Logo

Wieso Rudolf Strahm zur Hälfte falschliegt

Von DB, 26. Mai 2014 42 Kommentare »
Die Generation 50+ ist heute zufriedener mit der Wirtschaftslage als früher, wie eine Analyse der Vox-Daten zeigt. Das widerspricht Rudolf Strahms Interpretation zur Masseneinwanderungsinitiative komplett.

Ein Gastbeitrag von Patrice Siegrist

Rudolf Strahms Interpretation des detaillierten Vox-Berichts sorgte für viel Aufsehen. Der ehemalige SP-Nationalrat und Preisüberwacher legte die Vox-Auswertung im «Tages-Anzeiger» so aus, dass die Generation 50+ «Opfer des Verdrängungseffekts im Arbeitsmarkt» seien und deshalb überdurchschnittlich oft Ja zur Masseinwanderungsinitiative stimmten und ihr so zum Durchbruch verhalfen. Zudem hätten auch Bürgern mit einer höheren Fach- beziehungsweise Berufsausbildung überraschend oft für die Initiative gestimmt. Strahms Erklärung dafür: «(…) im Zeichen der Personenfreizügigkeit werden ihnen zu Tausenden Fachleute mit akademischen Titeln, deutsche ‘Bachelors’, ‘Masters’ und ‘Doktoren’, vor die Nase gesetzt, nur weil in der Schweiz die Titeläquivalenz fehlt.»

Wo Strahm richtigliegt

Tatsächlich zeigt die Analyse der Vox-Umfragedaten von 2000-2012, dass bestimmte Bildungsgruppen kritischer gegenüber Ausländer wurden. Zum einen sind das jene, deren höchster Schulabschluss eine Mittelschule ist und zum anderen, die von Strahm angesprochene Gruppe mit einer höheren Berufs-, Fachausbildung.

Im Durchschnitt wünschen sich die Angehörigen dieser Gruppe vermehrt eine Schweiz, die Schweizer gegenüber Ausländern mehr bevorzugt als noch im Jahr 2000.

BILD1_bildung

 

Es fand nach der Einführung der Personenfreizügigkeit ein Wertewandel statt, der dem Anschein nach mit der zunehmenden Einwanderung aus EU-Ländern, speziell Deutschland, einsetzte. Zudem waren diese Zuwanderer auch besser ausgebildet als früher, wie eine Publikation des Economiesuisse zeigt.

Aufgrund der verfügbaren Daten kann keine abschliessende Aussage darüber gemacht werden, dass dies auch der ausschlaggebende Grund für das Ja zur Masseinwanderungsinitiative war und keine anderen Ursachen diese Entwicklung auslöste. Die Korrelation ist jedoch auffällig.

Das zeigt, dass Strahm mit der Interpretation bezüglich Bildungsgruppen durchaus ein spannender Punkt aufgriff.

Wo Strahm falschliegt

Anders sieht es bei seiner Interpretation bezüglich der Generation 50+ aus. Es gibt kein Anzeichen dafür, dass diese Altersgruppe kritischer gegenüber Ausländern oder unzufriedener mit der Schweizer Wirtschaftslage wären.

Analysiert man analog zur Bildungsgruppen die Vox-Umfragedaten bezüglich der Chancengleichheit für Ausländer, zeigt sich kein Wertewandel bei der Generation 50+ (blaue Linie in Grafik). Im Gegenteil, es fand sogar eine Angleichung der jüngeren an die ältere Generation statt.

BILD2_alter

 

Der Grund für Strahms Fehlinterpretation erklärt der Verfasser der Vox-Analyse Pascal Sciarini im «Tages-Anzeiger» damit, dass es innerhalb der Altersgruppe 50 bis 59 eine Übervertretung gewisser Berufe und Anstellungsverhältnissen gab. Kontrolliere man für diese Verzerrung finde man keinen signifikanten Unterschied der Generation 50+.

Generation 50+ mit Wirtschaft zufriedener

Es lässt sich also kein Wertewandel wie bei den Bildungsgruppen finden. Ökonom Strahm hält aber wenig von «konstruierten Wertmustern.» Für ihn sind die persönliche Betroffenheit und das existenzielle Interesse der Stimmenden die wichtigeren Erklärungsfaktoren.

Dass die Generation 50+ aber tatsächlich «Opfer des Verdrängungseffekts im Arbeitsmarkt» ist, lässt sich anhand objektiver Zahlen weder belegen noch bestätigen. Das legt der Zwist zwischen Vox-Analyst Sciarini und Strahm dar. Sciarini halt im «Tages-Anzeiger»  fest, dass die Arbeitslosenquote der 50 bis 59-Jährigen nicht höher ist als die der 40 bis 49-Jährigen (2.9–3.0 Prozent). Strahm kontert, dass es aber in den höheren Altersklassen mehr Ausgesteuerte und Frühpensionierte habe, die der Quote entgingen.

