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Schweizer «Tatort»? Da zappt der Deutsche weg

Von Philippe Zweifel, 10. Juni 2014 27 Kommentare »
Der «Tatort» geht in die Sommerpause – Zeit für einen Quotenrückblick: Welche Teams ziehen in der Schweiz, welche in Deutschland?
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Hier ist der überstrapazierte Begriff für einmal angebracht: Der «Tatort» ist Kult. Seit über 40 Jahren gibt es die Krimiserie, gerade wieder steht sie hoch im Kurs; in Berlin wie Zürich zeigen Bars und Cafés die Sendung als Public-Viewing-Anlass, und eben erst widmete der «Spiegel» der Serie eine Titelgeschichte. Philosophen fasziniert die Serie genauso wie Arbeiter und Akademiker, Teenager und Rentner.

Was einen gelungenen «Tatort» ausmacht, darüber streiten sich die Zuschauer freilich. Was man hingegen feststellen kann, sind die Einschaltquoten – und genau das haben wir für die ablaufende «Tatort»-Saison getan. Hier die Quoten für die Schweiz:

Wenig überraschend, verzeichnet das Schweizer «Tatort»-Team Flückiger/Ritschard aus Luzern den höchsten Marktanteil, gefolgt von den Münsteraner «Tatort»-Clowns Thiel und Boerne. Auf dem dritten Rang landet das Bodensee-Team Blum/Perlmann. Dass die beiden so weit oben liegen, muss mit der regionalen Nähe zu tun haben – in Deutschland sind sie deutlich weniger beliebt (siehe unten). Überhaupt zeigen sich bemerkenswerte Unterschiede zwischen den Präferenzen der Schweizer und der Deutschen. Die jungen Ermittler Funck/Schaffert/Grewel aus Erfurt liegen bei uns auf dem vierten Platz, während sie in Deutschland auf dem drittletzten Rang darben. Umgekehrt verhält es sich mit Nik Tschiller alias Til Schweiger: In der Schweiz ein Flop, in Deutschland top.

Die beiden österreichischen «Tatort»-Beiträge finden sich in der Schweizer Statistik weit abgeschlagen. Auffallend ist auch, dass der traumatisierte Dortmunder Kommissar Faber, der über mehrere Folgen hinweg am unaufgeklärten Mord seiner Tochter und seiner Frau ermittelt, bei den Zuschauern durchfällt. Diese horizontale Erzählweise wird offenbar nicht goutiert. In Deutschland sind die Quoten von Faber ähnlich mies. Doch interessanterweise kommt Faber bei den TV-Kritikern gut weg. Er erinnert so an den abgesetzten Hamburger Undercover-Kommissar Cenk Batu, der trotz guter Kritiken wegen zu tiefer Einschaltquoten durch Nick Tschiller ersetzt worden ist.

Schauen wir uns die deutschen Einschaltquoten genauer an:

Was an der deutschen Statistik frappant ist, ist das schlechte Abschneiden der Schweizer Beiträge. Die beiden Folgen zusammengerechnet, landet das Schweizer Team in der Gunst der deutschen TV-Zuschauer auf dem letzten Platz, zusammen mit den Dortmundern. In der vorhergehenden Saison sah das Bild gleich aus. Dass man in Deutschland nicht an ausländischen Fällen interessiert ist – damit lässt sich die Schmach allerdings nicht erklären. Die beiden österreichischen «Tatort»-Folgen schnitten gut bzw. mittelmässig ab. Damit wäre die Diskussion eröffnet: Was machen wir falsch? Liegts an der Synchronfassung, die in Deutschland zu sehen ist? Sollte man untertiteln? Oder ist der Kommissar das Problem – hat er zu wenig Ecken und Kanten, ist er zu wenig traumatisiert?

