nicht zu vergessen, dass es Menschen gibt, welche kaum das Nötigste haben. Deshalb darf man für unseren Wohlstand ruhig etwas dankbar sein. Kann diese gleichgültige Haltung nicht verstehen. Ich versuche – ohne zu übertreiben – meine Sachen ein wenig zu pflegen und wenn möglich reparieren zu lassen. Widerspricht meine Haltung etwa den Produzenten? Wir bezahlen sehr hohe Preise für alles, verglichen mit dem Ausland, auch wenn wir anscheinend mehr verdienen als umliegende Länder. Auch deshalb achte ich darauf, was ich kaufe. Ob das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt. Und ich spende lieber einen Teil meines Einkommens, anstatt es einfach zu verschleudern. Doch vielleicht bin ich einfach nur altmodisch.

    • Flo sagt:

      Hat jetzt nicht direkt mit dem Thema abfall was zu tun – indirekt aber sicherlich doch!
      Mit ihrer Bemerkung; Wert des Geldes, haben sie bei mir etwas in’s rollen gebracht!
      Aufgeschreckt erinnere ich mich an die Zeiten wo ich nach dem Einkauf im Laden mein Portemonnaie hervorholen musste und je nach Einkauf mehrere Nötli und Fünfliber rausklauben musste. Heute bezahle ich mit Karte und habe das absolute Gefühl für das Geld verloren.
      Ich habe noch jahrelang mein Gehalt in einem Zahltagstäschli bekommen, nachgezählen und quittieren müssen. Dasselbe mit der Grati und zu Hause wurde die in drei, auf dem tisch liegende, Häufchen verteilt – da hat man den Wert des Geldes noch hautnah vor sich gehabt und konnte ihn mit den Händen berühren.
      Vielleicht täten uns diese Gepflogenheiten wieder einmal gut!
      Schwierig stelle ich mir das ganze aber bei gewissen Millionengehältern vor – ob es wohl solch grosse Zahltagsäckli und Tische gäbe

  20. K. Schlegel sagt:

    Mich wundert diese Menge nicht!
    Wenn ich sehe, wieviel Glas/Alu/Dosen im regulären Hausmüll entsorgt werden, obwohl entsprechende Container gerade einmal 100 m entfernt aufgestellt sind, dann empfinde ich dies als asoziales Verhalten. Die Dummheit und Sorglosigkeit ist grenzenlos.
    Dafür wird bei den Containern täglich auf Kosten der Allgemeinheit der restliche Unrat “entsorgt” – die Gemeinde reagiert nicht und räumt den Mist weg ohne die Verursacher zur Rechenschaft (empfindliche Geldstrafe) zu ziehen.

  21. Roman Günter sagt:

    Um die Menge an Abfällen zu messen, muss man diese erst einmal sammeln…