Hilfreich ist hingegen die Analyse der repräsentativen Umfragen des European Social Survey (ESS)*. Diese bringt hervor, dass die Generation 50+ (blaue Linie in nahfolgender Grafik) während der letzten Jahre zufriedener mit der Schweizer Wirtschaftslage wurde und keine Unterschiede zwischen den Altersgruppen gemacht werden können. Zudem bewerten sie auch den Nutzen der Einwanderer für die Wirtschaft nicht schlechter als noch zu Beginn des Jahrtausends.

BILD3_eco_ess

 

BILD4_migartion_ess

 

Strahm lag also mit seiner Interpretation zur Hälfte falsch. Bei der Lektüre der Vox-Analyse brachte er zwar einen wichtigen Punkt bezüglich der Bildungsgruppen auf, doch seine Interpretation des Generationeneneffekts findet weder in den Vox- noch in den European Social Survey-Daten Unterstützung.

Zur Person

Patrice Siegrist studiert Politikwissenschaft im Master an der Universität Zürich. Diese Blogpost ist eine gekürzte Fassung zweier Beiträge, die im Rahmen des Seminars Politischer Datenjournalismus entstanden.

* Der European Social Survey wird seit 2001 durchgeführt. Ziel ist es, Gesellschaftsentwicklungen in den teilnehmenden Ländern erfassen zu können. Die Daten stützen sich auf die Wahrnehmungen und Bewertungen der Bürger in Bezug auf zentrale gesellschaftliche Aspekte. Die Schweiz nimmt seit dem Beginn Der erste, ESS 02, wurde in den Jahren 2001-2003 erhoben. Der aktuellste, ESS 12, in den Jahren 2011-2013.

42 Kommentare zu “Wieso Rudolf Strahm zur Hälfte falschliegt”

  1. Monica Walder sagt:

    Ich möchte bei den Blog-Chefs anregen, hin und wieder Beiträge zum Wert von Statistik und quantitativer Methode sowie zum Mehrwehrt des wissenschaftlichen Diskurses einzustreuen. Die Diskussion um die Interpretation der Vox-Daten ist höchst spannend. Traurig – ja beschämend – ist es jedoch, wenn gestandenen Forschern und begabten Jungwissenschaftlern durch die Leserschaft postwendend und beleidigend eine politische Parteilichkeit oder Befangenheit unterstellt wird. Diese Note geht übrigens auch an Herrn Strahm, der mit seiner Kritik an der seit Jahren bewährten Abfrage von Werthaltungen den Vox-Verantwortlichen ungerechtfertigt ideologische Motive unterstellt hat. Wenn dieser Blog weiterhin nur dazu da ist, dass der Berufsstand der Sozialwissenschaftler abgewertet wird, sollte man ihn vielleicht einstellen.

    • Daniel Graf sagt:

      Nun, die Welt ist kein Steichelzoo. Und vielleicht führt ja gerade die inhaltiche Auseinandersetzung in diesem Blog für Monica Walder zur Erkenntnis, dass es weder eine “richtige” noch eine “unbefangene” Interpretation von statistischen Daten gib. Ihre Vorstellung von “unbefangenen” VOX-Studien ist geradezu herzig naiv und die Sorge um den Berufsstand treibt einem geradezu die Tränen in die Augen – Sie stellen vermutlich tatsächlich gar nichts in Frage, was da publiziert wird – und wohl auch sonst nicht viel.

      • Monica Walder sagt:

        Doch. Als Vertreterin des Berufsstands stelle ich in Frage, ob man als SozialwissenschafterIn überhaupt noch Forschungsergebnisse zur öffentlichen Diskussion stellen soll. Da wird den Wissenschaftlern stets vorgeworfen, dass sie sich im Elefenbeinturm verschanzen. Aber in der öffentlichen Diskussion wird seriöse Arbeit nur abgewertet und diffamiert. Einem politisch unabhängigen Wissenschaftler Parteilichkeit und vorsätzliche Manipulation vorzuwerfen, das gehört in die selbe Sparte wie einem Verwaltungsangestellten grundlos Bestechlichkeit, einem Richter generell Befangenheit und einem Handwerker grundsätzlich Pfusch vorzuwerfen. Ich kenn einige Leute, die an der VOX beteiligt waren und niemand war in politische Seilschaften eingebunden. Sie, Herr Graf, bedaure ich. Hinter allem und jedem eine Verschwörung zu wittern muss anstrengend sein. Also sparen Sie sich Ihre Häme und unverschämten Rundumschläge.

        • Daniel Graf sagt:

          Sehr geehrte Monica Walder, ich empfehle Ihnen richtiges Lesen und weniger Interpretieren – es verhält sich genau umgekehrt. Meine Kritik richtet sich explizit inhaltlich gegen Ihre absurden, pauschalisierenden und unreflektierten Behauptungen, dass Wissenschaftler ab Geburt unpolitisch, unbefangen und moralisch integer sind und die Kritiker diffamierend als durch niedrige Instinkte getrieben Laien bezeichnen . Eine pauschale Verunglimpfung der VOX Mitarbeiter oder generell Wissenschaftler habe ich trotz mehrmaligen Lesens auch in meinem Betrag nicht gefunden.

