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Finden Sie die WM-Zauberformel mit Tippinho

Von Julian Schmidli, 7. Juni 2014 16 Kommentare »
Wer gewinnt die WM – und weshalb? Verlassen Sie sich nicht länger auf Ihr Bauchgefühl und tippen Sie schlauer mit Tippinho, unserem WM-Alleswisser.
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Wer gewinnt die Fussball-WM? Diese Frage kursiert derzeit in allen möglichen Diskussionsrunden, an den Stammtischen und Bartresen der Welt. Kaum eine Firma, ein Verein oder Freundeskreis, die nicht ihr eigenes kleines Tippspiel lancieren. Und natürlich glaubt jeder zu gewinnen, weil er die geheime Formel des Erfolgs zu kennen meint – oder ganz banal seinem Bauchgefühl folgt.

Dabei werden die Versuche, den Sieger im Vorhinein zu ermitteln, immer komplexer – und die Erkenntnisse ungewöhnlich. Der britische Starphysiker Stephen Hawking analysierte beispielsweise für den Wettanbieter Paddy Power alle verfügbaren Daten seit 1966, um eine mathematische Formel zu entwickeln, wie seine Mannschaft, die englische, am ehesten Weltmeister werden kann. Und kam zum Schluss: Eher unwahrscheinlich. Dafür fand er heraus, dass glatzköpfige und blonde Spieler mehr Tore schiessen als Spieler mit anderen Haarfarben.

Welche Faktoren wirklich eine Rolle spielen – darüber streiten sich Forscher und Fussballexperten seit Jahrzehnten. Der Journalist Simon Kuper definiert in seinem viel beachteten Buch «Soccernomics» zusammen mit dem Sportökonomen Stefan Szymanski drei Faktoren, welche die Erfolgschancen von Mannschaften prognostizieren sollen:

  • Bevölkerungszahl des Landes (Je grösser der Pool an potenziellen Talenten, desto besser)
  • Wohlstand des Landes (Je reicher, desto bessere Infrastruktur und Trainer)
  • Erfahrung in Weltmeisterschaften (Je mehr Länderspiele ein Land gespielt hat, desto höher die Chancen)

Würde es nach dieser Formel gehen, spielten im Finale Serbien gegen Brasilien (Auswertung erfolgte noch während der Qualifikation), mit dem Gastgeber als Sieger. Die Schweiz würde nicht mal ins Achtelfinale kommen.

Bei anderen Faktoren sieht es besser aus. Zählt man alle erhaltenen Gelben und Roten Karten in der Qualifikation, ist die Schweiz vorne dabei. Wäre also die Unfairness einer Mannschaft entscheidend – die Schweiz wäre mit durchschnittlich 2,1 Karten pro Qualifikationsspiel immerhin unter den ersten zehn.

Was sagt die Amtszeit des Trainers über die Erfolgschancen einer Mannschaft aus? Wäre das Credo „Never change a winning team“ auch für den Fussball anwendbar ­– die Schweiz wäre unter den ersten vier! Hinter den Trainern von Uruguay (99 Monate) und Deutschland (94 Monate) ist die Schweiz gleichauf mit Spanien auf dem gemeinsamen dritten Rang (70 Monate).

 

 

Finden Sie die Zauberformel – mit Tippinho!

Um Sie beim Tippspielen zu unterstützen, hat der «Tages-Anzeiger» in Kooperation mit der «SonntagsZeitung» Tippinho entworfen: Der WM-Tippspiel-Assistent bietet eine Reihe von Zutaten, mit denen Sie Ihre eigene Zauberformel entwerfen und danach ausrechnen können, wer die WM gewinnt – und welche Mannschaft welches Spiel gewinnt. Die Zutaten bestehen aus harten Daten wie zum Beispiel die Torgefährlichkeit einer Mannschaft oder die Körpergrösser der Spieler. Welche Rolle diese spielen, bestimmen Sie, indem Sie entsprechend gewichten.

Viel Spass beim Tippen!

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Konzeption und Umsetzung: Timo Grossenbacher (@wnstns) & Julian Schmidli (@julianschmidli)

Die Resultate (und Auswahl der Faktoren) sind mit einem Augenzwinkern zu nehmen – verwetten Sie deshalb besser nicht Ihre ganzen Habseligkeiten aufgrund von Tippinho. Und falls Sie glauben, die ultimative Zauberformel gefunden zu haben: Teilen Sie sie mit uns in der Kommentarspalte!

16 Kommentare zu “Finden Sie die WM-Zauberformel mit Tippinho”

  1. Fritz Burkhardt sagt:

    Was nützt Deutschland das junge Kader, wenn Jogi dann doch nur die lahmen Rentner laufen lässt?

