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Der Sommerferien-Europameister

Von DB, 12. Juli 2014 17 Kommentare »
Wenn heute in einigen weiteren Kantonen die Sommerferien beginnen, heisst das im Schnitt 6 Wochen Ferien für Schweizer Schüler. Nicht besonders viel, wie ein europäischer Vergleich zeigt.

Nicht nur im Kanton Zürich haben heute die Sommerferien begonnen, auch in Teilen Deutschlands und der Niederlande ist ab sofort mehrere Wochen lang schulfrei. Wie lange die verdiente Lernpause dauern wird, ist von Land zu Land jedoch höchst unterschiedlich wie ein Vergleich von Eurydice, der Bildungsabteilung der Europäischen Kommission, zeigt. Die Spanne reicht von 5 Wochen im Aargau bis zu teilweise 16 Wochen in Bulgarien.

Auch innerhalb der Schweiz gibt es gewaltige Unterschiede: Im Durchschnitt ist die sommerliche Lernpause für Schüler zwar 6 Wochen lang. Doch die Dauer variiert von 4 Wochen in der Gemeinde Lenzburg im Aargau (ein Spezialfallbis zu 8 im Wallis und sogar 10 Wochen im Tessin, wobei die Kinder in der Deutschschweiz durchschnittlich weniger Ferien haben als in der Romandie. Für die Lenzburger Schüler mit ihren 4 Wochen Sommerferien (die kürzesten in Europa) bedeutet das aber keineswegs weniger Erholung: Sie haben über das Jahr verteilt einfach mehrmals dafür in kürzeren Einheiten frei, so etwa im Herbst oder zur Fastnachtszeit. Insgesamt sind es im Jahr auch 13 Wochen.

Im europaweiten Vergleich müssen Schweizer Schüler im Sommer viel länger die Schulbank drücken – nur noch in Deutschland und England sind die Kinder in der heissen Zeit genauso fleissig. In Griechenland, der Türkei oder den baltischen Staaten dauern die Sommerferien dagegen ganze 13 Wochen. Und die bulgarischen Kinder sind mit ihren 16 Wochen die Sommerferien-Meister in Europa – zumindest die Primarschüler.

In Bulgarien ist die Dauer der Ferien je nach Schulstufe unterschiedlich, die Älteren müssen mit 9 Wochen auskommen und liegen damit im europäischen Mittelfeld. Tendenziell dauert die Sommerpause in den südlichen Ländern deutlich länger, was wohl nicht zuletzt am heissen Wetter während der Sommermonate liegt. So beginnen die Ferien in einigen Ländern auch bereits Ende Mai, während etwa deutsche oder Schweizer Schüler teilweise bis Ende Juli warten müssen.

(ajk)

In einer früheren Version des Artikels hiess es fälschlicherweise, im Kanton Aargau hätten die Schüler nur 4 Wochen Ferien. Dies gilt nur für die Gemeinde Lenzburg. Im Aargau ist Lenzburg ein Spezialfall. Wegen des alljährlichen Jugendfests starten die Schüler dort später in die Sommerferien. In den anderen Aargauer Gemeinden haben die Schüler durchschnittlich 5 Wochen Ferien. Wir bitten den Fehler zu entschuldigen.

 

17 Kommentare zu “Der Sommerferien-Europameister”

  1. Ohne richtige Ferien kann man aber auch nicht in dern Urlaub verreisen, oder? Wie sieht es mit einer schönen Reise nach Südsizilien oder an die Strände von Grichenland, Türkei und Spanien aus? Mit nur 5 Wochen können doch nicht alle Familien gleichzeitig verreisen?

    Gottseidank hatte ich heuer Glück, dass wir mehr als 5 Wochen zum Einplanen hatten… Ansonsten wäre dies mit der Arbeit stressig geworden und mein Sizilien Ferienhaus wäre dann doppelt so teuer geworden. 🙂

  2. Franziska Strassler sagt:

    Ja, ist an und für sich schon OK, der Vergleich, aber wertlos. Es fehlt nämlich die Angabe über die Gesamtzahl der Ferientage pro Jahr in den betreffenden Kantonen / Ländern. Ohnehin, was will man uns damit sagen? Dass Kantone / Länder mit weniger Ferientagen erfolgreicher sind, während diejenigen mit längeren Sommerferien faule Säcke sind? Gilt dies auch für Basel und Genf, bzw. für die skandinavischen Länder? Die Daten sind zwar schön aufbereitet, aber für sich alleine noch bedeutungslos. Darum…

  3. Jutta Maier sagt:

    Warum schafft es die Schweiz eigentlich nicht, landesweit dieselbern Ferien zu haben?