  2. Sacha Meier sagt:

    Eine glänzende statistische Nebelpetarde! Es scheint kein Zufall zu sein, dass die Wirtschaftsverbände zwischen Ecopoop-Initiative und bereits angenommener MEI die Wissenschaft aus vollen Rohren schiessen lassen um zu «beweisen», dass die tausenden von PFZ-ersetzten Ü50 bloss eine Fata Morgana und meine 2’400 erfolglosen Bewerbungen als Dipl. El. Ing. mit zeitgemässem Wissen und besten Zeugnissen ein absoluter Einzelfall sind.

  3. rascha kocher sagt:

    In der Tat wird der Mainstream offiziell (nein, nicht mit der Ratio) bereits nur noch als Idealmass empfunden. Eigentlich nicht sakrosankt. Da leistet die PR fürwahr schon Einiges im Auftrage der Gelddiktatur. Guttural.
    Aber dass ein paar wenige Jugendliche herangezüchtet werden, damit später Ältere immer wieder ihrer Pfründe zu hoffen wagen, geht NIE auf. Ausser die Alten senken die Ansprüche in Richtung Vernunft und lassen den jüngeren auch mal Zeit zum Atmen. Oder ES braucht mehr Artgenossen, die ranwachsen. Aber die will man nicht weil sie fremd wirken.
    Deswegen ist Transparenz dermassen ein Feindbild dazulande, dass sie fast schon kriegstauglich bekämpft wird.
    Ehrlichkeit wäre Vision. Der Rest ist Devolution (Fortwälzung anstelle Bewältigung).
    40+ beginnt zu spüren, dass diese bis 70ig oder sogar 75ig (man ist auch fitter heuer) malochen werden müssen.

    • Josef Marti sagt:

      Wohl kaum, heraufgesetzt wird nur das Rentenalter, ab 55+ wird in die Sozialhilfe entsorgt und sicher nicht weiterbeschäftigt. Die so aufkommende Altersarmut wird der Wirtschaft einen empfindlichen Binnenkonjunktureinbruch bescheren, wenn die jetzige Rentnergarde der Golden Generation wegbricht. Es braucht wieder mal eine richtig brutale Rezession um wieder zur Besinnung zu kommen und die Migration zu stoppen.

  4. Reto Stadelman sagt:

    Man sehe sich doch einfach mal die Kommentare zum Thema Jobsuche an. Das ist zwar statistisch wenig relevant, zeigt aber eine gewisse “Grosswetterlage”. Die Leute sind unsicher, fühlen sich unwohl. Egal ob dies nun unnötig ist oder wäre, es ist nunmal so. Der Verdängungskampf wird härter. Immer häufiger sind neben besten Fachkompetenzen und den Diplomen auch das “richtige” Alter, gute Selbstvermarktung so wie eine Reihe schwer messbarer Faktoren entscheidend. Der Grund dafür ist, dass die Arbeitgeber keinen Grund mehr haben, jemandem der nicht zu 100% auf das Profil passt, eine Chance zu geben. Dank PFZ wimmelt es nur so vor gut gebildeten Fachleuten und zwar in praktisch ALLEN Branchen. Man ist aber extrem risikoscheu geworden und wundert sich dann, wenn die Bevölkerung die Schnauze voll hat…

    • Reto Stadelman sagt:

      Meiner Meinung nach befinden sich Teile der Gesellschaft bereits in einer wirtschaftlichen Depression und diese greift um sich. Gewisse Branchen können das BIP noch “schönreden”. Aber wir haben ein Problem. Und dieses schlägt auch im sozialen Bereich und dem Druck auf die Arbeitnehmer durch. Ich kann nicht hellsehen. Aber ich behaupte, es wird noch etliche Jahre genau so weiter gehen. Solange, bis sich in der Wirtschaft wieder etwas bewegt und Optimismus verbreitet wird. Bis dahin, ist die Politik angehalten, intelligent zu handeln und nicht einseitig die wenigen Reichen zu hofieren. Sonst erreicht sie genau das Gegenteil von dem was sie sich wünscht.

  5. Richard Müller sagt:

    Patrice Siegrist bezieht sich einfach auf Daten, die seine Interpretation resp. These stützen – mit Wissenschaft hat das nicht viel zu tun. Wir erinnern uns, auf Grund des Wohnorts von Wählern können “unbefangene” Politologen sogar erspühren, ob und wie viel der Abstimmer “Kontakt” zu “Ausländern” hat, bei der Arbeit, in der Freizeit, einfach überall.. er erkennt sogar, ob dieser Wähler eingebürgert ist – das alles nur auf Grund des Wohnorts.

  6. Carl Dal Pund sagt:

    “Politischer Datenjournalismus”

    Wie sagte doch schon der olle Churchill: “Ich glaube nur noch Statistiken, die ich selber gefaelscht habe!”

    Die auch bei den Praemien fuer die Kapitalabschmelzrente zu hoch abgezockten Lohnsklaven 50+ haben weitaus am deutlichsten gegen die Masseneinwanderung gestimmt. Und damit deutlich auf ihre Diskriminierung durch zu willige und billige auslaendische Lohndoemper und Streikbrechter reagiert….