Natürlich ist die Quote nicht nur vom Kommissarenteam abhängig, sondern auch vom jeweiligen Drehbuch. Ist der Fall mau, zappen die Leute weg. Es folgen deshalb Statistiken zu den einzelnen Folgen. Der Luzerner «Tatort» «Geburtstagskind», in dem eine 14-Jährige tot im Wald liegt und der drogensüchtige Vater und der frömmelnde Stiefvater verdächtigt werden, weist in der Schweiz die Rekordquote von 520’661 Zuschauern bzw. einen Marktanteil von 31,9 Prozent auf. Die zweite Schweizer Produktion der Saison 2013/2014 liegt auf Rang drei. Davor sind die Münsteraner mit der Folge «Die chinesische Prinzessin».

In Deutschland wiederum liegen die Schweizer, wie gesagt, weit hinten. Konkret: Die letzte Luzerner Folge «Zwischen zwei Welten» ist das Schlusslicht, «Geburtstagskind» liegt an fünftletzter Stelle – obwohl die Folge die «Tatort»-Saison eröffnet hat. Apropos: Im September ist die Sommerpause vorbei. Mal schauen, was sich Flückiger im Kampf gegen das Quotentief einfallen lässt.

27 Kommentare zu “Schweizer «Tatort»? Da zappt der Deutsche weg”

  1. BMH sagt:

    Die grenzüberschreitenden Bodensee Tatorte Flückinger, Perlmann, Blum sind sehr gut, wie zum Beispiel die Wiederholung von heute Abend “Polizistinnenmörder “.Habe mir den lieber noch einmal angeschaut als den neuen Lindholm auf der ARD ( falle in die Statistik für Deutschland)

  2. Flo sagt:

    Schweizer «Tatort»? Da zappt der Deutsche weg – ich bin sicher das nicht nur die Deutschen auf einen anderen Sender umzappen! Das tue ich mir, als “echte Schweizerin” nicht an und schaue konsequent alle Tatorte auf ARD und noch lieber die älteren Tatorte auf SWR/BR o.ä. an. Da wird mein Krimer-Fan-Herz beglückt!

  3. Luzern als Ort des Verbrechens gibt wenig her. Dass man in einer Tatort-Folge auch noch die Fasnacht für ein Verbrechen ausgewählt hat, kann abgelatschter nicht sein. Es ist alles so bieder, so gut schweizerisch, aber nichtsdestotrotz lähmend. Das Drehbuch, die Schauspieler (Gubser vielleicht ausgenommen) gekünstelt. Kein nachhaltiges Fernseherlebnis, der Schweizer Tatort. Bei Faber habe ich auch Anlaufschwierigkeiten gehabt. Doch mit der Zeit ist er für mich wohltuend anders als die anderen. Diese Figur hat mit dem Leben zu tun und zwar ungefiltert. Der echte Komödienstadel war besser als Thiel und Boerne. Und Ballauf, Leitmayer und Batic haben mit den Frauen Schluss gemacht, als hätten sie Angst vor Potenzproblemen. Ist zwar sehr realistisch, aber dennoch irgendwie entmutigend für einen Herrn im gleichen Alter.

  4. Bernd Wörner sagt:

    Das Hauptproblem liegt an der eingedeutschten Fassung. Im Original kommen die Schauspieler viel glaubwürdiger und sympathischer rüber.Aber selbst in der Tonauswahl gibt es das Orihinal für uns nicht…

    • Ruedi Widmer sagt:

      Naja. Wir bezeichnen uns ja gern und häufig selbst als “sympathisch” bei jedem, der nicht bei Drei auf dem nächsten Baum sitzt – wohl eine unserer bizarreren Eigenarten… Ich vermute, dass es neben der lausigen Qualität unseres Tatorts ebendieses unser “sympathisches Wesen” ist, das uns die A- und D-Zuschauer vergrault hat – freiwillig und ohne Not mag sich wohl keiner unserer Nachbarn mehr mit uns abquälen…