  4. Ulrich Schweizer sagt:

    Es is nicht sinnvoll die Anzahl Wochen Ferien im Sommer zu vergleichen. Man muss die gesamte Anzahl pro Jahr anschauen, also inkl. Herbst-, Frühligs-, Weihnachts- und Sportferien. Im Süden wird man wegen der Hitze eher viel Gewicht auf Sommerferien legen.

  5. Manfred Grieshaber sagt:

    Nur die Sommerferien zu vergleichen bringt doch gar nichts. In Frankreich haben sie lange Sommerferien aber im Rest des Jahres hat es keine weiteren Ferien. Ich persönlich (komme aus D) fand die ähnlich wie hier übers Jahr verteilten Ferien wesentlich besser als 12 oder 14 Wochen Ferien am Stück. Da ist einem doch als Kind die Schule total fremd geworden, nach so langem Unterbruch.

  6. Markus Schneider sagt:

    Es sind jedenfalls nicht die produktivsten Länder, die am meisten Ferien haben.

  7. Giovanni sagt:

    Ganz klar logisch, die DeutschSchweizer brauchen länger bis es sitzt und bitte nicht zuviel Ferien, ansonsten vergessen sie es wieder und stören die andern Schweizer nur…..(smiling)

  8. Markus Nottter sagt:

    Im Aargau gibt es meines Wissens genau eine ein einzige Gemeinde mit nur 4 Wochen Ferien nämlich Lenzburg. Sonst hat man überall 5 Wochen.

  9. Hanspeter Mathys sagt:

    Ich habe die Primarschule in einem emmentalischen Bauerndorf besucht. Damals waren der Zeitpunkt und die Dauer der Ferien von den Bedürfnissen der Landwirtschaft bestimmt: eine Woche “Heuferien” im Juni, dann nur drei Wochen Sommerferien. Die Herbstferien hingegen dauerten sieben Wochen, weil die Bauernkinder das Vieh hüten mussten. Kinderarbeit war auf emmentalischen Bauernhöfen selbstverständlich. Ob und wie weit die Ferien dort immer noch von der Landwirtschaft abhängig sind, weiss ich nicht. Ich wohne längst nicht mehr im Emmental.

  10. Andreas Kaufmann sagt:

    Die Informationen aus dem Aargau stimmen wohl nicht ganz. Lediglich eine Gemeinde, nämlich Lenzburg, hat vier Wochen Ferien. Die anderen haben fünf. Und die Lenzburger Schüler beschäften sich in dieser einen Woche, die sie weniger Schule haben, vor allem mit dem Jugendfest. Aber fünf Wochen sind meiner Meinung nach auch nicht grad viel, wenn man es mit den anderen vergleicht. Frühling, Herbst und Sportferien sind im Aargau, wie in den meisten Kantonen, jeweils zwei Wochen. Ich frage mich, wie das die anderen dann aufholen können.

  11. thomas federlein sagt:

    Also ich weiss nicht … Ich bin in Graubünden in die Schule gegangen und hatte nur 6 Wochen Sommerferien, und ich weiss, dass das in der Gemeinde heute noch so ist und die Ferien in Graubünden wirklich von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sind … Ob die Daten in andern Kantonen und Ländern genauer sind?

    • Marc Brupbacher sagt:

      Gemäss dieser EDK-Tabelle sind es 7 Wochen: http://www.edk.ch/dyn/15213.php

    • Küsel sagt:

      Ich war auch ein Aargauer (Primarschule, Bez, Kanti) und da gab es wirklich von Bezirk zu Bezirk Unterschiede. Meistens hatten wir 4 Wochen Sommerferien (3 im Frühling), aber 5 (2 im Frühling) war ebenfalls möglich – ich z.B. hatte sicher beides. Wie das jetzt 30 Jahre später gehandhabt wird, entgeht meinem Wissensstand, da seither Zürcher – und da haben die Kinder IMMER Ferien laut “Ferienfahrplan” und überfüllten Schwimmbädern von Mo-Fr 😀

    • Ike Conix sagt:

      In GR ohne Misox scheinen es tatsächlich 7 Wochen zu sein. Und im Misox sogar noch mehr, weil dort der Schulbeginn gleich ist wie im Tessin. An Ihrer Stelle würde ich auf “Lohnnachzahlung” klagen.