    • Reto Stadelman sagt:

      Man muss unterscheiden zwischen den erhobenen Daten, die durchaus absolut korrekt sein können, und den daraus abgeleiteten Schlüssen, die immer politischer Natur sind. Statistiken müsesn gar nicht gefälscht werden damit man sie zurecht biegen kann. Es reicht volkommen aus, eine politisch nahestehende Person die Auswertung machen zu lassen.

      • Monica Walder sagt:

        Sie unterstellen Herrn Siegrist Parteilichkeit. Warum? Er sagt nur, dass weniger das Alter sondern vielmehr der Bildungsabschluss zu neuen Werthaltungen geführt hat. Was soll daran parteilich sein? Muss man immer zuerst die Rechtschaffenheit der Motive anzweifeln, wenn jemand eine seine Datenauswertung präsentiert. Ich finde das unfair.

        • Reto Widmer sagt:

          Monica Walder, das Geheimnis der Staistik ist die Interpretation. Die Mutter der Interpretation ist das gesellschaftliche und politische Weltbild. Satistische Daten sind wertneutral, deren Interpretation jedoch nicht. Das ist nicht unfair, sonder – wenn überhaupt – die einzige belegbare Tatsache.

          • Monica Walder sagt:

            Zitat: “Es reicht vollkommen aus, eine politisch nahestehende Person die Auswertung machen zu lassen.” Auswertung hat noch nichts mit Interpretation zu tun. Im Gegenteil: Herr Siegrist biegt zeigt sehr gut anhand der ESS-Daten auf, dass Interpretation von Strahm hinkt. Er bringt also ein datenfundiertes Gegenargument zur Hypothese Strahm. Auch wenn die Strahm-Hypothese für viele attraktiv und nachvollziehbar ist, ist es unfair, dem Siegrist deshalb gleich politische Motive zu unterstellen. Damit unterbindet man jegliche konstruktive Diskussion. Mit unfair meine ich also, dass jedem, der Daten interpretiert, politische Ziele unterstellt werden. Den meisten Politikwissenschaftlern geht es in erster Linie darum, Zusammenhänge zu erkennen, unabhängig von der politischen Prägung. Zugegeben: Es gibt Politikwissenschaftler die zu Politikern werden. Dort liegen die Prioritäten anders – aber das ist dann in der Regel bekannt. Aber das ist bei Herrn Siegrist sicher nicht der Fall.

          • Reto Widmer sagt:

            Monica Walder, ich arbeite jeden Tag mit Statistiken und Kennzahlen; Wenn man will, ist jede Absurdität statistisch oder generell mit Zahlen belegbar. Die “datenfundierten Gegenargumente” beruhen auf Daten, die Hr.Sigrist als Referenz selber wählt. Ihre Vorstellung von nahezu göttlicher Unbefangenheit und Moralität ist absurd und ich sehe nicht ein, warum Sie diese Eigenschaften gerade VOX-Mitarbeitern zuzuschreiben sein soll.

          • Monica Walder sagt:

            @Widmer

            a) Siegrist ist kein Vox-Mitarbeiter
            b) was ist an der Argumentation von Siegrist absurd?
            c) Jemanden nicht per se dem Generalverdacht der Manipulation auszusetzen ist also gleichzusetzen mit Heiligsprechung? das ist lächerlich!
            d) Die Daten des ESS sind nun auch nicht gerade ein exotische Wahl für eine Analyse. So gut scheinen Sie sich doch nicht auszukennen. Gerade die ESS Daten sind wegen dem Anspruch der internationalen Vergleichbarkeit stark standardisiert.
            e) Obwohl hier x-fach behauptet: Wo um Himmelswillen soll bei diesem Artikel an den Daten gedreht worden sein und wo soll eine unzulässige Ableitung stattgefunden haben. Welche politischen Beweggründe sollen hinter dieser Analyse stecken und zu welchem Zweck.
            Nur weil grundsätzlich davon ausgehe, dass jemand gewissenhaft arbeitet, solange nichts auf das Gegenteil hindeutet, bin ich nicht naiv. Mir scheint aber eine gewisse, weit verbreitete paranoide Veranlagung zu fehlen.
            f) Man kann Argumente mit fundierten Gegenargumenten entkräften. Das ist absolut in Ordnung, richtig und wichtig. Was mich aber nervt, ist, wenn man sich einer sachlichen Diskussion entzieht, in dem man den anderen einfach als “Fälscher”, “Vernebler” usw. disqualifiziert. Geht doch Dan Brown lesen!

  7. Rey Pedro sagt:

    Strahm ist der Jean Ziegler der Wirtschaft. Er ist ideologisch geblendet und hat deshalb ein verzerrtes Bild der Realität.

    • Andreas Willy Rothenbühler sagt:

      Lieber Herr Rey, Ihr erster Satz ist für mich der Satz des Jahres.
      Aber im Ernst,Ziegler und Strahm haben ein Leben lang vor den Derivatbillionen der Banken gewarnt und die Bankbeamtenbünzlis haben sich über diese “Laferis” aufgeregt.
      Und wem fällt das Ganze nun auf den Kopf.Den älteren früher gut versorgten Arbeitnehmer.
      Man lese mal die Kommentare auf Insideparadeplatz.