  5. Krimifan sagt:

    Auch nach 17 Jahren in der Schweiz kann ich mich leider nur dem Resultat der Deutschen anschliessen. Bei mir liegt es aber nicht an der Handlung sondern an der Art und Weise wie der Umgang der Personen miteinander dargestellt wird. Ich empfinde es als hoch aggressiv und unfreundlich und bin froh, dass ich auf meiner Arbeit hier in der Schweiz auch in stressigen Situationen nur selten solcher Intonation ausgesetzt bin. Unter einer guten Unterhaltung verstehe ich nicht diese Zickerei der Protagonisten! Auch ist der Dialekt stellenweise so genuschelt, dass selbst mein Mann als Zürcher Mühe hatte und wir dann auf die synchronisierte Version übergegangen sind. Aus den Blogeinträgen war zu erkennen, dass wir da nicht die Einzigen waren. Vielleicht sollten sich die Verantwortlichen mal beim “Bestatter” Inspiration holen. Der ist bei den Deutschen sehr beliebt.

  6. Dani Keller sagt:

    Finde die CH Tatorte unauffällig, weder herausragend noch schlecht.
    Eine Originalfassung (Dialket) mit Untertitel für D/A wäre sicher mal einen Versuch wert. Gäbe vielleicht einen gewissen Funfaktor für unsere Nachbarn.

    • Ruedi Widmer sagt:

      Funfaktor? Nein, bestimmt nicht, das ist außerhalb der CH unsendbar. 20.15 Uhr ist zudem Primetime, da vergraulen Sie die gesamte Zuschauerschaft für den Rest des Abends und die Quote macht Harakiri, das kann sich keine Sendeanstalt erlauben. Außerdem: 4 Mio potentielle Schweizer Zuschauer, 85 Mio aus A/D und dann in Schweizerdeutsch und ALLE sind an der Bezahlung beteiligt? Das ist ein absolutes no go. Dass der CH-Tatort in A/D so floppt, liegt eher daran, dass wir es uns mit unserer Nachbarschaft gründlich und vollumfänglich verdorben haben. Und der Flückinger kommt dabei GENAU SO rüber…

  7. Peter Meier sagt:

    Auch wenns absolut mies ist, der patriotische Schweizer schaut den CH Tatort von Anfang bis zum Schluss. Anders kann man sich das wohl nicht erklären. Der CH Tatort ist auf Mundart genauso schlecht wie in der Synchronfassung.

    • Sterchi sagt:

      Erstens werden Schweizer Produktionen auch praktisch immer im Studio synchronisiert, zweitens ist es offensichtlich, dass Dialoge auf Hochdeutsch geschrieben und dann ins Schweizerdeutsche übersetzt werden und damit überhaupt nicht natürlich sind un drittens ist es nicht sehr realistisch, dass die Geschichten in und um Luzern spielen, aber KEINER spricht Luzernerdeutsch …!

  8. Meierhofer Georges sagt:

    Nicht nur die Deutschen schalten bei dem Schweizer Tatort vor dem Ende ab!
    Was soll eine Alkoholikerin und ein schlechtes Drehbuch in der Tatort Serie.
    Synchronisation, Kommissar ohne Ecken und Kanten oder zu wenig traumatisiert
    sind nur Ausreden der “Macher” dieser Serie. Dies beweisen der Spitzenplatz von
    Thiel und Boerne.