  2. Manni Mann sagt:

    Was wirklich fehlt ist die Defensive: welche Mannschaft hat am wenigsten Tore geschossen.

  3. ruedi h. meier sagt:

    Durchschnittliche Einsatzzeit und Amtszeit des Trainers ganz nach rechts, Marktwert ganz nach links 😉

  4. Meier John sagt:

    Der Schweizer Mannschaft wünsche ich viel Glück und Ausdauer und kräftige Beine!

  5. jkaiser sagt:

    hallo
    die wichtigste Variabel fehlt noch. Das aktuelle Fifa Ranking!!!

    • Timo Grossenbacher sagt:

      Guten Tag und Danke für den Hinweis. Diese Variable haben wir bewusst ausgelassen, da sie verschiedene Faktoren in sich vereint (was man beim Marktwert selbstverständlich auch sagen könnte). Wir fanden die anderen spannender – aber grundsätzlich hätte man sie schon einbinden können.

  6. Jacques sagt:

    Die ultimative Zauberformel stammt von Sepp Herberger (das Wunder von Bern – 1954): Der Ball ist rund! Also an allen – viel Glück…

  7. rey pedro sagt:

    Es fehlt noch “Schönheit der Spielerfrauen” – denn je schöner, desto abgelenkter.

  8. Martin R. sagt:

    Sind die aufbereiteten Rohdaten verfügbar? Können Sie eine Datenquelle angeben?

    • Timo Grossenbacher sagt:

      Guten Tag. Die Daten sind unter “Über” ganz unten verfügbar. Viel Spass beim Auswerten!

  9. Stefan Gehrig sagt:

    Glatter Versuch. Wir werden sehen.
    Taktik wird aber eine grosse Rolle spielen. Lieber Gruppenzweiter, um ……… aus dem Weg zu gehen und schon sehen die Finalspiele ganz unerwartet aus.

  10. DK sagt:

    Bei mir würden Brasilien und Argentinien in den Gruppenspielen hängenbleiben, was doch etwas unrealistisch ist. Uruguay dafür bis in den Final.
    Man sieht zwar leider nicht, welcher Faktor wie genau die Resultate beeinflusst, aber sonst ein sehr cooles Tool. Interessant wäre nach der WM das reverse Engineering, das heisst aus dem Ergebnis die richtigen Gewichtungsfaktoren bestimmen!

    • Timo Grossenbacher sagt:

      Danke! Wenn Sie auf dem Desktop zur “Datensicht” gelangen, können Sie mehr oder weniger genau verfolgen, wie stark Ihre Gewichtungen den “Score” der Teams verändert. Grundsätzlich fliessen alle Gewichtungen gleichmässig in den finalen Score ein.

  11. Walter Boshalter sagt:

    Leider aber ist die ganze statistische und spieltheoretische Prognosenstellung auf mathematischer Basis unnütz, wie das einzig offiziell anerkannte Orakel – Paul, die Krake – an der letzten WM klar bewiesen hat. Schade das er von uns gegangen ist so dass für Barsilien 2014 wohl kein Tippgeber gefunden wird.

  12. Marcel Senn sagt:

    Bei mir wird auch immer Uruguay Weltmeister – gut die haben das ja 1950 schon mal geschafft und mehr grosse Turniere gewonnen als jedes andere Land der Welt – nämlich total 20 – davon 4 Weltmeisterschaften!
    Und für nur 3.3 Mio Einwohner sind die Urus eh schon fast von einem anderen Stern – genau darum bin ich nach Uruguay ausgewandert um diese Phänomen zu ergründen – wieso ist so ein kleines Land mit nur 2 grossen Clubs (Penarol und Nacional, die zusammen auch schon 6 x den Weltpokal für Clubs gewonnen haben, plus noch 8 Copa Libertadores Siege (südam. CL)) so erfolgreich ist — das Geheimnis sind glaub die Mütter, die schon die kleinen Urus im Babyfutbol unermüdlich antreiben – Sonntag für Sonntag!
    .
    Mit dem Powersturm Cavani und Suarez, dazu Forlan, Muslera, Godin usw und dem Maestro Tabarez ist Uruguay definitiv ein Anwärter auf den Titel!
    Vamos arriba la Celeste!

    • Mario Monaro sagt:

      Die sind ja nicht nur fussballerisch von einem andern Stern, sondern haben mit José Mujica z.B. auch einen sehr unkonventionellen Präsidenten und einige sehr fortschrittliche Gesetze. In Uruguay wird vieles gemacht, was andernorts undenkbar wäre, zumal in Südamerika. Finde das Land sehr interessant, war aber leider noch nie da.