  8. Theo Peter sagt:

    Und noch was: Tatsache ist, dass wir in einer Dauerkrise leben, wo ständig Versprechen zu Lösungen nicht gehalten werden, wo die Medien einem mit schönfärberischen Aufschwung-Artikeln die bittere Realität versüssen wollen. Eine Realität, die durchaus auch in der Schweiz Fuss fasst. Ändert man weiterhin nichts, dann gibt es nur weiterhin die eingeschlagene Richtung: Abwärts für die grosse Masse. Dass wir eine Krise aus weltweit exorbitanten Schulden, Dümpelwachstum, überall haben wir entfesselten Banken und grassierender Korruption einer Elite, die sich vom Volk immer weiter entfernt. Heute werden ganze Gesellschaften zerstört und der angebliche Wohlstand kommt unten niemals an. Man kann vor diesen Tatsachen auch die Augen verschliessen. Jedoch ist es die grosse Mehrheit einer halbwegs intelligenten Masse, die halt täglich spürt, wie es wirklich ist da draussen. Und man darf sich durchaus die Frage stellen: Wie weiter?

  9. Michael Höchli sagt:

    Mit Rudolf Strahm hatte es erstmals ein versierter Wirtschaftsexperte gewagt, genauer hinzuschauen und eigene Analysen über die fundamentalen Beweggründe zur MEI-Annahme vom 9. Februar anzustellen. Nun folgen in regelmässiger Kadenz Gegendarstellungen aus dem Elfenbeinturm der Wissenschaft. Da wird mit hübsch eingefärbten Grafiken beschönigt, kaschiert und vernebelt! Suggestiv wirkende Signale nach Bundesbern, wirtschaftspolitisch nicht aktiv werden zu müssen? Ganz nebenbei, die letzte verlässliche Seco-Studie über Ausgesteuerte stammt aus dem Jahr 2006!! Ein kurzer Blick (ebenso der Wissenschaftler) in die zahlreichen Medienforen würde genügen: Der „Feel good“-Faktor der Generation 50plus befindet sich auf folgenschwerem Sinkflug! Die demonstrierte Starrköpfigkeit von Politik und Wirtschaft hierzulande ist wahrhaft ein brandgefährliches Spiel, nicht zuletzt aus demografischen Gründen!

  10. harald sagt:

    Vielleicht sollten die ausgesteuerten zu den Arbeitslosen gezählt werden. Es ist doch interessant, dass diese immer grösser werdende Gruppe eigentlich inexistent ist und bei keinem Vergleich beigezogen wird. Sicher ist einmal, dass bei einer Zuwanderung von ca. netto 80’000 im 2013 es nicht nur um neue Jobs geht. Ob nun die Aglo, 50+, etc. mehrheitlich dafür gestimmt haben, lässt sich nicht mehr feststellen – auch nicht mit Umfragen. Wichtig sollte doch die Erkenntnis sein, dass ein überhitztes Wachstum nicht gesund ist.

  11. Markus Schneider sagt:

    Sagen wir es doch offen. Es gibt keine Probleme für über 50-jährige Arbeitssuchende. Es gibt keine Probleme mit Migranten. Es gibt überhaupt keine Probleme, solange ich keine sehen will. Dass Statistik seit jeher hauptsächlich der Vernebelung von Tatsachen diente, ist ja nichts neues. Nicht signifikant, heisst es dann. Wer etwas verändern will muss entsprechend zu signifikanteren Mitteln als zur Statistik greifen.

  12. Gottfried von Siebenthal sagt:

    Die Behauptung, die über 50-Jährigen hätten nicht überproportional für die Masseneinwanderungsinitiative gestimmt, beweist, wie unseriös und wenig repräsentativ diese Umfragen getätigt werden. Aber eben: Zu viele Profilierungssüchtige profitieren von diesen nichtssagenden (mehrheitlich falsch liegenden) Umfrage-Leerläufen!

  13. Zingg Christoph sagt:

    Es schleckt einfach keine Geiss weg: das Unbehagen gegenüber dem konstanten negativen Wertewandel der letzten zehn bis fünfzehn Jahre im Zusammenhang mit der Globalisierung ist real, insbesondere bei der 50+ Generation. Dass die Schweizer Bankiers immer mehr zu Bankern wurden und zunehmend kriminell agiert wird gehören bei diesem Gefühl genauso dazu wie die Erfahrungen an den Arbeitsplätzen wo die letzte gültige Maxime einzig die Gewinnmaximierung ist. Auch die ständigen Versuche die Unternehmenssteuern immer noch weiter zu senken, währenddem der private Steuerzahler des noch existierenden Mittelstandes die Zeche ausgleichen muss, hinterlassen einen mulmigen Eindurck. Man wird das ungute Gefühl nicht los, dass der Mensch zunehmend dem System dient und nicht umgekehrt.