  9. Daniel Jost sagt:

    Beim Schweizer Tatort zappe ich auch weg, als Schweizer, und schäme mich für so schlechtes Fernsehen aus der Schweiz…

  10. Jan Stark sagt:

    “Kult” ist doch kein Adjektiv! Oder habe ich da was falsch verstanden? Sommmerlicher Gruss

  11. Ch. Keller sagt:

    Auch ich (CH-Bürger), gehöre zu denen, die bei CH-Tatortproduktionen wegzappen. Schaue mir in der Regel die meisten
    Tatort-Folgen an. Auch bei den deutschen Beiträgen hat es bessere und schlechtere, aber meistens stimmt die
    filmische Qualität. Dort sind auch bessere Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Drehbuchautoren, etc. am Werk. Auch ist das ganze Filmhandwerk den Schweizern hochüberlegen. Die wirklich guten der wenigen CH-Filmer wie z.B. Markus Imboden
    arbeiten ja praktisch nur in Deutschland.
    Mit Schauspielern, wie Hr. Gubser, kann man natürlich auch keine spannende Tatorte produzieren. Das Problem aus
    meiner Sicht liegt darin, dass die Schweiz kein “Filmland” ist. Die guten Filmakademien befinden sich halt in Deutschland,
    was den deutschsprachigen Raum angeht. ,

  12. Ralf Schrader sagt:

    Als in Luzern lebender Berliner sag ich mal, dass ist zu glatt gebügelt. Weil wir Berliner wissen, dass es keine sauberen Menschen gibt, wollen wir die auch nicht im TV sehen. Schweizer lieben amerikanische Flachsinn- Serien, in D kommen die nur beim Unterschichtenpublikum der Privatsender an. ARD oder ZDF bringen die nicht. SRF schon.
    SRF macht ja auch Werbeunterbrechungen im Tatort. Das würde sich ein deutsches Publikum nicht bieten lassen. Noch, ich betone noch, ist das deutsche Publikum anspruchsvoller.

    • Küsel sagt:

      Das mag für die staatlichen D Sender gelten. RTL, SAT1, VOX etc. kaufen aber genau diese miesen US Serien auch ein und produzieren selber den selben seichten Mist. Wir haben in der Schweiz leider diese “Vielfalt” nicht. Ich selber schaue deshalb Serien nur noch Online/auf DVD. Habe auch einige Tatortboxen, aber leider decken diese nicht alles ab. Ich kenne auch Schweizer, welche nur noch BBC oder Welsche/Französische Sender schauen, da diese (auch in der Schweiz) bessere Produktionen bieten, als das SRF. Was aber stimmt: wir (Deutsch)Schweizer kriegens fimlisch und meistens auch schauspielerisch kaum auf die Reihe (siehe z.B. diesen HistoryChannel Verschnitt “Wir Schweizer”). Der Bestatter ist hier eine der wenigen Ausnahmen. Gute CH Filme und Serien kommen wennschon von änet dem Röschtigraben. Zum Glück kommt jetzt die Bilag-Abschaffung.

      • Ruedi Widmer sagt:

        “Das mag für die staatlichen D Sender gelten” – die sind nicht “staatlich”, sondern “öffentlich-rechtlich”. Das ist ein himmelweiter Unterschied, der gerade vor wenigen Wochen vom Bundesgerichtshof unterstrichen wurde. (Das ZDF versucht’s gelegentlich mal mit “Staatlichkeit”…)
        “RTL, SAT1, VOX etc. kaufen aber genau diese miesen US Serien auch ein und produzieren selber den selben seichten Mist” – genau DAS sagte ja Ihr Vorredner. Das sind die ganzen Privaten, und die werden hier in D im Volksmund “Unterschichtenfernsehen” genannt. Da können Sie einem auch nur halbwegs gebildeten und/oder anspruchsvollen D-Zuschauer nicht mit kommen. Viele programmieren diesen Müll noch nicht einmal auf ihrem Gerät.ein, wie ich heute gerade in einem Gespräch erfuhr (offenbar kaufen alle Ds wegen der Fußball-WM gerade neue TV-Geräte)
        Gruß aus Berlin von einem Schweizer, in dessen Umfeld der CH-Tatort auch gemieden wird (ich selbst schau ihn, aber auch nur wegen der Berge – als Exilschweizer im großen flachen “Norddeutschen Tiefebene” sehnt man gelegentlich nach Bergen… 🙂 )

  13. Urs Brocki sagt:

    Die Tatorte aus der CH und DE sind im Stil eben unterschiedlicher als sie sonst je sein könnten. Auf der Schweizer Seite ist einfach sehr viel Klamauk, ein meist langweiliger Plot und irgendwie wenig tiefgründiges und witziges dabei. Auf der Deutschen Seite haben die meisten Teams, allen voran Thiel und Börne, eine gewisse Dynamik mit Charme und Witz. Auch wenn der zumeist interessante Plot mal anhanden geht, kann der Tatort insgesamt dennoch gut sein.

