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So eng wohnen die Städter

Von Marc Brupbacher, 24. Juni 2014 9 Kommentare »
Wie viel Wohnfläche steht dem Zürcher, dem Basler, dem Genfer zur Verfügung? Und wie viele Personen teilen sich im Schnitt eine Wohnung? Hierzu liegen für die 162 Städte der Schweiz erstmals Daten vor.

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Quadratmeter Wohnfläche stehen in der Schweiz pro Person zur Verfügung. Die verbrauchte Wohnfläche in den Städten liegt deutlich unter diesem Durchschnitt. So haben Genf, Lausanne und Zürich einen Wert unter 40 m² pro Person.

Die aktuelle Ausgabe der «Statistik der Schweizer Städte» führt erstmals auch Daten zur Belegungs- und Wohndichte. Die kleinste durchschnittliche Wohnfläche weisen mittelgrosse Städte auf. Die Bewohner von Renens VD und Meyrin beanspruchen im Schnitt nur 32 m², die von Vernier 33 m².

Eine im Schnitt um zwei Drittel grössere Wohnfläche als Bewohner von Renens VD und Meyrin haben Küsnachter. Sie weisen mit 54 m² pro Person den höchsten durchschnittlichen Wohnflächenverbrauch auf. An zweiter Stelle liegt Zollikon mit 53 m². Mit Meilen, Stäfa und Freienbach finden sich zudem weitere drei Städte vom Zürichsee in den Top 10.

 

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Bei den sechs grössten Städten der Schweiz sieht das Ranking so aus – am meisten Platz haben die Winterthurer mit 42 m² pro Person. Dann folgen Basel (41 m²), Bern (40 m²), Zürich (39 m²), Genf (38 m²) und Lausanne (37 m²).

Nachfolgend die Tabelle der Wohndichte aller 162 erfassten Städte.

 

2,3

Personen leben in der Schweiz im Durchschnitt pro Wohnung. In den Grossstädten sind es etwas weniger. So müssen sich in Basel nur 1,9 Personen eine Wohnung teilen. Die Wohnungen sind in den Städten dafür kleiner.

Bei der Belegungsdichte (durchschnittliche Anzahl Personen pro Wohnung) liegen die Grossstädte nahe beieinander, nämlich bei knapp 2 Personen. Die höchste Belegungsquote haben die Westschweizer Städte Plan-les-Ouates mit 2,9, Veyrier mit 2,8 und Delsberg mit 2,8. Die tiefste haben Chiasso, Luzern und Basel mit je 1,9 Personen pro Wohnung.

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Anzahl Personen pro Wohnung, nach Gemeindegrössenklassen, 2012.

Die 75. Ausgabe der «Statistik der Schweizer Städte» erschien dieses Jahr in einem schlankeren Gewand und ist stärker redaktionell ausgerichtet. Die Ausgabe umfasst Daten und Zahlen zu allen relevanten Themen der Stadt- und Agglomerationsentwicklung. Das Jahrbuch entstand in Zusammenarbeit zwischen dem Schweizerischen Städteverband und Statistik Stadt Zürich.

 

9 Kommentare zu “So eng wohnen die Städter”

  1. Tom sagt:

    Wir können uns nicht beschweren. Mit einem Schnitt von 40 qm pro Person, bedeutet das cca. 120 qm pro dreipersonen Haushalt. Auch die, die “nur” 30qm zur Verfügung haben, kommen zu zweit auf 60 qm, was eine mittelgrosse 2 Zimmer Wohnung bedeutet

  2. Je mehr die Bevölkerungen auf der Welt wachsen, um so enger muss man wohnen. (Und mehr Schlangen und Stau stehen. Und die Ressourcen, Nahrungsmittel, Bodenschätze, Energie, etc. teilen.) Es wird nur unangenehmer, wenn wir die Bevölkerungsexplosion weltweit nicht in den Griff kriegen. Papst, sag bitte ja zu Verhütungsmittel. Die solltes doch heute überall gratis geben.

  3. Flo sagt:

    Das Wohnen auf derart begrenzten Wohnflächen finde ich nicht als das grosse Problem – da kamm man sich notfalls damit abfinden. Viel belastender und einengender finde ich das verdichtete Bauen und dazu kommen schlechte issolierte Wohnungen. Wenn mir mein Nachbar von seinem Küchenfenster auf meinen Teller gucken kann, mein Nachbar jedes Geräusch aus meinem Badezimmer mitverfolgen muss und ich auf meinen Balkon nicht mehr rauchen kann weil sonst mein Nachbar vom Haus gegenüber Lungenkrebs bekommen könnte

  4. Derek Richter sagt:

    Eine wenig wertvolle Studie; der Platzbedarf hört nicht an der Wohnungstüre auf. Verkehrsinfrastruktur, Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten sind ebenso nötig wie intakte Natur.
    Der Ehrlichkeit halber sollte auch der Raumbedarf für die Heerscharen von Beamten (v.a. in Zürich) ermittelt werden.

  5. Adrenalin sagt:

    Wäre sehr interessant – leider ist die Grafik mit dem Smartphone nicht steuerbar.
    Leider werden den dichtestress-geplagten Städtern auch noch den Erwerb und Bau von Zweitwohnungen erschwert. Je grauer und dichter die Städte desto grüner verhält sich offenbar der dichtestress Geplagte. Platzangst versus Platzneid.

  6. Küsel sagt:

    Da wohne ich noch enger. Man sollte die Zahlen aber v.a. im Vergleich mit früheren Jahrzehnten betrachten. Der “Dichtestress” und die Zersiedelung ist hausgemacht, wie es dann schön ersichtlich ist – mal die Parahotelierie nicht einmal berücksichtigt. 1970 wohnten 10% mehr Leute auf dem Stadtgebiet von Zürich als heute – bei einer weitaus geringeren Wohnfläche pro Person und mehr Personen/Hauslhalt.

    • Margot sagt:

      Ja, das stimmt. Aber damals hatte es viel mehr Kinder bei denen mehrere sich ein Zimmer teilen mussten. Das geht immer wieder gerne vergessen! Heute wollen auch Kinder, und vor allem Jugendliche ein eigenes Zimmer. Ist doch verständlich, oder?

  7. Jan Dubach sagt:

    Wohnfläche, bzw. wie viele Personen, usw. eine interessante Abfassung. Als Ergänzung sollte auch die Bevölkerungsdichte angegeben werden. Genf 11768 Einwohner pro km2, Basel 6828, Zürich 4242, Lausanne 3089, Biel 2412, Bern 2410, Winterthur 1488, Zug 1218, usw.

    • Flo sagt:

      Umso mehr wundert es einem wenn die Taktik von Immoblien- und Liegenschaftenverwaltungen beobachtet. Grosse Wohnungen 4/6 Zimmer und mehr für eine oder zwei Personen, oder wohnungen die monatelange zwar vermietet sind aber offensichtlich unbewohnt erscheinen.
      Aber das sind natürlich angenehme Mietverhältnisse für den Anbieter, solche Mieter verlangen nichts, reklamieren nie (weil sie nie da sind) und verwohnen eine Wohnung auch nicht – toll für den Vermieter – Hauptsache der Mietzins kommt pünktlich!