  14. Markus Ackermann sagt:

    So funktioniert Lobbyismus:
    – die Fragen so stellen, dass das gewünschte Ergebnis herauskommt
    – danach statistisch werkeln bis man die Realität nirgends mehr finden kann
    – danach einen statistischen Beweis führen wollen, dass das Gegenteil der Realität wahr sei
    Und die Schläulinge kommen sich dabei noch schlau vor – unbeleckt von den Realitäten.
    1. Gibt es die Altersdiskriminierung im Berufsumfeld: Ja oder Nein?
    2. Was ist das logische Abstimmungsverhalten, wenn es die Altersdiskriminierung gibt für alle,
    2.1 die davon betroffen sind oder
    2.2 Personen in dieser Situation kennen?
    Lobbyismus und Ethik sind Antagonisten: Man kann in Bezug auf seine Arbeit einen handwerklichen Stolz entwickeln und ein gutes Werkstück abliefern wollen.Oder man will stattdessen einen Master of Blabla als Empfehlung für eine Lobby-Stelle.

  15. Martin Cammartin sagt:

    Achje, so einfach lässt sich die Feststellung nicht wegputzen, dass Leute ab 50 deutlich weniger Chancen auf dem Markt haben. Das hat nichts mit “gegen” oder “für” Ausländer sein zu tun. Die Wirtschaft ist nicht mehr sozial marktwirtschaftlich sondern ganz eiskalt und brutal auf Optimierung ausgerichtet. Spezialisten mit Topausbildung haben weniger Probleme, aber alle anderen fallen vom Tisch. Und dass die vielen tausenden, die vom Tisch fallen, am 9. Februar das riesige Feld der Konkurrenz verringern wollten, liegt auf der Hand.

    Ebenso scheint auf der Hand zu liegen, dass man diese Erklärung in der Schweiz nicht haben will. Das Bild stört, dass auch Nicht-Fremdenfeinde Ja gesagt haben könnten. Es ist auch ärgerlich, zugeben zu müssen, dass ein grosser Teil der Bevölkerung im gegenwärtigen Berufsmarkt ausgesondert und in die Sozialwerke geschickt wird.

    Solange die Wirtschaft nicht integrativer wird, wählt Europa diejenigen, die die nationalen Grenzen betonen und von daher mehr Schutz versprechen. Ärgerlich vielleicht aber ganz einfach und ganz logisch, weil man ja nicht altersarm werden will in einer Gesellschaft in der die Preise steigen, und einem immer wieder Leute, denen es sehr gut geht in teuren Zweireihern, erklären, dass man durchaus mit weniger Rente durchkommen könne.

  16. alfredo borlotti sagt:

    Strahm, Sciarini und Sigrist vertreten je ihre Meinung, keiner/niemand ist im Besitz der absoluten Wahrheit. Strahm argumentiert mit Abstand am überzeugensten.

  17. Aschi sagt:

    Strahm hat in der Regel recht. Korrelation und Scheinkorrelationen, Ursache und Wirkung. Es ist nicht möglich mit wenig Umfragewerten aussagekräftige und plausible Folgerungen zu erstellen. Die Kurven sind zwar interessant sagen aber wenig aus. Die Fehlergrenzen müssten breiter gezogen werden wegen der geringen Anzahl Messwerte.

  18. Klicki sagt:

    Ja, die Wirtschaftslage in der Schweiz ist an sich gut und die Wirtschaft profitiert von der Einwanderung, das bestreitet kaum jemand. Der Punkt ist, dass die Schweizer Arbeitnehmer wenig davon haben und die Arbeitslosigkeit im langjährigen Vergleich mit 3% bei positiver Konjunktur und angeblichem Arbeitskräftemangel viel zu hoch ist. Deswegen hat das zitierte Umfrageergebnis nichts, aber auch gar nichts mit dem Abstimmungsergebnis zu tun.

  19. Peter-Jürg Saluz sagt:

    Ich habe einen sehr grossen Bekanntenkreis mit vielen gut ausgebildeten Menschen der Generation 50+. Meine Feststellungen mögen nicht repräsentativ sein, aber bin trotzdem überzeugt, dass man miserable Chancen hat, wenn man in einem bestimmten Alter eine Stelle sucht. Beste Referenzen und eine gute, laufend aktualisierte Berufsbildung gelten nichts. Auch Bescheidenheit beim Lohn und beim Arbeitsgebiet helfen wenig. Erfahrung zählt ebenfalls nichts. Wer eine erwerbstätige Partnerin oder einen erwerbstätigen Partner hat, zieht sich still zurück und verzichtet nicht selten sogar auf Leistungen der Arbeitslosenversicherung. Solche Menschen erscheinen dann in der Erwerbslosenstatistik nicht mehr. Man sollte sie deshalb nicht noch mit irrwitzigen Interpretationen verspotten. Die Jugendarbeitslosigkeit ist schlimm, sie lässt sich aber überwinden. Wer 50+ und stellenlos ist, darf sich hingegen keine falschen Hoffnungen mehr machen. Das ist bitter!