    Aller Anfang ist schwer. Auch in DE sind nicht alle Teams gleichermassen beliebt.

  14. Dieter Schmid sagt:

    Für einmal stimmt mein Geschmack mit den Vorlieben der Massen überein: Thiel und Boerne sind wirklich Spitze. Anderseits bin ich der Meinung, dass sich das Tatort-Konzept mit der Schweizer Mentalität nicht verträgt. Da sind auch die deutschen Zuschauer/innen überfordert.

    • Ruedi Widmer sagt:

      Nicht nur überfordert, sondern auch schlicht desinteressiert. Die Ds haben wir wie zuvor schon die As gründlich mit unserer “Schweizer Mentalität” vergrault und arbeiten ja auch weiter fleißig daran, die haben einfach keinen Bock mehr auf uns und machen einen großen Bogen um alles Schweizerische.

  15. Martin sagt:

    An den Stories liegt es nicht wirklich, davon bin ich überzeugt. Es liegt an der Sprache und an dem Theater, was darum in der Schweiz gemacht wird. Sogar das von den schweizer Schauspielern selbst synchronisierte Schriftdeutsch klingt komisch – abgehackt, emotionslos, wie auswendig gelernt; und es enthält immer noch Begriffe, die es im Hochdeutschen nunmal nicht gibt (“wir müssen pressieren” etc.). Ein Tatort auf Schwyzerdütsch mag ja heimelig sein für die schweizer Zuschauer, aber dann hätte man nicht wieder mitmachen sollen. Ein Berliner Tatort braucht keine Berliner Schnauze, ein Frankfurter kein hessisches Gebabbel – Sprache wird in Deutschland viel mehr zur Verständigung anstatt wie in der Schweiz zur Abgrenzung gesehen, das merkt man ja schon am Gemecker über zu wenig Luzerner u. zu viel Berner u. Zürcher Mundart. Bei den Ecken und Kanten der Akteure riecht es dann wieder nach Nachahmung und wirkt deshalb nur aufgesetzt und unecht. Die Macher können sich nicht zwischen Abgrenzung und Nachahmung entscheiden, ziemlich typisch für die Schweiz.

    • Peter Schmid sagt:

      So, jetzt sag ich mal was Sache ist. Die schweizer Schauspieler müssen ein vom hochdeutschen ins Dialiekt übersetzte Drehbuch spielen. Schon mal suboptimal. Dann müssen sie bei der Synchronisation ein helvetisch gefärbtes Hochdeutsch sprechen.(Vorgabe) Wer oft ins Theater geht weiss, dass Schweizer Schauspieler durchaus in der Lage sind gutes und authentisches Deutsch zu sprechen. Aber sie müssen sich an diese biederen Vorgaben des SRF halten. Die Schweizer sollten einmal einen ganzen Tatort in hochdeutsch drehen und nich zuerst im Nachhinein deutsch synchronisieren. Aber da muss man dann halt Schauspieler nach deren Qualität und nicht nach deren CH Popularität engagieren.
      Dann liegt es an den Drehbüchern. Aber die sind auch in D oft schlecht. Im übrigen kann ich diese chronisch schlecht gelaunten Befindlichkeiten der D Kommissare kaum mehr ertragen. Schaut euch mal die skandinavischen Produktionen an. Da können alle noch was lernen. Achtung ich rede hier keinen Käse, denn ich selbst habe schon mitgemacht.