    • Theo Peter sagt:

      Herr Saluz – Genau dieselbe Beobachtung mache ich in meinem ü45 Bekanntenkreis auch. Ein einziges Desaster. 1) Hochqualifizierte, die seit Jahren eine Stelle suchen und wirklich nicht die leiseste Chance auf ein Vorstellungsgespräch kriegen. 2) Verheiratete, die besser dastehen, einer arbeitet, der andere sitzt frustriert zuhause (Kinder schon üTeenager und man möchte wieder was tun, kann aber nicht). 3) Männer, die früher Kaderpositionen innehatten und nichts finden, sich aber mit Consulting oder weiss-was-für Selbständigkeitsfirmen über Wasser halten und 4) Geschiedene, die in den nächsten Jahren ihr Vermögen vollständig aufgebraucht haben, Lebensversicherung aufgelöst, Haus verkauft und wenn sie nicht vorher in eine neue Partnerschaft kommen auf dem Sozialamt landen. 5) Menschen, die ein sekundäres Einkommen haben (Mietertrag aus Immobilien, Wertschriften etc.), und die so überleben. 6) Menschen, die mit der IV um berechtigte Ansprüche kämpfen, chancenlos, schon jahrelang erfolglos um diese Rente kämpfen. Die IV zahlt heute wenn möglich nicht mehr 7) Menschen, die in extrem schlechten Arbeitsbedingungen ausharren, weil sie nicht aufs RAV oder Sozialamt wollen. Alles Menschen, die noch bis 20 Jahre Arbeitswelt vor sich haben. Bei allen geht es noch irgendwie, aber man merkt trotzdem, dass es sehr schlecht geht. Verzweiflung und Frustration greift um sich. Die sonnigen Partyzeiten sind definitiv vorüber. Auch wenn noch viele ü45 einen Job haben. Das kommt auch auf die Branche an. Eine Sekretärin hat vermutlich keine Chance mehr, weil Junge nicht nur billiger, sondern eben auch hübscher anzusehen sind. Die alten, die noch einen Job haben, leiden unter diskriminierenden Sprüchen der immer jünger werdenden Geschäftswelt wie “das ist eine gute Frau, die macht einen guten Job seit Jahren, aber sie ist wirklich nicht mehr jung” o.ä.

      • Regula Binswanger sagt:

        Vielleicht liegt das Problem auch daran, dass frau lange Zeit mit den Kindern zuhause war und ihre beruflichen Kenntnisse und Fähigkeiten damit nicht weiterentwickelt hat. Vielleicht mal ein Anlass, über eine modernere Familienpolitik nachzudenken anstatt es Frauen schwer zu machen mit Kind weiter voll arbeiten zu gehen.

        • Richard Müller sagt:

          Das ist übrigends abgesehen vom Markt in der Regel der Grund, warum Frauen weniger verdienen – und nicht die ominöse Geschlechterdiskriminierung. Wenn in den idiologischen “Gender-Studien” diese fehlerhaften Basisdaten korrigiert werden würden, könnte man endlich über die wahren Probleme diskutieren. Da aber die Darstellung der Frau als unschuldiges und hilfloses Opferlamm gigantische Sozialprogramme und linke “Fachstellen” generiert, wird sich die moderne Frau nicht so schnell abnabeln und für sich selber sorgen. Ganz im Sinne der SP, die davon massiv profitiert.

  20. Adrian Bühlmann sagt:

    Ziemlich reisserischer Titel, dem dann ein dürftiger Inhalt folgt. Die “Experten” stochern m. E. nach wie vor im Nebel, resp. sind (bewusst oder unbewusst) betriebsblind. Seit dem 9.2.2014 scheinen wir jeden Tag den 9.2. zu haben. Insgesamt wäre es langsam an der Zeit, anzuerkennen, dass der 9.2. nun vorbei ist und man mit dem krampfhaften Kaffeesatzlesen aufhören sollte. Es gibt nichts genaueres als einen Urnengang, weil jede(r) Stimmende seine “Messsonde” bei sich selber gleich eingebaut hat. Genauer geht es nicht mehr. Das Ergebnis liegt nun vor. Nehmt es endlich zur Kenntnis.

    • Margot sagt:

      Wieviel Studien braucht es noch?!? Wir haben den 26.04.2014!
      Zumal gestern ein Bericht erschien mit «Ängste nehmen mit dem Alter zu» und ein weiterer das die Einwanderung markant zu nimmt.
      In der Analyse wird auch die an eingen Orten kollabiernde Infrastruktur und die kommenden Kosten für deren Ausbau negiert. Genauso wie die Studie von Prof. Jansen über die immensen Kosten der künftigen AHV Ansprüche.
      Auch auf das unterschiedliche Ausbildungsniveau und deren Diplome wird nicht eingegangen.
      Noch nicht messbar ist der Einfluss der verschiedenen Kulturen auf die Gesellschaft. Aber die Diskussionen haben schon angefangen wie z.B. Polygamieehen, Heirat zwischen Halbgeschwistern, usw..
      Früher war ich sehr offen gegenüber Fremden, aber mit der schieren Menge habe ich echt ein Unbehagen. Wenn ich in unserer Kleinstadt auf der Strasse bin, komme ich mir vor wie in New York.

  21. Patrick sagt:

    Bei den 50+ muss man nicht nur Frühpensionierte und Ausgesteuerte der Quote der Erwerbslosen hinzurechnen, auch Krankgeschriebene und IV-Bezüger. Dazu kommen noch die, die durch alle Netzte fallen da z.B. zu vermögend für Sozialhilfe oder von Verwandten unterstützt werden. Soviel zu den harten Zahlen. Umfragen hingegen sind schwammig und die Antworten abhängig davon, wie man die Frage stellt. Da halte ich mich doch lieber an die Zahlen und die Erfahrungen aus meinem Umfeld. Und die decken sich nun mal mit der Aussage von Strahm.

  22. Camenzind Theo sagt:

    Die gezeigten Grafiken sind wenig aussagekräftig und auf die MEI nicht übertragbar. Die entscheidenden, interessanten zwei Fragen sind:

    Haben jdie 50+ überdurchschnittlich für die MEI gestimmt oder nicht (mit welchem Prozentsatz)? Und welcher Bildungsstand der 50+ hat wie zur MEI gestimmt?

  23. Da versucht wieder einer die wissenschaftlichen Erhebungsmethode rein zu waschen. Fakt ist, dass viele arbeitslose Menschen im Alter von 50 – 60 Jahren ausgesteuert werden, sich selbständig machen oder resigniert ins Ausland verreisen. Der Wissenschaftler Siegrist kann sich nicht darauf berufen, eine verlässliche Analyse (Studie) gemacht zu haben. Überhaupt sind viele Studien in Frage zu stellen. Die persönlichen Verhältnisse werden meist sehr beschönigend dargestellt. Es wird verdrängt, was das Zeug hält. Die Fragen zielen darauf aus, ein System nicht grundsätzlich abzulehnen. Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist so marode wie noch nie. Trotzdem wird es in einem Ausmass (auch von den Medien) beschönigt, dass einem Hören und Sehen vergeht. Oftmals wird mit Studien nachgewiesen, dass das System gar nicht so ungerecht sei und die Einkommens- und Vermögensschere sich nicht weiter zu Gunsten der Superreichen geöffnet hätte. Das kapitalistische System, wonach sich Leistung, Innovation etc. lohnen würde, wird mit den Salären und Boni der Banker ad absurdum geführt. Aber es wird gelogen, geschwiegen, mitgemacht. Das Schlimmste ist, dass eine Wertediskussion per se nicht gewünscht wird. Sie würde noch viel Schlimmeres zu Tage bringen. Es gilt auf Teufel komm raus zu verteidigen, was eigentlich nicht zu verteidigen ist. Und dazu trägt die so genannte Wissenschaft in erheblichem Masse bei. Sie stützt das System, verwedelt, wo es nur geht. Etwas anderes würde heissen: Sie hängt nicht vollkommen am Tropf. Natürlich hängen alle am Tropf. Es ist beängstigend, was alles künstlich am Leben erhalten wird.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Was sich in 2000 Jahren nicht geändert hat, durch alle Systeme hindurch. 50+ beginnt zu nörgeln, mit 60 dann eine richtige Nörgelei. Früher war alles besser, die Milch frischer, die Lieder von Hand und die Gummistiefel aus Holz. Die Babyboomer sind zur Generation Mötzli herangereift,genau wie Ihre Eltern davor schon. Bei den Alten und bei Kleinkindern kann man das Jammern erlernen.

      • Theo Peter sagt:

        @ Wehrli: Was hat das mit “nörgeln” zu tun, wenn man feststellt, dass die Welt sich zu einer profitmaximierenden, seelenlosen Gewinnmaschine für einige Wenige entwickelt. Globalisierung und Marktöffnungen sei Dank. Es gibt zuviele Verlierer. Und für diese interessiert sich niemand mehr. Die auf dem hohen Ross oben lachen. Noch. Man landet heute verdammt schnell auf dem Abstellgleis. Wenn all die eingewanderten Ausländer ü45 werden, dann wird es ihnen ebenso ergehen. Alle werden einmal alt. Ein Schweizer Bauer z.B. mit durchschn. 30 ha Land. Wie soll der bitteschön mit EU Ländern konkurrieren können, wenn dort jeder durchschn. 300 ha hat. Also jeder kleine Bauernhof (sorry Produktionsbetrieb) 10 x grösser ist als bei uns. Da können halt die Kartoffeln einfach billiger hergestellt werden. Aber auch dieses Thema erledigt sich von alleine, da seit 30 Jahren ein konstantes Bauernsterben stattfindet, und in einigen Jahren bei gleichbleibender Auslands-Invasion das Mittelland wohl zubetoniert wird, und auch dort die Bauern verschwinden werden. Ganz im Neoliberalen Sinn: Sie waren sowieso niemals konkurrenzfähig und nur teuer und nur eine Last. Der Bauer wird sein Land mit Immobilien überbauen und kurzfristig reich werden. Da jedoch das Geld in den nächsten Jahren bei all den Billionen-Gelddruckereien auch täglich an Wert verliert, so wird ihm das zwischen den Fingern zerrinnen.

        • Leo sagt:

          Herr Theo Peter, Ihre Worte sind die Gedanken tausender ArbeiterInnen und Angestellten. Man kann davon nichts wegnehmen, weil zu negativ und nur noch schlimmeres hinzufügen, so man will. Danke für Ihre Worte.