  16. Günter YOGI Lauke sagt:

    Der Schweitzer TATORT ist einfach viel zu schlecht gemacht! Er ist “lieblos” & halt “sehr schwizzerisch”!…. zu langdsam&behäbig erzählt! Das knallt halt Nicht!
    =>Und warum wird ALLES synchronisiert?? Als Sc hweiz-speziefisch sollte ab&an schon mal “schwiizerdütsch” gesprochen werden! Damit man merkt…”Hoppla…das kommt ja aus LUZÄÄÄÄÄRN!”…GELLELDSI…Schwiizzer FÄrnsäh am Leutschebach!!

    • Urs Brocki sagt:

      Der Tatort aus München ist auch nicht auf bairisch und der von der Küste nicht in Plattdeutsch, etc. Das würde aufgrund der hohen Dialektheterogenität eine Mehrzahl der Tatort-Schauer aus anderen Regionen gar nicht verstehen, deshalb muss – wie im wahren Leben eben auch – auf das Hochdeutsche zurückgefriffen werden.

      • Eva sagt:

        Könnte man den CH Tatort nicht in Dialekt mit zuschaltbaren Untertiteln bringen? Ich habe trotz “hochdeutsch” sprechenden Kommissaren auch manchmal Mühe die deutschen Tatorte gut zu verstehen. Auch die nuscheln manchmal ganz schön… 😉 Mein Geheimtipp Stellbrink/Mars – weil so herrlich skurril – ist leider weder in D noch in CH beliebt… schade! Aber trotzdem bleibt bei mir der So-Abend für den Tatort reserviert.

    • Ruedi Widmer sagt:

      “Und warum wird ALLES synchronisiert??” – weil es für den “deutschsprachigen Raum” produziert (und von diesem bezahlt!) wird, und da leben nun mal nicht nur Deutschschweizer. Und wie hier über Ihnen gerade richtig angemerkt wird: Sprache dient in A und D primär der Verständigung und nicht der Abgrenzung. Außerdem gibt es in A und D auch jede Menge Dialekte, dennoch senden ALLE und SELBSTVERSTÄNDLICH in Hochsprache – versucht man doch schließlich, auch den einen oder anderen Zuschauer zu erreichen. 🙂 Warum sollte man auch irgendwas produzieren, was dann sowieso keine Zuschauer findet, weil es niemand versteht? Und unseren Tatort kriegen wir ja mühelos so grottenschlecht hin, dass ihn außerhalb der CH noch nicht einmal jemand in Hochdeutsch sehen will…

  17. Küsel sagt:

    Wo ist Franziska (B&S), der Krimi, welcher das neue Jahr sowie die neuen Kölner Produktionen mit einem Paukenschlag einläutete? Laut Wiki hatte er mehr als 27% Einschaltquote und gilt als einer der 5 besten Tatorte dieses Jahr.

    Ansonsten kann ich das schon nachvollziehen. Deutsche welche ich kenne hier und jenseits der Grenze beschweren sich oft über die unterirdische Synchronisation der Schweizer Tatorte. Was ich nicht ganz verstehe ist das schlechte Abschneiden von Faber und Murot. Wahrscheinlich für den durchschnittlichen Krimifan etwas zu künstlerisch gewagt – aber genau das gefällt mir als Abwechslung, es muss ja nicht immer sozialkritisch wie bei den Kölnern oder komödiantisch wie bei den Münsteranern zugehen.

    Schade hat die Lena seit längerem kein gutes Drehbuch mehr erhalten. In den 90ern war sie der Oberkult, jetzt sind ihre Krimis ins Mittelmass abgedriftet – gilt im Grossen Ganzen auch für Batic/Leitmayr. Es wäre interessant Statistiken hierfür im 5-Jahressegmenten zu betrachten und als Quervegleich zu den Einschaltquoten die Kritikermeinungen.